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Deutsches Reich
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X^hrerd welcher die Beschäftigung stattfinden darf, mrden unter Berücksichiigurg der für den offen:- Aen Gottesdienst bestimmten Zeit von der Polizer- dthörde festgestellt. Die Feststellung kann für ber fehiedene Zweige der Handelsgewerbe verschieden erfolgen. Für die letzten vier Wochen vor Weih »achten, sowie für einzelne Sonn- oder Festtage, an velchen örtliche Verhältnisse einen erweiterten Ge- Mrsverkehr erforderlich machen, kann die Polizei iehörde eine Vermehrung der Stunden, während »elcher die Beschäftigung stattfinden darf, zulassen." Hierzu liegen besondere Abänderurgsanträge vor. Lbg. v. Kleist-Retzow, der nicht blos die Nicht- ieschäftigung des Personals, sondern die Schließung der Geschäfte überhaupt am Sonntag verlangt, be- «ntragt, die Ausnahmezcit auf 5 Stunden und die Lecndigung auf 10 Uhr vormittags festzusetzen. Die Vertreter des Zentrum- befürworten die Re- zierungsvorlage. Abg, Bebel empfiehlt namens der kozialdemokraten folgende Fassung : .Verkaufsstellen tfier Art dürfen an Sonn- und Feiertagen höchstens 3 Stunden geöffnet und müssen spätestens mittags 12 Uhr geschloffen sein. Tie nähere Zeitbestimmung teht der höheren Verwaltungsbehörde zu. Die Feststellung kann für verschiedene Zweige der Handels- Kewerbe verschieden erfolgen. Für die letzten vier Lochen vor Weihnachten, sowie für einzelne Sonn- mid Festtage, an welchen örtliche Verhältnisse einen Mveiterten Geschäftsverkehr erforderlich machen, mn die höhere Verwaltungsbehörde eine Vermehrung jex Stunden, während welcher die Beschäftigung »ttfinden darf, zulassen. Im übrigen dürfen in Handclsgewerben (Fabriken, Engros- und Bank- ksschaften) Gehülfen, Lehrlinge und Arbeiter an «onn- und Festtagen nicht beschäftigt werden." —
hören. Nun blickte er ihm mit uo störten Ange» »ach und wurde allmälig etwas ruhiger.
»Gottes Gnade ist unerschöpflich und seine Wege ind wunderbar', murmelte er vor fich hi». ,Uad was bi» ich nur, daß mir so viel Gnade vergönnt ist. Ach Gott, lieber Gott, ich kau» mich nicht gleich ans ein Gebet befiuue», nur auf das eine: .Sei auch ferner gnädig, segue Roman »ud mein geliebtes Kindl' — —
Jadwiga saß »och immer in ihrer Fensteruische. Sie hatte die Stickerei bei Seite gelegt »ud blickte »»verwandt nach Osten, von woher Rowan kommen mußte. Ihr reizendes, von Liebe »nd freudiger Hoffuung verklärtes Gesicht befaß »och die gauze Frische der Jugeud »ud die blaue» Ange» den alten Zauberglavz. Mau würde eS schwerlich errate», daß die schöne schlauke Mädchevgestalt bereits vor fünf, uvdzwauzig Jahren das Licht der Welt erblickte.
Dos dachte avch Rowan, als er leise und unhörbar durch ihr Zimmer schritt, deu» der dicke Teppich dämpfte des Geräusch feiner Schritte. Doch jetzt trat er väher »ud blieb einen Augenblick sprachlos öor Entzücken. Wounebebend schaute er sie an, dann ries er leise, fast zaghaft ihren Namen.
.Jadwiga I*
Sie wurde leichenblaß und preßte unwillkürlich leide Häude auf die heftig wogende Brust, um deu Krampf ihres Herzens zu beschwichtigen.
»Jadwiga, ich biusl'
Nun wandte sie fich zitternd nm, ihre Augen standen voll Thräuen. Einen Moment trat sie scheu und schamhaft von ihm fort und senkte erglühend das Haupt.
»Aber, Geliebte, kennst Dn Deinen Roman nicht mehr? — Deinen Rowan, der jetzt zn Dir kommt, um Dich endlich, endlich als Braut in die Arme zu chließen. Denn Niemand steht mehr im Wege zwischen nnS Beiden. Wenn Dein Herz fich nicht verändert hat, wenn eS noch mein eigen ist, dann hindert uns nicht» ans der Wett, glücklich zu fetal*
Marburg,
Freitag, 6. Jun? 1890,
glücklich!" sagte gerührt der Graf. .Aber ach, Jadwiga, nnn wirst Du uns verlassen?'
.Es ist nicht meine Schnld', erwiderte sie mit glänzenden Augen, .ich kann es nicht ändern!'
.Doch, doch, Mädchen', scherzte er. ,Dn hättest Roman wie allen andern Freiern einen Korb geben olle», da«» konnte» wir Dich nnfer ganzes Leben laug in Jotroschiu behalte»!'
.Aber daS hätte ihm und mir das Herz gebrochen', flüsterte sie mit über und über erglühenden Waugen.
»Ach, Jadwiga!' Graf Stanislaw zog seinen Liebling-fest an die Brust und legte eine Sekunde seine Stirn an die ihre. Dann blickte er sie traurig an. Sie stand ruhig vor ihm, mit »iedergeschlageuen Auge», eint glückliche Braut.
»Aber Manu, Stanislaw, wie kannst Du eS nur in diesem Augenblick überS Herz bringe», bem Stabe Vorwürfe zu mache»', rief Gräfin Antonia, indem ie JadwigaS brennende Wangen streichelte. ,Dn kannst Deine Tochter oft genug Wiedersehen---
doch wozu die vieleu Worte: Es ist alles abgemacht und nicht» mehr daran zu ändern und unten ta unserem Staats zimmer wartet die ganze Gesellschaft voller Ungeduld aus baS verlobte Paar!'
.Meine Mutter schickt Dir dieS', sagte Roman chnkll, indem er einen kostbaren mit Diamanten be« etzten Ring an JadwigaS Finger steckte. .Sie läßt Dich herzlich grüßen nnd bitten, Du möchtest ihn senke zu ihrem Gedächtnis tragen. Ja, mein süßes Lieb, sie freut fich schon so sehr daranf und mit ihr da» ganze Herrenhaus, Dich bald als junge Edelfrau von Lyzotta begrüße» zu könne».'
.Ja, alles hat fie lieb »ad ich kö»ute fast wünschen, »eine Frau und ich hätte» fie etwas weaiger gern*, eufzte der Gras, feine gewöhnliche Würde vergessend.
..Still doch, still doch, Stanislaw", mahnte die Gräfin. „Kommt, wir müssen gehen, alles wartet ans nnS!"
Und nnn legte fie selbst den Arm des zitternden Mädchen» in den ihre» BräntigawS nnd führte Beide
(Nachdruck verboten.)
Heiße Sluthen.
Erzählung von Johanna Berger.
(Schluß.)
Berlin, 4. Juni. Die Generalversammlung der Deutsch - ostasrikanischen Gesellschaft beschloß ein stimmig die Ausgabe von drei Millionen Vorzugs- anteilcn unter der Maßgabe, daß den bisherigen stnteilsir Habern das Bezugsrecht derselben zupehe. — Die Arbeiterschutzkowmission des Reichstags setzte heute die Beratung der Novelle zur Gewerbeord- »urg fort bei Absatz 2 des § 105 b, welcher von der Sonntagsruhe der im Handelsgewerbe beschäftigten Gehülfen, Lehrlinge und Arbeiter handelt und in der Fassung der Regierungsvorlage lautet: .Im Handelsgewerbe dürfen Gehülfen, Lehrlinge und Dbeiter an Sonn- und Festtagen nicht länger als fünf Stunden beschäftigt werden.
■ ^.Meta guter Roman, da bist Dn endlich', er- »aette der Graf nnd küßte ihn herzlich. .Du bleibst S bis zur Hochzeit bei uu», nicht wahr, mein Sohu? wendet- Dich noch einmal ordentlich ausehen, Dn stehst gegriffen au», wir müssen Dich tüchtig pflegen in «troschi».'
ib Um- cch Cent [3784 ind
s Be- hierzu ändigm 10. er., [387»
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Erscheint täglich außrr an Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. — Ouartal-AbonnementS-PreiS bei der Expedition 2*/. M., ber den Postämtern 2 Mk. SO Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
Abg. Bebel weist darauf hin, daß seine Parteigenossen zu einer wesentlichen Erweiterung ihres früheren Antrags namentlich veranlaßt worden seien durch zahlreiche bezügliche Wünsche, welche ihnen aus Interessentenkreisen zugegangen seien, die sämtlich darin übereinstimmen, daß eine wesentliche Ein schränkung, ja selbst ein Verbot deS Conntagsver- kaufs sehr wohl möglich, aber der Konkurrenz wegen nur durch gesetzliche Regelung zu erreichen sei. Allg. Wöllmer erklärt sich gegen die sozialdemokratischen Vorschläge, als zu weitgehend und beantragt folgende Fassung: „Im Handelsgewerbe dürfen Gehülfen, Lehrlinge und Arbeiter an Sonn- und Festtagen nicht nach 1 Uhr nachmittags und nicht länger als 3 Stunden beschäftigt werden. In Verkaufsstellen aller Art ist eine Beschäftigung derselben Personen auf 5 Stunden und nicht später als 1 Uhr nachmittags zuzulasten. Hondelsminister Freiherr v. Berlepsch findet Bebels Darlegungen über die Mißstände im Hondelsgewerbe zumeist begründet. Auch ihm genügen die Bestimmungen der Regierungsvorlage roch nicht, ober er ist der Meinung, daß völliger Wandel nicht im Rahmen der Gewerbe ordnung zu schaffen sei, sondern daß es der Landes- gesetzgebung überlasten bleiben müsse, im Anschluß an die Beschlüsse des Reichstags über die Nicht- beschästtgung des Personals und den Schluß der Geschäfte Bestimmung zu treffen. Der Reichstag könne ja durch eine Resolution den Reichskanzler auffordern, die Bundesregierungen zu einer solchen Gesetzgebung anzuregen. Abg. Frhr. v. Stumm glaubt, daß die ganze Frage nur ein Streit sei zwischen den großen und den kleinen Städten und sieht in dem sozialdemokratischen Antrag eine Verhinderung des Gottesdienstbesuchs. Abg. Möller beantragt, die Befugnisse der Ortspolizeibchörden bei Festsetzung der Bestimmungen dadurch etwas einzuschränken, daß sie die „Gemeindebehörden an- zuhören" haben. Er unterstützt int übrigen den Antrag Bebel auf vollständiges Verbot jeder kaufmännischen Thätigkeit an den drei höchsten Feiertagen und erklärt sich für landesgesetzliche Regelung der Frage des Ladenschlusses, vr. Clemm Ludwigshafen unterstützt den Antrag Wöllmer, während die Abg. Biehl und Frhr. v. Huene für die Regierungsvorlage eintreten und sämtliche Anträge bekämpfen, deren Annahme dem Hausierhandel am Sonntag Vorschub leisten würde. Geh Rat Lohmann weist darauf hin, daß bei Hausierhandel am Sonntag bereits fost in ganz Deutschland landesgesctzlich verboten ist. Abg. vr. Böttcher befürwortet die Re
gierungsvorlage und ist der Ansicht, daß der Schlu ; 1 der Geschäfte am Sonntag auch nicht landesgesetzlich sich durchführen lasse.
Potsdam, 4. Juni. Die Taufe der Tochter des Prinzen Friedrich Leopold verlief programmmäßig. Der König von Sachsen und zahlreiche andere Fürstlichkeiten wohnten der Feier bei. Die Prinzessin erhielt die Nomen Viktoria Margarethe Elisabeth Marie Adelheid Ulrike.
Hamburg, 3. Juni. Fürst Bismarck traf au: : eine vom Bürgermeister Petersen ergangene Ein ladung mit seiner Familie mittels Sonderzugs gegen 11 Uhr auf dem Berliner Bahnhof ein. Auf einem durch Epheugewinde und lebende Pflanzen hergestellten Empfangsraum erwarteten in einfacher, durchaus nicht festlicher Kleidung die Herren Bürgermeister Mörckeberg und Petersen sowie die Senatoren Versmann und O'Swsld den hohen Besuch. Der Fürst trug die Uniform seines Kürassier-Regiments mit dem Stahlhelm und den Orden Pour le m6iite sowie das eiserne Kreuz. Es wurden die bereit stehenden Wagen bestiegen und die Wasserkante entlang gefahren. Bei der Kehrwiederbrücke wurden die Wagen verlassen. Hier übernahm Oberingenieur F. Andreas Meyer die Führung des Fürsten, der von einer stetig und schnell anwachsenden Menschenmenge aufs lebhafteste und freudigste begrüßt wurde. Der Fürst, welcher ausgezeichnet frisch und gesund aussah, dankte unaufhörlich für diese Beweise der Ehrfurcht und Liebe. Der Bürgermeister Mönckeberg führte die Frau Fürstin am Arm. Sie, sowie ihre beiden Söhne Herbert und Wilhelm, sowie dessen Gemahlin, welche von Herrn Senator Versmann begleitet wurde, wurden von dem Publikum, in dessen Mitte fie hinter dem Fürste» hergingen, meist nicht erkannt. Graf Herbert schaute ungemein ernst drein, während Graf Wilhelm sich heiter und lebhaft mit dem ihn begleitenden Senator O'Swald unterhielt. Während der Besichtigung der Freihafenbauten ließ sich der berühmte Gast alle Einrichtungen und maschinellen Vorrichtungen eingehend zeigen und erklären. Mehrfach wurden Arbeiter von dem Fürsten in liebenswürdiger Weise angeredet. Sodann wurden die Passagierhallen besichtigt und darauf an einer in dem Salon gedeckten opulenten Frühstückstafel Platz genommen. Nachdem der Fürst den Helm mit der gelbränderigen Mütze gewechselt und auf dem Balkon der Paffagierhalle den prächtigen Blick über den Hafen genossen hatte, wurde eine Dampfbarcaffe be stiegen, die Elbbrücken besichtigt und durch den Zollkanal elbabwärts gefahren und in ber Nähe von
Er stand hochaufgerichtet vor ihr, mit flammeu- ben Auge», während dir ihre» still beglückt sich zu de» feine» erhöbe».
Und da»» streckte fie ihm ihre Hiude entgegen, zagend, schüchtern, doch mit vollem Vertrauen. Aber prechen konnte fie nicht, nnr mit erstickter Stimme stammeln: »Ach Rowan, Rowan, nun darf ichs Dir endlich sagen, daß auch ich Dich »iewalS bergeffen konnte und daß meta Herz immer getrauert hat um Dich!"
Und nnn meinte fie, weinte, al» weu» ihr das Heiz breche» wollte — aber eS wäre» Thräuen des wouuigsten GlückcS, die fie vergoß.
Rowan warf fich vor ihr nieder und umfaßte ihre Knie, er küßte deu Saum ihre» Gewandes — wie er eS vor einem Jahre wachend geträumt.
„Jadwiga!" rief er mit vor Leidenschaft bebender Stimme, „Tu meine holde, meine schöne Braut, habe ich Dich endlich errungen! Ach, ich konnte nicht leben, nicht sterben ohne Dich, Du biß meta Licht, meine Sonne! Wo Du nicht bist, ist alles dunkel für mich! Was ist mir überhaupt die ganze Welt ohne Dich! Und »uu, mein — mein für immer V*
Sie fielen fich in die Arme, fie blickten fich zärtlich tu die Augen, fie küßte» fich uod küßte» fich wieder. Ei» erhabenes Gefühl durchschauerte fie, benn fie hatte» bas Köstliche erreicht, was ein Menschendasei» >ieten kann. Und fie wußte», baß Eines im Andern die Kraft finde» würde, auch die Widerwärtigkeiten nnd Sorge» deS L.-bcuS mit Gleichmut zu ertragen. Und nun ließen fie sich von der Flut ihrer hoch- gehende» »ud selige» Empfiudunge» sortreißeu, die alles anSIöschte, was der leideuvolle» Vergangenheit angehörte. Sie waren endlich im gelobten Lande, im Himmelreich.
Da öffnete sich »r hörbar die Thür »nd Graf Stanislaw und feine Gemahlin traten in das Gemach. 1 Vornan und Jadwiga ginge« ihnen Arm in Arm ent- । gegen. Dann sanken Beide vor deu Eltern ta die Knie.
»Gott segue Eueru Bund, Stader, und mache Euch '
Wöchentliche Beilagen: Kreis Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
Flotlbeck, wo Bürgermeister Petersen einen Landsitz bewohnt, gelandet, um das Mahl einzunehmen. Die Abreise wird heute abend von Flottbcck ans, und zwar gegen 10 Uhr erfolgen. Alle Staatsgebäude und der Hafen hatten zu Ehren des Fürsten geflaggt. Es ist anzunehmen, daß ber Fürst unb Ehrenbürger Hamburgs, welcher seit bem Jahre 1864 nicht in unfern Mauern war, jetzt Gelegenheit nehmen wird, seinen freundnachbarlichen Gesinnungen durch öftere Besuche Ausdruck zu verleihen. — Der Fürst besuchte nachmittags Adolf Woermann, traf ihn aber nicht zu Hause.
Attslaud.
Pest, 4. Juni. Der der Delegation unterbreitete gemeinsame Voranschlag beziffert das ordentliche Erfordernis auf 116 523 548 fl., das außerordentliche Erfordernis auf 16 402339 fl. DaS Geiamterfordernis beträgt 132 925 887 fl. Von dem außerordentlichen Erfordernis entfallenl 4 450 439 Gulden auf daS Heer, 1860 500 fl. auf die Marine. Nach Abrechnung der Zollgefällseinnahmen, präli- miniert mit 40 669 500 fl., verbleibt ein Nettoer- sordernis von 92 256 387 fl. Die bosnische Zivilverwaltung hat einen Ueberschuß von 51501 fl.
der», 4. Juni. Der neue deutsch-schweizerische Niederlassungs Vertrag tritt am 20. Juli 1890 in Wirksamkeit und bleibt bis zum 31. Dezember 1900 in Kraft. Die Auswechselung der Ratifikationsurkunde soll bis spätestens am 10. Juli in Bern ftatifinben. Artikel 2 lautet wörtlich: „Um die in Artikel 1 bezeichneten Rechte beanspruchen zu können, mässen die Deutschen mit einem Zeugnis ihrer Gesandtschaft versehen sei», daß der Inhaber die deutsche Reichsangehörigkeit besitzt und einen unbescholtenen Leumund genießt.
Paris, 4. Juni. DaS egyptische Konversions- geschäft gilt als abgeschlossen. Frankreich, England und Deutschland sind daran nach dem bisherigen Berhältnis beteiligt. — Wie die Morgenblätter melden, wurde der Herzog von Orleans vergangene nacht in größter Heimlichkeit bei Delle über die schweizerische Grenze gebracht. Derselbe dürfte sich zunächst nach England begeben. — Vicomte von Gontaut-Biron, der ehemalige französische Botschafter in Berlin, ist gestorben.
Bukarest, 4. Juni. Die europäische Donau- Kommission beschloß die Ausführung neuer Durchsticharbeiten, welche den Lauf des Stromes zwischen Galatz unb Sulina um 8 Kilometer abkürzen.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a. M., Eaffel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXV Stoffe m Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln: @. i AA ' * O Daube u. Lo. in Frankfutt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
G [ »Wo ist Jadwiga?' fragte Roma«.
»Jadwiga? — Versteht fich, Drt mußt De!» ____*_ Quiche» begrüßen I Sie fitzt oben in ihrem Zimmer, galtet Dich »nd toeirt fich wahischetalich die blauen 2?len rot' das arme Ding, als wenn fie niemals /M • «tftere Sachen zum Weinen gehabt hätte. Ach Roma«, selbst mir ist ttrtz aller Freude das ?e™en uahe, ich muß immer daran denken, wie u. Sfom unb traurig e» ohne unseren Liebling später foltb.J »ns fein mirbl'
! unter »Jadwiga kommt alle Jahre wieder, ich verspreche [3024 LDir, Väterchen, und auch Ihr könnt fie, so oft dtt"wi^d Hs'h i”* un^im hübschen, gemütlichen T, Graf Stanislaw schien getröstet, er eilte so schnell »tonnte, zur Thür, indem er rief: .Ich will rasch ______ oben geben nnd Jadwiga holen!'
.Nein, Väterchen, ich gehe selbst, ich danke Dir', yl<6te Roman hastig.
»Ja wohl, ja — da» ist auch besser. — Geh nur Tn kennst doch das hübsche, große Tnim- av bis «wer »och? — links! Dn kannst den Weg gar ckaufs- verfehle», wen« Tu die schmale Seiteutrcppe ?°ufgehst. — Roman, höre doch — link» die ■’tabe — links!'
8raf Stanislaw war in großer Aufregung, et "Bte kaum, was er sprach. Er wollte auch noch »«Hand hiuzufügeu, doch Roman war schon ans ” Zimmer geeilt und konnte nicht» mehr davon