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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Mrchhain. ZllustHertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

M 139.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Onartal-AbonnementS-Preir bei der Expe­dition 2*/4 Mk., bet den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Dienstag, 17. Juni 1890.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a. M., Sassel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXV. Jahraana. Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln: <S. L-

Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

Deutsches Deich.

Berlin, 14. Juni. DieNoidd. Bllg. Zig." schreibt: Dle von verschiedenen Blättern bereits als Vermutung geäußerte Nachricht, daß der Reichs karzler v. Caprivi den Kaiser nach Rußland begleiten werde, ist seit wenigen Tagen zur Wahr heit getxorden.Die Arbeiterschutzkommis­sion des Reichstages bea bete heute den dritten Abschnitt der Vorlage, welcher von den Lehrlings- vtrhältnissen handelt, und nahm die ßtz 126, 127 biS 133 unverändert an. Sei § 135 (Kinderarbeit) beantragt Dr. Hirsch, die Fabrikarbeit nur für Kinder unter 14 Jahren, statt unter 13 Jahren, tote die Vorlage will, zu verbieten. Der Vertreter Bayerns im Bundesräte und Freiherr v. Stunm treten dagegen für die Vorlage en. Minister ton Berlepsch wendet sich gegen den Antrag Hirsch und erklärt, die Grenze dcn 13 Jahren sei gewählt worden, weil sie die Bedürsnisse treffe und die Ver hältniffe in den Einzelstaaien unverändert lasse. Hirsch zog darauf seinen Antrag zurück. Bebel nahm aber denselben wieder auf. Nach Ablehnung des Antrages Hirsch wurde Absatz 1 der Regierurgs Vorlage unverändert angenommen. Die neue Reparatur-Werkstatt am Bahnhofe Stralau Rumwelsburg ist heute mittags vollständig einge stürzt, ohne jedoch Verwundungen oder Verluste an Menschenleben zu verursachen. Der preußische Justizminister hatte im Januar dieses Jahres bte Präsidenten der Ober-Landesgerichte und die Ober­staatsanwälte der Monarchie zu einer gutachtlichen Aerßerung über die Einsührurg der bedingten Verurteilung aufgefordert. Diese Aeußerungen werden im letztenJustiz-Min.-Bl." veröffentlicht. Jndcffen sprechen von den 13 Berichten 12 sich mit Entschiedenheit gegen die gesetzliche Einführung der bedingten Verurteilung aus. Einer der 12 Berichte nimmt insofern eine vermittelnde Stellung ein, als er eventuell eine der bedingten Verurteilung ähnliche Einrichtung für zulässig erachtet, bei welcher jedoch die Entscheidung über die Bewillig.ng des Straf­aufschubs nicht dem Richter, sondern dem Justiz­minister zustehen wüffe. Der 13. Bericht endlich »klärt sich zwar zur Zeit ebenfalls gegen die An­nahme der bedingten Verurteilung, erachtet die letztere jedoch mit gewissen Einschränkungen grund­sätzlich für zweckmäßig und ist daher der Ansicht, daß ihre Einsührung für die Zukunft in Aussicht genommen werden könnte. Nach dem Geschäfts bericht des deutschenOffizier-Vereins über

(Nachdruck verboten.)

Treuer Liebe Loh«.

Roman von 11. Rosen.

1. Kapitel.

Gräfin Beatrice.

Gräfin Beatr'c:, die einziae Tochter der Grafen Leonor Berril, halte längst die Jahre der ersten Jugendblüte überschritten und war noch immer ur- verheiratet. ES hatte ihr niemals an glühenden Be­werber» gefehlt, denn fie besaß ein von ihrer Mutter ererbtes fürstliches Vermögen vnd war von der Natur mit den Gaben der Schönheit, der Aumvt und des Geistes verschwenderisch ausgestattet. Des alten Grafen höchster Mansch war es, setue Tochter mit einem ihrer würdige» Mauve verheiratet zu sehr», und er begriff vicht, weshalb Statt et beharrlich die glänzendsten Anerbietungen zurückwicS. Er betrachtet- sie als ei» unergründliches Geheimnis, während ihre Bewunderer iu ihr eine eutzückeude marworherztge Sphynx erblickte».

A» einem kahle» Mitzabeud saß Graf Leonor Berril iu dem Ew pfangSsalo» feines Londoner Palastes. Seine Gedanke» waren wie gewöhnlich mit dem Schicksal seiner Tochter beschäftigt. ES war eine wilde stürmische Nacht. Der Wind fegte heulend und »starrend durch die Etraßeu der.Stadt. Der Negev »vvß fich iu endloseu Stlömeu auf das schlüpfrige Pflaster uud peitschte klirrend gegen die Fensterscheiben.

DaS angenehm durchwärmte Zimmer bot einen behaglichen Gegensatz zn dem dusteren Bilde iw Meie». Eia Kohlevfeuer knisterte lustig in dem fchwarznmrahwten flamt», die rötliche» Flamme» hüpfte» u»d tavzteu umher uud züngelte» leckeod av »em vergoldete» Gitter entlang. Der Kronleuchter überflutete den weiteu Raum mit Ueudeudem tag. Hellen Licht. In verschwenderischer Fülle waren die vrm Treibhause entnommenen, noch senchtschimmern ben, sarbestrahlendeu nnb einen berauschenden Duft

das 6. Geschäftsjahr traten im letzteren Jahre 3761 neue Mitglieder hinzu. Ter Verein zählt jetzt 31 326 Mitglieder. Ter Gesamtsatz der vom VereinS- hause gelieferten Waren betrug 4 588 799 Mark (1 082 541 Mk. wehr als im Vorjahre). Davon entfallen auf den eigenen Werkstätienbetrieb 1 710 629,25 Mk. An Unisormstücken wurden 35 834, an Hemden 25 460 Stück an gefertigt. Die Beschäftigung in den Werkstätten war keine gleich­mäßige. Die Bestellungen in den Wintermonatcn gingen spärlicher ein, weil infolge des Todes der Kaiserin Augusta alle Festlich ketten sorifielen und viele Bestellungen in Erwartung einer Versetzung gelegentlich der Bildung von zwei Armeekoips zurück- gehalten wurden. Die geringe Zahl der Bestellungen wirkt sofort auf die Arbeiter zurück So hatte auch der Offizier-Verein mit einem Ausstand der Militär- ichnetder eine kleine Unbequemlichkeit, während die Forderungen der übrigen Arbeiter durch gegenseitiges Einvernehmen ihre Erledigung fanden. Der Verein beabsichtigt, die Sovntagsarbeit ganz einzustellcn, was nur durch Gewährung längerer Lieferfristen seitens der Besteller zu erreichen ist. Zu Ehren des Majors Wißmonn, welcher am 22. d. M. hier tintreffen wird, veranstaltet die Deutsche Kolonial gesellschast einen Festkommers am 28. Juni. Wiß- mann hat sein Erscheinen zugesagt.

Remscheid, 14. Juui. Eine zahlreich besuchte Versammlung des Feilensabnkanten - Vereins lehnte die von den aut ständigen Feib nhauern geforderte Erhöhung des Haustarifs ab und beschloß, bis auf weiteres dcn Fcilcnhauern keine Feilen mehr zu geben.

Hirschberg, 14. Juni. In Folge des zwei- tägiflin Regens steigen die Gebirgsflüffe schnell. In Warmbrunn ist der Zacken ausgetreten.

Weimar, 14. Juni. Im ersten weimariscken Reichstags Wahlkreis haben fitzt die rbjcktiven Fest stcllungen über das Treiben der deutlck freisinnigen Partei während des letzten Wahlkampfes begonnen. So wurde gestern von dem Schöffengericht zu Viesel­bach der Führer der dortigen Freisinnigen, Apotheker H. Becker, wegen einer cire öffentliche Beleidigung enthalte erden Wahlbeeirfluffung derselbe hatte über einen Redner der Kartellparteien die erdichtete Behauptung, .eine bezahlte Kreatur" zu sein, zu Wahlzwecken kolportiert! in 70 MI. Geldbuße, Tragung der Kosten und Urtellspublikation verurteilt. In Buttstädt, wc selbst in einer am 16. Februar stattgehabten, von deutschfreisinniger Sette einberusenen Wählerversammlung die empörendsie Vergewaltigung der Gegner vorgekommen ist, wurde soeben zur Ver-

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auShauchevden Blumen in kostbare» Sevrevasen und Brorcekörbe» auf Tischen, in Nischen nnb Eck-» gruppiert. Der Teppich w"r tote ein grünes Sommer­feld mit bunten Blüten übersäet. Sessel und Divans würden de» verwöhntesten Cybaitten zu träumerischem AnSruhen verlockt haben. Die Gemälde und die Marworstatuetten schienen einem Feenpalast zu ent­stammen. Die schweren roten Sammetvorhänge fielen in weichen Falte» auf den Boden nieder, die Finsternis und doS Unwetter ausschließeud, und Licht, Wärme und Wohlgernch in das Zimmer bannend.

Der Graf war hoch und stattlich gewachsen, feine Augen besaßen noch die Schärfe und Klar heil der Jugend, sein rofigeS Gefickt zeigte einen edlen männ­lichen Ernst, und das weiße Haar nnb ber filber. graue Bart verliehen ihm etwas Ehrwürdiges. Er hatte die Grenze der fieberzig beinahe erreicht, aber noch war keine Spur der Schwäche des Alters an ihm sichtbar.

Sein Gemüt war offenbar von Sorgen bedrückt. Ungeduldig erhob er fich, um ten Glockenzng in Se> wegung zu setzen. In demselben Augenblick teilte fich die Portiere, die in einen zweiten Salon führte, nnb Laly Beatrice näherte fich ihrem Vater.

Du schicktest nach mir, Papa?' fragte fie. .Wünschtest Du mich z» sprechen?"

.Ja, Beatti ce", erwiderte der Graf beinahe mit Strenge. »Setze Dich. Ich habe Dir Wichtiger zu sagen/

Beatrice wieS den ungebetenen Sessel mit leid ter Handbewegnng zurück, nnb blieb, an den Kaminsims gelehnt, erwartungsvoll vor ihrem Vater stehen. Ein trüber Schatten flog über ihre ernsten Züge. Die Tochter des Grafen sah mit ihren viernrrbdreißig Jahren kaum wie ein Mädchen von fünfundzwanzig ans. Ihre hohe, schlanke, statuenhafte Gestalt schien die Veiköpernng eines KünftlertraumeS. Ihr Gesicht war das einer idealen ÄUipatra. Ihr volles üppiges Haar, ans der kalten bleichen Stirn zurückgeftrichen nnb in einem einfachen flnoten auf gesteckt, war dunkel.

nuibung gerichtsseitiger Bestrafung eine Erklärung veröffentlicht, in welcher jene Vorgänge alsbe­dauerlich" undunentschuldbar" gekeunzeichvet werden. Weitere Klarstellungen über denmusterhaften Ver­lauf" des ganzen Wohlkampfes werden folgen.

Jena, 14. Juni. ES geben sich jetzt in einer Reihe thüringischer Städte Bestrebungen kund, daß eine mehr ober minder vollständige Sonntagsruhe für offene Verkaufsläden eingefühlt wird. In Wcimar beabsichtigt eine Anzahl Kaufleute eine Einigung unter der Kaufmannschaft dahin herbeizuführen, daß die Läden an den Sonntagen von 2 Uhr nach­mittags ab geschloffen bleiben. In Gera haben 365 Inhaber rffener Geschäfte eine Petition die Sonntags­ruhe betreffend an den Reichstag gerichtet.

A«slmr-.

Wien, 14. Juni. DiePolit. Korresp." ist zu der Erklärung ermächtigt, daß die Behauptung der Londoner Blätter, wonach die Mitteilungen der Neuen freien Preffe" über ein vertrauliches Zir­kular der deutschen Regierung, betreffend die Unter­redungen des Fürsten Bismarck mit den Journalisten, aus dem Wiener Auswärtigen Amte derNeuen freien Preffe" zugegangen feien, vollständig unbe­gründet ist.

Pest, 14. Juni. Der Budgetausschuß der österreichischen Delegation hat das Extraordinarium des Heeresbudgets unverändert angenommen. Der Kricgsminifter erklärte die Behauptung, erhübe gesagt, die Erhöhung der Präsenzstärke werde eine einmalige Ausgabe von 100 bis 120 Millionen Gulden verursachen, für vollkommen unwahr und widersinnig. Es wurde konstatiert, daß der Kriegs­minister die Aeußerung nicht gethan habe, worauf der Budgetousschuß beschloß, die betreffende Berich­tigung dem heutigen Protokolle einzuverleiben und zu reröffcntlichen.

Paris, 14. Juni. Hiesigen Blättern zufolge erhält der Minister des Innern Constans den russischen St. Annen-Orden 1. Klaffe. Den Abendblättern zufolge hätte die Regierung beschlosien, die brasilianische Republik anzuerkennen, nachdem die elbe sowohl der schiedsgerichtlichen Entscheidung über die streitigen Gebietsteile zwischen französisch Guyana und Brasilien, als auch der Aushebung des Ausgangkzollcs auf Karttschuck, sowie der Regelung der Fremdenfrage zugestimmt hätte. Präsident Earnot würde deshalb demnächst auch den brasilia­nischen Gesandten Jtajuba in offizieller Audienz empfangen. (Deputiertenkammer.) Die Beratung

Et» duvkelrot s enganliegendes Sammetkletd mit goldgestickter Schleppe brachte de» schöne» Wuchs Beatricers zu besonderer Geltnug. Au ihrem perl- mutterweiße» Halse, ihre» volleudet schöne» Arme» uud iu ihrem blauschwarzm Haar schimmerte» Diamaute» von »»schätzbarem Wert.

Graf Berril betrachtete feine Tochter mit väter­lichem Stolz und doch gleichzeitig ,mtt einem seltsam bekümmerte» Ausdruck. So kalt nnb verschlossen wie gegen Frembe war fie auch gegen ihn. Er bezweifelte, baß fie jemals die zärtlichen Regungen eines Fraueu- herzeuS gekannt habe.

Du hast Nachrichten von Deinem Freund, Lord Ormond, nicht wahr, Papa?" unterbrach Beatrice das Schweigen ihres Bakers.

Ja, er ist nach England zurückge kehrt", erwiderte der Graf.Heute morgen gab er mir durch einige Zeilen Kenntnis von feiner gestern abend erfolgten Ankunft in London. Ich unterließ nicht, ihn sogleich in seinem Hotel auszusnchen und ihn eiuzuladen, am Abend mit unS zu speise». Er ist voll Ungeduld, Dich zu begrüße», Beatrice. Lord Ormond ist eS eben, über den ich mit Dir zu sprechen wünsche."

Beatrice verneigte fich stumm.

Lord Ormond kehrt nach einer fünfjährigen Pilgerfahrt im Osten, mehr denn je als Dein Sklave zurück", fuhr der Graf, von der Aufmerksaukest feiner Tochter ermutigt, in freudig erregtem Tone fort. Er sehnt fich danach, die ihm gebührende Stellung in der G-ftllschast einzunehmen. Darf ich Dir noch gestehen, daß er hofft, Du werdest nicht ungünstig ans seine Werbung blicken? Um meinetoUlen empfange ihn gütig, BeatticV

Ich denke, daß ich es niemals an Höflichkeit gegen die Gäste meint8 Sätet 8 fehlen lasse", bemerkte Beatrice ruhig.

Aber ich verlange mehr als bloße Höflichkeit für Lord Ormond, meine Tochter. Er ist feit zehn Jahren Dein treuer Verehrer, und während dieser ganzen Zett wurde er in seiner Neigung und Hi».

des Gesetzentwurfs betreffend die Steuer auf ge­trocknete Trauben wurde auf nächsten Sonnabend festgesetzt. Couturier interpellierte die Regierung wegen deS Ausstandes der Gasatbeiier in Lyon und warf der Behörde vor, daß sie in dem Aus­stande Partei ergriffen habe, indem sie die streikenden A> beiter durch Soldaten ersetzte. Der Minister ConstanS erwiderte, man habe doch Vo» sorge für die Beleuchtung treffen müffen, der Präfekt habe dazu Soldaten verwandt; im übrigen en pfähl der Minister die früheren Arbeiter dem Wohlwollen der Gas-Gesellschaft. Hierauf wurde die einfache Tages­ordnung mit 404 gegen 43 Stimmen angenommen.

Londo«, 14. Juni. DerSt. James Gazette" zufolge teilte der Schatzkanzler Smith seinen Kollegen mit, seine Gesundheit gestatte ihm nicht, an der bis zum Herbste sich erstreckenden Session bei Parla­ments teilzunehmen. Wenn die Session bis in den Herbst dauere, würde Smith sein Mandat als Deputierter niederlegen »nd zum Pair erhoben werden.

Madrid, 14. Juni. Der Senat nahm den An­trag Marcoarti an, wonach die Regierung ermäch­tigt wird, wegen eines internationalen Schieds­gerichts zu unierhandel». In der Deputierten­kammer brachte Marios eine Resolution ein, worin der Erlaß einer allgemeinen Amnestie für politische Vergehen zur Feier der Genehmigung deS allgemeinen Stimmrechts durch die Königin vorgeschlagen wird.

HeNm-Naff««.

Marburg, 16. Juni. Die Verhandlungen der Stadt zwecks Ankauf der Herrenmühle können nunmehr definitiv als gescheitert angesehen werden, da nicht nur der vor kurzem geschloffene Vertrag durch Ablauf der Anerkennungssrist hinfällig ge­worden ist, sondern der jetz ge Besitzer der Mühle, Herr Fendt, auch die bündige Erklärung abgab,, daß er sich auf weitere Verkaufs-Verhandlungen vorläufig nicht mehr einlaffen werde.

Marburg, 15. Juni. Im hiesigen Schlacht­hause wurden int letztverflossenen Berichtsjahre ge­schlachtet an Großvieh zusammen: 2701 Slück, nämlich 473 Ochsen, 108 Bullen, 515 Kühe, 918 Rinder und 687 Stiere, ferner 4497 Schweine, 4917 Kälber, 1221 Hämmel und 28 Ziegen, ins­gesamt 13 364 Stück Schlachttiere mit einemGesamt- Schlachtgewicht von 925 556 Kilogramm; d. i. gegen­über dem Vorjahre weniger 104 Stück Großvieh, 395 Schweine und 920 Stück Kleinvieh. Dieses Minus erwuchs vornehmlich in den letzten 7 Monaten

gebnng auch nicht einen Augenblick schwankend. Du, Beatrice, warst e8, die ihn zum Verbannten, zum ruhelosen Wanderer machte. Er blieb unverheiratet, wartete geduldig und hoffauugSvoll, ohne jemals einen Vorwurf für Deine Kalte zu haben, ohne Dir jemals feine Huldigung aufznbrängen."

Weil er es nicht wagte", unterbrach Beatfee ihren Vater mit einem eisigen Lächeln.Ich Hebe Eduard Ormond nicht, Papi. Er ist trotz feiner jahrelange» Werbungen um mich falsch und bösen HerzeuS und k-hrte nur nach England zurück, wich aufs Nene mit feinen periodischen Verfolgungen zu quälen. Ich vermute, daß er deS ziellose» Umher« schwärme»» müde ist und fdne geleerten Koffer einer Füllung bedürfen. Von allen meinen Bewerbern ist er mir der Unsympathischste. Ich muß Dir wieder« holen, was ich Dir nnb ihm schon so oft gesagt habe: Ich werde niemals heiraten l"

Uud weshalb nicht?" fragte der Graf unge­duldig.Vergegenwärtigst Du Dir, daß die Zeit nicht stille steht, uud Du an Jahren znuimmst? Wie lauge wird eS dauern und Dein Haar färbt fich silberweiß, und jüngere, schönere Rivalinnen v r» dunkeln nnb Derbrängen Dich in ber G sellschaft. Ich bin ein alter Mann, bem nur noch eine kurze Frist beschiebeu sein kann, nnb Du wirst allein, die letzte unseres stolzen,Geschlechts, ungeliebt zurückbleiben, um ein freudloser Dasein zu vertrauern. Ich sehne mich danach, meine einzige Tochter als die Herrin eines eigenen Haushalts, eine glückliche Gattin und die Mutter lieblicher Kinder zu sehen. Ist eS möglich, Beatr ce, daß Du noch immer jenen mißleiteten Gott­fried Tremor, den unwürdigen, entarteten Sprößling einer edlen Familie, den Dieb, den Meuchelmörder beweinst?'

Halt ein. Papal" rief Beatrice mit heißem Erröten.Ich trage kein Verlangen darnach, Gott­fried TreworS Namen nennen zu hören. Man sagt, der Unglückliche fei tobt, so laß Deine Tochter mit ihm begraben fein."