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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

M 84.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn« und Feiertagen. Ouartal-AbonnementS-Preir bei der Expe­dition 2*/t M-, bet den Postämtern 2 M. St) Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Freitag, 11. April 1890.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b. Blatte», sowie die Annoncen-Bnreaux von Haasenstein und Seglet in Frankfurta.M., Taffel, Magdeburg «.Wien: Rudolf Stoffe in Frankfurt e. M-, Berlin, München u. Köln: ®. L- Daube u. do. in Frankfurt a. SR., Berlin, Hannover, Paris.

fordert, sind gering bemessen; schon daraus ergiebt sich, daß es sich nicht um Kriegsthaten in der Haupt­sache handelt. Wenn unser Landsmann aber die feste Zuversicht hat, wertvolle Länder für den deutschen Handel eröffnen zu können, und zwar in Frieden, so können wir damit nur einverstanden fein.

XXV. Jahrgang.

Bestellungen

für das zweite Quartal auf die vberhesstsche Zeitung nebst Kreisblatt

fite ftte Kreise Marburg rmd Kirchhain

und

Illrrstriertes Sovntagsblatt werden noch fortwährend von allen Postan­stalten, in Kirchhain von unserer Agentur «nd für hiesige Stadt bei uns ren Zeitungs­trägern und der Unterzeichneten entgegen­genommen.

Die Exped. der Oberh. Zeitg.

Aas Emin Kascha will, darüber zerbrechen sich die Engländer gewaltig die Köpfe und auch in Deutschland sind vielfache Ver­mutungen darüber laut geworden, welche Absichten Emin eigentlich mit seinem unter deutscher Flagge zu unternehmenden Zuge in das Innere von Afrika habe. Daß dieser Zug stattfinden werde, war schon seit Wochen bekannt, aber trotzdem hat Emin nicht daS Geringste über seine letzten Ziele in der Zwischen­zeit verlauten lassen. Er wird also auch wohl jetzt nicht sprechen, und die Welt vor eine vollendete Thatsache hinstellen. Und die Thatsache, welche er schaffen wird, wird für Deutschland sicher keine Be­unruhigung bedeuten. Sehen wir uns doch den Mann, der feit Jahr und Tag so viel von sich reden macht, näher an: Er bildet ein Pendant zu dem verstorbenen Generalkonsul Dr. Gustav Nachtigal, und dieser, wie Emin, haben ihre ganzen großen Erfolge einfach durch die Wucht ihrer Person erreicht. Ohne alle größeren Mittel waren sie darauf ange­wiesen, die Afrikaner für sich zu gewinnen, und das ist ihnen in hohem Maße gelungen. Als Emin Pascha als egyplischer Beamter in seine Provinz Wadelai kam, fand er dort Unordnung und offenes Räuberlum. Stehlen und Rauben waren die tägliche Beschäftigung, in welcher sich auch die Behörden glorreich auSzeichneten. In Ruhe und ohne allen Streit ist es Emin gelungen, die Provinz zu einer einträglichen Landschaft zu machen, die heute noch in seinem Besitz wäre, wenn man ihn nicht ohne alle Unterstützung gelassen hätte. Dann kam zum

Lana.

Eine Episode aus dem Kaukasus von S- Karow.

(Schluß.)

»Wie daS hier brennt tn der Brust*, fuhr Lana fort, »tote das den Kopf bestürmt, tote sich alle Gedanken tn dem einen vereinigen, dem Todfeinde iss Ange zn sehen, ihm den Säbel tn die Brust zu stoßen, unbekümmert nm seinen angstvollen Blick, und ihm ins Ohr zn rufen: »Wie süß ist doch die Rachel'

»Wie süß ist die Rache 1" wiederholte Sergei ge­dankenvoll. »aber, Lana, Sie sagen ja selbst, Sie Hilten einen Bräutigam besessen. Da haben Sie koch auch die Liebe gekannt. Denken Sie einmal aufrichtig noch? Ist sie nicht ein unendlich süßeres, beseeligenderes Gefühl, als der blutige Rachegedanke?'

Die Tscherkesfin schüttelte mit herbem Lachen den Kopf: »Ich weiß, was Sie sagen wollen, Graf Sergei. Ich habe auch französische Romane gelesen, bevor die Raffen in unsere Berge kamen. In jenen Ge. schichten wird die Liebe stits als das süßeste Empfinden auf Erden gepriesen. Ich wiederhole, wir denken anders. Der Tscherkesfin bestimmt btt «ater den Gemahl, fie liebt olle Angehörigen und ste rächt fie auch, wenn es sein muß!"

»Aber könnten Sie sich nicht mit unseren An­schauungen befreunden?* fragte Sergei jener Seite des Tisches zurückend, an welcher des Mädchen faß. »Ich darf solche Worte nicht hörenl' versetzte fie ernft »Aber wo wollen Sie bleiben, wenn Ihr Rachewerk gelungen?' fragte der Offizier. .Ja diesen Bergen werden Sie kaum bleiben können. Kommen Sie mit uns nach Petersburg, Sie werden in unserer Familie eine freundliche Aufnahme finden.'

Niemals!" erwiderte fie entschieden.In diesen alten Bergen bin ich geboren und in ihnen werde ich sterben, wenn ich hier nicht mehr leben kann. Alle Versuche, mich zu Überreden, find umsonst. Doch es wird gut fein, totr ruhen noch ein Weilchen. Der Tag wird große Anstrengungen bringen.«

Uebersluß noch Stanley, ter Emin Pascha nicht nützte, sondern schadete, so daß ihm nur der Rückzug zur Küste übrig blieb. J«tzt sind die Mahdisten in Wadelai. Man sagt nun, diese Provinz, sowie der Sudan feien immer noch, wenn auch nur dem Namen nach, egyptisch; Emin Pascha würde fie nicht, auch wenn ec dies wollte, unter deutschen Schutz stellen können. Diese Sorgen sind sehr überflüssig! Hai Emin Pascha diese Aufgabe, so ist auch schon alles Nähere zwischen London und Berlin vereinbart, das unterliegt keinem Zweifel. Und der Besitz dem Namen nach? Dann würde heute die Karte von Europa sehr wunderlich aussehen! Die mecklen burgisck e Stadt Wismar gehört heute, buchstäblich genommen, noch zu Schweden, der Kaiser von Oesterreich ist dem Namen nach König von Palästina, der König von Dänemark Herzog von Schleswig u. s. w. Das Faktum entscheidet, und für den Sudan besteht dies darin, daß die egyptische Regierung alle ihre Beamten und Truppen offiziell aus dem Sudan abberufen hat. Das ist ein thatfächlicher Verzicht.

Bis zur Stunde steht aber, wie gesagt, ja gar nicht fest, was Emin Pascha will. Er ist kein Mi­litär, sondern ein ruhiger und friedliebender, in Inner-Afrika sehr populärer Mann, ter nichts an­sangen wird, was seinem Namen schaden und was er nicht vollbringen könnte. Niemand kennt aufgrund jahrelanger Erfahrungen die innerafrikanischen Ver­hältnisse so genau wie er, auch Stanley nicht, dem es an Gabe fehlt, sich mit den Eingeborenen dauernd zu vertragen. Emin Pascha weiß sicherlich ganz genau wie er den deutschen Interessen in seiner Weise am besten nützen kann, und man muß deshalb zu ihm Vertrauen haben. Als wir in Ostasrika mit der Koloniclpolitik begannen, hatten wir keine Erfahrung und das muß eingcstanden werden, wir haben Lehr­geld bezahlen müssen. Emin Pascha hat für seine Thäti^keit Erfolge, er hat die Erfahrung, und welchen Grund sollten wir also haben, von vornherein Miß trauen gegen ihn zu hegen? Er schweigt über die Einzelheiten seiner Ideen. Aber daran thut er Recht, ganz abgesehen davon, daß er während seiner langen Ar Wesenheit unter Muhamedanern viel von deren Charakter angenommen hat und die Moslems sind bekanntlich auf Schwätzer schlecht zu sprechen. Zum Schweigen hat Emin aber auch Grund, denn die Herren von der englischen ostasrikanifchen Kompagnie in dem nahen Mombas sind recht gefährliche Kon kurrenten für sein Unternehmen, und greisen unver­zagt zu, wo sie nur Land erwischen können. Die Die Mittel, welche Emin Pascha für seinen Zug

töte breitete rasch eine Decke auf dem Erdboden des Zeltes aus, lehnte das Anerbieten Sergei'S, ihr einen P-lz zu leihen, ob, und streckte sich ruhig nieder. Zuerst hatte sie den Griff des Säbels in die rechte Hand genommen, dann aber, nach einem flüchtigen Blick auf den jungen Mann, legte fie die Waffe an ihrer Seite nieder, nud bald verrieten die tiefen, regelmäßigen Atemzüge den feste» Schlaf.

Graf Sergei ging leise im Zelte auf und ab und betrachtete ernst die Schlafende: Ein reines, klares Mädchengkficht. Nur auf der Stirn, zwischen den Augen, zeigte sich eine schwere, tiefe Falte. Jetzt flog um den Mond ein Zucken, die Hand faßte im Traume «ach dem Säbel, aber gleich darauf sank fie wieder zurück. Langsam schritt der Offizier auf seinen Platz zurück

Eine Stunde war vergangen. Der frühe Morger begann zu dämmern, als sich die Bataillone d.s Obersten »fixet zu sammeln begannen. Der Kom- manbeur hielt eine kurze Ansprache und forderte Freiwillige auf, vorzutreten. Der Weg war steil unb eng, uub nur mit einer begrenzten Zahl von unerschrcckenen Leuten konnte bc8 Wagnis Vi?r. nommen werben. Alle Soldaten traten vor. Nun tourbe eine Auswahl getroffen, unb fünfhundert M»un stark marschierte bie Kolonne ab. Die übrigen Truppen sollten später folgen.

Oberst «fixet sprengte mit Lana unb einigen Offizieren zu Pferde bet Kolonne nach. Die Tscherkesfin saß fest unb sicher im Sattel' unb er- toibeite kurz bie Grüße ber russischen Offiziere. Der Oberst hatte auch feinen Sohn an feine Seite rufen wollen, aber Lana hatte Widerspruch gegen bie Be- glettung burch zu viele Offiziere erhoben. Der Weg fei gefährlich, unb eine größere Zabl berittener Personen würbe nur unnütze Schwierigkeiten hervor, rufen. »Leben Sie wohl, Lana!» hatte Sergei ge. sagt, ihr zum Abschiede bie Hand reichend, »gern hätte ich Sie begleitet* »Es find genug l* »ar bie einsilbige Antwort Die ihr borgetotene Laub hatte bie Tscherkesfin nicht ergriffen.

Keltisches Reich.

Berlin, 9. April. DemRnchsanzeiger" zufolge sind bie auf Grund des Sozialistengesetzes erfolgten Verbote eines Flugblattes an den Handelsstand in Königsberg, der Filiale Düsseldorf des Vereins deutscher Schuhmacher mit dem Haupisitz Nürnberg, ber Flugblätter an die Wähler des Reichstagswahl- kreises Hof, sowie von Württemberg, Bingen Alzey und Mainz-Oppenheim durch die Reichskommission aufgehoben worden. Der neunzehnte chirurgische Kongreß wurde heute durch Bergmann eröffnet Anwesend sind u. a.: Thiersch (Leipzig), Trendelen­burg (Bonn), Bruns (Tübingen), Fischer (Breslau), Mikulicz (Königsberg), HelferichsGreifswald^Madlung (Rostock), Braun (Marburg), Petersen (Kiel) Krönlem (Zürich), Kraske (Freiburg), Riedel (Jena), Schade und Lauenstein (Hamburg), Wagner (Königs­hütte), die Generalärzte Roth (Dresden) und Beck (Freiburg). Bergmann gedachte in einer längeren Eröffnungsrede der Kaiserin Augusta. Der Kaiser hat der Gesellschaft heute vormittag ein Geschenk von 1000 Mk. gemacht als Beitrag zur Errichtung des Langenbeck-Hauses. Geheimrat von Bergmann wurde beauftragt, dem Kaiser persönlich den Dank ber Gesellschaft auszudrücken. Der ge- schäftsführende Ausschuß des deutschen Emin Pascha Komitees hat heute folgendes Telegramm aus Zanzibar erhalten:Empfingen Brief von Peters, datiert Kopte Kamassia, 16. Januar; er sowohl wie Leutnant Tiedemann wohlauf. Sein Brief an Sie folgt. Hansing." (Kopie liegt westlich vom Baiingo- See; Kamassia ist der Name eines dortigen Gebirgs­zuges). Der neue Reichstag ist durch kaiserliche Bekanntmachung, tote mitgeteilt, auf den 6. Mai nach Berlin zusammenberufen worden. Schon der späte Termin der Einberufung beutet darauf, daß es in der Absicht der Regierung liegt, in der nächsten Session nicht allzuviele Vorlagen zur Erledigung zu bringen. So dürfte wohl auch darauf verzichtet werden, schon jetzt eine Abänderung des Kranken­versicherungsgesetzes vorzunehmen. Höchst wahrschein­lich wird sich das Arbeitspensum dieser Tagung auf eine Militärvorlage, eine Nachforderung für Kolonial- zwecke, den bereits ausgearbeiteten Gesetzentwurf über

Unendlich mühsam war cr Marsch zwischen den Felsen, die Soldaten mußten ihre ganze Kraft an* spannen nm die sich ihnen bietenden Hindernisse zu überwind v. Nur allein die Tscherkesfin schien keine Austren-, unp zu haben, vorwärts zu kommen. Kräftig schritt ihr Gebirgsroß aus, und ruhig beantwortete sie die Fragen, welche ber Oberst bann unb wann au sie richtete. Einer ber -u'stscheu Offiziere be» »nnoirtf ben kostbaren Säbel der Tscherkesfin. Mit stolzen Lächeln zog fie bie Si ans ber Scheide, es war ein Meisterwerk bet Waffeufchrniedeknust. Sehen Sie her!" rief fie unb hieb auf einen Felsen mit voller Kraft auf. Unversehrt blieb bie Klinge. Oh, ich werbe treffen, wenn ich treffen will!"

Man halte jetzt bie Poß'öbe erreicht unb eine weite Ueberficht über baS G-.l Der feindlichen Feste war man in gedeckter Stellung ziemlich nahe gekommen. De. Oberst ließ seine Schar Halt machen, um fio für deu bevorsteh dm Angriff zu stärken, Mau war auf einem klein. P aieau, daS tm Schutze mächtiger Felsen lag. In der Zwischenzeit ritten Oberst Nawirowitsch Sana und die Offiziere zu einem Anssichtkpnrv auf welchen bie Tscherkesfin schon vorher anfiut ff acht hotte. Ruhig schritten bie Pferde uns, L.-m auf ihrem Raffe D'an. Plötzlich hielt fie uub zog d u bFtz-- -p Säbel. Wir kommen hier der St-.ll > g Ha, v Ong Dero's sehr nahe, es wir' ur feW- Si Lu i di? Waffen bereit." Die Ossi - >-- »id . P t -n ichußfertig. Nun war e » Ho l<v a och zu posteten. Schritt für Schritt, r b 111> m ><<« gingen die Pferde vorwärts

Zehn Schritte wo? bie o i- -itenbe Lana eu » noch von bem freien Terrain urferut als fie plötzlich ihrem Tiere bie Spa-en gab, und hinars-choß. Die Offiziere folgten ruchr , aa schnell, aber kaum hatten fie den Hohlweg verüfsiu, als sich L'va hoch im Sattel hob, den Säbel über*8 Haupt sch ing und mit lauter Stimme rief:Für Tscherkessen niu> gegen Markau!" Eine hatten.*e Salve, tätlich getroffen

Gewerbegerichte und Einigungsämter, sowie einen Arbeiterschutzgese tzentwurf bezw. Abänderung deS Titels VII ber Gewerbeordnung beschränken. Falls der Reichstag diese Gegenstände noch vor Ende Juni erledigen will, wird cr auch dann noch seine Be­ratungen beschleunigen müssen. Der zweite Chef des Zivilkabinetts unseres Kaisers, Geheimer Re­gierungsrat Anders, ist gestern gestorben.

Daß eS mit der verschiedentlich angekündigten Herabsetzung der Militärdienstzeit nichts ist, bestätigt nun auch das halbamtliche »Militär - Wochenblatt". Dasselbe bringt einen kurzen Artikel über die zwei­jährige Dienstzeit, in welchem es heißt: Abgesehen von der ökonomischen Seite eine zweijährige Dienstzeit würde sich bekanntlich sehr viel kostspieliger gestalten als bie dreijährige möchten wir die heutigen Zeitverhältniffe für die denkbar ungünstigsten halten, um an den Bestimmungen der Wehrpflicht zu rütteln. Die Konsequenzen der Einführung einer so hoch entwickelten Präzisionswaffe, wie unser neues Jnfanteriegewehr in Verbindung mit einem fast rauchlosen Pulver, find zunächst nur theoretisch zu erörtern. Eins stehr indes schon heute unbestritten fest, daß die Handhabung dieser Waffe, wenn anders sie ihre große Aufgabe erfüllen soll, ganz bedeutend gesteigerte Anforderungen an die Einzelausbildung des Soldaten stellt. Nicht das Schießen allein, auch das Entfernungsschätzen, die Wahl der Ziele, Stellung des Visiers, die Feuerart, die Benutzung des Geländes Alles dies sind Umstände, die ja auch bisher eine hochbedeutsame Rolle spielten, deren Bedeutung sich aber insofern steigert, als einer größeren Präzision gegenüber auch auf größere unb schnellere Verluste zu rechnen ist, mithin die Momente weit häufiger werden, in denen ber Mann, seiner Führer beraubt, sich selbst über­lassen ist oder selbst die Führung von Kameraden übernehmen muß. In dem blutigen Ringen deS Jnfanteriekampfes gipfelt die Gefechtsihätigkeit auch der nächsten Kriege. Die höchsten Anforderungen werden an diese Waffe gestellt, und eine Ausbildung wird erforderlich, welche für die große Masse un­seres Ersatzes nur durch Gewöhnung zu erreichen ist. Unter diesen Umständen eine Verkürzung der Dienst­zeit einzuführen, wäre ein Experiment, für welches niemand die Verantwortung übernehmen dürfte. Im übrigen können wir es auf das Bestimmteste aus­sprechen, daß eine derartige Absicht der Regierung auch nicht im Entferntesten vorliegt.

Es zeigt sich immer deutlicher, daß die Kon­ferenz in Berlin und bie Art, in welcher der Kaiser sanken Oberst Alexei nnb bie beiben Offiziere auS bem Sattel.

Unter ben Säbeln bet Tscherkeffen hatten bie beiben Offiziere schnell bas Leben ausgehaucht. Jetzt sprang auch Lana vom Rosse, nnb trat mit ber blitzenben Klinge an ben stöhnenden Obersten heran: Der Todfeind, ben ich suchte, warst Du. Mein Vater, meine Stüber find aus Deinen Befehl einen schmach­vollen Tob gestorben, jfie find tn bie Tiefe ber Ak- gtfinbe gestürzt. So stirb nun Du von ber Haud ber Rächerin I" Sie hob ben Säbel, aber in diesem Anger« blick stieß ber Daliegenbe einen tiefen Seufzer ans, fein Haupt sank zurück, er wat tot. Sana trat zurück; ein Höherer hatte gerichtet:Uub nun Tod nnb Verberben den Moskowitern!" tiefste;hört Ihr, wie bie Gewehre von Dero's Leuten knallen? Wie ein Adler

er über fie, Tob nnb Vernichtung ihnen Allen!" ährenb die Rache der Tscherkesfin den Obersten

Alexei traf, war die Sturmkoloune, die sich auf dem Platean tn völliger Sicherheit wähute, von den zwischen den Felsen versteckten Tscherkeffen überfallen. Die Kngeln pfiffen, die Säbel blitzten und znm Unglück retirierten die Russen sofort tu den engen Paßw-g. Nun tonnetten von oben die Felsblöcke herab, reihenweise bie Unglücklichen zu Boden schmetternd. Nm wenige Mauushaften entkamen nnb brachten ber achrück-ndeu Hauptkolonne bie Ännbe von bet schweren Niederlage. Graf Setgei wat . te vom Blitz getroffen über diesen gänzlich nu- etwa r -n Ausgang, den Niemand sich erklären konnte.

T w uc Aufklärung brachte erst der blutige l .up» ' b jf Tscherkeffen, tn welchem Lana ge. fange* . Sie berichtete dem russischen Heerführer offenhe.z g den Untergang des Grasen Alk »et urd ibte Motive. Der Prozeß, der angestrengt war, -^'de indessen auf höheren Befehl niederschlagen. Die Tscherkesstn wurde tu einer russischen Stadt Interniert und in milder Host gehalten, »ber schon na<6 wenigen Iahten starb fie au gebrochenem Herzen.