Wöchentliche Beilagen: Kreis Blatt für die Kreise Marburg «nd Kirchhain. — Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
Zur gef. Beachtung
Die Exped. der Oberh. Zeitg.
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1642
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fentlicht in seiner heutigen ersten Beilage den SB ort mt des deutsch-englischen Abkommens vom April d. Js. in deutscher und englischer Sprache.
- Die Uebergabe von Helgoland soll, wie die
von 70 000 Mk. im engsten Kreise zum Garantiefonds aufgebracht. Man hofft auf 200 000 Mk. Zeichnung.
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loche dieses Monats zu gewärtigenden Zustimmung is britischen Parlaments zu der Abtretung unmittel- tr folgen. Für die Verwaltung würde zunächst ein ivdisorium eintreten, weil die definitive.Ordnung t staatsrechtlichen Stellung der Insel nicht ohne «en Akt der Gesetzgebung, und zwar, sofern cs sich l die Einverleibung derselben in Preußen handeln Ite, auch der Gesetzgebung Preußens bedarf. Für t Zwischenzeit soll Helgoland dem Reichsamte des inern unterstellt und von diesem durch einen Kom- ßar verwaltet werden. Der Staatssekretär des ichsamis des Innern, Herr v. Bötticher beab- hrige, sich im Laufe der letzten Juliwoche an Ort id Stelle zu begeben, um die Uebergabe der Bcr- lllung seitens der britischen Behörden an die hierzu hgntrten Reichsbeamten und die Einrichtung der iltschen Verwaltung zu leiten.
Assiimd.
London, 10. Juli. Gestern abends spät fanden in der Bow-Street und deren Nachbarschaft einige unbedeutende Zusammenstöße von Menschenmassen mit der Polizei statt. — Eine Versammlung von fünftausend Postbriefträgern im Stadtteile Clerkenwell nahm eine Resolution an, wonach der Streik heute vormittags beginnen sollte, wenn nicht alle Nicht- Vereinter entlassen würden. Von den Postbeamten welche gestern vormittags die Hilfsarbeiter der Packetpost angriffen und vertrieben und ihren Vorgesetzten den Gehorsam versagten, wurden hundert summarisch entlasten. — Gestern Abend wurden hundert, heute sicbzig Postbeamte, welche Nicht- Verbandsmitglieder angegriffen und mißhandelt hatten summarisch entlasten. Der Verbandssekretär Rieth bat die Uebrigen, die Arbeit vorläufig fortzusetzen. Die VerbandSdelegirten gaben die Ordre aus, in den Postbureaus nicht zu streiken. Eine Anzahl Nichtunionisten wurde unter Polizeischutz beschäftigt. Die allgemeine Arbeit wurde nach kurzer Unterbrechung wieder ausgenommen. — Heute früh sind weitere 100 Briefträger entlasten worden. Fünfzig Beamte des östlichen und sechSzig des nördlichen Distrikt- Haben heute früh die Arbeit niedergelegt. Die Postverwaltung drohte jedem Beamten mit Entlastung, welcher den Gehorsam verweigert oder die angestellten an der Fortsetzung ihrer Thätigkeit zu hindern sucht. 200 Briefträger demonstrirten durch eine Prozession von Islington nach der City und setzten, durch 150 Beamte des Westbezirks verstärkt, ihren Marsch nach dem westlichen Stadtteil durch die Oxford-Street fort, um auf dem Wege alle Beamten zum Anschlufle zu überreden.
Bergen, 10. Juli. Kaiser Wilhelm ist heute vormittags 10 Uhr, auf dem .Hohenzollern" unter dem Salut des gesamten Geschwader- nach Eide am Hardanger-Fjord abgereist.
— In der Allgemeinen Charakteristik der wirtschaftlichen Lage Deutschlands im Jahre 1 889, welche das Aeltestenkollegium der Berliner Kaufmannschaft in ihrem Jahresberichte giebt, heißt es: „Der Aufschwung der wirtschaftlichen Thätigkeit Deutschlands, der sich in den beiden Vorjahren, erfolgreich bereits im Jahre 1888, doch immer noch unter mannigfachen Hemmungen und Schwierigkeiten Bahn gebrochen hatte, machte sich im verflossenen Jahrgang von Monat zu Monat kräftiger und umfastender geltend. Nicht nur in Deutschland, sondern in allen Zonen der Erde brachten die für die nächste Zeit gesicherten Friedensaussichten und der allseits belebte Unternehmungsgeist einen selten in solchem Maße vor gekommenen Aufschwung hervor. ES giebt kein Land in Europa und auf überseeischen Ge bieten, welches nicht an der regsamen Produktion und an der Erweiterung der Handelsverbindungen des Jahres 1889 Teil genommen hätte. Ungewöhnliche Fortschritte zeigt die Werthstatistik der Ein- und Ausfuhrbcwegung unter Anderen Großbritanniens, der Vereinigten Staate», Frankreichs, ja selbst Rußlands auf (wobei allerdings die höheren Preise des Jahres 1889 in Betracht zu ziehen sind); und wenn Deutschland in einigen Fabrikaten, für welche cs eine hervorragende Stellung auf den Märkten des Auslandes errungen hat, in Betreff der Ausfuhrmengen 1889 hinter den Vorjahren zurückgeblieben ist, so ist ein mitwirkender Grund dazu in dem Umstand zu suchen, daß diese Industrien lebhaster und lohnender im vorigen Jahr für daS Inland, als jemals beschäftigt waren. Staats- und Privatbedarf für Ausrüstung der Eisenbahnen, für Kriegsmittel, für Bauten, für Erweiterung von Fabriken setzten alle disponiblen Kräfte mehr als je in Bewegung, und die Verhältviste brachten es mit sich, daß in der Regel kurze Lieferungsfristen bedungen waren. Andere Veranlassungen zur Verminderung des Exports lagen in der stark und rasch zunehmenden Materialieuteuerung und in Arbeiter- ausständen.
— Dem Festkomitee des deutschen Bundesschießens in Berlin ist von unserem Kaiser folgendes Telegramm zugegangen: »Ich bitte Sie, den in Berlin festlich vereinigten Schützen Meinen Tank für die Mir übersandten Wünsche zu übermitteln. Wilhelm."— Der König von Italien hat folgendes Telegramm nach Berlin gerichtet: „Se. Majestät der König von Italien hat mit großer Genugthuung vernommen, ein wie herzlicher Empfang seinen Landklcuten bereitet worden ist und lebhafte Genugthuung empfunden
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über die anläßlich des 10. deutschen BundesschießenS an ihn gerichtete Begrüßung. Der erlauchte Monarch, dankbar für die ihm von den Schützen so vieler Nationen bezeugte Sympathie, ersucht Ew. Hochwohlgeboren, bei denselben der Dolmetsch seines königlichen Dankes und seiner Wünsche sür das Blühen und Gedeihen und die Wohlfahrt ihres Vaterlandes zu sein. Der Minister des königlichen Hauses. Visone. Auch vom Kaiser Franz Joseph ist ein ähnliches Telegramm eingegangen. — Bis zum Mittwoch Abend war der Festplatz des Bundesschießens, von einigen Regenschauern abgesehen, noch leidlich vom Wetter begünstigt. Am Donnerstag regnete es aber fast unaufhörlich und ging der Besuch infolge davon zurück. Am Mittwoch Abend hatte ein Fackelreigen von 500 Turnern zu Ehren der Schützen stattgefunden. Zunächst wurde das vierfache F gebildet, wobei das Lied: „Turner, auf zum Streite" gesungen wurde. Dann folgte die Bildung eines W, des kaiserlichen Monogramms, wobei die Nationalhymne gesungen wurde. Unter dem Gesänge des „Deutschland hoch in Ehren", wurden die Fackeln zusammengeworfen.
Lauterberg im Harz, 10. Juli. Reichskommissar Major von Wissmann leidet seit einigen Tagen an asthmatischen Beschwerden und hütet daS Bett. — Frhr. v. Gravenreuth ist zum Besuche hier einge- tr offen.
Leipzig, 9. Juli. Am letzten Sonntage hat Hierselbst eine auch von Auswärts beschickte Versammlung von Lehrern der Mathematik und Natur- wiffenschaften getagt, welche einstlwmig den Beschluß faßte, einen Kongreß aller deutschen Berufsgenossen dieser Lehrgattung einzuberufen. Die Aufgabe dieses Kongreffes soll es in erster Linie sein, dahin zu wirken, daß bei der bevorstehenden Reorganisation deS höheren Schulwesens auf den mathematischen und naturwissenschaftlichen Disziplinen, sowie deren Vertretern die ihnen gebührende Stellung gesichert werde.
Mainz, 10. Juli. Gestern wurde von den Mainzer Abgesandten zum deutschen Bundesschießen in Berlin dem Stadtvorstande mitgeteilt, daß das 11. deutsche Bundesschießen im Jahre 1893 in Mainz abgehalten werde. Der Freude der ganzen Einwohnerschaft über diese Nachricht gab ein Dank- telegramm der Bürgermersterei an die Leitung deS Berliner Schützenfestes Ausdruck. Als die Mainzer Schützergesellschaft jüngst die Meldung zur Ueber- nahme des nächsten Bundesschießens beschloß, wurde im Zeitraum von einer halben Stunde die Summe
Deutsches Reich»
Berlin, 10. Juli. Der „Reichsanzeiger" ver-
Marburg, Sonnabend, 12. Juli 1890,
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Quartal-AbonnementS-PreiS bei der Expedition 2‘/. Mk-, bet den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeil« 10 Pfg., Reklamen für Vie Zeile 25 Pfg.
Nesse«-Ralf«-.
Marburg, 11. Juli. Mit dem um 10 Uhr 44 Min. hier ankommenden Caffeler Schnellzuge trafen Se. Exzellenz der Herr Oberpräsident Graf zu Eulenburg, sowie die Herren Landesdirektor v. Hundelshausen und Ober - Regierungsrat v. Pavel zur Teilnahme an der heute hier stattfindenden 36. Generalversammlung des landwirtschaft-
Lnzeigeu nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoneen-Bureaux von Haasenstein und Bögler in Frantfutt a. M., Toffel, Magdeburg u. Men; Rudolf XXV. Jabraana. Moffe in Frankfurt a- M., Berlin, München tu Köln • ®. 2. ** “ “ “
Daube u. To. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
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Die Postbestellung auf die vberhesfische Zeitung mit ihren Beiblättern Uretsbtatt und tt«ssrtertes So««tagsblatt
r das dritte Vierteljahr (1. Juli bis 1. über) bitten wir gefl. sofort erneuern wollen.
Auf den pünktlichen Empfang kann nur it Sicherheit gerechnet werden, wenn
Sofort
Zeitung bei dem betreffenden Postamt be- e*“ wird Die Post hört auf zu liefern, icnn die Bestellung nicht ausdrücklich erneuert
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Aueigt zum Lächeln und zu frohem Scherz verspottet Stolz und thöricht Treibe», 5 nie hast Du gekränkt ein gutes Herz, gut gemeint, der mußte Freund Dir bleibe».
krinnrrung an Dietrich Weiutrant,
gestorben jetzt vor 20 Jahren.
Bürger warst Du und in Sitten schlicht,
6 Volke ausgewachsen und erzogen, »4 nahte Dir mit Glanz und hellem Licht «Muse, trotz dem Handwerk Dir gewogen.
Knb lächelnd faßte fie daun Deine Haud, «weg Dich ziehend von dem Loh und Leder, « Leier hat fie Dir zum Lied gespannt * Dir geweiht den Kiel der golduen Feder.
13a, was geschah, war's Freude, war eS Leid k »vs'rer Stadt, tu Dir bekauutem Kreise, — W war tote Du teilnehmend und bereit |r ff besingen, in so firm'ger Weise?
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& alter Zeit, in neuer Zeit zu Haus, 'Wisern besten Dichtern wohl belesen, r tief EwpfuudueS aus der Brust Dn ans, 1 eigen Dir, und nicht geborgt gewesen.
1 sein an Deinem Grab Dein Lob gesprochen, * Du als Christ gewandelt Deinen Pfad,
meÜ< warst'-, der jede- Schöne hier gekannt empfe 5 im Thal die wuuderschönen Orte, Q r ? «er um fie da- Gold der Dichtuug wand, ___L $ fie verherrlicht hat mit schöustem Worte.
»O stehe-, sprach fie, »ferner nicht gekrümmt,
1 schaffen in dem Lohe an den Häuten, «♦jf diese Leier, froh und ernst gestimmt, ^N1 *6 Hingen fie von Schmerzen und von Freude»! r; »Du sollst ein Spiegel alle- Edlen sein, >- Eß rechte Wege Deinen Hörern zeigen, ta zu den Höhen, immer blau uud rein, e Est Du an meiner Hand empor nun steigen.* —
Nie mit dem Väter-Glauben hast gebrochen Uud Liebe übtest gern in Wort uud That.j
Dn hast, o Heiwgcgaugner, wohl verdient, Daß Musen Dir noch heute Speudeu bringe», Daß Dir geweiht dort frisch die Eiche grünt Und au- dem Grün Gedächtnis Lieder klingen.
Marburg, de» 8. Juli 1890.
Treuer Liebe Lsh«.
Roman von U. Rosen.
(Fortsetzung.)
»Ich werde ih» irre zu leiten verstehe»', entgegnete Beatrice »ach kurzem Bedenken. .Nicht als alte Frau, sondern als Ballgast, in meinen Operumautel gehüllt, werde ich sortgehen. Marie, Dn thätest bester, Dich zeitig zn entfernen, und Dich aus Umwegen nach dem Bahnhof zn begebe». Versuche uicht, mich abzurede». Ich muß uuter ollen Umständen zn den SR einigen. Wenn meine Anwesenheit zn Hause jemals notwendig »ar, ist es gegenwärtig der Fall. Ich muß mit meinem Gatten berate», was wir zn thun habe», ohne fein Wissen darf ich nichts beginne». Ein falscher Schritt jetzt würde ihn and mich vernichte». O, Giralda, Dn ahnst nicht, wie diel Kummer md Leid Deine großmütige Sdficht über ne 8 gebracht hat. Noch ein Wort, Marie, bestelle einen Wagen für mich, der um dreiviertel auf Drei hier halten soll. Bedeute dem Kutscher, nach Laty Pier zu rufe». Eine Tome diese» NameuS ist nicht anwesend. Ich werde den Wagen besteigen nud mit ihm nach dem Bahnhof fahren."
Ihre lange, schinmerude Schleppe anfnehmevd, verließ fie ihre Gemächer ans demselben Wege, ans de« fie gekommen war. W-
Auf der Terrasse vor de« Wintergarten war Niemand zn sehe» uud unbemerkt näherte fie sich dem Eingänge zn dem Blumen Palast. Lord Ormond staud auf den Marmorstnse», einen Strauß von wunder.
barer Schönheit in der Hand. Prüfend schaute er Beatrice, die in stolzer Haltung näher kam, in das bleiche Gesicht, ihre Augen Begegneten den feinigen. Er war betroffen, fie so strahlend, so hoheitsvoll, und ohne jede Spur von Aufregung vor sich zn sehe».
.So allein, Lord Ormond?" fragte fie leichthin.
.Sind Sie Sterndeuter?"
.Ich wartete uur auf Ihre Rückkehr", erwiderte Ormond mit höflicher Verneigung. »Graf Bertil war hier, Sie zn suche». Dars ich Sie zur Tafel geleiten, meine Gnädige?"
Beatrice legte ihren Arm in den feinigen.
.Ich wurde zu einer unglücklichen Frau gerufen, die des Trostes uud deS Zuspruchs bedursie", sagte fie. .Besten Dank für Ihre Freundlichkeit, hier auf mich zu warten. Jetzt aber wolle» wir eile», de» unteren Herrschaften in den Epeisesaal uachznkomme».
»Ich sehe, Sie haben Ihr Borqnei verloren, Beatrice", bemerkte Ormond. .Wollen Sie nicht daS meinige nehme»? Wir sind beinahe verlobt, Beatrice, gestatten Sie diesen Blumen in meinem Namen in der Sprache der Liebe zu Ihnen zu sprechen."
Beatrice wagte nicht seine Gabe zmückzuwetse», aber ihre Wangen erglühten in Zorn und Scham Über die Demütigung, seine Huldigungen auhören zu müsse». Stumm schritt fie an seiner Sette weiter.
.Darf ich Sie um den ersten Tanz bitte», Beatrice?" fragte Ormond.
„Ich werde heute uicht langen. Als Wirtin muß ich mich zunächst meinen Gästen widmen, uud dafür sorgen, daß alle die schüchternen jungen Mädchen, die an diesem Abend znm ersten Male einen größeren Ball mitmachen, Tänzer finde»."
In diefem Augenblick erspähte Graf Bertil, bleich vor unterdrückter Erregung Über das sonderbare Verschwinden feiner Tochter von dem Schauplatz der Festlichkeit, Beatrice uud ihren Verehrer.
Eine Zentnerlast fiel von feinem Herzen. Er hatte irgend eine grauenvolle Entwickelung deS Ge. heimuifleS, daS feine Tochter umgab, befürchtet, vor
einer neuen Unvorsichtigkeit gezittert. Sein Sestcht hellte sich auf und freudestrahlend reichte er einer verwittwcten Herzogin den Arm.
Die meisten der Gäste hatten die Abwesenheit BeatricenS bemerkt und ihre Rückkehr an der Sette Ormonds veranlaßte sofort allerlei Vermutungen. Man sprach von einem töte L t»te mit Ormoud, der die erste Gelegenheit nach seiner Ankunft in der Heimat dazu benutzte, seine Werbung zu erneuern, wußte doch alle Welt, daß er die schöne Grafeutochter von jeher geliebt hatte.
OrmondS Miene nud Haltung, die eine stille Ge- nugthuung verrieten, wußten die Meinung erwecken, Beatrice habe ihn zu den kühnsten Hoffnungen ermutigt, während diese ihn mit der gewohnten kalten Gleichgilttgkett behandelte. Nach beendigter Tafel begann der Tanz. Weder Beatrice noch Ormoud beteiligten fich daran.
Für Beatrice schlichen die Stunden träge dahin.
Nach zwei Uhr Begannen die ersten Wagen vorzufahren. Beatrice wurde Ldcrall gesehen und hotte für Jeden ein freundliches Abschiedswoti. Endlich gelang e8 ihr, den wachsamen Blicken Lord OrmondS zu entschlüpfen. Sie stahl sich durch den Wintergarten nach der Terrasse und von dort in ihre Gemächer.
Magda war allein, ihre Schwester war schon feit einer Stunde fort. Beatrice vertauschte hastig ihr bernsteiufarbigeS AtlaSkleid gegen ein perlgraues Moireekleid, wie Magda ihr empfohlen hatte, um Lord OrmondS und deS Grafen Verdacht nicht zu erwecken.
.Die beiden Herren habe» ein scharfes Ange für Ihre Toilette", bemerkte Magda. .Marie hat einen langen Mantel uud eine Kapotte für Sie mit nach dem Bahnhof genommen. O, gnädige Fran, ich hoffe, daß Sie weder von dem Detektive, noch von irgend einem Anderen bei Ihrem heimlichen AnSflng erkannt werde» und daß Sie bald gute Nachrichten von nuferer armen Giralda erhalten."
Beatrice hüllte sich in einen langen weißen Opern»