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Wöchentliche Beilagen: KreisBlatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

bei. DiePost" dementiert die Nachricht von der Verlobung der Prinzessin Viktoria mit dem Prinzen Albert von Sachsen-Menburg. Nach denHamburger Nachrichten" äußerte Fürst Bis mmck, als auf die Möglichkeit seiner Rückkehr nach Berlin angespielt wurde: In seinem Alter mache man einen so großen Umzug nicht zum zweitenmale, er gab ober zu, daß er einmal im Reichstage er­scheinen werde. Zur Arbeitsfrage sagte der Fürst die Streiks seien nicht das schlimmste, die gingen vorüber; das Traurigste für die Arbeiter komme, wenn die Arbeitgeber die Lust verlören, weiter ar­beiten zu lassen. Auf die Frage, ob er den Herzogs­titel führen werde, antwortete der Fürst, die Sache habe ja imReichsanzeiger" gestanden und was dort stehe, sei war.

Friedrichsrvh, 31. März. Der Fackelzug, welchen die Hamburger Bürger dem Fürsten Bismarck am Vorabend seines Geburtstages darbrachten, reiht sich würdig den großartigsten Kundgebungen an, welche dem gewaltigen Schöpfer des deutschen Reiches in seinem langen ruhmreichen Leben zuteil geworden, und empfing noch sein besonders eigenartiges Ge­präge durch die liebliche Naturschönheit des Exkanzler- Sitzes, die sich mit ihr zu ettem Bild von unver gleichlichem romantischen Reiz vermählte. Schon die Nachmittagsstunden brachten Scharen aus den umliegenden Orten und vor allem aus Hamburg herbei. Am Abend von 7 Uhr ab brachten mehrere Sonderzüge die Teilnehmer deS Fackelzuges, 3000 an der Zahl. Verhältnismäßig rasch waren sie ge­ordnet. Auf einen kleinern Trupp Fackelträger folgte der engere Ausschuß, darunter der ehemalige Reichs- tagsabgeordnete Woermann, der Vorsitzende des Reichstagswahlvereins Dr. Nolte, der rumänische Generalkonsul Schobert. Hieran schloß sich die Kapelle des 76. Regiments, eine kleine Schor von Vertretern großer auswärtiger Blätter, der weitere Ausschuß und dann in schier endloser Reihe der übrige Zug. Seine Ausdehnung war so beträcht­lich, Laß er zum Vorüberziehcn annähernd eine Stunde brauchte. Nachdem die Fackeln angezündet, setzte sich unter den Klängen des Hohenfriedberger Marsches die Spitze nach dem Hause des Fürsten in Bewegung. Schon war sie mitsamt dem engern Ausschuß und der Musik an der ober» Ausgargs- pforte des Parkes vorüber, als unerwartet der Fürst heraustrat, begleitet von seiner Gattin, den Grafen Herbert und Wilhelm, seinem Bruder dem Landrat in Naugardt seinem Schwager, dem Grafen Arnim-Kröchlendorff, und deren Damen.

setuem äußeren Auftreten die Ruhe selbst, aber kam bann etwas, was ihn reizte, dauu verwandelte er sich blitzschnell. Und daun bedachte er selten, was er sprach und that.

ES war eia böseS Stück mit dem Jähzorn, und der reiche Bauer hatte besonders eine schlimme Er­fahrung durch ihn gewacht. Da war dicht bei seinem Hause eine abschüssige Stelle in den Felsen, die er aber trotzdem in seinen Bereich ziehen wollte. So hatte er denn eines Tages einen feiner Leute, deu stille» Andreas, tote er genannt wurde, gebeten, dort hinaufzusteigeu und zuzusehen, ob es nicht möglich fei, von dort aus eine Anlage, die gerade einge­richtet werden sollte, zn bewerkstelligen. Der stille Andreas hatte schüchtern boronf aufmerksam gewacht, der Weg sei gefahrvoll; der Bauer aber hatte ge­wettert und gesagt, wenn seinem Befehle nicht sofort Folge geleistet werde, daun jage er den Wider­spenstigen vom Hofe.

Andreas war anch hinauig-klettert, aber als er bald oben war, war et abgestürzt, und als Krüppel wieder anfgestanden nach langem, langem Kranken- lager. Da hatte Martin Hnbert tiefe Rene empfunden, er hatte dem Serwsten ein kleines Häuschen über- wirsen vnd auch einige Thaler dazu. So konnte Andreas wohl bescheiden leben, aber ein Krüppel war nnd blieb er.

Von dieser Geschichte, die vor fünfzehn Jahren geschehen war, durfte de« Lauer Niemand sprechen. Er achtete anch sorgfältig darauf, daß aus seinem Hofe Niemand zum Andreas hinüber kam, und so war der Vorfall endlich ganz vrrgeffen. Franz Hubert, der uuu zwanzig Jahre alt geworden, hatte überhaupt leine Kenntnis von Allem erhalten.

Acht Tage vor de« Osterfeste war er, wie oben gesagt. Marttu Hnbert hatte seinem Sohne einen Safttag über Land gegeben, und der junge Mauu kehrte uuu nach Hause zurück. Aber der direkte Weg «ar durch eiueu Schueestmz gesperrt vordeu, «ad em nicht zu lange «arten 'zu müssen, entschloß sich

Sofort hielt der Zug und die Menge scharte sich um den Kanzler. Mit herzlichen Worten dankte er für die ihm erwiesene Ehre. Er sagte dann un­gefähr:Ich bin nun 28 Jahre lang leitender Minister gewesen, vielleicht länger als irgend jemand vor mir. Wenn aber jemand lange Minister ist, so hat er naturgemäß viele Feinde je länger je mehr. Desto wohlthuender ist es für mich, hier auf diesem kleinen Fleck Erde so viele Freunde zu sehen. Auch im deutschen Reich und selbst in Berlin, daS so schwer zu befriedigen ist, habe ich ihrer viele, wie mir die letzten Tage wieder zeigten. Ich erkenne daran, daß ich mich doch vernünftig aufge­führt haben muß. Zu den Zeugniffen für diese gute Aufführung rechne ich auch den heutigen Abend. Es freut mich, daß diese Kundgebung aus Hamburg kommt, dem ich stets gute Nachbarschaft gehalten habe und zu halten gedenke." Mit betäubendem Hurrah wurden diese Worte ausgenommen. In­zwischen hatte sich der engere Ausschuß durch die Menge zum Standort des Fürsten wieder durchge­arbeitet und Dr. Nolte feierte jetzt in zündenden Worten dessen Verdienste um das Vaterland. Mit begeistertem Jubel stimmte alles in dasHoch Bis­marck" ein. Der Fürst erwiderte: Er sei seit vielen Jahren Ehrenbürger von Hamburg. In Kämpfen und Sorgen glaube er sich diese Ehre redlich verdient zu haben. Und er denke sie ferner sich redlich zu erhalten. Bisher sei er nur selten in Hamburg gewesen. Er sei jetzt Privatmann und er wolle seine Muße benutzen, um Hamburg recht oft zu besuchen. Mit stürmischer Freude wurde diese Zusicherung ausgenommen. Der Fürst unter­hielt sich sodann mit verschiedenen Herren aus dem umstehenden Kreise, namentlich mit dem Abge­ordneten Woermann. Er äußerte u. a., er sei nun alt genug und wolle in Ruhe leben. Von der Bühne sei er abgetreten und wolle ou8 der Loge die Sache ansehen. Darauf setzte sich der Zug wieder in Bewegung und zog unter endlosem Hurrah und zahlreichen Kundgebungen der Begeisterung vorüber. Zum Schluß ergriff der Fürst nochmals das Wort zum Dank.Ich alter Mann habe lange nicht so andauernd gestanden. Aber ich habe es gern gethan. Plattdeutsch will ich Ihren sagen: So veel Hurrah hedd Fredrichsruh als lange nich hört. Ich denke Sie noch wieder zu sehen. Ich scheide von Ihnen nicht auf immer." Hier wurde seine Ansprache von brausenden ZurufenAuf Wiedersehen" erstickt. Von ihnen begleitet ver­schwand er mit den Seinen hinter der Pforte.

Franz, den Versuch zu machen, Über den Berg zu klettern. Er wußte, irgendwo in der Nachbarschaft war ein kleines Haus, dort wollte er einmal Nach­fragen, ob es wohl möglich sei, den Richtweg einzu schlagen, und dann konnte da» Wagestück Beginnen.

Richtig, im Schutze eines Felsens lag da ja auch das kleine Hänschen. Franz Hnbert war oft vorbei gegangen, hatte sich als reicher Banersohn aber nie um die Bewohner gekümmert. Nun ttat er mit einemGrüß' Gott!" näher. Ein junges, hübsches Mädchen empfing ihn und hörte fein Anliegen freundlich an.Da muß ich den Vater fragen* war die Antwort. Sie rief zum kleinen Hofe hinaus und gleich darauf kam auch auf Krücken ein alter Mann herangehumpelt. Es war der stille Andreas.

Franz Hubert wiederholte feine Frage:Wohin soll der Weg gehen?' fragte der Alte.Nach dem Hnberthofe!'So seid Ihr wohl von da?'

Der junge Mann lächelte. Ihn, den Sohn des reichsten Besitzers in der Gegend, kannte man ani diesem entlegenen Stöckchen Erde nicht.Freilich bin ich von da, bin der Sohn des Hubertbaueru!*

Sein Sohn?' tief der Alte. Und über dem stillen. verwttterten Gesicht zuckte e» plötzlich ganz krampfhaft.Hast Du Schmerzen, Vater?' rief besorgt baS Mädchen.

Der Mann hatte sich beruhigt:Nein Rosel. Ich bin ganz munter, ein kleiner Ruck bloS, der nichts zu bedeuten hat. Also über den Berg nach dem Hubert- Hofe', sagte er sinnend.Hwl" Er wußte genau, bet Weg, nach welchem jener fragte, war derselbe, den er einst aus daS Geheiß des alten Hubertbaueru hatte gehen müssen. Andreas hatte nte an eine Rache für das, wa« ihm angethan war, gedacht, aber nun, wo er den jungen, blühenden Manu vor sich erblickte, vor sich, er der ein elender Krüppel war, da wuchs tu ihm eine heiße Flamme riefenhast empor.

(Schluß folgt.)

Fürst Bismarck hat, wie wir hören, die Aufregungen, die mit dem Abschiede von Berlin und den über­wältigenden Huldigungen auf der Fahrt nach Friedrichsruh verbunden waren, bis jetzt ohne Nach­teil bestanden, er hat die beiden letzten Nächte gut geschlafen und gestern sogar einen 2'/,stündigen Spaziergang im Sachsenwald unternehmen können. Außer dem Fürsten feiern heute noch eine Reihe anderer Persönlichkeiten ihren Geburtstag, so der Oberst-Truchseß Fürst Radolin und der General- adjutant des verstorbenen Kaisers Wilhelm, Graf Lehndorff.

Am Dienstag Morgen fand nunmehr die eigentliche Geburtstagsfeier statt. Um halb 11 Uhr vormittags so wird uns weiter telegraphisch be­richtet brachten die Musikkapellen des 76. Hanseati­schen Infanterie-Regiments, der Ratzeburger Jäger und der Wandsbecker Husaren dem Fürsten ein Ständchen dar. Zahllos waren die Glückwünsche, Geschenke und kostbaren Blnmenspenben, welche aus allen Himmelsrichtungen vom frühen Morgen an eintrafen. Nicht minder groß ist auch die Zahl der Adressen, die in den kostbarsten Einbänden prangten. Unter den Geschenken befanden sich eine gepunzte Ledertafel mit dem Bismarckscheu Stammbaum (gespendet von Herrn von Bleichröder), köstliche alte Rheinweine, Weintrauben, Gold- und Silbergeräte, Schmucksachen, sowie ganze Wagenladungen von Blumen. Die Briefe häuften sich bergehoch und die Zahl der unaufhörlich eintteffenden Depeschen ward so groß, daß dieselben von den Beamten kaum in einem Tage bewältigt werden dürften. Unter den Adressen befand sich auch eine der deutschen Burschenschaften, welche durch die Herren Dr. med. Puppe aus Berlin, stud med. Röhrs au» Tripfau und stud. jur. Hannemüller aus Blankenburg, Mit­glieder der z. Z. präsidierenden Burschenschaft Brunsviga" in Göttingen, überbracht ward.

Hannover, 31. März. In einer gestern nach­mittag abgehaltenen Versammlung der Schneider- gehülfen wurde der Beschluß gefaßt, den Ausstand für beendet zu erklären. Die Zahl der Ausstän­digen war bis auf 38 herabgesunken. Die von der Lohnkommission der Ausständigen gestellte» Bedin­gungen sind von den Arbkitgebern nicht angenommen worden, vielmehr haben letztere sich mit den einzelnen Arbeitern geeinigt, entsprechend dem von den Ar­beitgebern von vornherein gefaßten Beschlüsse. Von den Mahlergehülfen sind noch 80 im Ausstande; es scheint, daß letzterer in Kürze in ähnlicher Weise endet, wie der Ausstand der Schneider.

Effe«, 1. April. Auf den ZechenGraf Bis­marck",Unser Fritz",Dahlbusch" undZoll- verein", ferner auf sämtlichen Zechen des Herner und Essener Reviers wird heute ruhig gearbeitet. DerRheinisch - Westfälischen Zeitung" zufolge schlossen sich heute morgen die Belegschaften der ZechenBruchstraße" undBorussia" des Dort­munder Reviers zum großen Teile dem Ausstande an; während auf den ZechenKrone" die halbe Belegschaft wieder angefahren, ist aufVollmond" bei Langendreer heute der Ausstand gänzlich beendet.

Lübeck, 1. April. Sämtliche Hafenarbeiter haben heute die Arbeit niedergelegt. Dieselben ver­langen die achtstündige Arbeitszeit, statt der bis­herigen zehnstündigen, unter Weiterzahlung des bis- herigen Lohnes von 3.60 Mark.

Straßburg, 29. März. Der Statthalter Fürst von Hohenlohe ist heute aus Berlin nach Straß­burg zurückgekehrt. Die Bildung des XVI Ar- meekorps und die Garnifonswechsel auf den 1. April verursachen augenblicklich nicht unbedeutende Truppen­bewegungen. Die Geschäftsleitung der Allgemeinen deutschen landwirtschaftlichen Ausstellung, die anfangs Juni in Straßburg stattfindet, hat daselbst, Mols­heimerstraße 2, ihr Bureau eröffnet; die Vorberei­tungen zu dieser Ausstellung werden eifrig bettieben und die ^Beteiligung wird eine großartige fein.

Metz 1. April. Der kommandierende General des 16 Armeekorps, Graf Häseler, hielt heute vor­mittag bei Frescaty eine Parade übet die hier gar» nifonierenben Truppen des 16. Armeekorps ab. Zur F«er beS Geburtstages beS Fürsten Bismarck findet heute abend eine Volksversammlung statt.

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Nom, 1. April. Zufolge der Haltung der bayerischen Regierung gegenüber dem Vatikan be»

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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Ouartal-AbonnemeMS-PreiS bei der Expe­dition 2*/. Mk., bet den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

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Krrisblatt für Me Kreise Marburg und Kirchhain und

Illustriertes Ssuntagsblatt werden noch fortwähreud von allen Postan- ftalten, in Kirchhain von unserer Agentur nnd für h-esige Stadt bei uns ren Zeitunas- trägern und der Unterzeichneten entgegen­genommen.

Die Exped. der Oberh. Zeit.

Deutsches Reick.

Berlin, 1. April. Behufs Ausführung der von vielen Seiten angeregten Errichtung eines NattonaldenkmalS für Bismarck in der Reichshaupt- ßadt trat gestern eine Anzahl angesehener, den ver­schiedensten politischen Richtungen angehötige Männer zusammen, um demnächst einen hierauf bezüglichen Ausruf zu erlassen. Das Komitee beabsichtigt, den Kaiser um Uebernahme des Protektorates zu bitten. Den Vorsitz übernahm Landesdirektor v. Levetzow. DerReichsanzeiger' meldet: Der Bundesrat hat am 4. März beschlossen, von der Herbeisührung einer Benderung der Gesomtjahresmenge des Brannt­weins, von welcher ein niedrigerer Verbrauchs - Ab gabensatz zu entrichten ist, sowie des Betrages dieses nichtigeren Verbrauchs-Abgabensatzes für die nächsten drei Jahre abzusehen. DerReichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung des badischen Getan' ten Frhrn. von Marschall zum Staatssettetär des Aus­wärtigen und Stellvertreter des Reichskanzlers im Bereiche des auswärtigen Amtes. Ferner ist Unter­staatssekretär Graf Berchem zum Wirklichen Geheimen Rat mit dem Prädikate Exzellenz ernannt. Endlich wird die Abberufung des Frhrn. von Marschall von seinem Posten als badischer Gesandter amtlich bekannt gegeben. Der neuernannte Staatssekretär des Auswärtigen Frhr. v. Marschall wohnte bereits heute der Uibergabe des Beglaubigungsschreibens des neurrnannten Ministerresidcnten der Republik Haiti, Herrn Demesvar Delorma, an den Kaiser

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(Nachdruck verboten.)

Oster«.

Bon M. Reinhold.

Der Schnee lag noch hoch im Gebirge, der Wald- bach war znm erheblichen Teil noch mit Eis bedeckt, baS sich zwischen den FelSfteine» im Strombette eine zierliche Brücke gebaut hatte. Da und dort aber hatte die Kraft des Wassers Schnee und Eis ver­jagt, und gurgelnd sprudelten die klaren Wellen über Felsblöcke und Baumstämme dahin, welche im Winter, sturm geknickt und von btr Höhe in die Tiefe herab- gefchleudert waren. Dort lagen sie nun, um mit Beginn deS Frühjahrs entfernt zu werden. Doch der Lenz hatte in diesem Jahre keine sonderliche Eile; er «ar mir noch eine Woche bi» znm heiligen Osterfest nnd von feinem Walten war hier oben noch nicht viel zn vermerken.

Da wo der Waldbach eine scharfe Biegvng vw eine mächtige Felswand herum machte, lag her große Hof des Hubertbauern, dem die ganze Gegend nmher gehörte und dessen Felder sich tief in daS Thal iteberfenften. Martin Hnbert hätte mit einem großen Gutsbesitzer tauschen können vvb hatte nicht nötig, dar Mindeste fich abgehe» zu lassen. ThatS auch Vicht, wie sein Auftreten bewies, denn der große Herr hielt fich Pferde und Wagen, die eines EdelmavoeS würdig waren. Auf dem Arsche fehlte der beste »Tropfen' ans dem ganzen Lande nicht, und kam Martt» Hubert zur Stadt, fo war tS ein Erutetag für die GeschäftSlente, welche er besuchte. Denn er kaufte vom Theuersteu nnd feilschte und handelte nie. An der allen Landestracht hat er allerdings festge. halten, aber WammS nnd die übrigen SleidnngS- stücke waren vorn feinsten Tach. Und sein Sohu Frauz, der einzige, der aus feiner Ehe entsprossen war, glich schon mehr einem seinen Stadtherrn.

Franz Hubert war ein prächtiger Mensch, nur etwas jähzornig, und diesen schlimme» Sharakterzng hatte er vom Later geerbt Martin Hubert «ar i»

Marburg,

Donnerstag, 3. April 1890.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg u Men; Rudolf XXV Stoffe in Frankfurt «. M., Berlin,München u. Köln; ®. 8. '

Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.