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Anzeige» nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoneen-Bureanx von Haasenstein und Bögler in Frankfurt a. M., Eaffel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXV. Haüraaua. Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München n. Köln- B. L
Daube u. So. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
Erscheint täglich «rnßer an Werktagen nach Sonn» und (11?
jma Ferertagen. — Qnartal»AbonnementS«PreiS bei der Erpe» IvlllrVllEtli
JK li(L dition S'/. Mk-, bn den Postämtern S Mk. 50 Pfg. (exkl.
Mittwoch, 30. Julr 1890.
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Wöchenüiche Beilagen: Kreis Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. — Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
erS wird )ren für geleistet. >er statt, li 1890, e, zieber.
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bestehend
Bestellungen für die Monate August und September auf die
Obcrhessischc Zeitung und ihren Beiblättern Ureisbiatt und
-llNstriertrs Sovutagsblatt
werben von allen Postanstalten und den Land- kiesträgern angenommen.
Den Neubestellungen werden die Nummern mit der Beschreibung des landwirtschaftlichen Festes gratis beigegeben.
Die Exped. der Oberh. Zeitg.
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Li« Mangel an lan-wirtschaftlichrn Arbeiter«
wird jetzt von verschiedenen Seiten übereinstimmend berichtet. Es kann das auch nicht überraschen, denn schon seit verschiedenen Jahren war zu bemerken, wie immer mehr landwirtschaftliche Arbeiter fich nach großen Städten und Jndustriebezirken zogen, in der Hoffnung, dort mehr zu verdienen. ^Andererseits zogen auch die Arbeiter der ostdeutschen Landwirtschaft für gewisse Jahreszeiten nach drm Westen, Mo sich ihnen Arbeit zu höherem Lohne, als in der Heimat bot. Nötigenfalls wurden am Orte der «uen Wirksamkeit einige Handgriffe schnell gelernt, und so finden wir heute ehemalige landwirtschaftliche Arbeiter vielfach als Industriearbeiter, besonders wch im Baugewerbe, thätig. Es ist selbstverständlich, daß ein Jeder nach der Verbesserung seiner persönlichen Verhältniffe strebt, und wenn er aus diesem Grunde an einem Wechsel seiner Stellung denkt, so kann man ihm daraus keinen Vorwurf «achen. Daß die Landwirtschaft solche Löhne zahlen lwn, wie die Industrie, ist selbstverständlich un- «öglich, auch nicht einmal wünschenswert, denn eö würden dann Kornpreise und demgemäß auch Brod- preise eintreten, an welchen kein Mensch Freude haben würde. Aber wenn gegen ein Streben nach Lefferung der persönlichen Verhältniffe nichts einzu- Wenden ist, so müffen doch auch die Zustände in Anbetracht gezogen werden, unter welchen die Ver-
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48.
Treuer Liebe Leh«.
Roman von ll. Rosen.
(Fortsetzung.)
«Suleika ist gelandet!" jubelte Thomas. „Sie A »»verletzt, aber, o Himmel, der Baum finkt, und
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,ttbzr» ... «iralda öffnete ihre Lippen, nm den schreckge- r.q.ß N»teu alten Manu zu ttösten, aber fie sprach nicht, i", Hs verzweifeltes Auge hatte ein Boot entdeckt, das 4"'Mschnell heramndrrff. Die Hoffnnng zog wieder <hre Seele ein.
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„Ich verstehe nicht, wie er das anfangen sollte, «enn er nicht bald znr Stelle ist, bin ich verloren. Ach, mein tapferes Tier, meine schöne Snleika, hat U bis an das Ufer dmchgekämpft. Helfen Sie ihr, Nomas. Wie das arme Geschöpf zittert", rief •halbe, während ihre Gedanken fich abschiednehmrnd fernen Vaterhanse, den Eltern, den Brüdern, «Aufgabe znwendeten, die fie nnvolleudet zurück, «fftn mußte.
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. „Halten Sie fich fest", rief ihr eine ftische jngend- Ue Stimme zu. „Lasten Sie den Sonnt nm keinen Ws loS! Fürchten Sie nichts! In einer Minute •h ich bet Ihnen."
2 Das Boot kam rasch näher. Giralda hatte um «it, die rutschloffeue Haltung des jnugru Mannes kbemerken. Berstend und krachend senkte fich der °ann in das hochanfwirbelnde Master.
Thomas erhob ein Jammergeschrei.
Der Mann im Boote sagte kein Mort. MU einer Mgen Bewegung ergriff er einen der vanmzweige.
Boot schwamm neben Giralda.
. „Werfen Sie fich hinein", rief er kurz.
*«be Sie auffangen."
» Giralda gehorchte dem Gebot ihre» Reiter» und •“‘ in seine anSgibresteten Arme. Während er «eder das Ruder tu Bewegung setzte, nah« da» Ubcheu ihm gegenüber Platz und sah dmch Thräuen ‘*SrIud dankbar zu ihm auf.
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* «8 gehen unter.' ' Giralda öffnete ihre Lippen, um deu schreckge-
befferung vor fich gehen soll. Die landwirtschaftlichen Arbeiter wanderten früher gern aus und träumte» von goldenen Bergen jenseits des Wassers. Nun, warum soll dieser und jener sein Glück nicht gemacht haben? Aber die große Mehrzahl der Auswanderer hat die bittere Erfahrung gemacht, daß fie, während sie Daheim nur zu arbeiten hatten, sich in der Fremde schlimmer placken mußten, als das Vieh. Diese Erkenntnis hat fich recht weit Bahn gebrochen, und wenn auch durch allerlei Märchen zeitweise von Auswanderungsogenten versucht wird, die Neigung zur Auswanderung neu zu beleben, es glückt nicht recht!
Auch mit dem Zug nach den großen Städten und Jndustriebezirken wird es schließlich sein Ende nehmen, und zwar aus sehr einfachen Gründen. ES liegt auf der Hand, daß der landwirtschaftliche Arbeiter sich in Großstadt und Jndustrierevier immer etwas fremd, auch unbeholfen fühlen wird. Der Städter und der gelernte Industriearbeiter werden ihm immer überlegen sein. Nun gut, so lange fleißige Hände gebraucht werden, wird schon Jeder genommen, der nur einigermaßen sich anstellig erweist, aber was geschieht, wenn dem Mangel an Arbeitern Mangel an Arbeit folgt? Natürlich werden die Elemente immer zuerst entlaste», welche am wenigsten leistungsfähig sind, und so ist es schon häufig der Fall gewesen, daß ein früherer landwirtschaftlicher Arbeiter der mit großen Hoffnungen zur Stadt gegangen war, am Ende auf der Straße stand. Wenn die heutige Arbeiterbewegung versucht, die landwirtschaftlichen Arbeiter in ihre Kreise zu ziehen, so geschieht das absolut nicht deshalb, damit dieselben nach der Stadt kommen. Gerade das Gegenteil wird angestrebt, denn starker Zuzug vom Lande drückt sofort die Löhne. Darum soll man sich über seine eigene Lage, über die Zukunftshoffnungen keine Illusionen machen, und der landwirtschaftliche Arbeiter soll vor ollen Dingen fich der Thaisache bewußt bleiben, daß trotz bescheidener Einnahmen doch nie an ihn herantritt, was so manchen unbedachten oder vom Unglück verfolgten Industriearbeiter trifft: Der Hunger! Satt effen kann sich jeder Arbeiter auf dem Lande noch zu jeder Stunde.
Man soll auch ruhig erörtern, ob Lohnerhöhungen auf dem Platten Lande möglich sind. Vielfach find schon Zulagen erfolgt, und wenn auch nicht aller Orten gern gegeben sein mag, es ist gegeben, und bei günstiger Aenderung der landwirtschaftlichen Verhältnisse wird noch mehr gegeben. Es ist richtig, Grund und Boden stehen heute sehr
Er war nicht älter als dreinndzwanzig Jahre, nnb schön wie ein jugendlicher Apollo. Seine vornehme Erscheinung und die Gewandtheit seiner Manieren beknudeten, daß et den btvorzngteu Gesell- schaftSklaflen angehörte. Seine Augen waren dunkel- braun, erust uud von feiugezeichueteu Brauen überwölbt, Haar nnb Schnurrbart goldbraun. Der edle Ausdruck de» Gesichtes deutete aus scharfen Beistand nnb hohe moralische Kraft.
SiralbaS jugendliche Phautafie erblickte bereits einen Helden in ihm.
Er sah nicht wieder zn ihr ans — sein Boot erforderte ungeteilte Aufmerksamkeit — bi» der Siel im Saude deS Ufers knitschte, wenige Schritte unterhalb der Stelle, wo der alte Thomes wartete. Artig half er der jungen Dame beim AnSsteigen.
»Gerettet!* murmelte Giralda. »Aus festem, ficherem Boden. Ich danke Jhmu, Mylord, nnb werbe meinen Lebensretter nicht vergisser.*
Jetzt erst betrachtete bet junge Bootsmann da» Mäbchen, besten schimmernde Augen voll Dank ans ihn gerichtet waren. Eine seltsame Empfindung schlich fich ihm ins Herz. Er glaubte eine über- irdische Erscheinung vor fich zu haben, als er iu das liebliche Gesicht GiraldaS schaute. »Ja*, gestand er zu, »mein Eingreifen in da» wüste Treiben der Elemente kam sehr gelegen. Wohnen Sie in der Nachbarschaft, gnädiges Fräulein?'
»In Schloß Trewor. Ich heiße Giralda Arevalo und bin da» Mündel uud die Adoptivnichte des Marquis do» Trewor*, erwiderte dar junge Mädchen unter deu bevuuderudenBlicken ihrer Retters schüchtern errötend.
.Und mein Name ist Paul, Lord GroSveuor*, lächelte der junge Manu. »So find wir einander, wenn auch etwas abweichend von der üblichen Form, borge stellt. Ich hoffe, gnädiges Fräulein, daß dieses kleine Abenteuer nur die Einleitung zu einer dauern- den Freundschaft war. Ich bin mtt Lord Trevor, einem Jngendgesihrten meine» selige» Vater» be-
hoch im Preise, mancher landwirtschaftliche Besitz bringt gute Einnahmen, aber welche Lasten ruhen auch auf alle Dem? Der Landwirt kann nicht spekulieren, wie mancher Industrielle, der bei einem neuen Fabrikat seine Preise bestimmt und durch btn Musterschutz seine Arbeit sichert, der Landwirt steht unter der Herrschaft des Marktpreises und muß sich ihm fügen, wenn er nicht recht große Mittel besitzt, um bessere Zeiten abwarten zu können. Mit gegenseitiger Widerhärigkeit ist in der Landwirtschaft absolut nichts zu erzielen und eine Störung ihrer Betriebes bringt Niemandem Nutzen, sondern Allen teures Brot, teure Lebensmittel.
Serttschrs UM.
Berlin, 28. Juli. Der .Reichsanzeiger" tritt den in der Preffe an den Besuch des Kultusministers von Goßler in zwei Kölner und einem Bonner humanistischen Gymnasium geknüpften Betrachtungen über die Stellung deS Ministers zu diesen Anstalten entgegen. Die Ausführungen wären vieleicht mehr eingeschränkt worden, wenn man beachtet hätte, daß der Minister in Coblenz dem Realgymnasium einen längeren, dagegen dem humanistischen Gymnasium nur einen flüchtigen Besuch abgestattet hat. — Wie der .Reichsanzeiger" ferner vernimmt, wird im preußischen Justizministerium das bürgerliche Gesetzbuch unter dem Vorsitze des Ministers und unter der Mitwirkung praktischer Juristen durchberate». Der allgemeine Teil, das Recht der Schuldverhältnisse, das Sachenrecht und Familienrecht sind bereit- erledigt. Im September beginnen die Beratungen über das Erbrecht.
WUHelmshafen, 28. Juli. Ter Kaiser ist heute mittags 121/» Uhr wohlbehalten hier eingetroffen. — Bei seiner Ankunst auf der Reede wurde der Kaiser von dem Salut deS gesamten Marine geschwaderS und der Salutbatterie begrüßt. Hierauf dampfte die Dacht „Hohenzollern" in dem Hafen an. Der Kaiser unterhielt sich lebhaft mit dem Viceadmiral von Deinhard und empfing sodann die eingelaufene Post an Bord der Dacht.
Lauterberg, 28. Juli. Die Genesung deS ReichskommiffarS Major von Wiffmann macht langsame Fortschritte. Der Krarke war wegen des günstigen Wetters gestern mittags eine Stunde lang außer lern Bette. Aus diesem Anlaffe brachie ihm die zufällig anwesende Kapelle der braunschweigischen Husaren ein Ständchen.
Daumstadt, 27. Juli. Dcs Großh. Regierungsblatt veröffentlicht soeben das Gesetz über die Ge
kannt, nnb werde mit dir Ehre geben, ihn sehr bald zn besuchen.*
Giralda versicherte ihu, er werde in Schloß Trewor willkommen fein, Lord Grosvenor ober wunderte sich, daß ein so junges, liebliches Geschöpf eine Hausgenossen des menschenscheuen Marquis geworden war, und bemitleidete das Mädchen, auf die Gesellschaft deS finsteren Greises angewiesen zu fein.
Giralda erriet feine Gedanke». »Lord Trevor ist mir ein thenrer Freund und liebevoller Beschützer, sagte fie ernst. »Er besitzt eine edle Natur, welche Sorge nnb (Enttäuschung verbittert, aber nicht umge- wandelt haben. Sie werden ihn schätzen und bereiten, wenn Sie ihn näher kennen lernen.*
»O, zweifellos*, erklärte der junge Manu, Über, zeugt, daß feine langgehegte Meinung Über den Marquis falsch war, so mächtig wirkten GiraldaS Worte ans ihr'. »Mein Vater versicherte oft, daß der Marqni» ein edler, wenn auch eigenartiger und etwas starrer Charakter fei. Ich hatte bisher gar yichtS von Ihrer Snvefenhett im Schloß gehört. Sh, doch, im Dorfe erzählte man mir neulich, daß Lord Trewor jetzt eine Nichte bei fich habe. Wie konnte ich das auch nur vergesse»?*
Giralda fchüttelle errötend die wenigen Waffer- ttopfen ab, die au ihrem Kleide hingen, rückte ihren Hut zurecht, und winkte Thomas, bet sich mit Snleika zu schaffen machte, um seine Rührung zu verbergen. .Ich beabsichtigte bis an die See zu reiten*, sagte sie, »aber bet Einsturz bet Brücke setzte meinem Ausflug schon hier ein Ziel.'
Sie schlitt langsam ans ihr Pferd zu» Lorb Grosvenor blieb an ihrer Seite.
»Ettie Strecke aufwärts befindet fich eine Furt*, bemerkte der junge Mann lebhaft. »Sie haben durch Ihr Abenteuer nur wenige Minuten verloren. Weshalb vollen Eie also Ihrem ursprünglichen Plane nicht treu bleiben, gnädiges Fräulein?'
»Ich werde ihn lieber iu den nächsten Tagen ausführen', antwortete fie zögernd und fich anmutig
Halle der Volksschullehrer. Nach den Bestimmungen dieses Gesetzes hat jeder definitiv angestellte Lehrer an der Volksschule bei gewiffenhaster und tadelloser Dienstführung nach ojähriger Dienstzeit einen Gehalt von 1000 Mark, nach 1 Ojähriger von 1100 Mark nach löjähriger von 1250 Mark, nach 20jähriger von 1400 Mark und nach 25jähriger Dienstzeit von 1600 Mark zu beziehen. Das Gesetz tritt rückwirkend mit dem 1. April 1890 in Kraft.
München, 28. Juli. Der Prinzregent empfing Glückwunsch-Depeschen von den Bundessürften und den ihm nahestehenden Fürsten des Auslandes und nahm den Besuch deS diplomatischen KorpS und der Staatsbehörden entgegen. Der Prinzregeut hat eine unbedeutende Hautabschürfung an der rechten Hand, er ordnete an, daß der beteiligte Hofkutscher und der Trambahnführer nicht bestraft werden. Der Erzbischof ordnete einen Dankgottesdienst an.
Attslavr.
Rom, 28. Juli. Dem .Diritto" zufolge hat der Unterstaatssekretär im Ministerium des Auswärtigen, Damiani, seine Entlastung eingereicht.
Paris, 28. Juli. Nach den letzten Nachrichten aus Buenos-Ayres zeigt sich auch ein Teil der Flotte der Revolution günstig und bombardiert den Stadt- teil beim Hafen. Die Regierungstruppen vertagten den Waffenstillstand bis heute vormittag 10 Uhr. — Der Kriegsminister entsandte 4 Militär-Aerzte, der Marineminister 4 Marine-Aerzte zur Teilnahme an dem medizinischen Kongreß in Berlin.
London, 28. Juli. Das „Bureau Reuter" meldet: Nachrichten auS Buenos Ayres zufolge bemächtigten sich die Aufständischen unter deu Generalen Campos und Arredontio deS Arsenals und der Kasernen des Platzes Lavalle. Sie bestehen aus 5 Bataillonen Truppen, 2 Bataillonen Bürgerwehr und einem Korps Kadetten. Die Regierung hat über 7 Bataillone zur Verfügung. Bei dem gestrigen Zusammenstöße wurden viele Gebäude zerstört. Die Marine blieb neutral. Vizepräsident Pellegrino übernimmt die Präsidentschaft. — Dasselbe Bureau meldet aus Konstantinopel: Einige Armenier demonstrierten gestern in der Kathedrale gegen den Patriarchen und später in der Wohnung desselben. Zur Wiederherstellung der Ordnung schritten Truppen ein. — DaS »Bureau Reuter" meldet aus Buenos-Ayres: Gestern nachmittag wurde der Straßenkampf fortgesetzt. Nachdem die RegierungSttuppen zurückgeschlagen waren, beendete ein 24stündiger Waffenstillstand den Kampf.
verneigend. »Der Zusammenbruch jener morschen Holzbrücke hat meine Nerven ein wenig erschüttert, nnb ich denke, eS ist für mich beffer, ohne Aufschub nach Hanse znrückznkehre».'
Lord Grosvenor half ihr auf bas Pferd, ohne eS zu wagen ihren Entschluß noch ferner zu bekämpfen. »Darf ich mir gestatten, mich morgen nach Ihrem Befinden zu erkundigen?* fragte er den Hut lüftend. Giralda verneigte fich zustimmend. Er blickte dem jungen Mädchen nach, bis eS jenseits der Hügel verschwunden war. _•
Giralda konnte das Bild deS junge» Mannes nicht wehr aus ihrem GemÜte verbannen. Bei ihrem Siuttttt in den Schloßpark erfuhr fie von der Ankunft Lord OrmoubS. Diese Mitteilung beeinträchtigte ihre stohe Stimmung in hohem Grabe. »Führen Sie Snleika in den Stall, Thoma»*, bat fie den Diener, »nnb erwähnen Sie nichts von meinem Unfall auf der Brücke.*
Um nicht vom Schlöffe ans gesehen zu werden, schlug fie ihren Weg durch den Garten ei». A» einer unter einem Weiugerouk verborgenen Laube vorüberkommend, hörte fie Stimmen in ernster Beratung. Lord Ormond unterhielt fich mit feinem Kammerdiener. Giralda wollte vorüberglette», als fie einige Worte Lord Ormonds vernahm, die fie Vie gebannt auf der Stelle festvurzelteu.
25. Kapitel.
Lor dOr mo u d gewinnt sei» eFass uug wieder^
Die Entdeckung, daß Gottfried Trewor »och lebe, hatte Lord Ormond beinahe gelähmt. Ein weniger entschloffeuer Bösewicht wäre Aber eine fo gefahrvolle Thatsache in Verzweiflung geraten, ihn trieb sie nur zu waghalsiger Raserei.
»Liebe, Reichthnm, Stellung, alle» ist mir «L einen Schlag entrisse»*, murmelte er, in seinem Zimmer auf- und niederschretteud. »Meine Hoffnungen ans eine glättende Zukunft vernichtet. Der Prei», nm den ich jahrelang gerungen habe, mir entwunden!