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Erschein! täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Ouartal-AbonnernentS-PreiS bei der Expedition 2*/* Mk-, bet den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnsertivnSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zelle 25 Pfg.
Marburg,
Mittwoch, 2. Juli 1890.
Anzeigen nimmt entgegen sie Expedition d. Blattes
fewie die Annoncen-Bureaux von Haafenstein und Vogler
in Frankfurt a. M., Easiel, Magdeburg u Wien; Rudolf XXV. Mraana Moste in Frankfurt M-, Berlin,München u. Köln;®. g. UUWB
Daube u. 8c. in Frankfurt a. Di., Berlin, Hannover, Paris.
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Slug. Koch.
— Zur gef. Beachtung.
litt Die Postbestellung auf die
vberhefstfche Zeitung
!____ mit ihren Beiblättern
Kreisblatt
Und
! -ltrrKrirrtes Sonntagsblatt für das dritte Vierteljahr (1. Juli bis 1. Oktober) bitten wir gefl. sofort erneuern । |u wollen.
| Auf den pünktlichen Empfang kann nur nit Sicherheit gerechnet werden, wenn Sofort
■ [I die Zeitung bei dem betreffenden Postamt be- rlli stellt wird. Die Post hört auf zu liefern, wenn die Bestellung nicht ausdrücklich erneuert QU «ird.
Die Exped. der Oberh. Ze»tg.
K«ttsches Reich.
llll, Berlin, 30. Juni. Der Bun des rat hielt am 28. d. M. unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten des Staatsministeriums, Staatssekretärs des Innern Dr. v. Boetticher, eine Plenarsitzung ab. Zn derselben wurde dem Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Konsulargerechtsbarkeit in Samoa und die Uebernahme einer Bürgschaft seitens des Reichs ür die durch Einrichtung einer anderweiten Rcchls- »flege dortselbst erwachsenden auteilmäßigen Kosten, die Zustimmung erteilt. Außerdem wurde in meh renn Zoll- und Steuerangelegenheiten Beschluß ge aßt. Für die erledigte Stelle eines nichtständigen itgliedrs des Reichsversicherungsamtes wurde die orderl'.che Ersatzwahl vvrgenommen. Der vom eichstag angenommene Gesetz-ntwurf, betreffend ie Feststellung eines Nachtrags zum Reichshaus- altsetat für 1890/91, wird zur Allerhöchsten Voll- iehung vorgelegt werden. — Der „Reichsanzeiger" eröffentlicht ein Handschreiben des Groß- erzogs von Baden an den Kaiser, d. d.
rlsruhe, 17. Juni, worin der Großherzog dem aiser für allerhöchstseine der Regierung Badens und den Leistungen badischer Ingenieure anläßlich
der Ausführung ter strategischen Bahnen ausge sprochenen wohlwollenden Aeußerungen, welche den Gießherzog und seine Regierung auf d^freudigste berührt haben, den aufrichtigsten Dank 4$. Ebenso dankt der Großherzog für den Beweis Allerhöchsten Wohlwollens, welchen ihm der Kaiser durch die Benennung der badischen Pionierkaserne in Kehl als .Großherzog-Friedrich Kaserne" gegeben hat. — Demselben Blatte zufolge wurde anstatt des bis herigen Leiters der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes Dr. Kiauel, welcher für einen auswärtigen Posten designiert ist, der Geheime Legationsrat Dr. Kayser zum Dirigenten der Kolo, nialabteilung ernannt, welche künftig nur da, wo es sich um Beziehungen zu den auswärtigen Mächten und um allgemeine Politik bandelt, dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes unterstellt ist, in allen übrigen Kolonialangelegenheiten dagegen dem Reichskanzler unmitlelbar Vorträge erstattet und die von ihr ausgehenden Schriftstücke selbst zeichnet. — Der Reichskanzler v. Caprivi hat auf ein an ihn gerichtetes Telegramm betr. die Handwerker- frage in folgender Weise geantwortet: „Indem ich den Empfang des gefälligen Telegramms vom gestrigen Tage mit verbindlichem Danke bestätige, bitte ich Sich versichert zu halten, daß ich den auf Förderung des deutschen Handwerkerstandes ab zielenden Bestrebungen warmes Interesse entgegenbringe. v. Caprivi." — Die Budgelkcmmission des Reichstages beschäftigte sich gestern mit dem dritten Nachtragsetat. Nachdem der Regierungs- kommissar die finanzielle Wirkung der Dispositions- urlauber klargelegt hatte, wurde beschlossen, nur diejenigen Ausgaben, welche durch die Militärvorlage notwendig geworden find, zu bewilligen. Demgemäß wurden die Unteroffiziers-Dienstprämien abgelehnt, dagegen 9 915 000 Mk. zur Ausbildung der Reserve mit dem neuen Gewehre bewilligt. — Für das Bismarck- Denkmal sind nach dem neuesten Verzeichnisse der Beiträge bis jetzt 428 298 Mark 23 Pfg. eingegangen. — Der kleine Belagerungszustand in L e i p z i g sst am letzten Sonntag cbgelaufen, ohne daß eine Erneuerung erfolgt ist. Da das Sozialistengesetz mit Ende September d. I. erlischt, hat die sächsische Regierung darauf verzichtet, für die wenigen Monate bis zu diesem Termine noch den kleinen Belagerungszustand aufrecht zu erhalten. — Gegen die Zollschraubereien in Nordamerika gehen alle europäischen Staaten vor. Staatssekretär Blaine in Washington hat mitgeteil!, er sei von den fremden Gesandten verständigt, die
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Lrcucr gitbt Lohn.
Roman von U. Rosem (Fortsetzung.)
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r, hielt Beatrice den angenommenen Charakter er alten Frau vom Lande fest, und während sie einbar mit Anstrengung vorwärts schritt, schickte schnelle und spähende Blicke umher.
Die Empfangszimmer des gräflichen Palastes
9. Kapitel.
Die Jagd beginnt.
Es war noch früh am Abend, als Beatrice in er bescheidenen Verkleidung sich langsam dem Hanse i Vaters näherte. Die Straße war dunkel und dem flackernden Licht der Gasflammen nur spärlich
euchtet, und wenige Menschen ro-ren sichtbar, it der Vorsicht, die ihr zur zweiten Natur geworden
attn hell erleuchtet und die Vorhänge her-bgelassen « den Fenstern war kein Gesicht zu bemerken. Das seitenpförtcheu stand verödet da. Auf jener Seite (451 Straße ließ sich Niemand sehen, aber drüben
Hute ein Mann an einem Laterueupfosteu, als er- lartete er die Ankunft eines Freundes.
! 416t Giralda stand an der Schwelle der Gartenpforte und blickte dem entschwindenden Gefährt nach.
,Es wird lange dauern, bis ich Mama wieder- e", murmelte sie, als das Rollen der Räder ver- t war. „Ich darf nicht warten, bis die Theure ckkehrt. Ach, es ist meine unabweisliche Pflicht, cm und Geschwister zu verlassen und in die Fremde ziehen. Wenn Mama sich überzeugt haben wird, ß ich nicht zu schwach für den Kampf mit der W-lt wird sie meine Energie segnen."
, Mit einem Blick trauriger, aber hefltger Ent- hlossenheit kehrte sie wieder in das Haus zurück.
Dieser Manu war der Detektive.
Lady Beatrice sah ihu prüfend an. Immer voll esorgntS, Furcht und Argwohn, betrachtete sie den remden mit großer Aufmerksamkeit, entdeckte aber
in seiner ruhigen Haltung nichts, daS ihr Angst ein- zuflößen vermocht hätte. „Ich bin zu mißtrauisch", dachte sie, die Stufen der Htnterthür langsam htnab- stetgend. „Aber eine wie leichte und einfache Sache wäre es für einen meiner Feinde, mich durch eineu Detektive überwache» zu lassen. Bah! Wie oft habe ich in all den Jabreu au diese Möglichkeit gedacht, und doch haben sich meine Befürchtungen stets als grundlos erwiesen. Freilich kann ich nie vor- sichtig genug sein."
Sie klopfte an die Htnterthür und in demselben Augenblick wurde diese vou Magda Fleck geöffnet, welche die Ankunft ihrer Herrin bis ans die Minute berechnet hatte.
.Komm herein, liebe Tante", rief Frau Fleck mit lauter, schallender Stimme und reichte ihrer angeb. ltcheu Verwandten den Arm. „Die Dienstlente find fast alle oben bei der Herrschaft. Komm nur gleich in mein Zimmer, Du arme, liebe Seele, und er- wärme Dich."
Die Beiden schritten dem Zimmer MagdeS zu. Niemand begegnete ihnen ans dem Wege dorthin. Die Kammerfrau verriegelte erst ihre Thür, ehe sie'den Eingang in die Gemächer ihrer Gebieterin öffnete. Beatrice eilte in ihr glänzend erleuchtetes und an. genehm durchwärmtes Ankleidezimmer und warf ihre ärmlichen Gewänder ab. „Ich verließ die Lieben iu Biikenhatn alle wohl", sagte sie seufzend. „Marte schickt Dir viele Grüße. Du mußt si; nächsten Sonntag besuchen. Giebt es etwas Neues für mich? Hat sich irgend etwas zugetragen? Geht es meinem Vater gut?"
„Ja, Euer Gnaden", erklärte Magda mit einem verlegenen Blick nach der Thür, an welcher am Morgen ein neues Schloß befestigt worden war. „Dem Herrn Grafen geht es gut, und während Ihrer Abwesenheit hat sich etwas WichttgeS zugetragen."
Der Ton Mazdas erschreckte Beatrice. , WaS ist geschehen?" fragte ste. „Sprich, Magda."
„Letzten Abend", erwiderte Magda zögernd, „fiel
europäische Staaten würden die Annahme der geplanten enormen Zollerhöhurgen als wirtschaftliche Kriegs erklär urg betrachten. Unter der Führung Deutschlands hätte Frankreich, Oesterreich, Italien und Spanien bereits geheime Abmachungen getroffen, eventuell alle amerikanischen Produkte mit Repressio- zöllen zu belegen. Herr Blaine hofft, die Annahme der Zollerhöhnngen verhindern zu können. — Der Reichskanzler v. Caprivi hat das Sch weine ein- fuhrverbot gegen Dänemark unter Wegfall aller Beschränkungen aufgehoben. Hoffentlich kommt es auch im Osten nun bald zu Milderungen.
— (Kolonial- Politisches.) Wie die „K. Z." nachträglich aus bester Quelle erfährt, äußerte der Reichskanzler v. Caprivi bei seinem parlamentarischen Feste am Donnerstag zu einem unserer hervorragendsten Kolonialfreunde folgendes: „Sie wissen, ich bin kein Kolonialfreund gewesen, aber ich habe mein jetziges Amt übernommen in der vollen lieberzeugung, daß wir auf dem betretenen Wege nicht mehr zurück können, sondern vorwärts müssen. Ostafrika ist selbstverständlich der Schwerpunkt unserer Kolonialpolitik, und jetzt, nachdem ich dos Abkommen mit England getroffen habe, wird es geradezu mein Ehrgeiz sein, daß aus Ostafrika etwas wird, das können Sie allen Ihren Freunden sagen." — Die „M. A. Z." berichtet über eine Unterredung mit dem Reichskommissar für Ostafrika. Herr von Wißrnann äußerte sich über seine Sudanesen sehr zufrieden, dagegen ist es ihm nicht gelungen, Heiraten zwischen den Sudanesen und den Negerinnen im deutschen Schutzgebiet herbeizuführen. Er hatte dahin gestrebt, um nicht aus Egypten Frauen mit nach dem deutschen Schutzgebiet bringen lassen zu müssen. Die deutschen Negerinnen wollen aber nichts von den Sudanesen wissen, und so müssen aus dem Sudan wieder Weiber geholt werden, weil die Soldaten der Schutztruppe ohne Frauen nicht zur Stelle bleiben. Der Reichskommissar hat den dringenden Wunsch feine Schutztruppe als Kolonialarmee der Reichsarmee einverleibt zu sehen. Von den englischen und den deutschen protestantifchen Missionaren will Herr von Wißrnann nicht viel wissen. Er sagt geradezu, sie stifteten nur Unzufriedenheit. Hingegen lobt er die katholischen Missionare außerordentlich. Die für die übrigen Missionare aufgewendeten Summen seien geradezu fortgeworfen. — Der Wißmann-Kommers bot ein hervorragendes politisches Interesse durch die entgegenkommende Art, wie sich dort der Führer des Zentrums über die Kolonialpolitik des deutschen
eine Kohle vom Rost aus den Teppich, und glimmte dort weiter und erfüllte das Zimmer mit RanL. Der Kammerdiener des Herr» Grafen rief „Feuer", der gnädige Herr und Lord Ormond stürmten hierher stießen die Thür ein —"
„Nun?" fragte Beatrice, deren Angen wie zwei feurige Sterne glühten. ,Uud sie entdeckten meine Abwesenheit?"
„Ja, Euer Gnaden. Der Herr Graf entschuldigte sich bei Lord Ormond und erklärte Ihre Abwesenheit in harmloser Weise, sodaß der neugierige Gast nichts Verfängliches ahne» konnte, aber heute morgen ließ der gnädige Herr mich rufen und bot mir zwanzig Goldstücke an, wenn ich ihm Ihr Geheimnis verraten wollte — denn, daß Sie ein Geheimnis hätten, wisse er. Ich behauptete vollständige Uakenntuis und wurde in höchstem Mißfallen fortgeschtckt. Der H.rr Graf weiß, daß Sie diese Nacht nicht hier waren, da er in aller Frühe selbst erschien, das gestern abend zerbrochene Schloß an Ihrer Thür durch ein neues zu ersetzen. Die Dienerschaft ahnt nichts vou Ihrer Abwesenheit, wohl aber der Graf und Lord Ormond."
,.Unseliges Verhängnis", rief Beatrice erregt. „Meines Vaters Stolz wird ihn dazu bewegen, feine Entdeckung zu verbergen. Aber Lord Ormond ist unzuverlässig und verräterrisch, und kotz seiner LiebeS- beteuernngen mein Feind. Daß gerade er von allen Menschen meinem Geheimnis auf die Spur kommen mußte! Mir ist, als ob wir und denen, die mir thkurer find, als mein eigenes Leben, schwere Gefahren drohten."
„Ja, nach dem Feuerlärm van gestern abend ahnte ich, daß uns große Wirrnisse bevorständen", bemerkte Magda düster. „Ich war in meinem eigenen Zimmer, als der Herr Graf dieses Schloß befestigte, kam aber, nachdem er gegangen war, wieder hierher, nm Ihre Sachen in Ordnung zu bringen und Ihre Toilette für den Abend vsrzuberetten. Ans Fenster tretenb fiel mir jenseits der Straße ein Mann auf, der auf Jemand zu warten schien, mir
Reiches in Afrika äußerte. Wir eninchwkn einem Berichte hierüber folgende n’itere Angaben: Im Lichthofe des Hotel Kaiserhof hattcn sich gestern abend etwa 200 Mitglieder dcs Reichstags, des Bundesrats, der Reichsämter, Osfiziere, Vertreter der Presse rc. zu dem Kommerse versammelt welchen ein im Reichstage gebildetes Komitee zu Ehren des Majors Mißmann veranstaltet hatte. Bon den Reichstags-Parteien waren die nationalliberale, die beiden konservativen und die des Zentrums zahlreich, die deutsch-freisinnige durch einige Mitglieder vertreten. Major v. Wißrnann betrat den Saal am Arme des Abg. Windthorst und nahm in der Mitte der Ehrentafel zwischen dem Präsidenten v. Levktzow und Herrn Windthorst Platz. Den ersten Toast brachte Staatsminister v. Bötticher auf den Kaiser aus und nach kurzer Pause erhob sich Präsident v. Levetzow, um zu einem Salamander auf den Reichrkommissar Major von Wißrnann aufzufordern. Major von Wißrnann antwortete in gewinnendster Weise. Er nahm den größten Teil des Dankes und der Anerkennung, die man ihm gezollt, nur für seine Osfiziere entgegen, ohne die er nicht das hätte leisten können, was er erreicht. Es sei ein großer Moment, wenn man „draußen" Nachrichten aus der Heimat erhalte. Dieselben hätten ihn und seine Osfiziere stolz auf die Gnade des Kaisers gemacht, stolz auf die Beurteilung, welche seine Leistungen im Reichstage gefunden. Aber er füge seinem Danke für die Anerkennung aus der Heimat ein praktisches Moment hinzu: die Bitte um weitere Unterstützung. (Große Heiterkeit.) — Nach einer längeren Pause, welche durch einige Musikstücke und gemeinsamen Gesang ausgefüllt worden, ergriff der Abgeordnete Dr. Windthorst das Wort. Die Reihe der offiziellen Toaste sei zwar zu Ende, aber das Komitee habe ihm gestattet, noch einen solchen auszubringen. „Kein deutsches Herz konnte unbewegt bleiben bei Wißmanns Thaten. Er freue sich, in seinem Alter neben diesem jungen Manne zu sitzen, der auf solche Leistungen zurückblicken kann. Wißrnann habe seiner Offiziere gedacht. Der Redner will zunächst diesen auch den Dank der Versammlung aussprechen. Jetzt aber komme er auf ein heiklicheres Thema. Wißrnann hat weitere Unterstützung verlangt. Elefantenzähne haben wir nicht; ob noch Gold und Silber, das ist dem Redner nicht bekannt. Er ist immer für die Politik der freien Hand und übernimmt keine Engagements. Aber es giebt Momente, wo auch das härteste Herz weich wird. Wir können nicht aufgeben, was wir erreicht haben. (Lebhaftes
aber wie ein Spion vorkam. Ich versteckte mich nun hinter dem Vorhang und beobachtete den verdächtigen Menschen, bis er sich endlich entfernte, ohne etwas ausgerichtet zu haben."
„Beschreibe mir den Menschen, Magda?" „Er sah a»S wie ein Geck, der von einer Gesellschaft in der Nachbarschaft heimkehrt."
„ES ist derselbe", murmelte Beatrice. „Er steht wieder dort drüben. Der Bursche überwacht mich offenbar. Geh aus Fenster, Magda, und sieh, ob er noch da ist."
Magda gehorchte. „Ja", sagte sie, „er geht langsam auf und ab, Euer Gnaden. Trotz seiner gleich- giltigen Miene bin ich jetzt überzeugt, daß er ein Spion in Lord Ormonds Diensten ist."
„Er bemerkte mich, als ich an ihm vorüberhnmpelte, hielt mich aber zweifellos für nichts Anderes, als ich zu fein schien. Jetzt will er abmatten, ob die alte Frau zurückkehrt; sollt; sie sich wieder zeigen, so würde er meine Verkleidung argwöhnen, Du mußt mir also helfen, ihn zn überlisten, Magoa. Ziehe schnell diese alten Kleider über die Deinigen."
In fieberhafter Hast fuhr Beatrice fort, ihre dürftige» Obergewänder abznstreifeu, Magda legte sie an, und schickte sich an, fortzugehen.
„Nimm Deine» Hut uud Seinen Mantel unter den Arm", riet Beattice, „wenn D» die Schwelle der Htnterthür überschritten hast, raße ein wenig, und wanke bann sorglos weiter. Kehrst Du nach einer halbe» Stunde in Deiner eignen Gestalt wieder, so wird Niemand unsere List ahnen, und wir dürfen »ns rühmen, de» schlaue» Detektiv; hiuterS Licht geführt zu habe».'
In einen weißen Kaschmirschlafrock gehüllt, blickte Beatrice lauschend auf die Straße hinab. Der Detek- tivr schlenderte noch immer, wie eS schien, pfeifend und singend auf und nieder. Jetzt öffnete sich das Seitenpförtcheu des Berrilschen Palastes, und dieselbe alte Frau, die vor einer Weile dort eiugittete» war, hinkte die düstere rneuscheuleere Straße entlang.