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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Illustriertes Sonntagsblatt.
Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
Erscheint täglich außer an Werktage« »ach Soun- und Feiertagen- — Onartal-AbonnementS-PreiS bei der Expedition 2*/t Mk., bei den Postämtern 2 Mk 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gefpaUene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
Marburg,
Donnerstag, 7. August 1890
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. BlatteS, sowie die Annoneen-Bureanx von Haasenstein und Bögler m Frankfurt a. M., Taffel, Magdeburg u. Wien : Rudolf Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München tu Köln: G. L Daube u- So. in Frankfurt <u M., Berlin, Hannover, Paris.
XXV. Jahrgang.
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Bestellungen für die Monate August und September auf die
Obcrhcsstschc Zeitung
und ihren Beiblättern
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und
-llttstrierles Saatttaasblatt werden von allen Postanstalten und den Landbriesträgern angenommen.
Den Neubestellungen werden die Nummern mit der Beschreibung des landwirtschaftlichen Festes gratis beigegeben.
Die Exped. der Oberh. Zeitg.
Vermutungen.
Es ist politisch völlig still, und weil sich That- sachen nicht rorbiingen losten, so wird zu anderen Mitteln gegriffen, um sensationellen Stoff heronzu schaffen. Die neuste Leistung auf diesem Gebiete weiß zu melden, daß eigentlich Frauen, sürstliche Damen, die wehren Urheberinnen des deutsch-englischen Kolonialabkommens sind." Folgende schöne Geschichte wird verbreitet: „Die englische Regierung war bereit, Deutschland größere Konzessionen zu machen, als plötzlich eine Wendung eintrat. Die Königin von England, in Verbindung und wohl auf Anregung der Kaiserin Friedrich, hatte sich dieser Sache bemächtigt, man wendete sich an den Enkel und Sohn, und daS Resultat ist dieses jetzt vorliegende Abkommen. Die Sache kam so überrumpelnd, daß selbst Herr von Caprivi Widerstand erhob. Der Reichskanzler soll in dieser Zeit die Frage vielfach erwogen haben, seine Demission einzureichen, man war sich aber unklar darüber, ob er hierzu Neigung verspürte aus Widerstand gegen das Abkommen oder aus Mißbilligung über die Nordlandsreise des Kaisers Jedenfalls wirkte wohl Beides in gleicher Weise zusammen. Im ganzen auswärtigen Amte gab es wohl Niemanden, ausgenommen vielleicht den neuen Staatssekretär von Marschall, der mit diesem Abkommen zufrieden gewesen wäre. Namentlich war wan befremdet über die überhastete und plötzliche Eile deS Abschlusses, und nur die Eingeweihten
txtnn Liebe Lehn.
Roman von U- Rosen.
(Fortsetzung.)
Giralda streckte ihm lachend und weinend beide Hände durch das Gitter entgegen, , 3p, ich bin es, Mylord", schluchzte fa. „Retten Sie mich o, retten Eie mich."
»Sie find von diesem Augenblick an iu Sicherheit, gnädiges Fräulein*, sagte er mit einer Zärt- Hä fett, die ein heißes Erröten auf GiraldaS Wangen ries und ihr Herz mit einem ihr ganz neuen seltsamen SlückSgefühl durchbette. »Sind Sie hier eine Befangene?"
,3a, ja, Mylord. Meine Thür ist verschloffeu, die Fenstern sind vergittert, die Leute im Hause »eine Feinde."
.Ihre Feiude, gnädige» Fräulein! Wie ist <8 »igltch, daß ein Wesen wie Sie, Feiude besitzt!' war Lord GrokverorS leidenschaftliche Antwort.
»Ich sah diese Menschen hent abend zum ersten Male. Kennen Sie Lord Ormond, den Neffe» des Marqni» von Trenor?*
«Dem Namen »ach, ja."
.Er — er bat mich am Nachmittag, feine Frau werden, ich wie» th» zurück, und am Abend ließ n mich überfalle» und hierherbringeu, wo ich so iange als Srfangeue festgehalteu werden soll, 6:8 ich «eine» Entschluß ändere."
.Aber daS ist barbarisch, da» ist »tederttächtig 1* r«f Lord GroSwnor empört. ,DaS ist ein der Mr» Zett des Mittelalters würdiges Verfahre». Der Elende1"
»Und jede Minute, die ich hier verwette, ist eine Erfahr für die, welche ich liebe", seufzte Giralda, der Alge ihres Baler» grdeukeud. .Lord Ormond ist in diesem Augenblick geschäftig, schwere» Unheil über Beine Eltern zu dringen. O, Mylord, ist e» Ihne» täglich, mich an» diesem Gefängnis zu befreien?'
Ja, a»b augenblicklich. Ich könnte diese Holz.
wußten, daß der Kaiser die Sache erledigt haben wollte, um schnell seine NordlandSfahit beginnen zu können, und um nach dieser in England beftiedigte Gisichter zu sehen. Da Herr von Caprivi aber mehr in den Traditionen deS partikularen Preußentums und besonders in denen eines preußischen Soldaten steht, so vermochte er sich mit der Kolonialpolitik nicht zu befreunden, und als neuer Reichskanzler war seine Fühlung mit den ideellen und und materiellen Faktoren, welche das Deutsche Reich zu'am men haften, bisher eine so schwache geblieben, daß er diesen Anlaß schließlich nicht groß genug anfah, um auf seiner Demission zu bestehen. Auch tröstete er sich wohl mit der Erwägung, daß sein politischer Freund, der General von Hahnke, die NordlandSfahit mitzumachen veranlaßt war und somit in der Nähe deS Kaisers blieb. Man weiß, daß Fürst Bismarck schon immer über die Gefahr klagte, daß „die Adjutanten regieren", und auch Caprivi soll nach dieser Richtung sich bereits über schkchie Erfahrungen mißliebig geäußert haben. Mctzr erinnert sich, daß der Kaiser zum Admiral der englischen Flotte ernannt worden ist und seine Umgebung soll den praktischen Wert dieser rein äußerlich« n Ehrenstcllung namentlich für den Ernstfall sehr überschätzen und namentlich in diesem Sinne auf den Kaiser einwirün. Thatfache ist, daß das militärische Cooperieren mit England als ein sicherer Faktor der Politik angesehen wird, und daß dies auch der lebhafte Wunsch der Königin von England und ihrer intimen Umgebung ist. Diese auf dem aufrichtigen Wunsche eines engeren Famllienzusammen- honges beruhende dynastische Politik gilt als die letzte Ursache des deutsch-englischen Abkommens.' Man sieht, daß auch heute im Klatschen noch etwas Rechtschaffenes geleistet wird, und die berühmten Kaffeekränzchen werden darin noch von erfindungS- reichen Journalisten übertroffen. Die Denkschrift des Reichskanzlers von Caprivi spricht sich klar und deutlich über die Gründe des Kvlonialabkommens aus, und derjenige kennt Fürst Bismarcks Nachfolger schlecht, welcher meint, er werde etwas bemänteln oder gar die Wahrheit vertuschen. General von Caprivi läßt sich nichts in sein Amt dreinreden, und welche Zugeständnisse sollte England denn noch haben machen wollen, da Fürst Bismarck bereits den Briten das Negerreich Uganda überlaffen hatte? Was endlich die versteckt angedeutete Beeinfluffung des Kaisers an betrifft, so ist das blanker Unsinn. Kaiser Wilhelm II. läßt sich von Niemandem bereden, auch Niemanden für sich regieren. Wer bis heute
stöbe mit meinem Messer durchschnetdeu! Doch nein, das ist unmöglich, weil fie zu stark find. Bitt ist zwar ein böser, verzweifelter Mensch, aber es wird dennoch daS Ratsamste feto, daß ich ihm von Auge- ficht zn Angesicht gegeuübertrete, und Ihre Freigebnag gebieterisch verlange. Der Hund am Garten- feuster hat mich übrigens bereits augerneldet. Ich höre de» alten Fischer schon. Fürchten Sie nichts, Giralda, ich beschütze Sie."
Er lanschte auf dar Geräusch in dem nuteten Flnr. Zu gleicher Zeit eutdeckte er ein mit drei starken Burschen bemannter Fischerboot, da», den Felsen entlang gleitend, sich der Küste näherte.
Sich an den Holzstäben des Fensters fefthalt-ud, lehnte er sich, seinen Hut schwenkend, weit vor. .Heda, Freunde l" schrie er. .Hierher, schnell! Ich bedarf Eur«S Beistandes!'
Die Fischer sahen ans, erkannten Lord GroSveuor, den Liebling und Wohlthäter der ganzen Umgegend, und beeilten sich, ihm zn gehorchen. Der junge Manu, der fie kommen sah, stieg rasch die Letter hinab. In demselben Augenblick erschien Bitt, ein Mensch von wildem Aussehen und herkulischer Gestalt, ans der Schwelle der Hütte.
.Wer macht hier solchen Lärm, vnd weckt die Leute nachts aus dem Schlas?• knurrte er mit der heiseren Stimme des Trnukenkold».
.Ich bin eS, Lord Grolvenor", war die schnelle Erwiderung des jungen Manner. .Ich verlange die Freigebnug Ihrer Gefangeuen, des Fräulein Srevalo."
.Gefangene l" wiederholte Bttt unruhig.
- .Wir habe» keine Gefangene hier, Euer Gnaden", erklärte Fra» Bttt, fich halb »»gekleidet neben ihren Man» dringend. .Sie find im Jrrthnm, My'ord."
.Ich selbst sah die Dame am Feuster und habe mit ihr gesprochen. Lord Ormond hat Such ge- mietet, fie gefangen zu halte». Ihr seht, ich weiß aller. Gebt mit de» Schlüssel zu dem Zimmer der langen Dame."
,D» lieber Sott", lachte Fra» Bttt gezwungen,
daS noch nicht gemerkt hat, der besitzt überhaupt lein politisches Urteil.
Deutsches Reich.
Berlin, 5. August. Die Kaiserin wird voraussichtlich am 8. d. M. Saßnitz wieder verlaffen, um von Bergen aus über Stralsund und Doberan nach Berlin zurückzukehren. Die Kaiserlichen Prinzen dürften dagegen noch bis zum 11. August in Saßnitz verbleiben und am nächsten Tage auf WilhelmShöhe bei Kassel eintreffen, um daselbst für längere Zeit Aufenthalt zu nehmen. — Gestern Mittag fand im Palast des Reichskanzlers und unter dem Vorsitz desselben eine Sitzung deS Königlichen Staatsministeriums statt. — Der „Reichsanzeiger' veröffentlicht daS Gesetz, betreffend die Gewerbegerichte. — Minister von Bötticher wird am rächstenSonnabend, wieder,F. Z." gemeldet wird in Gegenwart deS Kaisers Helgoland übernehmen. — Die Minister von Bötticher, Herr- furth und vonGoßler werden nach der Abreise des Kaisers zu den russischen Manöver» längere Urlaubsreisen antreten. Die beiden ersten beabsichtigen, sich zum Kurgebrauche nach Karlsbad zu gegeben, während der Kultusminister v. Goßler seinen ganzen Urlaub in der Schweiz zuzubringen gedenkt. — Der Abgeordnete Bebel soll von den Sozialdemokraten nach Magdeburg eingeladen worden sein, um in öffentlicher Volksversammlung seine Stellung zu den Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Partei darzulegen. Die Magdeburger sozialdemokratische .Volksstimme' gehört bekanntlich zu den Gegnern des Herrn Bebel. — Die Zahl der Teilnehmer am Internationalen Medizinischen Kongreß betrug vorgestern früh rund 6000, ungerechnet etwa 1000 Damen. Von Fremden sind am stärksten vertreten Nordamerika mit 500, Rußland mit beinahe ebensovielen Aerzien, dann England mit über 300; es folgen dann zunächst Oesterreich-Ungarn und Italien. — Nach einer amtlichen Meldung soll in Belgien auf den Staatsbahnen der Zonentarif ein geführt werden. Man will fünf Zonen mit sehr ermäßigten Fahrpreisen bilden. — Wie der „Patriot«' mitteilt, äußerte Kaiser Wilhelm gegenüber dem Bischof von Brügge, er befinde sich in Betreff der Arbeiterfrage mit dem Papste in prinzipieller Ueber- einstimmung. — Bor der Abreise überwies der Kaiser dem Bürgermeister von Ostende 1000 Mark für die Armen der Stadt — Dem Programm für die diesjährigen Kaisermanöver, die in Schleswig-Holstein abgehalten werden, entnehmen wir
.Sie müssen meine Nichte, ein arme» wahnsinniges Geschöpf, gesehen habe», Mylord, daß Euer Gnaden Beachtung wahrlich nicht wert —"
.Noch einmal", unterbrach GroSveuor da» Weib, .den Schlüssel her! Da kommen einige Freunde von mir, die mich unterstützen werden."
Die drei FtscherSlente stürmten heran. Vitt machte eine Bewegung, sich in die Hütte htoeinzu- ziehen und die Thür zu verriegeln. Aber zu spät. Lord GroSveuor und seine Gefährten waren ihm auf dem Fuße gefolgt.
.Wollen Sie nn» nun den Schlüssel geben, oder sollen wir die Thür dort oben einbrechen?" fragte der junge Lord. .Entscheiden Sie fich."
.Hier ist der Schlüssel", jammerte da» Weib. ,O, bitte, stürzen Sie nn» in keine Ungelegenheiten. Mr thaten nur, wa» uns befohlen wurde."
Lord Grrsvenor nahm den Schlüssel, ersuchte die Fischer, bis zu seiner Rückkehr unten zu warte», flog die Treppe hinauf und öffnete die Thür von GiraldaS Gefängnis. Da» junge Mädchen tret ihm schon auf der Schwelle entgegen.
.Ich wußte, daß Sie mich befreien würden", rief die Gerettete, ihre leuchtenden Augen zu seinem Gesicht erhebend. .O, Mylord, Sie retten mich heute schon znm zweiten Male! Wie werde ich Ihnen jemals danken können?"
Lord GroSveuor zog ihre bebende Hand ehrerbietig an seine Lippe». .DaS werde ich Jh»e» bei anderer Gelegenheit sagen", flüsterte er.
Giralda entzog ihm ihre Hand in süßer Wer- wirrnng, obwohl ihr weder feine Worte »och sein Wesen mißfielen. __
.Nehmen Sie Ihren Hut und Mantel, gnädiges Fräulein", riet GroSveuor. .Ich fahre Sie iu meinem Boot yim Adlerhorst, und von dort wird Sie meta Wagen hinsühre», wohin Sie wünschen."
In ihren Mantel gehüllt unb den Hut ans d-rn Kopfe, während Lord GroSveuor ihre» Shawl und ihre Reisetasche trag, folgte Giralda dem j«»ge»
Folgendes: „Der Kaiser wird am Dienstag den 2. September Abend» in Kiel ankommen und alsdann auf der .Hohenzollern' nach Gravenstein fahren. Am nächsten Tage, den 3. September, besichtigt er Mittags die Flotte und trifft Abends vor Ekensund ein, wo die „Hohenzollern' vor Anker geht. Am 4. September (Donnerstag) erfolgt 9 Uhr 10 Min. Vormittags die Landung in Flensburg. Der Kaiser Lhrt alsdann im Wagen nach dem Paradeplatze. Die Kaiserin trifft 10 Minuten später mittelst Sonderzugs von Berlin auf dem Flensburger Staatsbahnhofe ein. Nach beendeter Parade kehren die Herrschaften nach Flensburg zurück, wo das Frühstück der Stadt im Rathause eingenommen wird. Gegen halb 3 Uhr Nachmittags sährt der Kaiser auf der „Hohenzollern' bi» Ekensund, wo geankert wird, die Kaiserin per Schiff nach Gravmstein. Am 5. September (Freitag) findet ei» Korpsmanöver gegen einen marterten Feind bei Bau statt. Nach Beendigung des Manövers geht der Kaiser bei Collund an Bord. Am 6. September (Sonnabend) ist Marschtag für das Armeekorps und Marinemanöver. Um 8 Uhr Abends der große Zapfenstreich aller Musik- und Tambourkorps, dirigirt vom Armeemusik- inspicienten Roßberg. Am 7. September (Sonntag) ist 10 Uhr Vormittags FeldzotteSdienst auf dem Herzenshügel bei Gravenstein; die Predigt wird der evangelische Feldpropst halten. Am 8. September (Montag) wird ein KorpSmanöver unter Mitwirkung der Flotte zwischen Sonderburg und Gravenstein abgehalten. Der Kaiser fährt nach Sonderburg, wo die Landung 7 Uhr 40 Min. am dortigen Schlosse erfolgt und wo er alsdann zu Pferde steigt. Am 9. September (Dienstag) findet ein Korpsmanöver wie am Tage vorher unter Mitwirkung der Flotte statt. Am 10. September (Mittwoch) Korpsmanöver wie an den beiden vorhergehenden Tagen, nach dessen Beendigung der Kaiser sich nach Kiel begiebt, von wo er Abends zu den schlesischen Manöver» nach Breslau abreist.
— Major v. Wißman n ist in Lauterberg am Harz von einem Redakteur aus Hannover interviewt worden. Wir heben aus dem Bericht hervor: Der ReichSkommissar glaubt in vier Wochen völlig wieder hergestellt zu sein, will dann kleine Reisen unternehmen und gedenkt im September nach Ostafrika zurückzukehren. Seine nächste Hauptaufgabe dürfte dort in der Sicherung der Karawanenstraßen und der im Innern wohnenden Stämme bestehen, und es find zu diesem Behufe bereits wichtige Maßregeln getroffen. Emin Pascha wird eine Expedition
Manne in das Boot. .Ich hatte einen kleinen Ausflug in das Meer hinaus gemacht, und mir träumend Ihr Bild vor die Seele gezaubert", sagte Lord GroSveuor, das Segel entfaltend. .Wie bleich Sie find, gnädige» Fräulein!"
„Das ist die Nachwirkung meiner Verzweiflung. Die Welt sah heute abend sehr finster für mich aus, Mylord."
.Welch ein erbärmlicher Wicht dieser Ormond ist! Der Elende muß für feinen Schurkenstreich zur Strafe gezogen werden."
.Ach nein, ich darf kein förmliche Klage gegen ihn anstrengeu", seufzte Giralda bekümmert. «Ich bin genötigt, seine Krävkung schweigend zu ertragen, Mylord."
.Neunen Sie mich Paul", bat GroSveuor er- rötend. .Ich stehe allein in der Welt, und Niemand redet mich bei meinem Vornamen an. Mylord klingt mir so kall und fremd von Ihren Lippen."
.So dürfen Sie mich auch nicht ander» al» Giralda nennen."
.Einverstanden. Und jetzt sagen Sie mir, Giralda, weswegen Sie diesen Schimpf nngerächt tragen müssen ?«
Giralda blickte ihrem Retter in ba8 edle, ehren- feste Gesicht. Sie fühlte, daß er, der ihr kein Fremder mehr zn sein schien, ihr Vertrauen verdiente, daß er ihr ein wahrer und zuverlässiger Freund sei.
,Lch Hude ein große» Geheimnis", flüsterte fie, „eines, da» diejenigen betrifft, die mir ihenrer stad, als meta Leden. ES Ihnen, der mich schon zwei, mal au» höchster Gefahr rettete, den die Vorsehung selbst zu meinem Beschützer auserkoren zu Haden scheint, auzuverttane», nehme ich keinen Anstand« Ich muß heute mtt Jemand über diese Angelegen, heft berate», oder da» Herz würde mir brechen."
„Sprechen Sie so offen und rückhaltlos mtt mir, wie mtt einem Bruder, Giralda. Ihr Geheimnis wird bei mir sicher sein", ries Lord GroSveuor mit inniger Teilnahme.
„Ich weiß e», Mylord — Paul. Heute morgen