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| Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und .Kirchhain. —
Illustriertes Sonntagsblatt
Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Ang. Koch.
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Sorge« verringern.
(Fortsetzung folgt.)
sie alle sagen übereinstimmend, daß in Afrika noch ein lohnendes Arbeitsfeld ist. Besonders Stanley und Emin Pascha sind sehr kaltblütige, ruhige Männer, die nur die praktischen Möglichkeiten ins Auge fassen und aufgrund ihrer Rechen exempel wird sich auch das deutsche Schutzgebiet rentieren. Bisher stand dem Emporblühen der deutschen Kolonie der Ausstand, der Haß der Araber und Eingeborenen gegen die Deutschen gegenüber. Dieser Haß hat sich schon sehr gelegt, denn Araber, wie Eingeborene sind ganz geriebene Geschäftsleute, sie sehen, daß die deutsche Verwaltung ihnen den größeren Vorteil bringt, und daß sie auch unter derselben ihre frühere Freiheit haben. Es sind anerkanntermaßen Fehler in der Behandlung der Eingeborenen gemacht, aber diese Fehler sind unter der neuen Wißmann- schen Verwaltung sorgsam vermieden. Vor allem hat aber Deutschland in Emin Pascha einen Mann, welcher wie kein anderer geeignet ist, die Karawanen und Handelszüge aus dem Innern nach dem deutschen Gebiet zu leiten. Araber und Eingeborene betrachten den Pascha halb als zu ihnen gehörig, sie haben daher volles Vertrauen zu ihm und das wird dem ganzen deutschen Schutzgebiet zugute kommen. Das ist die wahrheitsgemäße Sachlage. Goldströme werden wohl kaum sobald aus Ostafrika nach Deutschland kommen, aber Furcht, diverse Millionen zu verlieren, brauchen wir auch nicht zu haben. Wir hätten wohl weiter sein können, wenn manches anders angefangen wäre, aber es ist doch eine bedeutende Besierung eingetreten, und wir werden jetzt weiter kommen.
yra« non Bteltrska rührte sich nickt. Wie in starrem Ertsetzcu blickte sie mit greßeu/weit aufae. riff.Uk« Auge« ihrem Sohne in das hübsche erregte Gestüt. Aber dovu riß fie mit ei«<m sckmllen Ruck ihre Hönde aus tru feiren unb stieß ihn heftig vou sich fort. TaS «verwartete Gtstövdns halte die tröge Fra« plötzlich ovS ihrer Apathie gerüttelt. Eie bei fiel iv ein letdevschaftlicheS Weine« «nd Schlvchzev vnd brach tavu tu zornige Worte ans, in harte Av- klagen und Verwünschungen.
Northampton zu locken suchte, wo sie einer vollständigen Sklaverei verfielen, ebenso berichtet, daß Auswanderer, denen wegen Mittellosigkeit die Landung in den Vereinigten Staaten verweigert werden würde, durch gewissenlose Agenten dahin auf dem Wege über Kanada befördert worden seien, endlich, daß die Klagen über Verkuppelung junger Mädchen nach Uruguay und Argentinien die Wachsamkeit der Behörden herausgefordert hätten. In dem jetzt überreichten Berichte wird nur bemerkt, daß Klagen über Agenten wohl verschiedentlich eingelaufen seien, daß dieselben jedoch meist unerheblich gewesen und von den zuständigen Behörden befriedigend erledigt und daß zwei Auswanderungsagenten mit Geldstrafen belegt worden seien.
Stuttgart, 10. Mai. Der Landtag hat sich vertagt. Ministerpräsident v. Mittnacht reist heute nach. Berlin ab zur Teilnahme an den Arbeiten des Bundesrates. Dem „ Staatsanzeiger" zufolge legten der Finanzminister Dr. v. Renner und der Kultusminister Dr. v. Sarwey ihre Mitgliedschaft der Kammer der Standcsherren nieder, um der Regierung die Ernennung anderer lebenslänglicher Mitglieder zu ermöglichen, deren die erste Kammer bedarf, um den Aufgaben der Berichterstattung nach- zukomme».
Arrslarr-.
Graz, 10. Mai. Die Weberarbeiter verlangen zehnstündige Arbeitszeit, Wiederherstellung des Lohntarifs von 1882, eine besondere Lohnerhöhung von 15 Prozent für komplizierte Arbeit und die Einführung von Lohnbüchern. Der Verein der Fabrikanten geht hierauf nicht ein; er lehnt es ab, mit dem Arbeiterkomitee, das aus Führern der Sozialdemokraten besteht, zu verhandeln. Ein Teil der Arbeiter legte infolgedessen die Arbeit nieder.
Paris, 10. Mai. Im Ministerrate teilte Barbey mit, er habe volles Vertrauen zu den eingegangenen Depeschen über die Freilasiung der von dem Könige von Dahomey gefangenen Europäer. Der König habe in den letzten Tagen dem Kommandanten deS den Golf von Benin blockierenden Geschwaders, Fournier, angezeigt, er könne die Gefangenen abholen. Fournier habe darauf gefordert, die Gefangenen an Bord der „Sane* zu schaffen, und Satisfaktion verlangt. Die Verhandlungen mit dem Könige von Dahomey können sofort wieder ausgenommen werden.
Madrid, 10. Mat. In der gestrigen Sitzung des Senates wurde ein königliches Dekret borge-
Marburg, Dienstag, 13. Mai 1890.
Aas goldene Her;.
Eine italienische Humoreske von Giuseppe Perrate. (Fortsetzung.)
Giuseppina sah ihm furchtlos in die Singen und langsam, ganz langsam ließ der reichen Ehreca Bräutigam die erhobene Rechte sinken. „Du, Du hast an Allem Schuld*, polterte er hervor. — «Nein» das habe ich nicht*, antwortete fie rnhtg, „hättest Du Dich ordentlich nmgesehe«, so würdest Dn das Tier auch erblickt haben. Aber dem Uebermnt folgt die Strafe ans dem Fnße. Doch nnn komm, ich will versuche«, Dich vom Schmutz zu befreien I*
Das ließ Benndetto geschehe«. Und wie fie so an ihm hernmhantierte, erblickte er die kleinen Brenne» Hände, hartgearbeitet, aber doch zierlich. CheccaS Hönde waren dick nnb fleischig, nnd wohl noch einmal so groß. Und diese kleinen Hände arbeiteten so sanft. Und dann nnb wann warf er anch einen Blick ans GinseppinaS schlanke, biegsame Taille. ES war ja wahr, Checca war reich, aber fie wurde bald so stark, wie etu Faß. Und bann die kleinen Ohren nnter CheccaS langen, schwarzen Haarenl Chrcca besaß ein paar falsche Flechten, daS sei vornehm, sagte fie. Aber Benndetto mußte sich doch sagen, daß ihm daS natürliche, glänzende Haar seiner Helferin keffer gefiel. Und nnn das hübsche Gesichtchen! Wo, zum Kuckuck, hatte er denn eigentlich feine Angen gehabt? Wenn nur die Checca nicht so viele Mcccaront, so viel Wein nnd so viele blanke Lirestücke gehabt hätte! Aber fie hatte fie nun doch einmal, freilich ein Doppelkinn dazu.
Jetzt hatte Ginseppina ihre Arbett vollendet. „So, nnn kannst Du gehen, Benndetto! Viel Glück aaf den Weg 1* Er besah sich im kleinen Spiegel, wirklich er war wieder sanber. Aber er ging doch noch nicht. Er mnßte fich doch etwas erkenntlich erweisen, nnd dann, bann, er war doch zu unangenehm, daß Ehe cca dar Geld und dar Doppelkinn, nnb Giuseppina das niedliche Erficht nnb kein Gelb hatte. Er hatte
.Rowan, Rowan*, schrie fie laut. „Bist Du von Sinnen, Dn beleidigst mich ans den Tod! Das wagst Dn wir zn gestehen, das willst Dn mir authnv! O die Schande, die Schwach!* — Daun lachte fie nervös. — ,68 ist rein zum Verrücktwerden, mein Rowou liebt eine Betteldirne! Habe ich dies wohl nm Dich verdient?* — Sie schlug schmerzvoll die Hönde über ihre« Krpse znsawmen nnb stöhnte. — «Ach, Roma», ich habe aus der ganzen Erdeuvelt
Rrmau glitt vor seiner Mutter aus die Knie nnb »wfvßte leidenschaftlich ihre Hönde — Er zitterte an allen Glieder«. „Matnschka*, lief et feirrig. „Ich fan« e8 Dir nicht lüuger verschweigen! Ich liebe Jadwiga — liebe fie unendlich — wehr wie ich sage« kann. Darum zerreißt ihr Kummer, ihr Fortgehen wein Her,. Und Tn bist nicht löse darüber, nickt wahr? Tn schiltst Deinen Rowan,k uickt ans der. halb ? O, sei gut, sei gut, Matnschka, nrd wache wich nicht unglücklich! Nimm fie freundlich auf nnb hob, fie lieb, denn sie ist weine Brant. — Unb nun will ich gleich fort nnb fie suchen, ehe zu spüt wird!*
Frau von BielinSka rührte fich nicht. Wie in
Januar telegraphierte Wißmann, Emin Pascha wünsche lebhaft, seine Erfahrungen in deutsche Dienste zu stellen; Graf Bismarck antwortete telegraphisch am 25. Januar: Die Dienste Emin Paschas sind uns willkommen. — Betreffs der Lektüre des Kaisers erfährt die „Frankfurter Zeitung", daß dem Kaiser von bestimmten Beamten täglich Zeitungslektüre in Ausschnitten unterbreitet werden. Diese Ausschnitte werden auf leichte Kartonstreifen von ca. 35 Ctm. Länge und 15—18 Ctm. Breite geklebt. An den Seiten ist entsprechender Raum freigelassen zur Beifügung des Titels, der Nummer und des Datums des betreffenden Blattes. Auch bezüglich ihres Inhalts werden diese Auszüge besonders geordnet und zur bequemeren Uebersicht bestimmte Rubriken angelegt, die den jeweiligen Zeitverhältniffen entsprechen. Nach der genannten Zeitung ist von diesen Aus- schnitten die Berliner oppositionelle Presie ganz aus- geschieden. — Nach dem Berichte, welchen der Reichskommisiar für daS Auswanderungswesen erstattet hat, betrug, wie bereits mitgeteilt worden, die Zahl der im Jahre 1889 über deutsche Häfen ausgewanderten Deutschen 74,101. Ist dies nun allerdings noch immer eine gewaltige Ziffer, so ist cs doch immerhin erfreulich, daß die Neigung zur AuswanderSng fortwährend in Abnahme begriffen ist, da jene Zahl im Jahre 1888 noch 80,671 betragen hatte, und namentlich ist das erfteulich, daß es vorzugsweise Deutschland ist, in dem sich diese Abnahme der Auswanderungslust zeigt, während die Auswanderung aus den Ländern, deren Angehörige ihren Weg über deutsche Häfen zu nehmen pflegen, sich fast unverändert auf gleicher Höhe in den beiden zur Vergleichung heran gezogenen Jahren gehalten hat. Denn während die Abnahme der deutschen Auswanderer im Jahre 1889 gegen das Vorjahr 6470 betrug, ist die Zahl derer, welche aus anderen Ländern über deutsche Häfen auswanderten, obwohl sie schon an sich weit höher als die der deutschen Auswanderer gewesen (sie betrug 1888 106 386), nur um 422, also fast gar nicht gesunken. — Eine weitere Bemerkung, zu welcher der Bericht Anlaß giebt, ist die, daß das schändliche Treiben giwiffer Agenten, welche früher zahlreiche Opfer auf die Auswandererschiffe schleppten, infolge der Aufmerksamkeit und des energischen Einschreitens der Behörden immer mehr zu verschwinden fcheint. Noch in - dem vorjährigen Berichte hatte der Reichskom miffar auf die Verlockungen des New-Porker Jntelli- ger ce-Officie hingewiesen, welches Einwanderer mittels in englischer Sprache verfaßter Kontrakte nach
nichts Besseres, nnb Lieberers, als Dich, Dn bist mein Stolz, meine Hoffnung, nnb nun muß ich das an Dir erleben. Kannst Dn, der einzige Sohn, bet Erbe eines alten, angesehenen Namens, Allem Hohn sprechen, was in unserem Lande Sitte und Ehre ist? Wenn Du wüßtest, was ich früher nm Dich gelitten nnb wie gebulbig ich alle Qualen ertrug, nm Deinetwillen! Ach, ich hoffte, Du würdest mich einst. walS Herzeleid nnb Sorgen vergessen machen — ich habe sogar meinen Gatten sterben sehen ohne Thräneu, denn olle meine Liebe unb Zärtlichkeit gehörte nur Dir allein. Unb Dich einst glücklich zu fehen, reich nnb in glöuzenben Verhältnissen, das war mein Traum, meine Hoffnung. — Aber Du lohnst wir schlecht dafür! Zum Gespött der Leute willst Du Dich nnb mich machen, zu Grunbe willst Du uns richten! Vergißt Du ganz unsere kritische, pekuniäre Lage, oder hat Dich die Leidenschaft blind gemacht? ES find die letzten zweihundert Rubel, die nrS Schwul hergegeben hat, es ist nichts weiter von ihm zu erwarte«. Die Reveuüe« des Gutes sind kümmer- lich, ich frage Dich, Rowan, was soll werden? — Ich denke, Du mußt Dir selbst sagen, daß Dein Vorhaben wehr wie Wahnsinn, daß es sündhaft ist!*
Roman hatte schweigend zugehört, er gab keinen Laut von sich, keine Muskel zuckte in seinem Sie ficht, aber ein Zug von düsterer Entfchloffenheit lag darauf. „Mama*, sagte er endlich, „ich werde meine höchste Ehre darin suche«, Dir jeder Opfer, daS Du mir gebracht, zu vergüte«, nnb ich will olle Kraft meines Lebens einsetze«, nm Deine Liebe nnb Treue zu vergelten unb Dein Alter sorgenfrei nnb freundlich zu gestalte«. Ich werde mein Versprechen hatten, so wahr ich an Gott glaube. Doch von Jadwiga kannst Du «ich nicht mehr trennen, ebenso wie kein Anderer eS kann. Was mir von Außen an Tadel nnb Cchmähnngeu darüber wird, werbe ich überwttrben unb bnrch verdoppelte Thätigkeit auch unsere materiellen
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- nnd Feiertagen. — Quartal-MonnementS-Preis bei der Expedition 2‘/+ Mk., bet den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnfertionsgebühr für die gegoltene Beile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler in Frankfurt a^M., Taffel, Magdeburg u. Wien: Rudolf XXV Moffe tn Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; ®. L- ' 'UUJ71 Daube u. Eo. in Frankfutt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
Berrtsches Reich.
Berlin, 10. Mai. Das dem Reichstage zuge gaugene Weißbuch über unsere Kolonialpolitik umsaßt 14 Aktenstücke vom 27. Dezember 1889 bis 4. Mai 1890. Dieselben enthalten fast nur Berichte aus Sansibar über dir teils schon offiziell, teils in Zeitungen publizierten Vorgänge: über die Gefangennahme und Hinrichtung Bushirr's und anderer Rebellensührer; über die Expedition Schmidt's nach Usiguhba und Gravenreuth's in das Hinterland Bagamoyo; über die bekannten Kämpfe gegen Bana Heri; über die Expedition Ehlers und desfen Gesicht bei Palamakaa; über den Zustand der Stationen und die Wiederbelebung des Handels; einen Bericht des Korvettenkapitäns Valette über Besetzung von Tanga und Dar-es-Sclaam; über die Unterwerfung Bava Hcri's und ein kurzes Telegramm über die Besitzung Kilwas. Am ersten
nicht zwingen, wenn sie nicht will — unb von Dir am allerwenigsten, ich schwöre darauf!"
„DaS werde ich ja sehen", erwiderte Rowan gereizt. „Und ich will alles aufbieten, alles, nm das Mädchen wieder ans den Edelhof znrückzubringen. Sie muß Wiedel kommen, Mama, fie muß — wenn nicht mein LeberSglkck in Trümmer gehen soll!'
„Dein Lebersglück? Was hat das mit Jadwiga zn schaffen?'
-er Reichstag ttnd die KoloaialpolMK
Der neue Reichstag wird heute die neue Kolo malvorlage beraten, welche 4V« Millionen für die Verwaltung des ostasrikanischen Schutzgebietes fordert. Mit dieser Summe soll die Sckutztruppe unterhalten, neue Anlagen getroffen, das Material in Ostafrika vervollkommnet, überhaupt alles beschafft werden, was dort im laufenden Jahre gebraucht wird. Deutschland besitzt nicht die Mittel des reichen England, und darum wird sich an diesen Gesetzentwurf mit Recht eine eingehende Erörterung knüpfen; erfolgte eine solche Vorlage im englischen Parlament, so würde man den Posten ohne ein Wort bewilligen. Die englische Regierung zahlt auch ganz andere Gehälter für Kolonialbeamte, wie Deutschland, aber Fürst Bismarck hat bekanntlich nrch während seiner Awtsperiode den Reichskommifsar Wißmann wiederholt zur größten Sparsamkeit ermahnt, und an dieser Sparsamkeit soll m d wird auch in der Folge festgehalten werden. Daß der Reichstag die gegenwärtige Kolonialvorlage schließlich annehmen wird, unterliegt stinem Zweifel. Die Zentrums Partei hat s. Z die Aktion gegen den Sklavenhandel ausdrücklich gutgehcißen, katholische Missionare haben sich recht günstig über die neugeschaffenen Verhältniffe in Ostasrika geäußert, und Herr Windthorst und seine Freunde können also nicht umhin, bei ihrem früheren Verhalten stehen zu bleiben. Aber die Stimmung im Reichstage ist überhaupt der Kolonialpolitik gegenüber eine andere geworden; heute existiert dort im allgemeinen weder begeisterter Kolonialenthusiasmus, lvie erbitterte Gegnerschaft gegen die Kolowalpolitik Man ist sehr ruhig geworden und sieht die Dinge mit nüchternen Augen an. Der wichtigste Punkt bei der ganzen Kolonialpolitik in Ostafrika bleibt schließlich immer der: Wird sich das vom Reiche aufgewendete Geld lohnend verzinsen? In dieser Beziehung ist daran zu denken, daß die englische Lstafrika-Compagnie, welche der Deutschen benachbart ist, für ihr Gebiet schon zehnmal mehr Geld aufgewendet hat, als Deutschland für das seinige.
Für John Bull kommt aber immer die bekannte Daumenbewegung allein in Anbettacht, und man muß doch zuversichtlich annehmen, daß sich die ost- afrikanische Besitzung schließlich rentieren wird; denn wnst würden ja alle die aufgewendeten großen Summen total zum Fenster hinausgeworfen sein. Die heute lebenden genauesten Kenner Afrikas, da «nter der Amerikaner Stanley, der Italiener Casati, Emin Pascha, der rheinische Missionar Pater Schynse,
(Nachdruck verboten.)
Heiße Glttthrn.
Erzählung von Johanna Berger.
(Fottsetzung.)
ist öffentlich besckimpft worden, ihr Zart- W muß totlich verletzt sein!" fuhr Roman fort. Er weiß, ob fie es überwinden kann! — Ach, MatMka, warum hast Du ihr nicht schon früher »ar Geheimnis, das über ihrer Herkunft schwebt, «»geteilt, daun hättest D« ihr bestimmt die heutigen Mrecklichen Scenen und alle unverdienten Kränkungen «spart!"
^.Aber, da muß. ich doch bitte«, Roma«, meuagire »ich ei« wenig!" Fi an von BielinSka richtete fich «Serlich in die Höhe. „Ich glaube fast, Du willst dafür verantwortlich machen, baß man bet Wtoiga die Schranken wies — das wäre schön! 5””” drängt fie sich unter den Baldachin, wo sie lcht hingehört? Unb wenn sie nachher, wie die Leute
— querfeldein gelaufen ist - so ist eS ihre Mld. Es hat fie Niemand gejagt und es ist MnloS dum«, einen Ort zu verlaffen, an dem es flut geht, nnb «ach einem andern zu laufen, wan es schlechter haben kann. — Unb ich atme Äch°anf b<” bavon!" Sie schluchzte ^.Jch werbe ben Leutnant Wytek nach ihr fragen", Fl«?te Roma« schnell. „Sollte fie nicht bort sein,
$ ln d« Stadt nnb Umgegend nach ihr. A^muß fie finden, ehe die Nacht hereinbrichtl Ich
Dir ein, Roman", fiel ihm die Edel- M ins Wort. „Bedenke doch nur, ob fich das für schicken wird? Du kannst doch dem Mädchen überall nach laufen? Was würden die Leute ;7°n, denken? llebrigens kennst Du ihren eigensinnigen L°tt°pf ebenso gut wie ich. Will fie einmal von Mstochau fort, fo wirb fie gehen, bas kannst Du glauben! Die Jadwiga läßt fich nicht halte«,