Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Illustriertes Sountagsblatt.
Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
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Marburg,
Sonntag, 22. Juni 1890,
XXV. Jahrgang.
Dmifches «M.
Bertil», 20. Juni. In einem dem Bundesrate zugegangrnen dritten Nachtragsetat weiden 73 600 000 Mk., darunter 65 200 000 Mk. ein- mlige und 8 400 000 Mk. dauernde Ausgaben gefordert. Bon den einmaligen Ausgaben kommen 42 Millionen auf militärische Zwecke, darunter 15 für die Artillerie, 10 für neue Gewehre, 12 für Hebungen der Reserve und 5 sür Garnisonbauten in Elsaß Lothringen. Der Bau einer strctegiscben Bahn erheischt 10 300 000 Mk. — In der Budget- Kommission des Reichstages wurden die sür die Stabsoffiziere und Hauptleute ersterund zweiter Klasse, ferner die sür die Premierleutnants und die sür die Beamten der dritten Tarifklasse gefordeiten Gehalts- Erhöhungen einstimmig abgclehnt. — Die Budget- Kommission des Reichstages setzte heute vormittag die Beratung des Nachtragsetats fort. Richter sprach gegen die Ausbesserung des Gehalts der Sekretariats-Beamten in der Tarisklaffe 5 und beantragte, die ersten 12 Kategorieea dieser Klaffe zu streichen. Nach längerer Beratung wurde eine Subkommission eingesetzt, um die Gehaltserhöhung.der Beamten von der Kategorie 9 dieser Klaffe einer besonderen Begutachtung zu unterziehen. — Der Antrag des Abg. Rickert auf Bestellung mehrerer Wahlprüfungskommissionen wurde von der Geschastskommissiön des Reichstages mit 5 gegen 3 Stimmen abgelebnt. — Als Termin für das Jnkrast- treten des Altersversicherungs-Gesetzes ist nach einer Mitteilung des „W. C." der 1. Juli 1891 in Aussicht genommen. — Morgen srüh findet in der Kadettenaustalt zu Lichterfelde die feierliche Nagelung und Weihe der dem zweiten Bataillon vom Kaiser verliehenen Fahne in Gegen- wart Sr. Majestät, der sämtlichen Prinzen und regierenden Häuser und der Generalität des Gardc- korps rc. statt. — Der Verbandstag Westfälischer Schuhmacher - Innungen hat eine Petition an den Reichstag beschlossen, daß eine allgemeineMaschinen- steuer für den mechanischen Fobrikbetrieb eingeführt und der Ertrag dieser Steuer den einzelnen Bundesstaaten mit der Bestimmung überwiesen werde, den selben zur Entlastung desKleinbetriebcs durchAushebung der Gewerbe- resp. Erwerbsstcuer zu verwenden. — Den Helgoländern wird der Uebertritt in die deutsche Unterthanenfchaft möglichst leicht gemacht werden. Besondere Abneigung haben sie gegen die Militärpflicht in Deutschland, da sie unter britischem Regiment nie mit Rekrutierungen behelligt sind. Zwischen
Treuer Klebe Koh«.
Roman von U. Rosen.
(Fortsetzung.)
Der Graf wurde noch bleicher. Jetzt, da er au der Schwelle der Entdeckung des Geheimuiffes seiner Tochter stand, zog fich sein Herz krampfhaft zusammen, uud dennoch durste er dem Bewerber Beatrtceus nicht verraten, woS er fürchtete.
„Bleiben Sie hier, Eduard", sagte er, „währeud ich mich iu dem Boudoir uwsche." Vorsichtig die Thür öffnend, glitt er tu da» Zimmer. Lord Ormond solgte ihm nubeirrt uud überblickte den matt erhellten Raum. Er war leer.
Der listige Freier trat schnell zurück, währeud der Graf bestürzt unter dem GaSkroulenchter stehen blieb, von dem nur eine einzige Flamme uiederleuchtete. Als der von geheimer Sorge bedrückte Vater fich Ormond wieder näherte, fragte dieser ihn unbefangen Nach dem Zustande der Tochter.
.Sie ist tu ihrem Schlafzimmer-, antwortete der Graf kurz uud begab fich tu das anstoßende Kabiuet. Niemand war zu erblicke». Er wankte auf das Bitt zu und schob die duftige», wie von Feeuhäudeu gewobenen Spitzervorhävge zurück.
Lord Ormoud stand im Thürrahmeu und beobachtete deu unglücklichen Vater mit gespannter Aufmerksamkeit.
Die spitzeunmsävmttn Kiffe» Uud die weiße AtlaS- steppdecke waren unberührt.
,Wte seltsam!' murmelte der Graf. .Wo mag Beatrice sein? In ihrem Badezimmer?' Er klopfte an dasselbe. Niemand antwortete. Er sah hinein. Niemand war dort. ,Anch hier nicht l' ries er anßer fich. .Ihre Thüren find alle verschloffen, um de» Eindruck hervorzubriugeu, daß fie fich zurückgezogen habe und allein sein wolle. Sie muß das Haus bet. lassen haben. Aber wo kann fie htngegangen sein? Uud wie vermochte fie so unbemerkt zu entschlüpfen?'
Er nutersuchte ihre Kletderschräuke und Spinde, aber keiner ihrer Mäntel, Umhülle» oder EhavlS,
Deutschland und England ist nun vereinbart, daß kein Helgoländer, welcher vor der Uebergabc der Insel an Deutschland geboren ist, gezwungen werden !onn, Soldat zu werden. Erft die Kinder, welche nach der Besitzergreifung geboren werden, haken dereinst ihrer Militärpflicht in der deutschen Marine zu genügen. Mithin wird in 20 Jahren die erste Aushebung auf der Insel statifinden. Einem freiwilligen Eintritt von Helgoländern in die deutsche Streitmacht steht natürlich nichts im Wege. Diese Festsetzungen haben aus der Insel sehr beruhigend gewirkt und man sieht nun mit gutem Mute dem Regierungswechsel entgegen. Auch der deutsche Zolltarif wird vorläufig für Helgoland keine Geltung haben, und die Insel bis auf weiteres Freihafen bleiben. Im britischen Parlament ist die Abtretung Helgolands an Deutschland bereits erörtert, und zwar im sehr ruhigen Tone, so daß mit Sicherheit auf die allgemeine Zustimmung zum Vertrage gerechnet werden kann. Die englischen Militär- und Marinebehörden haben gegen die Abtretung keinerlei Widerspruch erhoben. — Uebir den Eindruck des Vertrages in Helgoland selbst lauten die Nachrichten verschieden. Ein Telegramm des »Hamburgischen Korrespondenten" berichtet von allseitiger großer Freude, ein anderes Telegramm der Münchener „Allgemeinen Zeitung" von großer Aufregung der Bevölkerung. In beiden Fällen werden die Telegramme wohl vorwiegend die Stimmung deS Absenders wiederspiegeln. — Prinz Adolf zu Schaumburg-Lippe, mit, welchem die Prinzeß Victoria von Preußen, die ehemals vom Battenberger umworben wurde, verlobt ist, wurde vor ein paar Jahren als Anwärter auf den Thron von Lippe-Detmold genannt. Er ist der jüngste Sohn des Fürsten zu Schaumburg Lippe; das fürstliche Hous Schaumburg-Lippe macht Ansprüche auf die Fürstenkrone von Detmold und bestreitet die Anwartschaft der sogenannten erbherr- lichen Linie Lippe-Biesterfeld und Lippe Weißenfels. Neuerdings hieß es, daß die Aussichten auf Verwirklichung jener Ansprüche sich gemindert hätten. Vielleicht wird, so meint t as „Volk", die Fomilien- verbindung mit dem preußischen Königshause darin eine Wandlung hervorbringen. Es ist immer unwahrscheinlicher geworden, daß die Thronfolge in Lippe durch ein Landesgesetz geregelt wird. Unter diesen Umständen ist es durchaus möglich, daß der Bundesrat die Erbfolgestreitigkeiten wird zu ordnen haben. — Es hat sich herausgestellt, daß die Mehrzahl der königlichen Regierungs-Bauführer
die er alle genau kannte, fehlte. Dos rote Sammetkleid, das sie bet Tische getragen hatte, lag, tote in Eile abgestreift, in einem Winkel am Boden.
Graf Bertil erneuerte vergebens sein Suchen und Spähen.
Die Thatsache war nnbestreitbar, Laiy Beatrice hatte fich entfernt.
,DaS also', sagte fich der unglückliche Vater, .ist das Rätsel der geheimnisvollen Absonderung meiner Tochter! Sie behauptet, fich iu ihren Ge. mächern einznschließen, während fie in Wahrheit anderswo ist. Ich begreife fitzt, weshalb fie fich weigert, eine Karrmerfran in ihre Dienste zn nehmen Aber wo ist fie? Wohin begiebt fie fich in so ge- heirnniSvoller Weise?'
In seiner Herzensangst stöhnte der Gras laut und schmerzlich.
Lord Ormond lehnte noch in der Thür. Er sah ans, als ob ihm ein großes Glück begegnet wäre, hatte er doch eine Spur, eine geringe zwar, doch immerhin eine Spur des Geheimnisses entdeckt, das Beatrice Berrtl nm gab.
Der Graf bekämpfte seine Anfregung, gewann seine äußere Ruhe wieder und kehrte langsam in dar Ankleidezimmer seiner Tochter znrück. .Beatrice ist nichts geschehen', sagte er mit niedergeschlagenem Blick. .Dennoch dürfen wir heute nicht mehr an fie rechne». Gehen wir also wieder hinunter.'
In Anbetracht des nervösen Zustandes, in welchem der Gras fich befand, hielt Ormond es für das Beste, seinen Besnch abzukürzen. Er blieb nur noch so lange, bis er den Trübsinn seines Freundes verscheucht hatte und verabschiedete fich dann in möglichster Eile.
.Tas Geheimnis vertieft fich', mmmelte er, die Perronstufen des gräflichen Palastes hinabsteigend. .ES ist keine herobwürdigende Gewohnheit, in deren Sklaverei Beatrice schmachtet, tote ihr Batet zu argwöhnen schien, sondern fie hat fich offenbar ftti Jahren in dieser seltsamen Weise von Hause entfernt. Sier wohin geht fie? Ist lS möglich, daß Gottfried
den praktischen Vorbereitungsdienst in Berlin zu er ledigen sucht, wodurch bei der königlichen Ministerial- Baukommission Ueberfüllung entsteht, während in den Provinzen keine oder nur wenige Regierungs- Bausühier vorhanden sind. Es liegt auf der Hand, daß dadurch die Ausbildung derselben zu Staats baubeamten leiden muß. Zugleich wird der Staatsbauverwaltung dasjenige Personal entzogen, welches in derselben zweckmäßig Verwendung finden kann. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat deshalb die Zahl der bei der Ministerial-Baukommilsion in Berlin zuzulaffenden Regierungsbausührer festgestellt und es wird demgemäß diese Behörde eine erheblichere Anzahl der betreffenden Beamten an die Zrovinzialbehörden verweisen. Der Minister ersucht die Vorsteher der Strombauverwaltungen und die Regierungspräsidenten, der Ministerial-Baukommission mitzuteilen, wie viele aus den einzelnen Kategorien von Regierungsbauführern in ihrem Verwaltungsbereiche zweckmäßig beschäftigt werden können und wie viele zur Zeit dort vorhanden sind, und sich auch sonst geeignetenfalls mit der genannten Behörde wegen Zuweisung von Regierungsbauführern in Verbindung zu fetzen. — Herr Dr Bamberger hat durch feine neulichen Reden zur Kolonialpolitik in ganz eigener Weise den Zorn der Sozialdemokraten auf die Freisinnigen gelenkt. Das „Volks- blatt" giebt dem in einem Artikel Ausdruck, welcher schließt: .Für die Agitation gegen den Deutschsrei- sivn, dem der Kamm mächtig geschwollen ist, seitdem er durch Zentrums- und unsere Gnade so stark in den Reichstag gekommen ist, wollen wir uns die Scheu des Herrn Bamberger und seiner Leute vor der Profitwut, nein, tot der Bezeichnung: Prositwut, merken. Die Geschichte wird ihnen etwas teuer zu stehen kommen."
— Daß das Ucbercinkomwen Deutschlands mit England in den französischen politischen Kreisen keinen sonderlich erfreuenden Eindruck hervorgerufen hat, wird von verfchiedenen Seiten berichtet und giebt sich auch in der Haltung der maßgebenden Blätter zu erkennen. Je enger sich England an Deutschland anschließt, desto schwieriger wird den Revanchehelden die Erreichung ihres Ziels. Selbst in den Regierungs- kreisen scheint man sehr befangen zu sein, so der „Tcmps', das Sprachrohr des Kabinetts. .Im Ganzen genommen macht dieser Vertrag den Eindruck", so schreibt der .Temps", .daß Lord Salisbury in ft inet Nachgiebigkeit gegen das Berliner Kabinett bis zum Aeußersten ging. Wenn man an die ruhmvollen Erinnerungen denkt, durch welche diese
nod) lebt und fie irgendwo mit ihm zusammentrifft? Ich muß diese grauenvolle Frage lösen nnb etwas entdecke», wodurch fie zu zwingen ist, mein Weib zu werden.'
3. Kapitel.
Eduard Ormond beginnt seine Nach» forschnngen.
Zn nervös, nm den Weg nach seinem Hotel tt» Wagen znrückznlegen, durchwanderte Lord Ormond die Sttaße trotz Sturm und Regen zu Fuß. Wie traumbefangen schritt er, über das G heiwuis, das ihm plötzlich so nahe gerückt war, nachgrübelnd, dnrch die finstere Nacht.
Endlich fnhr er, wie erwachend, aus seinen Sinnen empor. Seine Augen blitzten in düsterer Entschlossenheit, er war zu einer Entscheidung g-kommen und mit seinem Plaue fertig. .Ja, ich will es thun', murmelte er. .Innerhalb einer Woche kann ich mich zum Herrn von BeatriceuS Geheimnis gemacht nnb fie alsdann in meiner Gewalt hoben. Ich werde sogleich einen Detektiv mit ihrer Ueberwachung beauftragen.'
In dem spärlich erleuchtete»Zimmer seines Hotels angelangt, umwebte ihn eine feuchte Kälte und eine Atmosphäre der Nüchternheit nnb beS Unbehagens. .Welch ein Gegensatz zn bem gräflichen Palast!" rte er ärgerlich. .Ich bin dieses erbärmlichen Lebens dcS Kampfes mit der schimmernden Dürftigkeit herzlich müde! Ich sehne mich nach meiner eigenen Häuslichkeit nnb einem geschickten Diener, ber jeben meiner Winke versteht. Seit ich meinen albernen Kammerdiener entlassen habe, bin ich noch übler daran, als je zuvor.
Wütend an dem Glockenznge reißend, fing er an, fich seiner Kleider zn entledige». Er hatte fich kaum hingesetzt, als ein Kellner, einen Brief in bet Hanb, ans feinen stürmischen Rnf erschien.
.Dieser Bries ist für Sie abgegeben warben, guSbiger Herr', sagte er, bas Schreiben ans ben Tisch legend. .Der Mann, ber ihn brachte, hinter, ließ, daß er hente abend wieder vorsprechen würde.'
Gegenden Mittelafrikas mit der englischen Er- orichungsgeschichte dieses Jahrhunderts verbunden rnd — der .Temps" vergißt hierbei die Thätigkeit der Deutschen wieder einmal vollständig — wenn man erwägt, wie jung die Ansprüche Deutschlands rnd, und die Nachteile wie die Gesährlichkeit einer Lösung abwägt, welche die Besitzungen Englands im chwarzen Erdteil in zwei Teile spaltet, so gewinnt man die Ueberzeugung, daß den Leiter des Kabinetts von St. Jarncs sehr gewichtige Gründe dazu haben bestimmen müffen» die Unterthauen des Kaisers Wiihelm so sehr zu berücksichtigen." Diesen Galli- mathias wagt das Blatt in einem Augenblicke vor die Oeffentlichkeit zu bringen, in welchem die leitende englische Presse des Lobes voll ist. Wenn hier nicht wieder beffere Ueberzeugung geredet wird, so würde diese Beurteilung wieder einmal zeigen, wie verblendet politische Befangenheit macht.
Esten, 20. Juni. Der Kaiser traf heute vormittags punkt 9 Uhr hier ein, besichtigte unter Führung des Geh. Kommerzienrats Krupp dessen Fabrik, sowie die Krupp'schen Schulen und Konsumanstalten und empfing eine von Krupp vorgestellte Deputation von 700, den verschiedenen Werkstätten angehörigen Arbeitern. Der Kaiser erwiderte das Hoch der Arbeiter mit der Versicherung, daß der zum Wohle der Arbeiter eingehaltene Weg, da er sich bewährt habe, weiter verfolgt werden solle und schloß mit einem Hoch auf die Firma Krupp. Der Kaiser fuhr dann nach der Krupp'schen Villa „Hügel", wo das Mittagmabl eingenommen wurde.
Weitzenfels, 20. Juni. Wie die „Post" meldet ist gestern früh der Nestor der preußischen Offiziere, General v. Wurmb, ber Vater des Wiesbadener Regierungspräsidenten, im 97. Jahre gestorben.
Posen, 20. Juni. In Thorn ist Wenzel Marrek verhaftet worden, der 1887 als Zeugverwalter bet galizischen Festung Przemysl in bte bortige Knegs- kanzlei ein gebrochen war, Festungs- und Mobil- machungspläne gestohlen und für 7000 Rubel an Rußland verkauft hatte. Marrek ist schon nach Berlin gebracht worden und dem dortigen österreichischen Generalkonsulat vorgeführt worden.
Breslan, 18. Juni. Hier hat fich eine con- sessionslose Vereinigung evangelischer und katholischer Lehrer gebildet. Üeber den Zweck Vieser Vereinigung schreibt die Schlesische Schulzeitung: .Die Erkenntnis, daß sowohl für katholische als auch für evangelische Lehrer eine Reihe von Fragen besteht, deren Lösung von beiden Teilen gleichmäßig angestrebt werden muß und zu deren fruchtbringender Erörterung ein
.Gut", nickte Lord Ormond, einige Zeilen aus eine Karte schreibend, bte er eben seinem Taschenbuch entnommen hatte, nnb fie in einen Umschlag schiebend. .Hier diese Botschaft ist ohne Verznz an ihre Adresse z» befördern. Besnche können ohne Weiteres borge» lasten werden.'
.Herrn Walter Born, Privatdetektive', las der fich schnell nnb ehrerbietig entfernende Kellner, den das gespendete Trinkgeld sehr willfährig machte.
,DaS Rätsel wird bald nnb leicht gelöst fein', lächelte Lorb Ocwonb. .Born ist bet beste Detektive LonbonS, ein wahrer Blnthnnb I Er wirb BeatricenS Geheimnis schon anfspüre». Aber von wem ist biefer Brief?' buchte er, feine Hanb danach ausstreckend. '^ES war eine ungeübte Schrift und eine seltsame Orthographie, auf die Lord Ormonds Ange fiel, aber bet Anblick des »norbeutlich zufamwengesalteteu Blattes besaß die Macht, beS stolzen Mannes Wangen zu bleichen und einen Ausdruck unangenehmer lieber« raschung nnb tiefen Verdrusses auf feinem Gesicht hervorzubriugeu. .Das kommt von Regn»', flüsterte er. .Der Kerl brachte es selbst hierher. Welcher böse Geist führte ihn gerade jetzt nach England zurück. Ich glaubte, der Schurke fei tot.'
Mit zitternden Fiugem erbrach er den Brief. Ec hatte Mühe, das undeutliche Gekritzel zu lesen, daS also lautete: .Gnädiger Herr! Wie Sie aus dem Datum ersehen, bin ich wieder tu London. Donnerstag kam ich, von Australien hetwkehrend, hier an. Obgleich Sie mir vor nun achtzehn Jahren eine Summe von zweihundert Pfund gaben, und ich mit derselben eine kleine Landwirtschaft auf der Insel begann, bin ich doch heute so arm tote Lazarus. Diesen Morgen las ich in der Zeitung von Ihrer Rückkehr ans dem Osten. Ihre Wohnung zu erfahre», wurde mir nicht schwer. Um sicher zu gehen, schrieb ich diese Zeilen für den Fall, daß ich Sie bei meinem Besuche nicht zu Hanse käse. Ich gedenke jetzt eia bequemes und behagliches Leden in der Heimat zu