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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marbnrg und Kirchhain. Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

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S täglich außer ex Werktagen nach Sonn« und m. Onartal-AbonnementS-Preir bei der kxpe» /. Mk , bet den Postämtern 2 Mk. b0 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jusertiousgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Freitag, 29. August 1890.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes,

Ernte die Amumeen-Bnreanx von Haasenstein und Bögler

Frankfurt a. M., Laffel, Magdeburg u. Wien: Rudolf XXV. ^abraaua. wtosie in Frankfurt e- M., Berlin, München u. Köln ®. L- *ö »*

Daube u- Äo-in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

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billig

Bestellungen für den Monat September auf die

O-erhesfische Zeitung mit ihren Beiblättern Urrisblatt und Soutttagsblatt

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kam > von Wo?

»erden von allen Postanstalten und den Land- triefträgern angenommen.

Die Exped. der Oberh. Zettg.

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aufgeregt hat? Sie führt keine Zollerhöhungen ein, aber sie fordert die genaueste Erfüllung der gel­tende» Bestimmungen, was bisher nicht der Fall

Etagi Zuik reihe»

> be- sbaren

der Ware. Die europäischen Exporteure halfen sich mm ganz einfach dadurch, daß sie den Wert ihrer Produkte geringer, als er wirklich war, angaben, und somit hatten sie auch geringeren Zoll zu be­zahle». Das hat die Iankees geärgert, und diesem verfahren soll nun durch die neue Zollbill ein Ende gemacht, der hohe Zoll soll wirklich in seinem ganzen Umfange entrichtet werden. Um die Mehreinnahmen ist eS der nordamerikanischen Union dabei nicht zu thun, der Finanzminister in Washington weiß ja heute schon nicht, waS er mit dem Gelde anfavgrn soll, ivorum es sich handelt, duS ist nichts anderes, als

, II dem Sinne zu dem Zweck gebraucht werden, zu ge zi welchem es geschaffen ist. Was besagt nun die neue "545! Zollbill, welche die gesamte europäische Industrie

Die amerikanische Sperre.

Der deutschen Industrie wird es ebenso wenig Vie der englischen und französischen erspart bleiben, mit den scharfen Vorschriften der neuen amerika­nischen Zollbill Bekanntschaft zu mache» und der Schade, welchen sie erleidet, ist noch nicht einmal so groß, wie der der französischen und besonders der

als aus Deutschland. Eine zeitlang war ange­nommen, die Vorschriften deS neuen amerikanischen

tmern >lichm -sucht. ieb. b. 5521

[552 -Kar. Die Zollsätze der Vereinigten Staaten sind .schr hoch, sie bestehen in Prozentsätzen des Wertes

abind BtaM ffcrtc [552 chöns cdenÜ ietha . Et.

. Zollverwaltungsgesetzes würden nicht in ihrer vollen .ethen Strenge zur Anwendung gelangen; aber diese Hoff- 506! wmg erfüllt sich nicht, das Gesetz wird genau in

, englischen Fabrikanten, weil aus diesen beiden Län-

1 der» weit mehr Jndustrieprodukte nach der Verei- er* *tei «igten Staaten von Nordamerika ausgeführt sind,

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dir europäischen Fabrikate durch den Zoll dermaßen zu verteuern, daß sie mit den amerikanischen Fabri« laten nicht mehr konkurrieren könne». Um dies Ziel zu erreichen, sind ganz unglaublich verzwickte Bor christen erlassen, die einen nicht ganz ruhigen Menschen wirbelig mache» können. Der europäische Fabrikant hat künftig vor dem amerikanischen Generalkonsul seines Bezirks den Wert seiner Ware zu beweisen, und die Sache geht so weit, daß er eine Kalkulations Bücher, also geschäftliche Geheim- iücher, vorlegen muß. Es liegt auf der Hand, daß beim besten Willen über solche Dinge nicht immer genaue Aukkunft zu geben ist, und da in solchen zweifelhaften Fällen natürlich stets der höchstmög­lichste Wert angenommen werden wird, kann man ich denken, welche liebliche Berhältniffe daraus sich entwickel» werden. Die Iankees find aber noch mißtrauischer als mißtrauisch, und besondere wirt- chaftliche Sachverständige sollen darum in den Jn- dustriebezirken, welche nach Amerika exportieren, aus- chnüffeln, wie hoch die Werte der Fabrikate sind. Als Zugabe zu diesen Chikanierereien giebt eS dann noch verschiedene andere Bestimmungen, welche ge­eignet sind, dieses Zollgesetz zu einer der unleid- ichsten Gesetzesschöpsungen zu machen. Da bei trenger Durchführung der neuen Bestimmungen für nanche Produkte wirklich jede Absatzmöglichkeit auf« jört, so werden nicht wenige europäische Fabri- änten, auch deutsche, mit geübtem Personal nach Nordamerika übersiedeln und dort Filialen eröffnen. Eine Zeit hindurch war von Gegenmaßregeln gegen die »ordamerikanische Union die Rede, eS ist indessen davon wieder still geworden, und wenigstens können zwei der amerikanischen Ausfuhrartikel, Petroleum und Baumwolle, nicht mit harten Repreffalien belegt werden; der Schade wäre größer als der Nutzen. Immerhin werden deutsche Großhändler sich in Zukunft besinnen, ob sie amerikanische Industrie- Artikel erwerben und verbreiten sollen; dazu liegt kein Anlaß mehr vor. In anderen Ländern, be- sonders in Frankreich, äußert sich der Unwille noch viel schärfer als bei uns, und im allgemeinen dürften die Iankees doch merken, daß allzu scharf schartig macht. Und die neue Zollbill geht wirklich über alles bisher Dagewcsene hinaus.

Deutsches Reich.

®erlitt, 27. Aug. DerReichsanzeiger" meldet: Der Kaiser traf gestern Nachmittag in Lötzen ein, begab sich mit dem Prinzen Albrecht von Preußen nach dem llebungsgelände bei Pagegen und wohnte

bis 6 Uhr dem Schießen bei. Heute früh um 3®/< Uhr fuhr der Kaiser nach Schwiddern, wohnte dem Schluffe der Festungsübung bei und traf gegen 6 Uhr wieder in Lötzen ein. Der Kaiser kehrt nach dem programmmäßigen Aufenthalte in Ostpreußen per Bahn heute Abend direkt nach Potsdam zurück. Von der ursprünglich beabsichtigten Rückreise auf dem See­wege über Pillau nach Kiel wurde wegen der an dauernd schlechten Witterung abgestanden. Die kaiserlichen Prinzen sind gestern abend 8'/iUhr von Saßnitz hier eingettoffen und von der Kaiserin am Bahnhose empfangen worden. DieNordd. Allg. Ztg." kann versichern, daß von allen Nachrichten von einer im Herbste bevorstehenden Reise deS Kaisers von Rußland nach Berlin und des deutschen kaiserlichen PaareS nach Monza oder Rom an unterrichteter Stelle nichts bekannt ist. Es ist bekannt, wie wenig zufrieden die rheinisch- westfälischen Industriellen mit dem Vor­gehen deS Kaisers in der Arbeiterfrage sind. In einer Berliner Korrespondenz der WienerArbeiter- Zeitung" findet sich ein angeblicher AuSspruch des Kaisers, der sich auf seine Stellung zu den Groß­industriellen bezieht. Danach werden dem Kaiser die Worte in den Mund gelegt:Sind meine Vorfahren mit dem Adel fertig geworden, werde ich auch mit dieser Bourgeoisie fertig." Das Wort soll wirklich gefallen sein und zwar infolge des Widerstände- und der Opposition, welche die rheinisch- westfälischen Großindustriellen voriges Jahr gegen die Pläne des Kaisers in bezug auf die Lage der Bergarbeiter entwickelten. Seitens des Ministe­riums der öffentlichen Arbeiten wird auch für die nächste LandtagSsession, wie für die vorhergehenden ein Gesetzentwurf über Ergänzung und Erweiterung der bestehenden Eisenbahnen durch Legung neuer Geleise, Herstellung von Bahnhofseinrichtungeu, 53er mehrung des rollenden Materials vorbereitet; ebenso wird eine Erweiterung des Netzes der Bahnen unter­geordneter Bedeutung geplant und es sollen in der ersten Hälfte des Oktober- die Arbeiten abgeschloffen werden. In dem Kommando deS Garde- ko rpS wird sich mit dem ^Oktober kommenden Jahres ein Wechsel vollziehen, da der jetzige komman- dircnde General von Meerscheidt-Hülleffem seine bereits im Frühjahre kundgegebene Absicht, in den Ruhestand zu treten, mit diesem Zeitpunkt zur Ausführung bringen wird. Eine Bestimmung über den Nachfolger ist noch nicht getroffen. Der früheren Vermutung, daß für den Posten einer der DivisionSgeneräle des Garde lorpS, v. Sobbe oder v. Kaltenborn-Stachau berufen

werden möchte, tritt jetzt eine andere Angabe gegen­über, welche den Nachfolger des Generals v. Meer« cheidt Hülleffem im Kommandeur deS 5. Armeekorps General v. Seekt, dafür bezeichnet. Bestätigung bleibt adzuwarten. In Apothekerkreisen glaubt man, wie dem Gefchäflsbericht des Vorsitzenden des Deutschen Apotheker-Verein- für 1889/90 zu ent­nehmen ist, zu der Hoffnung berechtigt zu fein, daß die reichsgesetzliche Regelung desApothekerwesen- n nicht allzu ferner Zeit erfolgen wird. Ebenso ist man der Ueberzeugung, daß demnächst eine für ganz Deutschland gültige Verordnung über den Berkehr mit stark wirkenden Mitteln zu erwarten fei. Betreffs der Entscheidung der Frage der thunlichsteu Beseitig» ngde» Nachmittags-Unterricht! an höheren Schulen hat der Minister der geistliche» Angelegenheiten in einer Verfügung aus­geführt, daß hierfür nicht lediglich allgemeine wdagogische und didaktische Gesichtspunkte in Betracht ommen, sondern ebensosehr die Berhältniffe deS be­treffenden OrteS. Liegen dieselben so, daß die Schulwege sehr weite sind, daß die Thäiigkeit der Familienhäupter und die LebenSgewohnheiten des OrtS die Verlegung der Hauptmahlzeü auf eine spätere Stunde gestatten, so sei, obschon ein fünf­stündiger Vormittagsunterricht für die Heineren Schüler nicht empfehlenswert fei, im Allgemeinen nichts dagegen zu erinnern, wenn daS Provinzial- Schulkollezium auf Antrag der Lehrer und nach An­hörung der Gemeindevertretung seine Genehmigung zur Verlegung des wiffenschaftliche» Unterrichts aus den Vormittag erteile. Dabei fei indeß vorauszu­setzen, daß eine vorgängige Verständigung mit der betreffenden Königlichen Regierung bezüglich der etwa am Ort befindlichen höheren Töchterschulen stattge­funden habe, da es nicht angängig sei, die höheren Schulen für die männliche und für die weibliche Jugend nach dieser Richtung hin verschieden zu behandeln. Es verlautet, daß Dr. Peters in den Reichs­dienst übernommen werden soll, und zwar vermutet man, daß ihm das Konsulat in Zanzibar übertragen wird. Im Reichsschatzamt ist jetzt endgiltig fest- gestellt, daß in der bevorstehenden Reichstagssession dem Parlament keine neuen Steuervorlagen unterbreitet werden sollen. AuS Anlaß der großen sozialdemokratischen Versammlung, in welcher Bebel sprach, kam eS am Montag Abend in Berlin zu Krawallen. Tausende von Menschen hatten vor dem Versammlungslokal sich ausgestellt. Die Polizei suchte die Straße zu säubern, aber die Menge setzte sich zur Wehr und warf mit Steinen,

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Großpapa, rette Du meinen Papa", schluchzte Egon.

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»ohl überlegt, war Gottfried doch nur ein Knabe, 1 ,go <11 er jene unselige That plante. Um meiner Tochter,

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in verhaften."

Die Polizeibeamten näherten fich, nm dem Be­fehle zu gehorchen.

Beatrice streckte ihre Hände aus, um sie abzuwehren.

X» unserer eiten Freundschaft willen, um mriuer uu- schuldige» Enkel willen, stehen Eie ab von der Ber- folgung.'

ver! Treuer Liebe Loh«.

[545' Roman von U. Rosen.

| (Schluß.)

cIhr Herren von der Polizei", rief der Marquis,

. Z vld seine Worte klangen wie ein Frldgeschrei,ich klage diesen meinen Neffen, Gottfried Trewor, de» stiefo bot achtzehn Jahren an mir verübten Raubes und Eung< des versuchten Mordes au, und fordere Sie auf, ihn

834' Die süße Stimme bei geängstigten Kindes schnitt 106 t bcnt Grafen ins Herz.

98 .Trewor', rief er mit Thräneu iu den Augen, . »find Sir uicht schon wett genug gegangen? Allel

Nicht doch, Beattice!" bat ihr Gatte, in dieser Stunde der höchsten Not mehr an sie all an fich »»^selbst denkend,es wird alles für n»S noch gut ! werden, Geliebte. Bielleicht ist eS bester, daß nufere !beständige Augst, unsere verborgene und geheimuis- *0° dolle Existenz und unsere mühevolle Wachsawkett ende. Laß mich ruhig ziehen, Theure. Die eingebildeten 106* Schrecknisse find schlimmer als die Wirklichkeit. Schone ' <w« Dich und unsere Kinder."

ii03fi Beatrice blickte verzweifelt um fich. Ihr umher- I 8 1 irrendes Auge ruhte zuletzt aus dem kalte», strengen 1 9t* Erficht des Grafen.Vater", rief fie leidenschaftlich, >dvDa hörst, war fie mit Gottfried beginne» wollen.

Vater, fett siebeuzehu Jahren bi» ich Gottfrieds Satti». || la Diese hier find unsere Kinder, Deine Enkel, Vater. 1 g5 Sprich Du für »nS und für fiel Ich werde sterben, 'I gji denn fie ihn mir eutteißeul'

.Nicht wenn ein Engel fich für ihn ins Mittel legte', höhnte Lord Trewor.

Giralda warf fich dem ölten Manne zu Füßen. .Oikel', flehte fie weinend, .um meinetwillen ziehe Deine Anklage zurück.'

Der Marquis schwankte einen Augenblick, aber Orwoud wiederholte ihm flüsternd die Lügen, die er ihm von Giralda erzählt hatte, nnb bei irregeleitete Greis verhärtete fein Herz gegen fie.

.Du könntest durch Deine Bitten eben so leicht einen Felsen rühren, wie mich", ries er. .Meine Herren, thun Sie ihre Schuldigkeit. Ich verlange uur Gerechtigkeit, nichts als Gerechtigkeit.'

Die Polizisten nähert-n fich ihrem Opfer.

Eine wilde, herzzerreißende Szene folgte, Beatriceus und ihrer Studer Jammergeschrei, Lord GroSveuors und deS Grafen verril Einschreiten, ihr Ringe» und Flehe» war vergebens.

Plötzlich wurde» dranße» im Garte» dröhueude Schritte vernehmbar, zwei Personen drängte» fich rückfichtlloS in den Salon. Ihrem Erscheinen folgte allgemeines Schweige», atemlose Stille.

Die Nellaugekommeve» wäre« Grete WllmS und Georg Negnu.

DaS Fieber, das die Reise dcl Kranke» »»ter. broche» hatte, war durch die geschickte Behaudluug deS zu Rate gesogenen Arztes beseitigt worden, und die beide» Verlobte» hatte» am nächste» Morgen ihre» Weg fortsetze» dürse». Im Schlöffe erfuhren fie, daß Beattice sich tu ihrem Pavillou auf der be­waldete» Anhöhe befände, nnb daß Lord Trewor ihr wahrscheinlich Gesellschaft leiste. I» ihrem Eifer, die bedeutsame Unterredung sobald als möglich be­endigt zu habe», und in bei Fuicht, jeder Verzug könne Gefahr bringen, hatte Margarete sich die Unter- stützung zweier Diener erbeten, die Regn« in daS Sommerhäuscheu trugen.

Ormond erkamtte de» Kranke» sofort. Sei» Ge- ficht w»rde aschfarbe». Der feltfame Ausdruck in bin Zügen seine! ehemaligen Verbündete» »ar für

iHv verständlich genug. Tiefe Rene, und bei Wunsch, das begangene Unrecht wieder gut zu machen, sprach aus den Ange» der körperlich und geistig gebrochenen Mäunes.

Zitternd wich Ormond zurück, um unbemerkt zu entschlüpfe», aber NeguuS Auge bewachte iHv, and fein Finger bentete ans ihn.

.Haltet ihn', rief er. .Hattet Lord Ormond fest 1 Ich habe ein Geständnis über ein Verbrechen abzn- legen, in das er mit verwickelt ist, meine Herren!"

Snf ein Zeichen des MarqaiS legte einer der Poltzeibeawten seine Hand schwer ans de» schnldbe- wnßten Edelmann.

Ich heiße Georg Negnu", erklärte der Kranke, und stand biS vor Kurzem unter dem angenommenen Namen Peikivs im Dienste Lord OrmondS."

Ein allgemeines Erstannen gab fich nach dieser Mttteilnng kund. Den meisten der Anwesenden waren die angegebenen Name» bilannt.

Vor achtzehn Jahren", fahr Negnu, ans die Arme seiner Begleiter gestützt, fort,war ich Kammerdiener der beide» Neffe» der Herr» Marquis vo» Trewor. Und diese» ist Herr Gottfried Trewor?" wendete er sich fragend an de» (Befangenen.Verzeihen Sie wir, gnädiger Herr, o, verzeihe» Sie mir. Ich habe wich schwer cn Ihnen versündigt. Echo» vor Jahre» hätte ich Sie von dem Verdacht befreien können, der Ihr Lebensglück zerstörte, aber Lord Orwoud erkaufte meta Schweigen und veranlaßte mich, nach Australien auSzuwaudern, um mich aus dem Wege zu räumen. Sie find unschuldig, gnädiger Herr, und ich kann es beweisen."

Sin Blick hettiger Freude überstrahtte Gottfried Trevors ernstes «.ficht und mtt einem tauigen Dank- gefühl gegen Gott sog er die halbohnmächtige Beattice an feine Brv8.

.Sprechen Sie, Negun', bat er, .die Vorfälle jener Nacht find mtt bi! freute ein Geheimnis geblieben.'

Ormond lachte höhnisch nnb ber Marquis schaute ungläubig drei».

»Fahren Sie fort, Negun', befahl der alte Herr. .Ich erinnere mich Ihrer noch sehr genau. Sie sehen j-tzt recht schlimm au», Mensch. Wie lautet die romantische Geschichte, die Sie uu! zu erzähle» hierher gekommen find?'

»Herr Marquis', sagte Negnu feierlich, .ich war bereits dem Tode nahe, der Arzt hatte mir uicht ver­schwiegen, wie eS nm mich stand, nnb Grete Wilms, meine treue Freundin, erinnerte mich an meine Pflicht, ermahnte mich, nicht mit schuldigem Gewissen aus de« Leben zu scheiden.'

.Aber Ihre Geschichte, erzählen Sie uu» Ihre Geschichte', unterbrach ihn der MarquiS ungeduldig.

Negnu war erschöpft und auf Margaretens Wink legten ihn die Diener, die ihn heraufgebracht hatten, vor sichtig auf ein Sopha.

.Gnädiger Herr', sprach der Kranke mit dem Nachdruck unverkennbarer Wahrheit weiter, .gnädiger Herr, Sie find all diese achtzehn Jahre betrogen und getäuscht worden. Herr Gottfried Trewor beging das Verbrechen nicht, deflen Sie ihn beschuldigte» und für da» Sie ihn bei Nacht aus dem Hause trieben wie einen Mörder nnb Dieb.'

.Aber ich sah ihn mit meinen eigene» Augen, de» blutigen Dolch ta der Handl'

Negu» achtete der Unterbrechung nicht.Herr MarquiS", fuhr er ruhig fort,in jener verhSngntS- vollen Nacht faßen Ihre beiden N-ffe», Gottfried Trewor und Eduard Orwoud, in des gnädigen Herr» Zimmer, als ich, wie ich glaubte, unbemerkt von meinen jungen Gebietern, in das anstoßende Vor­zimmer eintrat. Lord Ormond hatte einen Punsch gebraut und ich sah, tote er verstohlen ein kleine! Fläschchen mit einer durchsichtige» Flüssigkeit aus seiner Tasche zog nnb in da» Gla» seines Letter! goß. Ich sagte nichts, weil ich die Sache für ziemlich harmlos hielt, beobachtete aber von diesem Augenblick an Lord Orwoud mtt größter Aufmerk­samkeit. Herr Gottfrttd trank den Punsch, bet für ihn bereitet war, nur widerstrebend nnb ans da»