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Marburg,

Mittwoch, 23. Juli 1890.

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Erscheint täglich außer au Werktagen nach Sonn» und « im» Feiertagen- Quartal» Abonnements-Preis bei der Expe» Jgt bitten SV. Mk-, bn den Postämtern s Mk. so Pfg. (exkl.

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Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. BlatteS, sowie die Annoncen-Bnreanx von Haasenstein und Bögler in Frankfurt a. M., Taffel, Magdeburg u. Men: Rudolf XXV Moste in Frankfurt a. M-, Berlin,München u. Köln-B.L Daube u- Lo. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

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Bestellungen für die Monate August und September auf die

Obcrhcsslsche Zeitung

und ihren Beiblättern

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werden von allen Pcstanstalten und den Land- briefträgern angenommen.

Den Neubestellungen werden die Nummern mit der Beschreibung des landwirtschaftlichen Festes gratis beigegeben.

Die Exped. der Oberh. Zeitg.

Das Verhältnis non Arbeitgebern nnÄ Arbeitnehmern M einan-er»

Der Hauptgegenstar d der abgelauftnen Beratungen des Reichstages während des Frühjahres, die Ge- verbeorduungsnavelle, ist bekanntlich unerledigt ge­blieben. Sie ist in erster Lesung erörtert, sodann einer Kommission zur Vorberatung überwiesen worden »nd wird den Reichstag nach seinem Wiederzusammen- ttitt von Neuem brschäftigen. Von der Kommission sind einige Teile der Novelle allerdings in einer noch nicht definitiven Form fertiggestellt worden. Man würde deshalb äußerlich nur geringfügigen An­laß haben, sich schon jetzt über die Gestalt, welche der Novelle vom Reichstage gegeben werden dürste, zu äußern, indesien läßt sich aus der Stellungnahme, welche die Mehrheit des Hauses und in noch höherem Grade diejenige der Kommission zu den in der No­delle behandelten Fragen engenommen hat, mit Sicherheit schließen, daß gegenwärtig die Stimmung dahin neigt, die Vorlage In den für die Arbeiter als dorteilhaft bezeichneten Punkten anzunehmen, ja in manchen derselben noch zu verschärfen. Nun wäre d-S nicht sehr schlimm, wenn es sich dabei lediglich tun diejenigen Punkte handelte, welche man gewöhn­lich unter dem Begriff Arbeiterschutz einzureihcn sich gewöhnt hat, also um die Sonntagsruhe, das Verbot der Arbeit der Kinder, die Beschränkung der Arbeits­zeit jugendlicher Arbeiter und Frauen :c. Allen Men Fragen gegenüber hat sich unsere Industrie

Treuer -lebe Loh«.

Rowan von U. Rosen.

(Fortsetzung.)

Ihren Besuch zu einer früheren Stunde abzu- Mteo, sei sie durch zwingende UmstLude verhindert, «tm Umwruden des Blättchens bemerkte Giralda »eines Zettelchen, auf dem gleichfalls einige Worte sanden. Die Mutter warute sie, keine Ueberrafchuug ttveriateu, wenn sie sich in einer Verkleidung bei de» Marquis einführe.

Den losen Zettel in ihre Tasche steckend, legte Mtralda den Bries vor Lord Tremor ans den Tisch. W), die Gräfin wird um acht Uhr hier fein I" weite er.Eduard will sich gleichfalls zwischen «lt und nenn bei wir einfinden. Er strengt sich sonderlich an, seinem alten Onkel Höflichkeiten erweisen 1 Ja, wenn er über die alten Familien- «sttzuugen nach eigenem Ermessen verfügen nnd sie «ach Belieben erwerben dürste, würde er der zärt- Uchste nnd aufmerksamste Neffe sein."

,. Die Möglichkeit, daß Beatrice und Lord Ormoud W in dem Salon des Marquis begegneten, erhöhte « Augst Giralda s von Neuem. Der alte Herr ließ unter irgend einem Vorwand von Wig in das «woßende Gemach rollen, nm Mutter und Tochter

der ersten Begrüßung nicht zu stören.

..Wen» Du Deine Mama geküßt nnd Dich ge.

bei ihr entschuldigt habeu wirst«, sagte er »mg so klopfe nur au die Thür, und Wtg wird «ich wieder in Deine Nähe bringen.«

s. Der Zeiger auf der Uhr über dem Kamin rückte ^Giralda zn langsam vor. Endlich schlug es acht 5* [°ft gleichzeitig ließ fich ein Pochen an der Thür Lehmen. DaS junge Mädchen richtete sich er, Mocken aus, strich sich die dnnkeleu Locken ans der ^'rn nnd blickte atemlrS nach der Thür, die fich 2; des zitternd gerufene herein« leise öffnete.

hohe stattliche Dame rauschte in dar Zimmer.

sters entgegenkommend gezeigt, und wenn in einer oder der anderen über die von der Praxis gebotenen Grenzen hinausgegangen werden sollte, so würden davon einzelne Industriezweige getroffen werden, für die allerdings ein solches summarische- Verfahren von größtem Nachteile sein würde, die Gesamiheit aber würde nicht geradezu gefährdet werden. Un­sere Industrie würde zu den ihr in letzter Zeit na- memlrch durch die Arbeiterversicherung zugemuteten Opfer auch dieS neue übernehmen.

Indessen giebt es in der Gewerbeordnungsnovelle auch einen Abschnitt, der, falls er zum Gesetz er­hoben würde, schon an sich die verderblichsten Folgen rach sich ziehen würde und der, wenn er noch ver­schärft werden sollte. das Fundament in der Frage stellen würde, aus welchem unsere bisherige industrielle Thätigkeit sich aufbaute. Es ist dies der Abschnitt über die Aibeitsordnungen. Nach demselben sollen bekannilich die Arbeiter milberaten über die Be­dingungen, unter welchen der Arbeitgeber sie in Arbeit nimmt. Bisher war die Gestaltung des Ar- beitsvertrages der freien Uebereinkunft beider Par­teien anhiimgegeben. Der Arbeiter bot an, was er an Arbeit zu leisten willens war und stellte den Preis für seine Arbeit, der Arbeitgeber beznchrete, was er an Arbeit beanspruche und was er für dieselbe zu zahlen bereit sei. Auf dieser Grund­lage kam bisher der Arbeitsvertrag zu Stande. Nunmehr will die Novelle, daß der Arbeitgeber, der für sein Unternehmen doch allein verantwortlich ist, nicht mehr allein die Bedingungen festsetze, unter denen er die Arbeit vergiebt, sondern daß die Arbeiter über diese Bedingungen zuerst gehört werden sollen. Dadurch würde das Verhältnis, welches bisher nach dem Abschluß des Arbeitsvertrages zwischen dem Arbeitgeber und Arbeiter bestand, völlig umge- ändert werden. Der Arbeiter, der bis zum Ab­schluß des Arbeitsvertrages dem Arbeitgeber völlig gleichberechtigt war, nach demselben aber jenem untergeben wurde, ihm gehorchen mußte, soll das Recht erhalten, über Bedingungen mitzuberaten, die seither der Arbeitgeber allein zu stellen das Recht hatte. Tas ist eine Verkehrung des bisherigen Verhältnisses zwischen Arbeitgebern und Arbeitern, dir schon so, wie sie in der Regierungsvorlage formuliert ist, von den nachteiligsten Folgen für unsere ganze wirtschaftliche Entwickelung ist und die geradezu der Sozialdemokratie die Wege ebnen muß.

Wir haben ein Land, in welchem der von der GewerbeordnungSnovelle vorgeschlagene Weg bereits betreten ist, England. Den englischen Arbeüer-

Mama", rief Giralda jubelnd, nm enttäuscht wieder stehen zn bleiben, als die Eintretende ihren Schleier zurückschlug. Das Gestcht war dem Mädchen völlig fremd. Die niedrige Stirn nmrahmte gold» blondes Haar, das in zwei langen Locken znr Seite der lebhaft geröteten Wangen niederste!. Goldge­faßte Brillengläser verdeckten die Angen, nnd einige tiefe Linien nm den Mund verrieten die Spnren des nahenden Alters. Ihr Anzng war von schwerer schwarzer Seide, nnd die ganze Erscheinnng die einer hochartstokratischev, nicht mehr jungen, und von drücken­den Sorgen belasteten Dame.

Giralda betrachtete die Fremde wie gebannt.

Die Dame sah stch vorsichtig im Zimmer nm, und nahm dann ruhig ihre Brilleug'äser ab. Ein Blick in die dnnklen strahlenden Äugen genügte Giralda. Trotz der meisterhaften Verkleidung erkannte fie ihre Mutter und warf fich ihr ungestüm in die Arme.

.So haben ein wenig Puder, einige gemalte Linien, eine Penücke nvd etraS Watttrnng sogar Dich zn täuschen vermocht", sagte Beatrice, ihre Tochter mit leidenschaftlicher Zärtlichkeit umschlingend. .Wie bleich Du bist, mein Sind! Ist Dein Mut schon dahin?"

,O nein, Mama", flüsterte Giralda. «Mein Mut ist nnerschüttert, aber was kann ich thnn? Wie soll ich deS theuren Papi »Unschuld beweisen? Der Weg, der vor wir liegt, scheint mir so dunkel

.Zunächst", beruhigte Beatrice ihre Tochter, .haben wir für den Augenblick nichts zu fürchten. Wenn meine Verkleidung Dich sogar täuschte, die darauf vorbereitet war, mich unter anderer Gestalt zu sehen, vttd Lord Trewor von meiner Jdeutttät gewiß nichts ahnen. Dennoch will ich zu größerer Sicherheit das Sa» etwas hernuterschrauben."

Nachdem die» geschehen war und fie die Brille wieder ausgesetzt hatte, zog fie Giralda neben fich auf das Sopho. ,Du hast Heimweh, mein Sind", sagte fie. .Ich wußte, daß iS nicht anSbleiben würde. Du warst zu sehr an da» Vaterhaus gewöhnt. Ist Lord Trewor noch immer so gütig gegen Dich?"

Organisationen ist es gelungen, den Begriff des Untergebenen, des Gehorchenden auS dem Arbeiter­verhältnis zu entfernen, ja sie streben jetzt geradezu dcnach, den Arbeitgeber zum gehorchenden Teil zu machen. Die Folgen dieser Zustände hat man in der letzten Zeit zu beobachten hinreichende Gelegenheit gehabt. Nur auf so vorbereitetem Boden konnte die Disziplinlosigkeit, die Auflehnung und Meuterei emporwachsen, welche fich unter den Londoner Polizei- und Postbeamten sowie in der Kaserne der Garde­truppen bemerklich machten.

Und angesichts solcher Vorgänge will man bei uns durch die Einfügung deS Abschnitts über die Arbeitsordnungen in die Gewerbeordnung denselben Weg beschreiten, ja möglicherweise die Bestimmungen dieses Abschnitts noch verschärfen? Schon hat der Geschäftsführer deS ZentralverbandeS deutscher In­dustrieller, jener größten und bedeutendsten wirt­schaftlichen Vereinigung Deutschlands, Herr H. A. Bueck, feine warnende Stimme erschallen lassen, und es wird nötig, daß die Arbeitgeber Deutsch­lands wie ein Mann gegen die Beschränkung ihrer bisherigen Rechte austreten Sie verfechten damit richt blos ihr eigenes Interesse, sondern auch das des gesammten vaterländischen Erwerbes, welch letz teret gerade bei dem bisherigen Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu so gedeihlicher Blüte gelangt ist. Der Reichstag aber würde einem solchen einmütigen Vorgehen Rechnung tragen müssen.

Deutsches Reich.

Berlin, 21. Juli. DerNordd. Allg. Ztg." zufolge gilt es als unwahrscheinlich, daß die Kaiserin beim Besuche am russischen Hofe den Kaiser begleitet; unrichtig sei die Nachricht, der Staatssekietär Mar­schall begleite den Kaiser nach England. Die Nordd. Allg. Ztg." meldet au8 Helgoland vom 18. Juli: Eine ungewöhnlich stark besuchte Volks­versammlung beschloß, die Helgoländer sollten durch den Gouverneur eine Adresse an die Königin von England absenden mit dankender Verabschiedung von ihr in dem Augenblick, da die Helgoländer mit ihrem stammverwandten Volke wieder vereinigt werden sollen. Die Adresse wurde sofort sehr zahlreich unterschrieben dem Gouverneur übergeben. Be­züglich der DienstalterSznlagen für Lehrer und Lehrerinnen der Volksschulen ist seitens des Unterrichtsministers unter dem 28. Juni nachstehende Minifterialinstruklion ergangen: Nachdem durch den Staatshaushaltsetat für 1890/91 und den Nach- tlagsetat zu demselben eine anbertoeite Regelung

.So gütig, sanft und rücksichtsvoll, als wäre ich feine eigene Tochter. O, Mama, er liebt mich wirklich, wie ein zärtlicher Vater. Ich fühlte mich Henle fast strafbar. Habe ich mir feine Neigung nicht unter falschen Vorspiegelungen gewonnen? Würde er mich nicht mit Schimpf und Schande fort» jagen, wenn er wüßte, wessen Kind ich bin? Hinter- gehe ich ihn nicht, während er mir so unbedingt vertraut?"

.Bist Du nicht von der Unschuld Deines Vaters an dem Verbrechen, dessen man ihn zeiht, und das ihn mit unauslöschlicher Schmach und unverdienter Strafe bedroht, Überzeugt wie von Deinem eigenen Leben?"

.Ja, o ja, Mama!" rief das Mädchen.

.Du glaubst also, daß Lord Trewor betrogen worden ist, und er Deinen Papa wieder frenbig an fein Herz nähme, wenn er ihn unschuldig wüßte?"

.Ja, Mama, dessen bin ich gewiß."

.Weshalb also nicht all' Deine Zveisel und Be- fürchtungen verschetHen, und Dich nicht ganz und gor der Ausgabe widmen, den Namen Deine» Vaters zu reinigen?" fragte Beatric». ,O, wenn er jemals wieder feinen Rang und feine Stellung einnehmeu, und er fich wieder ohne Scheu unter Menschen zeigen, wenn er furchtlos nmhergehev, wenn ich meine Kinder ihrem Großvater und der W4t zeigen dürfte! Ach. diese ewigen Geheimnisse machen mich krank, dieses Zittern vor einer Entdeckung tötet mich! O, Giralda, wenn Du Deinen Papa mit seinem Onkel zu ver. söhnen im Stande wärest, würde ich Dich bis zu meiner letzten Stunde segnen! Sprich, mein Kind, willst Du alles versuchen, es zu thnn?"

.An meinem guten Willen fehlt es nicht, Mama. Wie aber soll ich eS anfangen?' fragte Giralda traurig. .Gestern fühlte ich mich der Aufgabe ge­wachsen, heute abend sehe ich überall nur unüber­windliche Schwierigkeiten."

.SEBtr haben unsere Rallen getauscht, Giralda. Nachdem Du mich gestern verlassen hattest, war e»

der staarlicherr Dienstalterszulagen für Lehrer und Lehrerinnen an öffentlichen Volksschulen vorbereitet ist, lasse ich nachstehend die Bestimmungen folgen, welche vom 1. April 1890 ab an Stelle der bezüg­lichen Vorschriften des Runderlafles vom 18. Juni 1873 und seiner Ergänzungen treten. 1. Lehrer und Lehrerinnen, welche in Orten mit 10000 oder weniger Einwohnern an öffentlichen Volksschulen dauernd angestellt sind, erhalten, sofern sie nicht ein reichliches Stelleveivkommen beziehen, nach Vollendung von zehn Dienstjahren eine staatliche Dienstalters« zulage. 2. Die Dienstalterszulage für Lehrer beträgt nach vollendetem zehnten Dienstjahre jährlich ein» hunderr Mark und steigt von fünf zu fünf Jahren um je einhundert Mark jährlich bis zum Höchst- betrage von jährlich fünfhundert Mark. Die Dienst- alterszulage für Lehrerinnen beträgt nach vollendetem zehnten Dienstjahre jährlich siebzig Mark und steigt von fünf zu fünf Jahren um je siebzig Mark jährlich bis zum Höchstbetrage von jährlich dreihundertfüufzig Mark. 3. Bei Berechnung des Dienstalters kommt die gesamte Zeit in Ansatz, während welcher ein Lehrer (Lehrerin) im öffentlichen Schuldienst in Preußen sich befunden hat. Die Dienstzeit wird vom Tage der ersten eidlichen Verpflichtung für den öffentlichen Schuldienst an gerechnet. Kann ein Lehrer nachweisen, daß seine Vereidigung erst nach seinem Eintritt in den öffentlichen Schuldienst statt­gefunden hat, so wird die Dienstzeit von letzterem Zeitpunkt ab gerechnet. Als Dienstzeit kommt auch diejenige Zeit in Anrechnung, während welcher ein Lehrer a) mit Genehmigung der Schulaufsichtsbehörde eine erledigte Schulstelle kommissarisch verwaltet oder einen Lehrer vertreten hat; b) nach der Anstellung im öffentlichen Schuldienst im aktiven Militärdienst eines deutschen Bundesstaates gestanden hat. 4. Der Bezug von Dienstalterszulagen beginnt mit dem Ablauf desjenigen Vierteljahres, in welchem die er­forderliche Dienstzeit vollendet wird, und endet mit dem Ablauf des Monats, in welchem der Bedachte aus dem öffentlichen Volksschuldienst ausscheidet oder in eine Schulstelle eintritt, deren Inhaber staatliche DienstalterSzulage nicht erhält. 5. Die Zahlung der Dienstalterszulagen erfolgt monatlich im Voraus. 6. Die Bestimmung der Fälle, in welchen wegen reichlicher Bemessung deS Stelleneinkommens staatliche Dienstalterszulage nicht zu gewähren ist, bleibt im Allgemeinen dem pflichtmäßigen Ermessen der königlichen Regierungen unter Würdigung der örtlichen Verhältnisse und der besonderen Amtsstellung des Lehrers überlassen. Jedenfalls ist aber ein Stellengehalt als reichliches

mir, als ob ein mitleidiger Engel Dich nach Schloß Trewor geleitet hätte. Ich bin der Zuversicht, Kind, daß Du für uns Alle ein großes Glück erkämpfen wirst. Schon ist es Dir gelungen, dem menschen­feindlichen Greise mildere Gefühle einzuflößen. Du kannst ihn dazu bringen, über den armen Gottfried zu sprechen und auf jede Weise für die Unschuld deS gnadenlos Verfolgten ein treten, auch hin und wieder an Ormonds Ränkesncht erinnern. Willst Du die» thnn?"

.Gewiß, Mama, ich will eS versuchen."

.Bedenke, daß nufer Glück von Deinem erfolg« reichen Wirken abhängt! Bedenke, wie sehr Papa fich danach sehnt, in Sicherheit leben zu dürfen? Denke an Deine Brüder, und die leidvolle Doppel« «xisteuz, zu der ich verurteilt bin."

BeatriceuS weiche Stimme zitterte. Eine uner­schütterliche Zuverficht zu der Befähigung ihrer Tochter, das dunkle Gewebe jenes versuchten Meuchel­morde» entwirren zu können, hatte fich ihrer Seele bemächtigt. .Und, meine Tochter", fuhr fie fort, als Giralda der Mutter Hand au ihre Lippen drückte, .da ist noch Eine», da» ich Deiner befonberen Aufmerksamkeit empfehle. In jenen UnglÜckStagen hatte Lord Ormond einen Diener, der wenige Jahre älter wie sein Herr, diesem bet all' feinen tagesscheuen Unter­nehmungen behilflich war. Der Bursche, obwohl der Hefe de» Volke» entflammt, hatte, wie Dein Papa versichert, kein schlechte» Herz, Ormond aber verdarb ihn. Jener Mensch wäre in der Lage, für Deinen Vater zu zeugen und Thatsachen anzuführen, die ihn von jedem Verdacht reinigen müßten. Er war in der verhängnisvollen Nacht, in der Gottfried den ihn von seinem Vetter kredenzten Höllenttank ge» nommen hatte, in dem an da» Zimmer der beiden jungen Leute stoßenden Sabiuet. Dein Papa er­innert fich genau, ihn durch die halbgeöffnete Thür gesehen zu haben, ehe er da» Gift an feine Lippen führte, und er glaubt, daß Ormond damals nicht» von der Nähe de» Diener» wußte. Meine Aufrufe