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Zeit
Staatsbetrieben solche Mai feiern, wegen Kon-
Arbeiter, welche am ersten traklbesuchs entlassen.
Mönche«, 19. April.
ipnehmigte heute für die
Art An- ur.d
Griffel der Geschichte auf den Tafeln der Armee, besonders der Garde, für alle Zeiten verzeichnet. Das aber glaube Ich doch noch besonders sagen zu muffen, daß. Sie als Muster gelten können und als Vorbild aller jener militärischen Tugenden, wie sie in der verklärten Lichtgestalt Sr. Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm I., Meines hochseligen Herrn Großvaters, vorbildlich verkörpert waren. Mein erhabener Herr Großvater hat wohl gewußt, warum er Sie so hoch schätzte, warum er Ihren echten soldatischen Geist als em Muster hinstellte in gerechter Anerkennung Ihrer Thaten in Krieg und Frieden. Ruhmreich sind die Taxe ihrer militärischen Laufbahn, die wie rin lesenswertes, stu- dierenswertcs Buch vor uns daliegt. Von Ihrem Leben gilt das Wort: Ist es köstlich gewesen, so ist es Mühe und Arbeit gewesen. Ew. Exzellenz haben mitgeholfen, die Bausteine aufzurichren, auf denen wir jetzt die herrlichen Früchte des Friedens zu erringen hoffen. Wir erheben nun die Gläser und
umher. Dann plauderte er mit gewinnender Grobheit aus der Schule und ihrer ihn eliminierenden Triebkraft, infolge deffen er aufs Land gemußt zu seinem Schwager v. Puttkamer. Dort genaß er den Unterricht eines Dorfschulmeisters, der einstmals über ihn geäußert habe: Der Junge wird entweder Räuberhauptmann oder General. Er, v. Pape, habe die lukrative Carriere des Räuberhauptmanns ausgeschlagen und die zum General vorgezogen, dem Worte seines Bruders getreu: Denke daran, daß es die Pflicht des Edelmanns ist, den anderen Leuten mit gutem Beispiele voronzugehen. Wieder sei er nach Berlin gekommen ins Gymnasium zum Grauen Kloster und habe dort stets den Primusplatz behauptet. Hier machte ich auch die erste Bekanntschaft mit dem Fürsten v. Bismarck; aber damals war ich noch klüger als er: denn ich saß in Obertertia und er in Untertertia. Das hat sich dann freilich geändert. Der Jubilar gedachte nun seines Eintritts in die Armee und der ernsten, sparsamen Zeit dazumal, ebenso des langsamen Ausrückers. Er betonte, wie er durch schwierige, kleine, selbst ärmliche Berhältniffe hindurchgegangen fei. Er erzähle davon, damit man allseits erkenne, wie man die Freude des Lebens nicht zu vergessen brauche, wenn man auch schweren Entbehrungen ausgesetzt sei. Mit Dankesworten an Se. Majestät, an die alten und jungen Kameraden schloß Generaloberst v. Pape seine Rede. Dem Regiment brachte er ein Hoch.
Aschaffenburger Bahnhofes 2 070 000 Mk. und für die des hiesigen Zentralbahnhofes 12574000 Mk. Der Generaldirektor erklärte, damit sei dem Münchener Rivgbahnprojikte nicht präjudizirrt. Der Nürnberger Bahnhofsumbau wird demnächst dem Landtage vorgelegt werden. Für die Erweiterung rer Paflauer Donaulände behufs Erleichterung der Dampfschiffahrt und des Bahrverkehrs sind 176000 Mark bewilligt worden.
»«Usch« «eich.
verli«, 19. April. Dem heute Mittag 12 Uhr miet dem Vorsitz Sr. Majestät des Kaisers und Königs im königlichen Schloß abgehaltenen Kronrat ging von 10 bis 12 Uhr eine Sitzung des Siaais- winisteriums, im Gebäude desselben, unter Vorsitz des Ministerpräsidenten, Reichskanzlers v. Caprivi, voraus. — Dem .Reichsanzeiger" zufolge bildete den Gegenstand des heutigen Kronrates die Schulfrage, sowie die Frage der Errichtung eines Denkmals für Kaiser Wilhelm I. und Kaiser Friedrich. — In den berufenen Ressorts wird gegenwärtig daö Diplom eines Generaloberst von der Kavallerie für den Fürsten Otto v. Bismarck, Herzog von Lauenburg, -nsgefertigt. — Die Aenderug des Portotarifs für Drucksachen dürfte folgende sein: .Bisher beträgt die Gebühr für Drucksachen bis zum Gewichte von 50 Gr. 3 Pfg., über 50 Gr. 10 Pfg. Die Notwendigkeit, eine Zwischenstufe einzuführen, so da Drucksachen von 50 bis 100 Gr. für 5 Pfg., die über 100 Gr. für 10 Pfg. zu befördern sind, hat sich im Lause der Jahre immer mehr fühlbar gemacht, vor Allem für den Buchhandel und die Versendung von Warenkatalogen. Der Leipziger Buch- händlerverein hat sich mit besonderem Nachdruck all- jährlich für diese Forderung cusgefprochen, fast alle Handelskammern haben die Berechtigung derselben ausführlich dargethan.
— (Rede des Kaisers beimPape-Jubi läum. Erw ie derung v. PapeS.) Das Festmahl zu Ehren des Generalobersten v. Pape im Kasino deS 2. Garderegimerts zu Fuß verlief in s'hr angeregter Stimmung. Nach 5 Uhr, so berichtet die „Kreuzzig.", kam der Kaiser an und als- bald nahm . die Tafel ihren Anfang. Der Regimentskommandeur Oberst von Petersdorff brachte den Trinkspruch auf den obersten Kriegsherrn aus. Wenige Minuten darauf klopfte der Kaiser an sein Glas und wandte sich also zu dem Jubilar:
Ew. Exzellenz haben den Wunsch geäußert, das »ns und Ihnen so liebe Fest im Kasino deS 2. Earderegiments zu Fuß zu begehen. Ew. Exzellenz geben hierdurch der treuen Gesinnung Ausdruck, die Eie für daS Osfizierkorps hegen, Sie, deffen Namen und Leben mit dem Geiste dieses Osfizierkorps, mit der Geschichte dieses Regiments so eng verknüpft ist. ES ist hier nicht der Ort und auch nicht Meines ilmtes, aller Ihrer Verdienste, Ihrer treuen Pflicht vsüllung ausführlich zu gedenken; sind doch Ihre Thaten im Frieden wie im Kriege mit dem eisernen
Hamburg, 19. April. Sicherem Vernehmen nach werden aufgrund eines Senatsbeschlusses bei sämtlichen Hamburgischen
trinken auf das Wohl unseres hohen Kommandeurs in den Marken, des Generalobersten der Infanterie v. Pape, der, so hoffe Ich, noch recht lange als Vorbild und Muster der militärischen Tugenden Mir, dem Osfizierkorps, dem Regiment und der ganzen Armee erhalten bleiben möge. Se. Exzellenz der Generaloberst v. Pape lebe hoch!
Mit ersichtlicher Bewegung folgten die Herren dem Rufe des obersten Kriegsherrn, von der zündenden ursprünglichen Art der Rede Sr. Majestät begeistert und hingeriflen. Die Musik stimmte den Hohenfrildberger Marsch an.
Das Abgeordnetenhaus Erweiterung dis 'Augsburger Bahnhofes 1 235 000 Mk., für die des
Nach kurzer wandte der Jubilar sich zu der Versammlung: Die hohe Auszeichnung Sr. Majestät, die und Weise, wie alle die Anwesenden und ihre gehörigen ihn an dem heutigen Tage begrüßt in ihre Mitte gezogen hätten, gebe ihm die Veranlassung zu einem kurzen Rückblick in seine Ver-
(Nachdruck verboten.)
Arber de« Mordplatz M. Conrad rov Marburg ««d über die darauf gr- Aa«-r«e Kapelle bei -r« Kaprllhöfr« ««wett Keltrrshattsr«.
M. Conrad von Marburg, der bekannt« Bricht- 'Mter der heil. Elisabeth, war vom Papste beanstragt borden, die Ketzer aufzuspüre» urd sie den weltlichen Gerichten zur Bestrafung zu überliefern. Mit den insgedehotesteu Vollmachten versehe», reiste er umher tob predigte gegen die Sitzerei. Hohe »vd Niedrige zog er vor sein Gericht. Wer ihm als Setzer ange. zeigt wvrde, ließ er vor sich fordern. Weder Ver- teidignvg noch BeweiSführnrg der Unschuld wurde Pstattet. Bekannte der Angeklagte aus Furcht vor »em Feuertod« sich für schuldig, wenn er auch unschuldig war, dann wurden ihm — zum Zeichen, daß er ein Büßer sei — die Haare abgeschuitte» und ihm »er Rücktritt zur allgemeiueo Kirche gestatt t.
Im Jahre 1231 entstand eine große Ketzerver» wlgnvg durch ganz Deutschland, tu der Conrad von Marburg eine nicht unbedrutende Rolle spielte, wo i*8 einem Zeitraum von 3 Jahren die meiste» der »tzerei Beschuldigten ihr Leben auf dem Scheiter- Haufen büßte». Bürger und Bauer», Ritter und Adelige, Unschuldige uud Schuldige, Männer und Frauen wurde» verbrauut. In jene Zeit fällt auch ne falsche Auklage gegen de» Grafe» Heturich von Ecyo, die Courad von Marburg da» Lebeu kostete. Eine bom Grafe» unteruowwene Reise zum heiligen Grabe yngte von seiner rechtgläubigen Gesinnung. Wider alles Vermuten aber schickte ihm der Magister «iu VorladuugSschreibev. Der Graf erschien vor ihm »llein seine Verteidixung wurde nicht augevomweru Um nicht sogleich de» Scheiterhaufen zu besteigev, büßte er sich äußerlich für schuldig erkeuue«, uud ach unter Augelobuug, daß er ei» gehorwsamer »ud rechtgläubiger Sohn der Kirche werde» wollte, bi«
1 staatlicher Verwaltung stehenden Betriebe dahin ver- i ständigt worden seien, es läge für die Regierung i kein Anlaß vor, die Arbeit om 1. Mai erstellen ' zu lassen. Die betreffenden Vorstände sind zugleich ! angewiesen, etwaige Ansuchen der Arbeiter um Unter» : brechung der Arbeit am 1. Mai abzulehnen. Außer» , dem werden die Betriebsleiter damit beauftragt, die 1 Arbeiter darauf aufmerksam zu machen, daß sie i selbst für eigenmächtige Arbeitseinstellungen die Ver- 1 antwortung trügen. — Das Abgeordnetenhaus i nahm das Budget, welches als Grundlage der Spezialdebatte dienen soll, mit großer Majorität cm.
Mährisch Ostrau, 19. April. Bis auf Kar win sind im ganzen AuSstandsgebiete alle Werke und Gruben außer Thätigkeit. Herumziehende Banden erzwangen in der Kantimer Cellulosefabrik und in der Laiischschen Petroleumrasfinerie gewaltsam die Einstellung der Arbeit. In ersterer wurden mannigfache Beschädigungen angerichtet. In Polnisch» Ostrau fand mittags ein Zusammenstoß feiernder Arbeiter mit militärischen Schutzabteilungen statt, wobei acht Arbeiter durch Bonettstiche verwundet wurden. Die wichtigsten Punkte deS Ausstands» gebiets sind militärisch besetzt.
Paris, 19. April. Der Minister des Aeußern Ribot empfing heute vormittags die Delegation des Preßsyndikats anläßlich der Ausweisung von Journalisten aus Italien und antwortete, die Ausweisung sei ungeeignet zu einer offiziellen diplomatischen Aktion. — Tas Schwurgericht der Seine verurteilte den Herausgeber des „Anarchistischen Wochenblattes" wegen Aufteizung zu Mord und Plünderung anläßlich der Feier des 1. Mai zu 15 Monaten Gefängnis und 2000 Franks Geldbuße. Die „Liberi" bespricht die Haltung der Regierung zu der Konvertierung der ägyptischen Schuld und empfiehlt, gegenüber England von der Forderung der Räumung Aegyptens abzustehen und den Ausgleich mit England auf einem anderen Gebiete zu suchen.
Toulon, 19. April. Präsident Sarnot empfing heute vormittags den Kommandanten des italienischen Geschwaders, Lovera, welcher einen eigenhändigen Brief des Königs Humbert überbrachte. Carnot erwiderte, er schätze den Akt der Courtoifie der Re» gierung deS Königs als ein Zeugnis der Gefühle der italienischen Nation gegenüber Frankreich, und drückte seine Genugthuung auS über die Anwesenheit des Geschwaders. Bei der glänzenden Audienz erwies ein Bataillon Infanterie die militärischen Ehren. Lovera nahm hierauf an der Seite CarnotS an dem auf der Seepräfektur veranstalteten Frühstück ziehuog auf Courad von Marburg nur insofern richtig zu sei», daß ei» Teil seiner Gebeine in der Kirche vorhanden war, während der andere Teil sich in seiner NawevSkapelle bei Beiter shavse« befand. Denn alS im Jahre 1249 der Abbruch der Franziskus» ka pelle bevorstand uud die Ueberführnng deS Sarges der heil. Elisabeth vou da in den Kirchenchor statt- and, hat man Conrads und Gerhards Gebein« mit dahin übergeführt. Fünf Jahre später machten die Brüder deS deutschen Hanfes zu Marburg die «rsteu Güterankäufe iu der Gemarkung Beltershausen und erbauten über dem Mordplatz Conrads eine Kapelle zur Ehre der heil. Juugfrau Maria und brachten nach Vollendung derselben de» anderen Teil der Gebeine Conrads aus der Elisabethkirche dahin» der ohne Zweifel im Sepnlchrum deS Altars Aufnahme fand. Au dieser Kapelle also war Bruder Reinhard 1265 Aufseher.
Bis zur Einführung der Reformation im Jahre 527 ließ der deutsche Orden die der heil. Juugfrau Naria geweihte Kapelle durch eineu feiner Priester- irflber mit Gottesdienst versehen. Die Besucher der» eiben waren zunächst bfe Pächter der Kcpillhöfe und >ereu Angehörige» als Bedienstete de» deutschen Hanse S in Marburg, die ohne Zweifel auch nach dem Abscheiden vou dieser Welt ihre letzte Ruhestätte neben der Kapelle fände». Bet Einführung der Reformation zog der deutsche Orden seinen Priester, bruder ei», und die evangelisch gewordene» Bewohner der Kapellhöfe worden Parochianen (Pfarrktuder) deS Dorfes Beltershausen, das in alten Zeiten ein« 1 »efonbere Pfarrei mit landgrSflichem Patronate bildete und einen eigenen Pfarrer hatte. Die Kapelle wurde zwar ihrem seitherigen Gebrauche entzogen, aber nicht wie andere Frlikapelle», weil sie keine WallfahrtSkapelle war, abgebrochen, sondern im bau» ich«« Zustande während deS 16. Jahrhunderts er, »alte». Als man sich aber nm deren Erhaltung nicht »lehr bekümmerte, funk sie »ach nnb nach zu einer Rni», herab, deren Reste t» Jahre 1872 LAroch«
Attslattd.
Wie«, 19. April. Die offiziöse „Wiener Abendpost" meldet, daß die Vorstände der unter Mordplotz Conrads vou Marburg befand '). Durch deffeu d.finitivku Ausspruch ihnen die Pflege iu dem vou der heil. Elisabeth gestifteten Hospital übertragen worden war, und begannen alsbald über dem Mord- plotz eine Kapelle zu erbauen. Eine Ablaßurknnde vom 8. Mai 1255 ') verspricht allen Förderern des BaneS der Kapelle, ,wo M. Courad iu der Gemarkung BelterShause» erschlagen", Nachlaß zeitlicher Strafen. Ans einem Ablaßbrief vom 29. März 1322 -) ersehen wir, daß die in Rede stehende Kapelle zu Ehren der heil. Jungfrau Maria geweiht war.
In e'uem Verzeichnis der Befitzuugeu der Gebrüder F yling vom Jahr 1343 kommt sie unter dem Nameu Bruder Conrads Kapelle vor. (cfr. Zeitschrift fit Hess. Geschichte nnb Landeskunde, 2. Baud).
Eine im Staatsarchiv vorhandene Urkunde vom Jahre 1265 berichtet über weitere Gfiteraukänfe in !>er Gemarkung Beltershausen seitens der Brüder des deutschen Hauses zu Marburg und zwar unter der Fürsorge des Bruders Reinhard, welcher damals Aufseher der Kapelle war, in der M. Conrad der ermordete Prediger liegt.
Dietrich von Thüringen nennt in seiner Lebevs- i eschreibuug der heil. Elisabeth vom Jahre 1289 Courad von Marburg ausdrücklich unter den in der st. Elisabethkirche Begrabenen, eS heißt da: Den Vorrang in dem Palaste deS höchsten Königs hat ene königliche Elisabeth--und es find noch
»aselbst ihr« vortrefflichen Hausfreunde, der Meister >eS deutschen Hauses, jener berühmte weiland Fürst von Thüringen, Bruder Conrad, dem ist noch beige, k llt Meister Courad von Marburg. — ES bl findet ich auch daselbst Gerhard ans dem Orden der «wütigen Brüder (Franziskaner). Dies« nnb aubtre Diener Gotte S hat unser« selig« Elisabeth in ihre Wohnung anfgenommen, nm mit ihnen am jüngsten Tage aufzustehen nnb die Freuden der Swigkett zu genieße». Dietrichs Bericht scheint jedoch i» Be>
1, 2, 3: Urkunden im Staatsarchiv.
gangenheit. I» der Neuen Friedrichsstraße 17, abends 9 Uhr, sei er am 13. Februar 1813 geboren , gerade alS der Tambour den Zapfenstreich schlug; daS könne nun als eine militärische Vorbedeutung gelten! Er sei dann in Berlin aufgewachsen und habe schon früh manchen Einblick in die ernsten Zeiten bekommen. Der Jubilar erzählte nun in launiger, oft von lauter Heiterkeit unterbrrchener Weise von seiner Jugend, wie er den alten Blücher stehen sah Unter den Linden im langen blauen Rock, aus der Pfeife rauchend. Es war das in der Gegend, wo heute das Aquarnm steht; die Pferde des alten Feldherrn liefen frei in jener Gegend Haare abschneideu lasse». Wütende Rache kochte in einem Herze» gegen den Setzerrichter. Sich seiner Unschuld bewvßt, trat der Gras in die Reichsver- fammlnng zu Mainz. Hier klagt« er den versammelten geistlichen und weltlichen Fürsten die erlittene Schmach mit so rührender Beredt sawkeit, daß seine Ankläger zurücktrateu und reumütig gestanden, fie feien durch Furcht oder List zu ihrer falschen Anklage verleitet norde». Der Graf verlangt« alsbaldige Untersuchung seiner Sache. Courad von Marburg dagegen begehrte einen «nsschub derselbe». Der Gras wieder- holte feint Bitte, man wöge ihn richten »ach seiner Unschuld und zwar gleich, allein er fand kein Gehör. Da ergriff der Erzbischof Dietrich von Trier das Wort und sprach zur Versammlung: .Wiss.t, daß der Graf vou Sryn als keiner Ketzerei überwiesen und als Katholik vou hinnen geht."
Graf Heinrich von Sehn war jedoch mit seiner Lossprechung nicht zufrieden, die in seinem Herzen kochende Rache gegen den Inquisitor gab,Veranlassung zu einer Handlung, zu deren Ausführung Sleichge- inute zur Stelle waren. Als Courad von Marburg Mainz verließ, war fein Tod beschlossene Sache. Seine Rächer teuren ihm voraus geeilt. gn der Nähe des Dorfes Beltershausen in der Richtung »ach dem Lahnberg zu, wurde er unverhofft von ihnen über- allen und getötet. Als er die Absicht der aus einem Hinterhalte hervortretendeu Männer erkannte und teehmfitig um sein Leben bat, ries «in« Stimme: .Tötet den Grausame», als der selbst keines Menschen Lebe» geschont hat." Und so fiel Conrad von Marburg am 30. Juli 1233 unter ihren Streichen und mit ihm sein Begleiter der unbescholten« FranziSkanrr Gerhard. Die Leichname beider wurden nach Marburg gebracht und in die St. Franziskukkapelle beerdigt, (ckk. Justi, Dr. Karl Wilhelm, Elisabeth di« Heilige, <5. 347 fg.).
Im Jahre 1254 machten die Brüder des deutsche» Danses zu Marburg die erste» Gfiteraukänfe in der Gemarkung Beltershausen, worunter sich auch der
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b. BlatteS, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bogle« ü> Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg rr. Wien; Rudolf XXV Mvffe in Frankfurt a. M., Berlin,München u. Köln; ®. 2. AA ’' Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
^llnstnertes ^^anntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion. Druck uud Brriau von Joh. Slug. Koch.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und .
Feiertagen. — Quartal-WonnemeMS-PreiS bet der Expe- e
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