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L »Was Wunder, wenn auch in meiner Seele ein I Heldengesang erklang, das Blut stürmischer in den I Adern rollte nnb das anfgeregte Herz stärker zu klopfen begann. Die Insurrektion übte auch auf mich volle Gewalt ans nnb wenbete alle weine Ge- bavken dem Vaterlanbe zn. Sämtliche StanbeSge- voffen nahmen bereits an bem Aufstande teil, nnb wor nicht auch wein Herz tapfer nnb voller Be. Meisterung nnb das Blut, das es erwärmte, polnisch uub adlig? Sollte ich feige znrückbletbeu? Nein, dar war nnwöglicb, meine Ebelmanusehre nnb mein heißes, rebellisches Poleublnt empörte sich dagegen. Tas schöne deutsche Mädchen und alle der wonnige LiebeS-

kurn fich mit den Waffen in der Hand um die rot- I "rißen Fahnen zu schaareu nnb Gut, Blut nnb Leben I für Polens Freiheit einzusetzen. Unb eublich war I'8 Der ganze polnische Abel, bie Bauern I uub Komoruiks nahmen voller Begeisterung an biesem I verwegenen unb gefahrvollen Unternehmen teil. I Freilich staub das Leben ans dem Spiele, aber es I handelte fich um das Glück der ganzen Nation, nnb die broheube Gefahr erfüllte Aller Herzen mit größerem Mute unb höherer Hoffnung. Alles war I möglich nnb alles schon vollbracht.

»Tie Revolution von 1830 führte etwas von bem romantischen Geiste früherer Zeiten mit fich, nnb bie polnische Marseillaise, bas Erzeugnis ber trunkenen Begeisterung eines unglücklichen uub.bem Schicksal verfallenen Volkes, klang in ganz Polen wieder und rief das Volk znm blutigen Kampfe. Selbst Frauen und Mädchen blieben nicht bloße Zuschauerinnen dabei, denn fie trugen die rot-veißen Natioualfarben nicht auf der Brust, sondern auch im Herzen. Sogar ! altere, ernste Männer, deren gereifter Geist fich die ganze Aussichtslosigkeit des Unternehmens vorstellen I konnte, opferten Vermögen, feste Lebensstellung, kurz ^lles, nnb traten voller Euthnfiasmus in baS Polen- Heer nnb Jedermann sah bereits das Vaterland be-1 freit, nnb einen Fürsten polnischer Abstamwnng ans! bem Thron.

I unseres größeren Staatsmannes ebenso mächtig fort­wirken, wie sie bisher gewirkt haben und daß sich I auf aller Welt kein Motiv finden läßt, weshalb uns Deutsche nach französischem Gut und Blut gelüsten sollte. Graf Chaudordy, der übrigens ein in der Wolle gefärbter Klerikaler ist, erklärte dem Ausfrager, er sei im Jahre 1875 vom Herzog von Broglie nach Interlaken zum Fürsten Gortschakow geschickt worden, um mit ihm die Verhältnisse Deutschlands und Frankreichs zu besprechen. Der russische Kanzler habe auf seine Auseinandersetzungen erwidert:Wir wollen Frankreich groß und mächtig und Paris

Verhetzung um jeden preis.

Wenn darüber noch Zweifel bestehen könnten, ob die sozialdemokratischen Bestrebungen zum sozialen Kriege führen oder nicht, so werden sie durch die Rede des sozialdemokratischen Abgeordneten Grillen- brrger zu dir Arbeiterschutzvorlage endgültig beseitigt sein. Er hat die Absicht, die soziale Ordnung au der Grundlage eines dauernden sozialen Kampfes mit dem Ziele der Unterdrückung der Arbeitgeber zu erstreben, mit cynischcr Offenheit zugegeben. Die Unternehmer muffen eins auf den Kopf bekommen, ist nach ihm der Eckstein sozialdemokratischer Weisheit. Es ist klar, daß eine solche Partei nicht den sozialen Frieden sondern den sozialen Krieg bedeutet. Sic widerstreitet aber auch den wirklichen Interessen der Arbeiter selbst. . Daß deren Wohl und Wehe eng mit dem Gedeihen der wirtschaftlichen Unternehmungen, der wirtschaftlichen Lage der Arbeitgeber und dem Stande des Unternehmungsgeistes zusammenhängt, lernen die Arbeiter in den Baugi werben jetzt recht deutlich erkennen. Die vorjährigen Ausstande haben auf diesem Gebiete die Unternehmungslust so ver­ringert und die Bauthätigkeit so vermindert, daß z. B. in Berlin und Umgegend zahlreiche Bauarbeiter, welche im vorigen Jahre mit 510 Mark Tages- Hn nicht zufrieden waren, jetzt froh sind, in den vemen Orten für 1,50 Mark Tageslohn Arbeit zu finden. Nicht der Kampf zwischen Arbeitgeber und Arbeiter bildet die Voraussetzung für die Hebung der wirtschaftlichen Lage der letzteren, sondern das emträchtige Zusammenwirken zur gedeihlichen Ent Wickelung des Unternehmens, welchem die Arbeit des Arbeitgebers wie des Arbeiters gleichmäßig gilt und

»Margarethe Leonhardt war eine Waise', fnbr er mit schwankender Stimme fort, .sie stand allein da nrd war auf sich fdbft angewiesen. Ihre Be- flabnnß ffir Musik war ihre Erwerbsquelle. Sie nnterriLtite in Gesang nnb Klavierspiel; auch in ben

Avuions fang sie zuweilen gegen Entgelt, fie wnßte fich ja ihr täglich Brob verdienen, denn fie war °;1; fk war auch stolz, fie erlaubte eS mir nicht, ihre Lage durch meine Mittel zu erleichtern kaum daß fie ab und zu ein kleines Geschenk von mir nahm, von mir, der ich Reichtümer zn ihren! Füßen gelegt hätte, wenn sie nur gewollt. Aber fie war mit meiner Liebe allein zufrieden, wie ich mit ber ihrigen. Ans Heiraten bauten wir Beide nicht wk, waren noch so jung, ober ich dachte auch au bie Meinigen, an die Heimat nicht mehr, nicht an den 8lanz, an die Freuden nnb Zerstrenuugen der großen Welt. Tie kleine Stadt an der dunkelgrünen Lahn war meine Welt nnb ich dachte nut an Margarethe

.Unb wieder war es ein Znfall, bet mit einem Schlage mein Leben nnb Lieben, mein Empfinden! nnb Denken finberte. I

,3n nuferem Vaterlanbe gährte es damals schon! lange im Geheimen. Von hoch fliegenden Erwartungen I aufgeregt, lauerte man nur ans den Augenblick, in! dem fich bie Fackel der Empörung entzünben würde I

welches ebenso gleichmäßig die Ouelle des Einkommens des Arbeitgebers, wie des Arbeiters bildet.

Besonders hell illustriert wird dieses Gebühren der Apostel des sozialen Krieges, wenn man bedenkt, daß, soweit fie aus dem Arbeiterstande überhaupt hervorgegangen sind, sie in der Regel nichts Eiligeres zu thun haben, als einen Bourgeoisbcruf zu ergreifen und, wenn irgend möglich, in die Reihen der Unter­nehmer überzutreten. Nicht minder durch den Um­stand, daß die der sozialdemokratischen Fahne folgen­den Unternehmer sich keineswegs einer besonderen Arbeiterfreundlichkeit befleißigen, sondern in der Aus­beutung der Arbeitskraft mit dem hartgesottensten Manchestermann wetteifern. Vor allem aber bleibt zu erwägen, daß nicht blrs der Einfluß, sondern zum großen Teil die materielle Existenz der sozial­demokratischen Führer von der Lebhaftigkeit der Be­wegung abhängt, und daß daher der Eigennutz, der Wunsch, auf Kosten der Arbeiter ein bequemes und einflußreiches Dasein zu führen, sie antreibt, diese Bewegung mit allen Urnen zu Gebote stehenden Mitteln zu schüren. I? leidenschaftlicher die Erregung ist, I um so williger lassen sich die Arbeiter für die Führer schröpfen, um so weniger ist Gefahr vorhanden, daß! die Arbeiter erkennen, wie sie ausschließlich zu Nutz Frommen der Führer und sehr zu ihrem eigenen I schaden ausgebeutet werden. Die sozialdemokratischen! Führer leben geradezu von der Verhetzung; kommt! der Arbeiter erst überall zur ruhigen Ueberlegung! dessen, was ihm wirklich frommt, so ist es mit dem! ozialdemokratischen Spuk zu Ende. Daher die Ver­hetzung um jeden Preis.

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. - _________illustriertes SanniagsblaK. -»»»»,»9ug.

»Unb nachher ja nachher, da sahen wir uns olle Tage. Wenn ich des Morgens erwachte, erschien sR)rr?le Sn* toietH Himmelreich, denn in dieser »eit war Margarethe. Minuten nnb Stauben barste V, bei ihr sein, ihr süß-s Plaubern, Lachen und Singen hören, ihren blonden Km f in meinen Händen halten nnb ihre roten Lippen küssen. Ach, wie war das Leben so bezaubernd schönt'

h®rV^toie9 ei'» Weile, sein ganzer Körper zitterte vor Aufregung. Gräfin Antonias Wangen glutev, ihre klugen Augen waten erwartungsvoll auf ihren Satten gerichtet. .Weiter, Stanislaw', sagte »Ut'Äi-3*tol6 M"8 w- * »M

Inicht von Revanche.' Der Fürst Gortschakow habe | dann ben Zwist Frankreichs mit Deutschland friedlich beigelegt. Man weiß in Deutschland, was es damit für eine Bewandtnis hatte. Gortschakow kam im lJuni 1875 mit dem Zaren nach Berlin, kurz nach­dem diePost" ihren bekannten Krieg-in-Sicht-Artikel veröffentlicht und Bismarck eine scharfe Note gegen | das Kriegstreiben der Pariser Chauvinisten nach I Paris geschickt hatte. Der Zar, dem man eingeredet I hatte, Deutschland wolle Händel vom Zaun brechen, befragte darüber Kaiser Wilhelm und erhielt natür­lich zur Antwort, daß nichts dergleichen der Fall sei. Am anderen Tage telegraphirte Gortschakow an dieKarlsruher Zeitung", durch sein Dazwischen- treten bezw. durch die Einwirkung des Zaren sei der Friede sichergestellt worden. Alle Proteste gegen s diese Unverschämtheit halfen nichts. In Frankreich blieb man bei dem Glauben, daß Rußland Frankreich vor einem Ueberfall geschützt habe. Das ist die wahre Geschichte von der Kriegsgefahr im Jahre 1875.

Breslau, 22. Mai. DerSchlesischen Zeitung' zufolge genehmigte der Reichskanzer die Einfuhr lebender ungarnischer Schweine aus Steinbruch auch in die Schlachthäuser von Oppeln und Rybnik, sowie von lebenden galizischen Schweinen aus Bielitz in die Schlachthäuser von Myslowitz, Ratibor, Beuchen, Gleiwitz, Oppeln und Rybnik.

Hannover, 22. Mai. Bei der Landtags- Beide I Ersatzwahl im 6. Wahlkreise wurde anstelle des verstorbenen Niemeyer Hofbesitzer Bartmer-Ronnen­berg (nationalliberal) mit 129 und 206 Stimmen

Für den Monat Juni kann die vverhesfische Zeitung mit ihren Beiblättern Ureisblatt

Mr bie Ureise Marburg « Uirchhai« und

IllnSriertes Sonntagsblatt durch alle Postanstalten bezogen werden.

In Kirchhain nimmt Herr Buchbinder Rindt Bestellungen entgegen und in hiesiger Stadt die Expedition.

Die Exped. der Oberh. Zeitg.

Kritisches Weich.

Berlin, 22. Mai. Der Kaiser überwies der hiesigen evangelischen Mission sgesellschvft für Ost- afiika 20 000 Mk. zum Baue eines Krankenhauses in Sansibar. Neber-Aevßernngen teS Kaisers in Königsberg berichtet dieKons. Korresp.':Im Gespräche mit einzelnen Personen, insbesondere einem bekannten ostpreußischen, die landwirtschaftlichen Jntereffcn sehr entschieden vertretenden Reichstags­abgeordneten gegenüber, den Se. Majestät nach dem ,-iner im Moskowiter Saale mit einer langen Unter = I tebung beehrte, geruhte der Kaiser zu bemerken, daß I 5te Landwirtschaft des Ostens wirksamer Unter-1 liifcung bedürfe und daß denjenigen Bestrebungen I selche darauf abzielten, den Schutz, welchen die Gesetzgebung bereits festgestellt habe, wieder zu be 'eitrgen oder abzuschwächen, mit Nachdruck entgegen, gebeten werden müsse.' In der heutigen Sitzung!

I (Nachdruck verboten.)

»Wie wieder!"

Pfingsthumoreske von Hans Wald.

(Schluß.)

Jawohl, leicht regeln 1 Hans Frank schnaubte Wut und Rache. WaS, vor einigen Tagen hatte Klara feierlich gelobt:Nie wieder!" Und nun dampfte sie mit ihm davon? Das überstieg alle Grenzen! Pistole, Dolch oder Gift, das war das Mindeste. Und er? Duell übers Schnupftuch. Einer mußte auf dem Platze bleiben.

Frau Klara und Asseffor Freund waren inzwischen in Friedenthal angekommen. Nachdem die Billetar- gelegeuheit schnell erledigt war, fragte Freund: .Wohin wollen wir gehen?"Ich erwarte Haus hier im Wartesaale. Bitte, sehen Sie fich nur in« zwischen um!"Aber Sie hier allein laffen? Ich bleibe ebenfalls!"Das ist wirklich unnötig", befeuerte Fran Klara eifrig;sehen Sie, der Extra- zug kommt ja schon, HanS muß ja gleich hier sein. Und sagten Sie nicht, ttac angenehme Gesellschaft erwarte Sie?"--

Donnernd fuhr bei Extrazng in ben Bahnhof ein.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b. Blattes,

!»»« bte annoncen>9ureauj von Haasenstein unb Vogler b Frankfurt a. M EAl Magdeburg u. Wien; Rudolf XXV

Masse mFrankfurt a. M., Berlin,München u. Köln:G. L. -VUi7röUnS'

Daube u. To. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

I gewählt. Senator Stephanus-Linden (Welfe) erhielt 17 6 Stimmen.

I Heizen, 22. Mat. Bei der Landtags Ersatzwahl im vierten lüneburgischen Wahlbezirke wurde Landrat Tzschoppe- Oldenstadt (freikonservativ) mit 102 von zauber, der es umgab, besaß nicht mehr die Macht, mich zurückzuhalten. In diesem Augenblick hielt mich ein anderer Zauber umfangen nnb zog mich unaus- haltsam in bie Heimat zurück.

»Unb nun kam ber Abschieb, ber traurige «bschieb. Wir küßten uns mit vor Schmerz halb wahnsinnigen Herzen, in einem R usch von Jammer, Verzweiflung unb Leibenschaft, wir küßten uns zum letzten Mal, uub bann nie toieber. Der süße wonnige Traum von Glück unb Liebe war zu Ende geträumt.

»Am folgenden Tage verließ ich Ems und Marga­rethe. Das goldene Hetz blieb ihr zum Andenken zurück. Unzählige Thränen, in Kummer unb Schmerzen geweint, folgten mir nach.'

6etreffPnhb hi, m r b de Beschluß des Reichstags daß die sachlichen Gründe, mit welchen Fürst Bis- I betreffend bte Vorlegung des Entwurfs einer Straf-1 marck seine Erklärung unterstützte nach dem Rücktritt

Prozeßordnung dem Vorsitzenden des Bundesrats'-'° ----- ~

I überwiesen. Dem Entwürfe einer Verordnung zur I Ergänzung der Verordnung vom 14. April 1888 I betreffend Abänderung und Ergänzung der Aus- I sührungibestimmungen zum Gesetze über die Kriegs- lkistungen wurde zugestimmt. Die Broschüre

IVideant consules", deren Verfasser General von I Stosch ist, wird demnächst eine Entgegnung erhalten, betitelt: ,zCedant arma togae". Nach der Saale-Zeitung" herrscht bei Hofe die äußerste Ver­stimmung über Fürst Bismarcks Gespräche mit den fremben Journalisten, namentlich über die Be- ------ ------aiU|j unu unD van9

Kaiser gesagt haben:Es sind das hochgradige pathologische Alterserscheinungen, und man darf sich über nichts mehr wundern.' Neuerdings soll Fürst Bismarck den General von Hahnke für seinen Sturz verantwortlich machen. Major Wißmann hat die telegraphische Meldung nach Berlin gelangen laffen, daß er Ende Juni hier eintreffen werde.

Tie Versicherung des Fürsten Bismarck in seiner Unterredung mit bem Redakteur desMalm', Herrn des Houx, daß Deutschland zu keiner Zeit die Ab­sicht gehabt habe, Frankreich mit Krieg zu drohen, paßt den Chauvinisten, die einen Vorwand für ihr hetzerisches Treiben brauchen, gar wenig in den Kram. Sie sind daher bemüht, diese Versicherung zu wider­legen und haben zu diesem Ende sich an den ehe­maligen Minister Herzog von Broglie und den früheren Botschafter Grafen Chaudordy gewendet, um diese beiden Staatsmänner, die in der Zeit des tollsten Uebermuts der Kriegstreiber im Amt waren, darüber zu hören, ob die Behauptungen, welche nach Herrn des Houx der Urft Bismarck aufgestellt haben soll, richtig seien. Ein Mitarbeiter desGaulois", dem dieses Amt zufiel, berichtet darüber in einer für französische Ohren sehr angenehm klingenden Weise. Nach ihm haben die genannten beiden Staats­männer bekannt, daß sie an die Angaben von der Krtegslust der Deutschen glauben, die im Jahre 18751 und 1887 Frankreich bedroht haben soll. V_____

wähnen auch, daß Frankreich für die Zukunft nicht! vor dem bösen Nachbar sicher sei, denn selbst wenn! Fürst Bismarck es aufrichtig meine, so sei dies doch keine Bürgschaft für die Friedensliebe des neuen Kanzlers und des jungen Kaisers. Letzeren Ge­danken findet man in den meisten Tages blättern aus- gesponnen; die Artikelschreiber wollen nicht einsehen,

Erscheint -täglich außer an Werktagen nach Sonn» und rwwe<

BfÄ» Marburg,

10 SWlawm für ff flrile g^attene' heile ©OttttOBeiti), 24. M(Ü 1890,

i (Nachdruck verboten.)

Heiße Glnthe«.

Erzählung von Johanna Berger.

(Fortsetzung.)

»Ja, Margarethe Leonhardt war schön und fie f^ejs, als olle die polnischen Tarnen, die F b'8 dahin kennen gelertt. Sie war eine Deutsche, Mouäugtg und blondhaarig, und weiß wie der Schnee. Hnmetoar ßDrtI'9 eine '$te rheinische Mädchen- L,»8lm Abend desselben TageS lernte ich Margarethe .«her kennen. Sie sang in einem Konzert im Km, IM! des GesellschastShauseS von Ews, in dem fich We Abende eine aus allen Weltteilen und allen -istioneu zusammevgemischte Gesellschaft von Sur- Mften versammelte.

k»36r Gesang klang fremdartig in mein Ohr nnb N süß vnb beranschenb ich hörte nur ben Ton g«r Stimme, bte Worte verstaub ich nicht. Aber ?°..s§äne deutsche Lieb tönte mir wie Ephären- »Afik in bie Seele hinein.

»SM bem Konzert wurde getanzt. Ich drängte S? bte boIbe heran und flammelte ein «ar Worte, die eben so gut arabisch fein konnten, S fie verstand die polnische Sprache nicht. Sie Wite unb antwortete mir ans Französisch. Dieses bte internationale Augeusprache verständigte uns ÄBb t ^oranf hi"8 fie an meinem Arm. schwebten im frohen Reigentänze über das Vv-zende Parkett unb ich preßte in einem Uebermoß die reizende Mädchenge- "ut heiß und innig an meine hochklopfeude Brust

.Ich tanzte den ganzen Abend mit ihr, ich bat ? Blumen ans ihrem Borquet und sie verweigert?

meine Bitten nicht. Schon am ersten Tage liebte ? das schöne deutsche Gretchen mit wonnigem Ent-

mit glühender Leidenschaft ich war jung heißblütig nnb mein Herz regte fich znm ersten

Mik.