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*it seinen Kollegen auf dem deutschen Sängerfest,

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Trever Liebe Mu* Roman von U. Rose».

(Fortsetzung.)

Sas Wiener SSngerfeft

In Wien hat das große deutsche Sängersest etter mastenhafter Teilnahme der Bevölkerung statt- jtfunben und wie in Berlin beim BundeSschießen, i» haben auch in Wien Reichsdeutsche und Deutsch- ßnreichrr ein frohes Verbrüderung-fest begangen, über in der österreichischen Hauptstadt ist man noch dn ganzes Stück weiter gegangen, al- in Berlin, -m einer Anfechtung des Deutschtum- konnte dort tote Rede sein- wohl aber hatte man in Wien ldlaß, hierüber zu sprechen, da in dem aus zahl- mchen Nationalitäten zusammengesetzten österreichiich- vgarischen Staaten, besten Kern doch die Deutschen Mn, von Czechen, Polen, Ungarn, Slovrnen, Kroaten, Dalmatiern u. s. w. nur gar zu gern Anstöße gegen das Deutschtum unternommen wurden, sie auch häufig genug von Erfolg begleitet waren, Ktl das Wiener Ministerium Taaffe als sein Pro- pmim die Gleichberechtigung der Nationalitäten Mamiert hatten, wobei denn aber die Deutschen F kurz kamen. Erst in allerletzter Zeit ist eS war bester geworden, wie der bekannte deutsch- qechische Ausgleich in Böhmen beweist. Jedenfalls ckr haben die Deutsch Oesterreicher fortgesetzt allen Inlaß, auf dem Posten zu sein, und dieser Ansicht auch beim Wiener Sängerfest kräftig Ausdruck tzgeben. In ruhigen, für niemand verletzenden, ckr für jedermann verständlichen Worten ist in Sten ausgesprochen, daß die Deutschen aller Länder

Erfüllung deS von uns hiermit abgelegten Gelöbnistes der Treue als Ew. Majestät gehorsame Unterthanen uns zu erweisen. Einer Einladung Sr. Majestät deS Kaisers folgend, werden, wie die »Budapester Korrespondenz- meldet, mit Sr. Majestät dem Kaiser von Oesterreich sowohl Graf Kalnoky al- auch >er Genrralstabschef Feldzeugmeister Baron Beck zu den Schlußmanövern deS 5. und 6. Korps in Schlesien eintreffen. Der Minister des Innern, Herr» furth, der von seiner Dienstreise zur Besichtigung >er Eisenbahnlinie Kiel-Schönberg und der dortigen Kanalbauten wieder hier eingetroffen ist, wird der Kreuzzeitung" zufolge am 22. d. M. seinen Sommer­urlaub antreten und sich zunächst nach Karlsbad be­geben. WaS den Urlaub der übrigen Staats- Minister betrifft, so weilen zur Zeit, außer dem Minister Herrsurth, nur noch der Bice-Präsident deS Staatsministeriums, Staatsminister Dr. von Bötticher, und Finanzminister Dr. Miquel hier in Berlin. Ersterer begirbt sich nach der Rückkehr deS Reichskanzlers von Caprivi aus Rußland ebenfalls nach Karlsbad, während über einen Urlaub des Ministers Dr. Miquel nichts ver­lautet. Alle anderen Minister befinden fich bereits auf Urlaub, und zwar: Dr. von Goßler seit dem 11. d. M. in TaraSp (Schweiz), Dr. Frhr. LuciuS v. Ballhausen seit dem 7. d. M. in Gastein, v. May­bach seit dem 12. Juli in der Schweiz, Frhr. von Berlepsch seit dem 15. Juli ebenfalls in der Schweiz Dr. v. Schelling seit dem 20. Juli in Tirol. Der Kriegsminister, General der Infanterie v. Berdy du VernoiS, begab fich zu Anfang vorigen Monats nach Gastein. Bon den zur Zeit mit Urlaub abwesenden Ministern wird der Kriegsminister in diesen Tagen hier zurück erwartet, während die anderen Minister im Laufe dieses MonatS hier wieder eintreffen. Voll­ständig wird das königliche Staatsministerium erst am Schluffe des nächsten Monats, nach Ablauf deS Urlaubs der einzelnen Minister, hier wieder ver­sammelt sein. Die kaiserlichen Prinzen werden Ende dieses Monats, voraussichtlich am 27. August, von Saßnitz nach dem Neuen Palais zurück­kehren, um zur Ankunft dr» Kaisers, welcher am 29. d. M. über Pillau und Kiel entgegengesehen wird, bereits in Potsdam anwesend zu sein. Wie früher gemeldet, beauftragte die mit Reform deS Militärstrafprozesses befaßte Kommission eine Subkommission mit Aufstellung eines Entwurfes. Dieser Subkcmmisfion hat unter dem Vorsitz des Generalauditeurs Ittenbach die erste Lesung des Entwurfs beendet, welcher eine zweite unmittelbar

faugeue gemietet hatte. 68 stand von dichtem Busch'

werk umgeben auf eturr Auhöhe, sah düster und der» wahrlost aus und war fest verschloffeo. Zwischen dem Wohngebäude uud einem niedrigen, strohgedeckte» Stall dehnte fich der Garten ans.

Die Einsamkeit Md Oede de» Orte» befrie digten Ormond tm höchsten Grad. «Dort ist Ihr Hei«, Gttalda', rief er, cmf daS Haus deutend. .Sehe» Sie, wie fern es von jeder Mdereu menschliche« Wohnung liegt. Hier in dieser Einöde wird St Niemand suche».'

Mit dem Knaben im Ar» sprang er vom Vock Md schloß die Eingangspforte aus. Stralda folgte ihm.Wo bist Du, Stralda?' rief Egon erwachend und ängstlich um fich blickend.

.Hier, Sind, ich bin bet Dir', beruhigte die Schwester ihn.

Bitte, steigen Sie die Treppe hinauf", lud Ormond das Mädchen ei», während er den Knaben htuaustnlg. Er führte feine Gefangenen in ei» freandltch möblirteS Zimmer, an das ein Alkoven mit eine« sauberen Himmelbett stieß, de« zur Sette ei« «it grüue« Schuurwerk vergittertes Ätnbcrbett stand.

Das ist Ihr Zimmer, Stralda", bemerkte Ormond, Egon in einen Lehnsessel setzend.Sie köuneu Ihre« Bruder vo« seinen Banden befreien, während ich hi-Mtergehe, Ihnen Ihr Frühstück zu bereiten. Ich brachte MS Daltou Borrat auf mehrere Tage «it. Wg wird Mch ausreichender für die Speisekarmoer seiner Pflegebefohlenen sorgen."

Die Thür hinter fich verschließend und den Schlüffe! abziehevd, kehrte er in da» Erdgeschoß zurück.

Gttalda flog au Egons Sette uud schnitt weinend, Md ihr Brüderchen mit Süffeu bedeckeud, die Stricke, welche blutrünstige Spure» an de» Arme» nab den Knöchel» dek Kleine» zurückgelaffr» hatten, entzwei.

»et« nicht, Gttalda", bat Ego«.Papa Md Rupert, »der Lord GroSveuor, von dem Du mir so viel erzähltest, werde» uus zweifellos zu Hilfe ko«««.

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Marburg,

Freitag, 22. August 1890.

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dition 2-/, Mk-, bet den Postämtern S Mk. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnfertionsgebühr für die gespattene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die «eile 85 Pfg.

Die Erfahrungen der jüngste» Zett waren nicht ckiguet, ihre kindliche Zuversicht zu der Güte uud « Wohlwollen der Menschen zu befesttgeu, uud *6 bitterem Schmerz gestand fie fich die Mögltchkett daß Lord GroSveuor seine Beziehvugen zu der "chter Gottfried TreworS zu löse» wünscht. Aber 5 für einen Augenblick regte fich der Zweifel oh miet Treue. Ihr Glaube an ihn überwand jede «derlegnng Md blieb fest Md nnerschütterlich wie ta Felsen.

Sagen Sie mir nichts mehr von Lord Gros» tat", tief fie strenge,ich glaube Ihnen doch kein «ort von dem, was Eie mit vo» ihm erzählen. Ich ra nicht ein»al gewiß, ob der Marquis von Tremor ra nicht das Verbrechen verzeihen will, daß ich die achter seines Neffen bin, vud er um meinetwegen M geneigt ist, seine LerfolgMg gegen ihn etrzu- Men."

Ormond zuckte zusammen Md rächte seinen Berger * den Pferden, die er mtt zornigen Peitschenhieben rarieb.

Gttalda neigte fich z» Egon nieder. Sei» Kopf tat auf ihrem Schooß, nnb leise weinend und vo» unbestimmten Augst um sei» »ud seiner Schwester g» gequält, schmiegte fich der kleine «nabe immer tat Md inniger au fie. .Mein armer Egon!' Werte Giralda, ihn zärtlich küffeud. .Gräme Dich ta, Brüderchen, Gott wird uns in seinen Schutz tauen.«

.Der Kuabe erwiderte nicht». Giralda schob ihre «ud unter die Reisedecke Md begM» au de» Fesseln 8 zupfen, die Egon» Handgelenke zusawmeuhtelteu. Jrae wilde Hoffnung stieg t« ihrer Seele aus. Kn» fie Egou zu befreie» «it ihm Mbemcrkt MS dem Staa za entschlüpfe» »ud sich i» der Duukelhett am tat zu verbergea verwöchte, war« fie gerettet I

Präsident Graf Taaffe und seine Kollegen hatten fich lechten Ether mit peinlicher Aengstlichkeit streng von allen

Elchen nationalen Festlichkeiten ferngehalttn. Stand rzend eilte Feier dieser Art in Sicht, so verließen He Räte der Krone lieber Wie», al- daß fie sich p irgend welcher Aeußerung der Sympathie hätten fwreißen ließe». Diesmal erschien aber Graf Taaffe

olgen soll. Die große Kommission tritt vermutlich nach BeendigMg der Manöver, etwa im Oktober, zusammen. Die Regierung wünscht, derKöln. Zig." zufolge, ein Zusammentage» der Reichs­tages unb des Landtage- im nächsten Winter zu vermeiden. Der Landtag würde wahrscheinlich nicht vor dem 15. Januar einberufen werden, und >em Reichstag würden außer dem Etat erhebliche Vorlagen nicht zugrhen. Wir befürchten, daß trotz»'' dem allein die Beratung der Gewerbe - Ordnungs- Novelle ein Zusammentagen nicht wird vermeiden 1 affen. Wenn allgemeine Ruhe in Europa herrscht, bann ist die schönste Zeit zum Geldbor gen. Da» weiß niemand besser, aI8 der russische Finanzminister, der gerade den Besuch de- deutschen Kaisers abge­wartet hat, um mit ein paar neuen Anleihen vor­zugehen. An der Friedensliebe de» Zaren zweifelt im Augenblick niemand, folglich, so rechnet der Finanz­minister, werde» sich auch unschwer Leute finde», die Geld für den russischen Staat heraulrücken. Daß liefe Anleihen nahe waren, konnte man übrigen» schon au» der neulichen friedlichen KabinettSordre Alexander M. erkennen. Denn seit zehn Jahren äußert fich der russische Selbstherrscher regelmäßig dann friedlich, wenn sein Finanzminister Geld borgen will. Louis Napoleon machte eS bekanntlich umge­kehrt, wenn er einige Millionen durch Börsenspeku­lationen einbringen wollte.

DerRcichsanzeiger" bringt in seiner neuesten Nr. 200 eine Fortsetzung der in Nr. 195 begonnenen Statistik der peußischen höheren Lehranstalten und der mit ihnen organisch ver­bundenen Vorschulen unb bemerkt über Realgym­nasien nnb Real-Progymnasien folgende»: Im vorigen Sommerhalbjahr bezifferte sich die Ge- samtschülerzahl der 88 Realgymnasien und 81 Real- Progymnafien de» preußischen Staat» auf 41644, darunter 77,9 Prozent evangelisch, 13,2 Prozent katholisch, 0,4 Proz. sonst, christlich und 8,5 Proz. jüdisch. Die verhältnismäßige Beteiligung am Real- gymnasial - Unterricht ist feiten» der Evangelischen eine stärkere, dagegen seitens der Katholiken eine merklich mindere, und seitens der Juden eine etwa» geringere als an dem Gymnasial-Unterricht. In den Provinzen überschreiten die Evangelischen den ihnen zustehenden Prozentsatz an der männlichen Bevöl­kerung teil» mehr oder minder, teils bleiben sie hinter demselben zurück. Da- erstere ist der Fall mit 36,4 bi» 1,6 Proz. in: Westpreußen, Posen, Rheinland, Westfalen, Schlesien, Ostpreußen, Han­nover und Sachsen; das letztere mit 2,2 bi- 8,3

Ob dieser Worte fiel nicht der StephanSturm ck, aber eS geschah noch viel merkwürdigeres. Minister -

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ckqeit deutsche Sprache und Sitte festhalten wollen.

klar war eine sehr erfreuliche Kundgebung in der Etage, Stobt an der schönen blauen Donau, welche die Zube- hechen schon einmal eine czechische zu nennen liebten, wil an hunderttausend Arbeiter, kleine Geschäftsleute, Snfifanten unb Dienstmädchen czechischer Nationalität fort ihren Wohnfitz haben. Man feierte unter

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ckerei guter 'achten.

könnt, nicht z» totff en, daß dieser nächtliche AnSflng mit mir Ihre» Ras dermaßen schädigt, daß Lord GroSveuor jetzt, selbst toenn Sie frei wäre», fich weiger« würde, Sie z» heirate»?"

Gttalda schwieg.

Ich bin nicht so schlecht, wie Sie glaube», Giralda', fuhr Ormood »ach einer Panse fort. .Die Aussicht, »ach jahrelangem Harren anf eine fürstliche Erbschaft ein Bettler z» werden, hat mich zur VerzweiflMg getrieben, aber ich besitze Eigen­schaften, die nur der Pflege bedürfen, nm Mch zu einem guten, edlen Menschen zu machen. Giralda, ich liebe md verehre Sie, wie ein höhere» Wesen I Ich würde wie weiche» Wach» in Ihrer Hand fein, da» Sie nach Gefallen formen könnten. Von Ihnen hängt e» ab, ob ich mich zn Ihrer Höhe erhebe, oder immer tiefer versinke. Sie allein trifft die Ver­antwortlichkeit'

.Ich lehne fie ab, Mylord!' rief Gttalda. Sie haben die BerMtwortlichkett für Ihr ThM selber zu trage». Wenn Sie fich in der That zu beffer» wünschen, beginnen Sie damit, nn» die Freiheit vlederzugeben.'

,DaS kann ich nicht, dazu liebe ich 6te zu sehr.'

.Und Sie hallen e» tm Ernst für möglich, daß ich den Mann heirate, der meinen Vater kalten BlnteS in» Elend trieb? Nimmermehr!'

Gegen Morgen verzog fich Nebel Md Regen, aber die Lust wurde käller Md Gttalda fror trotz der schützende» Decke«, die fie »whüllttn. Ego» war ei»geschlum«ert.

.Sie werde« bald in Ihrer neuen Heimat fein', unterbrach Orrroud da» lange Stillschweigen, «nnb Sie solle« diese nur verlasse», wem Sie verspreche», «eine Gattin zu werde».'

46. Kapitel.

Giralda» neue» Gefängnis.

Die Sonne wurde schon tun Horizont sichtbar, als Or«o«d dM HaM erblickte, das er für feine Gr«

Anzeige» nimmt entgegen die Expedition d. Blatte», Etoie die Lmwneeu-Bureaux von Haasenstein und Seglet

Frankfurt a. M., Saffet, Magdeburg u. Wien: Rudolf XXV. Jahrgang.

DkVsse M A- M«, aXtUupttt U» Kuitt Jj®« 8- v M

Daube u. to. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari».

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. T \ wusenbem Jubel auch Kaiser Franz Joseph, als 5 inen echten deutschen Fürsten und bewie» damit, * die Deutschösterreicher zum Kaiser stehen, der "r? lic sie brutschen Stammes ist.

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Wöchenüiche Beilagen: Kreis Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

nachbem biese echtbentschen Reben gehalten waren. Nun hätte man ja sagen können, er sei als Privat­mann gekommen, um ben Vorträgen zu lauschen, zumal e» ja bekanntlich heißt: .Wo man singt, ba laß Dich ruhig niebtr, böse Menschen haben keine Lieber!" Aber btm war nicht so: Der Premier­minister erschien nicht im einfachen schwarzen Rock, sondern in brr Ministeruniform mit seinen höchsten Orben geschmückt. Damit ist also zweifellos barge- than, baß eS sich um eine wohlbedachte Aufmerk­samkeit gegen die brutschen Sänger hanbelle. Dieser Vorfall giebt bem Sängerfest eine politische Bebeu- tung unb zwar sehr erfreulicher Natur. Freilich, eine Schwalbe macht keinen Sommer, unb ber Be­such be» beutschen Feste» durch ben Mttnsterpräsi- benten beweist noch nicht, baß ben Drutschen in Oesterreich Ungar» wiebrr bie hervorragende Stellung zuteil werben soll, welche fie verbienr». Damit wirb es wohl noch gute Wege haben. Aber ber Fall scheint doch zu betoeifen, daß bie österreichische Re­gierung nun eine wirkliche Gleichberechtigung ber Nationalitäten praktisch durchführen unb nicht bulben will, baß alle Wett auf bie Deutschen loshackt, wie eS bisher nur zu sehr Mode war. Die Deutsch- Oesterreicher sinb keine streitlustigen Elemente, bie mit ihren Mitbürgern anberen Stammes sich herum­zank'n wollen. Sie wollen nur ihr Recht. Dem ist auf bem Sängerfest tapfer Ausdruck gegeben, unb man hat bie Sprache nach oben hin auch gewürbigt.

Dttttschrs Reich.

Berlin, 20. Aug. DerPeichsanzeiger" teilt solgenbe» mit: Die Abresse ber Helgolänber an ben Kaiser, überreicht bei ber Anwesenheit beS Kaisers auf Helgoland, besagt: Euer Majestät nahen die Einwohner von Helgoland mit der Bitte, Ew. Majestät in Ehrfurcht huldigen zu dürfen. Nach- dem uns das von dem Geiste deS Friedens ge­tragene Abkommen mit Ihrer britische« Majestät, unserer bisherigen erhabenen und gütigen Herrscherin bem Herrscher desjenigen Reiche» unterstellt, mit welchem wir durch Abstammung, Sprache und Sitte un» bereits eins fühlen, blicken wir mit Freudigkeit der Zeit entgegen, welche mit der von Ew. Majestät soeben ausgesprochene» feierliche» Be­sitzergreifung für uns einbricht. Die von Ew. Maj. lunbgegebenen Verheißungen erfülle» un» mit Ge­fühlen de» ehrfurchtsvollen Darkes und unwandel­baren Zuversicht, daß e» unter Ew. Majestät er­habene» Regierung uns gelingen werde, durch bie

Ego» begriff Giralda» Vorhaben und hörte auf zu schluchze«.

Ormond blickte ruhig über die Schulter.

Giralda zupfte- Md zerrte au den Änoten, aber Wig hatte sie so geschickt verschluuge», daß da» spröde Seil alleu ihren Austrenguugea ttotzte.

.Ich habe ein Messer in meiner Tasche, Giralda', flüsterte Egon. »Schneide ben Strick entzwei.'

Giralda» Hand stahl fich in be» Knaben Tasche. In diesem Augenblick wendete fich Ormond nach ihnen um. »Ich sehe, wa» Ihr vorhabt', rief er »nm maßlosen Entsetzen der beiden Gefangenen. .Ein Fluchtversuchs Nein, nein, Giralda, Sie werden mich nicht wieder Überlisten.'

Er hielt die Pferde m und hob den Knaben, die Bitten Gttalda» nicht beachtend, neben fich auf den Kutschersitz.Unb nn», Giralda', fuhr er fort, die Pferde wieder autteidend,entfliehen Sie, wenn e» Jhueu beliebt, aber toenn Sie mtt entrinne», ist Ihr Bruder verloren.'

Ist denn kein Milleid, kein Erbarmen in Ihrem Herzen, Mylord', rief Giralda schaudernd.Egon und ich haben Ihnen niemals etwa» zu Leide getha». Ich beschwöre Sie, laffe» Sie un» gehe».'

Mir nicht» zu Leide gethan 1* * wieder holte Ormond spottend.Sind Sie uud Ihre Brüder e» nicht, die zwischen «ich Md die schönsten LMdgüter tu England getreten sind?'

Wtt wollen Ihnen für unsere Freiheit jede» Lösegeld, da» Sie fordern, zugestehen. Mama wird e» Ihnen gern bezahle».'

Da» Lösegeld, da» ich verlange, find Sie selbst, Giralda. Eie solle» nnb müssen nein Weib werde». Ich liebe Sie mehr al» Eie ahne», Mädchen!'

»eletbige» Eie «ich nicht mtt Ihn« LiebeSbe. teuerunge», ich ziehe be» Haß einer Liebe wie der Ihrige» vor.'

Mei» Haß mb »eine Liebe find gleich zor». wütig. Habe» Ett übrigen» bedacht, Gttalda, oder find Ett mtt be» AnffaffMge» bet Wett s, mbe-