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MchssiW Mim.

Wöchentliche Beilagen: Kreis Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Illustriertes Sonntagsblatt.

Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

M 86.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-MonnementS-PreiS bei der Expe­dition 2* */t Mk., bet den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Sonntag, 13. April 1890.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. BlatteS, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a. M., Gaffel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXV, Hatzraana. Moffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L.

Daube u. To. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

Bestellungen

für das zweite Quartal auf die

Oberhefstfche Zeitung nebst Ureisblatt

fSr die Kreise Marburg «ns Kirchhaiv

und

Illsgriertes Sonntagsblatt werden noch fortwährend von allen Postan­stalten, in Kirchhain von unserer Agentur und für hiesige Stadt bei uns wen Zeitungs­trägern und der Unterzeichneten entgegen­genommen.

Die Exped. der Oberh. Zeitg.

Wochenschau.

Ostern ist vorüber! Das Frühlingssest hat uns zwar roch nicht volle Frühlingstage gebracht, wir harren ihrer noch, doch ist zu Ostern der ganzen deutschen Nation klar geworden, daß auch im poli­tischen Leben eine neue Zeit anbricht. Von allen Erlassen, welche Kaiser Wilhelm II. in den noch nicht zwei Jahren seiner Regierung der Oeffcntlichkeit übergeben hat, hat einen so liefen Eindruck, wie der neuste über den Osfiziersersatz, kein einziger ge­macht. Wohl sind die Verordrungen über den Ar­beiteischutz mit großer Freude begrüßt worden, aber man wußte bereits, daß in dieser Richtung sich die Reformgedanken des Kaisers bewegten. Die jetzige Kabinettsordre ist wie ein Blitzstrahl aus heiterem Himmel gekommen, sie bricht mit mancher lieber lieferung, die früher sorgsältig gepflegt ist. Die Vor­bedingung für Zufriedenheit im sozialen Leben ist schlichte Einfachheit, der Kaiser will auch die Grenzen beseitigen, welche durch übertrieb r.en Luxus zwischen den einzelnen Gesellschastsklassen gezogen wurden. Befehlen kann er in dieser Beziehung nur seinen Offizieren; sie sollen der Gesamtheit mit gutem SBefc spiel vorangehen. Nicht von heute auf morgen läßt sich das erreichen, was der Kaiser wünscht und will und er selbst verkennt auch wohl am wenigsten, daß die Gewohnheit langer Jahre nicht in kurzen Wochen auszurotten ist. Aber er hat den Stein der Refor men ins Rollen gebracht und wird schon dafür sorgen, daß nicht wieder ein Stillstand eintritt. Der Kaiser

(Nachdruck verboten.)

Nuterm Pantoffel.

Eine Wehstands-Erzählung von Carl Zastrow.

Herr Augustin Müller, ein Angestellter in einem lönigliche» Bureau, tritt in sein bescheiden einge­richtetes Wohnzimmer. Er steht bereits im Anfang der fünfziger Jahre, kc8 ihm jedoch Niemand au sehen will. Seit einem Jahre ist er verheiratet und seine Ehe war eine glückliche. Auch das will ihm Niemand glauben, so oft er es auch mit dem ernst­haftesten Gesicht von der Welt versichert.

In dem Bnrean, in welchem Herr Müller mit mehreren Kollegen zusammen arbeitet, hat man heute ein ebenso interessant« s wie zeitgemäßes Thema er­örtert. Der .Pantoffelheld' war der Gegenstand der Unterhaltung gewesen, und die Frage «wer ist ein solcher und wer nicht?' war nach allen Richtungen hstr variirt worden.

ES waren dabet einige versteckte Seitevhiebe auf Herrn Müller und sein junges Weibchen gefallen. Man wußte, daß Fran Müller noch nicht zwanzig Jahre alt war. Ein eiheblicher Unterschied au Jahren war mithin nicht wegzuleugnen. Der Ehe­mann fing an, Bequemlichkeit und Ruhe zu lieben, während die junge Frau lebhaft und heiteren Sinnes war. Das allein g'ebt schon kleine Konflikte, ohne daß man es beabsichrigt, und ein wenig Pantoffel- regiment ist kaum abzuleuguen.

Herr Müller fühlte das und war sehr kleinlaut geworden. Er wollte gern alles in der Welt fein, nur fein Pantoffelheld, und so nahm er fich fest vor, die Zügel daheim ein wenig anzuziehen. Dieser Entschluß ließ einige strenge Falten in seinem Antlitz hervortreten, welche daS ihm in ahnungsloser Un­schuld eutgegeutrippelude Frauchen gewahrt.

.August', beginnt sie, und ergreift schmeichelnd seine Hand, .Dn hast heut Unannehmlichkeiten ge. habt. Gestehe eS nur!'

hat eine kräftige Hand und einen entschlossenen Mut; diese vermögen viel, und wir werden die Frückte einer Arbeck schon erblicken, wenn nur das deutsche Volk das ©einige dazu ihut und mithilst soviel in seinen Kräften steht.

Die Erörterungen über des Fürsten Bismarck Rücktritt sind so gut wie ganz verstummt, der Karz- lerwcchsel ist ausgeglichen. Fürst Bismarck ist in feinem stillen Friedrichsruhe der Gegenstand häufiger Ovationen, denn an zahlreichen Besuchern, welche den großen Staaismann sehen, ihm ihi e Grüße darbringen wollen, fehlt es an keinem Tage. Auch Gras Her­bert Bismarck, der nochmals auf kurze Zeit in Berlin eingetrcffen war, weil der Kaiser sich bei ihm zu Gaste geladen hatte, ist nunmehr definitiv nach dem Sachsenwalde übergefiedelt. Man erzählt, daß der Kaiser dem bisherig!» Staatssekretär des Auswär­tigen mit großer Freundlichkeit begegnet ist, und es gilt als gewiß, daß Graf Herbert wieder in den Reichsdienst ein tritt, sobald ein geeigneter Gesandt- schastsposten frei wird.

Ter Reichstag ist für den 6. Mai nach Berlin be­rufen worden, während das preußische Abgeordneten­haus schon in der nächsten Woche seine Arbeiten wieder aufnimmt. Von den für den Reichstag be­stimmten wichtigen Vorlagen über die Arbeiterschutz­gesetzgebung, Militärwesen und Kolonialpolitik ist heute noch keine einzige fertig gestellt, alle Mut­maßungen über den Umfang derselben haben also recht wenig Wert.

Ostafrika hat in den letzten Tagen in hohem Maße die allgemeine Aufmerksamkeit aus sich ge­zogen. Schon seit einem Monat war es bekannt, daß Emin Pascha in deutschen Dienst treten und eine Expedition ins Innere unternehmen werde. Jetzt steht der Beginn dieses Zuges vor der Thür. Sehr viel ist darüber gesprochen worden, es hat im Auslande an Angriffen gegen unseren Lands­mann nicht gefehlt, aber trotz aller Reden ist man heute noch so klug, wie früher. Die Sachlage und der Charakter Emin Paschas werden total verkannt Dr. Schnitzer ist kein Haudegen, der mit dem Säbel in der Faust an der Spitze deutscher Truppen Länder erobern will, sondern ein sehr ruhiger und friedliebender Mann, dem alle Extravaganzen ver­haßt sind, der aber Jnnerasrika bester kennt, als irgend ein lebender Weißer. Was er thun wird, wüsten wir abwarten; daß er sich auf Abenteuer nicht einlasten wird, davrn können wir überzeugt sein. Inzwischen hat nun auch Reichskommisiar Wißmann im nördlichen Teile unseres Schutzgebietes

.Unannehmlichkeiten?* fährt et fie an, .was willst Du damit sagen. Wo soll mir dergleichen passirt fein?*

.Nun, wo anders als in Deinem Bureau?'

.So, meinst Tn etwa ich stände so mit meinem Vorgesetzten, daß ich bei dem kleinsten Ver­sehen sogleich einen Anschnauzer davon trüge?'

.Wir wollen nicht weiter davon sprechen, August', sucht fie den Uebelgelannten zu beschwichtigen, und bann führt sie ihn an den Tisch, auf welchem das bescheidene Abendessen serviert steht, für den Gatten Brot, Butter, kalter Ausschnitt und eine Flasche gutes Bier, für sie uichtS weiter als ein Stückchen trockenes Brot und ein GlaS Wasser.

Die übermäßige Sparsamkeit der jungen Frau in bezug auf ihre eigene Persou ist schon mehrfach Gegenstand kleiner Differenzen zwischen den Ehe­gatten gewesen. Indessen hat fie stets den Sieg zn behaupten gewußt. Heute aber soll ihr dies nicht gelingen. Denn er ist einmal kein Pantoffelheld und wirb es auch niemals werden, und heute wirb er feinen Willen bnrchfitzrn, es mag kosten was es will.

.Sitz'st Tu schon wieder da bei Deiner Straf, lingskost?' herrschte er fie an, .wie oft habe ich Dir schon gesagt, daß ich diese übertriebene Sparsamkeit nicht liebe ? Verdiene ich etwa nicht genug? Steht der Geldkasten nicht zu Deiner ausschließlichen Verfügung ?'

.Ich bin jung uod gesund, August, und meine Bedürfnisse find, wie Du weißt, gering. Junge Anfänger mfiffen sparen, nm bei eintreteuben außer­gewöhnlichen Vorfällen einen sogenannten Notgroschen zu haben.'

.Natürlich! Und eine solche außergewöhnliche Episode wird ja auch nicht auf fich warte» lassen, wenn Du mit Deiner Hungerkur fortfährst. Ich sehe schon im Geiste, wie die Farbe der Gesundheit von Deinen Wangen schwindet und die jugendliche Fülle der Gestalt einer granenvollen Mager leit weicht. Daun wagen wir den sogenannten Notgroschen »nm Arzt; der Apotheker sieht auch zn, daß er seinen An- teil bekommt. ES muß eint Arbeitskraft zu unserer

volle Ruhe bekommen und wendet sich nun dem südlichen Teile zu. Der letzte Führer des Auf­standes, Banaheri, hat die Waffen niedergelegt und ist in seinen srüheren Wohnsitz zurückgekehrt. Von Dr. Peters sind ebenfalls wieder Nachrichten ein­gegangen, er ist mit feinen Begleitern am Biktoria- Nyanza-See. Momentan steht in Deutsch-Oftafrika allo alles befriedigend; mag nun nur eine allgemeine günstige Entwickelung eintreten und keine neue Störung erfolgen.

Böse Ausschreitungen sind in Wiener Vororten aus Anlaß des jetzt übrigens ebenfalls zu Ende gehenden Maurerstreiks hervorgerufen worden, doch soll sich an denselben nur ein kleiner Teil wirklicher Arbeiter beteiligt haben, während die große Mehrheit der Tumultuanten halbwüchsiges Gesindel war. Die Volksmenge überfiel nicht nur einzelne Schutzleute ohne allen Grund und mißhandelte sie in brutaler Weise, so daß von der blanken Waffe Gebrauch ge­macht werden mußte, sondern legte sich auch auf regelrechtes Plündern von Kaufläden und Schnaps- kueipen, von welchen mehrere in Brand gesteckt wurden. Militär stellte schließlich die Ordnung wieder her, wobei zahlreiche Personen tiertounbet, viele Verhaftungen vorgenommen wurden. Kaiser Franz Joseph von Oesterreich, der feiner Tochter in München einen Besuch abstattet, hat fich über die bedauerlichen Ereignisse ausführlich berichte» lassen.

Die maßlose Hetzerei einzelner Pariser Journa­listen, die ihre Furcht vor Deutschland und dem deutschen Kaiser hinter einer Flut von gemeinen Schimpsworten zu verstecken lieben, hat in dieser Woche ihre gerechte Sühne gefunden. Das Schwur- gerieht hat einen Federhelden, welcher zur Ermor­dung des deutschen Kaisers aufgefordert hatte, zu 15 Monaten Gefängnis und 3000 Franken Geld­buße verurteilt. Das dürfte doch einen Eindruck machen. Der Herzog von Orleans, der immer noch im Gefängnis sitzt, wird nun über die Grenze per Schub gebracht werden. Präsident Carnot hat näm lich im Ministerrat darauf bestanden, daß der prinz- liche Hanswurst aus Frankreich fortgeschafft werde, bevor er feine für die nächste Zeit in Aussicht ge­nommene Rundreise in Südfrankreich antritt. Der Krieg um die Hammel ist in Paris schon wieder im vollen Gange. Die Fleischer und Gerber for­dern von Tag zu Tag energischer die Aufhebung des Verbots der Hammeleinfuhr und es wird nun nach Mitteln gesucht, wie diesem Verlangen unter Wahrung der veterinärpolizeilichen Kontrolle ent­sprochen werden kann. Nächsten Sonntag finden

Bedienung ins Hans, und da Niemand daran denken wird, Dir nmfonft ein Glas Wasser zn reichen, so wandert der letzte Rock ins Pfandhaus.'

.Dn stehst zu schwarz, lieber Man». Soweit, denk' ich, soll er nicht kommen.'

.Wenn es nun aber dahin kommt?' versetzte er mürrisch, indem er eine Brotschnitte mit Butter be­strich und den Teller, auf welchem die Wurstscheiben lagen, etwas unsanft seiner Frau hiuschob, .wenn es nun aber dahin kommt?'

.Warten wir eS doch ab, August', gab fie mit sanfter Freundlichkeit zurück und schob den Teller ruhig wieder dem Gatten zn.

.Abwarten?' fuhr er zornig ans. .Bist Du von Sinnen? So etwas wartet man nicht ab. Man beugt vor. Wenn das Unglück da ist, ifl'S zu spät!'

Der Teller wanderte wieder zurück.

.Laß die Sache nun auf fich beruhen, lieber August', erwiderte die junge Frau etwa» ernster, aber doch noch immer ruhig und sanft, ,eS ist dies ein Thema, das ausschließlich in die Funktionen der Hausfrau fällt, und so denk' ich, Du Überläßt die Vertretung dessen, was ich thne und als Hausfrau zu thun für gut befinde, mir allein. Willst Du aber durchaus kommaudtren und anorbnen, so dürstest Dn in Deiner Stellung ausreichend Gelegenheit dazu finden. Nun genug davon! und trink so lange eS Dir schmeckt und laß »nS von etwas anderem sprechen.'

Sie stellte mit diesen Worte» den Aufschutttteller dicht vor den Gatte».

De» ergriff aber jetzt der Erboste und schlenderte ihn mtt Vehemenz ans de» Fußboden, daß er in Scherben zersprang. _

.Da hast Du'S!' schrie er, .ich werde Dir Deine hauSstänliche» Funktionen klar machen. Nichts hast Du zu vertrete», uichtS hast Du für gut zu b-finden. Ich bi» der Herr im Haufe und Niemand anders und was ich anordne, das wird ausgeführt.'

(Fortsetzung folgt)

in Paris die Neuwahlen zum Gemeinderate statt. Die Wahlagitation ist eine sehr rege.

Die politischen Beziehungen zwischen Italien und Frankreich haben fich feit Neujahr bekanntlich sicht­lich gebessert, und so wird den» auch ein italienisches Geschwader den Präsidenten Carnot bei dessen süd- französischer Reise begrüßen. Auch Spanien sendet ein Geschwader ans. Prinz Heinrich von Preußen, der mit dem deutschen Uebungsgeschwader in Cadix angekommen war, hat von dort aus der Regentin Marie Christine in Madrid einen Besuch ab- giftattet.

Auf der Balkanhalbinsel herrscht Ruhe, in Ruß­land nicht. Wenn auch die Berichte über innere Unruhen im Zarenreiche vielfach übertrieben waren, so ist man in Petersburg doch nicht ohne Sorge» und der Zar soll nicht eben in heiterster Laune sein. Auch der Geldpunkt macht sich wieder einmal unliebsam geltend. Rußland schafft bekanntlich neue Gewehre und rauchloses Pulver an, aber die Moneten wollen nicht recht lange».

Deutsches Reich.

Berlin, 11. April. DerReichsanzeiger" ver­öffentlicht die Ernennung des Handelsministers Frhr. v. Berlepsch und des Staatssekretärs Frhr. von Marschall zu Bevollmächtigten beim Bundesrate. Der Afrikareisende Hauptmann Kund ist von seiner Dienstleistung bei dem Auswärtigen Amte entbunden und zum Neben - Etat des Großen GeneralstabeS kommandiert worden. lieber den Empfang des Hannoverschen Männer-Gesangvereins am Mittwoch bei dem Kaiser wird demH. C." von hier tele­graphiert:Die Vorträge- des Hannoverschen Männer-Gesangvereins im Elisabethsaale des könig­lichen Schlosses begannen um 9 Uhr und währten bis 11 Uhr. Das Kaiserpaar drückte dem Diri­genten seine Befriedigung aus und bewegte sich in der leutseligsten Weise in dem Kreise der Mitglieder. Ter Kaiser äußerte bei dieser Gelegenheit, von einer gleich großen Anzahl Sänger etwas schöneres und Formvollendeteres nicht gehört zu haben. Das niederländische Volkslied von Kremser mußte auf Wunsch der Kaiserin wiederholt werden. Es wurden den Sängern zweimal Erfrischungen gereicht und erstere nach einer Ansprache des Kaisers entlassen."

Hamburg, 11. April Die Fürstin Bismarck erhielt zu ihrem heutigen Geburtstage zahlreiche, teilweise kostbare Geschenke. Der Kaiser sandte ihr ein Oelgemälde (Blumenstück). Vormittags wurde ihr ein Ständchen der Lauenburgischen Jägermusik aus Ratzeburg gebracht. Der Kommandeur des Bataillons überreichte namens des Osfizierkorps ein Bouquet mit schwarz weißer Schleife. Mittags kon­zertierten die Kapellen der Regimenter No. 31 und 76. Abends fand in der Aumühle großes Festessen sämtlicher Beamten, Förster, Angestellten :c. statt.

Au-taud.

Bern, 11. April. Der Bundesrat beschloß die Bildung von vorläufig vier Kompagnien Festungs­artillerie, wovon eine für Airolo, zwei für And ermatt und eine für die Oberalp Furka Gotthard bestimmt sind. Spanien erklärte den Beitritt seiner Inseln Kuba, Portorico und der Philippinen zum inter­nationalen Telegraphenvertrage.

Madrid, 11. April. Im Senate «klärte Sa- gasta auf die Herausforderung des Generals Daba», er sei bereit, sich mit demselben auf jedem Felde zu messen. Der Angriff der republikanischen Senatoren gegen die Monarchie rief lebhafte Bewegung hervor.

Balencia, 11. April. Als der Karlistenführer Marquis Caralba gestern auf dem hiesigen Bahn­hofe ein traf, wurden von einer nach Tausenden zäh­lenden Menschenmenge feindselige Kundgebungen ver­anstaltet. Man zerschlug die Fenster und versuchte das Gebäude in Brand zu stecken, waS die Bürger­garde jedoch vereitelte. Schließlich wurde Kavallerie requiriert, welche die Volksmenge angriff und mehrere Personen verwundete. Weitere feindselige Kund­gebungen erfolgten vor dem Hause des Karlistenklubs, wo 2000 Personen angefammelt waren. Die Menge drang in das Gebäude ein, steckte die Möbel in Brand und suchte das Löschen des Brandes durch die Feuerwehr zu verhindern. Eine andere Gruppe zerttümmerte und verbrannte die int Hofe deS Klub­hauses stehenden Wagen und versuchte auch die Kirche in Brand zu stecken, wurde aber von den Truppen