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— Ja beu letzten Tagen ist eS wiederholt borgt» kommen, daß Postsendungen, mit Nachbildnugen von Freimarke» der Reichs - Postverwaltung beklebt, bei den Postaustalteu zur Einlieferung gelaugt sind. Die Nachbildungen waren in der Regel illustrierten Brief. markeu-Katalogen, illnstrierten Zeitschriften über Brief, markeukuude vud ähnlichen Druckerzeugnisse» eut- nommeu. Im weitere» ist auch vou auswärtigen Post Verwaltungen, unter ausdrücklichem Hinweise auf zahlreiche, in letzter Zeit vorgekommeue Betrugsfälle darauf aufmerksam gemacht worden, daß In der Nachbildung ausländischer Freimarken, wie solche in den in Deutschland erscheinenden Zeitschriften vielfach stattfiude, eine große Gefahr für die fremden Post- verwaltnngeu liege. DieS hat nun mit Veraulassuvg zu dem bereits erwähnte», dem Bundesräte vorliegenden Gesetzentwürfe gegeben, demzufolge eioe Ergänzung deS Strafgesetzbuches bezüglich deS Post, und Tele- gropheuwcsenS erfolgen soll.
Leipzig, 26. März. Ei» Ältester welcher am Wahltage einen Studenten, der de» Kartellparteicu Schlepperdieuste leistete, augerempelt und wörtlich beleidigt, sowie einem zn Hilfe geeilten auderen Studenten einen Stockschlag über den Kopf versetzt hatte, so daß das Ohr blutete, wurde heute vom hiefigeu Laudgericht wegen Körperverletzung, Nötigung und groben Unfugs zu 10 Monaten Gefängnis und 3 Wochen Hast verurteilt.
, ..Wer sagt denn, daß Du das Osterei haben wllst?" fragte Emil erstaunt. — „Du bist doch *auck mal zu kurz von Begriffe». Brunk hat Dir *8 Et gegeben, damit Du es mit in unser Hans *w>wst. Am Abeud will er selbst kommen. Für ««» soll denn also das Geschenk sonst bestimmt Mu?" Dem jungen Manu wurde angst und bange p Mute, al» er diesen Avsgang sah: „Laß ihn zu. •****, wie er fertig wird!" dachte er endlich bet sich.
köpf, iuchenau » sollen l Loose Maßgabe f Grund je sowie uns bei uch von
Die Postbeftellungen auf das zweite Quartal (April bis Juni), wollen unsere Abonnenten recht bald erneuern, da ohne vorherige Bestellung die Post keine Exemplare liefert. Auf dem Lande nehmen die Postboten Bestellungen entgegen. In Kirchhain nimmt unsere Agentur (Herr Buchbinder Rindt) Bestellungen an und in hiesiger Stadt unsere Zeitungsträger und die Expedition.
Im Feuilleton kommt zunächst ein höchst spannender Roman:
(Nachdruck verboten.)
Aas OAerei.
Eine Humoreske von Hans Wald.
(Schluß.)
Da trat Fräulein Käthcheu ein: „Was machst Du «uu eigeutlich hier so allein?" fragte sie mißtrauisch.
„Ich kleide mich uw, wie Du stehst 1" Die scharfeu Augeu der Hausherrin hatten jetzt das Packet entdeckt; dem jungen Manu lief eS heiß und kalt über, ti8 er sah, wie ihre Blicke forschend darauf ruhte», «r behauptete eioe gezwungene Gleichgiltigkeit.
„Was hast Du denn da, lieber Emil?" fragte m, um das Packet herumgeheud, wie eine Katze um rtue Mausefalle. — „Nur eine ganz» Kleinigkeit I" T" „Kann ich eS denn nicht einmal sehen?" — „Der Luke! hat eS mir gegeben", versuchte der Neffe fich fr retten, „ich weiß nicht, waS darin ist. Er will
Abend mit Vorkommen!"
Marburg,
Sonnabend, 89. März 1890,
Deutsches Leich.
Berlin, 27. März. Der „Reichsanzeiger" meldet: Der Kaiser verlief dem Staatsminister Grafen Bismarck dos Kreuz der Großkomture des Königlichen Hausordcns von Hohenzollern. — Dem „Reichs anzeiger" zufolge wird vom 1. April rta gesamte Hofstaat, das Hofmarschallamt und das Kabinett der hochseligen Kaiserin Augusta aufgelöst. [ Ein Teil der in dem letzteren bearbeiteten Geschäfte geht, soweit sie die von der hochseligen Kaiserin ausgeübten und von der Kaiserin und Königin übernommenen Protektorate betreffen, auf das Kabinett der Kaiserin und Königin über. Das ist u. a. namentlich für das deutsche und das preußische Zentralkomitee der Vereine vom Roten Kreuz, den vaterländischen Frauenverein, den Frauen-Lazarett- Brrem, das Augusta-Hospital in Berlin, das evan geliiche Magdalenenstist in Berlin und die Kaiserin Augusta-Stiftung in Charlottenburg der Fall. — Dem bisherigen Kabinettsrat von dem Knesebeck
Heiße Gluthen
zum Abdruck. Außerdem kleinere interessante Novellen und Erzählungen.
Wir machen noch besonders darauf aufmerksam, daß die Oberhessische Zeitung die einzige im hiesigen Kreise, wie in den Kreisen Kirchhain, Frankenberg und B ie d e n köpf ist, welche mit der Kontinental - Telegraphen - Kompagnie in Verbindung steht und infolgedessen alle wichtigen Nachrichten sofort telegraphisch »hält und zur Kunde ihrer Leser bringt.
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Aber auch diese Eiuweuduugeu halfen nichts, die tingterige Dame entfernte die Hülle und trat dann tttt einem Aufschrei zurück: „Ein Osterei mit einem «ttorl" Sie schaute auf ihre» Neffen; der stand am tjtnfter und sagte, seine Aufregung gewaltsam betrügend: „Was weiß ich, was der Onkel will. Der « öfter verrückte Einfälle, Du weißt es ja selbst!" --k»^„Nuu, daß es ein verrückter Einfall ist, wenn [14 a?nianb ulir ein Osterei mit einem Amor verehrt, daS tun ich «icht sage»", entgegnet# das Fräulein sehr pikiert und rittet? «ck> hoch tn die Höhe.
Lauenburg bezeichnet, so muß man annehmen, daß Fürst Bismarck die Absicht, den Herzogtitel abzu- lehner, aufgegeben hat. — Am 1. April, dem Geburtstage des Fürsten, wollen zwölfhundert Angestellte der Hamburg - Nltonar Eisenbahn ihm einen Fackelzug bringen.
— [Die Antwort des Papstes) in Sachen der internationalen Arbeiterschutzkonferenz auf das kurze, mehr formell gehaltene Schreiben des deutschen Kaisers lautet in wörtlicher Uebertragung aus dem Französischen folgendermaßen: „Majestät, Wir danken Ew. Majestät für das Schreiben, welches Sie an uns zu richten geruht haben, um uns für die internationale Konferenz zu interessieren, die im Begriffe steht, in Berlin zusammenzutreten, und zwar zu dem Zwecke, die Mittel behufs Verbesserung der Lage der arbeitenden Klaffen zu suchen. Es ist uns vor allem angenehm, Ew. Majestät zu beglückwünschen, daß Sie sich eine so edle, einer ernsthasten Aufmerksamkeit so würdige Angelegenheit am Herzen liegen ließen, eine Angelegenheit, welche die ganze Welt interessiert. Diese Angelegenheit hat übrigens nicht aufgehört, uns selbst zu beschäftigen, und das von Ew. Majestät unternommene Werk entspricht einem unserer heißesten Wünsche. Bereits in der Vergangenheit haben wir, wie Sie sich erinnern werden, unsere Gedanken über diesen Gegenstand kundgegeben, und mit unserem Worte haben wir zugunsten dieses Gegenstandes die Unterweisung der katholischen Kirche geltend gemacht, als "berat Leiter wir bei einer späteren Gelegenheit auch auf diese Unterweisung hinwiesen. Damit aber dieses schwierige und wichtige Problem nach allen Regeln der Gerechtigkeit gelöst, sowie die berechtigten Interessen der arbeitenden Klassen in gebührender Weise gewahrt würden, haben wir allen und jedem mit Einschluß der Regierungen die ihnen obliegenden Pflichten und besonderen Obliegenheiten klargelegt. Ohne jeden Zweifel wird die vereinigte Aktion der Regierungen mächtig zur Erlangung eines so ersehnten Zieles beitragen. Die lieberem« stimmung der Ansichten und der Gesetzgebungen, insoweit wenigstens eine solche durch die verschiedenen Bedingungen der Orte und der Länder gestaltet wird, wird geeignet sein, in hohem Maße die Frage einer billigen Lösung näher zu führen. Auch können wir nur int hohen Grade alle Beratungen der Konferenz unterstützen, welche darauf abzielen werden, die Lage der Arbeitet zu heben, wie z. B. eine Verteilung der Arbeit, welche in besserem Verhältniffe steht zu den Kräften, dem
Jrn Eifer der Bitte hatte er ihre Hand ergriffen. Sie entzog sie ihm errötend nnd überlegte: .Sie habe» ein besseres Loos verdient, glücklichere Tage! WaS geht es uns an? Dann das Osterei mit dem Amor! Seine ungewohnte Liebenswürdigkeit! Kein Zweifel, Brunk wollte seinen Neffen nur darum aus ihrem Hause fort habe», um um ihre Haud auhalteu zu köuneu. Er war doch eiu herzensguter uud noch recht stattlicher Manu!" So das Resultat ihres Nachdenkens, und so erklärte sie denn, sie wollte seinetwe- gen dem Neffen den Willen thuu, und ihre Einwilligung geben. Brunk küßte dankbar ihre Hand, rief Emil herbei, der die Taute umarmte und küßte, daß ihr der Atem fast verging, und erklärte, er werde sofort nm Emilien's Haud auhalteu und feine Braut holen, damit sie mit ihm der „gütigen Fee" danken könne.
Fräulein Wild ließ ihn lächelnd ziehe». Sie plauderte mit dem alten Herrn, der nun auch die ganze Liebenswürdigkeit seiner Jngendjahre wieder hei vorholte. Eigentlich hätte er, so sagte sich Fräulein Käthcheu, jetzt feinen Heiratsantrag Vorbringen können, aber er wollte wohl warten, dis das junge Paar wieder zurück war. Nun, auf die kurze Zeitspanoe kam es uicht an.
Eine Stunde war vergangen, als das glückliche Brautpaar erschien; die Danksagungen uud Glück- wünsche wiederholte» fich. DaS junge Mädchen «schic» so bescheiden und liebevoll, daß die Tante nun auch zu glauben begann, jenes Gerede, welches sie ihrem Neffen gegenüber erwähnt, sei müßige Klatscherei gewesen. Sie sah freilich den Schelm nicht, der hin und wieder nm die roten Lippen ihrer neuen Nichte zuckte. Mau plauderte, als sich Emil mit einer kurzen Entschuldigung für einen Moment entfernte. Er kam gleich wieder und brachte jenes, der Taute nur zu wohl bekannte weiße Packet. „Verzeihung, liebe Tante, wenn ich heute mittag eine kleine Notlüge gebraucht habe. Hätte ich ge> mußt, wie gütig Du warst, ich hätte gleich die Wahrheit gesagt, daß das Osterei mit dem Amor
Alter und dem Geschlechte eines jeden; die Sonntagsruhe und im allgemeinen alles, was verhindern wird, daß man den Arbeiter wie ein gewöhnliches Instrument ausbeutet (exploite comme un vil in» strument) ohne Rücksicht für seine Würde als Mensch, für seine Moralität, für seinen häuslichen Herd. Es wird jedoch Ew. Majestät nicht entgangen sein, daß die glückliche Lösung einer so ernsten Frage außer der klugen Intervention der Zivilbehörde die starke Mitwirkung der Religion und die wohlthätige Aktion der Kirche erheischt. Das religiöse Gefühl ist in der That allein fähig, den Gesetzen ihre Wirksamkeit zu sichern, und das Evangelium ist das einzige Buch, in welchem sich verzeichnet finden die Prinzipien der wahren Justiz, die Grundsätze der wechselseitigen Liebe, die alle Menschen vereinigen soll, als Kinder desselben Vaters und Mitglieder derselben Familie. Die Religion wird so den Arbeitgeber lehren, in dem Arbeiter die menschliche Würde zu ehren und ihn mit Gerechtigkeit nnd Billigkeit zu behandeln; sie wird dem Gewissen des Arbeiters das Gefühl der Pflicht und Treue einprägen, sie wird ihn sittlich, nüchtern und ehrbar machen. Weil sie die religiösen Grundsätze aus dem Gesicht verloren, vernachlässigt, verkannt hatte, sieht die Gesellschaft sich bis in ihre Grundlagen erschüttert; sie zurückzurufen und wieder auszurichten, ist das einzige Mittel, der Gesellschaft die Grundlagen wiederzugeben und ihr Friede, Ordnung und Wohlergehen zu verbürgen. — Es ist aber die Aufgabe der Kirche, in der ganzen Welt diese Grundsätze und Doktrinen zu lehren. Ihr kommt es somit zu, in der Lösung der sozialen Frage einen tiefen und befruchtenden Einfluß zu üben. Diesen Einfluß haben wir geübt und üben wir speziell zugunsten der arbeitenden Klaffen. Die Bischöfe und Pfarrer werden, unterstützt von ihren Hilfsgeistlichen, in gleichem Sinne in ihren Spreu geln vorgehen; und wir hoffen, daß der heilsame Einfluß der Kirche, weit entfernt davon, durch die Staatsgewalt gehindert zu werden, in Zukunft (dortoavant) Hilfe und Schutz finden wird. Zum Bürgen dafür haben wir einerseits das Interesse, welches die Regierungen dieser ernsten Frage widmen und andererseits den wohlwollenden Aufruf, den Ew. Majestät an uns gerichtet hat. Inzwischen bringen wir die innigsten Wünsche dar, daß die Arbeiten der Konferenz fruchtbar und wohlthätig sein mögen und der allgemeinen .Erwartung entsprechen. Und ehe wir dies Schreiben endigen, wollen wir hier die Genugthuung zum Ausdruck bringen, die wir empfanden, als wir erfuhren, daß
für meine Braut bestimmt mar!* Das junge Mädchen nahm das Geschenk lächelnde» MnndeS an, die Tante lächelte, aber es war ei» seltsam starres Lächeln, und Brunk lachte laut auf.
„Sehen Eie, liebes Käthcheu, solche Thorheiten treiben die jungen Leute", sagte er, auf de» Amor tippend; „fie haben fich die LiebeSsnppe aber eingebrockt, möge» fie fie anSeffen. Wir Beide find klüger gewesen!" Fräulein Käthcheu Wild war an diesem Abend so schweigsam wie nie zuvor in ihrem geben. — —
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Quartal-AbonnemeMS-PreiS bei der Expedition 2*/. Mk., bet den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
sind vom 1. April ab die Funktionen eines dienst- thuenden Kammcrherrn der Kaiserin, sowie die Fortführung der oben genannten Geschäfte neben seinem Kammcrherrndienst übertragen worden. — Der „Reichs- Anzeiger" veröffentlicht einen kaiserlichen Erlaß, wonach Graf Bismarck aus seinen Antrag aus seinem Amte in Gnaden entlassen worden ist. — Nachdem Graf Aloensleben die Berufung als Staatssekretär des Auswärtigen Amts abgelehnt hat, ist jetzt der badische Gesandte am hiesigen Hofe und Bundesrats-Bevollmächtigte Freiherr v. Marschall für dieses Amt in Aussicht genommen worden und hat die an ihn ergangene Berufung angenommen. — Ein neues Ehrenzeichen, das „Allgemeine Ehrenzeichen in Gold", hat der Kaiser, wie die „Nordd. Allg. Ztg." meldet, durch Kabinetts - Ordre vom 17. März gestiftet, welches solchen Personen des Zivil- und Militärstandrs verliehen werden soll, die bereits das „Allgemeine Ehrenzeichen" besitzen und sich einer weiteren Auszeichnung würdig machen. Dasselbe besteht in einer runden goldenen Medaille, ähnlich dem früheren Allgemeinen Ehrenzeichen 1. Klasse, welches von Friedrich Wilhelm III durch Kabinetisordre vom 18. Januar 1830 in den Roten Adlerorden 4. Klasse umgewandelt worden ist. Die Vorderseite des Allgemeinen Ehrenzeichens in Gold trägt den gekrönten königlichen Namenszug und die Jahreszahl 1890, die Rückseite die lorber- umkränzte Inschrift „Verdienst um den Staat". Es wird am Bande des jetzigen Allgemeinen Ehrenzeichens getragen, welches letztere von dem Inhaber bei Verleihung des Allgemeinen Ehrenzeichens in Gold nicht abgelegt wird, was sonst bei Verleihung eines höheren Grades eines Ordens geschieht. — Der Kaiser besuchte im Laufe des gestrigen Vormittags, auf der Rückkehr aus dem Tiergarten, den Grafen Herbert Bismarck im Auswärtigen Amte. — Die „Königsberger Hartungsche Zeitung" meldet gerüchtweise, daß der dortige Oberpräsident von Schlieckmann zum Minister des Innern bestimmt sei. In parlamentarischen Kreisen findet das Gerücht keinen Glauben. Noch wie vor heißt es, daß der Oberpräsident in Cassel, Graf Botho Eulenburg, zum Nachfolger Herrsurths bestimmt sei. — Graf Wilhelm Bismarck läßt alle Nachrichten, als beabsichtige auch er aus dem Staatsdienste zu treten, als völlig aus der Luft gegriffen bezeichnen. — Im Hofbericht wird gesagt, der Kaiser habe den Fürsten Bismarck, Herzog von Lauenburg, empfangen. Da der Hofbericht den Fürsten Bismarck ausdrücklich als Herzog von
„Skandal gtebt es auf alle Fälle, auf etwas mehr oder weniger kommt es also auch nicht an."
Käthcheu Wild warf dem Osterei noch einen letzten liebevollen Blick zu, wickelte eS sorgsam ein und entfernte fich, den Kopf voll stürmischer Gedanken: „Man sagt, daß die Männer, wenn fie fich scheue», eine HerzenSneigung eiuzugestehe», rauh und abstoßend werden. Brunk war sehr rauh gegen mich. Aber daß fein wahres Gefühl ein anderes war, das zeigte doch dies Osterei. Und er will heute abend kommen? O--*, weiter wagte fie nicht zu denken.
Brunk der Aeltere wachte fich am Abend versprochenermaßen auf den Weg, um bei der Tante für die Heirat seines Neffe» eiuzntreten. Er 'hatte beschlossen, erst so ruhig wie nur möglich zu sprechen. Vielleicht kam man damit am weitesten. War fie aber nicht zu bewegen, ihre Gedanken zu ändern, na, bann sollte fie Andreas Christian Emil Brunk kennen lernen, aber mit Noten!
.Er ging direkt in Fräulein KäthchenS Zimmer, die schon eine Stunde lang nach ihm ausgeschaut hatte. „Hm, hat fich ja ordentlich für meine Bifite geputzt*, sagte Brunk, „na, fangen wir manierlich an, eine Liebe ist der anderen wert.*
„LiebeS Käthcheu, ich möchte eine recht ernste Sache mit Ihnen besprechen?* — „Und lieber Vetter?* — „Sehen Sie, der Schlingel, der Emil wächst nach, gerade heran, Sie haben vou ihm viel Last und vielen Berger, und Sie haben doch wirklich ein besseres LooS verdient!* — „Ich ein besseres LooS, das sagen Sie, Setter ?* — „Ganz gewiß. Aber nm bei Emil zu bleiben: Ich glaube, Sie lhnu am besten, Sie lassen den Jungen laufen und fich verheiraten, bann kann er fich mit seiner Frau auseinandersetzen.' — „Er hat mir schon gesagt; aber diese Emilie!* — „Weiß ich, fie ist etwas vorlaut. Indessen, fie hat Geld, die Familie ist angesehen und schließlich, was geht eS uns an? Also, liebe8 Käthcheu, geben Sie Ihre Einwilligung, damit anch für Sie glücklichere Tage kommen können!*
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler in Frankfurt a.M., Caffel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXV Stoffe tn Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; ®. L- ' 'M uV* 3UUö' Bande u. Eo. in Frankfurt a.M., Berlin, Hannover, Paris.
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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt siir die Kreise Marburg und Kirchhain. — Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.