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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt sür die Kreise Marburg und Kirchhain. Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Anzeigen nimmt entgegen bte Expedition d. BlatteS,

Feiertagen. Ouartal-Wonnementi-Prei» bei der Expe-- yyl-tl sowie die Annoneen-Bureaux von Haasenstein und Bögler

JIS lOö* dition 2'/. Mk., bei dm Postämtern 2 Mk. b0 Pfg. (exkl. *? . tt, Franlfmt a. M., KHel, Magdeburg «. Wien: Rudolf XXV. ^aMaaNa.

I O Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile SvNNtaa. 20, 1890, Moffe in Frankfurt a. M., L^lin, München u. Köln; G. 8- <0^0 B

10 Pfg., Rellamen für die Zeile Sb Pfg. Laube u. L°. in Frankfurt <u M., Berlin, Hannover, Paris.

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Bestellungen für die Monate August und September auf die

Obrrhesslsche Zeitung

und ihren Beiblättern

Ureisbialt

und

-tlastrirrtes Sonirtagsblatt

«erden von allen Postanstalten und den Land­briefträgern angenommen.

Den Neubestellungen werden die Nummern mit der Beschreibung des landwirtschaftlichen Festes gratis beigegeben.

Die Exped. der Oberh. Zeitg.

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Wochruscha«.

Fürst Bismcrcks litzte Worte beherrschten die Loche! Die Aussthen erregenden Aeußerrnzen, welche der »Einsiedler von Friedrichsruhe" dem Vertreter eines Frankfurter Blattes gegenüber ge- than, heben die öffentliche Meinung nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa beschäftigt. Daß der Fürst sich ton dem Unmut, welcher ihn seit seinem Rücktritt aus dem öffentlichen Leben beherrschte, noch nicht hat besteien können, zeigen seine Ausführungen deutlich genug, und es ist ja euch erklärlich, daß einem Manne, der ein ganzes Menschenalter hindurch die leitende Persönlichkeit in Europa gewesen ist, die plötzliche Versetzung in die Dhatenlosigkcit wenig behagen mag. Von diesem Gesichtspunkte aus betrachtet, lasien sich die bitteren Worte des Fürsten wohl begreifen, doch konnte natürlich die Kritik, welche der bisherige Reichs­kanzler den kaiserlichen sozialpolitischen Erlösten an- zedeihen ließ, nicht verfehlen, berechtigtes Aussehen zu erregen. Fürst Bismarck will seinem Herzen Lust machen, und das wird ihm niemand verwehren, und so lange er nicht selbst Konflikte hervorrust, wird von Seiten der Reicksregierung schwerlich eine Erwiderung erfolgen, aber praktische Erfolge erzielt er damit nicht. Kaiser Wilhelm II. besitzt keine geringere Energie, wie der bisherige Reichskanzler, ter Monarch ist der Beeinflussung ebensowenig zu­gänglich, wie der Einschüchterung/ an ein neues Zusammenarbeiten des Kaisers mit dem Fürsten

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Treuer Liebe Loh«.

Roman von U. Rosen.

(Fortsetzung.)

Die kummeivollen, traurigen Gedanke» verbauueud, «hob daS juuge Mädchen sich endlich von ihrem Lager, kleidete sich au und begab sich in den Salon teS MaiquiS, der ihre Ankunft bereits erwartete.

Lord Trewor saß tot dem lodernden Samivfener, den gichtkrankeu Fuß in Tücher und Decken gehüllt, 18b ans einen Sessel gestützt. Sein Gesicht trug einen düsteren uuzufriedeueu Ausdruck uud Stiru Hb Mund waren vom Schmerz finster zusammeuge- pgeu. Bei GiraldaS Eintritt erhellte sich sein Blick »ab er begrüßte daS Mädchen mit einem väterlichen Acheln.

»Du bist heute Morgen sehr blaß, mein kleiner Eonueustrahl', rief er, als Gtralda sich ihm näherte lab sich angelegentlich nach seinem Befinden erkundigte. »Dir Zerstreuung deS gestrigen Abends that Dir so Innig gut, wie mir. Ich habe mciue» Fvß zu sehr Hgr strengt uud wrß nun zur Strafe die fürchter- Üchstcn Schmerzen leide». Ich wünschte, vir wären «st wieder im Schloß brauste».'

»Uud ich auch', erklärte Giralda mit »»bewußtem ttafr. ,O, 8T ylord, könne» wie nicht gleich wieder torthiu zurückkehrea?*

Der Marquis sah überrascht i» ihr vor Erregung «glühendes G«sicht.

»Sogleich, mein Kind? Ich kann mich heute nicht ton der Stelle rühren uud bi» so hilflos wte ein stlrtz. Mein Fuß ist avgesLwolleu', fügte er ächzend hinzu.Dieser verdammt« Wtg scheint olle seine Gc- fchicklichkeit als Wärter verlor«» zu haben. Wie .schlecht er de» Fvß verwahrte! Wte sehr diese Falle drückt! OI £)!" e v _

Gtralda rückte de» Berbaud zurecht, uud der «iarquis atmete erleichtert auf.

. ,Es ist ei» Segen, Jemand »m fich zu haben, »tt etwas versteht", bemerkte er dankbar.Wir

Bismarck ist unter den obwaltenden Verhältnissen aber in der That nicht mehr zu denken. Die Worte tes größten Staatsmannes unseres Jahrhunderts werden immer mit Aufmerksamkeit angehört werden) er wciß ebenso gut, wie sonst alle Welt, daß Deutsch­land sich nach Ruhe und Frieden im Innern sehnt, des Haders und des Streites reichlich überdrüssig ist. Wenn Fürst Bismarck fortan noch in diesem Sinne wirken wollte, man würde ihn gern anhören, lieber Zurücksetzung sich zu beklagen, hat Fürst Bismarck heute kein Recht. Kaum ist einem Staats- manne, der sür sein Vaterland Großes geleistet, eine solche Dankbarkeit entgegen gebracht, wie dem Fürsten Bismarck. Und diese Dankbarkeit wird auch in Zukunft nicht erlösche», davon kann er über­zeugt sein!

Kaiser Wilhelm hat bei seiner Nordlandreise in dieser Woche einige Tage unter ungünstigem Wetter zu leiden gehabt und deshalb einen längeren Aufent­halt in Nordijorde nehmen müssen. Jetzt ist eine Wendung zum Besseren eir getreten und der Monarch hat seine Ausflüge in das Innere der norwegischen Gebirgswelt wieder ausgenommen. Die Heimkehr nach Wilhelmshaven wird znm 27. d. Mts. erfolgen In ausländischen Zeitungen waren Allarmgerüchte verbreitet, in welchen gesagt wurde, der Kaiser würde mit Rücksicht auf die allgemeine politische Lage seine Erholungsreise abkürzen. Natürlich ist davon nichts wahr, denn wenn auch wohl deutsche Versuche zu bestehen scheinen, die bulgarische Frage auS der Welt zu bringen, so ist doch nickt der mindeste An­laß zu irgend welchen Besorgnissen vorhanden. Im Gegenteil, in Europa kann es nicht ruhiger und friedlicher aussehen, wie es heute der Fall ist.

Tie im Frühjahr so stürmische Arbeiterbewegung in Deutschland gestaltet fich von Woche zu Woche ruhiger. Viel dazu tragen bei die Verbände der Arbeitgeber, welche exeentrische Forderungen der Arbeiter mit Erfolg bekämpft haben, auf der anderen Seite mahnen aber auch bekannte sozialdemokratische Größen fortgesetzt vor dem unüberlegten Beginn von Streiks, die unter den heutigen Verhältnissen in keiner Weise angebracht seien. Wie die Dinge that- sächlich liegen, beweist die Entlassung einer Anzahl von rheinisch - westsälifchen Bergarbeitern wegen mangelnden Kohlenabsatzes. Der Schaden, welcher der deutschen Industrie durch die infolge der früheren Streiks mit zu Stande gekommene allgemeine Ver­teuerung erwachsen ist, tritt nun deutlich zu Tage.

Die Franzosen haben am 14. Juli ihr National fest in gewohnter Weise begangen. Bemerkenswert

ärgerlich, daß ich gerade jetzt, wo ich so viel zu er­ledige» habe, ein Gefangener sein mnß! Ich hatte mir vorgenommen, alle bedeutenderen Theater zn be­suchen, uud vor allen Dingen das Geschäft abznwickeln, das mich nach der Stadt führte. Wie werde» wir nun Deine Mama finden, mein armes Kind?'

Jähe Röte und tötliche Bläffe wechselte» auf GiraldaS Wangen. Das Erscheine» deS Kammer­dieners ersparte ihr eine Antwort.

Der Anblick des schleichende», schweigsamen Bursche» reizte Lord TreworS aufbrausendes Ternpe. rament. »Bestelle das Frühstück, Schlingel', donnerte er. »Schiebe mich an de» Tisch! Hast D» denn gar kein Mitleid, Tölpel, mich so zu peinigen ? Halt! Halil Du tödtest wich!'

Wig ließ ben Rollstuhl stehen und der Marquis lehnte sich stöhnend und jammernd in die Kiffen zurück. Giralda wintte dem Diener, ben Fuß der Kranken mit wollenen Tüchern zu reiben, während fie dessen Stirn mit Kölnischem Wasser badete und ihm ein Fläschchen mit flüchtigem Salz an die Nase hielt.

Der heftige Anfall des MaiqniS dauerte nur wenige Minuten und machte einem Gefühl der Er­leichterung und des Behagens Platz. »Da Mohamed nun doch nicht zum Berge gehen kann, lochte der Kranke in besserer Laune, »muß fich der Berg be­quemen, zu Mohamed zn kommen. Warum sehen Sie mich so verwundert ar, Wig? Ich meine, Sie sollen ben Tisch zu mir heranschieben.'

Der Diener gehorchte und wurde entlaffen.

Ein Kellner brachte das Frühstück und Giralda bebiente ben alten Herrr.

»ES ist boch viel angenehmer', bemerkte ber Ma; qniS, bie Kaffeetaffe in Empfang nehmenb, bie Giralba ihm reichte, »von einem so lieben, holben Stube bebiest zu werden, als immer bas plumpe teilnahmslose Gesicht WigS nm fich zu haben. Ich bin voll brennenber Ungeduld, mich mit Deiner Mama z» verständiger, und mir die Gewißheit zu verschaffen daß fie Dich mir nicht wieder entreißen wftd.'

ist indessen, daß jetzt zum erstenmale absolut keine Revanche-Aeußerungen vorgekommen sind. In früheren Jahren hielt irgend ein Revanchemann stets eine Rede vor der Straßburg-Statue auf dem Eintrachts­platze. In diesem Jahre nichts von alledem, auch von den Boulangisten, die im Vorjahre den Präsi­denten Carnot auszupfeifen versuchten, war diesmal nicht die leiseste Spur zu entdecken. Der einzige, wenig belangreiche Zwischenfall war, daß ein geistes­kranker Mensch einen blinden Pistolenschuß in die Lust abfeuerte. Nachdem sein Zustand erkannt war, wurde er einer Irrenanstalt übergeben. Die Kolonial­verhandlungen zwischen England und Frankreich dauern immer noch fort, gewähren indeffen eine sichere Aussicht auf Verständigung. Uebrigens haben die Franzosen mit ihrer Kolonialpolitik in Afrika auch eine bittere Erfahrung gemacht, denn in Senegambien ist ein Truppenkorps von den Einge­borenen empfindlich geschlagen worden.

Ter Kolonialvertrag mit Deutschland und die Abtretung Helgolands ist vom britischen Oberhause definitiv angenommen worden. Die Vorlage geht nunmehr an das Unterhaus, und auch dort ist die Genehmigung sicher. Der Streik der Londoner Postbeamten ist definitiv verhindert worden durch das Versprechen einer Gehaltsaufbesserung, welches der Postminister gemacht hat. Die Rädelsführer der Gardegrenadiere, welche ihre Mannschaften zu der bekannten Meuterei und Gehorsamsverweigerung verleitet hatten, werden vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Man hat doch erkannt, baß bet Fall zu arg war, als daß er totgeschwiegen werden könnte. Ein sehr gereizter Notenwechsel hat zwischen der englischen Regierung und den Vereinigten Staaten von Nord - Amerika wegen der Fischerei in der Behringstraße stattgefunden. Auf beiden Seiten sind sehr derbe Ausdrücke gefallen, schließlich haben aber beide Teile nachgegeben. Stanley, ber vorigen Sonnabenb seine Hochzeit gefeiert hat, ist fieberkrank und muß das Bett hüten.

Allerlei unheimliche Geschichten werden wieder einmal aus Petersburg mitgeteilt. Nicht nur, daß wiedetum mehrere Offiziere unter dem Verdachte der Nihilistenpartei anzugehören, verhaftet -vorden sind, soll auch im Arbeitszimmer des Zaren selbst eine Blechbüchse mit einem höchst gefährlichen Spreng­stoff gefunden sein. Ob an allen diesen Schauer­geschichten viel Wahrheit ist? Wer will das sagen? Daß der Zar einer gesicherten Erholung dringend bedarf, scheint indessen die Ankündigung zu beweisen, daß die russische Kaiserfamilie nach ben großen

Ei» Zittern burchlief bte Gestalt bes junge» Mädchens, aber es blickte nicht auf.

»Ich habe Über bie beste Art uachgedacht, bie Angelegenheit zu otbuen', fuhr Lord Trewor, ihre Aufregung uicht bemerkend, fort »Was meinst Du dazu, wenn mir Deinem Papa telegraphiren, er' möchte hierkommen? Er kennt den Künstlernamen Deiner Mama und würde sie sogleich auffiuden.'

Giralda erhob ihre Augen mit einem bestürzte» flehenden Blick zn dem Marquis. Ihr schien des Vaters Geheimnis auf daS Höchste bedroht »nb fie fühlte sich von Angst nnb Entsetzen beinahe überwältigt. Ihr plötzliches Erblaffen nnb ihr seltsames WJen beunruhigten ben Ma qniS.

Du fürchtest Dich, Deinem Papa zn begegnen, Kleine", sagte er mitleibig.Ich vermute, das er ein strenger reizbarer alter Knabe ist, wie ich, und daß Du nach Deiner Flucht vom Hause nicht wagst ihm unter bte Augen zu treten. Sei ohne Sorge, mein Kind. Wit wollen ben alten Herrn nicht eher belästigen, als bts Deine Mama ben Friede» zwischen ihm nnb Dir wieder her gestellt hat. Unser nächster Schritt muß sein, sie anfznsucheu, nnb ich glaube 'einen Plan zn haben, ber unfehlbar zu ihrer @nt» bedang führt, auch wenn fie nicht unter ihrem eigenen Namen spielt."

Unb worin besteht dieser Plan, Mylord?" fragte Gtralda.

Er ist sehr einfach. Ich weide mehrere an die Gräfin Arevalo adresfitte Briefe schreiben und die­selben den verschiedenen Theaterdtrektoren zur Be­sorgung übersenden. Der Name wird bet den Proben erwähnt werde» nnb Deine Mama babon hören. Sie wirb natürlich nicht ermangeln, ben Brief zu verlangen, da fie fich ohne Zweifel nm Dich ängstigt nnb bte Zuschrift mit Deinem Verschwinden in Ver­bindung dringen wird. DaS Ergebnis alle» dessen wftd ihr Besuch bei u»S sein."

(Fortsetzung folgt.)

Manöver» auf längere Zeit »ach Schloß Fredens- borg bei Kopenhagen reifen wird.

Er bleibt auf seinem Throne, Fürst Ferdinand von Bulgarien nämlich, wenigstens vorläufig. AuS dem Besuche, wechen der Herzog von Koburg dem Fürsten, seinem Neffen, abgestattet hatte, war verschiedentlich geschlossen worden, daß Fürst Ferdinand demnächst abdanken werde auf den Rat seines Oheims. Die Unwahrscheinlichkeit dieser Aw ahme lag aus der Hand, so schnell steigt man denn doch nicht von Fürstenthronen herab, unb sie hat sich auch richtig nicht bewahrheitet. Dagegen ist es nicht ausgeschloffen, daß bie bulgarische Frage demnächst wieder inS Rollen kommt, und wichtige Beschlüsse scheinen sich hier vorzubereiten. Sonst ist es im Balkan ruhig. Die Türkei hat von ben Ver­tretern verschiedener Mächte wegen der blutigen Ruhe­störungen in Armenien ernste Vorstellungen zu höre» bekommen und auch eine strenge Untersuchung ver­sprochen. Ob diese Untersuchung stattfinden, und mehr noch, ob sie etwas Helsen wird, steht aber noch sehr dahin. Im Sudan wird heftig gekämpft und es scheint, als ob das über der Leiche des General Gordon errichtete Reich des Mahdi zusammenbrechen sollte. Eine Anzahl von Araberscheichs haben sich gegen den Mahdi erhoben, und die Schaaren deS Letzteren haben wiederholte schwere Niederlagen er­litten.

Zu erheblichen Arbeiterunruhen ist es in Ober- Italien und Spanien gekommen. Die schnelle An- .Wesenheit der Truppen dämpfte aber regelmäßig den Aufruhr sehr bald. Der Stand ber Cholera in Spanien ist unverändert. Viel Aufsehen machte die aus Rom gemeldete Nachricht, der Papst habe den Vatikan, seinen Palast, verlaffen und eine Fahrt durch die angrenzenden Teile der Stadt Rom unter­nommen. Hinterher stellte sich aber die Unrichtigkeit der Meldung heraus, das Oberhaupt der katho­lischen Kirche hat nur das äußere vatikanische Ge­biet betreten, aber nicht die italienische Stadt Rom.

Deutsches Reich.

Berlin, 18. Juli. DerReichsanzeiger" ist hinsichtlich der Mitteilung seines Berichterstatters in Christiania, wonachKaiser Wilhelm beabsichtige, auf manche lohnenden Ausflüge mit Rücksicht auf die Heimat zu verzichten, weil die Regierungsge­schäfte ein längeres Fortbleiben nicht wünschenswert erscheinen ließen", zu der Erklärung ermächtigt, daß eine Verkürzung des ursprüglichen Reiseplanes an Allerhöchster Stelle nicht in Aussicht genommen ist.

(Nachdruck verboten.)

Wie Herr Miller ins Kad reiste.

Humoreske von James Taylor.

(Fortsetzung.)

Nero hatte ein tüchtiges Stück Fleisch verzehrt, ben Knochen verborge» unb kam nun mit wahrer UnschnlbSmiene ans dem Schuppen hervor. Zugleich trat Fra» Miller auS dem Hanse und schlug bie Hänbe über bem Kopfe zusammen, als fie sah, wie Kathrin die Fleischstücke von ber Erbe auflaS.

»Siehst Du, bas kommt alles von Eurer Babe­reise l Könnt Ihr nicht ben Muub halten?' Damit gingen Herr Miller nnb Nero. Der Hund wendete bedauernd ben Kopf nach bem Fleisch zurück unb schaute verlaugenb nach ber Schüffel. »Du infamer Köter!' zürnte bie Köchin. Ein tüchtiger Fußtritt, vor bem Nero schleunigst ReißauS nahm!'

»Will mir ben Aerger etwas vertreten!' sagte Herr Miller nnb schlug ben Promenabeuweg ein, ber um bie Stabt herumführte. Er kam au bicht- belanbten Gartenhecken vorüber nnb schaute mürrisch halb rechts, halb links, ob fich nichts finbe, woran er ben Aerger anSlaffe» könne.

Da war t8 ihm, als komme auf einem Nebenweg fein Sohn Georg baher unb verschwinbe hinter ber Thür eines ber Gärten. Herr Miller blickte sehr hoch auf. Himmel Element, das war ja ber Gatten bes Herrn Thomson, bes Vaters einer hübschen Tochter, aber Besitzers von kaum 50000. Ein Mann von kaum füufzigtausenb? Tobias Miller lachte zornig auf unb that einen Lusthieb. Bei bem Lachen nnb bem Hieb fpr?ng ein harmlos; s Fröschlein in ben Graben, welcher fich zur Sette ber Promenade hinzog. Nero bebachte sich keinen Augenblick, ein Satz nnb hinein war er ins Wasser.

, Nero, bn v-rbrehtes Vieh, willst btt wohl gleich Hierher kommen?" ber zornige Ruf scheuchte ben Hunb ans bem Graben nnb langsam kam er zu bin Füßen seines Herrn herangekrochen.Na laß gut