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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte- sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und B-gler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXV. Habraana. Sonntaa. 15. 5*111« 1890. Messe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln: B. L
* Laube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, hariS-
Wochenschau-
Als willkommener und hochgeehrter Gost deS deutschen Kaiserpaares ist der junge Kronprinz Victor Emanuel von Italien am Abschluß der langen Rundreise, welche ihn durch die Staaten der Balkan- Halbinsel, durch Centralasien und Rußland führte, in Potsdam tingehofft«. Ter fürstliche Gast ist mit den Ehren empfangen worden, welche sonst eigentlich nur regierenden Monarchen zustehen, und unser Kaiser hat damit gezeigt, einen wie hohen Wert er auf die Freundschaft d^s italienischen Königs legt. Die Veranstaltungen, welche zu Ehren des Prinzen getroffen wurden, waren weist militärischen Charakters, Parade, Zapfenstreich und eine größere Manöverübung gaben dem italienischen Königrfohne einen tieferen Einblick in das deutsche Heerwesen. Beachtet ist es sehr, daß der Prinz, der bekanntlich katholischer Konfession, auch der Grundsteinlegung für die neue Gnadenkirche in Berlin beiwohnte, die zum Andenken an die Kaiserin Augusta errichtet werden soll. Aus Potsdam refft der Prinz ncch Italien zurück. Am 15. Juni, dem Sterbetage Kaiser Friedrichs, wird in der Hovelresidenz die gesamte kaiserliche Familie zu einer Trauerfeier vereinigt sein. Nach derselben werden die Somrner- reisrn des Kaiserpaares bald ihren Anfang nehmen.
Der Reichstag hat in dieser Woche ebenfalls ieine Arbeiten wieder ausgenommen, welche das Parlament bis in den Juli hinein in Berlin Zusammenhalten werden. # Die Hauptausmerksamkeit richtete sich aus die Vorgänge in der Militärkommission. Mit Ausnahme der Sozialdemokraten sind alle Parteien bereit die geforderte Erhöhung des Friedens- standes ter Armee zu bewilligen, doch verlangen die Freisinnigen und ein Teil der Centrumspartei eine .Comperffation- für die Neubclastung durch Einführung der zweijährigen Tierfftzeit für die Infanterie. Reichskanzler v. Caprivi ist seit st in der Militär- kommission erschienen, um die Vorlage zu vertreten, hat sich auch nicht abgeneigt gezeigt, die Wünsche des Reichstages zu berücksichtigen, indeffen die sofortige Beikürzung der aktiven Dienstzeit für unmöglich erllärt. Es heißt, der Reichstag werde aufgelöst werden, für den Fall, daß die Vorlage nicht bewilligt werden sollte. Indeffen liegen die Dinge nicht so ängstlich, und wenn auch wohl noch recht lange über die Neuforderung debattiert wird, das Ende wird doch die Annahme sein.
Der preußische Landtag hat seine Arbeiten beendet. Nachdem die Sperrgeldervorlage im Abge
S1«-rn1r«lirbe.
Novelle von R- vom Wald.
(Schluß.)
.Aber seine Beute mutz der Schuft wieder her. vchgeben', ries ein kleiner dicker Gutsbesitzer, der bereits mehrere tausend Thaler an den Prinzen der. loren hatte.
,WaS noch davon da ist, sicherlich', entgegnete Fritz von der Recke, ohne den Piinzeu loszulafsin. »Sie, Herr Hanplwav»', wandte er sich an einen »eben ihm stehende», perfiouirten Offizier, .haben »ohl die Güte, nach der Prirzesfiu zu sehe», welche vielleicht einen so gritzeu Schrecken bekomme» haben könnte, datz fie dieselbe» möglichst rasch avßerhalb d« Laade s cnrtren, vud vielleicht in der Zetstrevt- heit das fürstliche Bewöge» mituehme» möchte. Rehmen Sie aber lieber roch eine» der Herren mit nnd geben Sie, bitte, recht genau Acht, daß die ge. wandte Dame Ihnen nicht noch entschlkpst!'
Ter Hatpiwavu erllüite sich bereit, den wenig angenehme», aber notwendigen Austrag anszusührr». Alsdann wandte sich Fritz von der Recke zn dem Piirzeu: .Wir werde» Sie sitzt in ei» kleines Verhör nehme»', sagte er z» diesem, »und Ich wache Sie daraus aufmerksam, datz uur absolute Offenheit Ihr Schicksal wilder» kann. Datz Sie falsch gespielt toten, ist offenbar, »nd jeder der anwesende» Herren wird bereit sei», dies vor Geticht zu beschwöre». Wird also Anklage wegen falsche» Spieles gegen Sie »Hobe», so find Sie verlöre». Nu» also offevherztg, wie heiße» Sie, »ud waS find Sie?'
»Ich beiße Prinz BoreSk» »ud bin der Cohu deS Fürste» BoreSk»', zifckte der Ertappte wühsaw »wischen den Zähneu he: vor. .Auch leugne ich, daß ich falsch gespielt habe, die Karte ist mir nur — aus Verse Heu in den »eirnel gerutscht.'
Eiu schöues Versehen! Machen Eie doch nicht so erbärmliche ArSflüchtel Ich will Ihnen b,fler sagen, wer Sie find: Sie find ter Kellner Johann LeSke,
orduetenhause abgelehnt war, wurden nur noch Kleinigkeiten erledigt, die nicht das allgemeine Interesse beanspruchten. Bezüglich deS Sperrgeldergesetzes scheint übrigens die preußische Regierung für später auf eine Einigung zu rechnen, wenigstens deutet eine längere Auslastung im amtlichen deutschen Reichsanzeiger daraus hin.
Tie offizielle Eröffnung der österreichisch-ungarischen Delegationen hat in Pest stattgesunden. Kaiser Franz Joseph hat an der Thronrede dargelegt, daß die allgemeine europäische Lage außerordentlich friedlich sei, und der Minister des Auswärtigen Graf Kalnoky hat diese Ausführungen in den Delegaiionen in weiterer Form wiederholt. Er betonte auch mit besonderer Deutlichkeit, daß der Kanzlerwechsel im deutschen Reiche nicht den leisesten Eüfluß auf die Beziehungen der Staaten dis Friedensbundes aus gcübl habe. Mit diesen Aeußerungen waren beide Delegationen einverstanden, und dem Minister wurde bereitwillig ein Vertrauensvotum erteilt. Reservierter verhielt wan sich gegenüber dem Kriegsminister, der ankündigte, daß die Militärverwaltung in den nächsten Jahren erheblich größere Forderungen werde stellen müssen, auch werde eine Erhöhung des Friedensstandes der Armeen nicht zu vermeiden fein länger, da olle Staaten in diesem Sinne vorgingen. E ne Warnung wurde Serbien, wo die ruffenfreundlichen Radikalen bekanntlich recht ungeniert gegen den Kaiseistaat an der Donau oustreten, gerichtet. Die Wirkung des kalten Wasserstrahles ist auch nicht ausgeblieben, denn die serbische Regierung betheuert sitzt himmelhoch, daß sie nicht daran denke, ihre bisherige friedliche und freundliche Politik zu ändern.
In London beschäftigt man sich in Folge der Hetzreden des ehrer werten Herrn Stanley, die zu weilen bezweifeln lasten, ob nicht etwa der Verstand des berühmten Reisenden auf seiner letzten Reise unter der afrikanischen Sonnenglut gelitten hat sortwöhrend mit der Abgrenzung des deutschen und englischen Kolonialgebietes in Ostasrika. Ein Mitglied deS Parlamentes hat sich sogar zu der unverfrorenen Aeußerung verstiegen, wenn Deutschland sich nicht den englischen Forderungen füge, so müste es wie Portugal behandelt werden, dem England bekanntlich durch brutale Drohungen das Nyosta Gebiet abgegaunert hat. Eine derartige Handlungsweise würde ober in Deutschland denn doch eine Antwort finden, doß dem edlen John Bull die Ohren summten. Es bewährt sich auch in dieser, im Grunde genommen doch sehr harmlosen Streitfrage die alte Wahrheit, doß es unter vielen recht netten und
welcher vo» der Staatiauirvllschaft zu Darzig und derjeuige» zu Berlin, wegen falsche» Spieles t»zwei Fälle», Betruges in drei Fölleu, und schwere»Diebstahls in einem Falle steckbrü stich verfolgt wird. Ich will Ihnen auch sage», wie ich hinter Ihr Geheimnis ge. komme» bin. Scho» seit längerer Zeit mißtraute ich Ihne» und schrieb deshalb an das Polizei-Präsidium zu Berlin, indem ich gleichzeitig Ihre Photographie und die Ihrer sogenannten Schwester, in Wirklichkeit der Schauspielerin Rosa Dermbach, welcke wegen Teilnahme an den von Ihnen verübten Verbrechen versolgt wird, eirsardte. Unten im Gastzimmer wartet auf Sie der Krtwioal-KomwiffartnS Weiß aus Berlin. Ehe wir Eie aber an densi lben abliefern, werde» Eie die Güte habe», ei» Protokoll zu »vier, zeichnen, i» welchem Sie eivgestehe», datz Sie hier clle Abende falsch gespielt haben, datz Ihr sogenanntes Frävlein Schwester von Ihnen als Lockvogel gegen ei» Drittel des SpielgewivveS evgagirt war, und ferner werden Eie jetzt sofort die hier,erschwindelten Gelder heranSgede». Unter dieser Bedirgnng sollen Sie wegen der hier verübten Verbrechen rtüt in Anklage kommen. Ich heffe, die Herren find hiermit einverstanden?'
.Gewiß, gewiß', erscholl eS von alle» Seiten. Der dicke Gutsbesitzer brvwwte vor sich hin: .Wenn ich rvr mein Geld wieder kriege, oder wenigstens mit einem blauen Ange devovkomme, da mag der Kerl sich meinetwegen hängen lasten, wo er will!'
Der Psendoprinz war ganz gebrochen a!S er sah. daß sein Geheimnis in vollem Umfange entdeckt war. Willenlos, zitternd unterschrieb er dos Protokoll, von dem keiner der Anwesenden recht wußte, z» welchem Zwick befleiße oufgesitzt war, bi8 von der Recke eS mit ernstem Blick in RerckaS Hände g-b, der diS dahin ans da» Höchste überrascht, stumm der Szene zugeschaut hatte. Eben wollte er auf setneu vormalige» Freund »»treten, da erhob sich dranßen auf dem Korridor Lärm, »nd als »an zur Thür eilte, eilte vor derselbe» eine in leichte Gewänder gekleidete
liebenswürdigen Engländern auch etliche Rüpel giebt denen gegenüber hahnebüchene Grobheit die einzig richtige Behandlung ist.
Aus den übrigen Staate« ist eigei tlich nichts von Belang zu melde«. In Rom erfreut sich Ministerpräsident Crispi nach den Sturmwochen des Mai sitzt einet behaglichen Ruhe. In Belgien haben Wahlen zur Deputirtenkammer stattgefunden, deren Endresultat Alles beim Alten läßt. Verschiedentlich haben Schlägereien zwischen den Anhängern der liberalen und katholischen Partei stattgefunden.
Deutsches Reich.
Berlin, 13. Juni. Die Militär-Kommission des Reichstages hat gestern mit 20 gegen 8 Stimmen der Deutsch-Freisinnigen, Sozialdemokraten und Volkspartei den § 2 der zur Beratung stehenden Vorlage angenommen. Er lautet: Vom 1. Oktober 1890 ab werden die Infanterie in 538 Bataillone, die Kavallerie in 465 Escadrons, die Feld-Artillerie in 434 Battetieen, die Fuß-Artillerie in 31 Bataillone, die Pioniere in 20 Bataillone, der Train in 21 Bataillone formiert. — Nach einer Meldung des .Reichsanzeigers' find die Vorbereitungen zur Einberufung einet Enqi 6te - Kommission für die Reform des Unterrichtswesens, welche der Minister bet geistlichen Angelegenheiten in seiner im Hause bet Abgeorbneten am 18. März dieses Jahrs gehaltenen Rede in Aussicht gestellt hat, schon seit einiger Zeit im Gange. Es sollen bet Kommission, zu welcher Vertreter der verschiebensten Interessengebiete und Richtungen ein- beruftn werden sollen, bestimmte Fragen vorgelegt werden, aus deren Beantwortung sich das Bedürfnis und die Richtung, in welcher sich etwa die Reform zu bewegen haben würde, ergeben würde. Die gründliche Vorbereitung bet einschlägigen Fragen wird indes die Einberufung der Kommission erst zum Herbst möglich machen. — Wie bet lautet, beschloß bet Bundesrat anstatt der bisherigen „Phar< macopoea germanica" das neu ausgearbeitete Arzneibuch für das deutsche Reich von Neujahr an in Wirksamkeit treten zu lassen. — Die Wiederwahl Forckenbecks zum Oberbürgermeister von Berlin hot die königliche Bestätigung erhalten, wie aus einet Bemerkung des gestern erschienenen Berichts bet Matrikelkommission bes Herrenhauses hervorgeht. — Der im Bundesrote festgestellte Entwurf von Be stimmungen über die Bearbeitung bet Ergebnisse der Volkszählung von 18 90 weist dem Vernehmen nach auch insofern eine Aenderung gegen früher auf,
Gestatt vorbei, in welcher man sofort die schöne Joanna erkannte. Eine dickleibige Brieftasche in bet Hand, flog fie mehr, als fie ging, die Treppe hinab, von dem Hauptmann verfolgt, der fie jedoch niemals eiugeholt haben würbe, wen» nicht in dem Augen, blick, in welchem fie bie untersten Stufen ber Treppe hiuabspraug, ein schlanker Herr mit bnuklem Bart vorgesprungen wäre, welcher fie in seinen Armen an!fing.
„Dos ist ja reizend liebenswürdig, daß Sie mich gleich so begrüßen', sagte er, die Schauspielerin fest umschlungen haltend, „na, wir find ja auch alte Be- kannte. Damit Sie mir aber nicht wieder entschlüpfe», schöne Rosa, müsse» Sie scho» gestatte», daß ich Jh»e» ein Armband ganz eigener Konstruktion anlege. Ich möchte Sie nicht gern wieder von mir lassen, und Ihre Brieftasche will ich Ihnen lieber onch anfhebe», Sie könnte» fie am Ende gar verlieren, junge Tarne» gehe» »icht immer sorgsam mit Geld »nd GeldeSwert nm.' Bei diese» Worte» hatte er ihr mit großer Gewandtheit ein Paar leichte Handschelle» angelegt und übergab fie einem Polizisten, worauf er in aller Seelenruhe die Treppe hinaufstieg, Fritz von der Recke die Brieftasche übergab und bei dem falschen Prinzen dieselbe Operation voruahm wie bei der schönen Schauspielerin.
Fritz von der Recke verteilte hierauf die in der Brieftasche Vorgefundenen über 30000 Mark betragenden Banknoten nach VethättniS des Verlustes an die Spieler und diese entfernten sich hierauf, froh, wenigstens den größten Teil ihres verlorene» Geldes Wiedererhalte» z» habe». Nur Rencka blieb zurück. Er trat auf Fritz von der Recke zu.
„Ich habe Dir viel abzubstten', sprach er mit strSender Stimme, „kannst Du mir verzeihen?'
Statt aller Antwort schloß von der Recke ihn an die Brust. „Wie könnte ich Dir zürne»?' sprach er liebevoll, „warst Du doch verblendet durch die Liebe zu jener Unwürdige», Deiver selbst nicht mächtig. Ich bin froh, daß es mir gelungen ist, Dir die Auge» zu öffne», ehe eS z» spät war. Ich würbe
als bie liebetfidjt über die ortsanwesende Bevölkerung in ihrer Verteilung auf die Direkiionsbeziike für die Verwaltung der Zölle und gemeinschaftlichen indirekten Steuern einen Zusatz erhalten hat, welcher bezweckt, die Zahl der in der ortsanwesenden Bevölkerung enthaltenen Schiffsbevölkerung in dem Freihafengebiete vom Hamburg, dem Zollanschlußgebiet von Cuxhaven und den Zollanschlußgebieten von Bremerhaven bezw. Geestemünde festzustellen. Die Aenderung ist eine Konsequng eines früheren hierauf bezüglichen Bundesratsbeschlufles. — Die preußische Staats-Forst Verwaltung betrachtet es als eine ihrer Aufgaben, im Interesse der Landeskultur auf den Holzanbau in den Waldungen der Gemeinden, öffentlichen Anstalten, Privatgrundbesitzer rc. anregend und fördernd auch dadurch einzuwirken, daß sie gutes Pflanzmaterial zum Selbstkostenpreise denjenigen Waldbesitzern abgiebt, welche nicht die Gelegenheit haben, sich die erforderlichen Pflanzen selbst zu erziehen. In der Provinz Hessen- Nassau find dem „Reichsanzeiger' zufolge im Laufe des letzten Etatsjahres aus den Staatssorsten abgegeben worden 5000 Hunderte Laubholz- und 14729 Hunderte Nadelholzpflanzen.
— Die Verwertung deS neuen Genossenschaftsgesetzes im Interesse der Landwirtschaft. Schon während der Beratungen des Reichsgesetzes betreffend die Erwerbs- und WirtschastS-Genoffenschaften vom 1. Mai 1889 wurde es in landwirtschaftlichen Kreisen dankbar anerkannt, daß durch die in jenem Gesetze getroffenen Bestimmungen auch denjenigen Personen die Möglichkeit eines wirtschaftlichen Zusammenschlusses geboten wird, welche die Gefahren einer unbeschränkten Haftpflicht nicht auf sich nehmen wollen oder können. Man ging daher von jener Seite nach Erlaß des Gesetzes baldmöglichst an die praktische Ausnutzung desselben und jetzt ist, unseres WiffenS als eine der ersten großen landwirtschaftlichen Genoffenschaften auf Grundlage der beschränkten Haftpflicht, in Breslau vor etwa drei Wochen eine „Hauptgenoffenschast schlesischer Landwirte' gebildet und gerichtlich eingetragen worden. Die Genoffenschaft findet in de« Kreisen des großen wie deS kleine» Grundbesitzes reichlich Unterstützung, und in einer vor kurzem einberufenen großen Versammlung der schlesischen Landwirte legte der Aussichtsrat den Plan dar und die Vorteile, welche auS diesem Zusammenschluß für jeden Genossenschafter erwachsen. In den Bereich der Thätigkeit sind zunächst folgende Punkte gezogen: 1. Einkauf von Futter- und Düngemitteln in dem Umfange, als Bestellungen darauf
ganz glücklich sein, wen» nicht inzwischen schweres Leid mich betroffen hätte.' And er erzählte ihm alles, waS sich inzwischen ereignet hatte, wie er Marie gefunden, wie er fie wieder verloren.
Rencka hörte ihm ernst zu.
„Und Du hast keine Ahnung, warum fie Dir in dieser auffallenden Weise entgegengetreten ist?'
„Such nicht die mindeste.'
„Sollte eS nicht deswegen fein, weil Du in letzter Zeit um meinetwillen jener Dirne Dich genähert? Sicherlich deswegen nur! Aber ich oiH alles aufbieten, damit Dein Edelmut Dich nicht das Glück Deines Lebens koste. Morgen früh will ich zu ihr eilen und ihr alles erklären; fie wird, fie muß mich hören.' —
Am anderen Morgen um 11 Uhr empfing Fritz von der Recke ein Briefchen des Inhalts: „Komm sobald als möglich zu Deiner Dich Über alles liebenden Marie!' Daß er dieser Einladung sofort Folge leiftete, wer konnte daran zweifeln?
Wenige Wochen darauf wurde die Verlobung proklamirt, »ud bald war auS beiden ein glückliches Ehepaar geworden. Wer es doch auch so gut hätteI —
— Der Haupttreffer von 500000 Mk. der Schloß, freiheit-Lotterie ist, de» BreSlaaer Blätter» zufolge, bet der am Montag stattgehabten Ziehung »ach BreSlau gefallen. Die Nummer 31069, auf welche der Gewinn fiel, ist nur in zwei Hauptteile» ansge- gebe». Davon spielten die eine Hälfte die Buch- Hatter der BreSlauer Eiswerke, die andere Hälfte der Kohlenkaufmann M. Kirstein in Breslau. Ob letzterer Spielpartner hat, ist nicht bekannt.
— (Die Antwort deS Wilden.) Engländer (prahlt einem Zulu . Häuptling gegenüber von der Macht und S'öße Englands): „Die Sonne geht in unserem Reich nicht unter; fie scheint ewig aus englischem Boden!' — Zulu: „Wahrscheinlich will guter Sott Engländer nicht im Finstern lassen — weil er ihm auch nicht traut*