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WöchenMche Beilagen. Kreis Blatt für Die Kreise Marburg und Kirchhain. - _____________Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

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Sonntag, 16. März 1890. LLLWMLW m Jahrgang.

Wochenschau.

WaS will das werden? Alle Welt zerbricht sich den Kopf, wie es im neuen Reichstag, der in vier Wochen seine Arbeiten beginnen wird, wohl het- gchen wird, was Fürst Bismarck thun, ob er nur das preußische Ministerpräsidium abgeben, ganz aus dem aktiven Dienste scheiden oder aber voll in Amt und Würden bleiben wird. Es ist eine alte Sache, au die freilich selten gedacht wird: Wenn niemand etwas genaues weiß, dann fängt er an, seiner Phantasie freies Spiel zu kaffen, und dabei kommen denn oft wunderbare Dinge zu Tage. Denken wir doch einmal daran, wie vor noch nicht zwei Jahren, nach dem Tode Kaiser Friedrichs, Fürst Bismark offen erklärte, er werde nur dann aus dem kaiset lichen Dienste scheiden, wenn der Monarch ihm seinen Abschied gebe. Auf der anderen Seite verpflichtete Kaiser Wilhelm II. den Kanzler durch Handschlag, ihm treu zur Sei'e zu stehen. Kaiser und Kanzlei waren sehr vertraut mit einander, also ist auch nicht anzunehmen, daß heute schon ein voller Bruch zwischen ihnen eingeireten ist. Was macht es denn, wenn Kaiser Wilhelm's II. Jugendkraft und Energie die Dinge etwas anders ansieht, als der greise Staats- mann? Dabei wird Deutschland nicht schlechter fahren, denn ans dem Widerstreit der Ansichten erhebt sich schließlich die Wahrheit. Fürst Bismarck sehnt sich nach größerer Ruhe, und wer will ihm das verdenken? Aber nach Unlhätigkeit hat er ge= toifi kein Verlangen. Schon seit Jahren habrn wir ein Gesetz, welches einen Stellvertreter des Reichs kanzlers ernennt. Es blieb lange unbenützt. Wenn es jetzt wieder in naher Zeit zur Anwendung ge­bracht wird, so ist allen Teilen gedient, keinem aber Nachteil zugefügt. Der Kaiser und der Reichskanzler haben in der letzten Woche sehr häufig mit einander konferiert, wiederholte Sitzungen des Bundesrates und preußischen Staatsminifteriums haben stattge sunden, die Entscheidung tritt also näher. Wir können ohne Sorgen sie erwarten. Deutschland stehf fest, fest unter allen Umständen. Große Be friedigung hat es allgemein hervorgerufen, daß der Kaiser dem verdienten Staatssekretär von Bötticher den Schwarzen Adlerorden verliehen hat in An­erkennung seiner Verdienste um die Sozialpolitik des Reiches.

Die Besprechungen über den neuen Reichstag sind ruhiger geworden. Wenn auch sofort eine neue Militärvorlage im Betrage von etwa 60 Mill. SRatf für 74 neue Batterien an ihn herantreten

lvird, so wird darum noch lange nicht der Himmel einfallen. Man hat sich schon über viele schwierige Fragen geeinigt und anders wird es auch hier nicht kommen. Die Artilleriefrage schwebte längst in der Luft, und je eher daran, je eher davon Vie! wichtiger wird die Stellung der politischen Parteien zu einander sein. Es fällt auf, daß dieNordd. Allg. Ztg." jetzt mit großer Vorliebe fast Tag für Tag von der Zentrumsvartei spricht, und auch sonst scheinen einige leK^W^jchen darauf hinzudeuten, daß der nächste Reichstag ganz merkwürdige Ueber- raschungen zeitigen kann. Jedenfalls denkt heute niemand an eine Auflösung des Reichstages, aller­seits ist man entschloffen, abzuwarten, wie die Dinge sich gestalten werden. Und etwas anderes kann man ja auch beim besten Willen nicht thun. Der Staatssekretär des Reichs-Marine-Amtes, Admiral Heusner, tritt von seinem Posten jirütf. Die Grünte hierfür sind nicht recht klar.

Sehr behaglich macht es sich daS preußische Abgeordnetenhaus. Durch den Reichstag wird es nicht geniert und so ziehen sich die Etatsdebatten in solcher ungemeinen Breite hin, als ob der erste April, zu welchem der neue Etat in Kraft tritt, noch ein halbes Jahr entfernt wäre. Gründlichkeit ist ja eine recht schöne Tugend, aber ihre Schwester heiß darum doch Langeweile. So hat das hohe Haus denn die ganzen letzten Tage sich mit der Besprechung der Verhältviffe in Wellpreußcn und Posen abgemüht. Jeder Redner sagte schließlich dasselbe, aber das machte nichts, dabei ging die Zeit doch verloren. Irgend welche Aenderungen im Etat sind dabei überhaupt nicht vorgenommen worden. Unter den kleinen Gesetzen, welche zur Bewilligung gelangten, befand sich auch die Vorlage über die Neueinteilung der Rcssortverhältniffe im Eisenbahn­ministerium und im Ministerium für Handel und Gewerbe.

Die Arbeiterschutzkonferenz in Berlin wird in der kommenden Woche eröffnet werden. Die Kon- ferenzbevollmächtigten sind zum Teil schon in der Reichshauptstadt angekommen, znm Teil auf der Reise dorthin begriffen. Den bekannten Industrie floaten ist auch noch Spanien hinzugetreten. Im allgemeinen glaubt man, daß die Konferenz sich über die prinzipiellen Fragen bald einigen wird und darum auch die betreffenden Verhandlungen nicht lange Zeit in Anspruch nehmen werden. Dem Reichstage wird bei seinem Zusammentritt das Resultat der Kon­ferenz wahrscheinlich schon unterbreitet werden können Jntereffant ist die Antwort, welche dieser Tage em

neu gewählter sozialdemokratischer Reichstagsabge­ordneter auf die Frage gegeben hat, wie in Zu­kunft die Sozialdemokratie sich zur Monarchie stellen würde. Der Abgeordnete hat zugegeben, daß ein erheblicher Teil der sozialistischen Führer bereit sei, jede Regierung, auch eine monarchische, zu unter­stützen, die geneigt sei, für die Arbeiter einzutreten. Mit dem schroffen Republikanertum gehl es also doch nicht mehr so recht.

In Ostafrika hat Reichskommiffar Major Wiß- mann einen neuen Erfolg über den Araber Bana- heri davongettagen. Die Scharen desselben sind zersprengt worden und haben schwere Verluste er­litten. Auf unserer Seite sind nur ein Weißer und mehrere Schwarze verwundet worden. Leider ist Banaheri selbst entkommen und die Jagd auf ih muß mithin noch fortgesetzt werden. Deutlicher und deutlicher tritt übrigens die Nachricht auf, das deutsche ostafrikanische Schutzgebiet solle in eine Reichskolonie umgewandelt und Emin Pascha zum Gouverneur derselben ernannt werden, während Major Wißmann zunächst das militärische Kommando behielte. Das Zusammenwirken beider Männer würde unserem Schutzgebiet sicher zum Vorteil ge­reichen. In Westafrika hat der Gouverneur von Kamerun, Freiherr von Soden, eine Urlaubsreise nach Deutschland angetreten. Sein Nachfolger ist der Reichskommiffar Zimmerer aus Togo ge­worden. (Schluß folgt.)

Deutsches Reich.

Berlin, 14. März. DerReichsanzeiger" ver­öffentlicht einen Erlaß des Finanzministers vom 3. d. M., worin unter Bezugnahme auf die Be- ckanntmachünge» einzelner Landräte, daß die Orts­behörden als Norm für die Schätzung des Ein­kommens aus selbstbewirtschaftetem Grundbesitze bei geringem Umfange ein bestimmtes höheres Vielfaches des zur Grundsteuer herangezogencn Reinertrages anzuwenden haben, als bei größeren Besitzungen, die Regierungen angewiesen werden, in ihren Ver­öffentlichungen zur Belehrung der Ortsbehörden die Aufstellung bestimmter, mit der Größe der Besitzung abnehmender Multiplikatoren zu vermeiden und au die Unentbehrlichkeit einer sorgfältigen Berücksichtigung der obwaltenden besonderen Verhältnisse der zu ver­anlagenden Wirtschaft nachdrücklichst hinzuweisen. Der Reichskanzler empfing den Abgeordneten Dr. Windthorst am Mittwoch zu einer längeren Unter- redung. Nach denHamb. Nachrichten" erfordert die Militärvorlage eine einmalige Ausgabe von 20

Millionen für Geschütze, wozu noch besondere Aus­gaben für die Komplettierung des TrainS und der Pioniere treten. Eigentlich hätten über 100 neue Batterieen verlangt werden müffen. Hier zirku­lieren Gerüchte über die Anstellung des Geheimrats Hinzpeter als Chef eines eventuell zu schaffenden ReichSarbeitsamteS, daS ähnlich dem englischen Fabrikinspektorat eine völlig selbständige Verwaltung bilden würde. Vertraute Hinzpeters stellen befielt beabsichtigte Anstellung in Abrede und sagen eine eventuelle Ablehnung voraus. Die Arbelterschutz. konferenz findet im Kongreßsaale des Reichskanzler- palais statt und wird am Samstag nachmittags 2 Uhr eröffnet. Der Papst hat auf die an ihn er­gangene formelle Einladung die Entsendung von Delegierten abgelehnt, jedoch dem Werke der Kon- ferenz seine moralische Unterstützung verheißen. Fürstbischof Kopp ist lediglich Vertreter der Reichs­regierung. Für den kommenden Sonntag, an welchem in Gegenwart des KaiserpaareS, der Kaiserin Friedrich und der Prinzessinnen-Töchter sowie zahl­reicher anderer Fürstlichkeiten die Einweihung der Garnisonkirche in Spandau stattfindet, werden zur Ausschmückung der Stadt großartige Vorbereitungen getroffen. Das Militär, das Personal der tech­nischen Institute mit den Fahnen und Emblemen sowie Kriegervereine bilden in den Straßen vom Bahnhof bis zur Kirche Spalier. Von der Gewehr- fabrik ist ein Festzug geplant, welcher durch Mit- führung der altertümlichen Gewerbszeichen, durch sinnreiche Anordnung alter Waffen u. s. w. besonder- wirksam zu werden verspricht. Es wird auch ein Besuch der fürstlichen Gäste in der altehrwürdigen Nikolaikirche erwartet, in welcher Kurfürst Joachim II., dessen Denkmal vor dem Eingang des Gotteshauses steht, das Abendmahl in beiderlei Gestalt zum ersten male nahm. In der Tarifkommission des Ab­geordnetenhauses hat Abg. Schveller folgenden An­trag eingebracht: Die Kommission wolle sich dafür aussprechen, daß das Haus der Abgeordneten die Verwaltung der königlich preußischen Staatsbahnen ersuche: 1. auf der Generalkonferenz deutscher Eisenbahnverwaltungen die Einführung einer er­mäßigten Stückgulklaffe auf allen deutschen Bahnen für Güter aller Art, welche in Mengen von 1 oder 2 To. zur Aufgabe gelangen, zu unterstützen oder, falls die Einführung dieser Tonnengutklaffe nicht ür Deutschland zu erreichen, sein sollte, dieselbe für das Gebiet der preußischen Staatsbahnen einführen zu wollen. 2. daS Prinzip der Tarffbildung nach allendcr Skala nämlich, daß mit zunehmender

(Nachdruck verboten.)

Eine vornehme Fra«.

Bon Hermann Helberg.

(Fortsetzung.)

Unter der Furcht, achserzuck-ndeu Mienen zu be­gegnen, wachte sie der Nawbarschaft größere Ab. zahluugeu, als sie ursprünglich beabsichtigt hatte, und erfuhr dab t, was j.der täglich beobachten kann, daß ® lr> der fahnenflüchtigste Geselle ist, der je einem Kriegsherr» diente.

Aber nun kam das Weihnachtsfest immer »Sher das F-st, a» dem fo^ar jeder Tagelöhner feinen Ki»deru eine Freude zu bereiten suchte. Ange hatte für die Studer nichts eivgekaust, aber sie arbeiteten rifrig und versteckt an Geschenken für ihre Mutter »ud erinnerten sie dadnrch immer von neuem, daß st- 6od)~U<beirafd)nngen von ihr erwarteten.

Selbst Fr>d war fleißig mit Gummi und Radier, weffer bei einer Zeichnung beschäftigt, r-ehr allerdings hiermit, alS mit Bleifeder nnb Kreide. Er war einmal ein flüchtiger kleiner Geselle.

* . *

ki fJni0eJ£tt8* Dot dem heiligen Feste nm

die Abentzeit. Ein starker Schneefall hatte die ^geud in starre bleiche Gemünder gehüllt. Vom Mondl cht na Men, ragte die Wartburg tote ein An Geistern bewohntes Schloß ans den weißdedeckten Waldern hervor. Ringsumin den Villen aber glitzerten hwter den Scheiben kleine, unruhige Lichter, ^fremdarttg, fast märchenhaft gegen die schweigsame, «ller lebendigen Farbe» entkleidete Nat»r abstachen.

E» mochte gegen z-hn Uhr abends sei», als em Voßer, kräftiger Ma»», der sich soeben auf offener Landstraße von feinem Gefährten getrennt hatte mit Assam schwerfälligen Bewegungen die Höhe htnauf. meg, auf der daS Häuschen lag, da« Auge bewohnte

näher er feinem Ziele kam, desto bebächtige, »«den seine Schrstte. Einigewale hiell er time und

sraute spähend nm sich. Aber nirgends zeigte fich etwas Lebendiges; dir Gegend war wie ansgestorbeu.

Endlich erreichte er das HanS, in dem noch Licht war, klinkte leise eine kleine Pforte ans und wandte ich mit vorsichtigen Bewegungen in den Garten. Vor den Fenstern mar kein Vorhang herabgelaffeu; sie gestatteten ungehinderten Einblick.

Der Manu - eS war Teut - dämpfte fehlen lauten Atem, blieb stehen nnb schaute lange und nn« verwaubt inS Innere beS Gemaches. OitwalS griff er fich in tiefer Bewegung an bie Brust, nnb bann traten filberfrmkelude ThrSnen der Rührung in feine

Äuge faß, das Gesicht ihm zugewaudt, an dem Tisch, bet mitten im Wohnzimmer stand, nnb be­trachtete prflfenb ein Kleidungsstück, baS vor ihr ans dem Tische lag. Teut erkannte eS als ein Militär, beintletb, baS Clatrefort gehört haben mochte. Die bleiche Fra» prüfte nnb maß, indem fie bas kürzere Strichen Zwecken dienende Gewand eines der Knaben dagegen hielt.

Nachdem fie nach einigem Hin nnb Her zu einem Entschloß gelangt war, trennte fie die Nähte ans. einander, breitete jeden Teil für fich ans, legte das Knabeubeinkleid darüber, schnitt wtt vo fichfiger Hand euSioff danach zurecht und nähte bann die einjdnen Teile zusammen. Ohne auch nur ein einziger Mal amzuschaneu, saß fie über der Arbeit gebückt, unb nut einmal ließ fie die Nabel ruhen, lehnte fich zurück, hob baS zugeschuitteue Beinkleid empor uuv zupfte an den Falten.

Jetzt vermochte ihr Teut boll iur Sngeficht i,u chauen, nnb heiß zog eS durch feine Brust, als er die lieben, bekannten Züge bet holden Fran vor fich sah

Einmal warS ihm, als ob fie feiner ansichtig ge. worben sei, benn plötzlich wandte fie mit verändertem ängstlichem, gleichsam gebanntem Blick ihr Auge ans das Fenster, hinter dem et spähte. Nun trat er nn willkürlich zurück mb schaute auS bem tieferen DrrnkU iur Gemach.

Hatte fie ihn geseh n? Nein! Vielleicht watS einet jener seltsamen AhnnugSschaner, bie nur erfassen können, wenn wir auch keinen Anlaß haben, unS mit denjenigen zu befassen, bie naS im Leben nähet stehen.

Nun stützte Ange den Kops, starrte finnend vor ich hin, griff alSdaun nach einem Bleistift nnb wachte l* auf einem Blättchen Papier allerlei Notizen. Offenbar beschäftigte fie fich mit ihren Kindern, oi lleicht stellte fie »och einmal beten Wünsche für Weihnachten zusammen. Daraus begab fie fich abeimalS voll Eifer au bie Arbeit, rührte fleißig die Hand und wachte nur Pansen, nm bie Nähte mit dem Fingernagel nachznglätt« n.

Wer fie heute so sah nnb einst gekannt hatte! Siu Gefühl bet Rührung wußte in ihm empor steigen nnb ihr Bewnuberung znges.llen.

Einmal übet daS andere Mal strich Tent in starker Erregung den Schnurrbart. Wie lange stand n nun schon da, nnb boch flog ihm bie Zeit so rasch dahin. ES waren allzuviele Gebauken, bie ihn be. chäfligle».

Unb um bewegte Auge in leisem Ftostgesühl ben Oberkörper unb glitt, bie Nadel fallen lassend, mit der Rechten wiederholt übet die müden Liver. Noch starrte fie eine Weile vor fich hin, dann aber übet, mannte fie die Abspannung, und ihre Augen schloffen ! ch. Einmal blinzelte fie noch, mit dem Schlafe i ämpseub, auf, bann aber sank das Haupt tiefet unb tiefer, nnb endlich saß fie regungslos ba. Sie war est eingeschlummert.

.Auge, Ange murmelte bet Marn in heftiger Bewegung, richtete noch einen letzten, langen Blick auf bie Sdjlnmmetnbe mb verließ bann, vorsichtig <ine Schritte auf bem hartgefrorenen Erdboden dämpfend, ben Ort, m bem er mehr gesehen, al» bie beredteste Zunge ihm hätte berichten können.

Am folgenbett Vormittage schlich Ange fie hatte butch Zufall erfahren, wo fie gegen Pfand ein i )arlehnen erhalten konnte mit zagendem Hetzen

MS Veriotzamt und verschaffte fich das Geld, beffen ie so brtngenb benötigt wat. Sie hatte unter anderem Öre goldene llht ein kostbares, mit Perlen be, etztes Stück bingegeben nnb befand fich nun durch de« dafür gelösten Betrag sogar in bet Lage, ihrem Nachbar die vorgeschoffene Summe znrückzahlen zu können. Sein zögernd gewährter Dienst brannte ihr mie Feuer auf der Seele, und fie fanb keine Ruhe bi8 fie das Geld in feine Hände znrückgelegt hatte.

.Wer feine Schulden bezahlt, verb.ffert fein Ser, mögen*, sagte Putz, ohne eine Befremdung Übet ben nahet iunegehalteneu Termin an den Tag zu legen und entließ auch Auge ohne Nachfrage nnb Angebot für spätere Fälle.

An bemfelben Nachmittag machte Ange fich auf ben Weg, um Einkäufe zu machen, unb Ben, bet ihr Reifet nnb Vertranter in allen Dingen geworden mar, wußte fie begleiten. AlS fie ziemlich wortkarg neben ihm hetschritt, schmiegte er fich zärtlich an J?}6 scs"e Besorgnisse durch eine

röhliche Miene zu nehmen suchte, sah er fie mit einen tiefen Augen an nnb drückte ihren Arm, den fie gefaßt hatte, alS fei er ihr kleiner Kavalier.

Als Auge nuterw-gS noch einmal alles überrechnete nnb mit einem: ,Dn armer Kerl wirst wenig oder nichts erhallen I* bebauetnbe SBoite gegen ihren Lieb, Ung fallen ließ, sagte bet Knabe:

.Ich will gar nichts, ich brauche nicht», Mama!* .Du bekommst auch wirklich nichts, mehr liebet Junge, fei ohne Furcht!" bestätigte fie. ,WaS ich Dir zugebacht habe, ist etwas, das Du dringend nötig hast, und das ich Dir gern besser gegönnt hätte!"

«m nächsten, bem letzten Abeub vor dem Feste fafe fie noch mit ffei|iger $aub und arbeitete an einem iroHenen Halstuch für Jorinde, bet e» besser ging, bie aber geschont nnb vor kalter Last in acht ge, nornrnen werben mußte. a* "

(Schluß folgt.)