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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. — Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
M 78.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn« und Feiertagen. — Quartal-AbonnementS-PreiS bei der Expedition 2«/t Mk., bei den Postämtern 2 Mk. 56 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeil« 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
Marburg,
Mittwoch, 2. April 1890.
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Daube u. Lo. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
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Die Exped. der Oberh. Zeit.
Srutsches Leich.
Berlin, 31. März Der »Reichsanzeiger" ver- öffentlicht die kaiserliche Smer.i u: g des Reichskanzler v. Coprivi zum Bevcllmächtlgten zum Bundesräte. — Der „Reichsanz." widmet dem Scheiden des Fürsten Bismarck von der Reichshauptstadl die nachfolgenden Worte: »Der Kanzler wi d die Reichshauptstadt mit der Ueberzeugung verlassen haben, daß er dem Herzen des Volkes teuer ist, und daß es tiefgefühlter Dank für seine unsterblichen Verdienste war, der fich in den Abschiedsgrüßen der Ber liner Bevölkerung offenbarte. Diese dankbare Gesinnung wird von der ganzen Natwn geteilt, welche mit schwerem Herzen den Kanzler scheiden sieht, aber fest entschlossen ist, die Güter, die sie dem großen Manne verdankt, das einige Deutschland und festgewurzelte Königstreue, zu pflegen und zu bewahren. Einen schöneren Lohn für sein Wirken und Schaffen wird der Fürst nicht finden können, als wenn er, auch fern von den Geschäften, wahrnimmt, wie die Nation die Gefühle der Dankbarkeit und Verehrung, die sie ihm jetzt darbt ingt, in Thaten umsetzt, treu zu Kaiser und Reich hält und sich der großen Zeit stets würdig zeigt, die sie in und mit der „Aera BiSmarck" erleben durste. An dem morgigen Tage, an welchem der Fürst sein 75. Lebensjahr vollendet, wird die Nation ihre Gedanken und Gebete dem stillen Hain von Friedrichsruh zuwenden und einig
Arrm 1. April.
Und schwiegen wir ratlos all die Zeit Uitb stunden tu Trauer befaugeu, Weil aus deS Reiche» Herrlichkeit Der Kanzler, der Kanzler gegangen: So soll er, der Etnz'ge, im engen Bereis UnS doppelt heut' gefeiert seiu.
Deu glühend wir wie die Heimat verehrt, So laug' wir atme» und leben, Als das Wetterdach, das dem Sturm gewehrt, — Der deu Stolz uns ins Herz gegeben, Den Stolz, zu seiu ein deutscher Mann: Auf ihn stoßt stürmend die Gläser au.
Das Sorgeu morgen beginne ueu, Heut woll'u wir es tief erträukeu llud seiues Wohles ohn' Haß uud Re« Und seiner Werke gedenken: Deuu ob die Meinung hadert und ficht, Sein Bild strahlt rein, und fie trübt es nicht.
Th. B.
(Nachdruck verboten.)
Nemesis.
Eine Erzählung aus dem Leben von Artjhur Stein.
(Schluß.)
Ertönte die Klingel des ianersteu Gemachs, so war dasselbe leer, uud der Diener, der seine Geschäfte dort zu verrichte» hatte, beellte fich, wohl wissend, daß seiu Herr während der ganze» Zeit im Seinen Vorzimmer weilte — denn niemals ging er ans jener Thür in den angrenzenden Park, obgleich er sie zu diesem Zweck hatte aubrtngeu lassen, bis sein ganzer Hausstand, das ganze Dorf schon lange Zeit der Ruhe deS erquickenden Schlafes sich erfreute.
Rur im tiefste» Dunkel der Nacht wagte er fich hinaus, und uiemaud gelang es, ihm dann zu begegnen.
Zu dieser baugeu Einsamkeit nun, niemals eines Neuscheu Antlitz schauend, nie die Stimme einer NitgeschöpfrS vernehmend, niemals selbst gehört oder «sehen, lebte der Gebieter dieser prächtige» Häuser fast zwanzig Jahre.
in dem Wunsche sein, daß — wie es Se. Majestät in dem Allerhöchst n Schreiben vom 20. März aus- drückte — sein „für das Vaterland unersetzliches Leben" so lang wie möglich erhalten bleibe, und daß „Golt ihm noch viele Jahre eines ungetrübten und durch das Bewußtsein treu erfüllter Pflicht verklärten Alters" schenken möge." — Entgegen mehrfachen, anders lautenden Gerüchten, welche vor längerer Zeit in Umlauf waren, betreffend die Verlobung der Prinzessin Viktoria von Preußen wird der A. R. C. von sonst gut unterrichteter Seite mitgeteilt, daß die Berlobung der Prinzessin mit dem Prinzen Albert von Sachsen-Altenburg nahe bevorsteht.
— Der „Reichsanz." schließt eine Reihe von sozialpolitischen Erörterungen, welche die Ueberschrift tragen: Sozialpolitik, Sozialreform und Sozialismus mit der folgenden Bettachtung, welche eine Perspektive auf das eröffnet, was die Politik des Kaisers in der Folge erstreben will: „Se. Majestät der Kaiser und König hielt es für notwendig, den weiteren Beschwerden der wirtschaftlich leidenden Klassen auf den Grund zu gehen und für die als berechtigt erscheinenden Forderungen, soweit sie bisher nicht genügend berücksichtigt waren, mit seiner Königlichen Macht einzutreten. Die Frauen- und Kinderarbeit, die Nacht- und Sonntagsarbeit bilden schon seit lange Stoff für sozialdemokratische Agitationen, — die Regelung dieser Fragen ist nunmehr vom Staatsrat ui d von der internationalen Arbeiterschutz- Konserenz in Angriff genommen worden. DeS Weiteren bleibt die Lohnfrage und die Frage der ArbeilSdauer zu regeln übrig. Noch beiden Richtungen wird vorrehmlich von den Arbeitgebern selbst dos Mögliche und Erforderliche geschehen können. Die Wege dazu werden durch den Einfluß der ganzen sozialdemokratischen Richtung unserer Politik geebnet werden, wie auch die zu schaffenden Organe, welche -in Fühlungnehmen zwischen Arbeitgebern und Arbeitern ermöglichen, begründeten Beschwerden hoffentlich abzuhelfen geeignet sein werden. Die Fürsorge des Kaisers und Königs für den sogenannten vierten Stand ist eine aus den Bedürfnissen der Zeit erwachsene. Es war von jeher der Beruf der Hohen- zollern Könige, an die Heilung der sozialen Schäden heranzutteten. Es mag sein, daß die wohlwollende Absicht von manchem verkannt und die Begehrlichkeit gesteigert wird. Aber diese Möglichkeit lag ebenso in früheren Zeiten vor, und sie ist in Preußen Deutschland doch nie zur Wirklichkeit geworden. Die
Mau stelle fich das vor, man male sich solche Einsamkeit, solch' Leide» für eine Woche, verlängerte diese dann — zu einem Jahr nnd bann — zn zwanzig Jahren — nm indes diesen Begriff vollständig zn erfaffen, nnd die niederdrückende Bürde solchen Lebens völlig anSzudeuken, ziehe man das frühere Leben dieses Mannes in Betracht, feine der. zärtelte, hochmüttge Natnr und feine peinliche Empfind- lichkett in jeder Hinficht. Hiera» denkend und an die Last deS z» tragenden Geheimnisses der »en- gierigen Welt gegenüber, welche ihr Ideal vermißte nnd nnn den Grund dieses lebendigen Todes zu wissen begehrte, können Sie fich einen ungefähren Begriff machen von der andauernden und fast nn» erträglich, entsetzlichen Qual dieser zwanzig Jahre.
Endlich — kam die Zett, wo die Mahlzeiten »och kavm mehr berührt wurde» — später fand man gar keine Befehle mehr unter der verschlossenen Thür, bi» eines Tages ein Stückchen Papier dort lag, auf welchem der sehnliche Wunsch ansgedrückt war, einen Prediger baldigst herbeiznrnfe».
Der Vikar war damals so alt, als ich jetzt bin — nnd er war eS auch, der mir diese Geschichte ebenso mttgeteilt, wie ich fie Ihnen jetzt eben erzählte. — Dieser kam und betete, wie ihm anfgettageu war z» thun, knieend an der äußeren Thür. Er wußte, daß die Thür zum Schlafzimmer geöffnet war, woselbst der Herr saß, aber ihm wurde untersagt, hinter den zugezogeueu Vorhang zu treten, und nicht im Traum wäre eS ihm beigefalleu, dem Wunsch des Serwste» entgegen zu handeln.
Er erhob feine Stimme und betete mtt feierlichem Ernst; doch erreichte fein Ohr keine Antwort durch die schweren Waudbekleidungen, und wenn nicht »och zulctzt ein geschriebenes Wort des DavkeS gekommen wäre, hätte er geglaubt, der Herr fei verschieden.
DeS nächsten TageS kam der Vikar wieder, fand aber keinen Einlaß, denn mau hatte nicht nach ihm gesandt.
In betfelben Nacht jedoch schickten die bestürzten Diener abermals nach ihm. Sie erklärte» insgesamt, daß fie nicht einen einzigen Laut innerhalb der Se-
Erwägung, daß die gute Saat auf unfruchtbaren Boden fallen könne, hat einen preußischen König noch nie davor zurückschrecken lassen, daS zu thun, was ihm sein Gewissen und die Einsicht in die Welt der Dinge gebietet. Mit Schreckbildern, wie sie sich stets bei Reformen und bei Aenderungen des hergebracht« n Zustandes eingestellt haben, kann die Aufgabe des Staats, der gegenwärtig leidenden Klasse zu helfen, nicht hintertrieben werden. Sie ist eine Notwendigkeit, welche einen starken und mächtigen Staat erfordert. Der Kaiser und König erkennt die Notwendigkeit gleich seinen erhabenen Vorfahren an. Die in seiner Hand ruhende Macht de» Staates wird denen, welche für ihre ehrgeizigen und phantastischen Ziele hierbei etwa» zu gewinnen hoffen, entgegenzutteten wissen. Aber die Lösung der Aufgabe erfordert die ganze Mitwirkung der Gesellschaft und aller ihrer bewährten Lebensformen, der Kirche und der Schule, namentlich aber auch der bestehenden, aus anderen Bedürfnissen hervorgegangenen politischen Parteien. Gegenüber dem Schrecken, mit welchem die Gesellschaft von dem Sozialismus und den Ideen der Sozialdemokratie erfüllt wird, und gegenüber den Gefahren, welche aus einem dem Sozialismus gegenüber beobachteten Laissez faire erwachsen würden, müssen die Parteien sich fest zusammenschließen, die Streitaxt begraben, die politischen Machtfragen ruhen lassen und sich um den Hüter aller Klassen der Gesellschaft, um den Träger der starken und mächtigen Krone schaaren. Die Gesellschaft gleicht einer Waage in der Hand des Monarchen: er muß bald hier, bald dort ein Gewicht hinzufügen oder entferne», um die Schwankungen zu beseitigen und so die Harmonie, wenn fie einmal gestört ist, wiederherzustellen. Nur daS Königtum kann fich dieser Aufgabe unterziehen. Die Aufgabe des Parlaments besteht hierbei vornehmlich darin, daß es die Krone in ihrer Aufgabe, den Frieden der Gesellschaft zu fördern, unterstützt und sich uneigennützig als Mithelfer an dem Werk der ausgleichenden Gerechtigkeit und der Heilung der sozialen Schäden beteiligt. Geschieht dies, dann wird und muß die Sozialreform gelingen, dem Sozialismus aber der Boden unter den Füßen abgegraben werden."
Bildstock, 31. März. Eine gestern abgehaltene Vertrauensmänner - Versammlung von Bergarbeitern beschloß, den Arbeiterkongreß in Brüssel nicht zu beschicken, da sie mit den herausfordernden
mächer ihres Gebieters vernommen hätten, und sagten au», daß er auch niemand von ihnen schriftlich »erlangt oder eingelassen hätte.
Holet den Arzt, gebot der Vikar, und wir wollen ans irgend eine Art hinein zu gelangen versuchen, er und ich — Ihr hingegen müßt seiner Befehle und Eure» Eide» Euch erinnern.'
Der Arzt kam und man erbrach da» Schloß der ersten Thür und der Prediger trat leise ein. Dies« Thür, die zürn Schlafzimmer führt, war offen und mit einem Blick erschauten fie jetzt die Lösung dieses furchtbaren Geheimnisse».
Der Edelmann lag vollständig ungezogen auf dem Bett, in der abgemagetten Rechten »och immer seiu geladene» Pistol; seine Linke dagegen nach deu Gardinen de» Bettes nnSgestreckt, al» ob er sich in dieselben habe hüllen wollen, al» das Ende kam.
Die Pistole hatte er nicht gebraucht, obgleich, weiß Gott, wenn jemals die Versuchung, Selbstmord zu begehen, entschuldigt werden konnte, e» hier der Fall war.
Nein I in dieser traurigen Oede, dieser Pein, diesem grausenhasten Leiden hatte er feinet Erlösung ent» gegengeharrt.
Der Arzt bedeckte leise da» einst so stolze, schöne Angesicht, bamit ber gräßliche Anblick nicht anbrei Augen beleibigen möge — nub ba» geschah nie. — Die treuen alten Diener erinnerten fich nub gehorchten selbst jetzt noch ben Befehlen ihres toten Herr», lieber Zwanzig Jahre hatten fie mit ihm geleit, ohne sein Gesicht gesehen zu haben. Sogar noch währeub btefe» einen TageS, an welchem fie Zutritt hatten zu seinem Gemach, hielten fie ihren Eib heilig nnb ließen bie weiße weiche Decke auf seinen Züge», bie fie in ihrer entfestigen Entstellung doch nie erkannt hätten. —
Da» ist bie Geschichte. Ich hatte eigeullich nicht gewünscht, hier in biefen Räumen dieselbe zu erzählen. E» ist kein Wunder, daß Ihre Nerven auf- geregt find, doch da fie e» wünschten, that ich e». Lassen Sie nu» gehe».---*
Tendenzen der belgischen Arbeiter nicht einverstanden 'eien. Bergmann Schelgle wie» auf die Erlasse deS Kaiser» und die Berliner Konferenz hi», welche sich eingehend mit dem Wohle der Arbeiter beschäftigte».
Weimar, 29. März. An das Telegramm des Kaisers vom 22. dS , das in der „Weimar. Zig." vor einigen Tagen veröffentlicht wurde, wurde vielfach die Vermutung geknüpft, dasselbe sei an den Großherzog gerichtet gewesen. Diese Annahme ist irrig; der Großherzog war nicht der Empfänger. Als solchen bezeichnet man jetzt den Direktor der großherzoglichen Kunstschule, Grafen Schlitz, genannt v. Görtz, ber unlängst mit seiner Gemahlin, geb. Gräfin be Villeneuve, in Berlin weilte unb auch die Ehre hatte, den Kaiser bei sich zu sehen. Geh. Rat Hintzpeter war, bevor er in das ehemals hon« prinzliche Haus kam, bekanntlich Erzieher in der standesherrlichen Familie der Grafen v. Görtz, deren Haupt gegenwärtig Graf Görtz in Weimar ist.
Stuttgart, 30. März. Zum Ulmer Münster- fest, welches auf Ende Juni festgesetzt war, hat Kaiser Wilhelm seine Teilnahme in Aussicht gestellt. Da nun nach den bisherigen Anordnungen das Kaiserpaar grade Ende Juni in Norwegen weilt, wird das Festkomitee die Feier voraussichtlich um mehrere Wochen verschieben.
Wien, 31. März. Der Kaiser ernannte den Ministerpräsidenten Grafen Taaffe zum Kanzler deS Leopoldordens. — Das „Armee-Berord. Bl." veröffentlicht ein Befehlschreiben des Kaisers betreffs der Einführung einer Militär-Verdienstmedaille für vom Kaiser belobte Leistungen im Krieg und Frieden. Ferner wird das Militär-Dienstzeichen für Offiziere künftig aus drei Klassen (für 25, 40 und 50jährige Dienstzeit), das für Mannschaften au» zwei Klassen (für 12 und 24jährige Dienstzeit) bestehen. — Das Wiener „Fremdenblatt" meldet: An der am 14. April unter dem Vorsitze des Ministerpräsidenten Grafen Taaffe stattfindenden deutsch-böhmischen Ausgleichs-Konferenz nehmen dieselben Minister und Mitglieder der Konferenz teil, wie im Januar. — Heute begann hier ein teilweiser Streik der Maurer und Steinmetzgehilfen. Ansammlungen wurden von der Polizei zerstreut. Einige Verhaftungen wurden vor- genommen. — Nächster Tage wird der Ministerpräsident Szapary in Wien erwartet zu Antrittsbesuchen, zu Besprechungen wegen der Delegationsvorlagen und der Abänderung des Spiritusgesetzes. — Nach der „Polit. Corr." sind die Moskauer Studentenunruhen entstanden durch Disziplinarstrafen, welche der Direktor der landwirtschaftlichen Akademie Junge über Zöglinge verhängte, welche Tolstois Roman, die Kreuzersonate, verbreitete». Die Universität schloß sich der Bewegung an. Es erfolgten Angriffe auf das Dienstpersonal und es wurden Schüsse auf den Wagen des Direktors abgegeben, sodaß beide Institute geschlossen und 600 Hörer verhaftet wurde». Die Bewegung verpflanzte sich nach den Universitäten Charkow, Kasan, Dorpat, Petersburg, wo stürmische Vorgänge stattfanden. Auch die Forstakademie unb bie Bergschule werden wegen befürchteter Unruhen von Polizisten bewacht.
Rom, 31. März. Ein gestern nach dem Norden abgegangener Eisenbahnzug ist bei Chiufi entgleist. 8 Personen sind verwundet.
Lissabon, 31. März. Die mit den Progressisten verbündeten Republikaner errangen in Lissabon drei Sitze, außerdem wurden gewählt zwei Afrikaner, ein Progressist. Die Regierung siegte vollständig in Oporto und fast allen übrigen Wahlkreisen.
London, 31. März. Alle Berliner Depeschen berichten über den rührenden Abschied de- Fürsten Bismarck. „Daily NewS" sagt, daß das Lebewohl, welches Berlin dem Fürsten BiSmarck sagte, daS rührendste Schauspiel war, daS Berlin je erlebt hat. Personen, welche lange Jahre Berlin bewohnten, behaupten, daß selbst die Szenen bei der Rückkehr de» alten Kaisers nach dem Attentat Nobeling nicht so ergreifend waren, wie gestern. Der Abschied habe bewiesen, daß ttotz aller Gegner, BiSmarck doch das Idol deS Volke» sei. Der „Times-Korrespondent" schreibt: Ich übertreibe nicht, sondern erzähle in nüchterner Sprache, daß gestern die Haltung der Berliner Bevölkerung berjenigen von Seibtragenben glich, bie am Begräbnis eine» verehrten Toten teil-