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E Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Mrchhain. — Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
M 199.
Westheim täglich ex|tt an Werktag« nach Sonn« und Krtagen. — Quartal-Ab onnements-Preii bei der Lrpe» n 2". Mk-, bet den Postämtern 9 Mk. SO Pfg. (extl.
Bestellgeld). JchertiouSgebühr für die gespaltene Zeil« 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
Marburg,
Dienstag, 26. August 1890.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b. Blattes, sowie die Annoncen-Bur eaux von Haasenstein und Bögler _ in Frankfurt a. M., Laffel, Magdeburg «. Wien ; Rudolf XXV. Havraaua. Moffe in Franlfutt a. M., Berlin, München n. «Kn; B. L- Daube n. Io. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
Bestellungen für den Monat Septem-eP auf die
Oberhesfische Zeitung
mit ihren Beiblättern
Ureisblatr
und
-ll«ftrirrtes So««tagsbtatt
»erben von allen Postanstalten und den Land- iriesträgern angenommen.
Die Exped. der Oberh. Zettg.
Die GrWrrbeordnuugsvovelle.
Die Streitigkeiten im sozialdemokratischen Lager, sowie daS Bevorstehen des Ablaufs des Sozialisten- Srsltzes haben gegenwärtig die öffentliche Diskussion »ehr als gut von einem Gegenstände abgezogen, dessen Erörterung gerade in dieser Zeit außerordentlich geeignet wäre, wir meinen die dem Reichstage »«liegende Gewerbeordnungsnovelle. Die Beilegung ihrer Erledigung vom Frühjahr auf den Winter war bckanntlich in der Absicht erfolgt, in der Zwischenzeit »eitere Aufklärungen über die einzelnen zur Regelung »«geschlagenen Punkte zu erhalten. Die Regierungen der Einzelstaatrn haben denn auch über die von der Aeichskonnnisfion bereits in erster Lesung fest- zestellten Bestimmungen bezwse. über deren zu er- «rtende Wirkungen Erhebungen bei den wirtschaftlichen Vereinen angestellt und die letzteren haben vielfach ihre Gutachten abgegeben. In der allge- minen Oeffentlichkeit in deffen hat man die Erörterung der auf die Gewerbeordnungsnovelle bezüglichen Fragen etwas in dm Hintergrund treten lassen. Es mag dirS außer mit dem oben ange- sihrten Grunde auch mit der Ankündigung dreier Sichtiger Reformen in der preußischen Gesetzgebung x Zusammenhang zu bringen sein und daraus auch erklärt werden können, jedoch sollte man die Zeit dir zum November nutze», um zur Klarlegung über die Novelle Material beizutragen.
ES ist dies um so notwendiger, alS die Bedeu- lang der Gewerbeordnungsnovelle für die breitesten Schichten der Bevölkerung ungemein groß, viel Bßer ist, als alle übrigen augenblicklich diskutierten Tragen. Dazu kommt, daß die für Preußen an- Mndigten Vorlagen noch nicht einmal zum kleinsten teile bekannt sind, während in der Gewerbe
ordnungsnovelle eine greifbare Vorlage gegeben ist, somit also über die letztere eine weit furchtbarere Diskussion möglich ist. Von der Preffe, welche dem Arbeiter nicht genug Rechte einräumen kann, ohne zu fragen, ost unser Gewerbe die neuen Belastungen auszuhalten im Stande ist, ist diese Zurückhaltung erklärlich. Sie findet in der Novelle einen weiten entgegenkommenden Schritt auf dem ihnen genehmen Wege. Diejenigen Politiker aber, welche nicht den Beifall der Menge als höchsten Triumps ansehen, sondern un;er Gewerbe stärken und namentlich dem ausländischen gegenüber heben wollen, werden gerade in den Borkommniflen der Gegenwart mehr als eine Bekräftigung dafür finden, daß fie sich den unerfüllbaren Forderungen der Gewerbeordnungsnovelle entgegenstewmen.
Nach allem, waS man hört, wird sich der heftigste Streit bei der Gewerbeordnungsnovelle um die Frage der Arbeitsordnungen, d. h. darum drehen, ob den Arbeitern auf die Gestaltung der letzteren mit ein Einfluß gewährt werden soll oder nicht. Die Novelle will bekanntlich vorgeschrieben haben, daß die Fabrikarbeiter oder wenn solche vorhanden sind, die Arbeiterausschüffe zur Begutachtung der Arbeitsordnungen vom Fabrikleiter herangrzogen werden Damit würde für die Fabrikinhaber ein Ausnahme recht geschaffen. Denn während eS jedem anderen Arbeitgeber, beispielsweise dem Landwirt, nach wie vor unbenommen sein soll, allein die Bedingungen festzusetzrn, unter welchen er seine Arbeit vergiebt, soll dem Fabrikinhaber dies auf seiner Verantwortlichkeit für den Betrieb beruhende Recht genommen werden. Es ist selbstverständlich, daß hiergegen die Fabrikleiter protestieren. Wie wenig angebracht rS aber ist, den Arbeitern einen solchen Einfluß auf die Fabrikordnung zuzugestehen, zeigen die neuerlichen Vorgänge im sozialdemokratischen Lager zur Genüge. Man sieht, wie die Arbeiter von einzelnen Schreiern, dir sich den hochklingenden Namen von »Führern- beilegen, bald auf die eine, bald auf die andere Seite gezogen werden, daß sie also gar nicht im Stande sind, ein selbständiges Urteil sich zu bilden bezwse. festzuhaltrn. WaS für Unzufriedenheit würde wohl ongestiftet werde», wen» diese Menge über die Arbeitsordnungen mitralen sollte. Heute würde sie auf den »Führer" 3E, morgen auf den .Führer" A hören. Und daß dadurch die Stetigkeit der Betriebe gefördert würde, wird doch auch niemand behaupten wollen. Abgesehen von all« übrigen gegen die Begutachtung der Arbeitsordnungen seitens der Arbeiter sprechenden Gründen würde demnach
die Unreife der letzteren zur Bildung eines selbstständigen Urtells allein dir Beseitigung des Vorschlags befürworten. Hoffen wir, daß der Reichstag aus diesen Vorgängen die rechte Lehre zieht und den PafsuS über die Arbeitsordnungen aus der Novelle streicht.
Deutsches Reich.
Berlin, 24. August. Kurz nach dem kaiserlichen Erlasse an den Reichskanzler über die Einberufung der internationalen Arbeiterschutz-Konferenz erging bekanntlich zuerst vom Kultusministerium, dann vom Oberkirchenrate an die kirchlichen Organe der neuen und der alten Provinzen der Monarchie, je ein Rundschreiben, in welchem die Kirche zur Mitwirkung bei der Lösung der sozialen Frage aufge- sordert wurde. Bei dieser allgemeinen Anordnung ist man jedoch nicht stehen geblieben; eS ist eine vollständige Organisation in Angriff genommen, durch welche die Kirche dieser ihrer Aufgabe in systematischer Weise gerecht werden kann. Bereit- ist eine Verfügung in dieser Sache vonseiten des hannoverschen Landes-KonsistoriumS an die beteiligte Geistlichkeit hierüber ergangen; gleiche Schritte stehen, dem Vernehmen der „Kreuz.-Ztg." nach, bevor in Cassel, Frankfurt a. M., Wiesbaden und Kiel, so daß in den gesamten neuen Provinzen in gleicher Weise vorgegangen wird. Es sollen Konferenzen zwischen den General-Superintendenten und den Superintendenten, dann von den letzteren mit der Geistlichkeit ihrer Sprengel abgehalten werden. Die soziale Frage wird dabei unter ganz konkreten Gesichtspunkten und nach örtlichen Verhältnissen betrachtet und erwogen. — Dr. Peters zu Ehren veranstaltete die Nürnberger Kolonialgesellschast gestern rin Bankett im Hotel zum „Strauß". Peters hielt eine größere Rede, in welcher er nach einem Draht- bericht u. A. folgendes äußerte: Wir Expeditionsführer haben die Pflicht, draußen möglichst viel fremde Länder zu gewinn«. Wir müssen uns bescheiden, unsere Ergebnisse der Entscheidung der Reichspolitik zu unterbreiten. Der Kaiser hält die Gesamt-Berhältniffe vor Augen und kann in erster Linie beurteilen, waS den nationalen Interessen entspricht. Es schädigt den Wert unserer Arbeit nicht, wenn die Resultate nur alS Kompensation für andere Objekte verwendet werden. Er ttöste sich mit dem Bewußtsein, durch seine Expedition der nationalen Sache gedient zu haben. Ueber Emin Pascha sprach sich PeterS mit voller Begeisterung aus. — Bei der Gehaltsaufbesserung durch den Nachtrag zum
Lrerrer Liebe Loh«.
Roman von U. Rosen.
(Fortsetzung.)
Er betrachtete daS düstere Gebüude jetzt näher «b bemerkte die bretterverschlageueu Fenster, avS men oberem Teil ein schwacher Lichtschimmer zn drang. .Das ist ihr Zimmer', dachte er. Und ße ist noch wach. Meine süße Gtralda, Du ahnest W, wie nahe ich Dir bin.'
Aus dem »»ter« Stockwerk schimmerte gleichfalls dl Licht. SroSvcuor schlich an den Laden, durch dessen Ausschnitt die hüben Strahlen -stier Petroleum- «pe aus die Straße fielen. Er schaute durch den Spalt und erkannte Frau Vitt und Wig, die es sich i der Küche bequem gemacht hatten.
.Natürlich werde ich hevte zu Bett gehe», nachdem 1 gestern die ganze Nacht hindurch gewacht habe", Me der Kammerdteoer mst rauher Stimme. .Ich •w schläfrig und habe durchaus keine Lust, noch dmnol allein zu wachen, liebe Fran.'
Frau Bitt sah ihre» Gefährten finster au. »Und *tr war eS niemals möglich, den Schlaf zu eut- Sie«', brummte fie. .Ich war heute deu ganzen «g auf deu Leineu, uud fehue mich uach Ruhe. Mt sollte heute wacheu. Ich wollte, ich hätte ihn Kst unter meinen Händen.'
«Ich schrieb Lord Ormond heute vou der Truukeu-
*it Ihre» Mannes", sagte Wig ruhig. .Der gnädige wt wird zweifellos morgen tu aller Frühe hier sei». N liebt es nicht, eine« Trinker feine Geheimnisse «Pwertrave». Wer weiß, was Bstt tu der Schänke Iw ausgeplaudert haben mag.'
„ Frau Bitt nickte zustimmend. .Ja, ich hätte ihn zu Hause lasse» solle»', gab sie zu. ^fch werde
*5 gnädigen Herrn bitten, den Schlingel wieder in *fete Felsenhöhle zurückznschicken.'
Wig, der sein Glas Punsch, das er sich eigen* «idtg bereitet, jetzt ausgettunkru hatte, stand ans,
zündete eine Kerze au, uud erklärte, die Sorge für dar HauS seiner Freundin überlassen zu wollen.
Frau Bitt sprach die Ansicht aus, daß alles sicher uud nichts zu befürchte» sei, da die Gesäuge»«», iu ihrem Zimmer eingeschloffeu, nichts unternehmen könnte», nud drückte ihren Entschloß aus, sich gleich, falls zur Rahe ,n begebe». .Niemand wird das Mädchen hier suchen', fügte sie hinzu, eine zwette Kerze auzüudeud, uud die Lampe auSlöscheud.
Wg stieg iu seine Bodeukammer hinaus. Frau Bitt hatte ihr Schlafzimmer neben dem ihrer Gefangenen. _________
50. Kapitel.
Erfolg.
Lord GroSveror erkannte die Lage der Zimmer des SamwerdieuerS und der Frau Bitt au dem Schimmer ihrer Kerze». Er wartete ruhig iu dem klein« verwilderten Vorgarten dir das Licht verlöscht war nnd nur aus StraldaS vergittertem Kerker sich spärliche Sttahleu zu ihm hinadstahle». Potterud uud taumelnd steckte er deu Schlüssel, deu er tu BittS Tasche gefunden, iu das Schloß. Er paßte. Die Thür ging auf. Deu Schlüssel wieder adzieheud, überschritt Paul GroSveuor erwartungsvoll die Schwelle. I» dem öden Flnr herrschte vollständige Dunkelheit. Er tastete sich geräuschvoll vorwärts. Wie er gehofft hatte, öffnete sich eine Thür im erste» Stock mü> Fran Bitt begann hefttg zn schelte». .Bleib nur wo Du bist, Du Säufer', schrie sie. .Ich werde fein Licht «ehr für Dich auzüude» uud ich möchte Dir nicht raten, Dich zu mir herein zu wagen. Du kanust Dich im Flur aus de» Fußboden betten. Die Stein fliesen find noch ein u gutes Lager für Dich.'
Lord GroSveuor sank schwer wie ein Klotz zu Beben nud stimmte nach wenigen Minuten ein raffeln* * des Schnarchen an.
.«arte nur, für heute nacht bist Du sicher, aber
morgen wird eS Dir schlecht gehen', leiste Fran Bstt wester, ehe fie etnschlief.
»Jetzt darf ich aus Werk, alles schläft", murmelte GroSveuor, sich vom Bodeu erhebend und letfe und vorsichtig die Treppe hinaussteigend. „DaS Schwerste ist, den Schlüssel der Kerkers ans der Tasche jenes Höfen Weibes zu erlangen." Lauschend blieb er vor der Thür der Hanna Bttt stehen. „Sie schläft", wiederholle er sich. „Vorwärts denn."
Schweigend, atemlos stahl et sich in das Schlafzimmer. Sr konnte in dem Sttberschimmer der Mondscheinstrahlen, die durch da» «»verhüllte Fenster dränge», jede» Winkel beS Zimmers übersehen. Fran Bitt lag mit bem Gesicht »ach bet Wand gekehrt, auf dem Stuhl vor dem Bett hingen die Kleidungsstücke der Schlafende». GroSveuor ergriff ihren Rock, der halb zu Boden geglitten war, suchte nach der Tasche und zog daraus einen Schlüssel hervor. Wieder uach der Thür znrückschletcheod, blieb er auf der Schwelle stehe». Seine lautlosen Bewegungeu hatte» dse Fra» nicht in ihrem Schlafe gestört. „Ich will mich dennoch vergewisser», baß sie mich nicht überfällt nnb ich keine unnützen Gefahre» zn bekämpfe» habe", dachte er, die Thür ins Schloß drückend nnb mit schnellet Bewegung verschließend.
Wieder blieb er stehen, am zu lauschen.
Alles war still wie zuvor. Ei» Daukgebtt murmelnd, schlich er auf den Zehen der Thüt des Zimmers zu, dessen mtt Brettern vernagelte Fenster er nuten bemerkt hatte. Ein zstterube» Pochen meldete ihn an. Ein Hin- und Hergehen i« Zimmer verriet ihm, baß man barin noch wache.
Er schob den Schlüssel vorfichttg iu das Schloß, öffnete »ud wiederholte sein Pochen. .Giralda!' flüsterte er.
Ein halb unterdrückter Schrei auiworttte ihm uud Gttaldas bleiches liebliche» Gesicht neigte sich grüßend |» ihm. Einen Augenblick strahlte fie ver- wirrt und schreckeusgelähmt auf die wunderlich ge» kleidete Gestalt, die ihr entgegentrat, bis Lord Gros
preußischen StaatShaushaltsetat sind alle Unterbeamten berücksichtigt, darüber hinaus aber nach Maßgabe der vorhandenen Mittel ist nicht nach der absoluten Höhe des Diensteinkommens vorgegangen, sondern find diejenigen Beamtenkategorieen herausgegriffen, bei denen ein besonders dringendes VerbesserungsbedürsniS anzuerkennen war. Nach den „Berl Pol. Nachr." würden, wen», wie es den Anschein hat, die Lage der Finanzen gestattet im nächsten Jahre, allerdings in sehr gemessenen Grenzen, mit der Maßregel fort« zufahre», nicht mechanisch die niedrigst besoldeten, bisher unberücksichtigten Beamtenklassen beteiligt, sondern diejenigen vorgeschlagen werden, bei denen nach Durchführung der im laufenden Etat vorgesehenen Gehaltserhöhungen das dringendste Bedürfnis der Aufbesserung als vorliegend erachtet wird. — Im Interesse der Sonntagsruhe der Eisenbahnbeamten und Arbeiter hat der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten die Königlichen Eisenbahndirektionen neuerdings wiederholt angewiesen, darauf zu achten und hinzuwirken, daß der Güterverkehr an den Sonn- und Festtagen soweit als es nur irgend möglich und ohne Schädigung der in Frage kommenden allgemeinen Verkehrs- nnd Be« triebsintereffen zulässig sei, eingeschränkt werde. — An die Arbeiter Deutschland». In einer Auflage von einer halben Million wirb am 1. Oll. eine Broschüre erscheinen unter dem Titel: „An die Arbeiter Deutschlands!", welche die gesamten Fragen der Sozialreform in kurzer, gemeinverständlicher Form nnd zwar im Sinne der kaiserlichen Erlasse vom 4. Februar d. IS. behandeln soll. Wie man von gut unterrichteter Sette mitteilt, hat der Inhalt dieser Brochüre dem Kaiser vorgelegen nnd auch die Druckkosten werden zum Teil auS staatlichen Mitteln bestritten. Der Preis der Brochüre ist auf zehn Pfennige berechnet und die Verkäufer derselben sollen am 1. Oktober vor allen Fabriken der bedeutenderen Jndustrieplätze Deutschlands Aufstellung nehmen. — Der SchießauSschuß deS 10. deutschen BundeS- schießenS hat jetzt erst die Feststellung aller Preise beendet. Insgesamt werden 15 000 Preise derlei t. — Erwähnt mag hier gleich sein, daß das Wiener große Sängerfest mit einem Ueberschuß abschließt. Beim Bundesschießen ist bekanntlich ein starkes Defizit.
Stiel, 23. August. Wie die „Kieler Zeitung" meldet, hat daS Admiralschiff des österreichischen Geschwader- gestern im Belte Havarie erlitten. Dasselbe ist nach Kiel unterwegs und wird im Bassin der kaiserlichen Werst docken.
benot die Mütze vom Kopfe riß nnb ben roten Shawl, bet sei» Gesicht halb verhüllte, vom Halse nahm nnb ihr mit strahlendem Blick und lächelndem Munde i» die Augen sah.
„Gtralda!" wiederholte er, die Arme nach ihr anSbreitenb.
„O Paul!" rief sie, sich an ihn schmiegend, „ich wußte, daß Du komme», daß Du nicht Nachlasse» würdest, mich zu suchen, bi» Du mich gefunden hast", jubelte fie, FrendeuthrSnen vergießend.
„Du bist jetzt sicher, Geliebte!" beruhigte Lord «rosvenor das zitternde Mädchen. „Du ahnst nicht, Giralda, wie viel ich gelitten habe, seit ich Dein Verschwinde» aus Schloß Trewor erfahr. Aber wo ist Egon?"
Giralda führte ihn an da» Bett deS schlafende» Brüderchens.
„Wecke ihn, Giralda", bat Pool.
Giralda flüsterte dem vollständig angekleidet da- liegenben Kinde etwas iuS Ohr. Sich die Ange» reibend, erhob sich der Knabe, ohne et» Wort der Verwunderung zu Süßer».
„Ich werde ihn bhmntertrag«", erklärte Lord GroSveuor. „Bist Du fertig, Giralda?"
„Ja, Paul", entgegnete das Mädchen, Hut nnb Mantel nehmend und dem vorauschreiteudeu Geliebte» folgend. SetäufchloS glitten sie die Treppe hinab durch die Vorhalle zur Thür hinaus und den Garte» entlang.
Erst als fie die Landstraße erreicht hatte», wagt« sie freier ,» ahnen.
Giralda blickte zu dem Himmel auf und z» de« düster« BacksteiugebSude zurück, i» dem fie eine Je schmerzliche Gefangenschaft erduldet hatte. „O, Paul", jauchzte sie, d« Arm des Geliebt« festhallenb, „jetzt fühle ich i» der That, daß ich wieder frei und sicher bi». Wo nahmst D» nur diese seltsame Verkleidung her, Th«erster?"
.Ich entlieh fie be» bett würdig« Herr» Bitt selbst, der im Schutze jener Hecke dort friedlich seine»