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lich entgegenzulreten, als sei der Kommandeur selber vermöge seiner Dienststellung zu umfangreichen Aus­gaben für Repräsentationszwecke verpflichtet. Ein jeder Offizier kann sich durch angemefiene Förderung einer einfachen, standesgemäßen Geselligkeit Ver dienste um seinen Kameradenkreis erwerben/ zum Repräsentieren" aber sind nach Meinem Willen nur die kommandierenden Generale verpflichtet, und darf es in Meiner Armee nicht vorkommen, daß gutgediente Stabsoffiziere mit Sorgen den Gels­opfern intgegensehen, die mit dem etwaigen Er- reichen der Regiments-Kommandeurstcllung vermeint­lich ihrer warten. Ich werde Mir von Zeit zu Zeit neben den Eingaben über die Offizier-Aspiranten Nachweisungen über die bei den Truppenteilen üb­lichen Zulagen und die Gehaltsabzüge vorlegen lassen. Wie Ich hiermit bestimme, daß Mir solche Offiziere namhaft zu machen sind, welche den au Vereinfachung des Lebens gerichteten Einwirkungen ihrer Vorgesetzten nicht entsprechen, so werde Ich die Kommandeure wesentlich mit danach beurteilen, ob es ihnen gelingt, einen geeigneten und ausreichen­den Nachwuchs an Offizieren heranzuziehen und das Leben ihrer Osfizierkorps einfach und wenig kost­spielig zu gestalten Ich wünsche von Herzen, daß ein jeder Meiner Offiziere nach erfüllter Pflicht seines Lebens froh werde. Dem überhandnehm en- den Luxus in der Armee muß aber mit allem Ernst und Nachdruck entgegengctreten werden.

Berlin, den 29. März 1890.

Wilhelm R

Marburg,

Mittwoch, 9. April 1890.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Soun- und Feiertagen. Quartal-AbonnernentS-PreiS bei der Erpe- ditiou 2*/* Ml., bet den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (ejH. Bestellgeld). JnfertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

. beispielsweise die Grenzen der erforderlichen wissen fchafrlichen Bildung so eng gezogen werden, daß für die Annahme eines jungen Mannes die Ablegung der Abiturienten - Prüfung als unabweisbare Be-

i dingung hingestcllt wird. Ich muß es mißbilligen, ! wenn der Eintritt abhängig gemacht wird von einer ! übermäßig hohen Privatzulage, welche die Söhne : wenig begüterter, aber nach Gesinnung und Lebens- auffasiung dem Osfizier-Corps nahestehender Familien

der Armee fernhalten muß. Um solchen Unzuträglich- i leiten Einhalt zu thun, spreche Ich Meinen Willen ' dahin aus, daß in der Regel die Kommandeure bei der Infanterie, den Jägern, der Fuß-Artillerie und

, den Pionieren nicht mehr als 45 Mk., bei der Feld-Artillerie nicht mehr als 70 Mk. und bei der

i Kavallerie nicht mehr als 150 Mk. an monatlicher i Zulage fordern sollen. Daß die Verhältnisie großer Garnisonen und speziell diejenigen der Truppenteile des Garde-Corps geringe Erhöhungen erfordernd machen können, verkenne Ich nicht. Aber Ich erachte es als den Interessen dxx Armee nachteilig, wenn bei der Infanterie und den Jägern rc. die Forde­rungen an Privatzulagen bis auf 75, und 100 Mk an einzelnen Stellen sogar darüber hinaus gesteigert sind, und wenn dieselben bei der Kavallerie, namentlich bei der Garde, eine Höhe erreicht haben, welche es dem ländlichen Grundbesitzer nahezu un möglich macht, die Söhne der ihm lieb gewordenen Waffe zuzuführen. Mit solchen übertriebenen An­sprüchen wird der Offizier-Ersatz nach Umfang und Beschaffenheit beeinträchtigt. Ich will nicht, daß in Meiner Armee das Ansehen der Offizier Corps nach der Höhe der Eintrittszulage bemeffen werde, und schätze diejenigen Regimenter besonders hoch, deren Osfiziere sich mit geringen Mitteln einzurichten und doch ihre Pflicht mit der Befriedigung und Freudigkeit zu erfüllen wissen, ine den preußischen Offizier von Altersher ausgezeichnet haben. In diesem Sinne mit Aufbietung aller Kräfte zu wirken, ist die Auf­gabe der Truppen - Kommandeure. Unausgesetzt haben sie es sich klar zu machen, daß es heutzutage mehr wie je darauf ankommt, Charaktere zu er­wecken und groß zu ziehen, die Selbstverleugnung bei ihren Offizieren zu heben, und daß hierfür das eigene Beispiel in erster Linie mitwirken muß. Wie Ich es den Kommandeuren erneut zur Pflicht mache, den mancherlei Auswüchsen des Luxus zu steuern, die in kostspieligen Geschenken, in häufigen Festessen, in einem übertriebenen Aufwande bei der Gesellig­keit und ähnlichen Dingen zutage treten, so halte Ich es auch für angezeigt, der Auffassung nachdrück-

Jeuly Manson selbst mit der Mayorschärpe, tote sie

einem Kochlöffel als Szepter dte ganze Stadt regierte. Das zweite Banner zeigte de» nut ans Damen bestehenden Stadrat, der bei gefüllter Kaffee' taffe seine Beschlüsse faßte. Einen armen Sünder, der sich gegen das Tewperenzgesetz vergangen und nun von einem derben weiblichen Polizisten durch- geprügelt wurde, zeigte das dritte Bild. Daun kamen Männer mit Kaffeemühlen und an der Wiege ihrer Kinder, und den Schluß bildete ein von vier Männern getrogeul s Riiserbild, die von einem reizenden Frauen» Nachtmützchen bedeckte Stadt Ncckoille darstellend.

Ganz langsam ging der Zug vorwärts unter den schmetternden Klängen der Mufik und des Spottliedes- Mrs. Manson fühlte, wie ihr die Zornesthränen die bleichen Wangen hinnnterliefen, oberste hielt Stand. Und so sah sie auch, wie bald ans zahlreichen Häusern weibliche Gestalten hervoreilten, nm dieser Schwähuna der künftigen Bürgermeisterin ein Ende zu machen. Eine dichte Frouenkette zog fich über die Straße hin und versperrte dem Zug den Weg. Aber der findige Tom Cpringle schien so etwas geahnt zu haben, er wirkte nur, die erste Abteilung seines Gefolges hantierte ein paar Augenblicke geheimnisvoll, dann öffnete fich der Hänfen, vvd ans einer kleinen Hand, spritze schoß ein zischender Wasserstrahl auf die weib­liche Barr dre, die mit einem Schreckansschtei ans- eiuanderstob. Ruhig marschierte der Zug weiter und löste fich, nachdem er nutet ungeheurem Aufsehen ganz Nockville durchzogen, mit einem dreimaligen donnernden Hnrrah auf seine» Führet auf.

Man erfuhr bald deu Ursprung dieser außerordevt. lichev Demonstration: Nach jener resvltatlosev Wähler- versowwlnvg hatten Tom Cpringle und ein Dutzend gleichgesinnter junger Leute die ganze junge Mann­schaft von Nockville und Umgegend, sowie alle Au- 1 bänger und Freunde eines »guten Tropfens' ,v- sawmengettowmelt. Au Mittel» zu der pompösen i Ausstattung hatte es nicht gefehlt; daun von zahl- i reichen eingeschüchterte» Ehemännern, die man heimlich !

tralausichusse in der Immediateingabe vom 24. v. M. ausgesprochenen Bitte, für das in der Zeit vom 6. bis 13. Juli d. I. Hierselbst abzuhaltende 10. deutsche Bundesschießen einen Ehrenpreis, bestehend in einer nach dem Entwürfe des Professors Doepler jun. angefertigten silbernen Kanne mit Hirschgeweih und der Diana, zu verleihen. Im Allerhöchsten Auftrage beehre ich miet, diesen Ehrenpreis dem Zeutralausschusse zu übersenden. Der Geheime Ka- binetlsrat, Wtrkl. Geheime Rat Lucanus." Der Nationalzeitung" zufolge dürften die dauernden Mehrausgaben, welche durch die erwartete Militär­vorlage bedingt werden, sich auf jährlich 18 Mil­lionen Mk. belaufen.

In der Ansprache, mit welcher Se. Majestät der Kaiser und König am 14. Februar d. I. den Staatsrat zu eröffnen geruht haben, ist auf die hohe Bedeutung hingewiesen, welche der Mitwirkung der Kirche und der freien Liebesthätigkeit bei Durch­führung der auf die Förderung der Wohlfahrt des arbeitenden Volkes gerichteten Allerhöchsten Pläne und Absichten zukommt. Dieser Hinweis ist von den beteiligten kirchlichen Kreisen mit großer Freude begrüßt, und zweifeln wir nicht, daß die Kirche und ihre Organe hieraus neuen Antrieb nehmen werden, um sich mit allem Eifer den Ausgaben, welche ihnen auf diesem Gebiete obliegen zuzuwenden. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß das Schwergewicht alles kirchlichen Thuns in die glaubensstarke und freudige Thätigkeit des geistlichen Amts in Predigt und Seelsorge zu legen ist. Wo es gelingt, die Ge­meinden und ihre Glieder mit dem Glauben, der in der Liebe thätig ist, so zu erfüllen, daß er zu einer das Leben durchdringenden Macht wird, ist die Grundlage für Lösung der sozialen Frage im Sinne des Christentums gefunden. Die Geistlichen und die Organe der Kirchengemeinden werden aber noch mehr und noch allgemeiner als bisher ihr that- kräftiges Jnteteffe allen denjenigen Best ebungen zu­zuwenden haben, welche die Hebung der sittlichen und materiellen Wohlfahrt der arbeitenden Bevöl­kerung, insbesondere die Not der Armen und Be­drückten, zum Gegenstände haben. Allen Bestrebungen von Anstalten, Vereinen und Einzelner auf dem Ge­biete der Armen- und Krankenpflege, Diakonen- und Diakonissen-Anstalten, Krippen, Kleinkinderschulen und Bewahranstalten, Fürsorge für Wöchnerinnen, Siechen­häuser rc., der Thätigkeit auf dem Gebiete der Er­ziehung, des Unterrichts und der Fortbildung (Haus­haltungsschulen, Verbreitung guter Bücher u. s. w.), den Veranstaltungen zur Hebung des materielle»

Rtesenplakate verkündete», daß soeben ei» starker Pofte» Seide au8 New-Iotk «»gekommen fei, der um jeden Preis in der Auktion versteigert werde» sollte. Die Wahl war wichtig, aber diese Toiletten­frage war noch wichtiger. Zahlreiche Wählerinnen enteilten, versäumten über dem Schaven nnd Kaufen die Zeit, und am Abend wat Tom Spriugle Mayor von Nockville. Ein stürmisches, nicht enden» wollendes Hnrrah verkündete den Ausgang dieses heftigsten WahlstteiteS, deu die Stadt je erlebt Die weibliche Partei meinte Thräuen des Zornes, man wollte gegen die Wahl protestieren, außerdem einen Jnjutienptozeß gegen Tom Spriugle anstteugeu und andere fürchterliche Dinge vollfühteu. Am kommenden Tage sollte unter Jenuy MavsovS Vorfitz ein festet Eutschlvß gefaßt werden.

Die geschlagene Kandidatta saß am späten Abend deS Wahltages allein trübe in ihrer Wohnung. Sie hätte am liebsten die leidige Augeleaevbeit nnn rnhen affen, aber es half nichts, fie wnide von ihren An» läugerinnen vorwärts geschoben. Da pochte es a» die Thür, und im Glauben, es sei die Kammerzofe, rief MrS. Manson: »Herein I' Der erschien, war Tom Spriugle.

»Sie, Tom, Mr. Spriugle?' rief Jenny erstaunt und mehr überrascht, als heftig. »Ja, ich bin es, Jeury. Ich will Sie nm Verzeihung w-gen des neuliche» thörichte» Str-icheS bitten. Et sollte nicht Ihrer Person gelten, sondern nur der dummen J>e, »uS eine Fran als Bürgermeister aufzuhals-n. Das

1 oonteo mit uns doch nun und nimmer gefallen lassen. Nicht wahr, Jenny, Sie verzeihe» mit?1

MrS. Manson war sehr rnbig gebli b-n während biefer Worte, die Erlebnisse bet letzt--» Tige hatte» ihre» Stolz gebeugt, nub so sagte fie denn: Den thörichte» Stteich habe ich längst überwnude», 'aber daß sie, Mr. Spriugle, es waren, d?r ihn veranlaßt >at, das hat mir unbeschreiblich weh getha». Und das kann ich nicht vergessen.'

Tom Spriugle hatte während dieser Worte de»

Deutsches Deich.

Berlin, 6. April. Der Kaiser wird gegen den 20. April die Königin von Großbritannien in Darm­stadt besuchen. Nicht ausgeschlossen ist, derPost" zufolge, von dieser Reise ein kurzer Ausflug nach den Vogesen zur Auerhahnjagd. Am Hofe sieht man dem freudigen Familienereignisse bei der Prin- zessin Friedrich Leopold bereits in den allernächsten Tagen entgegen. Der Zentral-Ausschuß für das zehnte deutsche Bundesschießen hatte sich an den Kaiser mit der Bitte gewendet, dem zehnten deutschen Bundesschießen auch ein Zeichen seiner Huld zuzu- wenden und dadurch dem nationalen Feste, an welchem Schützen aus allen Teilen der Welt teilnehmen werden, einen erhöhten Glanz zu verleihen. Darauf ist folgende Antwort an den Ehrenpräsidenten, Ober­bürgermeister v. Forckenbeck, ergangen:Seine Ma jestät der Kaiser und König haben die Gnade ge­habt, in huldreicher Gewährung der von dem Zen-

ius Vertraue» gezogen, touren beträchtliche Summen beigestenert, nm den Streich znr Ausführung zu bringen, die Kandidatin für den Bütgermeisterpostea unmöglich zu machen. Mau hatte sich gewundert, daß gerade Tom Spriugle mit solcher Energie gegen Mi8. Jeuty Manson aufgetreteu war, denn man wußte recht gut, daß Beide fich früher ziemlich nahe» gestanden. Tom antwortete auf eine Anfrage kurz: »Früher wat fie ein gutes Mädchen, jetzt aber--

Das Weitere blieb unausgesprochen.

Der Zorn der Frauen von Nockville über diesen Zwischenfall wat furchtbar; er stieg noch, als man hörte, bet Anstifter des ganzen verruchten Streiches, Tom Spriugle, fei un» als Bürgermeisterkandidat ausgestellt. Aber das war uoch nicht das Beun­ruhigendste, mit Schrecken nahm man wahr, wie feit diesem Tage MrS. Manson ein sonderbar verändert-s Wesen zeigte. Sie trat nicht von ihrer Kandidatur zurück, aber fie wat einsilbig geworden. Es schien, als habe die Hohn-Demonstration einen äußerst fatalen Eindruck auf fie gemacht. Man versuchte, durch Zu- reden, durch Hinweis auf den gewissen Sieg, durch die Aussicht auf eine glänzende Revanche ihre» Mui zu heben, die Stimmung zu verbessern, aber alle Mühe war umsonst.

Jeury Manson hatte die ihr zugefügte Kränkung längst überwunden; aber daß es gerade Tom Spriugle gewesen, welcher dieselbe ihr zugefügt, dar konnte ie nicht vergessen. Was lag ihr an dem Spott und dem Gerede der großen Menge? Nichts! Aber daß lerade et hier an bet Spitze gestanden, das kränkt» ie bitter. Und fie hatte bis zu dem verhängnisvollen Tage doch allen Grund gehabt, auzuu-hmen, daß fic ihm nicht gleich gilttg sei. Der Schlag war zu schwer! selbst die Aussicht auf eine glänzende Rache konnte ihn nicht abschwächen.

Der Wahltag war gekommen. Bon beiden Seiten war alles anfgeboten, und eS schien seht ungewiß, wer den Sieg erringen würde. Da unternahm am Nachmittage die Männerpartei einen geniale» Stteich!

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Illustriertes Sonntagsblatt. -Zxpedilion: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b. Blattes, fonne dieAnnoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler n> Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg u. Wien: Rudolf YXV OtnfirAAttA Masse tn Frankfurt e. M., Berlin,München u. Köln; B L ^LuYrglMg.

Daube u. to. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

Berlin, 5. April Der Reichs- und Staats­anzeiger veröffentlicht folgende

Allerhöchste Kabinetts Ordre.

Ich habe Mich bereits am Nevjahrstage den kommandierenden Generalen gegenüber hinsichtlich des Offizier-Ersatzes für die Armee ausgesprochen. Seitdem sind Mir neben den sonstigen Eingaben über die zur Zeit üblichen Privatzulagen und über die Ge­haltsabzüge der Offiziere auch die Nachweisungen über den Stand an Offizier - Aspiranten vvrgelegt worden. Dieselben litftrn den Beweis, daß in der Armee nicht überall nach gleichen Grundsätzen ver­sehren wird, und sehe Ich Mich deshalb veranlaßt, Meiner bezüglichen Willensmeinung für alle Be­teiligten in eingehender Weise erneut Ausdruck zu geben. Die allmähliche Vermehrung der Cadres der Armee hat die Gesamtzahl der etatsmäßigen Osfizierftellen beträchtlich erhöht. Für dieselben einen geeigneten und möglichst zahlreichen Ersatz zu schaffen, ist ein dringendes Erfordernis, ganz be sonders im Hinblick auf die Ansprüche, die der Kriegs fall an die Armee stellt. Gegenwärtig weisen fast alle Regimenter der Infanterie und der Feld-Artillerie erhebliche Lücken auf. Diese Lage macht die Heran­ziehung eines ausreichenden und geeigneten Ersatzes zu einer von Tag zu Tag wichtigeren und ernsteren Pflicht der Truppen-Kommandeure. Der gesteigerte Bildungsgrad unseres Volkes bietet die Möglichkeit, die Kreise zu erweitern, welche für die Ergänzung des Osfizier-Corps in Betracht kommen. Nicht der Adel der Geburt allein kann heutzutage wie vordem das Vorrecht für sich in Anspruch nehmen, der Armee ihre Offiziere zu stellen. Aber der Adel der Gesinnung, der das Offizier - Corps zu allen Zeiten beseelt hat, soll und muß demselben unverändert erhalten bleiben. Und das ist nur möglich, wenn die Offizier-Aspiranten aus solchen Kreisen genommen werden, in denen dieser Adel der Gesinnung zu Hause ist. Neben den Sprossen der adligen Ge­schlechter des Landes, neben den Söhnen Meiner braven Offiziere und Beamten, die nach alter Tradition die Grundpfeiler des Osfizier-Corps bilden, erblicke Ich die Träger der Zukunft Meiner Armee auch in den Söhnen solcher ehrenwerter bürgerlicher Häuser, in denen die Liebe zu König und Vater­land, ein warmes Herz für den Soldaten st and und christliche Gesittung gepflegt und anerzogen werden. Ich kann es nicht gutheißen, wenn manche Kom­mandeure sich für die Heranziehung des Offizier- Ersatzes eigene, einseitige Grundsätze schaffen, wenn

(Nachdruck verboten.)

Ale Bürgermeister - Wahl.

Eine amerikanische Humoreske von James Fowler.

(Schluß.)

Also Madame Manson faß einige Tage nach bet resnltatlosen Männer-Versammlung mit einem zu- tnebenen Lächeln auf de» Lippen am Fenster ihres Salons und blickte auf die stille» Straße« von nockville hinaus. Bald war alles ihr nuterthäntg! »och da horchte fie auf,, ans der Ferne her klangen Ke Töne eines Marsches, der nicht gerade von großen «Ünstler» vorgetragen wurde. Besonders die Pauke dnrde geschlagen, daß <8 nur so dröhnte. Alle Skvstern der Sttaße füllten fich mit neugierigen Ge. Wern, jetzt dröhnten auch Marschtritte, und »uv Vwmten plötzlich einige hundert Märmerkehlen ein epottlied auf die schöne Bürgermeister kandidati» au.

Jeury Manson biß die Zähne zusammen, fie wurde !B vor Zorn, aber fie wich nicht von ihrem Posten. u»d nun entwickelte fich rasch ein bnnteS Bild. Ein Wnb Musikanten eröffneten be» Zug u$b ließe» JJte Weise» so laut nub so falsch wie nut möglich et i Ahnen folgte zu Pferde der junge Tom ?W»gIe, der Sohn eine8 reichen Farmers; er zog N""ch seinen Hut, als et Mrs. Manson erblickte, «ie Verhöhnte war nun doch außer fich.- Gerade k°7,Arlnsle, bet fünf ober sechs Jahre älter als kn,aJL', h°"efie stet» als-ihren guten Freund ««rächtet. Sie sollte auch ursprünglich feine Fra» 2) e» > war aber gezwungen, ihre» verstorbenen «°»n zu heiraten. Wenn fie jetzt an eine Wieder, »ttwählnua gedacht hatte so hatte unter de» mut- "Wen Ehekandidaten Tom Spriugle immer obenan rauben. Und nnn führte er den Zug ihrer Gegner? * 1 * war zu arg!

Zorn Spriugle folgte» 400500 junge Leute, tu | Wen von zwanzig Manu abgetettt. Jeder Rotte l **a» ritt ein Bannerträger. Das erste Banner zeigte i