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vorzüglich zubereitete Festmahl im mittleren, präch- ng geschmückten Saale bei OrangerieschlofieS an, welchem eine äußerst animierte Stimmung unter etwa 80 teilnehmenden Damen und Herren herrschte. De« erste» Toast dabei brachte Herr Major von Stamiord auf Se. Majestät Kaiser zgllhelm II. auS; der zweite Trinkspruch von Herrn Landgerichts-Präsidenten Koppen-Hanau galt der Stadt Fulda; Herr Ober - Bürgermeister Rang toastete auf den hessischen Geschichtsverein, Herr Biblio­thekar Brunner - Cassel auf die zwei Festredner, jährend Herr Oberlehrer Dr. Wesener-Fulda den Korsitzenden del Vereins feierte. Diese, wie die weiteren Trinksprüche von Herrn Pfarrer Wissemann- Casiel auf die anwesenden Damen und von Herrn Pfarrer Heldmann - Michelbach auf unser Stadt­oberhaupt fanden begeisterten Anklang. Nach der Festtafel wurde der in Aussicht genommene Spazier­gang in die Umgebung der Stadt, Frauenberg rc, ausgeführt, worauf ein ausgezeichneter Abendtrunk (Münchener Augustinerbräu) vor dem Kaisersaale die Festteilnehmer nebst Damen bei bengalischer Leleuch tmig des SchloßgartenS und Konzert der städtischen Musikkapelle noch lange an dem schönen Sommer­abend in heiterster Weise vereinigte und das Fest i« unserer Stadt zum gelungensten Abschluß brachte. Heute vormittag unternahm ein Teil der Gäste mit tdft Landauer und Partiewazen einen Ausflug in die Rhön, speziell auf die Fohlenweide, Milseburg und Schloß Bieberstein, wovon sie so zeitig zurück kehren, daß die Abendzüge sie noch heimwärts führen können. (F. Kr.)

igenbaur Zusicherung der Wiederanlegung im Herbst für jetzt

SchM der entgegengesetzten Empfehlungen des Finanzministers

Rouvier und der Budgetkommission mit 260 gegen

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, worai 239 Stimmen ein Amendement Leon SayS ange

verbv peditionstruppe unter dem Kommandanten Archinard

sich in gefährdeter Lage befindet, dahin berichtigt,

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im toi regeln damals dringend erforderlich gewesen seien,

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Ibersbei daß die alarmierenden Gerüchte durch Meinungs­fl, Rei! Verschiedenheiten hervorgerufen seien zwischen den

»ommen, welches von der Gebäudesteuer jene Ge­bäude ausnimmt, die den Landwirthen zur Wohnung dienen. Der Präsident der Budgetkommission, Casimir Perier erklärte, durch die Annahme diese! Amende-

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hierna ments sei eine Lücke im Gesetze geschaffen, welche rdes fi! man ausfüllen müsse, und die Kammer zur Unthätig- Schneidi leit verdammt. Auf Ersuchen des Berichterstatters t lebhi Bnrdeau wird hierauf die Sitzung aufgehoben.

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um die. Ordnung vollständig aufrecht zu erhalten.

London, 16. Juli. Kaiserin Friedrich mit den

Paris, 16. Juli. Von maßgebenden Kreisen Wird die Meldung desGaulois", wonach die Ex-

Anhängern einer energischen Aktion und denjenigen, welche den Status quo erhalten zu sehen wünschen.

Madrid, 16. Juli. In der Provinz Valencia kamen gestern 19 Cholera - Erkrankungen und 10 Cholera-Todesfälle vor.

San Sebastian, 16. Juli. Die Königin - Re­dentin ist mit ihren Kindern hier angekommen.

Telegraphische Depesche«.

Bochum, 16. Juli. Auf einigen Zechen des Gelsenkirchener Reviers ist wegen mangelnden Kohlen- absatzeS einigen 30 Bergleuten unter gleichzeitiger

diktatorischen Maßnahmen wieder aufzuhcben sind. Die Minister gaben die Erklärung ab, daß die Maß-

Korsbe , Haw e übri« Zeit i Im 8 um, a

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gekündigt worden.

Paris, 16. Juli. Die Kammer hat heute trotz

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Stündet, dürften allgemeinstes Jntereffe für sich in Anspruch nehmen. Der Versicherungsbestand der 35 Anstalten hat sich int abgelaufenen Jahre um 29158 Personen mit 171043 319 Mark Verfiche-

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Dekret veröffentlicht, welches die Regierung zur ßtn>/ Ausgabe von Noten im Betrage von 100 Millionen 's» Dollars zur Einlösung der Cedulas ermächtigt.

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8 folgt,

höchst « i Lissabon, 16. Juli. Die Pairskammer nahm :efte a mit großer Majorität das Gesetz an, wonach die die Stis von der Regierung anfangs dieses Jahres getroffenen

3llhriä Uhr io Minuten, von der Königin und der esM königlichen Familie zum Bahnhof begleitet, vonWind- for nach Portsmouth ab. Sie übernachten an Bord inige, der königlichen Dacht, um morgen nach Gibraltar tlkicht I weiter zu reisen.

i London, 16. Juli. Der .Times" zufolge er- 16 folgte in Chili im Salpeterdistrikt zwischen den - Truppen und den Ausständischen ein Zusammenstoß, übern 6C{ welchem 40 Ausständische teils verwundet, teils

getötet wurden.

Aalesund, 16. Juli. Das deutsche Geschwader ist heute abend hier eingetroffen.

Bukarest, 16. Juli. DieAgence Roumaine" vir ab ^Aärt die Meldungen desFigaro" über eine an- eißt. Übliche Jnterventton drs Königs von Rumänien Sigleit« behufs Eintritts Englands in Die Tripelallianz und über angeblich beabsichtigte diesbezügliche Berhand- dem t Gingen für absolut erfunden.

Buenos Aires, 16. Juli. Heute wurde ein

, bat I (Fortschritte der Lebensversiche- ' «Ä Iun9n Deutschland.) In der nächsten Zeit wird in den Hildebrand - ConradschenJahrbüchern ! National - Oekonomie und Statistik" wieder die wen» kannte statistische Abhandlung überZustand und !el8 toll Fortschritte der deutschen Lebensversicherungs - An­stalten", und zwar für das Jahr 1889, zur Ver- t «t d ^entlichung gelangen. Einige hauptsächliche Ergeb- 8 viffe dieser Untersuchung, welche sich auf die eigenen Geschäftsberichte von 35 Lebensversicherungs-Anstalten

rungS-Summe vermehrt. Es ist dies der reine Zu­wachs, welchen die sämtlichen Anstalten nach Abzug des im Laufe des Jahres durch Sterbefälle, Zrhl- barwerden bei Lebzeiten und Aufgabe der Versiche­rung entstandenen Abgang- erzielt haben. Der Bruttozugang betrug 67022 Personen mit 305 243507 Mark Versicherung? Summe. Bon letzterer Summe kommen auf die Lebensversicherungsbank für Deutsch- land in Gotha 32402700 Mark, auf dieGermania" in Stettin 31828518 Mark, auf die LebenSver- ficherungs- und Ersparnisbank in Stuttgart 24723140 Mark, auf die Lebensversicherungs-Gesellschaft zu Leipzig 24 464 300 Mark und auf die Allgemeine VersorgungS Anstalt zu Karlsruhe 20 563 600 Mk. An BersichemngS-Summen für gestorbene Versicherte sind im vorigen Jahre insgesamt 49 523 789 Mk zur Auszahlung gelangt. Ja dieser bedeutenden Ziffer liegt wohl daS stärkste Zeugnis für die segens­reiche Bedeutung der Lebensversicherung.

DieSchweizer Frauen Zeitung/ eines dec gelesensten schweizer Fcaumblätter, brachte jüngst nachstehenden beachtenswerten Artikel: Wie soll sich die in beschränkten Verhältnissen lebende Haus und Familienmutter dem kürzlich wieder statt gehabten Preisaufschlag deS Fleisches gegenüber ver­halten? In diesem Sinne ist in jüngster Zeit manche Frage an uns gestellt worden. Und zum Verwundern ist es wahrlich nicht wenn da und dort die Sorge einkehrt' wo der Speisezettel keinen Abbruch erleiden soll und die knapp bemessenen Mittel doch nicht den geringsten Zuschuß gestatten. Ein prächtiges Mittel nun, um ohne fühlbares Unbehagen oder Entehrung den Genuß des Fleisches nach und nach zu beschränken, ist der verständige Gebrauch von Liebigs Fleiichextract in der Küche. Eine Beigabe von Liebigs Fleischextract zu Suppen, Hülsenfrüchten und Gemüsen behagt nicht nur der verwöhnten Zunge, sondern die Nerven werden davon, wie von dem G.'nuffe des Fleisches, in angenehmer und wohlthuender Weise angeregt.

Wien. (Verhaftung wegen eines Kaffes.) In einer wunderschönen Nacht des MonatS Mai stand vor demHotel zur goldenen Ente" in der Rlemer- gaffe ein junger Mann, der sich von einem jungen Mädchen mit einem Kusse verabschiedete. Unmittelbar nach diesem Kuffe tauchte aus dem nächtlichen Dunkel ein Sicherheitswach-Jnspektor hervor, der den Kuß- spender für arretiert erklärte und ihn auf das Polizei- Kommissariat brachte. Warum?Wegen lieber tretung gegen die öffentliche Sittlichkeit." Diese geheimnisvolle Kußscene hatte nun ein Nachspiel vor dem Strafrichter des Bezirksgerichtes Alsergrund. Der junge Mann, Karl Schneider mit Namen, hatte sich wegen Uebertretung gegen die öffentliche Sittlich­keit zu verantworten. Richter: Warum haben Sie Herrn Schneider arretiert, Herr Inspektor? Zeuge: Wegen Verletzung der öffentlichen Sittlich kett. Richter: Und wodurch ist diese verletzt worden? Zeuge: Der Herr hat da! Mädchen um den Hals gefaßt und es geküßt, ich glaube wiederholt. Angeklagter: Ich glaube, es war nur einmal. Auf die Zahl kam eS nun freili h nicht an. Der Angeklagte entwickelte die Ansicht, daß der Kuß,der Ausdruck der Liebe", unmöglich als eine Verletzung der Sittlichkeit angesehen werden könne; andernfalls dürfte man sich beispielsweise auf der Gaffe auch von der Schwester nicht mit einem Kuffe verabschieden. Denn wer könne kontrollieren, ob die Dame, die man küßt, Schwester oder Geliebte sei? Der staatsanwaltschaftliche Funktionär schnitt diese interessanten Auseinandersetzungen ab, indem er er­klärte:Der Kuß auf der Gasse mag unter Um­ständen unanständig sein unsittlich ist er nicht. Ich trete von der Anklage zurück." Selbstverständlich erfolgte hierauf die Freisprechung des Angeklagten.

Spanische Wicke als Ampelpflanze. Hübsche Ampelpflanzen kann man auf einfache Weise erlangen, wenn man sechs bis acht Samenkörner von wohl­riechenden spanischen Wicken in einen Topf legt und die Pflanzen, wenn sie stark genug sind, in die Ampeln mit gutem leichtem Boden versetzt. Die Oberfläche sollte dann mit grünem Moos bedeckt werden. Man kann diese Pflanzen lange in blühen­dem Zustand erhalten, wenn man ihnen zuweilen einen leichten Dungguß giebt und die verblühenden Blumen stets rechtzeitig entfernt. Spanische Wicken verdienen von Seite der Blumenliebhaber als Topf­pflanzen eine größere Beachtung, als sie bisher ge­funden haben. In England werden sie in blühen­dem Zustand noch häufig als Marktpflanzen ver­kauft.

(Eine Entführung mit Hindernissen.) Eine romantische Entführungsgeschichte, der auch das sensationelle Element nicht abgeht, ist dieser Tage in London ans Licht gekommen infolge der Schwierig­keiten, welche der Eheschließung des flüchtigen Paares in England entgegenstehen. Die in Frage kommenden Personen sind der zwanzigjährige Sohn eines reichen Bankiers aus Bukarest und eine um 5 Jahre ältere hübsche Pariserin. Der junge Rumäne hielt sich in Gesellschaft seines Onkels in Paris auf und verliebte sich dort in ein sehr armes junges Mädchen. Er faßte den Entschluß, sie zu seiner Frau zu machen. Da daS in Paris ohne Aufsehen zu erregen nicht möglich war, kam er nach England. Vor einigen Tagen langte er in Dover an und that beim Standes­beamten die nötigen Schritte zur Verehelichung. Der Beamte erklärte, daß das Gesetz eine Ortsanwesen­heit von drei Wochen vorschreibe, bevor die Ehe ge­schloffen werden könne. Auch das junge Mädchen traf mit seiner Mutter ein. Mittlerweile hatte der

gestrenge Onkel von der Ureife und den Plänen seines Reffen Bind bekommen, langte ebenfalls in Dover an und legte gegen den Abschluß der Ehe Protest ein. Zwei französische Geheimpolizisten begleiteten ihn und auf ihren Rite sandte er an die vierhundert Oberstandesbeamten in England und Wales Meldung von der Absicht der jungen' Leute und warnte sie vor der Eheschließung. Zu gleicher Zeit bot er der jungen Damr 15 000 Franken baar und eine Jahresrente von 5000 Franken an, wenn sie auf die Heirat mit feinem Reffen Ver­zicht leisten wollte. Da! Mädchen weigerte sich und Da! Liebespaar reifte nach London. Der Onkel setzte ihnen nach und erwirkte bei d:r obersten Civil- standesbehörde ein amtliche! Verbot der Eheschließung. Der Neffe nahm den schlausten Londoner Rechtsan­walt an, der fofprt ein Verfahren einleitete, um jenes Verbot für ungiftig zu erklären. Der junge Rumäne hat sich zudem einen Revolver angeschafft und seinem Verwandten gedroht, er werde sich erschießen, wenn ihm die Eheschließung wirklich unmöglich gemacht werden sollte.

(Eine Reise nach Ober - Ammergau.) Das bekannte bayerische Dorf, in welchem in diesem Jahre wieder die Passions-Darstellung stattfanden, wird von Fremden stark aufgesucht, aber daß ein Ausflug dorthin auch seine Schattenseiten hat, beweist folgendes gelungene Gedichtchen eines Touristen:Fürs Passionsspiel voll Passion, Bi! nach Warnau (Endstation). Eisenbahn Billet genommen, Halbgerädert angekommen Post besetzt, kein Platz mehr kriegbar, Andres Fuhrwerk nicht verfügbar. Leiterwagen nehmen müssen Ohne Federn, ohne Kiffen, Stundenlang umhergerüttelt, Durch­gewalkt und durchgeschüttelt, Körperflecke braun und blau: Endlich Oberammergau! Schachmatt durch die Ortschaft trollen, Gasthaus suchen, 3immer wollen, Durch die Rechnung großen Strich! Zimmer frei? Höchst lächerlich, Alles längst vermietet, denn Vorbestellung Eag- lishmen! Schließlich Kuhstall aufgetrieben, Dort die Nacht auf Stroh geblieben, Morgens Rechnung überdies Mit Bongies und mit Service. Nachtruh schwach, Bezahlung stark Zwanzig Mäuse, dreißig Mark. Umgekleidet ohne Pause, Hingeeilt zum Festspielhause. Gutes Spiel und böse Miene, Zwischen meinem Platz und Bühne Luftdistanz ein Heliometer Oder etwas mehr peut - etre Aus der Näh gewiß sehr schön, Nichts gehört und nichts gesehn. Fünfthalb Stunden ausgehalten Plötzlich krach Wolken - spallen, Donnerwetter, Regenguß, Ueber- schwemmunz Festspielfchluß. Schleunigst flieh:n, Obdach suchen, Rennen weinen, bitten, flachen, Schnell entschlossen wezzeranat, Rücken Ammergau gewandt. Narnauwäcts bei Regen- stcömen Ohne weiteres Fußweg nehmen End­lich Bahnhof schön heraus, Tutzing, München, Krankengauj. Graue Sch vestern, Gute Pflege, Gottlob auf dem Bess'rungswege, Also selber, unbestritten Hab' Passt ans Geschch! erlitten."

(Schwiegermutter und Schwiegersohn.) D'e merkwürdigste Durchbrenner-Geschichte, die je gemel­det wurde, kommt aus dem pennsylvanischen County Sullivan. Dort lebte, wie dieNewyorker Staats- Zeitung" erzählt, im oberen Loyal Oaks-Thrl der 65jährige verwitwete Holzhändler Ponnce Bailey. Dieser verliebte sich vor einiger Zeit in ein junges, hübsches deutsches Dienstmädchen, das erst vor kurzem aus Europa eingewandert war, freite um sie, ward angenommen und ließ sich alsbald mit ihr trauen. Des Mädchens Mutter, Frau Katharme Klein, hatte zu jener Zeit eine Stelle als Haushälterin in Potter County: Als sie jedoch von dem Glücke ihrer Tochter Nachricht erhielt, beschloß sie, ihr einen Besuch abjuftatten. Sie führte ihren Entschluß vor etwa zwei Wochen au! und fand große! Gelallen an ihrem neuen Schwiegersohn. Dieses Gefühl schien auf Gegenseitigkeit zu beruhen, wenigstens sah sich die junge Frau Bailey nach einigen Tagen ver­anlaßt, ihre Mutter mit aller kindlicher Ehrfurcht zu bitten, ihr Haus wieder zu veclaffen. Frau Klein folgte dem Rate ihrer Tochter und reiste ab; wer ihr aber alsbald nachreiste, daß war Herr Bailey und jetzt lebt er mit seiner Schwiegermutter zusammen in Potter Conty. Das schönste an der Sache ist, daß er kein Deutsch, die Frau aber kein Englisch versteht und sie somit gänzlich auf die Zeichensprache angewiesen sind. Die eigentliche Frau Baily scheint sich über die Untreueihres Alten" nicht sehr zu grämen.

Landwirtschaftliches.

(Ueber den Milzbrand). Auf Veranlassung des badischen Ministeriums des Innern wird im Wochenbl. d. landw. Vereins i. Gr.-H. B.", nach­stehende Belehrung über die Kennzeichen de! Milz­brandes und das bei Ausbruch dieser Krankheit einzuhaltende Verfahren veröffentlicht. Der Malzbrand ist eine meistens schnell und tötlich verlaufende Krankheit, die bei anhaltender Trockenheit häufiger als bei feuchter Witterung vorkommt. Der Milz brand befällt hauptsächlich Rinder und Schafe, seltener Pferde, Schweine und Ziegen; zuweilen auch Hirsche und Rehe. Ein plötzliche! Verenden solcher Tiere ohne vorherige Krankheit darf besonders in Gegenden, in welchen der Milzbrand gewöhnlich vorkommt, den Verdacht der Seuche erwecken. Die Tiere stürzen wie vom Schlage getroffen zusammen, verfallen in Krämpfe, zeigen große Athemnot und ersticken schließlich. Milchkühe brechen kurz vor drr

Krankheit in der Milch ab. Schafe entleeren einen blutigen Harn. Manche Tiere stehen erst nach mehrstündiger oder mehrtägiger Krarckheit auf; irr diesen Fällen laffen die Tiere plötzlich vom Futter ab und zeigen großen Durst; anfänglich zittern sie und find kalt, später wird die Hautoberfläche wieder heiß. Die Tiere athmen hastig und verraten große Angst. Solche Fieberanfälle wiederholen fich ge­wöhnlich mehrmals; endlich treten Zuckungen oder Krämpfe an den Gliedmaßen ein. Der Mist ist weich und mit Blut gemischt. Mitunter, haupt­sächlich an Rindern, kommen plötzlich unregelmäßig gestaltete Geschwülste an den Hinter- und Vorder» schenkeln, auf dem Kreuz, dem Rücken, am Hals oder Kopfe zum Vorschein. Diese Geschwülste sind heiß und ihre Berührung ist für das Tier schmerz­haft ; oft hört man ein Geräusch, wenn man mit der Hand über die Geschwulst hinwegfährt. Die Geschwülste nehmen an Ausdehnung zu, öffnen sich zuwellen und entleeren eine blutigwäsierige Jauche. Am deutlichsten treten die Kennzeichen de! Milz­brandes nach dem Tode hervor. Der Bauch treibt sich schnell und stark auf; der Körper wird nicht starr, und au! den natürlichen Körperöffnungen, be­sonders au! Maul, Nase und After, fließt schaumiges, dunkelrotes Blut. Wenn möglich, sind die erkrankten Tiere von den gesunden abzusondern. An den er­krankten Tieren darf keine Operation ausgeführt, kein Aderlaß, kein Einschnitt in die Haut überhaupt vorgenommen und kein Haarseil gezogen werden. Aerzt- liche Behandlung steht nur den Tierärzten zu. Wegen der großen Gefahr der Ansteckung, die, die nicht selten tötliche Krankheit zur Folge hat, dürfen Personen, welche Verletzungen an den Händen oder anderen unbedeckten Körperteilen haben, kranke Tiere nicht ab warten, und ist das blutige Aus­schlachten und das Abhäuten der Tiere verboten. Zur Verhütung weiterer Milzbrandfälle ist die gründlichste Reinigung und Desinfektion aller Oert- lichkeiten und Geräte, mit welchen die lebenden oder toten milzbrandkranken Tiere in Berührung gekommen, und die Beseitigung der Streu und des Futters, das sich in der Umgebung der Tiere be­fand, unbedingt nötig. Als Schutz- und Vor­beugungsmittel empfehlen namhafte Tierärzte, das Trinkwasser mit reiner Salpetersäure (Nitri acid- purrnn) anzusäuern und davon täglich einmal sechs Tropfen auf einen Liter Wasser zu geben. Auch Arsenik IV dec. soll sich in täglich einer Gabe von 10 Tropfen bei Kühen als Schutzmittel bewährt haben.

(Gegen Bogelschaden in der Saatzeit.) Als ich früher Forstmann war, hatte ich viele Plage durch die Vögel (Finken, wilde Tauben rc.) auf meinen Nadelholzkämpen, und zu Hause klagte meine Frau über die Tauben, sowie auch Sperlinge und Finken im Garten. DaS Schießen und die Scheuch­mitteln von toten Saatfrevlern sogar tote Katzen und Füchse habe ich auf die Saatkämpe gehängt genügen lange nicht, denn die Spitzbuben gewöhnen sich daran, und den dritten und vierten Tag sitzen die Näscher unter der viel versprechenden Scheuche. In den Jahren 1876 bis 1878 bekam ich durch die märkische Fvrstvereinsschrift einen Artikel zu lesen:lieber Schäden der Vögel auf unseren Saat- kämpen", ein probates Mittel hierfür sei das in den Apotheken und Drogenhandlungen käuflich zu erhaltende Minium ober Bleimennige, das Kilo­gramm kostet 50 Pfg. bis 1 Mk. Die Verbindung der Bleimennige mit dem Samen ist folgende: Man schüttet den Samen, der gefäet werden soll, in einen Topf ober bei größerem Quantum in ein Faß, gießt kaltes Waffer nur so viel zu, daß die Masse beim Rühren suppenähnlich wird, bann schütte man bet stetigem Rühren nur so viel von der Bleimennige hinzu, daß die Flüssigkeit wie eine rote Krebssuppe aussieht; mische dies recht durch­einander, damit alle Samenkörner einen roten An­strich erhalten. Nun gießt man das Waffer ab durch ein Sieb in ein anderes Gefäß und trocknet den jetzt ganz rot aussehenden Samen durch Aus­schütten auf ein Brett an der Sonne ober im stark geheizten Zimmer recht schnell; benn wenn man Nabelholzsamen z B. langsam trocknet, erhitzt sich berselbe sehr schnell, unb es muß in diesem Falle sofort alles ausgesäet werden; das aber geht noch schlecht, weil der Same klumpig unb feucht ist. Ist der Same wieder vollständig trocken, so kann er ausgesät werden; damit ist man vor schädlichen Nagetieren unb Insekten bis zur nächsten Aussaat gesichert. Ich bin jetzt nicht mehr Forst­mann, habe aber viel Freude, zugleich auch Spaß an diesem Mittel noch gefunden. Im eigenen Garten fraßen mir des Nachbars Tauben die ausgehenden Zuckererbsen alle au! der Erde heraus. Nächstes Jahr wandte ich mein Mittel an und siehe da, dies Jahr hatten alle meine Nachbarn großen Schaden, und auf meinen Saatbeeten gingen die Tauben spazieren, ohne ein Samenkorn zu berühren. Zum Aerger der Nachbarn! Landwirten, die Weizen säen und durch die Krähen viel zu leiden haben, gab ich das Mittel zur Hand und habe freudigen Dank erworben. Dies Mittel hat den Vorzug, daß die Vögel davon nicht sterben, sie laffen nur das Naschen und kennen den so vorbereiteten Samen ganz genau.

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