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alles beim Allen bleibt. Die früheren Tage sind ganz dahin.

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Slockrusien bis zum fanatischsten Franzosen freund; dann kommt die liberal angehauchte Richtung, die im Inner» reformieren will, aber sich um Deutsch­land herzlich wenig bekümmert, im Gegenteil sofort bei der Hand ist, wenn es gilt, den Deutschen in Rußland einen Schabernack zu spielen, und der Rest endlich ist jener geringe Teil, welcher gern mit Deutschland zusammengehen möchte. So sind die Verhältniffe, und daß besonders von der Armee die erhebliche Mehrzahl aller Osfiziere extreme Pansla­wisten sind, darüber braucht sich niemand einer Täuschung hinzugeben. Der Unterschied zwischen Ruffen und Franzosen ist nur der, daß die Letzteren ausnahmslos das deutsche Reich Haffen, von den Ersteren die Meisten. Warum, daS wiflen sie selbst nicht, der Deutschenhaß ist in Rußland einmal Mode.

Kaiser Wilhelm II. kennt die russischen Verhält nisse sicher ganz genau. Er wird nicht mit dem Ge­danken und der Hoffnung nach Rußland gehen, daß eS ihm gelingen wird, alle Kreise für sich zu ge­winnen. Daran ist gar nicht zu denken, alle Wünsche in dieser Beziehung sind völlig aussichtslos. Der deutsche Kaffer kann nur mit dem Zaren rechnen, denn zum Glück macht ja dieser die russische Politik und nicht die Panslawisten. Kaiser Alexander m. besitzt manche hervorragende Eigenschaften, aber in einer seiner hervorragendsten, seinem stolzen Nationalbewußtsein, liegt zugleieh seine größte Schwäche. Der Zar ist Ruffe durch und durch, vielleicht noch weit mehr als sein Großvater Niko­laus, er will in seiner Politik nur Rußlands Jn- tereffen sördern und macht sich darum wenig auS dem übrigen Europa, aber auf diesen Zug seines Charakters spielen gerade die Panslawisten am meisten an. Daher kommt es auch, daß ihr Einfluß so groß ist, denn der Zar sieht in ihnen, obgleich er ihre auswärtigen politischen Ideen mißbilligt, treue und überzeugte Russen. Es ist unter solchen Umständen heute völlig ousgeschloffe», daß der Drei­kaiserbund je wieder hergestellt wird; aber dem deutschen Kaiser kann recht wohl gelingen, ein dauerndes freundschaftliches Einvernehmen zwischen dem deutschen Reiche und der russischen Regierung zu erhalten, sowie auch die bulgarischen Schwierig­keiten aus dem Wege zu räumen. Von diesem Ge­sichtspunkte allein können wir die russische Reise deS Kaisers ansehen; wer mehr erwartet, giebt sich eitlen Täuschungen hin. Der erste Besuch unseres Kaisers in Rußland, der Wiederbesuch des Zaren in Berlin, haben in ihren Folgen schon sehr deutlich gezeigt, daß wir zufrieden sein können, wenn mit Rußland

und

llUHtietUs Sonntage Halt

»erden von allen Postanstalten und den Land- kiesträgern angenommen.

Den Neubestellungen werden die Nummern wt der Beschreibung des landwirtschaftlichen Festes gratis beigegeben.

Dre Gxped. der Oberh. Zettg.

.Hamburg" der südamerikanischen DampfschiffahrtS- Gesellschaft .Buenos AyreS" nicht gerettet werden konnten, fondern als verloren zu bewachten find.

Je mehr wir uns dem Zeitpunkte deS Er­löschens des Sozialistengesetzes nähern, desto häufiger laffen fich die Stimmen vernehmen, die nur mit Sorge und Mißvergnügen der Zukunft entgegensehen, weil sie die Ansicht vertreten, daß gegen die Sozial­demokratie nicht ohne besondere Zwangsmaßregel» auSzukommen sei. Eben darum, well man früher die gemeinen Gesetze gegenüber der agitatorische» Thätigkeit der Wühler in der Preffe und in de» Vereinen nicht für wirksam genug erachtete, entschloß man sich zu besonderen gesetzgeberischen Vorkehrungen, welche dazu die Handhaben zu bieten bestimmt waren, der Aufwiegelung der Mafien durch demagogische Lehren ein Ziel zu setzen. Diese Wirkung hat da- Gesetz jedenfalls geübt. Die Verhetzung der ver­schiedenen Klafien von Staatsbürgern hat aushören muffen und die Vergiftung der öffentlichen Moral ist wenigstens zum größten Teil verhütet worden. Daß trotzdem die sozialistischen Irrlehren sich unter der Hand neue Anhänger geworben haben, hat mit dem Sozialistengesetz nichts zu thun. Dagegen war das letztere nicht bestimmt. Man verwechselt fort­während die Zwecke des Gesetzes, wenn man zur Anfechtung des letzteren auf den Zuwachs an Stimme» verweist. Die verhältnismäßige Ruhe, die unter der Herrschaft der Gesetzes bestanden hat, läßt man dabei ganz außer Acht. Wenn das Gesetz aufhört zu wirken, wird der Tumult in den Blättern und Ver­einen wieder loSbrechen und man wild zeitig genug noch nach einer Schutzwehr verlangen. Es ist ganz zweifellos, daß in dieser Weise weite Kreise des Volks denken. Die .K. Z." giebt dieser Auffaffung frei- mütigm Ausdruck und äußert dabei folgenden Wunsch: .Es wäre wünschenswert, daß von maßgebender Stelle eine Aufklärung über die Gründe und Er­wägungen erfolgte, welche der Regierung einen Ver­zicht auf das Schutzgesetz statthaft machen. Es ist schon vieles über das Sozialistengesetz geschrieben und geredet worden, aber wir sind noch nirgends auch nur dem Versuche begegnet, den Beweis dafür zu erbringen, daß irgend eine sachliche Notwendigkeit vorliegt, das Land des ungerechten und vernunft­widrigen allgemeinen und gleichen Wahlrechts einer wüsten und umstürzenden Verhetzung zu überant­worten."

Im Jahresberichte der Handelskammer zu Leipzig für 1889 heißt es über die allgemeine wirt­schaftliche Lage:DaS Jahr 1889 ist für fast alle

Die russische «eise -es Kaisers.

Bei seiner Anwesenheit auf der Insel Wight hat Kaiser Wilhelm II. bekanntlich auch darüber seine Freude ausgesprochen, daß ihn die englische Preffe allgemein mit offenbarer Sympathie begrüßt habe. In die Verlegenheit, bei seinem bevorstehenden Auf- mhalte in Rußland die gleiche Aeußerung zu thun, wird der Monarch nun allerdings nicht kommen, denn die Petersburger Zeitungen, die durch die Bank der panslawistischen d. h. deutschfeindlichen Partei unterstehen, machen aus ihrer wahren Gesinnung gar hin Hehl, und angesichts des Kaiserbesuches wird irisch und froh geschrieben, der einzige Ruhestörer ü Europa sei Deutschland; dieser Staat sei der feind Rußlands und Frankreichs, woraus denn alles ibrige von selbst folgt. Und das alles wird ge­trieben, trotzdem bekanntlich in Rußland eine sehr trerge Zensurverwaltung besteht, die mit Konfis- öionen urd Beschlagnehmen sehr schnell bei der Md sein kann, wenn etwas Unongenätznies in die Zeitungsspalteu gelangt. Wenn der Kaiser nun in diußland ist, werden sich allerdings die panslawistischen !)rgane etwas mäßige», die offiziellen Blätter werden «f Kommando Begrüßungsartikel bringen, aber waS ton dieser Veranstaltung zu halten ist, weiß sicher­et Kaiser Wilhelm H ebensowohl, wie sonst Jeder- r°nv. Die russische Gesellschaft, soweit sie für die Politik in Betracht kommt, theilt sich in drei Teile: Str stärkste sind die Panslawisten, vom einfache»

ditto» 2'/. ML, bet den Postämtern 2 3Rt. 50 Psg. (exkl. Bestellgeld). JnfertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Psg., Reklamen für die Zeile 26 Pfg.

national Preij, l- außq, en.

atz H eben.

(1864 ' 8*. ®*«W, nsir 20.

Marburg,

Freitag, 15. August 1890.

Deutsches Reich.

Berlin, 13. August. Der Kaiser und die Kaiserin machten heute vormittag- eine Spazier­fahrt ; später hörte der Kaiser die Vorträge deS Chefs deS Civilkabinetts Wirk!. GehcimratS von Lucanus, deS HausministerS v. Wedell und des StaatsministerL von Bötticher. Am Sonntag früh ist derKreuzztg." zufolge ein königliches Marstall Kommando, bestehend auS einem Sattel- meister, 5 Marstalldienern und 8 Reitpferden, aus Potsdam nach Petersburg abgegangen. I» Berlin schloß sich dem Kommando ein königlicher Wagen- meister mit einem Jagdwagen an, der als Geschenk des Kaisers Wilhelm für den Kaiser von Rußland bestimmt ist. Kaiser Wilhelm besitzt selbst einen solchen Wagen und benutzte ihn mit dem russischen Monarchen bei deffen hiesiger Anwesenheit zur Pürschsahrt. Kaiser Alexander fand den Wage» sehr brauchbar; deshalb soll ihm jetzt ein gleiches Exemplar zur Verfügung gestellt werden. Der Wagen ist in der bekannten Fabrik von Neuß gebaut. Das gesamte Marstall - Kommando steht unter dem Befehle deS Leib - Stallmeisters Plinzner. Das Juniheft des im Ministerium der geistlichen, Unter­richts- und Medizinalangelegenheiten herauSgegebenen .ZentralblattS für die gesamte Unterrichtsverwaltung in Preußen" enthält ein Verzeichnis der gegenwärtig an den preußischen Gymnasien, Progymnasien, Real­gymnasien , Ober - Realschulen, Realprogymnafien, Realschulen und höheren Bürgerschulen eingeführten Schulbücher. Ausgenommen ftt das Verzeichnis sind nur solche Schulbücher, deren Zulassung durch die Genehmigung der Unterrichtsbehörden bedingt ist. ES fehlen deshalb in der Aufzählung, müßten aber eigentlich mttgerechnet werden, für den Religions­unterricht die Bibel und das im allgemeinen Gebrauche befindliche Gesangbuch, für den sprachlichen Unterricht die Ausgaben (ohne oder mit Anmerkungen) der in der Schule gelesenen Schriftsteller und der Lexika. Nach dem Verzeichnis kommen die meisten Schul­bücher auf den Unterricht an Gesang 239, die nächstgrößte Zahl auf die Mathematik, 191, bann folgen Religion mit 182, Latein mit 167, Deutsch mit 157, Naturwissenschaften mit 155, Geschichte mit 131, Griechisch mit 96 und Geographie mit 78 Lehrbücher». Der.Rcichsanzeiger" veröffent­licht eine Bekanntmachung des Reichspostamts, wonach die Postsendungen auf dem gestrandeten Dampfer

Anzeige» nimmt entgegen die Expedition d. Blatte», Eime die Lmumeen-Änreaux von Haafenstein und Bogle«

Frankfurta.M., Saffel, Magdeburg ».Wien; Rudolf XXV Stoffe in Frankfurt <u M., Berlin, München u. Köln;L 1 Baabe xu Lo. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

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zu verrn. n 17. is, be­heizbare» mit oder en erste»

Bestellungen für die Monate August tmb September auf die

Wcrhcsslsche Zeitung

und ihren Beiblättern

Wöchentliche Bellagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

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Treuer Liebe Loh«.

Roman von U. Rosen.

(Fortsetzung.)

In der Tiefe seines eigenes Jammer» dachte der «mqnis weniger streng über das böse Treiben seines «ffen.Sage nichts weiter, Eduard", grollte er. E werden ihn und seine Familie vernichten, nnd «soll fühlen, daß er ,v früh triumphierte."

Onkel, o Oiikell Papa ist unschuldig", ries «aldo, seine Knie vmschliugend.Habe Eibarmen «t ihm, mit Mama, mit meinen armen Brüdern I" Nichts mehr davon, Mädchen", entgegnete der «t Manu rauh. ,Zch liebte Dich, und Du 6e. Ast mich. Ich hätte das wiffeu köuneu, denn Du »st seine Auge»! Hinweg, Mädcheul Ich kann Wn Anblick nicht ertragen. Verlaß ans der Stelle

Haus!"

Herr Maiquis", sagte Giralda fich auftichtend ^gebieterischem Ton,Sie habe» meinem Papa »Warne» Unrecht gethav, wie Sie mir jitzt Unreckt Jude« Sie mich sortschickeu, entfernen Sie das Ug« Wesen von Ihrer Seite, das mit wärmster Me ott Ihnen hing. Trotz Ihrer Vorurteile nnd Zrn Rachsvcht liebe ich Sie auch jetzt noch. Wenn jewalS meiner bedürfe», werde ich an Ihnen *tten. Dieser Mann", und fie deutete ans £Wrt>,war Ihr böser Genius I Er war eS, der

Plan zu Papa» Verderbe» ersann l Er war e?, 5 »ich von der ersten Minnte an, in der er mich

verfolgte 1 Eines Tage» werden fie die Wahrheit j^oinen, wird die Gerechtigkeit ttinwphiere», nnd ^Bosheit bestraft werden! Wen» e» mir gelungen 2* wird, Papa» Unschuld und Lord Ormonds Schuld 8i enthüllen, werde» vir un» Wiedersehen! Bi» dahin

Sie wohl."

kte »endete fich a6 und verschwand in Schatten ** <tn körperloser Geist.

Der MarqniS erwachte au» der kurzen Erstarrung, "»ie er versunken war, nnd aller Beschnldignngen

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Ormonts, seines HaffeS gegen Gottfried vergefiend, und nur der Liebe zu dem Mädcheu gedenkend, brettete er seine Arme au», nnd ries tu der Augst seiner sturmdurchwühlte» Seele:Giralda, o, mein Liebling, komm zurück, komm zurück."

38. Kapitel. i

Eine Zuflucht suchend.

Lord TrevorS Worte erreichte» da» Ohr nicht mehr, für das fie bestimmt waren. Halb wahnsinnig vor Aufregung, hatte Giralda fich in da» Gebüsch gestürzt, ohne zu wiffeu, wohiu sie gehen sollte. Bor allen Diugen wollte fie dem Schloß und dem tevf- lischeu Spott ihres Feindes entfliehen, und eilte achtlos weüer, als eine Fran ihr an» dem Dunkel entgegentrat.

.Ich muß fort", rief die Geängstigte, fich der Haushälterin entwindend, die ihre Hand ergriffen hatte. »Er wies mich ans dem Hause, Frau Pump."

»Ich war Jhueu gefolgt, gnädiges Fräulein, und babe alles vernommen. Ach, der junge Herr lebt! Gott hat mein Gebet erhört, liebe» Kind."

Dir gnte Fran schluchzte im Uebermaß ihrer Freude. »Und Sie find seiue Tochter! Wie bliud ich gewesen bin! Ihre Angen hätten e» wir sagen müssen. Zittern Sie nicht so, mein arme» Lawrn. Sie haben eine trene Freundin in mir."

Dir sanfte Stimme der Haushälterin beruhigte Giralda» Nerve». Sie warf fich der ulten Frau in die Arme »nd weinte krampfhaft. ,O, e» ist schreck­lich", wehklagte fie. ,Popa ist t» Sicherheit, nnd fie können ihm kein Leid znfügen, aber der Marqni» wird jetzt nie mehr von der Unschuld seine» Neffe» z» überzenae» sein."

.Verliere» Eie de» Mut u'cht, Kind, e» wird sicher noch alle» gut werde». Sie mfiffen mir zunächst in da» Hans folgen, nnb fick» in meinem kleinen Zimmer anLruhen. Reste, keine Einwendnug, gnädige» Fräulein. Sie »erden Niemand sehe», Niemandem

begegnen. Mitten in der Nacht dürfen Sie fich doch nicht hinan» ans die Straße wagen."

Giralda ließ fich überreden. Unbemerkt gelangten fie in da» im Hintergebäude befindliche Zimmer der Haushälterin.

.Ach, jetzt weiß ich doch, weshalb mein Herz Ihnen schon bei unserem ersten Begegnen gehörte, gnädiges Fränletu", plauderte die Alle, nachdem fie Giralda zu dem Sopha gekettet hatte. .Ihr Vater ist der edelste, beste Mensch von der Wett."

»Wohiu könnte ich mich nur vou hier au» wenden, Frau Pump?" fragte Giralda beklommen. .Unsere alte Wohnung ist, wie ich glaube, vou den Meinigen aufgegebeu, und zu Mama zu gehe», ist mir für den Augenblick auch nicht möglich."

.Haben Eie keine Verwandten, keine Frevnde?"

»Außer meinem Verlobten', Lord Grosvenor, Niemand, deffen Hilfe ich beanspruchen könnte."

»So mfiffen Sie fich so lange an einem stillen Ort verbergen, bis Sie Ihren Eltern Nachricht von fich gegeben and ihre Antwort empfange» habe». Ich weiß eine solche Zufluchtsstätte sür Eie, gnädiges Fräulein. Vor vielen Jahren lebte eine Pächters­tochter hier im Schloß, ein brave» ordentliches Mädcheu, da» alle Leute gern hatte». Die gute Persou erbte ein kleine» Gütchen in den Berge», das fie ganz alle!» bewirtschaftet. Lord Ormond wird eS uiwmer eiufallen, Eie bei Grete Wilms zn suche»."

»Wird fie mich aber bei fich a»s»ehme» wolle»?"

,O, gewiß, den» trotz der bittere» Suttävschuug, die fie t» ihrer Jugend erfahren, hat fie sich ihr gnteS Herz bewahrt. Sie war mit Seog Neguu, dem Kammerdiener Lord Ormond» nnb Ihres Herrn Papa, gerade in jener unselige» Zett verlobt, die de» »»schuldige» Neffe» de» gnädige» Herr» dr» Unglück stürzte."

«Regn»? Georg Negnn?" wiederhotte Giralda erstaunt. .Ich hörte von ihm. O, wen» ich ihn unr finde» könnte."

»Wenn irgend Jemand Ihnen Auskunft über de» Menschen zn geben vermag, ist e» Grete Wilms."

»O, Fran Pump, dann brechen wir sofort auf", rief Giralda in fieberhafter Erregung. »Dieser Negn» ist es, der Papa» Unschuld erweisen kann. Mama hat ihm durch die Zeitungen eine große Belohnung angeboten, wenn er fich bei ihr melden wolle, aber fie hörte nie etwas von ihm. O, Fran Pnmp! Die Lorsehnllg leitet mich sicher dnrch alle diese dnukle» Pfade."

,3a, gnädiges Fräulein, ich widerspreche Ihne» nicht länger, aber erst hinten Sie schnell noch eine Taffe Thee. Inzwischen schleiche ich in Ihr Zimmer nnd packe Ihnen Wäsche »nd einige Kleidungsstücke in Ihre Reisetasche, gebe Anton einen Wink, dm kleinen Wagen anzuspannen, den ich bei meinen Be­sorgungen im Dorfe zu benutze« pflege, und wen» alle» still ist, fahrm wir davou."

Der Thee wurde bereitet nnb vor Giralda hin­gestellt, während Frau Pump geräuschlos entschlüpfte.

»Hier find Ihre Sachen, mein Engel", ries die Haushälterin zurückkehrend.

»Haben Eie meinen Onkel oder Lord Ormond gesehen?" fragte Giralda, Hut nnb Mantel nehmenb.

»Nein, gnäbigeS Fräulein, fie burchsucheu ben Garten nnb bie Straße nach Ihnen, wie mir ba» HauSwäbcheu sagte. Ich möchte wiffen, was bet Herr Marquis von Ihnen will, uachbem er Sie in feinet Raserei nnb feinem gottlosen Haffe schon so sehr gekrärkt hat. Vielleicht wünscht er Sie z» der Heirat mit Ormond zu zwingen."

Die Selben lauschten in atemloser Spannung, bi» ihnen bie wie Donner grollende, ba» ganze Me Hau» burchschalleube Stimme de» Marqni» Der« küubigte, daß bet alle Herr fich mflbe nnb enttäuscht in seine Gemächer zurückgezogen habe.

Die Schatte» der Nacht lagerte» trübe über de« Schlöffe »vd feiner Umgebung, kein Stern erhellte den Himmel, al» die Flüchtlinge fich zu bem Hause hinanrstahlm. Vor de« Thore erwartete fie da» Gefährt.