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Wöchenüiche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. — Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
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Erscheint täglich außer an »«vagen nach Son», und Feiertagen. — Onartal-AbonnementS-PreiS bei der Expedition 2*/t Stt., bn den Postämtern 2 äJH. 50 Pfg. (exN. Bestellgeld). JnserttonSgebühr für die grfpaNene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
Marburg,
Freitag, 11. Juli 1890.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes,
sowie die Annoncen-Bnreaux von Haasenstein und Bogl« ___ _ , in Frankfurt a. M., Eaffel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXV. Habraana. Mofse in Frankfutt a. M-, B«lm, München u. Köln: G. 8- M *) u o*
Daube u. To. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
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Zur gef. Beachtung.
Die Postbestellung auf die vberhesfifche Zeitung mit ihren Beiblättern
Kreisblatt
und
-ll«Ariertes Iorrntagsblatt für das dritte Vierteljahr (1. Juli bis 1. Oktober) bitten wir gefl. sofort erneuern zu wollen.
Auf den pünktlichen Empfang kann nur mit Sicherheit gerechnet werden, wenn
Sofort
die Zeitung bei dem betreffenden Postamt bestellt wird. Die Post hört auf zu liefern, wenn die Bestellung nicht ausdrücklich erneuert wird.
Die Exped. der Oberh. Zeitg.
Kemschrs Seich.
Berlin, 9. Juli. Der Bundesrat hielt gestern eine Plenarsitzung ab. In dieser machte der Vorsitzende, Vize - Präsident des Staatsmini- steriums, Staatssekretär des Ji nern Dr. v. Bötticher, der Versammlung von den Ergebnissen der Brüsseler Antiskaverei - Konsernz Mitteilung. Dem Beschluß des Reichstages wegen Errichtung eines National- Denkmals für Kaiser Wilhelm I. wurde die Zustimmung erteilt. Die Uebersicht der Reichs-Ausgaben und Einnahmen für das Etatjahr 1888/89, welche dem Reichstage vorgelegen hat, wurde dem Ausschuß für Rechnungswesen, eine Mitteilung des Präsidenten des Reichstages, betieffend den Beschluß des letzteren wegen des gerichtlichen Zustellungswesens, dem Reichskanzler überwiesen. Der Antrag der Ausschüsse für Zoll- und Steuerwesen und sür Handel und Verkehr, betreffend die Abänderung und Ergänzung des amtlichen Warenverzeichniffes zum Zolltarif, des statitischen Warenverzeichniffes und des Berzeichviffes der Massengüter, wurde genehmigt. Die oberste Landes-Finanzbehörde wurde ermächtigt, in dem im Freibczirk zu Brake gelegenen Trockendock den Neubau von Seeschiffen ausnahmsweise zu ge
iatten. Nachdem noch über mehrere Eingaben in Zoll- und Steuerangelegenheiten Beschluß gefaßt worden war, wurde zum Schluß der Reichsschulden- Verwaltung sür die von ihr geführten Rechnungen die Entlastung erteilt. — Die Mehreinnahmen Preußens aus der Forst- und Bergwerksverwoltung und den direkten Steuern im Rechnungsjahre 1889/90 betragen zusammen 25 Millionen Mark, der Ueber- schuß der ganzen Finanzgebahrung des gedachten Rechnungsjahres beträgt gegen 97 Millionen Mark. An die Kreise gelangen auf Grund der lex Hucne 47 Millionen Mark zur Verteilung. — Die „Germania berichtet, es stehe eine neueSperrgelder- Lorlage in Aussicht. Dazu bemerkt die neue „N.-L. E": „Das ist natürlich nur ein frommer Wunsch der „Germania". Die Erwägungen, ob und in welcher Gestalt daS Sperrgelder Gesetz demnächst wieder vorgelcgt wird, dürften augenblicklich noch zu keinem bestimmten Ergebnis geführt haben; von einer wesentlichen Verbefferuvg im klerikalen Sinn kann aber schwerlich die Rede sein, nachdem schon der vorige Gesetzentwurf vielen Leuten innerhalb und außerhalb des Abgeordnetenhauses die Grenze deS Annehmbaren überschritten zu haben schien." —Der Kaiser soll wegen der Schulre sorm die betreffenden Referenten der Unterrichtsabteilung zum Vortrage beschiedcn und in ziemlich erregter Weise examiniert haben, weshalb die von ihm angeregte Unterrichtsresorm nicht von der Stelle rücke. Hierauf sollen die angeblichen Rücktrittsgedanken des Kultusministers v. Goßler, die bereits vrn anderer Seite dementiert worden sind, zurückzusühren sein. Bisher ist über diesen Gegenstand nur eine Notiz des „Reichsanzeigers" an die Oeffenttichkeit gelangt, in welcher die Einberufung der Enquetekommission über die Frage der Unürrichtsreform iür den nächsten Herbst angekündigt wurde, mit dem Hivzusügen, daß die Kompliziertheit der Frage eine raschere Berufung der Kommission unmöglich mache. — Der „Kreuzztg." zufolge ist die Prinzessin Heinrich vor einigen Tagen an einem Halsübel erkrankt. Außer dem Hofarzt Dr. Ehrhard wurde der Medizinalrat Proseffor Dr. Werth hinzugezogen. Prinz Heinrich, der von der Krankheit seiner Gemahlin sofort telegraphisch benachrichtigt ward, traf Dienstag abend an Bord der „Irene" in Kiel ein. — In der heutigen Sitzung des Gesamt-Ausschusses des d eut- schen Schützenbundes wurde an Stelle des verstorbenen Vorsitzenden Sterzing (Gotha) Hauschild (Bremen) zum Vorsitzenden gewählt, Reinhardt (Frankfurt a. M.) zum Stellvertreter, Justizrat
Bärwinkel (Frankfurt a. M.) zum Schriftführer wiedergewählt, Heinrich Wachendorff (München) zum Stellvertreter neugewählt. — Herr Metzel, Bureauchef des Herrenhauses, beging heute seine 50jährige Doktor-Jubelfeier. Der Gesamtvorstand und das Beamtenpersonal gratulierten in kunstvollen Adressen; Staatssekretär Oehlschläger, die Professoren der Universität und Freunde wünschten ihm persönlich Glück. Die Universität Königsberg erneuerte das Doktordiplom. — Wie Berliner Zeitungen hören, beabsichtigt der Kaiser, dem Generalfeldmarschall Grafen Moltke an seinem im Oktober d. Js. statt findenden 90. Geburtstage in ganz besonderer Weise zu ehren. Unter anderem soll der Tag in der ganzen Armee feierlich begangen und in den Schulen Festakte abgehalten werden.
Hamburg, 8. Juli. Zur Uebergabe Helgolands an Deutschland wird den „Hamb. Nachr." aus London berichtet: In englischen Marinekreisen wird versichert, daß die Uebergabe Helgolands an Deutschland seitens beider Mächte unter Entfaltung eines großartigen Ceremoniells erfolgen soll. Eine englische Flotte unter dem Befehle des Herzcgs von Edinburgh und eine deutsche mit Kaiser Wilhelm an Bord werden an ein und demselben Tage auf der Rhede von Helgoland erscheinen. Die britische Flagge wird von der deutschen Flotte salutiert werden und sobald die Insel förmlich an Deutschland übergeben worden ist, wird die britische Flagge gesenkt und die deutsche unter Salutschüssen der britischen Flotte gehißt werden. Tie Offiziere des britischen Geschwaders werden hernach an Bord des deutschen Admiralsschiffes von Kaiser Wilhelm bewirtet werden.
AuslarrS.
Wie«, 9. Juli. Das offiziöse „Fremdenblatt" bemerkt zu dem neuerlich aufgetauchten Gerüchte über eine sür Eide August geplante Begegnung zwischen dem Grafen Kalnoky, Reichskavzlers von Caprivi, Ministerpräsident Crispi und Lord Salisbury in Kissingen, daß in hiesigen maßgebenden Kreisen davon nichts bekannt sei. — Eine Ministerial- Verordnung verbietet im Einvernehmen mit der ungarischen Regierung wegen der Gefahr der Einschleppung ansteckender Krankheiten die Ein- und Durchfuhr von Hadern, alten Kleidern, altem Tauwerk, gebrauchter Leibwäsche und gebrauchtem Bettzeug aus Spanien und Kleinasien. — Der „Polit. Korresp." wird aus Sofia gemeldet: Infolge freundnachbarlicher Benachrichtigung der rumänischen Regierung von
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Treuer Liebe Loh«.
Roman von U. Rosen.
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(Fortsetzung.)
14. Kapitel.
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Mariens Bericht.
Beatrice betrat ihre Gemächer durch da» Zimmer Ragdas. Schlimme Ahnungen bedrückten ihr Gemüt. Marte Fleck, die Haushälterin in Birkenhain, kauerte vor dem Kamtufener, ihr Gesicht tu die Hände vergraben» ei» Bild hoffnungslosen Jammers. Jo ihrem maßlosen Entsitzeu ergriff Beatrice die Dienerin am Arm. »WaS giebt eS, Marie?' ächzte sie. «Ist wein Gatte —'
Marie Fleck erhob sich langsam und wendete ihr Gesicht zn der Herrin empor. Wie furchtbar hatte sich dieses Gesicht verwaudelt, seit Beatrice eS zum letzten Mal gesebeul Die frische Röte war der. schwuodeu, die Wangen eiugesuuke» und hohl, die vom Weinen trübe« Augen von breüeu duukleo Rändern umrahmt.
Beatrice trat unwillkürlich zurück. »Mein Gatte?' wiederholte sie leise klagend und mit aogehalteoem Atem.
Er ist wohl, gnädige Frau', erwiderte Marie, be> »üht, ruhig und gefaßt zu sprechen.
»Gott sei Dark! Und meine Kinder, Marie? Egon —•
.Der kleine Egon und der junge Herr Rupert, gnädige Frau —'
.Und Gtralda?' rief die Mutter in Todesaugst. »Ist meine Tochter kraul? O, sage mir, Marte, daß sie nicht tot ist.'
.Nein, sie ist nicht tot, nicht krauk, gnädige Frau', rrwiderte die HauShälleriu mit erstickter Stimme.
Diese Verficherrmg überwältigte veattice beiuahe. 3a einer Anwandlung von Ohnmacht sank sie schwerfällig in einen Sessel. »Nicht tot, nicht krank', rief sie, ihre Hände über der Brnst fallend. ,O, ich bin vansam erschreckt worden.' Und ihren diamanten, strahlenden Kopf ans MogdaS Schultern bellend,
weinte und schluchzte sie heftig. Einen Augenblick später hatte sie ihre Selbstbeherrschung wiedergewovnen.
»Jetzt, da ich weiß, daß die Meinigen gesund sind, kann ich alles hören', seufzte sie. »Du siehst so verstört aus, Marie. Was ist vorgefalleu? Deine Botschaft betrifft Giralda.'
»Ja, gnädige Frau. Fräulein Giralda ist fort.'
»Giralda ist fort!' wiederholte Beatrice entsetzt. »Giralda fort?'
»Ja, gnädige Frau', erwiderte die Haushälterin, deu augstgequälteu Blick der unglückltcheu Mutter vermeideud. »Fräulein Giralda ist fort. AIS sie hevte morgen nicht beim Frühstück erschien, beauftragte mich der gnädige Herr, sie zu rufen. Ich ging aus ihr Zimmer, aber sie mar nicht dort und ihr Bett noch unberührt.'
»Ihr Bett unberührt!' stöhnte Beattice.
»Ans dem Kiffen lag ein Brief an de» gnädigen Herrn.' 6Sf
»So hat sie das Vaterhaus mit Ueberlegung ver- laffeu? Ein Brief? Brachtest Du ihn mit? Gib ihn, o gib ihn mir schnell.'
Die Haushälterin überreichte Beatrice de« Brief, den Giralda vor ihrer Abreise an die Eltern ge- schrieben halle. Die Mntter las ihn mll fieberhaft brennenden Angen, dann R deckte sie ihr Gesicht mll beiden Hände».
Die ZwillivgSschmestern blickte» in tiefem Mitleid auf ihre Herriu.
»Mei» et 1(8, irregeleitetes Kind!" rief Beattice nach kurzem Schweigen. „Ihre großmütige Natur kennend, hätte ich diese» Ausgang fürchteu wissen. Ack, ich war mit Blindheit geschlagen! Wen» ich uur gestern offen gegen sie gewesen wär«! So jnng — so sckön — so unerfahren! O, mein armes Kind, wo bist Dn jetzt? Giralda hat sich schon gestern abend entfernt", wendete sie sich wieder an die HanShälterin. „Weshalb brachtest Dn mir die Nachricht nicht schon hente ttüh, Marie?"
. Weil der gnädige Herr «einte, wir solltt» Ener
Gnaden nicht benuruhige», ehe wir nicht alle Mittel erschöpft hätten, Fräulein Giralda aufzufiadeu. Der Herr Gras fuhr sogleich zur uächsteu Stattou, aber der Beamte am Billetschaller erklärte, mehrere juuge Dameu mit dunklen Haaren hätten in jener Nacht Fahrkarten gelöst. Eine derselben, deren Beschreibung am besten auf unser Fräulein paßte, habe sich nach London gewendet."
„Giralda hier tu London? Nein, da» hoffe ich nicht, deu» ich habe sie stets gelehrt, Loudou zu fürchte». Sie hatte eisige Goldstücke in ihrer Börse. Vielleicht ging sie in irgend ein Landstädtchen, dort eine Stelle zu suchen. Eie sprach mit mir von ihrem Wnnsche, ihre Kenutniffe zu verwerten."
„Wir fanden die AuküudignugSbeilagen einiger Zeitungen in ihrem Zimmer", bemerlle Marie Fleck, „und aus dem Joserateubogen der „Times" war ein Streifen ausgeschnitten."
„Vielleicht hat eine der Annoncen ihre Aufmerksamkeit erregt und sie machte sich auf deu Weg, ihre Bewerbung persönlich vorzuttage». Mazda, bringe wir die gestrigen Zeitungen, Da wirst sie in meinem Boudoir finden.'
»Mazda eilte fort und kehrte augeublicklich mit deu verlaugteu Blätter» zmück, dir Beattice sorgfälttg durchlas.
»Eiue Kiudergärtueriu verlangt', murmelte sie. »Neio, die Stelle ist in Loudon, und meine Tochter wird die empfangenen Lehren nicht so mißachten, hierher zn kommen. Ach, wa» ist dar? Eine Vor. lefeiin und Gesellschafterin — Lord Trewor — mein Gott! Giralda kann doch numöglich »ach Treworpark gegangen fein!* Eine namenlose Furcht, ein unaussprechliches Grauen malte sich in Beatri ceus Zügen. »Nein, nein, der Allpüttge, der uvS so lange beschützt hat, würde sie zurückgehallen haben, sich in diesen Abgrund zn begeben! O, sie kann den gransamsteu erbarmungslosesten Feind ihres BaterS nicht anfge- sncht haben, der sie nud Alle, die sie liebt, ohne Gnade zermalmen würde!'
dem Auftauchen zahlreicher fremder, verdächtiger Elemente an der rumänisch-bulgarischen Grenze wies die bulgarische Regierung die Organe der Grenz- wlizei in den Donaustädten an, ihre Wachsamkeit ,u erhöhen, um den U-bei tritt von Agitatoren aus Rumänien zu verhindern.
London, 8. Juli. Nach einer Meldung aus Buenos-Ayres von gestern, legte der Finanzminister ein Gesetz vor, welches die Regierung zur Ausgabe von 100 Millionen Dollars Hypothekar-Noten mit jährlicher zehnprocentiger Amortisation ermächtigt. — Das „Reuter'sche Bureau" meldet auS Montevideo: Die infolge der Weigerung der Nationalbank ihre Noten gegen Gold einzulösen, entstandene Panik dauert fort. Um einen Ansturm auf die Bank zu verhindern, wurde gestern ein Nationalfeiertag proklamiert. — Dasselbe Bureau meldet aus Buenos- Ayres vom 8. d.: Anderthalb Millionen Dollar- Gold wurden von hier nach Montevideo gesandt. — Die Bewegung unter den Postbeamten zur Ver- befferung ihrer Lage dauert fort. 40 dem Postbe- amten-Vereine angehörige Beamten entfernten 7 0 dem Vereine nicht angehörige Postbeamte gewaltsam aus einem Paketbureau; 300 Briefträger des Generalpostamtes lcgten die Arbeit nieder, nahmen sie jedoch später wieder auf. Lord A. Compton vermittelt zwischen dem Generalpostmeister und den Telegraphen- beamren. — Das „Bureau Reuter" meldet aus Sansibar, 7. Juli: Dr. Peters ist gestern an der Küste eingetroffen und wird morgen hier erwartet- alle Mitglieder seiner Expedition find wohl.
Berge«, 9. Juli. Kaiser Wilhelm traf mit dem deutschen Geschwader heute um 12 Uhr mittags hier ein.
Newyork, 9. Juli. Nach einem Telegramme aus Mexiko werden die mexkanischen Delegierten zum Ehirurgenkongreffe in Berlin heute via Newyork dorthin abreisen. — An der Küste des atlantischen Oceans herrscht gegenwärtig eine außerordenlliche Hitze.
Washington, 9. Juli. Der Senat traf gestern in die Debatte über den Bericht der aus Mitgliedern des Senats und des Repräsentantenhauses gebildeten Kommission über die vorliegende Silberbill ein, faßte jedoch keinen Beschluß, sondern vertagte die weitere Verhandlung auf heute. — Das Repräsentantenhaus nahm den Entwurf einer Verordnung zur Verhinderung von Schiffszusammenstößen auf dem Meere gemäß den Vorschlägen der maritimen Konferenz an.
,O, nein, gewiß nicht*, ries die Haushällert» mi1 einer Zuversicht, die Beattice etwa» bernhigte. »Das Kind ist keine geeignete Wärterin für einen alten Mann, und nnfere Giralda hat Verstand genug, sich da» selbst zn sage». Sie wird sich nicht nm eine Stelle bewerben, für die eine ältere Person gebraucht wttd."
»Ja, das denke ich auch', tröstete sich Beatrice. »Das Kind kann unmöglich dorthin gegangen fein. »Mein armer Liebling', feufjte sie, die Zeitungsblätter falle» lastend, zu dieser Stunde weint sie sich vielleicht, von Heimweh krank, in den Schlaf, dennoch entschlossen, sich ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen, während ich, ihre Matter, juwelengeschmückt durch den Ballsaal rausche. O, eS ist hart! Ich sagte meinen Kindern mit Recht, daß ich eine Schauspielerin Bin, nur ist die Bühne, aus welcher ich spiele, größer, als die engen Bretter eines Theaters. Wann geht der nächste Zug ab, Marie?'
»Um drei Uhr morgens, gnädige Fra».'
»Und jetzt ist Mitternacht', erklärte Beatrice, auf ihre Uhr sehend. »Die Gesellschaft wird im Begriff fein, sich zur Tafel zu begeben, und mau wird mich vermissen. Ich muß hinunter, wenn auch mein Herz darüber brechen sollte. Meine «bwesenhett wird Papa kränken und Lord Ormond argwöhnisch machen. Um meines Gatten willen muß ich hinuntergehen.'
»Sie sehe» bleich ans wie der Tod', rief Mazda, ein Leiuentaschentnch mit Kölnischem Waffer befeuchtend und BeatricenS Wanzen reibend.
»Das hilft nichts, Mazda', wehrte Beatrice ab. »All' mein Blut ist nach dem Herzen geströmt. Leg' meine Verkleidung zurecht, ich werde mtt Marie nach dem Birkenhain fahren.'
,O, gnädige Fran', sagte Mazda bittend, »Sie werden den gnädigen Herrn und sich selbst verderben, wenn Sie gehen! Jener Polizist oder Detettive, — ich weiß, daß er so etwas ist, obwohl er schlicht- bürgerliche Kleidung trägt, umkreist und beobachtet noch immer mser Han».'
(Fartsetztwg folgt..