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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt Illustriertes Sonntagsblatt.

für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

M 136.

Erscheint täglich außer an Werktagen »ach Sonn» und Feiertagen. Quartal-AbonnementS-PreiS bei der Expe­dition 2*/t Mk-, bn den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Freitag, 13. Juni 1890.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bogle, in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg u Wien; Rudolf XXV Haüraana. Mosse in Frankfurt s. M., Berlin, München u. Köln; ®. L- *VU"1

Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Baris.

LrhrU«gk-Nramiett.

Tas Bäumchen, aus welchem ein guter Baum werden soll, muß sorgsam gepflegt und gerade ge­holten werden, und darum ist cs heute wohl ange« bracht, den Lehrlingen, aus welchen später brauchbare Gehilfen und tüchtige Meister werden sollen, erhöhte Aufmerksamkeit zvzuwenden, um so mehr, als au dem letzten Teutlchen Haudwcrkerlage sckon recht laut über die abnehmenden guten Eigenschaften vieler Handwerksgesellen geklagt wurde, die ihr Gewerbe zu leicht genommen haben, oder von ihrer tigeren Tüchtigkeit leider zu sehr überzeugt waren. Wer etwas Tücht'gcs leistet, der muß auch als tüchtiger Mensch geschätzt werden, und richt mit Unrecht >st schon in Handwerkerversommlungen wiederholt darau hingewiesen, das Standetbewußisein müsse gehoben werden, damit es alle Ellern als eine Ehre ansehen ihre Kinder einem Handwerker in die Lehre zu geben. Der Handwerksstolz, d. h. der Stolz in gutem Sinne, das Siandetbewußtsein, kann aber licht mit einem Male kommen, er meß vielmehr den jungen Leuten, von Anfang an, anerzogen werden. Dann.werden auch ganz von selbst Zuchtlosigkeit und Roheit mehr und mehr verschwinden, die jungen Leute werden in jeder Beziehung etwas auf sich halten, und das ist eine sehr wertvolle Miigabe für taS Leben. Selbstverständlich ist die entsprechende Behandlung auch in der Werkstatt; der Lehrling muß gehorchen, aber es ist nicht gut, wenn er zum Packesel degradiert wird. Er soll keine Handleistung scheuen und muß einsehen, daß keine ehrliche Arbeit schändet, zumal Lehrjahre keine Herrenjahre sind, aber trotz alledem giebt es doch eine Grenze für richtige und verkehrte Behandlung, die nicht über schritten werden soll. Ein einsichtiger Meister wird das von selbst vermeiden, aber er muß auch bei seinen Gesellen und Gehilfen darauf halten.

Es ist natürlich und erklärlich, daß der Trieb zur Arbeit und zum Fleiß, sowie zum ordentlichen Auftreten bei jungen Leuten um fo lebendiger ist, je mehr Lohn sie dafür erwarten können, und darum erscheint es wohl angemessen, im Interesse einer Förderung des Handwerks allgemein Lehrlings­präwien einzuführen. Darunter soll aber nicht die jährliche Einrichtung von Ausstellungen von Lehr­lingsarbeiten verstanden werden; das wäre bei ®uten zu viel, und die jungen Leute könnten dabei leicht auf Künsteleien kommen, die später nicht praktisch ange wendet werden können. Lehrlings- Arbeiten Ausstellungen sind wirksam, sie sollten aber

O, Studienzeit...

(Mel.: Alt-Heidelberg.)

O, Studienzeitl ich grüße Frohlockend dich im Stehl Erinn'rung, zaud'risch.suße, Mir durch die Seele zieht... Wir kommersierteu fröhlich, Hell jauchzte der Gesang, Wir schwärmten überselig Beim vollen Gläser klang.

Auf Marburgs hoher Schule Studirt' ich nicht zu viel, Dem König gleich in Thule Beim Becher mir's gefiel; War ich mit einem .Kater* Zumeist auch übel d'rau Bon Herzen, ahna mater, War ich dir zugethaul

Die Lieb' ist nicht v:rga«geo, Die Farbe nicht verblaßt: Ich seh' dich herrlich prangen. Trotz deiner Jahre Last;

ES strahlt dein Ang' so milde. Die Stirne glänzt so hehr!

Treu bliebst du mir im Bilde, Als ob es damals wär'!

Dir dank' ich allerwegen, WaS du mich einst gelehrt, DaS tote ein reicher Segen Meiu Tagewerk verklärt... Dein deut' ich tu der Ferne, Wie mau der Liebsten denkt Du hast mir gold'ne Sterne Ju's junge Herz gesenkt!

bt. 6. a. s.

rur alle drei bis fünf Jahre stattfinden. Dann werden sie bei der Bevölkerung auch ein lebhaftes Interesse erwecken, und aus kleinen Eintrittspreisen kann eine Extroprämie für die Lehrlinge gewährt werden. Aber es wird in jedem Jahre auch ohne besondere Arbeitqz. möglich sein, eine Anzahl von guten und tücktigen Lehrlingen ausfindig zu machen und dieselben durch Reine Geldspenden, ein gutes Buch und eine öffentliche Anerkennung zum weiteren thatkrästigen Seiten arzuspornen. Auch die kleinste Stadl kann ouS städtischen Mitteln und einem Zuschuß der Har dwerkerkieise für solche Zwecke 500 Maik jährlich hergeben, und davon kann 20 bis 30 Lehrlingen eine angemeffene Prämie gewährt werden. Jede Gemeinde hat daraus selbst einen gießen Vorteil, denn da von den Handwerks­lehrlingen doch sehr viele sich einst als Meister in ihr em Lehrort niederlosstn, so wird für die Heran­ziehung tücht'ger Bürger gesorgt. Diese öffentlichen Auszeichnungen junger L»u:e sind heute schon in verschiedenen Jndustriestcaten weit verbreitet, und namentlich in England und Frankreich haben sie schlagende Erfolge gehabt, so gneße, daß reiche Privatleute freiwillig große Summen für diese Zwecke zugefleuert haben. Eine solche Auszeichnung wird auch zur Folge haben, daß eine heute verhältnü mäßig selten zur Anwendung gelangende Bestinmurg des Militär-Gesetzes weitere Geltung erlangt.' Es können nämlich Gewerbs Gehilfen, die in ihrem Fache Hervorragendes leisten, einjährig dienen, es sind auch besondere Mittel für diesen Zweck vorhanden. Bor zwei oder drei Jahren erhielten in einer Stadt, trügt die Erinnerung nicht, so war es Minden, vier Handwerksgesellen mit einem Male die Berechtigung zum Einjährigen - Dienst zuerieilt. Hier kann also viel geschehen, und ein Weg dazu sind die Lehrlings- Prämien. Es ist eine Gewährung im allgemeinsten Jnlereffe, denn daß ein fester Stamm tüchtiger junger Leute auch auf seine ganze Umgebung fördernd wirkt, braucht nicht erst gesagt zu werden.

KEjchrs Reich.

Berlin, 11. Juni. Der Kaiser, der Kronprinz von Italien, Prinz und Prinzessin Heinrich, Prinz und Prinzessin Leopold mit Gefolge trafen um 8/* Uhr auf dem Potsdamer Bahnhofe ein und fuhren in den Jnvoliderpark zur Grundsteinlegung der neuen Kaiserin Augusta- Gedächtniskirche. Prinz Rr pprecht von Boyern, sowie die anwesenden Prinzen souveräner Fürstenhäuser waren erschienen. Bei dem Erscheinen des Kaisers sand Empfang statt durch

Stn-rntenlir-e.

Novelle von R. vom.Wald.

(Fortsetzung.)

Heulend stürzte der Wegelagerer zu Boden uud ließ den dickeu Knittel, den er in der Rechten ge­halten hotte, fallen, raffte sich jedoch sogleich wieder aus, sprang auf seinen Gegner zu und faßte diesen unter den Leib. Der junge Student war wohl ein kräftiger Ringer, aber sein Gegner war ihm an Kötperkröfleu gewachsen und seine Sage wurde uw so kritischer, als mittlerweile der zielte Vagabond herangekowmtn war und mit gezogenem Messer uw die beiden Gegner hervwsSlich, welche wild uw einander hernmwirbelteu. Er hatte rffeubar di, Absicht, eine Stelle zu fiuben, au welcher er den Studenten treffen konnte, ohne feinen Kameraden zu Verl tzen. Diesem aber schienen allmählich die Kräfte auszugehen. .Stoß zu, in drei Teufels Nomen!' tief er wttd, «und laß den Hundsfott zur Hölle fahren 1*

Dieser Ausruf weckte Marie ou8 der Betäubung, in welche der unvermutete Angriff fie versetzt hatte. Mit raschem Entschluß griff sie nach dem roch am Loden liegenden Knittel des Logakonden und ließ ihn mit der Kraft, welche die Angst vor der großen Gefahr, in der von der Recke schwebte, ihr verlieh, auf doS Haupt des Mesierbewoffoeteu uiederfausen, so daß dieser betäubt zu Bodeu stürzte. Im nächsten Augenblick hotte auch Fritz von der Recke feinen Gegner niedergeruugeu uud kniete ihm nun auf bet Brust, die Hände deffelbeu wie in einen Schraubstock gepreßt haltend, bis dessen Kraft erlahmte und eS ihm gelang, mit dem Strick, welcher dem Sittel des Bagabonden als Gürtel diente, deflen Hände zn ft ff ein. Bei dem zweiten der Bagabonden war eine ähnliche Maßregel nicht nötig, denn der von der Hand des mutigen Mädchens geführte Schlag war wuchtig genug gewesen, nm ihm für längere Zeit das Ans. stehen zu verleid«.

den Gouverneur von Berlin, den Kommandeurs des Gardckorps, den Kultusminister von Goßler, den Kommandanten von Berlin und den Landesdirektor v. Lkvetzow, den Oberbürgermeister von Forckenbeck re. Deputationen der Regimenter mit Standarten, zahlreiche Offiziere, Geistlichkeit, Gewerke, Innungen mit Emblemen, eine Deputation der Studenten bildeten Spalier. Am Festplatze warteten 20 weiß gekleidete Ehre rijungsrauen. Bei Beginn der Feier wurden 101 Kanonenschüsse gelöst. Nach der Fest ansprache erfolgte die Verlesung der Stistungsm künde durch Lkvetzow, worauf der Kaiser 3 Hammerschläge that; danach folgten der Kronprinz von Italien, die anwesenden Prinzen und Prinzessinnen, der Reichskanzler v. Caprivi, die Minister, die Geistlichen, die militärischen und die Civil Würdenträger. Tie Kirche wurde .Gnadenkirche" getauft. In dem Segersipruche gedachte Probst Brücke er des Ptr- mählungstoges des höchstligen Kaiserpaares am 11. Juni 1829, welchem Gottes Gnade in reichstem Maße zuteil geworden sei. Er verlas ein Schreiben der Großherzogin von Baden, daß sie in Gedanken beider Feier weile. Ter Jnvalidenpark sei als Standplatz gewählt als Vereinigung der Kriegs- und Friedens erinrerungen. Es folgte ein Gebet. Nach beendigter Frier hielt der Kaiser einen längeren Cer ele. Die Kaiserin ist am Neffelfieber erkrankt, doch ist das Auftreten der Krankheit ein so leichtes, daß eine baldige Wiederherstellung erwartet werden kann. In Marinekretsen verlautet derElberf. Ztg." zu folge, Prinz Heinrich werde demnächst auf Wunsch des Monarchen vom aktiven Marinedienst zurückireten, um in der Nähe Sr. Majestät zu weilen. Die große Bürde der Repräsentationspflichten, die jetzt von dem -Monarchen allein getrogen wird und die dem unablässig für das Wohl seines Landes lhätigen Herrscher viel Zeit entzieht, soll wenigstens für die kommende Wintersaison zumteil von dem Prinzen Heinrich übernommen werden. Die Minister des Innern und der Finanzen haben in einem gemeinsamen Erlasse für künftige Fälle darauf aufmerksam gemacht, daß die Erteilung des Privilegiums zur Ausgabe von Inhaber- papieren an Kommunen nur dann nachgesucht werden darf, wenn es sich um die Beschaffung der Mittel zu außerordentlichen, sofort zu verwendenden Ausgaben für gemeinnützige, nicht blos der Gegen­wart, fotibein auch der fernen Zukunft zugute kom mcnde Zwecke handele. Nur in diesem Falle lasse es sich rechisertigen, die Lost der gegenwärtigen Generation teilweise abzunehmen und der späteren

Als Fritz nnn aber zu Marie eilte, lehnte dieselbe bleich und zitternd an einem Baumstamm, und noch ehe er fie erreichen konnte, brach sie zusammen. Eine tiefe Ohnmacht, die Folge der vorhergegaugeneu Erregung, hielt ihre Sinne umfangen. Einen Singen» blick stand er nrfd lüfftg, was unter diesen Umständen zu thuu sei, dann nahm er kurz eutschloffeu ihre leichte Gestalt auf seine kräftigen Arme nnb trug sie einem nicht allzu entfernt lügenden Bauernhause zn, wo et fie weich bettete und tm Verein mit bet alten Bauers­frau, bet einzigen zurückgebliebenen Bewohnerin befftlben, fie in das Leben zurückzurufeu versuchte. Vergebens mühten Beide sich ab, und Schlimmes be­fürchtend, kniete er am B-tte nieder, hielt ihre kalte Hand in der feinen, streichelte ihr weiches Haar uud umsonst enifti örnten Worte inniger Liebe seinen Lippen. Endlich schlug fie die Auge» auf, und boll Jabel darüber, daß fie dem Lebe», daß fie ihm zurückge- giben war, seiner nicht mächtig, drückte er ihre zarte Gestalt au seine Biust und ein glühender Knß brannte auf ihrem Munde. Errötend entwand fie sich seinen Armen, aber nun hielt er sich nicht länger, in glühenden Worten ergoß sich das Geständnis seiner Liebe, und Marte, gleich unfähig, die Gefühle ihres Heizens länger zu verbergen, gab sich dem Zauber des Augkudl cks gefangen und gelobte die Seine werden zn wollen. So umschloß das ärmliche Bauernhaus das höchste Glück, doS c8 auf Erden giebt: ES wurde die Stätte des Bundes zweier liebendeu Herzen.

Eine geraume Zeit verging, ehe die Liebenden aus ihrem Traume erwachten und an die Rückkehr zur Gesellschaft dachten. Seicht wäre es ihnen gewesen, durch Bauern aus dem Torfe die Vagabouden zur verdiente» Bestrafung bringen zu laflen, und es fiel dem Gerechtigkeitsgefühl deS zukünftigen Juristen schwer, von einer solchen Abstand zu nehmen; aber rott Wärme nnb Ueberzeugnug, gleich bem geschicktesten Rechtsanwalt, wußte Marie für biefelben zu plaidiren, die doch die mrsreiwMig« Stifter oder wenigstens

aufzubürsen und die Bedenken zurücktreten zu lassen, welche im Interesse der angemcffenen Begebung der Staatsschuldveischreibungen, der dauernden Leistungs­fähigkeit der Gemeinden zur Aufbringung der in denselben zur Hebung kommenden Staaissteuein und der Aufrechterhaltung der Ordnung des Gemeinde- Haushalts der Gestattung der Ausgabe von Inhaber- papieren seitens der Gemeinden im allgemeinen ent­gegenständen. Regelmäßig wiederkehrende Ausgaben, namentlich die zu Schul- und Straßenbauten, müßten dagegen aus den laufenden jährlichen Einnahmen, eventuell durch allmälige Ansammlung besonderer Fonds für derartige Zwecke, gedeckt werden. Heute traten die vereinigten Ausschüffe des B u n d e s- rats für das Landheer und die Festungen, für Zoll- und Steuerwesen und für Rechnungswesen, sowie der Ausschuß für Handel und Verkehr zu Sitzungen zusammen. Mit Bezug auf das am 1. Januar d. Js. inkraft getretene englisch-bulgarische Zolltarifabkommen sind die deutschen Handels­kammern und kaufmännischen Korporationen von amt­licher Seite darauf aufmerksam gemacht, daß die bulgarische Regierung die Berechtigung des deutschen Reichs, beim Waren- und Handelsverkehr in Bul­garien auf dem Fuße der vertragsmäßigen Meist­begünstigung behandelt zu werden, ausdrücklich an­erkannt hat. Auf Grund des Artikels 6 der Verfassung ist vom Prinz - Regenten von Bayern der Oberst Ritter von Haag zum Bevollmächtigten zum Bundesrat ernennt worden. Die Beratung einer deutschen Militär-Strafprozeßord­nung ist demHamb. Korresp " zufolge vorgestern vorläufig abgebrochen worden. Der Korrespondent will wissen, daß bei den Beratungen die Verstän­digung über die hauptsächlichsten Grundlagen einer Strasprozeßordnung in befriedigender Weise erzielt worden sei. Das altpreußische System des geheimen schriftlichen Verfahrens solle beseitigt und durch dos der Zivilprozeßordnung angepaßte System des münd lichen Verfahrens ersetzt werden. Auch die Abur­teilung militärischer Vergehen und Verbrechen durch ad hoc eingesetzte Gerichte komme in Wegfall. Die künftigen Militärgerichte sollen aber nicht nach dem Vorbilde der Geschworenengerichte, sondem nach dem Vorbilde der Schöffengerichte gebildet werden. In politischen Kreisen verlautet, daß die Familie von Arnim die Wiederaufnahme des Prozesses gegen den verstorbenen Botschafter Harry v. Arntm zu dessen nachträglicher Rechtfertigung beantragen wolle.

Die Reifedispositionen des Kaiser­paares für den Sommer dürften, wie diePost"

Beförderer ihres Glückes geworden waren, und gern gab fich ihr Geliebter ihren Argumente» gefangen, die im Wesentlichen darauf biuausliesen, daß eS doch bester sei, auf eine weitere Verfolgung der ja ohne­hin schon gezüchtigten Strolche zu verzichte», bamü nicht in einer etwaige» gerichtliche» Verhandlung den Klatschbasen, welche ja auch in dem guten Jena, wie überall, Vorkommen sollen, Stoff zm medisance ge­boten werde.

Freilich au Spöttereien fehlte eS auch in der kleinen Gesellschaft nicht, zu welcher fie nun zurück- kehrten, uud besonders die strahlende Miene, welche von der Recke v rgebltch zu verberge» fich bemühte, gab bem philosophische» Spund Anlaß zu der tief- finutgen Bemerkung: ,Da ist irgend was los!* Daß in demselben Augenblick Marie fich bückte, nm nach einer angeblich verlorenen Stecknadel zu suche», geschah sicherlich nur ans diesem Grunde, nicht etwa um das verräterische Erröte» zu verberge», das ihr liebliches Antlitz tote von Purpurwelleu fibergeff en erscheinen ließ. Da eS inzwischen schon ziemlich spät geworden war, brach man bald darauf auf und begab fich nach Hanfe. Nachdem man die Damen nach ihrer Be- hansung geleitet hatte, lud jedoch vou der Recke die Kommilitonen noch zu einem Fäßchen Bier ein, nm Gelegenheit zu haben, der Freude, die seine B nst erfüllte, Suft zu machen, und bei der ftöhliche» Kneiperei geriet man allmählich in eine so antmtrte Stimmung, daß man allgemein beschloß, vor bem Nachhaufegehen noch ein wenig zu ulke«. Die Zeit, bis ber letzte Schoppen geleert war, wurde dazu ver­wandt, einen diesbezüglichen Plan zn f aff en. Le» schiedeue Vorschläge wurden gemacht uud manche Ulkgeschichten aus frühere» auf audereu Universitäten erlebten Sernefteru erzählt. Ganz besonders exzellirte in dieser Beziehnng Spund, der Präses. Es war dies ja auch kein Wunder, den» bereits 22 Semester waren dahingerauscht, feit er als schüchternes Füchslein der Alma mater sich genaht hatte. Ans zwei Feld- zfige», dem von 1866 und bem vou 1870/71 toar er,