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Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoneen-Bureaux von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a.M., Taffel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXV Qflfirnftttft Moffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; ®. L.

Daube u. Co. in Frankfurt e. M., Berlin, Hannover, Paris.

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag Don Joh. Aug. Koch.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn» und £1»

Feiertagen. Ouartal-AbonnementS-PreiS bei der Erve- ÖIIl tle

dition 2/4 Mk., bet den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (erfl.

Bestellgeld). JnfertionSgebühr für die gespaltene Zeile SDHtttDOCf) 9 1890

10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg. «wmUUUUj, y» ^OÖU,

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Zur gef. Beachtung

Die Postbestellung auf die

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mit ihren Beiblättern Ureisblatt und

Illttstriertes Ss««ragsblatt für das dritte Vierteljahr (1. Juli bis 1. Oktober) bitten wir gefl. sofort erneuern zu wollen. '

Auf den pünktlichen Empfang kann nur mit Sicherheit gerechnet werden, wenn

Sofort

die Zeitung bei dem betreffenden Postamt, be­stellt wird. Die Post hört auf zu liefern, wenn die Bestellung nicht ausdrücklich erneuer e wird.

Die Exped. der Oberh. Zeitg.

-Esches -eich.

erlitt, 7. Juli. DerHamb. Corresp." demen­tiert auls Entschiedet sie die Nachricht der »Frei finnigen Zeitung", doß der Kaiser auf seiner Reise nach Kiel auf der Station Schwarzenbick eine Zu­sammenkunft mit dem Fürsten Bismarck gehabt habe und fügt hinzu: Der Friedrichsruher Korrespondent desHamb. Corr." war am Bahn­hose in Echwarzenbeck, Fürst Bismarck aber nicht. Für das Bismarck-Denkmal find noch dem neuesten Verzeichnisse der Beiträge bis jetzt 459 098 Mk. 68 Pfg. eingegangen. DieNot. Zig.* schreibt: Aus Anlaß der Gerüchte, nach denen Major v. Miss mann bereits seine Entlastung eingereicht haben sollte, wurde hervorgehoben, daß hier an zuständiger Stelle nichts davon bekannt wäre. Auch nach urseren jüngsten Informationen liegt ein solches Entlassungsgcsuch nicht vor. Richtig ist dagegen, daß Kompetenz- und Verwoltungsfragen, bei denen Major v. Wissmann beteiligt ist, auch ihrer Erledigung harren. Der Deputierte des Bretlaner Vereins znm Schutze des Handels und Gewerbes teilt mit, der Kaiser habe sich nachdrück­lich für Auflösung der Offizier-Kon sumver-

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lien- den, ne«, i. w.

34

Treuer Liebe Lohn.

Roman von U. Rosen.

(Fortsetzung.)

nr. Lot 200« Anza mch n» ), Hb« arienbi h etwa

»Der Wasen ist besohlev, und ich muß mich v:r- «schieden, Onkel', sagte er, nach der Uhr sehend. »Ich wünschte jetzt, daß ich die Einladung za dem «ml bei dem Grafen Senil nicht angenommen hätte, würde lieber hier geblieben sein, und .Ohne Zweifell' spottete der Marquis. .Ich Erstehe Dich recht gut, Edvard, vud bin eÄyudt von »einet plötzliche» Zärtlichkeit, besonders 'weil Du fahrend Deiuer vieljährigeu Wauderungeu im fernen Lßeu nichts beton verraten hast. Doch es ist Deine Wicht, auf jenem Ball zu erscheinen. Graf Berril ^mischt driugend da» Verwögen der TreworS und b«s seines HavseS zu verbinden, vud ich selbst wünsche wcht minder sehnlich deu Handel abgeschlossen zu rtnnt fit ®e$ QIf°' wein Junge. Ich werde tn einigen IWlIi «ocheu nach London kommen, und dort können wir so IaW ®,ftten liebevollen Verk.hr wieder erneuern.'

sprichst, Onkel, als ob Du meinen Ver, gerungen nicht glaubtest.'

»So ist eS', eraiderte der Marquis seinem Neffen UUIch glaube und traue Niewaudem, als diesem 5be hier. Es ist noch nicht alt genug, um falsch »d betrüaerisch zu sein.'

Lord Ormonds Stirn zog sich in finstere Falten. »Sch höre den Wagen, Oukel', tief er hastig,und W mich beeilen, uoch zum Zuge zurecht zu kommen. M wohl, Onkel, ich empfehle mich Ihnen, gnädiges Muleiv.' Er verneigte sich vor dem'Mädchen Mttelte dem Onkel die Hand, vud stürmte aus dem Mmer.Hinter dieser Fremden steckt ein Ge. ^«miS', murmelte er, »und ich gedeuke eS in Kurzem ® trgifiBbenl Set Gott, sie ist eine Schönheit nvd ?"swu!dig wie eine Tande I Seltsam, doß ihre Angen Meu Gottfrieds so wunderbar gleichen! Ich maß 7^ Geschickte uachforschen. Nächste Woche will ich *«bet zurück fein, nrd die Kleine aushorchen.'

eine ausgesprochen. Kriigswiriister v. Verdy hat ter .Voss. Zig." zufolge, entgegen den Wel düngen anderer Bläüer, noch nicht seinen Abschied in oller Form ein gereicht Noch der genannten Quelle sprechen aber mehrere Anzeichen dasür, daß General ti. Verdy mit dem Kaiser über die bezüg­lichen Berhältniffe und Veranlassungen Besprechungen gehabt hat und doß die Entscheidung vorläufig ver­tagt worden ist. In beteiligten Kreisen glaubt man, daß die Sache nach Abschluß der Manöver erledigt werden wird. Eine große konservative Zei- tuyg, deren Tendenz genau dem Willen und den Botschaften des Kaisers entsprechen wird, soll, wie einzelne Blätter melden, vom 1. Oktober ab in Berlin heraukgegeben werden. Unterhandlungen b, Hufs Anstellung von Redakteuren und Vcrwaltmgs- beomten haben bereits siatiaesunden. Der Abg. Liebknecht hat bereits hier Wohnung genommen; die Angabe, doß er nach Leipzig übergesiedelt sei, bestätigt sich also nicht. Abg. Singer behält als Junggeselle die während der Reichstagstagung von ihm innkgehabte Wohnung nunmehr dauernd. Daß Bebel und Auer hier gleichfalls Wohnung nehmen werden, bestätigt sich. An der am 22. Jrli in London stattfindenden internationalen parlcmen- tarifchen Ko-serenz über die Abrüstungsfrage beobsichtigen, wie demHamb. Corr." berichtet wird, auch einige Mitglieder der freisinnigen Partei Teil zu nehmen. Natürlich! so bemerkt dazu das genannte Blatt Die Herren dürfen nicht fehlen, wenn es sich um ein aussichtsloses Unternehmen handelt." Dem gestrigen Festmahl im Schützenbankettsaale wohnten wehr als 5000 Personen bei. Der Oberbürgermetster Dr. von Forckenbeck brachte ein Hoch aus den Kaiser aus, wobei er den Kaiser als Friedenssürsten feierte. Ter Feflpräsidert Diersch toastete auf das Bundes­schießen als Verbrüderungsfest. Ter Bürgermeister Borschke (Wien) entbot den Gruß der Kaiferstadt Wien an die neue deutsche Kaiserfladt Berlin. Ter Deputierte Adamoli überbrachte den Gruß der Italiener, Dr. Waniezek (Wien) sprach als Vertreter der österreichischen, Wanosch als Vertreter der un­garischen Schutzen. Stadtrat Schreiner dankte als Vertreter der Stadt Berlin für die überbrachten Grüße. DieM. N. N." erwähnen ein Gerücht der preußische Kultusminister von Goßler werde von seinem Amte zurücktreien, weil der Kaiser über Unterrichtssragen wesentlich andere Ansichten als der Minister habe und eine gründliche Reform des Gymnasiolunterrichtes durckgeführt wissen wolle.

13. Kapitel.

Der Ball beim Grase» Bertil.

Das liebliche, schelmisch geistvolle Gesicht Giraldas beschäftigte »vd verfolgte Lord Ormovd a»f seiner Fahrt nach der Stadt unablässig. Selbst die gelegen!» liche» Bemerkungen seines Kammerdieners, den er zu sich in das Kovpee genommen hatte, vermochten seine Gedanken van den großen dvnkelblanen Angen des Mädchens nicht abzvlevke», jenen Angen, welche ihn so eigenthümlich an den Bettet erinnerte», den et im fernen Brasilien begraben glaubte. Sei» Jätete sie an bet jugendlichen Vorleserin seines Onkels wurde ihm zur Qual, nvd wieder und wieder versprach er sich, eiligst nach Schloß Trewot zurückzukehreu und Giraldas Geschichte und alle ihre Geheimnisse einem umfassenden Studium za unterziehe».

»Bah, ich bin nervös', dachte et ärgerlich. .Weil dieses Mädchen die Auge» meines verhaßten Feindes hat, der längst tot war, als die Kleine geboren wurde, fühle ich mich verwirrt und bedrückt, wie vor einer droheuden Gefahr. Bin ich nicht thöricht? Welche Gefahr sollte mir drohen?

Ich werde der nSäfte MarqniS von Trewor,, der nächste Besitzer der fürstlichen Güter meines sparsamen OnkelS fein ', fuhr er fort.Niemand kann zwiscken wich nnb jenen ungeheueren Reichthum treten, bin dem mich voranSsichtlich nur eine kurze Spanne Zeit trennt, Niemand, wenn nickt bet Tote an« feinem Grabe jenseits des Oceavs sich erhebt! Doch Gott- rieb ist Staub und Asche, und ich bi» ein Wahn- irNiger, eS zu bezweifeln, wie ich es in meinen lüfteten Stunden zuweilen thue. Wen» er nicht ge- torben wäre, wen» die Beweise seines Todes geschickt gefälscht worden wäre», »m uus Alle zu betrügen, könnte ich ihn mit meinen eigenen Händen erwürgen. Aber mein Argwohn ist kindisch. Hätte Gottfried während der letzten achtzehn Iahte gelebt, in welchen wir ihn tot glaubten, so würde et die Thatsache einer fortdauernden Existenz, Beatrice, die er so leidenschaftlich liebte, mitgeteilt Haden! Ist t!

Regierungsrot Dr. Hintzpeter, des Kaisers Erzieher, sollte Kultusminister werden. Wir erwähnen diese Nachricht nur, weil sie wohl die Runde durch alle Zeitungen wachen wird. In Ausführung des Artikels 21 des unterm 5 /9. Mai zwischen dem Deutschen Reich und der Aktien-GesellschaftDeutsche Ost - Afrika - Linie" abgeschlossenen Vertrages über Einrichtung und Betrieb einer regelmäßigen deutschen Postdampferverbindung mit Ost-Afrika wird die erste vorläufige Fahrt au: der Hauptlinie Hamburg Delagoabay am 23 Juli von Hamburg aus angetreten werden. Aus dieser Fahrt werden die Hafenorte Rotterdam, Lissabon, Neapel, Port Said, Suez, Aden, Zanzibar, Tar-ks-Salaam, Sin bi und Mozambique angelausen Der endgiltige Fahrplan wird demnächst durch das Amtsblatt veröffentlicht werden. Die Postdampfer der genannten Linie werden, wie derReichsanz." mit! eilt, die Briefpoft aus Deutschland in Neapel aufnchmen. Auf die Briefsendungen nach sämtlichen Anlaushäfen finden die Taxen und sonstigen Be­stimmungen des Weltpostvertrages Anwendung. Wegen Einrichtung eines Postpacketaustausches mit Ost-Afrika durch Vermittelung der deutschen Post- dan pfer wird weitere Verfügung ergehen.

Köttigshütte (Oberschlesien), 5. Juli. Die russische Regierung hat jetzt, wie dieKönigshütter Zeitung" meldet, den Kindern derjenigen deutschen Familien, welche jenseits der Grenze wohnen und ihre Kinder in deutsche Schulen in den auf dieser Seite gelegenen Ortschaften, z. B. nach Myslowitz schicken, verboten, deutsche Schulbücher nach Hause mitzubringen. Mit Recht bemerkt das zitierte Blatt zu dieser deutschfeindlichen Maßregel, sie lege den Unterricht so ziemlich lahm, da ein gedeihliches Fort­schreiten in der Ausbildung nicht gut denkbar sei, wenn die häuslichen Schularbeiten nicht gefertigt werden können.

Eisenach, 6. Juli. Der Gemeinderat hat den Donndorsschen Entwurf für das Luther - Denkmal genehmigt. Professor Donndorf wird das Denkmal bis 1893 ferttgfteDen.

AKÄKtO.

Paris, 7. Juli. Bei der Wahl eines Deputirten für Saint-D s siegte der Republikaner General Ttieoche mit 7078 Stimmen gegen Picot, welcher 5757 erhielt.

Madrid, 7. Juli. Der Ministerrat beschloß, ein Rundschreiben an die Gouverneure der Provinzen zu erlassen, in welchen die Politik des neuen Kabinetts möglich, daß bue geschah ?" fragte er sich mit boshaft auflmchteuden Augen.Sollte das Seatr'ceuS unbe- gre.fliche Ehescheu et Hären? Sollte bart» das Ge­heimnis ihres Lcbeus verborgen fein?"

Er brütete über diese Frage», bis er die ganze Energie seines Geistes toiebergeroonnen hatte. Sei» Gesicht glühte, feine Augen schossen Blitze und fein Hirn arbeitete an der Lösung der Rätsels, vou dem so viel für ihn abhiug.Ein solcher Plan wäre nicht unmöglich gewesen", sagte er sich.Gottfried kannte des Onkels rachsüchtige» Sinn. Wie leicht wäre es ihm geworden, die beolaubtgte Nachricht von seinem Tode zu v:rbreiteu, trähreud er sich irgendwo verborge» nnb tn Sicherheit aufhält, bis er er­fährt, der Marquis van Trewor sei zu feinen Väter» v-rsammelt. Ja, jo, er mag uns Alle aus die listigste Weise getäuscht haben. Wahrend ich, fremde Welt, teile durchwandernd, mich aus festem Boben fühlte, den Nebenbuhler nicht mehr fürchtete, nnb einer glänz» de» Zuknvft entgegenharrte, lachte Gottfried i» seinem friedliche» Schlupfwinkel darüber. Ich mvß mir auch in dieser Angelegenheit Gewißheit v.-r- schsffeu. Vielleicht ist der Detektive, de» ich mit der Ueberwachvng SeatticeuS beauftragte, in der Lage, mir auch hierin behilflich zn fein."

.Was beunruhigt Sie so sehr, »vd gibt Ihnen ein so finsteres Aussehen, gnädiger Herr?' fragte Negun, das Schweigen brechend in vertraulichem Ton.

»Störe mich nicht", rief Lord Ormond »»geduldig. .Ich habe vackzudenken.'

»lieber das blauäugige spanische Mädchen im Schloß, die Vorleserin Lord TreworS, die junge Dame mit de» Auge» des armen Gottfried Trewor?'

»Du sahst Ste also", forschte Lord Ormoud auf­fahrend,und auch Du bemerktest die Aehvlickkeit?"

»Sie drängte fich mir auf, erklärte der Diener. Die Augen sind von demselben dnnklev, immer wechselnden Blau, ebenso voll Licht und Schatten, und von demselben lebensfrohe» »usSuldige» Ausdruck, wie die feinen. Wenn Gottfried Trewor der Batet

^angelegt und den Behörden empfohlen wird, die Gesetze loyal zu beobachten.

Valencia, 7. Juli. In der Provinz Valencia ist eire leichte Zunahme der Cholera um drei Er- krankungs- und drei Todesfälle zu verzeichnen. Aus Gandia werden 11 Erkrankungen und drei Todesfälle aus Rctoa und anderen Provinzialstädten vereinzelte Fälle gemeldet.

Londvtt, 7. Juli. TasBureau Reuter" meldet: Heute Morgens verweigerten die Mannschaften des zweiten Bataillons des Garde - Grenadier- Regiments in der Wellington - Kaserne, als das Sammelsignal zur Revision der Tornister gegeben wurde, den Gehorsam. Die Soldaten schlossen sich in ihre Stuben ein. Infolge einer Beratung der Generalstabsoffiziere mit dem Oberst des Regiments wurde die Revision der Tornister aufgegeben. Als hieraus der Oberst die Mannschaften in Reihe und Glied antreten ließ und ihnen Vorstellungen wegen ihres Verhaltens machte, antworteten dieselben mit Pfeifen und Schreien. Wie berichtet wird, foll das Regiment zum Dienste außerhalb Englands ver­wendet werden. Der Polizeichef entließ heute Nachmittag 50 von den Polizeimannschaften, welche am Sonnabend nachts den Dienst verweigerten.

Sofia, 7. Juli. DieAgerce balcanique" meldet: Kürzlich sand in Pstrouschtitza bei Philippopel aus Veranlassung eines Zwistes über Gemeindefachen zwischen den Anfängern der beiden politischen Parteien eine unbedeutende Ruhestörung statt. Dieselbe hängt jedoch absolut nicht mit der Hinrichtung des Majors Panitza zusammen. Ueberhaupt ist weder vor, noch nach der Hinrichtung die Ordnung und Ruhe irgendwo in Bulgarien gestört worden. Die Mehrheit der Bevölkerung ist der Meinung, daß die über Panitza verhängte Strafe eine verdiente und die Hinrichtung notwendig war, um ein Exempel zu statuieren.

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Marburg, 8. Juli. Ter Inspekteur der Jäger- und Schützen, Herr General-Major v o n O i d tm ann, traf zu einer 3tägigen Inspizierung des hiesigen Bataillons am Sonnabend Abend hier ein und nahm im Hotel Pfeiffer Wohnung. Gestern fand die In­spizierung dcS Bataillons in Turnen und Instruk­tion, heute in Exerzieren und Felddienstübung statt. Nach Beendigung des gestrigen Dienstes nahm der Herr Generalmajor an einem von dem Osfizierkorps im Casino veranstalteten gemeinschaftlichen Festesfen teil.

Marburg, 8. Juli. Gestern wurden beim hie-

etner Tochter gewesen wäre, so hätte sie solche Ange» habe» müssen, wie diese Fremde. Sie hat sogar Treworsche Züge.'

,3a, ja, das fiel mir auch ans', ries Ormond erregt.Was kann das z» bedeuten haben, Negnn?'

Es bebentet, Mylord, daß Sie anf Ihrer Hut sein, daß Sie wachsam sei» müssen', entgegnete der Kammerdiener.Sie hat vielleicht, ihr selbst uube» kavnt, Treworsche» Blut in ihren Ader». ES ist klar, daß ste jene Augen nicht von Gottfried Trewor erbte, dennoch müssen Sie, wen» Sie anf meinen Rat hören, der Vergangenheit und den Verhältuiffe» des Mädchens nachfpürev.'

Ja, das werde ich', versicherte Lord Ormond wieder in Schweige» v trsinkend. Die seltsamsten Be­fürchtungen durchwogten feine schuldbeladene Seele. Er schien sich tn einem beängstigenden Traum zu be­finden, in dem die schreckens vollste» Bilder au ihm vorüberzoge». Die Vorstellnug, daß Gottfried Trewor noch lebe, gewann immer größere Gewalt über ihn, obwohl er fich unanSgesetzt wiederholte, die Sache wäre zwar möglich, aber keineswegs wahrscheinlich.

Der Zug brauste an Station nm Station vorüber, nahm Reiseude anf nnb setzte ste wieder ab, aber die Abgeschlossenheit Lord Ormonds nnb seines Dieners tnntbe nicht gestört. Gegen Abenb erreichte» sie Loudon. Die Schatte» der Dämmerung breiteten sich über die feuchten, fchlüpftigen Straßen nnb das Licht der Gasflammen flackerte unstät dnrch die neblige Atmosphäre. Ei» Mietswageu brachte Herr» nnb Diener in ihren Gasthof. Da ihre Ankunft ange­meldet war, fanden ste ihre Zimmer durchwärmt und erleuchtet, und Lord Ormond konnte nugesäumt seine Toilette zn dem Ball beginnen. Er widmete fich dieser Ansgabe mit vollster Hingabe. Noch war er »icht damit zu Ende, als es an seine Thür pochte.

Auf Ormonds unwirschesHerein' erschien Matter Vorn, der Detektive, der mit lebhafter Freude will- l'ommen geheißen wurde.Nun, Born, bringen Eie Neuigkeste»?' fragte der Lord, anf einen Sessel