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Die Exped. der Oberh. Zeitg.

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MWM Abschicke, ist t3 möglich, daß ich die Stelle erhalte.' B Wieder las sie die Anzeige durch.

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die Zeitung bei dem betreffenden Postamt be­stellt wird. Tie Post hört auf zu liefern, wenn die Bestellung nicht ausdrücklich erneuert wird.

wbre dabei nur leeres Stroh gedroschen worden, nachdem alle Führer der Zentrumspartei erklärt haben, in keinem Falle würden sie einer Aenderung der Getreidezölle zustimmen. Beim Alten wäre es also in jedem Falle geblieben. Die gegenwärtige Seffion des Reichstages eröffnet aber für die Zu­kunft auch die allerbcstimmtesten Aussichten, daß in unserem deutschen Parteiwesen unendlich viel sich ändern wird. Die Parteien werden durch praktische Vorschläge ihre Staatsweisheit kundgeben, durch Thaten beweisen müssen, daß sie richtig die Bedürf nisse des Volkes erkennen und verstehen. Geschieht das nicht, so finkt ihr Ansehen zugunsten der Reichs- regierung. Die neue Regierung ist im Reiche be­reits recht prpulär; man erwartet vieles und großes, und wen» auch alle Neuerungen ihre Widersacher haben, das Zeitgemäße bricht sich immer Bahn. Die Rtichsregierung handelt und die Parteien muffen das Gleiche thun, nicht, wie bisher, ruhig abwarten, was da kommen soll.

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.Obgleich ich das Vaterhaus gegen 'den Willen Ariuer theueren Eltern verlasse", murmelte sie, »und tat Schritt nur unternehme, um ihr Loos zu er» leichtern, ist es meine Pflicht, vor allen Dingen ihre Wünsche in dieser Angelegenheit zn erwäge». Mama «laubte Keinem von vvS jemals nach London zv Sehen. Sie würde es auch nicht billige», wenn ich *tch dorthin wendete, vud es vorztehe», mich in der Familie eines gutmütigen alten Herr» ausgenommen Sn wissen. AIS Vorleserin und Gesellschafterin aus einem Landgute in Wales werde ich rin sehr abge.

schlosseueS Lebeu führe«. Niemand wird mir dort <twaS zu Leide ihn«. Ich möchte «ich um btef? Stelle bewerben und doch kann ich Lord Trewor nicht schreibe», weil es mir unmöglich ist, Briefe »nbemerkt abzusenden oder zu empfange». Ich sehe keine» anderen Ausweg, als mich morgen schon per­sönlich zu melden, aber ich muß mir noch einmal reiflich überlegen, was ich zu thuu im Begriffe bi». Ich vrrlafle die geltet ff Heimat, die besten theuersteu Elter», die zärtlichsten Brüder und wofür?"

.Nein, ich darf nicht schwach und kindisch fein*, sagte sie, uud heiße Thröuen entströmten ihre» Auge». »Ich will nur a» die Freude denke», welche meine Eltern haben werden, wenn ich das erste filbstver- diente Geld nach Hanse schicke l O, wie stolz werden sie dann auf mich sein! Ja, ich wnß gehen! Ich bin ihr ältestes Kind, vnd eS ist weine Schuldigkeit, Mama zu helfe». Da ich mich ohne Verzug zu meldeu habe, muß ich noch in dieser Nacht abreisev, um morgen früh in Trewor-Park eir.z»tnff°u."

Sie stand auf, prüfte den Inhalt ihrer Börse, holte aus ihrem Kleidei schrank eine juchtevlederue Reisetasche hervor, packte Wäsche, einen schwarzseideneu nnd eine» wollenen Anzug hiuei», legte ein Retsekleid von graue« Kaschmir uud eine flauellgesütterte Jack, von demselben Stoff an, und fitzte einen breit­randigen, federvgeschwücktk» Rewbraudthnt ans.

»Ich sehe gerade nicht wie eine Kravkevwärteriv ans', dachte fie enttäuscht, als sie ihr Bild im Spiegel betrachtete. »Aber vielleicht wftd Lord Trewor weniger mein AeußereS, als meinen guten Wille», ihm z» dienen, berücksichtige»."

Nock dem fie so weit gerüstet war, fitzte fie fich an ihren Schreibtisch, um ihren Elter» einen Sbschiets- grüß zu schreibe». Es war eine schwere Anfgab- für sie, ihnen mitzuteile», was fie im Sinn habe. Mehr alS eia Dvtzeud Briefbogen wanderten ins Feuer, ehe eS ihr glückte, einige Zeilen zv entwerfen, die fie befriedigte». Ohne ihr Ziel zu nenuen, und nur bethenerud, daß fie Loudou vermeide», vnd die

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Das Ende der Reichs tags sel fiorr.

Der Reichstag vertagt sich jetzt bis Ende No vember! Die Session wird nicht, wie sonst üblich, geschloffen werden, weil damit die gesamten Arbeiten der Kommission für die Arbeiterschutzgesctzgebung hinfällig würden und die Beratung zum Beginn der nächsten Session wieder ganz von neuem be­gonnen werden müßte. Tie Vertagung des Parla­mentes gestattet, Anfang November da mit den Be raturgen fortzusahren, wo dieselben jetzt abgebrochen werden, ein Umstand, der für das schleunige Zu­standekommen dieses umfangreichen Gesetz»erkes von hohem Werte ist. In der Thronrede, mit welcher der Reichstag eröffnet worden ist, ist gerade auf die Arbeiterfchutzgesetzgebung ein besonderer Nach­druck gelegt. Ter Kaffer sprach eS aus,daß er weitere, gerechtfertigte Wünsche der Arbeiter erfüllen, aber auch allen Ausschreitungen mit Entschiedenheit entgegentreten welle." So schnell, wie in der Thron­rede gehofft ward, wird dieArbeiterschutzgesetzgebung nun nicht im Reichstage erledigt werden. Allerdings hätte man heute weiter sein können, wenn sich nicht die Beratungen der neuen Militärvorlage so sehr in die Länge gezogen und die Thätigkeit der Ar-

Marburg,

Freitag, 4. Juli 1890.

und

Itl«Keirrtes Sonrrtagsblatt für das dritte Vierteljahr (1 Juli bis 1. Oktober) bitten wir gefl sofort erneuern zu wollen.

Auf den pünktlichen Empfang kann nur mit Sicherheit gerechnet werden, wenn

beiieischutzkommnsion in den Hintergrund gedrängt hätten Der Reichstag kennt aber seine moralische Derpflichturg dieser Frage gegenüber, und so wird im Herbst jedenfalls die Fertigstellung dieser Gesetz gebung möglichst beeilt werden. Tie Worte der Thronrede, daß allen Ausschreitungen der Arbeiter nachdrücklich entgegengetr eien werden solle, sind da­mals vielfach so gedeutet, es würde irgend ein Er­satz für daS Sozialistengesetz, welches zum ersten Okicber abläust, eintreten. Man mutmaßte vielfach, die" ziemlich strengen Strafbestimmungen gegen Ge- waltthäligkeiten bei Streiks und anderen Gelegen­heiten, die sich in dem Arbeiterschutzgesetze finden, sollten eine Art von Hilfsmittel für die Behörden bieten, denen die Handhabe des Sozialistengesetzes genommen wird, und glaubte, daS Sozialistengesetz werde dann erst ablaufen, nachdem diese Strasbe­stimmungen vom Reichstage genehmigt seien. Nichts von allem: dos Sozialistengesetz erlischt bedingurgs- los; der Kaiser meint, daß die Reichkgewalt hin­länglich stark genug ist, Gewaltthaten mit Gewalt zu unterdrücken. Fortgeräumt wird aber mit dem Sozialistengesetz ein Agitationsmittel, wie in Deutsch­land kaum ein anderes bestanden hat.

Militärvorlage und Kolonialforderung beschäf­tigten außerdem den Reichstag in dem bisherigen Teile der Session. In beiden Fällen ergriff der neue Reichskanzler wiederholt das Wort, stets mit gemessener Ruhe und großer rednerischer Begabung den Standpunkt der verbündeten Regierungen ver­tretend, und sein Verhalten nahm der ganze Reichs­tag sich zum Vorbild. So weitgehend die Meinungs­verschiedenheiten, so schwierig die VerhältNiffe oft waren, der unter so großen Stürmen neugewählte Reichstog hat auch nicht eine einzige stürmische Sitzung gehabt. Und trotzdem waren alle Vcr Handlungen von gleichem Interesse, und gerade des halb arbeitete der Reichstag mit einem bisher nicht gekannten Eifer, Ware» die Sitzungen so stark be­sucht, wie seit Jahren nicht. Im Hintergründe schlummert allerdings noch die dornige Frage, welche den Reichstag am meisten aufregt, die Finanzsrage. Daß hier nicht nur vieles anders werden muß, sondern auch anders werden soll, zeigt die Ernen­nung Dr. Miquels zum preußischen Finanzminister, denn das preußische Finanzministerium ist es ja, aus welchem die finanziellen Anträge an den Bundes­rat gehen. Merkwürdig wenig ist in dieser Reichs- ta^ssession von unseren Zöllen die Rede gewesen; der Antrog auf Aushebung der Getreidezölle ist nicht einmal zur Verhandlung gekommen. In der Thal

Deutsches Reich.

Berlin, 2. Juli. Der .Reichsanzeiger" meldet: Der Kaiser hat den Unter-Staatssekretär im Aus­wärtigen Amt, Wirklichen Geheimen Rat Grafen b. Beichern feinem Anträge gemäß von seinem bis­herigen Amt in. Gnaden entbunden und einstweilig in den Ruhestand versetzt. DiePost" bringt in ihrer heutigen Ausgabe folgende Depesche aus Paris:Es wird sehr bemerkt, aber von der hie­sigen Preffe totgeschwiegen, daß die gesamten Refer- viffen, welche längst hätten entlaffen werden müssen, bei der Fahne zurückbehalten werden. Seit 1870 ist es das erstemal, daß der Kriegsminister von diesem Recht Gebrauch macht." Aus Hofkreisen verlautet, der Voss. Zig." zufolge, daß die Vermählung der Prinzessin Victoria mit dem Prinzen Adolf von Schaumburg-Lippe am 21. November d. I. (dem Geburtstage der Kaiserin Friedrich) in Berlin stattfinden solle. Deutsch-Ostafrika, d. h. das nach dem Abkomme» mit England uns ver­bleibende zuscmmenhängende Gebiet zwischen der Küste und den Seen umfaßt ohne den eventuellen Anteil am Tanganjika - See nach einer int geogra­phischen Institute zu Weimar ausgeführten Messung ein Areal von S69 500 Quadratkilometern, während das deutsche Reich selbst nur 540 600 Ouadiat- kilometer groß ist. Anläßlich der gestern er­folgten Unterzeichnung deS englisch-deutsche» Abkommens bemerkt die .Times": Vorbehalt­lich der Ratifikation des Artikels betieffs Helgolands

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seilens des Parlaments wäre diese hochwichtige Ur­kunde nunmehr perfekt. Die öffentliche Meinung in den beiden Ländern sei im ganzen ziemlich zu­frieden mit der Transaktion deS Marquis von Salisbury und des Reichskanzlers v. Caprivi. ES sei der richtige Augenblick sür die Abtretung Helgo­lands gewählt und ein hinreichendes Aequivalent dafür erlangt worden; dies sehe das Publikum im allgemeinen ein. Von dem 6000 Mirglieder zählenden Verlande reisender Kaufleute Deutschlands ist Herrn v. Maybach eine Petition übersandt worden, worin um Vergünstigungen sür die Geschäftsreisenden gebeten wird. Um der zunehmenden Roheit und Gewaltthätigkeit zu steuern, ist neuerdings angeordnet worden, daß in allen Fällen, in denen es sich um eine gefährliche Körperverletzung handelt, welche mittels eines Meffers, Kugelstocks, Flaschen oder anderer gefährlicher Werk­zeuge begangen worden ist, die Thäter sofort oder wenigstens möglichst schnell noch der Thal festzu­nehmen und »»verweilt dem zuständigen Amts­gerichte vorzuführen sind. In einer Konferenz der Landesdirektoren, die hier im ReichSver- sicherungsamt über die Einführung der Invaliditäts- Versicherung stattsand, wurde allgemein auf die großen Schwierigkeiten der Aussühiung des Gesetzes hinge­wiesen und eine Hinausschiebung des Termines an­geregt; Minister von Bötticher aber glaubt, daß man an der Einführung am 1. Januar festhalten müsse,

(Statistisches.) Nach der intJustiz- Min.-Bl." veröffentlichten Zusammenstellung der im Jahre 1889 bei den preußischen Gerichten beendeten Zwangsversteigerungen hat eine sehr erheb­liche Abnahme der Subhaftationen, insbesondere auch bei den landwirtschaftlichen Liegenschaften statt­gefunden. Es sind nämlich im ganzen 9235 Zwangs­versteigerungen beendet gegen 10 050 im Jahre 1888, 10 233 int Jahre 1887, 10 500 im Jahre 1886. Im Vergleiche zum Vorjahre hat also eine Abnahme um 815 Fälle oder 8,1 pCt. stattgefunden. Berück­sichtigt man lediglich die hauptsächlich zur Land­oder Forstwirtschaft dienenden Liegenschaften, so er- giebt sich, daß davon insgesamt 5337 versteigert sind gegen 5943, 5895, 6036, 5806, 5731, 7162, 8583 und 9855 in den 8 Vorjahren bis 1881 zurück. Im Vergleiche zu 1888 ergicbt sich also eine Ab­nahme um 605 oder 10,2 pCt. Faßt man die in zwei Oberlandesgerichtsbezirke geteilte Provinz Hessen-Naffau zusammen, so findet man hier aller­dings mit 1035 die größte Zahl der Subhastationen ländlicher Grundstücke; im vorigen Jahre betrug

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empfangenden Lehren stets beherzigen würde, zeigte sie ihnen an, daß fie ans dem Wege sei, sich ihr Brod zn verdienen, und wieder schreibe» würde, weuo fie die erste selbsterwordeue Geldsumme etnzuschickeu vermöchte.

DaS Blatt, da» sie weineud zusammeufaltete und auf ihr Kiffe» legte, trug überall die Spuren ihrer Thräae». Sckluchzeod blickte sie fich tu ihrem Zimmer uw. Ach, eS war so schwer, fich von all den theureu, durch die Eriuuerung geweihten Gegen­stände» zv trenne», viel schwerer, als fie gedacht batte. Die Reisetasche in der Hand trat fie in die Vorhalle hinaus, schlich leise btS zu Ruperts Thür uud lauschte.

Der To» regelwäßigeu laute» Atmers drang z» ihr hinan?.

Leise stahl fie fich tu dcs Bruders Zimmer. Rupert schlüf. .Leb' wohl, theurer Bruder", flüsterte fie. .Du bist eS, sür bett ich aufgebe, waS mir bas Liebste ist. Ersetze ben Eltern GtralbaS Stelle, mein Rupert."

Sie küßte ben Knaben auf bte Stirn nnb ent­fernte fich lautlos, nm auch Egon aufznsnche», bet gleichfalls in tiefem Schlummer ruhte. .Leb' wohl, leb' wohl, Du süßer kleiuer Engel", hauchte fie.

Auf der Schwelle zu ihres Vaters Zimmer kniete fie in inbrünstigem Gebet Lieber. Behutsam glitt fie die Treppen hiuab, öffnete die Garterpfoite nnd schritt hinaus in die finstere stürmische Nacht. Als fie eine Strecke weit gegangen war, blieb fie.stehen nvd blickt- wehmütig nach de« stille» friedliche» Hanse zurück. Aus dem Studirzimmer des Grafe» schimmerte »och Licht. Der heiß« Wunsch, umzvkehre», erwacht­plötzlich in GiraldaS Wust, doch fie bckäupfte uud überward ih». «Die Pflicht ruft", tröstete fie sich, ben einsame» Landweg nach der Bahnstation vorwärts eilend.

Sie kam noch recht,eitig an, nm ben Nachtzug benutzen zu körne«. Ahnungslos, was fie in der großen srenndlosen Welt erwartete, begab fie sich zu

Zur gef. Beachtung

Die Postbestcllung auf die

Oberhessische Zeitung

mit ihren Beiblättern

Eine Dame heiteren Gemütes nnb sausten EharakterS wird als Vorleserin nnb Gesellschafterin für einen kränkliche» alten Herrn gesucht. Gehalt «nbebentenb, aber rücksichtsvolle Behandlung sichert, abreffe: Lord Trewor, Treworpo

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Ouartal-AbonnementS-PreiS bei der Expe­dition 2/t Mk., bet den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnfertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

*»WCU« «UH> A-nivvi, Treworpark in

Wales." Giralda las diese Notiz wieder und wieder. 6te bot ihr nicht gerade die Stelle, bte sie wünschte, >f. oh Aber sie schien ihr dennoch der Erwägung wert.

Armer, alter Herr l" dachte fie.Krank und

-ltl Er « fich sehr einsam in der Welt fühlen n «ab braucht gewiß Jemand, ihm feine Zeitungen J L dorzulesen uud feine Arzneien zu reichen. Das würde ? ich so g»t können, wie jede andere. Das Blatt ist ». von heute. Wen« ich mein BewerbuugSgesnch sofort

: »em [4431 ein.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. BlatteS, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler in Frankfurt a. M., Caffel, Magdeburg u Wien; Rudolf XXV. Habraana. Moffe in Frankfurt a.M., Berlin, München ».Köln; G.L.

Daube u. So. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari».

zu dem schlimmsten Feiud ihre» Vaters, dem rach­süchtigen nnb erbarmungslosen Marquis von Trewor.

11. Kapitel.

Lord Trewor.

Mit Ausnahme eines kurzen Aufenthaltes bet einem Knotenpunkt bet Bahn, wo ein Wageuwechfel uotweubig war, fetzte Gtralba ihre einsame Reise ohne Unterbrechung fort. Sie kam in bem kleinen Dorfe Trewor in bei kalten granen Dämmerung eines wilbeu sturwvollen MärzmorgeuS au.

Mübe uud erschöpft stieg sie ans ihre« Wagen ans ben Perron bet öden, saft menschenleeren Station. Ei« seltsames Gefühl der Berlaffenheit schnürte ihr das Herz zusammen.

ES war »och zn früh, fich in Trewor - Park zn melden. Sie mußte sich deshalb entschließen, daS DorfwirtShaus aufznsnche». Mit Uabehagen hatte fie bemerkt, daß fie der einzige Fahrgast war, der ausstieg. DeS AlleiureiseuS uugrwohut, sah sie be­stürzt auf die geschäftigen Schaffner und bte ver- schiedeneu Leute, bte ihr nicht bte geringste Beachtung zu schenken schiene«.

.Ein Wage« gefällig, Fräuleiu?" fragte die will, kommeae Stimme eines Kutschers. «Soll ich Sie in bas DorfwirtShaus bringen?"

Giralda bejahte, ließ fich tu das altmodische Ge­fährt helfe» uud fuhr gerade iu bte holprige Berg­straße ein, als bet Zug dampfend uud pustend weiter- brauste. Die gespenstisch wallenden Nebel schwebten a»S dem hügelumgürteten Thal empor, das ber Wind kalt und schneidend durchheulte.

Nur wenige kleine Häuser waren fichtbar, daS Dors bretiete fich jenseits des Hügels avS uud zeigte sich ihrem Blick erst, als sie auf ber Höhe «»gelangt war. Die freundliche» stetuerue» Wohngebäude logteu aus grünen Gärten hervor, dierötlich schimmernde Kirche mit ihrem schlanken Tarrn, bet mit Bäumen bepflanzte Marktplatz machten auf baS junge Mädchen ben Einbruch eines verzauberten Dorfes.

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt sür die Kreise Marburg und Kirchhain

Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

Lrever Liebe Loh«.

Roman von U. Rosen.

(Fortsetzung.)

QT »Die Gräfin Bertil beneidet, bewundert und ver- UA hätschelt", fuhr Giralda fort,bte Gräfin Arevalo eine Sängerin, die ängstlich bte Gunst beS Publikums reine zu gewinnen nnb zu erhalten trachten muß, um ihren Ktuberu Brod zu verschaffen."

Eie schob ben Hsfbericht zur Seite nnb nahm die Jnserateuspalte berTimeS" zur Hand. Eine kurze Anzeige ließ ihre Wangen erglühen: