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WöchenMche Beilagen: Kreis Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt. Spedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

JMt 4ßQ ^tttc^en-^uar^Abmmement^Pr^s^bei der Expe- Marburg, sowie die Annoncen-Bureaux vonHaasenstAn undBogler

m/Ä 2?a£en*' riIt Dienstag, 22. Juli 1890. |o^aÄS'Ä?'ÄbÄ«®Söin?®.08! Jahrgang.

___________ 10 Psg-, «eklamen für die Zeile 2b Pfg. »e Daube u. <lo. in Frankfurt a M., Berlin, Hannover, Pari-.

Bestellungen für die Monate August und September

auf die Oberhesslsche Zeitung .und ihren Beiblättern

Ureis bUtt und

>H*Hriertes Souutagsblatt werden von allen Postanstalten und den Land- triefträgern angenommen.

Den Neubestellungen werden die Nummern «it der Beschreibung deS landwirtschaftlichen Festes gratis beigegeben.

Die Exped der Oberh. Zeitg.

Eine Rede

des Gruben- und Hüttknbksitzcrs Freiherr» von Stumm an seine SU beiter, welche derselbe jüngst Phallen, teilen wir nachstehend in ihrem Wortlaut mit:

Meine Bestrebungen wurden in einen Gegensatz ju den auf dos Wohl der arbeitenden Klassen ge ächteten Allerhöchsten Absichten gestellt, während Perm an» weiß, daß ich aus meinem Werke im Lesentlichen dasjenige längst durchgeführt habe, was der Kaiser für die Allgemeinheit verlangt. Auch in Bezug auf die Arbeitervertretungen stehe ich in Kiner Weise im Gegensatz zu den Allerhöchsten In­tentionen. Wohl habe ich mich im vorigen Jahre w dieser Stelle gegen die Einführung solcher stän­diger Arbeiterausschüsse ausgesprochen, deren Aufgabe darin besteht, sich zwischen den Arbeiter und Arbeit­geber zu stellen, daS Vertrauen der Arbeiter auf sich zu übertragen, in parlamentarischer Weise über Dinge zu urteilen, die sie nicht übersehen können, wd das Recht des einzelnen Arbeiters direkt und gersönlich dem Arbeitgeber vorzutrogen, zu unter­graben. Aber ich habe ausdrücklich hinzugefügt, daß ich die Knappschaftältesten als eine berufene Ver­tretung meiner Arbeiter betrachte, und daß ich von je her gewohnt war, die Wünsche und Beschwerden einzelner Arbeiterkategorien durch von ihnen gewählte Delegierte entgegenzunehmen. Noch vor wenigen Monaten habe ich die neue Arbeitsordnung, über welche ich unmöglich jeden einzelnen Arbeiter hören bunte, den Knappschafrsälresten vor ihrer Einführung

zur Begutachtung vorgelegt und werde ich es auch fernerhin mit jeder Aenderung dieser Arbeitsordnung so machen. Ifon jeder Mißdeutung zu begegnen, werde ich eine Aenderung unserer Knappschafts- Statuten dahin beantragen, daß die Knoppschafts- Aeltesten reden ihren bisherigen Funktionen aus­drücklich die Bestimmung erhalten, in ollen Fragen, welche die gesamte Arbeiterschaft angehen, al» deren Vertreter zu fungieren. Dem ungewöhnlichen Auf­schwung im vorigen Jahre ist eine Zeit des Nieder­gangs gefolgt, neue Bestellungen bleiben in einer Weise aus, wie ich düs in meiner 32jährigen Thätig- keit an der Spitze des hiesigen Geschäfts kaum erlebt habe, und ich sehe mit großer Besorgnis dem Zeit punkte entgegen, wo die früher eingegangenen Be stellungen abgewickelt sein werden. Wenn ich also genötigt gewesen wäre, statt 6 renitenter Arbeiter deren 600 zu entlassen, oder wenn ich etwa ge­zwungen wäre, das ganze Werk 4 Wochen lang stillzulegen, so würde mir damit eine ernste geschäft­liche Sorge genommen. Wie bei uns, so steht eS überall in der Industrie, weil infolge der vielen Streiks und anderer Unbotmäßigkeiten der Geschäfte ausschwung und die Bauthätigkert gelitten haben, weil ferner infolge der gestiegenen Kohlerpreise und Löhne der Export in» Ausland erheblich nachgelassen hat, weil endlich eine ganze Anzahl Arbeitgeber infolge des ewigen Kampfes mit den Agitatoren die Flinte ins Korn zu werfen droht. Aus berühmtem Munde ist noch vor kurzem das richtige Wort gefallen: Vor dem Streiken der Arbeiter fürchte ich mich nicht, dem Staate droht erst dann eine große Ge­fahr, wenn die Arbeitgeber anfangen zu streikend DaS alles wissen auch die sozialdemokratischen Führer sehr wohl, sie fürchten jetzt, ihren unheilvollen Ein­fluß auf die Massen zu verlieren, und wiegeln in diesem Augenblick ebenso eifrig ab, wie sie früher aufgewiegelt haben. Sie fürchten, daß die in sozial­demokratischen Gegenden auf das Aeußerste drang­salierten und mißhandelten Arbeiter in den kommen­den Zeiten den Spieß umdrehen könnten. Die ver­ständigen Arbeitgeber haben sich denn auch in jenen gefährdeten Gegenden zusammen geschlossen und erklärt, daß sie keinen Arbeiter weiter beschäftigen würden, welcher den sozialdemokratischen Fachvereinen ange­hört. Wir hier sind in der glücklichen Lage, solcher Maßregeln nicht zu bedürfen, weil wir schon seit mehr als 12 Jahren keinen Arbeiter beschäftigen, welcher den verbrecherischen sozialdemokratischen Be strebungen huldigt. Ihr habt in guten Zeiten, wo die Versuchung in gleißnerischer und verführerischer

Weise an Euch herantrat, treu und fest zu mir ge­standen, und das legt mir die Verpflichtung auf, auch treu und fest zu Euch zu stehen, wenn die schlechten Zeiten der Arbeitslosigkeit kommen. Das ist der Spüß, den ich umzudrehen habe. Ich werde fsrtfahren, es als meine wesentlichste Lebensaufgabe zu betrachten, nicht Geld zusammenzuscharrev, denn dieser Zweck würde mich nicht bestimmen können, da» mühevolle und ausreibende Leben in der bis­herigen Weise weiterzuführen, sondern meine Kräfte einzusetzen, vm für Euer Wohlergehen in sittlicher wie materieller Beziehung zu sorgen."

Omrtsches Reich.

Berlin, 19. Juli. DerReichsanzeiger" ent­hält eine Bekanntmachung des Reichskanzlers be­treffend das zwischen dem deutschen Reiche und auswärtigen Staaten unter Vorbehalt einjähriger Kündigung abgeschlossene Uebereinkommen wegen gegenseitiger Unterstützung hilfsbedürftiger Seeleute. Gleichzeitig wird der wesentliche Inhalt des Heber eirkommens mit Großbritannien vom 27. Mai 1879 mit Frankreich vorn 16. Mai 1880, mit Schweden md Norwegen vom 31. Ma 1881, nut Dänemark vom 31. März 1885, mit Oesterreich Ungarn vom 10. November 1889 mitgeteilt. Der Bundesrat hat in seiner Sitzung vom 3. d. Mts. beschlossen, neue Vorschriften betreffend die Aenderung und Er­gänzung des Regulativs für Gewerbeonstalten, in denen unter steuerliche Kontrolle stehender Branntwein gereinigt werden darf, mit der Maßgabe zu ge­nehmigen, daß nach näherer Bestimmung der Diiektiv- behörde für die seit der Geltung des Regulativs in den Reinigungsanstalten stattgehabten Bestandsauf­nahmen nachträglich eine Umrechnung des Schwundes nach Prozenten der verarbeiteten Menge reinen Alkohols erfolgen und der glaubhaft nachgewiesene Schwundverlust bis zur Höhe von 2'/, Prozent außer Steueranspruch gelassen, in denjenigen Fällen aber in welchen eine Umrechnung des Schwundes nach Prozenten der verarbeiteten Menge reinen Alkohols nicht mehr thunlich ist, eine entsprechende Schwundvergütung bis zur Höhe von 2*'i Prozent der jeweilig neu angeschriebenen Branntweinmencen durch die oberste Landes-Finanzbehörde bewilligt werden darf. Weiler hat der Bundesrat in seiner Sitzung vom 3. d. Mts. Folgende» beschlossen:Die obersten Landes-Finanzbehörden werden ermächtigt, die fünfjährige Lagerfrist für WeinteilungSlager nach Maßgabe des Bedürfnisse» zu verlängern." Die Nordd. Allgem. Ztg." bringt heute Abend die

folgende Notiz: Verschiedene Blätter haben über Reisepläne des Herrn Reichskanzler», General v. Caprivi, nach denen derselbe sich mit der Absicht trüge, bei den Königshöfen von München, Dresden und Stuttgart und vi lleicht in einigen anderen Residenzen Besuche zu machen. Wie wir erfahre», besteht für die nächste Zeit eine solche Absicht nicht während für später Entschließungen nicht getroffen find. Gestern Nachmittag besuchte der Kultus­minister Dr. v. Goßler den Spielplatz derBerliner Spielplatz Gesellschaft" (Schnittpunkt der verlängerten Motz- und Lutherstraße, nahe dem Nollendoifplotz). Der Minister wurde von dem Vorstände begrüßt. Zum Empfang halten sich noch eingesunden: Herr Geh. Regierungsrat Dr. Höpsner, Herr Prof. Euler, der Besitzer des Plötzes Herr Bolte, sowie Herr Wetzel, Mitinhaber der Firma G. Söhlke. Geführt von Her m Lauer, besichtigte der Herr Minister die Einricht ungen sür die Spiele der Erwachsenen und Kinder. Besonders interessierte die Anwesenheit zahl­reicher Mitglieder de» Akademischen Turnverein», welche die von dem Verein seit Jahren in Schönholz gepflegten Spiele vorführten. Al» der Herr ister nach zweistündigem Besuch den Platz verließ, erkläte er sich auf Bitte des Vertreters der Gesell- chaft, Herrn Pros. Dr. Guttstadt, bereit, das Pro­tektorat derBerliner Spielplatz-Gesellschaft" zu über­nehmen. Aus Anlaß des 90. Geburtstages des Generalfeldmarschalls Grafen v. Moltke wird die f Begründung einerGeneral-Feldmarschall Graf v. Roltke-Stiftung" angeregt. Diese Stiftung soll durch reiwillige Sammlungen aufgebracht werden und ein bleibendes Andenken an die ruhmreichen Thaten de» großen Schlachtenlenkers im Dienste des Vaterlandes bilden.

Lüdenscheid, 19. Juli. Bei dem hier abge­haltene» westfälischen Kriegersest explodierte heute mittag ein Geschütz. 2 Mann wurden getötet und 3 schwer verwundet.

Dresden, 20. Juli. Die Sornlagknuinmer betDresd. Nachr." enthalten den Bericht ihres Re­dakteurs, Henn Dr. Erwin Reichardt, über seinen Besuch beim Fürsten Bismarck. Wir geben daS hauptsächlichste dieser Unterredung wieder. Zunächst agte der Fürst auf eine diesbezügliche Frage, daß ihn Herr Ritterhaus in seinen Aeußerungen mehrfach nicht verstanden habe. Er habe den AusdruckFeig­heit" ohne Bitterkeit gebraucht. Er habe sich über das Gebühren der ihm früher nahe gestar denen Presse, wie dieKölnische Ztg" und diePost", namentlich aber über dieNordd. Allg. Ztg.", welche früher

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Treuer Liebe Lohn.

Roman von U. Rosen.

(Fortsetzung.)

[4796

Giralda machte keine Etnweuduugev.

DaS Kaffeegeschirr wurde von dem herbeigerufeueu weggerSmnt. Das junge Mädchen brachte MarquiS seine Echreibwsppe nud er selbst schrieb «ge vorstchtig abgesaßte, au v-rschirdeue Theater Üresfirte BilletS.

S-sichtse ebelkeih

al mit zel und sehr ge- 1 Jahr, erzl-s krfslS :gebliche welches -zeugen- Die >el, und tige be- biskern-

.Da', sagte er, Giralda eine» der Blätter, daS "dkch einen Tinten flcck unbrauchbar geworden war, «llricheud,lies, was ich geschrieben habe. Wenn «tue Mama diese Zeilen empfängt, wird sie ohne «itereS verstehen, was fie bedeuten, sollte dagegen Unbrruftner sie lrseo, so ist er nicht klüger als »vor nud wir haben ihm nichts verrate». Du M, daß ich die Gräfin Anvalo einfach benach- Wige, daß Giralda sich bei wir in diesem Hotel «ihalte. Sie möge komme» nud sich von demWohl- Mhen meines Schützling» über,engen. Bon meinen Maschen habe ich ihr noch nichts eröffnet. Damit M ich warten, bis ich fie spreche.*

. Wig wnrde entboten vvd beavstragt, die BilletS Miragen. Während der Diener noch mehrere Metzle deS Ma:quiS entgegenuahm, war Giralda c® dem Salon entschlüpft und mit dem Blatt, StnJer' geeilt ZtoDr auf ihr

v.» hastig schrieb sie einige Worte ans die Rücksette BilletS, dessen Inhalt erklärend, und um Ber. MungSmaßregelu für fich bttteud, daun schloß fie .v...-, 3?ttel in eines au Laiy Beatrice »ettti Speisen, ^esstrteu Umschlag, klebte eine Briefmarke daraus, infäurc, M eitte wtt der hochvichttgeu Botschaft au de» hlgang- Mkastevsder »Schsteu Sttaßenecke. Niemand achtete -armen, ««b fie kehrte ,a dem MarqntS prrück, ehe [4796 ihre Abwesenheit bemerkt worden war.

L ».Der Lor mittag ging vorüber und Wig kehrte ^ich mtt dem Bescheide MÜS, daß keine« der

Theaterdirek,oren, bei welchen er gewesen war, der Name einer Gräfin Arevalo bekannt sei, daß er aber wie ihm befohlen, die BilletS znrLckgelaffen habe.

,3-tzt bleibt «nS nichts weiter übrig, alS zu warten«, sagte der MarquiS in heiterer Laune.Ich bin überzeugt, die Gräfin wird bald von fich köre» lassen. Hoffentlich wird fie fich nicht weigern, Dich meiner Vormnudschaft auzn vertrauen. Du bist mir bereits so theuer geworden, daß ich Dich kaum zu entbehre» vermöchte. ES thut mir leid, dnrch diesen heftigen Sichtaufall der Frende berankt zu sei», Dir während unseres gegeuwärtigeu Aufenthaltes inLoukon dessen Merkwürdigkeiten zn zeigen.«

.Schloß Trewor nud fein herrlicher Park find mir angenehmer, als diese» düstere, neblige London, in d-sien Atmosphäre ich mich eigentümlich beengt fühlte. Ich würde ohne »ebenem morgen schon zurückreisen.«

.Und ich wäre entzückt wieder daheim z« sei» woser« ich Deine Mama zrvor gesehen habe, nud die Schmerzen in meinem Fuß mir die Fahrt ge. statte». klebrigen» brauchst Du Loudon nicht zu ver, lasse», ohne wenigstens einige feinet Sehenswürdig' k iteu kennen gelernt zn habe». Laiy Beatrice verril war mir immer eine gefällige Freundin, vvd wird mir die Bttte gewiß nicht versagen, Dich unter ihre Fittiche zu »ehmeu.«

»Nein, nein«, tief 'Giralda schauernd.Ich wünsche nichts zn sehen, während Sie leidend ftab nnb finde e» unter solche» Umstänbeu für an» Beide angenehmer ans bim Lanbe.«

Der MarquiS war gerührt von bet Anhänglich- kett de» jungen MäbchenS, be» fich ihm so selbstlos anfchloß.

.Die Kleine hat mich in bet Thal gern«, buchte er. .Eie eutbeckte ttotz «eine» mürrische», reizbaren »esenS bennoch etwa» Liebenswerte» t» mtt. Dos herzige Geschöpf ist bie erste Person i» der Welt, die wtt eine »uiuteresfirte Neigung schenkt.«

Dtt Stunde» verstriche» längs«» und Lord Trewor

begann aus jede« Schritt in dem Vorsaal zu lauschen. Immer horchte er, ob noch keine Botschaft ron der Gräfin käme. Giralda sah keinen Ausweg ans den Wirrnissen, in die sie sich verwickelt hatte. Ja uer. vöser Unrnhe bewegte fie fich zwischen ihrem Sitz am Fenster nnb dem Sessel deS Ma qniS hin nnb her. Nach Tisch trat ein Kellner mit biet Briefen ein, bie er Lord Trewor übergab.

.Dieser Brief ist von meinem Rechtsanwalt«, lächelte der Ma quiS,dieser goldgerinderte, wappeu- geschwückte von meinem Riffe», und dieser, ei, Giralda, dieser ist für Dich nnb kommt wahrscheinlich von Deiner Mamo.--

Gtralba nahm bas zierliche Briefchen nnb zog fich bamit in ihre Fensterecke znrück. Da» Schreibe» war wirklich vou ihrer Mutter.

ES euthielt nur wenige mtt verstellter Haub ge- schrttbeue Zeilen nnb war mitv. Arevalo" unter« zeichnet. Beatrice melbete, daß fie nm 8 Uhr obenb» erscheinen werde.

(Fortsetzung folgt.)

(Nachdruck verboten.)

Wie Herr Miller Ws Bad reiste.

Humoreske von James Taylor.

(Schluß.)

.Aber, Papa, wa» wachst Du bett» hier, wie kommst Du beim hierher, nnb Dn blutest ja, Seine ganze rechte Hand ist zerkratzt?-'Dumme» Zeug, ber Nero war, er wollte, na, ich wollte Herrn Thomson frage», ob et wirklich eine Badereise in diesem Iahte uuterntmwt."

Dttse Worte kamen unter ganz bedenklichem Husten heraus.Sv' willst Du mtt reise»?- fragte Georg erfreut. «Dumme» Zeug, denke gar nicht mehr bien. Sieh' meine Haub, vier Woche» kau» ich nicht fitze», wer de»kt bett» auch an bte vermaledeite» Dora«. Aber was wolltest Du den» hier, Juvge?"

34, Pape, ich, ich,--ich wollte Herrn

Thomson nm da» Eisenbahnkursbuch bitten. Du weißt doch unsere» ist verlegt." Bei di-sru Worte» inftete Herr Miller noch beträchtlich stärker, als vor- 1 »in. Einmal, weil er dachte, lüg' Du nnb bet Teufel ?" bann aber, weil fein Gewissen ihn plagte, benn et elbst hatte baS Bach mit ben viele» Zahle» nnb Tabellen in ben Fluß geworfen, wo er am tiefsten war.

In btefem Augenblick melbete sich Nero von ber Prornenabe her. Ein Vorübergehender hatte neu» gierig ben Hut besehen wollen nnb war bafür von dem Hunde in die Hosen gepackt. Zum Unglück war rrr also Beschädigte Herrn Millers schlimmster Feind tu staatlichen und städtischen Angelegenheiten.

.DaS sollen Sie mir iheuet bezahlen«, rief er, .die Bestie wird getötet, nnb Sie müssen mir Arzt, nnb Schnetber - Kosten bi» auf ben letzten Heller er. setze». Ich gehe sofort zum Rechtsanwalt nnb lasse Sie verklagen. Was, leben wir tu einem RechtSstaate, wo ber friedliche Bürger sicher feines Weges ziehen darf?«

Herr Miller hatte mit offenem Munde zngehört. Nau war ber Erbitterte fort, nnb et griff baher zu feinem Stock, um Nero fettteu Anteil au bet Arzt, nnb Schneidet - Rechnung vorher zu verabfolge». Über als er sich bückte, stöhnte er unwillkürlich nnb fuhr mit ber Hand unter bie Rockfchöße. .Papa, wa» hast Dn benn eigentlich?* fragte Georg. .Die Schwereuots-Dorneu! Sh, und das brennt!« Nero kam ungeprügelt fort.

«Ach, lieber Herr Miller, wtt sehr habe» Sie fich echanffirt; bitte, tristen Sie einmal!« Mit diesen Worten trat bie hübsche Elisabeth Thomson aus bem Garten heran». Sie war wirklich recht nett, nnb der schäumende Porterkrug war geradezu verlockeud. Herr Tobias Miller vergaß tu diesem Augeublick, daß er Hnuderttauseud hatte und der alle Thomson nut Fünf zigtausend, er nahm nnb trank in tiefen Züge». Und beim Trinke» nnb während erbte lächelnde kleine Elisabeth ansah, fiel ihm plötzlich ein, daß er ja eigentlich ihr Pathe sei. Und so »ah» er fie, al»