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übel beraten gewesen, man hatte ihn geflissentlich gegen das Balkanvolk und gegen die Leiter der bulgarischen SelbstLndigkeitsbewegung eingenommen. Daraus entsprangen die Schritte Rußlands, welche der Sachlage nicht entsprachen und die sich dem­gemäß als nutzlos erweisen mußten. Dann kam die russische Agitation in Bulgarien, die Aufstandsver­suche und Verschwörungen, die so vielen Menschen das Lebe» kosteten und erst recht Erbitterung und Abneigung hervorriefen. Von beiden Seiten muß man sich entschließen, durch die Ereignisse der letzten Jahre einen Strich zu machen, dann wird auch der Friede mit Hilfe eines guten Mittlers möglich, der der deutsche Kaiser beim Zaren sein will.

oder völlig erfunden sein, aber der Grundgedanke ist sicher zutreffend, denn davon ist heute nicht zum erstenmale die Rede: die Absicht Kaiser Wilhelms II durch ein Zusammenwirken der Fürsten die bul­garische Angelegenheit aus der Welt zu bringen. Die Arbeit ist mühsam, aber der Lohn ist der Mühe wert. Es ist ja doch Thatsache, daß seit der Revo­lution von Philippopel, durch welche Bulgarien und Ost Rumelien mit einander vereinigt wurden, keine Ruhe mehr in Europa bestanden hat, dagegen die militärischen Rüstungen unaufhaltsam vervollständigt sind. An ■' dem Unmut des Zaren über seine total verunglückte bulgarische Politik knüpft Frankreich seine Revarchkhoffrungen; wird diese üble Stimmung be­seitigt durch Erledigung der bulgarischen Angelegen­heit, dann wird auch in Paris eine starke Depression eintretcn. Kein Wunder, wenn Kaiser Wilhelm II. sich hier versuchen möchte.

Schon seit längerer Zeit ist in dem Geschäfts­verkehr der europäischen Diplomatie ein großer Wechsel eingetreten. Früher waren die Minister die leitenden Persönlichkeiten in der Auswärtigen Politik, und als erster unter ihnen Fürst Bismarck. Wenn man heute nicht begreifen wollte, daß der deutsche Kaiser auf ein stärkeres Hervortretrn der Monarchen, auf eine direkte Verständigung zwischen ihnen hinarbeitet, müßte man blind sein. Man kann anrehmen, daß auf den kaiserlichen Reisen viel an­gebahnt ist, was gute Früchte zeitigen wird, wenn nur der rechte Moment gekonnten. Ob nun jetzt schon der geeignete Moment für die Lösung der bul­garischen Frage da ist? Wer will daS wissen? Un­möglich ist nichts, und wenn ein so hochstehender Vermittler, wie der deutsche Kaiser, sich geltend macht, warum soll nicht eine Vereinbarung möglich sein? In drm ganzen bulgarischen Hader ist ja die Stimme der Besonnenheit saft nie zur Herrschaft gekommen, Haß und birtere Feindschaft rangen um die Herrschaft, von Versöhnung wollte keiner von beiden Teilen zuerst reden.

Fürst Ferdinand ist mit ziemlicher Verstimmung gegen seinen Ministerpräsidenten Stambulow aus Sofia nach Karlsbad gereist, die Hinrichtung des Majors Panitza erfolgte durchaus gegen seinen Willen, und der Fürst ist nicht der Mann, welcher sich gleichmütig fremdem Willen beugt. Aber ob er sofort abdanken wird, ist doch fraglich, und noch fraglicher ist, ob die Bulgaren sofort zu Rußland umkehrcn werden. Ohne Entgegenkommen von rus­sischer Seite ist nichts zu erwarten. Kaiser Alexander seinerseits ist in Sachen Bulgariens von Anfang an

voller Anerkennung für die Verdienste des Fürsten Bismarck waren. Die Wiedergabe dieser Aeuße-> rungen durch die „Köln. Ztg." scheint Verstimmungen hervorgerufen zu haben, als deren Ausfluß eine Zuschrift zu betrachten ist, welche dem „Hamb. Korresp." von „sehr beachtenswerter Seite" aus Christiania zugeht. Dieselbe lautet: „Es darf nicht Wunder nehmen, daß die Veröffentlichung des Inhalts einer Unterredung, welche dem zur An­wesenheit des deutschen Kaisers hergesandten RedaktionS« mitgliede der „Köln. Ztg.", Dr. Kleser, vom Könige Oskar II. bewilligt worden war, in Hoskreisen nicht allein, sondern auch beim Könige selbst em großes Mißfallen erregt hat, weil man sich sagt, daß wen« es heut zu Tage auch Mode geworden sein mag, Interviews zwischen Ministern rc. und Zeitungs- korrespondenten der Oeffentlichkeit zu übergebe», eS doch der bisher geübten Sitte und dem bis dahin stets beobachteten Takte nicht entsprechen dürfte, daS, was gelegentlich einer bcreitwilligst gewählten Audienz von einer Majestät geäußert wird, sans fagon in die Blätter zu bringen. Am allerwenigsten konnte König Oskar — wenn derselbe dem genannten Redakteur auch gestattete, einen bestimmten Teil seiner Aeußerungen durch die Presse zu verbreiten — er­warten, daß ein ganz privat gehaltener MeinungS- ausspruch über den Fürsten Bismarck — auf welchen übrigens, wie wir zuverlässig mitzuteilen in der Lage sind, nicht etwa der König, sondern der Abgesandte der „Köln. Ztg." das Gespräch, anscheinend absicht­lich, lenkte — gewissermaßen als Hauptgegenstand der Audienz öffentlich hingestellt und dadurch letztere so gekennzeichnet werden würde, als sei es dem Könige OSkar II. darum zu thun gewesen, seiner Meinung über den Rücktritt des Kanzlers noch vor der Ankunft des deutschen Kaisers oder doch noch während der Anwesenheit desselben in Christiania öffentlich Ausdruck geben zu lassen. Dies lag dem König fern, und sobald er von dem Artikel der „Köln. Ztg." Kenntnis erhielt, hat er kein Hohl daraus gemacht, daß nach seiner nunmehr feststehenden Ueberzeugung der betreffende Herr des rheinischen Blattes lediglich zu dem Zwecke eine Audienz nach­suchte, um durch die vom König erwartete Aeußerung über den Fürsten Bismarck Propaganda für die be­kannten Bestrebungen des Kölner Blattes in der Rücktritts - Angelegenheit des Kanzlers zu machen. Wie erwähnt, ist besonders der König sehr unge­halten über den mehrerwähnten Artikel und hat eS auch einigen Herren vom Gefolge des deutschen Kaiser- gegenüber offen ausgesprochen, daß er diese

mit ihren Beiblättern

Kreisblatt

und

-linftriertes Son«tagsblatt

fiir das dritte Vierteljahr (1. Juli bis 1. ober) bitten wir gefl. sofort erneuern wollen.

Auf den pünktlichen Empfang kann nur it Sicherheit gerechnet werden, wenn

Sofort

ie Zeitung bei dem betreffenden Postamt be- wird. Die Post hört auf zu liefern, die Bestellung nicht ausdrücklich erneuert lird.

Es geht etwas vor!

Die politisch stillste Zeit des Jahres ist hcran- mmen, die Kammerdebatten und Parlamentsreden eigen entweder ganz oder finden nur noch wenig echtung / hingegen geht es wie ein geheimnis- !les Flüstern durch die diplomatischen Kreise, als

Mannt ochfeim Knabe« empseb

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(3 En Stock.

Marburg,

Mittwoch, 16. Juli 1890.

Die Postbestellung auf die

vberhesfifche Zeitung

Deutsches Deich.

Berlin, 14. Juli. Ein Artikel des „Reichsan zeigers" konstatiert, daß die Konvention wegen Ab­schaffung der Zuckerprämie» bisher nicht ratifiziert wurde. Der Austausch der Ratifikationen bis zum 1. August sei mehr als unwahrscheinlich. Er wendet sich gegen die auf angebliche Erklärungen der Reichs­finanzverwaltung sich stützende wiederkehrende Zeitungs­artikel, wonach der Verzicht auf die Rübensteuer ausgeschlossen und die Einführung fester Ausfuhr­prämien zu erwarten seien und hebt hervor, derar­tige Erklärungen seien von der ReichSfinanzverwal- tung nie abgegeben, vielmehr habe der Staatssekretär des Reichsschatzamts in den letzten Reichstags-Sessionen es wiederholt abgelehnt, vor Ablauf der Ratifika- lionsfrist über die spätere Gestaltung der Zucker- steucr-Gesetzgebung sich zu äußern, und in der Reichs­togssitzung vom 25. Juni nur ausgesprochen, daß, wenn aus dem Zucker höhere Reichseinnahmen fließen sollten, die Gestaltung des Gesetzes sich wahrschein­lich nach der Entscheidung, welche der 1/8. August bringe, sich richten werde. — Das Armeever­ordnungsblatt veröffentlicht ein Gesetz betreffend die Abänderung der Militär - Strafgerichtsordnung, wonach verabschiedete Offiziere der Militärgerichts­barkeit nicht unterworfen sind; ferner eine Kabinets- ordre, wonach bei Paraden vor dem Kaiser die Na­tionalhymne nur gelegentlich des Kaisermanövers zu spielen ist und das Salutieren festgesetzt wird. — Bei dem nun beendigten Bundesschießen ist der Kaiserpokal von Baumeister Musch in Meran ge­wonnen worden.

— Kurz vor dem Eintreffen deS deutschen Kaisers in Christiania hatte die „Köln. Ztg." eine Mit teilur g über Aeußerungen des Königs von Schweden gegenüber einem ihrer Redakteure gebracht, welche

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Erscheint täglich außer an Werktage« »ach Sonn- und Feiertagen. — Ouartal-Abonnementi-PreiS bei der Expe­dition 2*/. Mk., bei den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnfertionSgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Anzeige» nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler i» Frankfurt a. M., Taflel, Magdeburg u. Wien: Rudolf XXV Moffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; ®. g. ’ 'VuytBuw8« Laube u. To. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

etwas Besonderes zu erwarten sei. Und dieses 'stcrn ist lauter und lauter geworden, seitdem der wlererzog Ernst ton Sachfen-Koburg Gotha bei seinem VVl। ^cn' dem Fürsten Ferdinand ton Bulgarien in ulsbad in Böhmen eingetroffen ist. Trotz der nwandtschaftlichen Beziehungen ist der Besuch sicher ; ine einfache Visite und man erzählt auch, der *_— ikrzog erstrebe nichts geringeres, als seinem Neffen kn Rat zu geben, auf den bulgarischen Thron zu ' M"" geht noch weiter und behauptet,

V Reise des Herzogs sei auf eine Bitte des deut- W» Kaisers zurückzusühren, welcher den dringenden »unsch habe, die bulgarische Frage aus der Welt ______ 1 schaffen. Endlich wird sogar erwähnt, Fürst Dicht Winand habe sich bereits entschlossen, auf den löfitt ^on von Sefia zu verzichten. Co schnell geht

1 der Abdankung nun wohl nicht, und auch

® den übrigen Gerüchten mag manches übertrieben

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Treuer Liebe Loh«.

Roman von U. Rosen.

(Fortsetzung.)

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t abzuwickeln, und werde voraussichtlich eine , , dort bleibe». Wolle» Eie mich begleiten

lerunMvileiu Arevalo? Sagte» Sie mir vicht, daß Sie rhlnd »jemals in der Hauptstadt waren?" Mgut »tralda zögerte. Loudon, tn dem ihre Mutter

wüßten Teil ihrer Zeit verlebte, war der Tochter 1 vubekauuteS Laut. Cie hatte viel von seiner

Ich muß Sie angenehm unterhalten haben, ", fuhr der Marquis fort. ,O, verzeihe» Sie , und verlasse» Sie mich nicht. Vergessen Eie Tollheit nnb tragen Sie mir keinen Groll . Ach, Sie wissen nicht, wie tief die Schlechtig- Eottfrieds mir in die Seele schnitt. Und Sie sea mich auch nicht tadeln, wenn mich bet dem anken, der Verruchte könnte mein Erbe werden, Graue» erfaßt. Was mich tu diese wahnfinnige versetzte, war die Vorstellung, Gottfried, halte irgendwo in einer Verkleidung und unter falschem , . tn verborgen, nm, wenn ich gestorben bin, mit *ta Ansprüchen heivorzutreteu. Ich glanbe, wenn eife Sef<tä5e, würde ich vor Empörung über dcsUu- Beriin A""liche wein Grab sprengen I Ich wag es nicht ^e» daß er, der mich so tief kränkte, von meinem de Nutzen ziehe, in diesen ehrwürdigen Hallen he und mein Gedächtnis herabwürdige."

------,So etwas könnte nie geschehen!" rtef Gtralda ä st® tobeinb.

gnur l£), wenn er lebte, wäre «s nicht unmöglich, gasse »b. Doch er ist tot, dessen bin ich gewiß. Aber !L®tinet Ueberzeugung eupfiude ich zuweilen eiu ibpf Phasen. Ich möchte jene» Detektive sprechen, den '«art vor Jahren znr Verfolgung Gottfriels in nut y S lenste nahm, nnb hätte Lnst, deswegen nach ,m Er! , 8” S-A- Heute ist Freitag, Montag könnten

(971 dUiseu. Die Schmerzen in meinem Fuß haben Ukassen. Ich habe verschiedene Geschäfte in der

Größe, seinen prächtigen Baudenkmälern, feinen herrlichen Kuustschätzerr und seinem nimmer rastende» Lebe» gelesen, nnb diese Stadt der Wunder zu sehen, war einer ihrer Mädcheuträume gewesen.

.Ich weiß nicht, ob es recht ist, daß ich hiu- gehe", gestand sie rffen. ,Wmu Mama gewünscht hätte, ich solle London kennen lernen, würde sie mich einmal selbst mitgenommen haben."

.Sie verzichtete vorauSfichtlich darauf, nm der Notwendigkeit auszuweichen, Sie in einen Kreis von Schauspielern eiuzusühren. Sprach fie fich jemals entschieden gegen Ihren Besuch Londons aus?"

»Nein, Herr Marquis, oberste wiederholte öfters, daß sie mich nicht um alle Welt allein dorthin gehen ließe."

.Sie werden auch nicht allein gehe», Kind. ES wird mir Vergnüge» mache», Sie mitzuoehme» und Ihne» all die Seherswürdigkeiteu der Metropole zu zeigev, um die Freude zu beobachten, die Ihr frisches junges Gemüt bei bem Anblick all der Wunder, die fich Ihnen offenbaren werden, empfinden muß. Mau hat Ihnen vielleicht gesagt, daß ich herzlos und geizig bin, weil ich abgeschlossen lebe und wenig Bedürfnisse habe. Aber für wen sollte iS mein Haus offnen? Ich habe in der ganzen weiten Welt keinen Menscher, der mich liebt. Weswegen sollte ich mir den lästigen Zwang auferlegeu, Lente, die mir gleichgiltig find, um mich zu versammeln?" &

Er lehnte seinen Kops in die Kissen seines Sessels zurück nnb blickte müde nnb kummervoll auf feine junge Gefährtin.

.Er ist boch ein toruehmer Manu mit einem warmen, großen Herzen", dachte Giralda. Wie majestätisch dieser weißnmrahmte Kopf mit den edlen, strengen Zügen ans sieht. .ES gibt Niemand ans Erden", sagte fie, schüchtern errötend, .der nicht Liebe gewänne, wenn er bereit ist, Liebe zn e» pfangen und zn gewähren."

Lord TreworS scharfblickende schwarze Äugen lasen in ihrem lieblichen, unschuldigen Gesicht wie in

einem offenen Buch. .Könnten Sie mich lieben?" fragte er plötzlich. .Ich meine, wie Ihren Vater oder Ihren Großvater, mein Kind. Ich bin fünf« uudfiebzig Jahre alt, aber daS Herz ist ein seltsames Ding. So lange eS pulsirt, sehnt eS fich nach der warmen Neigung, dem innigen Anschmiegen eines anderen Wesens. Sie haben mein Herz bereits erobert. Ich möchte wissen, ob Ihre Eltern mir die Einwilligung gäben, Sie als meine Enkelin zu adoptieren. Ich wünschte, so lange mir »och zu leben vergönnt ist, ein junges Gesicht nm mich zu haben, das fröhliche Lache» vou Kinder» nm mich zu hören! Noch niemals sah ich eiu Gesicht, das ich schon beim erste» Anblick so sehr liebte, wie das Ihrige, niemals ein Wesen, dem ich unbedingter glaubte und vertraute! Wenn ich Sie adcptierte, mein Kind, hätte» Sie nicht nötig, die Ihrige» aufzugeben. Sie sollte» vielmehr das Recht haben, fie z» besuchen, so oft es Ihne» gefiele. Ich habe a»S meinen Einnahmen ein bedeutendes Vermögen gespart, über das ich nach Wahl verfügen darf. Nach meinem Tode soll eS in Ihren B> sitz übergehe». Wolle» Sie mir ei»e Enkelin wtrden, Giralda?"

»Sie find sehr, sehr gütig, Herr Marquis", er­widerte Giralda erglühend. .Und ich wäre nicht gezwungen, Popo, Marno, Rnpert nnb Egon anf- zugebeu?"

.Gewiß nicht."

,Unb ich dürfte Rnpert von dem Seide, baS Sie mir fcheukeu wolle», stubieren lasse»?" fragte bas dos junge Mädchen mit strahlenden Anger. .Ich könnte Mama die Möglichkeit verschaffen, immer zu Hause zn bleiben ? Ich dürfte mit dem Gelbe thu», waS mit beliebte?"

»Jo, Lind, was Ihnen beliebte. Ich würbe Ihnen an bem Tage, an bem ich Sie gesetzlich adoptierte, ein Ett komme» sicher», dos für die Er- füllung aller Ihrer großmütiger: Wünsche auSreichtt I"

Giralda sprang fterdeglühlend von ihrem Sessel ans. Ihre Augen schwammen in Thräuer. .So

will ich Ihre Enkelin sein", sagte sie mit vor Dank­barkeit zitternder Stimme, .will immer bei Ihnen bleiben und mich bemühe», Sie so glücklich zu macheu als es mir möglich ist. Und — nnb, ich will Sie Sie vou ganzem Herzen liebe, ich liebe Sie jetzt schon um Ihrer großen Güte willen." Zitterub nnb er­rötend staub fie voo ihm, einen Augenblick zögerte fie um bann, ihrem dankbare» Herze» gehorchend, ihn zu umarme» und einen Knß auf feine Stirn zu drücken.

Die Wirkung ihrer kindlichen Liebkosung war wunderbar nnb ergreifenb.

Thiäuen traten bem Greise in die Augen nnb fein Gesicht zuckte schmerzlich. Seit Jahren hatte ihn Niemand, geküßt, nnb Giraldas Liebkosung brachte tu ihm bie Erinnerung an bie kindlichen Küsse deS Knaben zurück, der an seinem Busen geschlummert und dessen vermeinttiche Schlechtigkeit ihm bas H-rz gebrochen hatte.

.Kind, mit ben Singen, welche ich so sehr liebte", flüsterte er, „von diesem Moment an find wir durch ein Band mit einander verbunden, das nimmer zer­risse» werde« kau»."

Er zog fie sanft an sich nnb hauchte einen väter­lichen Kuß auf ihre Wang'. .Ich werbe Deine Mama aufsnchen, sobald wir «ach bei Stadt kommen", sagte er. Ich werde in allen Theatern nach ihr ausschauen, nnb fie wirb »n8 zu Deinem Papa bc- gleiten. Ich muß auch Rupert nnb Egon kennen lernen. Wer weiß, (Siralba, ob ich nnn doch nicht in kurzer Zeit eine kleine Familie um mich versammelt habe» werde? Deiu Papa und ich, wir werden mit­einander Freundschaft schließen, wir werden urs über Spanien unterhalte», und nächstes Jahr werbe ich mein Haus tn der Stadt eröffnen, nnb Dich in bie Gesellschaft einführen. Ich bin schon recht nage» baldig, Deine Eltern nnb Geschwister kennen zu lernen."

„Uub ich kann er nicht erwarte», fie Ihnen vor­zustellen, Mylord. Wie glücklich wirb Mama, wie froh wirb Papa fei», wenn ich Sie zn ihnen bringe!