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Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoneen-Bureaux von Haasenstein und Vogler in Frankfutt a. M., Cassel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXV. Z-abraana. Stoffe inFrankfutt M.,Berlin,München u.Kvln;®.i Daube u. So. in Frankfutt tu M., Berlin, Hannover, PattS.

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frönten Wellen schäumend über die Ufer brachen. Ueber dem heiligen Berge wälzten fich schwarzgrane Wolk u, die der Sturm in unheimlichen Wirbeltänzen umeinander drehte, dazu stöhnten die Wetterfahnen ans den Klostertürmen, die Fensterladen klapperten und es rauschte und brauste in der Lust, als solle die Welt untergeben.

Immer schneller jagte der Schlitten dahin. Von Czenstochan nach Posen war eine weite Strecke zu durchfahren, beinahe zweihundert Werst. Eisenbahnen gab es in Polen zu jener Zett noch nicht viel und die Reisenden wollten rasch znm Ziele gelangen. Da. bet die fibtrische Kälte und so weit das Ange reichte, war Schnee, schimmernder, srtschgefalleuer Schnee, und krausende, wallende Nebel. Mitunter drang ein greller, gelber Souneublitz durch die wirbelnden Duustgebilde, daun hoben sich die unabsehbaren Tannenwälder wie schwarze Schatten von dem blei­farbenen Himmel ab.

Als der Schlittten bei der Rochuskapelle ankam, hemmte Franuschek den rasenden Lauf des Gespanns. Um das kleine Gotteshaus tobte der Sturm in seiner ganzen Wildhest und Stärke. Er polterte, pfiff und rasselte mit voller Gewalt durch die Luken des schmalen GlockenturweS und schleuderte das kleiue Glöcklein hin und her, daß eS wimmernd und klagend seine eherne Stimme erhob. ES klang schaurig wie Geister, gesang l Und in das Heulen und Brausen des Schnee, sturmes, in das wimmernde Klagen des Glöckchens mischte sich das heisere Gekrächz der Raben, welche unruhig den Schlitten umkreisten.

Frau v. BtelinSka erbleichte, sie fühlte kalte Schauer ihre Glieder durchrieseln und wickelte fich fester in ihren Pelz.

«Heilige Jungfrau, beschütze un81* rief sie entsetzt. «Hören Sie, Antonia, das ist der Rochus, der nach seinem Opfer schreit. Er fitzt in seiner Karthanse und sinnt auf Verderben! Hören Sie, wie er ruft, da» giebt ein Unglück, sage ich!*

Die Gräfin zuckte spöttisch die Schultern. .Aber.

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glaube, Casimir«, thörtchter Aberglaube, wie kaan nur ein vernünftiger Mensch an solchen Unsinn denken I*

Der Graf erhob sich von seinem Sitze, er blieb hochaufgerichtet im Schlitten siehen und blickte zur Sette, wo der Kirchhof lag. Seine dunklen, traurigen Augen schweiften Über die Gräber, zwischen denen ein fahlgraner Dunst wogte und wallte. Dann ent« blößte er das Haupt und murmelte ein kurzes G:bet. Gleich darauf schleuderte er mit dem Rufe: «Gott sei ihrer armen Seele gnädig*, den Rosenstrauß über die Grüfte. Die Damen folgten seinem Beispiel und die roten Roseublätter flatterten wie Blutstropfen über den weißen Schnee.

Das war ein Opfer, das man nach alter polnischer Landesfitte zur Winterszeit den V-rstorbeneu brachte.

Und wieder ließ Franuscheks derbe Faust die Beißel spielen und wieder jagte der Schlitten durch Sturm und wtldwirbelndes Gewölk.

Graf StauiSlawS Züge batten fich erhellt, er lächelte still vor sich hin. Bon der Toten flogen seine Gedanken wett, weit hinaus in die neblige Ferne, sie wandten fich von der Trauer und dem Kummer der Gegenwart ab und lebten sich in freund­liche ZukauftStränme hinein. Mtt halbgeöffneten Lippen atmete er die kalte Wtuterlust, sie erfrischte und stärkte ihn. Und in den Stimmen der empörten, nordischen Natur hörte er nur immer ein Wort, ein einziges Wort. @8 tönte wie süßes kindliches Schmeicheln In seine Seele hinein, nm mtt harmonischem Nachhall darin auSzuklingen. Und dieses Zauberwort hieß Jadwigal und Jadwiga, Jadwigal so hallte eS im Sturm immer und immer wieder in sein lauschendes Ohr.--

Der Leutnant Wyiek war nach de« schnellen Auf­bruch der Herrschastea allein im Salon zurückgeblieben. Niemand kümmerte fich nm den alten Mann. Er lehnte noch in seinem Seflel und starrte mtt trüben Augen gegen den Plafond; auf feinem Antlitz lag tiefer Gram.

(Fortsetzung folgt.)

zwei Millionen Gulden für die Schiffbarmachung der Moldau und eine Hafenanlage in Prag, wird einer Kommission zur beschleuniglen Beratung über­wiesen. Die nächste Sitzung ist nach unbestimmt..

Rom, 24. Mai. DerEfercito* dementirt, daß der Generalstabschcf beauftragt sei die Ber- teidigungswerke an der Ost' und Westgrenze zu inspiziren. In der heutigen Kammersitzung erklärte Crispi auf die Interpellation Cavallottis und Jm- brianis wegen der Ausweisung auswärtiger Korre­spondenten, es handele sich nicht um eine internationale Angelegenheit, sondern um eine Verschwörung, die seit zwei Jahren gegen den öffentlichen Kredit Italiens orgauisirt worden sei. Er habe daher das Gesetz über die öffentliche Sicherheit angewendet, indem er jene Maßregel ausführte, die auf das Reiflichste überlegt und erwogen worden sei. Die Regierung habe vergeblich durch die Vermittelung des Bot­schafters in Paris, Menabrea, bei dem französischen Minister des Auswärtigen gegen dieAgence Havas" und ebenso durch Vermittelung Launays bei der Frankfurter Zeitung" Beschwerde erhoben. Die ausgewiesen Korrespondenten hätten in Rom Be­ziehungen mit Persönlichkeiten unterhalten, welche, wie allgemein bekannt sei, dazu verpflichtet wurden, die Finanzen Italiens in Mißkredit, zu bringen. Man spreche von der Gaststeundschaft, aber die erste Pflicht des Gastfreundschaft Genießenden sei es, daS Land zu achten, dessen Gast er fei. Es habe sich also um eine Berteidigungsmaßregel gehandelt, welche notwendig war gegen einen Krieg, der nicht länger geduldet werden konnte. Italien sei Allen gegenüber gastfreundlich, könnte dies aber nicht Denjenigen sein, die Italien feindlich gesinnt seien. (Lebhafte Zu­stimmung.)

Paris, 24. Mai. Herr Carnot wohnte gestern der festlichen Feier deS sechshundertjährigen Jubi­läums der Universität Montpellier bei. Abends ist ein großes Festessen und allgemeine öffentliche Be­leuchtung. Bei dem heutigen Empfange hielt der Bischof von Montpellier eine Ansprache, in der er ausführte, daß, wenn die Universität auch der Kirche gegenüber vollste Unabhängigkeit habe, so doch zwischen beiden Banden beständen, die cs beiden er­möglichten, dem Lande nützliche und ehrenwerte Dienste zu erweisen. Eine ihre Pflichten bescheiden erfüllende Geistlichkeit und eine die Religion achtende Universität wirkten harmonisch zum Besten des Vaterlands zusammen und glaubten sich daher der Anerkennung und des Beifalls des Präsidenten der Republik sicher. Carnot erwiderte: Ich freue mich

Auslaut.

Wien, 24. Mai. DiePolitische Corresp.* tritt den Darstellungen auswärtiger, namentlich russischer Blätter über den angeblich fortdauernden galizischen Notstand entgegen und konstatier, daß durch zweckmäßige Verwendung des staatlichen Landes­hilfsfonds der Zweck der Hilfeleistung vollkommen erreicht werde.

Prag, 24. Mai. Im Landtage wurde eine Zuschrift des Statthalters verlesen worin derselbe mitteilte, die Regierung werde in Hinsicht auf das Ausgleichungsprotokoll baldmöglichst eine Vorlage betreffend die allgemeine Landtagswahlreform ein- brirgen. Die Vorlage betreffend Bewilligung von

;u cer* [3669 häufen.

Marburg,

Mittwoch, 28 Mai 1890

(Nachdruck verboten.)

Heiße Sluthen.

Erzählung von Johanna Berger.

(Fottsetzung.)

Der Graf hing mit fch-välmerifcher Verehrung an dieser verständigen, geistvollen und hochherzigen Frau, die ihm, dem etwas charakterschwachen und indolenten Manne, seit beinahe achtzehn Jahren eine treue und liebende Gefährtin gewesen war. Sie hatte ihm in den schwierigsten Verhältnissen Proben ihrer Willens­kraft, Umsicht und Herzensgüte gegeben, er vertrante ihr unbedingt und trug sie gleichsam auf Händen. Trotzdem hatte er niemals den Mut gehabt, über feine Jugendliebe ganz offen und ehrlich mit ihr zu sprechen, und die Gräfin war durch die plötzlichen Enthüllungen ihres Gemahls schwer bettoffen. Aber stets gewohnt, sich mit weiser Klugheit in jeder Lebers­lage zurechtznfinden, verbarg sie auch jetzt ihr bluten- »eS Herz unter Seelenstärke und unveränderter attenltebe.

«Deine Großmut beschämt mich*, rief er endlich US, «das hätte ich nicht von Dir erwartet, Antonia. Sie soll ich Dir danken und wie soll ich Gott danken, daß er unsere Schritte nach Czenstochan lenkte?*

«Ja, unsere heilige Maria kann wahre Wunder »errichten*, fiel ihm die Pani Castmira ins Wort. «Denn das ist klar, wären Sie nicht zur Wallfahrt I® »ns gekommen, so hätten Sie Ihre Tochter nicht Mebetflefunben. Ja, die Madonna, die schwarze Madonna. Und was die Marienmädcheu, die hoch- »astgen Dinger nun wohl sagen werden, sobald sie die Wahrheit erfahren? Steigern werden sie sich, «gern, bis sie schwarz find, venu erst die Jadwiga EIS Grafentochter in der nebeln Equipage ihres «ater« mit den Dienern tu Livree auf dem Kutscher- d°cke zur Kttche fährt, oder ihre Visiten tu den Tafchkeu der Edelleute macht. Aber Strafe muß sriu! Und nun vollends der Roman, ja der

Für den Monat Juni kann die

Oberhesfische Zeitung

mit ihren Beiblättern

Kreisblatt fit die Kreise Marburg nur Kirchhai« und

-tlnkriertes Souutagsbtatt

durch alle Postanstalten bezogen werden.

In Kirchhain nimmt Herr Buchbinder Rindt Bestellungen entgegen und in hiesiger Stadt die Expedition.

Die Exped. der Oberh. Zeitg.

der Festteilnehmer abgesondt. Gestern abend war hier ein Festkommers abgehalten worden, bei welchem ein Salamander auf den Fürsten Bismarck gerieben worden war. Von dem Fürsten, welcher hiervon telegraphisch benachrichtigt wurde, traf heute morgen ein Danktelegramm ein.

Mainz, 23. Mai. Der Anarchist Schreiner Wilh Gebhard aus Dexheim (bei Oppenheim) stand heute unter der Anklage der Meuterei und Bedro hung vor der Sttafkammer des hiesigen Landgerichts Gebhard, welcher obwchl erst 43 Jahre alt körper­lich doch vollständig gebrochen ist, saß im Jahre 1883 in dem hiesigen Gefängniffe und sah zur Ver­büßung einer ö jährigen Strafe seiner Verbringung in das Landeszuchthaus entgegen. Unter Bedrohung der Mitgefangenen war es Gebhard mit drei Ge­noffen gelungen aus dem Gefängniffe auszubrechen. Während die drei anderen Gefangenen alsbald wieder ausgegriffen wurden, gelangte Gebhard in das Aus­land und schloß sich in London und in Paris den Anarchisten an. Die Sehnsucht nach der Heimat trieb ihn vor einigen Monaten nach Dexheim zurück. Die Anarchisten hatten ihn mit Reisegeld versehen. In Dexheim erfolgte alsbald seine Verhaftung. Zu den 6Vi Jahren Zuchthaus, die er noch zu verbüßen hat, erhielt er wegen des oben angegebenen Ver­brechens heute noch 15 Monate Gefängnis.

Metz, 20. Mai. Wie dieMetzer Zeitung" mitteilt, ist dem Major Hüger vom Feldartillerie- Regiment Nr. 33, welcher die neue Beschirrung der Artillerie und des Trains konstruiert hat, der Kronenorden 3. Klaffe verliehen worden. Die neue Beschirrung, welche sich durch große Einfachheit und Zweckmäßigkeit auszeichnet, ist jetzt in der ganzen deutschen Armee, auch in Bayern, Württemberg und Sachsen, zur Einführung gelangt.

Kmtsches Reich.

Berlin, 24. Mai. Der Kaiser sandte von Prökelwitz aus am 20. d. M. an den Generalfeld- warschall Grafen Moltke infolge der letzten Reichs­tagsrede desselben ein Telegramm, worin er seinen wärmsten Dank aukspricht für die Art, wie Graf Moltke für die Armee eingetreten und allzeit bereit sei, im Dienste für das Vaterland die höchste Ehre zu finden, auch beglückwünscht der Monarch den Ge­neralfeldmarschall zu der Anerkennung, welche seine Rede auch außerhalb Deutschlands gefunden habe. Das kaiserliche Paar traf heute nachmittags in dem hiesigen königlichen Schlosse ein, wo anläßlich des Geburtstages der Königin von England und der gestrigen und heutigen Frühjahrsparade große Gala täfel stattfand, zu welcher über 300 Personen, da­runter die englische Botschaft, geladen sind. Bei dem heutigen Paradediner brachte der Kaiser auf die Königin Viktoria folgenden Toast aus:Ich trinke aus das Wohl der Königin von Großbritannien und Irland, des Chefs des 1. Garde - Drogoner- Regimerts. Gott erhalte, schütze und segne Ihre Majestät in ihren ferneren Jahren! Ihre Majestät die Königin, Hurrah !" Der Kaiser trank dem englischen Botschafter Malet zu. Die Musik intonierte das God save the Queen Im weiteren Verlaufe des Diners trank der Kaiser dem Reichskanzler v. Ca­privi und dem Generaloberst v. Pope zu. Die Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die Meldung, Caprivi werde den Kaiser auf der Reise nach Petersburg begleiten, greift den Ereignissen weit vor. Nach zu- derlässiger Information ist eine Bistimmung darüber überhaupt noch nicht g troffen. Das Kaiserpaar

geht am 27. ds. nach Pasewalk behufs Besichtigung des dortigen Kürrasfier - Regiments. Die Kaiserin gibt am 28. ds. ein Diner zu Ehren des Bundes­rates im neuen Palais zu Potsdam. Oberhof marschall von Liebenau erhielt wegen geschwächter Gesundtheit unbeschränkten Urlaub. Oberceremonien- meister Graf zu Eulenburg wurde unter Belassung in seiner Stellung mit ter Leitung des Oberhof­marschallamtes betraut. DerReichsanzeiger* veröffentlicht die Ernennung des Vizepräsidenten des Reichsbankdirektoriums Dr. Koch zum Präsidenten. Gutem Vernehmen nach wurden sämtliche Plätze des Königlichen Schauspielhauses für die Vorstellungen am 27. und 28. d. M. (Wilhelm Tell" undOr­pheus und Euridice") den Teilnehmern des hier stattfindenden deutschen Lehrertages unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Wie aus gut unterrichteter Quelle verlautet, ist die Ernennung des Reichstags abgeordneten Dr. Miquel zum Finanzminister seit drei Wochen feststehende Thatsache, wenn auch die äußeren Formalitäten des Ministerwechsels noch nicht vollzogen sind. Fürst v. Bismarck hat die Er­nennung zum Ehrenmeister der Berliner Schlosser­innung angenommen und die letztere gebeten, seinen Dank für die Anerkennung, welche in der Ernennung Ausdruck findet, freundlichst entgegen zu nehmen. Der Vorstand wird nunmehr den Meister­brief in Friedrichsruhdem größten Kunstfchloffer Deutschlands, der das Kyffhäuferschloß geöffnet, den Schlüssel dazu gefertigt und ihn in die Hände Kaiser Wilhelms gelegt hat," überreichen.

Hamburg, 24. Mai. In Friedrichsruh traf gestern eine Deputation Studenten der technischen Hochschulen Deutschlands (Berlin, München, Aachen, Hannover, Braunschweig, Darmstadt, Stuttgart, Karlsruhe, Dresden) em, um dem Fürsten Bismarck eine Ergebenheits Adresse zu überreichen. Alle er schienen im vollen Wichs und Übergaben die kunst­voll in Berlin hergestellte Adreffe. Der Fürst unterhielt sich längere Zeit, bewirtete die Studenten splendid. Die Einweihung und Enthüllung des monumentalen Karlsbrunnens aus dem hiesigen Fisch rnarkt, vom Verschönerungsverein errichtet, sand heute in feierlichster Weise statt.

Rüfen, 25. Mai. Die Enthüllung des auf der Rudelsburg von den deutschen Korpsstudenten dem Andenken Kaiser Wilhelms I. gewidmeten Denk mals hat heute vormittag daselbst unter großer Beteiligung junger und alter Korpsstudenten und eines zahlreichen Publikums stattgefunden. An Seine Majestät den Kaiser wurde ein Huldigungstelegramm

Roman--* sie schwieg erschrockeu und warf eine»

scheuen, verlegenen Blick auf Gräfin Antonia hinüber.

«Wir werden fofort mit Jadwiga nach Schloß Jniroschin reifen*, sagte diese bedeutungsvoll; «unsere Tochter muß sich erst in die neuen Lebeusgewohu- heiteu hinein finden, später gehen wir auf längere Zeit ins Ausland mit ihr, damit sie auch die große Welt kennen lernt. Und nun, lieber Stanislaw, flieb Deine Befehle zur Abreise, wir dürfen keine Zeit mehr verlieren.*--

Eine Stunde darauf stand ein großer Schlitten vor dem Herrenhanse von Lyzotta, in welchem die KwileckiS und Frau von Bielinska Platz nahmen. Die Damen waren in kostbare, mit Hermelin ver­brämte und gefütterte Sawmetwäntel gehüllt. Der Graf trug einen Astrachanpclz und eben solche Mütze. Alle drei hielten Sträuße von roten Rosen in den Händen, welche der Gärtner noch in aller Eile dem Treibhanfe entnommen hatte. Franuschek breitete große Bärenpelze über den Schlitten ans. Dann steckte er noch ein paar geladene Pistolen hinter die Sitzkiffen zur Abwehr gegen die Wölfe, die mit Ein- tritt d-s Winters aus den dichten Wäldern kommen, um auf Beute zu lauern.

Franuschek sah mit seiner kurzen breiten Figur, dem dicken Schafspelz und der Lammfellkopvtze wie ein Eskimo aus. Ehe er fich auf den Bock schwang, nahm er noch verstohlen einen tüchtigen Schluck aus seiner Branntwettflasche, dann brachte er mit einem energischen Knutenhiebe die schnaubenden Pferde in Gang und der Schlitten sauste mit melodischem Schellengeläute über die weiße Fläche dahin, durch Nebel und wildwogendeS Schneegestöber.

Die Landschaft war weit und breit in ein weißes, blendende» Leichentuch eingehüllt, jedes Leben war erstorben und feierliche Ruhe lagerte über dem großen Grabe. Nur der Wintersturm tobte und heulte und die Bäume bogen fich unter feinem Anprall fast zur Erde, er wühlte die sonst so träge Wartha in ihren ttefsteu Tiefen auf, daß die mtt weißem Gischt ge»

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-AbonnementS-PreiS bei der Expe­dition 2*/t Mk., bei den Postämtern 2 M. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnsettionSgebühr für die gespaltene Zette 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 26 Pfg.

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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.