(RechM Zemq.
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. —
glich außer an WerNagen nach Sonn« und — Ouartal-Morinements-Preis bei der Sxpe-
vrfcheini tä.
M 147
Die Exped. der Oberh. Zeitg.
LrichskommUar Wißmann
fieg-
Du
sich als. ein eben io guter Organisator, wie Kennerireichen Deutschen, Nahrungsmittel verweigert, der afrikanischen Verhältnisse gezeigt; er hat die Iso legte er denn freiwillig die Waffen nieder.
und Wie des
Feiertagen. —_________
dition 2‘ t Mk., bei den Postämtern 2 Mk. 56 Pfg. (exk!. Bestellgeld). JnserttonSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
Gemüt dcS LtchteS und der Freude.-
Wieder uud wieder schloß der Graf Beatrice an sein Herz, ihre L ppeu mit heißen Küssen bedeckend, uud sie immer und immer wieder sei» geliebtes Weib nennend.
DoS also war das Geheimnis Beatr'ce BerrilS, das Rätsel ihrer Abwesenheit aus dem Vaterhause, welches den alten Grafen in so tiefe Bestürzung uud kroßen Kummer versetzt, Lord Ormond mit sllbrr- Hafter N-ugier erfüllt hatte, und die Ursache ihres
Heern von Gravenreuth einsührte. Nachdem Major Wißmann den Bericht gelesen, legte der Berichter- ratter ihm die Frage vor, ob sich seine Auffassung über das deutsch - englische Abkommen mit der von Gravenreuths decke. Wißmann erwiderte hierauf: „Sie werden von mir wohl kaum eine Kritik über das deutsch - englische Abkommen erwarten. Ich bin Regierungsbeamter und habe als solcher an den Akten meiner Regierung keine Kritik zu üben, sondern lediglich zu gehorchen. Zudem kenne ich das deutsch-englische Abkommen zu wenig und nur durch Zeitungsmeldungen, daß ich schon aus diesem Grunde mit der Abgabe meiner Meinung zurückhalten muß. Offiziell ist mir über die getroffenen Abmachungen ja nicht das Geringste bekannt." — An der Rede, welche Herr Schulrat Dittes aus Wien auf dem hier abgehaltenen Lehrertage gehalten, ist von verschiedenen Seiten eine sehr begründete Kritik geübt, von anderer Seite Herr Dittes gegen dieselbe in Schutz genommen worden. Jetzt findet man in der „Köln. Volks-Ztg." folgenden Protest der rheinischen Delegierten zum Lehrertage gegen die Dittessche Rede: „Obwohl die Mitglieder des Deutschen Lehrervereins und die Besucher des 8. Deutschen Lehrertages den Vortrag des Herrn Dr. Dittes zum Gedächtnis des Altmeisters der Pädagogik, unseres hochverehrten Diesterweg, gewiß mit Begeisterung gehört haben, wie auch der Beifall gezeigt hat, so können doch die Vertreter Rheinlands nicht umhin, es zu bedauern, daß durch die Ausführungen des Herrn Dr. Dittes in religiöser und politischer Beziehung die Wirkung des Vortrages beeinträchtigt worden ist (die Einheit der deutschen Lehrerschaft gefährdet werden könnte), und erklären, daß sie diesen oben bezeichneten Ausführungen nicht zustimmen können." — Eine Abänderung der bei Behandlung von Naturalisationsgesuchen geübten Praxis ist von Preußen beim Bundesrare in Anregung gebracht. Es hat sich hcrausgestellt, daß die Handhabung des Frei- zügigkeitsgefetzes, sowie des Gesetzes über die Erwerbung und den Verlust der Reichs- und Staatsangehörigkeit, wonach solchen früheren Rcichsange- hörigen, deren Rückkehr in ihren Heimatsstaat aus diesem oder jenem Grunde unerwünscht ist, und Reichsausländern, welche aus dem Gebiete eines Bundesstaaten ausgewiesen worden sind, die Möglichkeit gewährt wird, auf Grund der in einem anderen Bundesstaate erworbenen Reichsangehörigkeit sich in dem Gebiete ihres früheren Heimatstaates bezw. desjenigen Staates, aus welchem sie angewiesen worden
aus der Heimat und dem Vaterlande Vertriebene», der vergebens nach der Freiheit und seinem guten Rechte schmachtet.
Der Manu war in der Nachbarschaft als Gra Arevalo bekannt, hatte den Birkenhain, wie die schöne abgelegene Besitzung hieß, vor viele» Jahren gekauft, und seither eine stille Einsiedler- oder Gelehrten'xisten; in seinem Landhaus geführt, und weder Bekannt- schäften angeknüpft, noch Besuche bei sich empfangen.
Während ihr Auge den spanischen Grasen betrachtete, übergoß heiße Röte ihre Wangen.
„Wie einsam es heute abend hier ist. Schon eine ganze Woche ist fie nicht hier gewesen-, murmelte der Graf, die Augen müde schließend, ohne die leiseste Ahnung von der Nähe dcs geliebte» WeibeS.
Beatr'ce stahl sich aus ihrem Ve:steck hervor, glt t geräuschlos über deu Fußboden, schlich hinter die ruhende Gestalt uud legte ihre Hände auf die Augen des erstaunten Mannes. „Errate» Sie, wer ich bin,
. .. „ r, _ .Zug nach der tief im Innern gelegenen Station
nehmen schon jetzt entgegen allePostanstalten,iMpuapua ausgcrottet. In großen Mengen traten in Kirchhain unsere Agentur utt) für hiesigeI die Eingeborenen zu den Deutschen über und ver- Stadt unsere Zeitungsträger und die Unter- anstalteten selbst auf Buschili und dessen Genossen reiesinote leine Art von Treibjagd, auf welcher der Araber
° ' - - — - - ------ Ischließlich aufgegriffen und dem deutschen Reichs-
kommiffar ausgeliefert wurde. Nach dem Spruch des Kriegsgerichts fiarb Buschiri am Galgen. Diese strenge Strafe übte einen tiefen Eindruck auf die
und
IllttSriertes Sonnragsblatt
Herr Graf?" ries fie lachend.
Der Graf sprang auf nnd schloß fie in seine Aime. „Beatr'cr, theure, geliebte Gattin*, jubelte er. „Du kommst tu solcher Nacht zu uns,
Einzige.*
„Ja, mein G-rnahl*, antwoitite Beatrice strahlendem Blick. „Glaubst Du, der Sturm möchte mich Dir fern zu halte»? Je finsterer
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes.
sowie die Annvncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler ___ ,
in Frankfurt a. M., Eaffe!, Magdeburg u Wien; Rudolf XXV. Hahraana. Mofse rn Frankfurt s. ^i-, Berlin, München u. Köln; G- 8- M *) » o
Baude u. Lo. in Frankfurt s 31., Berlin, Hannover, Paris.
abweisenden Hochmutes der Schar ihrer Bewerber gegenüber.
Die Tochter des Grafen Berril führte in der That ein doppeltes Leben. In der einen Existenz war fie die kalte »uuahbare Königin der Gesellschaft, in der anderen war fie das zärtlich liebende Weib, der Abgott ihres Gatten, der Sonnenschein seine» HauseS.
„Sitze Dich neben mich, Geliebte*, rief der Graf mit einer Inbrunst, die bewies, tote tief aus dem Herzen seine Zärtlichkeit kam. „Du bist doch nicht zu Fuß vom Bahnhof hierher gewandert. Wenn ich an die Möglichkeit Deiner Ankunft gedacht hätte, würde ich Dir deu Porywagen entgegengeschickt haben. Aber trotz aller der wunderbaren Beweise Deiner Thatkrast, Deines Mutes und Deiner Opferfreudig, fett, verstehst Du eS dennoch, mich stets wieder durch neue Proben derselben zu überraschen, während ich heute wie allezeit als der Lescherkte, der Empfangende vor Dir stehe.* -
„Mache Dir keine grundlosen Vorwürfe, Theuerster«, sagte Beatrice, sich au den Gatten sihnend. „Ich fnhr in einem Mietwagen bis zur Gartenthür, schloß mir das Pförtchen auf und gedachte ganz unerwartet in Eure Mitte zu taten und —*
.Deine Ankunft hat auch heute Niemand von uns geahut. Ich zog mich jetzt eben hierher zurück, um von Dir zu träumen. Wie werde ich Deine Liebe, Deine Hingebung jemals vergelten können, Beatr'ce?* Ec ergriff ihre fchlavk-u weißen Hände, auf welchen nur ei» einziger goldener Reif fichtbar war, der einfache Trauring, den fie angesteckt hatte, als sie ihre gegenwärtige, Kleidung anlegte.
„Wie großmütig Du nun wieder meine bescheidenen Verdienste übrtreibst*, entgegnete Beatrice mit einem leichten sorglosen Lachen. „Ich dachte vorzugsweise an mich selbst, als ich hierhereilte. Ach -S war so düster nnd beengend in nnserem Palast, nnd ich selbst war verstimmt, in trüber nngeselliger Laune und so
Araber und Eirgeborenen in Ostasrika für die deutscheI tarn Major Wißmann die südlichen Städte Sache gewonnen, die niedergebrannten und ver-1 deutschen Schutzgebietes, Kilwa, Sinkt, Mckmdam, wüsteren Küstenstädte sind aus ihrer Asche neu ent-lohne ernsten Kampf besitzie, ist ncch in aller Er-
Marburg,
Donnerstag, 26. Juni 1890.
und verwüstet waren. In wenigen Wochen wurden die Wißnanurchen Soldaten einexerziert, eine neue feste Berteid-gungrstellurg an der Küste war herge- richtet, und dann ging der Reichskommiffar mit feinen Schwarzen, unterstützt von einem Kommando unserer Blaujacken, zum Angriff über. Beim Sturme auf Buschiris Lager fielen an vierzig Mann der Schutztruppe, ein Beweis, daß die Mannschaften sich !gut geschlagen hatten. Buschi.is Hauptmacht war durch diesen Erfolg gebrochen, die weiteren Kämpfe glichen nur Scharmützeln, und die Wurzel der Macht der Aufständischen wurde durch des Retchskommiffars
Bestellungen
für das dritte Quartal auf die
Oberyeffifche Aritnug
mit ihren Gratis-Beiblättern Kreis bl alt Mr die Kreise Marburg rmö Kirchhai«
mit ver- und düsterer eS draußen ist, je wütender eS um mich her tobt vnd stürmt, desto mehr bedarf ich für mein
ist aus Ostafrika wieder in Berlin angekommen, I« och widerstrebenden Elemente aus, und wesentlich nachdem er im Laufe eines Jahres die ihm über I erhöht wurde das deutsche Ansehen durch den Um tragene schwierige Aufgabe im großen und ganzen I stand, daß Stanley und Emin Pascha ihren Weg gelöst hat. Herr Wißnann begann seine Arbeit,I durch deutsches Schutzgebiet nahmen. Aber roch ohne daß ihm die nötigen Hilfsmittel zur Verfügung I ein erbitterter Kampf, der heftigste von allen, erwuchs von vornherein gestanden hätten. Die ganze I dem Reichskommiffar. BanaHeri, der reiche Höupt- Expedition wurde von Grund aus neu organisiert, I fing von Saadani, hatte eine vortrefflich bewaffnete es wurden alle Vorräte, Waffen, die ganze Aus I Schaar von Eingeborenen gesammelt und sie auf rüstung auf Wißmanns Betreiben ongeschafft, weißel einer äußerst festen Bergposilion ausgestellt. Erst Offiziere, Unteroffiziere und Beamte angeworben undInach zweimaligem hartem Kampfe wurde BanaHeri endlich, das Schwierigste, eine afrikanische Truppe laus seiner Verschanzung vertrieben, erhielt aber gebildet, die sich im Laufe der Zeit zu einer wahren «nunmehr die ganze Landbevölkerung gegen sich. Muftertruppe entwickelt hat. Major Wißmann hatlUeberall wurden ihm, als einem Feinde der sieg-
Prthtt I feit niedergrüßte nnd war erfreut, aus dem kleinen
»ICVt »oyn. Tische unterhalb d.sftlben einen Strauß frischer
Roman von U. Rosem Blumen zu bemerken. Eine Kamelie von fleckenlosem
(Fortsetzung.) I Weiß aus dem Gebinde lösend und in ihren dunklen
Zn einem Hüter Plättchen gleitend» zu dem fiel Flechten befestigend, entfernte fie fich.
gleichfalls einen Schlüssel besaß, schlüpfte sie in einen I „Jetzt will ich hinnnteigehen*, sagte fie.
engen, selten bem tzten Gang, in dem sie ihren »assen I Mit einem so wilden Lächeln, wie noch Niemand Regenschirm zurückließ, stieg daun vorsichtig, beinahe! in der großen Welt es vor. B«»t:'ce Bertil beobachtet unhörbar, eine Tr ppe empor uud begab sich in ein Ihatte, stieg fie die Tr«ppe wieder hinab.
Zimmer, beffen Beleuchtung hell genug «rar, denI ---------
bunten, mit einem weich.n, flockigen Teppich bedeckten! 5. Kapitel.
Marmorfnßboden und in der Ecke eine Badewanne! Eine beglückte Häuslichkeit.
zu zeigen. Beatrice verriegelte die Thür, durch welche I Beatrice schritt auf eine Thür zu, welche derjeuigeu, fie eiugetrete» war, warf Schleier, Hut und Mantel durch die fie des Ankleidezimmer betreten hatte, gegen, auf einen Sessel, streifte ihre Stieseln und ihre I Lderlag, und begab fich durch ein Schlafgemach zu feuchten Kleider ab und schlich zitternd vor Kälte in I einer dritten Thür, die fie leise ausstieß, um ein das anstoßende Zimmer, ein freundliches, behaglich I hübsches, gerän" ige? Zimmer mit einem hohen Bogen- aussestattetes Gemach mit durkelrotem Teppich nudl fertzer zu überblicken. TcS freundliche Gemach war dnukelrot-.u Vorhänge», dak von einem lustig im Ioffenbar ein Studirziwmer. In den Wänden waren Kami» praffeluden Kohlenseuer angenehm erwärmt I hohe Bücherschränke eingelaffev. In eine: Ecke stand und von dem milden Schein einer Hängelampe tag-1 ■ tue Staffelei mit einem halbvolleudeteu Bilde. Vor hell erleuchtet war. Nachdem Beatrice eine Weile Idem Kamin, mit dem h-lllodernden Kohlenfeuer, sah vor deu wohlthueudeu rötlich anfznckendeu Flammen I man ein mit Lerpardenfell überzogenes Sopha. Der ausgsruht hatte, holte fie ans Schränken und Kasten I Teppich vor dem kunstvoll geschnitzten, dunkel ge« allerlei Toilettengegenstände hervor. Sie war nichtIbeizt n Schreibtisch bildete ein mächtiges Löwenfell, wehr die gletscherkalte hockwütige Grafeutcchter. Ein! Beatr'ce war im Begriff in dcs'Studirzimmer bezauberndes Lächeln verlieh ihrem schönen Munde Ieivzutreten, al» in der Vorhalle draußen Schritte einen ungeahnten Reiz. Ihre strahlenden Augen I börbar wurden und ein Manu ungestüm in das leuchteten wie Sterne anS duukheu Tiefen. I Zimmer stürmte und sich auf das Sopha warf. Er
Sie legte ein bordcarxfarbenes Seidenkleid an, I war zweifellos jener spanische Graf, vou dem der das ihrer eigenartigen Schönheit besonders gut stand, I Kutscher gesprochen hatte.
eia einfacher Spitzer kragen umrahmte ihren Hals uud I Vou hoher stattlicher Gestalt, dunkler GrfichtS. Spitz urüsch-n umschlossen ihre Handgelenke. Ihre! färbe uud rabenschwarzem Haar hotte feine ganze schweren Leder stiefel hatte fie mit zierlichen Atlas-1 Erfcheinnug etwas Gebieterisches.
schuhen vertauscht. Der Anzug, in dem sie sich j-tzt l In seltsamem Gegensatz zu seinem Haar und seiner vor fern hohen Pfeilerspiegel betrachtete, war einfach, I südländischen Gesichtsfarbe schimmelten seine Augen aber ihrer würdig. I in dem reinsten tiefsten Blau. Sein Wesen schien
Ihr wunderbar getroffenes, in O-l gemaltes Bill I zum Hochmut geneigt, den eine schmerzliche Mclanck olle lud fie zu Vergleichen ein. Sie näherte fich der «milderte und zuweilen ganz verdrängte. Sein Blick Honpiwaud, von der eS in weltentrückter Glückselig-1 war trübe, kummervoll uud sehnsüchtig, wie der eines
beschloß die dem Kaiser von dem Offizicrkorps gegebene Festtafel zu 150 Gedecken in dem Offizier- Kasino das Jubiläum des Regiments der Gardes du Corps. Ter Kaiser schenkte dem Ossizierkorps fein Reiterbild in Regiments-Uniform, den zu dem Festmahl Geladenen sein Medaillon-Brustbild. Neben dem Kaiser saßen an der Tasel Prinz Rupprecht von Bayern und der Regimentskommandeur, gegenüber Oberstleutnant Prinz Renß XIX. zwischen dem Fürsten von Rudolstadt und dem österreichischen Feldmarschalleutnant Prinz Croy. Abends war das Osfizierkorps bei dem Kaiser zu Bier geladen, die Mannschaften hatten ein Tanzfest. — Neueren Bestimmungen zufolge werden die Kaiserin und die Herzogin Amalie von Schleswig den Kaiser heute nach Kiel begleiten. — Ter Kaiser verweilte heule morgen längere Zeit im Landesausstellungsgebäude zur Besichtigung der Entwürfe des Kyffhäuser - Denkmals für Kaiser Wilhelm I. Der Pi olektor des Denkmals, der Fürst von Schwarzburg - Rudolstadt, führte den Kaiser. — Der Kaller genehmigte das Entlaffungsgesuch des Finanzministers von Scholz unter Verleihung des Kreuzes der Großkcmthure des Hansordens von Hohenzollern. — Zum Nachfolger des Ministers Dr. von Scholz ist der Abgeordnete Dr. Miquel ernannt und wird dessen Berufung in das Kabinett voraussichtlich schon beute amtlich kundgemacht werden. Der neue Finanz Minister, welcher im 62. Lebensjahre steht, ist durch seine langjährige und hervorragende parlamentarische Thätigkeit allgemein bekannt; die langen Jahre seiner Wirksamkeit an der Spitze der städtischen Vermal tungen von Osnabrück und Frankfurt a. M. haben die organisalorische und administrative Begabung des Dr. Miquel so eminent gekennzeichnet, daß derselbe schon fett Jahren immer wieder als der geeignete Mann für ein oberstes Verwaltungsamt im Staate oder im Reiche genannt wurde. Im Reichstage war Dr. Miquel heute nicht anwesend; es hieß, daß derselbe zur Audienz bei Sr. Majestät dem Kaiser nach Potsdam berufen sei. — Der Kaiser traf mit Major Wißmann heute mittag aus der Wildparkstation ein und begab sich nach dem Neuen Palais. Wißmann wurde zur kaiserlichen Tafel geladen und hielt sodann einen längeren Vortrag vor dem Kaiser. — Aus der Fahrt von Kufstein nach München ist Major Wißmann von einem Berichterstatter des „Leipz. Tagebl." interview: worden, der sich bei dem Reichskommiffar u. a. mit Vorlage des bekannten Berichts der „Augsb. Neuesten Nachrichten" über eine Unterredung mit
Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Ang. Koch.
standen, Handel und Wandel beginnen wieder aufzu I mrerung. Es war keine geniale That, die der leben. Karawanen ziehen ungestört ans dem Innern Reichskommiffar in Ostasrika für das Deutsche Reich durch das deutsche Schutzgebiet der Küste zu. Und I vollbracht hat, wohl aber hat er eine recht ver- wie waren die Zustände, als der Reichskommiffar I wickelte Aufgabe mit Thatkrast und großer Besormen- seinen Fuß auf afrikanischen Boden setzte? Die heil gelöst, er hat in verhältmsmäßig kurzer Zeit ganze Küste befand sich in Hellem Ausruhr, die Be-1 ein Werk vollbracht, welches volle Anerkennung amten der deutschen ostasrikanischen Gesellschaft hielten I verdient. Der Reichskommiffar hat sich als eine sich unter dem Schutze der deutschen Kriegsschiffe! überaus tüchtige Kraft erwiesen, welche dem Deutschen mit einigen wenigen treuen Eirgeborenen in den I Reiche in Afrika hoffentlich noch viel nützen wird, befestigten Stationen von Bogamoyo und Dar-es-1 —*■ — -------
Salaam, während diese Orte selbst von den Raub I Krmlchrs Keich.
banden des Arabers Buschiri angezündet, geplündert! Berlin, 24. Juni. Gestein, nachmittags 5 Uhr,