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N 15t

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Illustriertes Sonntagsblatt.

Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Jvh. Aug. Koch.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Ouartal-AbonnementS-PreiS bei der Expe­dition 2*/* Mk., bet den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Dienstag, 1. Juli 1890.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a. M., Taffe!, Magdeburg u Wien; Rudolf Moffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; <8. L- Daube u. So-in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Vari-.

XXV Jahrgang.

Zur gef. Beachtung.

Die Postbestellung auf die

Oberhesfische Zeitung mit ihren Beiblättern Kreisblatt und

Itlnstrirrtes Sonntagsbiati ür das dritte Vierteljahr (1. Juli bis 1. Oktober) bitten wir gefl. sofort erneuern u wollen.

Auf den pünktlichen Empfang kann nur mit Sicherheit gerechnet werden, wenn

Sofort

die Zeitung bei dem betreffenden Postamt be­stellt wird. Die Post hört auf zu liefern, wenn die Bestellung nicht ausdrücklich erneuert wird.

Die Exped. der Oberh. Zeitg.

Treuer Liebe Loh«.

Roman von U. Rosen.

(Fortsetzung.)

»»Doch Rupert ist heißblütig und stolz", fuhr das Mädchen fort,uud weau seine Mitschüler ihn miß. »chteu sollten, weil weil Da eine Schauspielerin Rist, würde er blltereS Leid empfinden*

L »34 habe das alles erwogen, meine Tochter, mpert wird eine deutsche Naiver sttät beziehen und »it als der Sohu eines spanischen Grafen keinerlei lnbill zu erfahren haben. Ferner ist die Mög. ichkeit vorhanden, daß ich nicht immer g< nötigt sein »erde, Schauspielerin zu bleiben, und wenn ich weinen )eruf ausgegeben habe, werden meine Kinder keine lrsache haben, für ihre Mntter zu erröten, Giralda.' I «Die haben wir auch jetzt nicht, Mama 1 Aber ich Möchte Dir noch mehr sagen. Erlaube mir, mich nn- ßezDuugen und rückhaltlos auSzusprecheu. Ich habe Me sorgfältige Erziehung erhalten, bin in all den Gegenständen unterrichtet, die man jungen Damen zu ehren pflegt, ich spreche spanisch, französisch uud ralteuisch so geläufig wie englisch. Mein Klavier. Piel und meine Stimme hast Du ost gelobt*

.Und nun?*

«Ich wurde verwöhnt wie eine Prtozesfin uud bin »wer behandelt worden, als wäre ich die Erbin ou-.S großen Vermögens, die dereinst noch einen «hen Rang in der Gesellschaft ,n bekleiden haben Würde. Unsere gute alte Marie nennt mich mit eigen, mniger Beharrlichkeit gnädiges Fräulein oder Euer kabei». Du, theuere Mama, bemühst Dich, mir kelbstbewußtseiu etuzuflößen und eine fichere Haltung N geben. So oft ich über diese Dinge nachdachte, Wängten fich mir zwei Schlußfolgerungen auf. Ent­weder bin ich eine reiche Erbin oder ich bin dazu stzogen worden, die Gesellschafterin einer solchen zu Herden. Das erstere ist nnmöglich, sonst würdest Du Acht gezwungen sein, in Deinem Berus aMizuharren,

AusstrUirrrg hessischer Krücke rc.

Marburg, 29. Juni 1890.

Die von dem hiesigen Zweigvcrein des hessischen Welchichtsvereins im Rittersaal des Schlosses veran- faltete Ausstellung wurde heute im Beisein zahl­reicher Mitglieder des Vereins und eines größeren Publikums eröffnet und zwar mit nactstehender Rede des Vorsitzenden, Herrn Archivrat Dr. Könn ecke:

HochgeehrteAnwesende!

Gestatten Sie, daß ich Sie im Namen der Herrn unseres Ausschusses und im Namen unseres Geschichtsvereins herzlich willkommen heiße und Ihnen sür das Jntereffe danke, welches Sie durch Ihr Erscheinen für unsere Ausstellung bekunden. Unser altes Schloß ist jetzt leider eine unwirtliche Srärte, aber unser Rittersaal ist derselbe geblieben und Sie werden sicher hoffentlich sür die Unbequemlichkeit, welche Sie jetzt zu über- vinden hatten, bevor Sie hier eintrelcn konnten, »urch das was Ihnen geboten werden kann, einiger- naßen entschädigt werden. Wir wollen heute die Aus- tellung, welche wir zur Fiier des 450. Geburtstags ict Erfindung der Buchdruckeikunst veranstalteten,

eröffnen Es gilt in erster Linie unseres großen E findens, Johannes Gutenbergs, ehrenvoll zu ge­denken. Erwarten Sie aber von mir nicht eine Ge sckichte seines Lebens, Leidens und Schaffens, eine Geschichte seiner Erfindung, eine Schilderung der wkltumgestaltkNien Bedeutung des Buchdrucks. Wir wollen Gutenbergs Andenken in anderer Weise feiern, wir wollen durch unsere Ausstellung dis Näheren zeigen wie seine Kunst und die ihr verwandten hier in unserem Heffenland ihren Anfang genommen, wie sie sich bis zur Gegenwart entwickelt hat.

Gestatten Sie daher, daß ich Sie kurz auf das Hinweise, was wir bei unserer Ausstellung erstrebt und daß ich Ihnen zeige, was wir erreicht haben.

Sie werden sthen, daß wir den ausgestellten Steffin 5 Abteilungen gliederten. Ta die Druckkunst erst verhältnismäßig spät in Hessen ausgeübt ist be­kanntlich hier in Marbu'g im Jahre 1527 es aber bei einer Gutenbergsfeier zweckmäßig erschien, Werke aus des Meisters Preffe selbst vorzusühren und und die Entwickelung seiner Kunst in einigen Hauptwerken, Idelche vor 1527 liegen, zur Anschauung zu bringen und so eine historrsck e Verbindung zwischen den ersten Anfängen der Buchdruckerkunst und dem Ze tpunkte, in welchen bei uns zuerst gedruckt wurde, zu erhallen, so wurden in der I. Abteilung solche, natürlich nichthessische Drucke ausgelegt. Den Anfang machen 5 Erzeugnisse der Preffe Gutenbergs selbst. Eine Seite seiner berühmten 36 zeitigen Bibel, die Hälfte eines Ablasbrieses von 1454 übrigens der erste existierende Druck, welcher mit einer Jahrzahl versehen ist und 3 Deutsche Plakat Drucke aus den Jahren 146162. Ist der Alt­meister so auch nicht mit umfangreichen Prachtdrucken vertreten, so genügt doch das, was vorliegt, um Fest- stimmung zu machen, welche jeden ergreifen muß, welcher die Originalerzeugniffe des ersten Druckers sieht. Hieran schließt sich eine sorgfältig ausgcwählte Reihe von Inkunabeln der verschiedensten Druck statten Deutschlands und der Nachbarländer All mälig werden wir so zur Abteilung II, der um fassensten Gruppe unserer Ausstellung geleite», zu den Hessischen Drucken. Bei der Auswahl und Ausstellung dieser Abteilung leitete uns die Ab­sicht, womöglich von allen alten Hessischen Druckern, und zwar womöglich aus dem ersten und letzten Jahre ihrer Druckthätigkeit Druckerzeugnisse zu­sammen zu stellen. Unter Hessen ist der Umfang des ehe­maligen Kurfürstentums, soweit es sitzt zum Re­gierungsbezirk Cassel gehört, verstanden, einschließ­lich jedoch Bockenhcim d.s Krei'es Biedenkopf,

so bleibt denn nur meine zweite Annahme als die richtige bestehen.*

«Ich begreife Dich nicht, Giralda. Was ist die Gesellschaft, die Gefährtin von hochgestellten Erbinnen als ihresgleichen?'

,O, nein, Mama, so meine ich es nicht, nicht auf der Menschheit Höhen ist mein Platz, ich will ihn in der bescheidenen Sphäre suchen, in die mich nnser- Mittellostgkeit stellt, und meine Kenntnisse und Fertig­keiten in irgend einer Art verwerten. Das theure Vaterhaus hat mich mein ganzes Leben hindurch in liebende Obhut genommen. ES ist Zeit, daß ich die Last, die Eure Schultern bedrückt, zu erleichtern trachte. Wenn Du für mich arbeiten darfst, wird es mich nicht vernuzlimpfen, wenn ich endlich für Dich arbeite. Knrz und gut, Mama, ich will Gesellschafterin oder dergleichen werden.*

,Du, Giralda, Gesellschasterin I* rief Beatr'ce, daS schöne vornehme Gesicht ihrer Tochter mit seinem Auflug vou Hochmut, seiner zarten Anmut in unwill­kürlichem lächelnden Zweifel musternd. «Du, Giralda, Gesellschafterin l*

«Ja, Mama*, wiederholte Giralda furchtlos und bestimmt. «Ich besitze keinen falschen Stolz. Wenn eS sich für Dich schickt, Geld zu verdienen, so schickt eS sich auch für Deine Tochter.*

»Aber Du bist noch ein bloßes Sind, Giralda.' .In Herz nnb Gemüt bin ich älter als Da glaubst, Mama!*

.Kind, Kind, daS Leben einer solchen Gesell- schafterin ist mitunter sehr schwer. Sie wird schlecht bezahlt und hat sowohl die Launen der Herrschaft wie der Dienstleute zu ertragen, ist einsam nnb ver. lassen in dem fremden Hanse, und leidet nm so tiefer, je weicher ihr Gefühl, je höher ihr Bildungsgrad ist.*

«Ich kann Kränkungen, Arbeit und Vereinsamung ertragen*, entgegnete Giralda mit ruhiger Entschlossen­heit. »Erträgst Du nicht ohne Murren die Trennung vou Deinem Gatten und Deinen Kindern? Die Schwierigkeiten, die «ich erwarten, können nicht

welch- r historisch nicht nach Nassau sondern zu H ssen gehört; hinzugerommen sind auch iie ehemals Bairischen Gebietsteile, Orb und Gers­feld. Die Anordnung dieser Abteilung erfolgte alphabetisch nach den Städten; innerhalb der Städte sind die einzelnen Drucker nach der Zeitfolge aufge­legt. Von den drei Doppelreihen der mit Glas bedeckten Schau schränke sind den Druckern Hessens 50 Schauschränke zugewiesen; bte untern, wagerechten Abteilungen sind mit ihren Druckerzeugnissen ange- süllt. In den okurn senkrechten Teilen sind meist Holzschnitte, Kupferstiche, welche sich auf den im untern Schranke bezüglichen Druckort beziehen, unter­gebracht. Wo es angierg sind b:e ältesten Ab­bildungen der jedesmaligen Druckorte in den oberen Teilen der Schränke ausgestellt; bei der Abteilung Caffel erschien es zweckmäßig bei den Druckern welche nach der Westfälischen Zeit druckten, d e H'ssische Geschichte von 1813 bis aus unsere Tage in charakteristischen Flugschriften, Plakaten und sonstigen Druckschriften sowie in Abbildungen darzu­stellen. Auch soi st ist bei der Auswahl der Druck­schriften in den unteren Kästen sowie bei Zusammen stellung der in den oberen Kästen aufgehängten Stücke immer daran gedacht ein Stück Geschichte, Kultur­geschichte oder Stadtgeschichte zu bringen. Wenn dabei anscheinend unwichtiges neben wichtigem liegt, so wollen Sie gütigst bedenken, daß das anscheinend I unwichtige oft das charakteristische ist und daß sich Zeitströmungen häufig am verständnißvollsten in nebensächlichen Zügen wiederspiegeln.

Es ist in Hessen, wie bekannt, erst sehr spät gedruckt worden. Erst infolge der Stiftung unserer Universität kam ein Drucker ins Hessenland, in die neue Hochschule: es war Johannes Loers- feit, welcher 1527 hier die neue Kunst auszuübcn anfieng. Er hat nut ein Jahr Heer gedruckt. Ueber ihn und seine nächsten Nachfolger darf ich wohl hm- weggehen: von berufenster Seite wird ja demnächst unsere JubiläumSsestschrist erscheinen, welche die ersten Marburger Drucker, nämlich diejenigen vom Jahre 152767 ausführlich behandeln wird. Umsaffend war ihre Druckthätigkeit nicht, es werden kaum viel mehr als 100 Drucke sein, welche aus ihrer Presse sich erhalten haben. Der erste bedeutendste ist Paul Egenolph, welcher von 15871617 druckte. Er ist auch in unserer Ausstellung mit einer stattlichen Anzahl von Drucken vertreten. Das erste Drittel des XVII. Jahthunderts war einer gedeihlichen Entnickelung des Marburger Druckes nicht ho!d. Zwar war da der typographus academiae

härter fein, als die, mit welchen Du zu kämpfen hast nnb ber Gedanke, daß ich Dir wenigstens die Sorge für meine Erhaltung abgevommen habe, wirb wir jede Mühe, jede Entbehrung versüßen. ES ist mir nicht möglich, noch länger von dem Erträgnis Deiner AnstrenguAgen abhängig zu sein, auch fühle ich mich verpflichtet, etwas zu den Kosten der Erziehung Ruperts beizutragen.*

Giralda sprach mit der Überlegenen Sicherheit einer gereiften Fran. Ihr Sinn für Billigkeit und Recht verlieh ihrem Auftreten Kraft, und Beatrice sah ein, daß die Tochter nicht leicht von dem ge­faßten Entschluß abzulevken fein würde.Ich hätte darauf vorbereitet sein müssen", murmelte sie, sich erhebend und das Zimmer unruhig auf und nieder schrettend.Mit ihrer warmherzigen Natur, ihrer kindlichen Liebe und ihren strengen Begriffen von Recht, konnte Giralda nicht anders handeln. Armes Kind! O, wenn sie nur wüßte!"

Ein ungestümer Drang durchwogie die Mutter, ihrer Tochter die Wahrheit anzuvertlanen, ihr zu offenbaren, daß sie eine hochgeborene Dame, das einzige Kind eines Grafen, und das Theater, in welchem sie spielte und Beifall errang, die vornehmste Gesellschaft Englands sei.

Aber der Gedanke, dem Mädchen alles zu ent­hüllen, wurde auf das Schnellste erstickt. Sie konnte ihr junges Gemüt nicht mit der Kenntnis belasten, daß ihre Mutter in zweierlei Gestalt durch die Welt wandelte.

Als fie ihre Ruhe und Selbstbeherrschung wieder- gewounen hatte, näherte fie fich dem Sopha, lehnte sich über beffen Rücken, nnb legte ihre Hand leise ans des Mädchens sorgenvolle Stirn.

Meine Tochter", sagte sie zärtlich,ich weiß Deine Liebe nnb Hingebung sür Deine Ellern in ihrem vollen Werte zn schätzen. Du bist ein gutes, edles Mädchen, aber ich kann Dich nicht in die Fremde ziehen taffen, ich kann niemals gestatten, daß Du de» wachsamen Auge Deine» Vater» entrückt bist. Hier

von der Universität durch Geld- und Natuialiei üeferung unterstützt; aber cs entstanden in Heffcn selbst (in Cassel 1597) und in den Nackbarlanden (1564 in Schmalkalden, 1593 in Hanau) selbst Druckereien. Nach dem Tode Ludwigs des Testators begann der Bruderzwist zwischen Hessen-Caffel und Darmstadt, die Universität Gießen wurde gegründet, hier auch (1606) eine Druckerei angelegt. Es folgen die Wirren deS 30jährigen Krieges. Harte Schläge hatten namentlich die alma mater Philippina getroffen. Aber der langersehnte Frieden kam herbei, 1653 wurde die Universität neu begründet die Ein­weihungsfeier sand bekanntlich im Rittersaale statt und allrnälich hob sich auch in Marburg wieder das Druckwesen, welches noch bis beute innig mit dem jeweiligen Zustande der Universität verknüpft ist. Salomon Sch ade Witz, die Kürsner, die Stock, hatten blühende Druckerge­schäfte. In einer Zeit, in welcher Christian Wolf hier lebte, konnte auch die Presse des Philipp Casimir Müller Eberbachs zu hoher Blüte sich ent­wickeln. Mit Aufführung dieser Buchdrucker­namen sind wir schon in die zweite Hälfte des vorigen Jahrhunderts getreten. Es ist jetzt Zeit, auch auf andere hessische Druckstätten zurück­zukommen. Zunächst ist natürlich Caffel zu berück­sichtigen. Es ist zu verwundern, daß Landgraf Wilhelm IV., der Stifter der Caffeler Bibliothek bei seinen gelehrten Neigungen keine Druckerei in Caffel anlegte. Erst sein Sohn, Moritz der Ge­lehrte, that es. Er berief den Drucker und Form- schneider Wilhelm Wessel und richtete in seinem Lusthause eine Druckerei für diesen ein. Viele Werke, welche hier entstanden, tragen noch auf dem Titel die Worte: ex typographia Mauritiana aus der Fürstl.-Hessischen Druckerei. 1597 begann Wessels Thätigkeit. Er tritt gleich mit stattlichen Werken auf: Wilhelm Di eich, der bedeutendste Zeichner und Kupferstecher Hessens in der Spät- renaissauce versah viele Druckwerke der Wcffelschen Offizin mit seinen Bildern. Die Zeit des großen Krieges macht sich auch in den Caffeler Druckver- hältnisscn geltend, nicht das Mauritianum, nicht die nur ein Scheinleben führende Casseler Universität half dem Buchdruck auf. Drucker, wie Schadewitz und Ketz l, zogen die kleinen hessischcn Städte, wieHofgeismar, Gre- benstein, Hersfeld, als Aufenthaltsorte vor. Erst unter Landgraf Karl hoben sich die Druckereien wieder und es konnten Prachtdrucke entstehen wie Klautcs Beschrei­bung ber italienischen Reise be§ Landgrafen Carl (erschienen 1722 bet H. Harmes) der Pracht-

allein bist Da vor der arglistigen Well geschützt. Unserem Geschick steht eine günstige Wandlung bevor. Dn mußt hoffnungsvoll daraus warten, wie ich, meist Kind. Bis dahin sei zufrieden."

«Ich kann nicht, Mama', flüsterte Giralda, die Augen bittend zur Mutter erhoben.

.Du mußt, theuere Tochter. Was würde aus Dtt mit Deinem warmen Herzen, Deiner anschmiegenbest Natur, in der kalten rauhen Wett draußen? Aber wir wollen den Gegenstand fitzt nicht weiter verfolgen. Heute abend muß ich Euch wieder verlassen. Während meiner Abwesenheit vom Hause werde ich über DaS, woS Du mir sagtest, Nachdenken. Vielleicht habe ich Dir nächste Woche schon etwas von höchster Wichtigkeit rnitznteilen. Die Angelegenheit mag immerhin noch acht Tage ruhen. Deine Brüder werden uns böse sein, daß wir sie ans unser Fest im Treibhaus zu warten nötigen. Eilen wir, fie zu beftiedigen. Die trüben Schatten, die Dich ängstigten, mögen alle hinter Dir zurückbleiben.*

Giralda erhob sich und verließ, unter Thränen lächelnd, da» Zimmer.

Beatrice folgte ihr nnb trat in bem Augenblick bei ihrem Gatten ein, in bem bie Kinder sich entfernten.

»Nun, Beatrice*, rief ber Graf scherzend, »hat Giralda Dir ihre hochwichtigen Geheimniffe entdeckt? Was wünscht sich die liebe Kleine? Einen neuen Sänger für ihr Vogelhaus, oder ein neues Halsband für tbr Schmuckkästchen?*

,O, nichts von alledem*, erwiderte Beatrice. »Das großherzige Mädchen hat de» Vorsatz gefaßt, un» zu mtterstLtzen und ihren Anteil zu unseren Ausgaben beizntragen. Giralda denkt daran, eine Stelle als Gesellschafterin anzuuehmen.*

Mn tiefer Ernst lagerte fich auf be» Grafen Stirn. .Was muß fie vou mir beuten?* seufzte er bewegt.

.Was »übliche Liebe unb Verehrung ihr gebietet, Gottfrieb. Ihre Beweggründe find edel und gut. Aber gab e» jemals eine so lächerliche Idee? St-, die Erbin eine» fürstlichen Vermögen», die Gesell-