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-er Zoneittarif für dir Eisenbahnen hat bekanntlich in Ungarn, wie in Oesterreich für die Bahnverwaltungen ganz prächtige finanzielle Re- fultate ergeben. Die Verbilligung des Fahrpreises, die der Zonentarif im Gefolge gehabt hat, hat die Reiselust erheblich gesteigert, und nach Abrechnung der Mehrausgaben für weitere Bahnbeamte, Son- derzüge und die Beschaffung neuer Wagen ist eine recht hübsche Mehreinnahme geblieben. Je billiger, M so eifriger die Benutzung, daS hat sich bei der Post gezeigt und stellt sich nun auch bei der Bahn heraus. Kein Wunder, wenn auch in Deutschland der Wunsch nach der Einführung des Zonentariss immer lauter und lauter wird. Die deutschen Bahnen sind gut, sie find, was nicht vergeffen werden darf, diel bequemer eingerichtet, alS die österreichischen. Wer jemals in einem österreichischen Eisenbahnkoupee Mit« Klaffe eine lange Tour zurückgelegt hat, »ird wiffen, welche Marterfahrt das ist. Aber der Zonentarif bringt ja der Eisenbahn keinen Schaden, er ist eine reelle spekulative Ausnützung des Betriebes. Man sagt, daS Publikum werde fich schwer daran gewöhnen. Nun, so klug wie die ungarische Landbevölkerung', find die Deutschen noch alle Tage. Ma» sagt weiter, der Bahnverkehr sei in Deutschland schon so stark, daß eine weitere Vermehrung nicht zu erwarten sei. TaS muß doch erst beniesen werden. 1839 sagte der damalige preußische Generalpostmeister von N-glcr auch: .Wozu wollen wir denn eine Eis« bahn nach Potsdam bauen. Ich schicke jeden Tag rin haib.s Dutzend Postwagen ab aid kein Mensch söhrt. Wer wird denn die Eisenbahn benützer?“ Damals behielt Herr von Nagler Unrecht und jetzt werden tie Z veffler ebenfalls Un- ncht behalten. Man versuche doch nur einmal auf einer belebten deutschen Strecke, etwa Berlin Eisenach »der Berlin-Magdeburg, die Kraft deS Zonentarifs, dann kann man erst reden. DaS eigentliche Hindernis, welches die deutschen Bahnverwaltungen bisher von der Einführung deS Zonentarifs abhielt, ist ein anderes. Die Bahnverwaltungen in Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden rc. könnten jeden Tag den Zonentarif einführen, alle diese Staaten haben Geld genug, aber anders steht es mit Preußen. Die preußischen Staatsbahnen sind in hohem Maße die Träger der preußffchen Finanzen, und daß hierin diel zu bessern ist, beweist die Berufung deS Herrn Miquel. Ein großer Ausfall bei den Eisenbahn- Einnahmen ist nicht in Preußen zu erwarten und darum kann allerdings nicht frisch darauf loS mit
dem Zonentarif operiert werden. Geht aber die preußische Staatsbahnverwaltung damit nicht vor, so haben auch die kleineren Bundesstaaten keinen Anlaß, die Sache würde zu lückenhaft bleiben. So muß man denn immer wieder auf den Vorschlag, einen Versuch mit dem Zonentarif zu machen, zurückkommen, und daß „Probieren über Studieren" geht, hat doch noch niemand bestritten. An rollendem Material fehlt eS in Deutschland nicht, um den Versuch zu wagen, ebensowenig fehlt es dem Publikum an Intelligenz. AlS seinerzeit auf der Berliner Stadtbahn daS .Abläuten" der Züge abgeschafft, das Publikum selbst auf daS Oeffnen des Coupees angewiesen wurde, da wurden bange Befürchtungen laut, ob eS denn mit diesen Neuerungen wirklich gehen werde. Und was war die Folge? In den langen Jahren deS Berliner Stadtbahnbetriebes ist durch die erwähnte Vereinfachung desselben nicht ein einziger Unfall vorgekomwen. Der Zonentarif bedeutet ebenfalls eine Neuerung, aber daS Publikum wird sich schnell hineinfinden, weil sie in feinem Interesse liegt und die Bahnen profitieren.
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die Fortdauer und Unveränderlichkeit des Einvernehmen- mit Rußland möglichst deutlich hervorheben. Aus gleichen Gründen soll, wie wir der „K. Z." entnehmen, Ende d. M. in Kronstadt ein großes französisches Geschwader eintreffen. Der russische Kriegsminister WannowSki ist von Paris nach Petersburg abgereist, hat aber vorher eine längere Unterredung mit dem General Miribel gehabt, während der russische Botschafter v. Mohrenheim eine solche mit dem Minister Ribot hatte. Diese beiden Unterredungen dürften mit den obigen Angaben in Ber- bindnng zu bringen sein. — Die Meldung, Fürst Bismarck habe in Schönhausen dem ungarischen Abgeordneten Emil Abrauyi eine längere Unterredung gewährt, wird von den „Hamb. Nachrichten" für falsch erklärt. .Fürst Bismarck hat", so schreibt das genannte Blatt, „den Besuch jenes ungarischen Abgeordneten nicht empfangen, und alle Veröffentlichungen über eine Unterredung mit demselben beruhen mithin auf willkürlicher Erfindung." Man darf nun gespannt darauf sein, waS der „Pester Lloyd" über die Quelle äußern wird, aus welcher er seinen Bericht über die angebliche Unterredung erhalten hat. — Der „Reichsanzeiger" schreibt in seiner gestrigen Nummer: „Nach den bisher getroffenen Vorbereitungen wird beabsichtigt, dem Landtage unmittelbar bei seinem Zusammentritt außer den Entwürfen eines Volksschulgesetzes und einer Landgemeinde-Ordnung für die sieben östlichen Provinzen der Monarchie die Vorlagen wegen der Reform der direkten Steuern zur Beratung vorzulegen: Man wird hoffen dürfen, daß es auf diese Weise gelingen wird, die erwähnten bedeutungsvollen Reform- gesetze in der nächsten Session des Landtags zur Verabschiedung zu bringen", vorausgesetzt, daß dieses Pensum ein nicht zu großes ist, wie mehrfach befürchtet wird. — Nach einer dem Emin Pascha- Komitä zugegangenen Meldung auS Mailand trifft Dr. Peters am 23. d. M. mittags hier ein.
— In einem Artikel über die Aufhebung deS Sozialistengesetzes sagt die „Post": Die Auseinandersetzungen in der sozialdemokratischen Partei ähneln durchaus denen in der deutschfreisinnigen Partei, in beiden Fällen handelt eS sich nicht um Prinzipien, sondern um Taktik und Tonart sowie darum, in welchem Maße die Autorität der Führer gelten soll. Der Kampf ist die genaue Parallele zu dem Kampfe Wadenstrümpfler gegen Herrn Eugen Richter, und cs zeugt von einem starken Mangel an Urteilsfähigkeit, wenn grade die deutschfreifinnige Presse, welche einst den Sturm gegen die Parteigewaltigen geführt
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Trener Liebe Lotz«.
Roman von U- Rosen.
(Fortsetzung.)
,3$ wünschte sie um ihrer Tochter, eiueS lieb, «cheo jungen Mädchens willen, das ich adoptierte, aus. wsuchev. Die jnuge Dame hat mein HauS verlaffeu, VÜ> ist, wie ich vermute, zu ihrer Mutter heimgekehrt."
»Hat fie fich Ihrer Güte unwürdig gezeigt?" irsgte Beatrice teilnahmsvoll.
„O, ueiv, tausendmal nein! Sie ist eiu Eugel. 34 machte etue seltsame Entdeckung über ihre Herkuust, Imet darüber iu Zor«, und trieb sie in meiner «toben Raserei au» dem Hause! Aber ich muß sie toeder haben! Ich sterbe ohne fiel Ich muß fie «eder haben, und sollte ich den ganzen ErdeukreiS Mch ihr durchsuchen."
„Ihre Entdeckung war zweifellos eise höchst Mchttge, wenn fie Ihnen die Veranlassung gab, das Rädchen ohne Westens zu verstoßen", bemerkte Beatrice Mt abgewendetem Erficht.
„Was konnte da» arme Kind für die Schnld der «strn, für die Schlechtigkeit de» schurkischen Vater» ?" «Hute der alte Manu.
Mer war de» Mädchen» Vater?" erknudigte fich
Der Marqni» beachtete die Frag« nicht, «r blickte Weidtg aus Beatrice. „Liebe» Sie Ormoud, «rin «tob?* sagte er plötzlich.
„Lorb Orwoub?" wiederholte fie unwillig er. 2£b. „Nein, Herr Marquis. Ich hasse nnb der. «scheue ihn."
^-.Noch eine Frage, Beatrice. Lieben Sie «einen QfcNfl« Neffen, jenen erbärmlich« «ottfried . ,Lch kann Ihn« darauf nicht antworten", hauchte «wst halb erstickter Stimme, während töUtche Bläffe jF®«w bedeckte. Ihr war, al» ob eine eiserne M« ihr Her, umkrallte. In der Furcht, Ormoud ** seine« Onkel alle» »errat«, und der Marqiss»
43. Kapitel.
r In der Höhle de» Löwen.
Unter d« zärtlichen Bemühungen ihre» geängstigt« Later» mrd dr» all« Marqni» erwachte Beatrice wieder zu» Bewußtsein. Sie öffnete ihre Inga
theureu Wesen loszureißeu. Ich will da» Mädchen znrückhaben."
„Und nm dieses Mädchen» willen möchten Sie auch dessen Vater zu fich zuröckrufeu?" fragte Beatrice. „Der Tochter wegen wollen Sie auch dem Vater verzeih«? '
Der Marquis schüttelte fein ehrwürdiges Haupt wie ein Löwe seine Mähne. „Niemals! niemals!" rief er mit flammenden Augen. „Ich kann niemals die Haud dessen drücken, der mich ermorden wollte. „Ich kann niemals mit ihm unter einem Dache schlafe». Aber GiraldaS wegen will ich a»f eine gerichtliche Verfolgung des Verbrechers verzichten. Wen» er mir Siralda znrückgiebt, will ich ihn nnge. stört in seiner rühmlosen Dunkelheit fortleb« lassen, nur von Verzeihnug und Versöhuuug darf er mir nicht sprechen."
„Und venu er denvoch unschuldig wäre?" hauchte Beatrice.
. „Ach, Beatrice, zwiefach gekränkte, edle Seele, Sie bitten roch für ihn!" rief der Marqni». „Hören Sie mich. Ich schwöre Ihnen, daß ich an dem Tage, an welchem Eottftird Trewor seine Unschuld beweist, ihm nicht nur verzeihe», nein, daß ich th» ans den Kvieeu nm Vergebung für das ihm geschehene Unrecht ar flehen will. Aber bis dahin bleibe er sowohl wie sein ränkesüchttge» Weib meine» Pfaden fern. Sie wollte», wie Ormond wir sagte, das naschvldtge Kind znm Werkzeug ihrer niedrigeu Anschläge wach«. Ich Haffe fie Beide."
Er ließ ihre Hand lo», und Beatrice setzte fich wieder. Ihre Aufregung war vou Minute zu Minute gestiege» und hatte ihre Kraft gebrochen. Leise ächzeud sank sie ohnmächtig i» die Kiffen ihre» Seffel» zurück.
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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«. - _____Illustriertes Sonntagsblatt. Spedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
Berlin. 16. August. Nicht nur die deutsche, sonder» die gesammte europäische Presse beschäftigt sich mit der Reise des Kaisers Wilhelm nach Rußland und erörtert die politische Bedeutung derselben. Eine Ausnahme davon machen einzig die russischen Blätter, welche fich fast durchweg, nachdem sie früher sehr llbhaft darauf eingegange» waren, jetzt in ttefstes Schweigen hülle». Für die Stimmung derselbm ist dieser Umstand recht bezeichnend. Gleich den d«tschen, österreichisch-ungarischen und italienischen Journalen erhoffen auch die englischen von der Zusammenkunft beider Kaffer eine Stärkung der FriedensauSsichten während man in Frankreich das fortdauernde gute Einvernehmen mit Rußland betont und sich sehr er- fteut darüber äußert, daß auch französische Offiziere zur Tellnahme an den rusfichen Manöver« einge- lad« sind. Wohl nicht ohne Absicht wird gerade jetzt die vorläufig allerdings noch der Bestätigung bedürftige Nachricht verbreitet, daß auf Grund eines Einvernehmens zwischen den beiderseitigen Regierungen vier französische Kommissionen, zwei landwirtschaftliche und zwei industrielle, in Begleitung russischer Fachmänner demnächst ganz Rußland bereisen sollen, um dasselbe vom industriellen, finanziellen und landwirtschaftlichen Gefichtspunkte auS zu erforschen und den Regierungen beider Staaten später genaue Berichte zu unterbreiten. Offenbar will man damit in Paris sei gekommen, ihrem Vater Enthüllung« zu machen, verlor fie ihre Selbstbeherrschung. Ein Gefühl der Ohnmacht und unüberwindliche» Entsetz«» durch, schauderte fie.
„Ich empfinde da» tieffte Mitleid mit Ihnen, Beatrice, wenn Sie Gottfried wdklich »och lieben" sagte der MarqniS feierlich. „Sie haben ihn als tot beweint, find seinetwillen unvermählt geblieben ”nb. hab« fetn »nbenhn heilig gehalten. Armes, elende» Kind! Sie wollten an die Niedrigkeit seines Charakters niemals glauben. Und welchen Lob» bietet der Elende Ihnen dafür? Bereiten Sie fich fff tn.e gewaltige Erschütterung vor, Beatrice. Gottfried Trevor lebt!"
Beatrice sprang wie galvanisiert empor. Ein scharfer Schrei zitterte von ihren Lippen. Der Maranis erfaßte teilnahmsvoll ihre Hand. „Ja, Beatrice Gottfried Trewor lebt", wieder hotte d» Greis. „Er lebt, lebt in England."
Beatrice sah flehend zu dem alten Mann auf.
„Können Sie noch wehr vertrage», Beatrice? So höre» Sie. Er war feinem Gelübde nicht treu wie Sie, wein Kind, und heiratete eine Schauspielerin — diese Gräfin Arevalo, von der ich sprach.«
„Gottftied lebt und ist verheiratet!" stöhnte derGraf. „Unglaublich! Haben Sie ihn gesehen, Trewor?" '
„Nein, aber ich sah seine Frau, ohne zu wiffeu, daß fie meine» sauberen Neffen Gattin sei. Sie ist eine stattliche blondlockige Dome, eine deutsche Schön, heit von imponierender Erscheinung.«
Die letzten Worte de» Marqni» erleichterte» da» bedrückende Herz de» «rase» außerordentlich. „Sie sahen seine Fran nnb sprachen mit ihr?" fragte er P»n«b nnb voll Dank gegen die Vorsehung.
»3«. Er hat Kiuber. Diese» Mädchen, Beatrice, biefe Siralda ist feine Tochter, nnb so gut nnb un< MM? * ‘fr einst wähnte. Ich liebe fie, wie ich ihn liebte. Und in meinen allen Tag« ist e» mir unmöglich, «ei» Her, »och einmal von einem
und sich dann so demütig unterworfen hat, sich darin gefällt, die Erscheinungen im sozialdemokratischen Lager als den Beginn des Verfalls darzustellen. DaS Gegentell ist der Fall. Was sich dort regt, ist nicht» anderes als die Folge erhöhter Spannkraft und Energie. So mannigfach in der Presse und den Versammlungen der Sozialdemokraten über die nach dem 1. Ottober einzunehmende Stellung die Meinungen anSeinandergehen, so vollkommen stimm« sie in der Auffassung überein, daß die Sozialdemokratie vom 1. Oktober ab einen neuen gewaltigen Aufschwung zu erwarten habe. In dieser gemeinsamen Ueberzengung liegt ein Element nicht zu unterschätzender Kraft, und wenn jetzt die damit zusammenhängende lebhaftere Bewegung in der Partei die in derselben vorhandenen Strömungen auch momentan stärker hervortreten läßt, so liegt doch in derselben zugleich ein so dringender Sporn zur Einigkeit, daß an der Verständigung über eine einheitliche Organisation und Aktton nach dem 1. Oktober nicht zu zweifeln ist. Wir unserseits find auch nicht im Zweifel darüber, daß wenigstens zunächst die Parole äußerer Mäßigung durchdringen und allgemein beochbachtet werde, und daß die erweiterte Bewegungsfreiheit vor allem dazu benutzt werden wird, die sozialdemokratische Propaganda in die bis dahin davor bewahrten Kreise industrieller und vor allem landwirtschaftlicher Arbeiter zu tragen. Hierin liegt nach unserer Meinung die Hauptgefahr der Beseitigung deS Sozialisten- gesetzeS. Ihr thunlichst zu begegnen ist die Haupt- aufgabe der staatserhaltenden Richtungen. Dazu darf man sich allerdings nicht mit der Illusion beginnender Zersetzung der Sozialdemokratie einschläfern; ebenso verkehrt wäre der pessimistische Standpunkt, von äußeren Unruhen eine heilsame Reaktion zu erhoffen. Beide Extreme stehen nicht auf dem Boden der Thatsachen; eine sehr viel intensivere und zugleich extensivere sozialdemokratische Propaganda ist es, mit der vom 1. Oktober ab zu rechnen ist. Von entsprechenden Gegmmaßregeln bemerken wir leider so gut wie nichts.
— Wenn behauptet wird, daß die durch den Nachttagsetat bewilligten Gehaltserhöhui gm noch nicht überall perfekt geworden seien, so trifft diese Behauptung, wie die „Berl. Pol. Nachr." b>merken, was Preußen anlangt, im Allgemeinen nicht zu. Im Großen und Ganzen befinden sich säwt iche beteiligten Beamtenklaffen, zum Teil bereits seit längerer Zeit, im Genüsse der ihnen bewilligten Zulagen. In einzelnen Ausnahmefällen, nämlich dort, wo es sich darum handelte, zahlreiche frühere Gehaltrictze m mit einem furchtsame» Blick and schallte umuhtg tm Zimmer umher.
Lord Trewor sah mit einem Ausdruck vät rlicher Zärtlichkeit auf Beatrice. „Ich glaubte Sie Llt nnb herzlos, mein liebe» Stab", sagte er. ,3Bte s hr habe ich Sie mißbeutet nnb mißverstanden. L-rz-iy« Sie mir, Beatrice, nnb schenken Sie mir wieder Ihre Freundschaft." Er streckte ihr feine Hand hi», Beatrice machte eine Bewegung fie zn ergreifen, wendete fich aber schaudernd ab.
„Sie beben vor mir zurück, well ich sein Onkel bin", seufzte der Marquis bekümmert. „Ich kann Sie deswegen nicht tadeln, Beatrice. Haben Sie nicht grausam g«ng durch ihn gelitten? Aber ich will Sie rächen, liebes Kind. Gottfried Trewor soll noch bttterere Thräueu vergießen, al8 Sie, wofern er —"
„Wofern er war?" fragte Beatrice mit schwacher Stimme.
»Wofern er mir Gimlda nicht znrückgiebt. Ich liebe daS Mädchen, Beatrice. Sie ist so unschuldig nnb rein nnb gut wie ein Engel. Unb auch fie liebte wich mit der Hingebung eines zärtlich« Stabe!, bis ich fie in roher Weise vou mtr stieß. Aber ich muß fie wieder haben!"
Er setzte fich an das Feuer, nm Beatrice und dem Freunde seine heftig arbeitenb« Züge zu verbergen.
»Arme Beatrice !• flüsterte her Graf, sich i» inniger Sympathie $n der Tochter derabueigmb. »Und während all dieser Jahre sah ich nicht tiefer in Deine Seele, wie alle Welt, ahnte nicht, daß Du eine hoffnungslose Liebe in Deinem Herzen trugst. Bergieb mtr, meta arme» Kind."
Beatrice erhob fich, nm fich in ihre eigen« Gemächer zurückzuzieh«. Die Begleitung ihre» Vater» lehnte fie ab.
Der Graf nnb der Marqni» erörtert« die seltsam« Neuigkeit«, die der letztere gebracht hatte. »So hab« Sie also beschloss«, Gottfried unter der
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Dienstag, 19. August 1890. m Jahrgang.
_ IU Psg., «eklamen für die Zeile 85 Pfg. r» I Daube u. Lo. in Frankfurt«. M., Berlin, Hannover, Haris.
13.
beab- biger Pub. edin- en sich B 193 (5305