April. (1662
ein.
n wir tnfirem rphie-
e tragen, aße 81
10
Hefe- jen und 11665
aus
teu
[1630
9
zvzeigei^ Geschäs
bitten!
t,
. in dea und ir mb Um1 1 Wiedel (1661
»«ie.
Rarbm (1668
u
len
arrb" stiütt)
il geheilt eib. ies -wachse? iben it t i SyS* stein
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Ioh. Aug. Koch.
JK 61.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn« und Feiertagen. — Quartal-AbonnementS-PreiS bei der Expedition 2*/t Mk., bet den Postämtern 2 Mik. 50 Pfg. (ejH. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
Marburg,
Donnerstag, 13. März 1890.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. BlatteS, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a. M., Gaffel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXV Stoffe m Frankfurt a. M., Berlin,München u. Köln; ®. L ' >)K^rgUNg. Daube u. Lo. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
Dentfches »eich.
Berlin, 11. März. In leitenden militärischen Kreisen gewinnt die Annahme an Glauben, daß der Kaiser auf das Sepkennat zu verzichten wünsche. Der oberste Kriegsherr habe das Vertrauen zum Reichstage, daß dieser die militärischen Forderungen in Zukunft von Fall zu Fall ohne Umstände bewilligen werde." — Die .Nordd. Allg. Ztg." bringt an der Spitze ihrer Abendnummer vom Dienstag einen sehr bemerkenswerten Artikel, der äußerlich an eine Betrachtung der „SBoff. Ztg." anknüpsend, den Zweck verfolgt, die passive Haltung des Fürsten Bismarck während der Sitzungen des Staatsrates, aus welcher die Blätter das Vorhandensein einer Kanzlerkrise gefolgert hatten, sachlich zu erklären. Die „Voss. Ztg." hatte sogar von Gerüchten Kenntnis gegeben, nach welchen diese Haltung eine ablehnende gewesen sei. Die „N. A. Z." leugnet Letzteres, nicht jedoch das Bestehen einer Kanzlerkrise. Sie begründet das Verhalten des Reichskanzlers also: „Die Institution des Staatsrates hatte ursprünglich den Zweck, nur dem Könige in Konkurrenz mit den Ministern als Mittel zur Information zu dienen; der Staatsrat bildete eine Erweiterung des Kreises der Ratgeber des absoluten Herrschers über die Zahl der aktiven Staatsminister hinaus. In dem Verfasiungsstaate gehören aber auch die Staatsminister zu den durch den Staatsrat zu Informierenden. Der Staatsrat liefert ihnen Material, aufgrund besten sie dem Könige als besten verantwortliche Ratgeber ihre schließ lichen Vorschläge machen. Es würde also mit der Stellung eines Ministers nicht verträglich fein, wenn er bereits im Staatsrate zu dem Gegenstände der Beratung eine definitive Stellung nehmen und seine Austastung festlegen wollte. Letzteres darf er erst in der kollegialischen Beratung des Staats Ministeriums, in welcher die Minister über ihre Seiner Majestät dem Könige zu unterbreitenden Vorschläge selbst ständig und ohne Staatsrat verantwortlich zu beschließen haben. Im Slaatsrate nimmt ein aktiver Minister heut zu seiner Information bezüglich der von ihm zu vertretenden Ministerialbeschlüste Teil, ohne sein dem Minister-Konfeil vorbehaltenes Votum festzulegen. Das gilt auch für die Plenarsitzungen des Staatsrats, im verstärkten Maße aber für die Sitzungen der Abteilungen, denen die Minister gar nicht angehören. Der Ministerpräsident hat denn auch in der That an den jüngsten Beratungen des Staatsrats keinen aktiven Anteil genommen; er hat der ersten Sitzung der Ausschüsie als Vizepräsident
(Nachdruck verboten.)
Line vornehme Fra«.
Bon Hermann Heiberg.
(Fortsetzung.)
„Selbst wenn ich Ihm» dienen könnte, würde ich wir den Vorschlag erlauben, daß Sie dort Stundvng erbitten und trotz etwataer Pcknlickk-iten, lieber den alten Gläubiger behalten, als sich einem neuen verpflichten. Geld ist Geld I Wei's flieht, will Sicherheit, nnb — und —
„Sie haben recht I" fi I Ange fast übereilig ein. „Sprechen wir nicht weiter davon! Rar eins zn «einer Rechtfertigung! Ich ging davon aus, daß eS Ihnen nicht unbequem sein Verde, uud da völlige Sicherheit tu «einer Person liegt —•
»Natürlich, natürlich, Frau G öfin! Ich würde Ihnen das Geld aus bloßen Schuldschein geben — selbstverständlich I"
* * *
Nachdem vier Wochen vergangen waren, fand sich Auge fast völlig enttlößt, vnd fie sann vod saun, auf welche W ise fie stch helfen tonne. Auch der Nachbar kam ihr wieder in den Sinn. Gewiß, wenn fie sich nicht ungeschickt benommen hätte, von ihm hätte fie eine kleine AuShtlsS'umwe sicher erhalten. Ob er fie jetzt noch geben würde? Vielleicht! Aber die Scham überwog den Drang der Not, and fie gab den G danken auf.
Einmal überlegte fie auch,' ob fie an dar Bank Haus schreib n nnb um einen Voischnß auf das Ju ua q iartalsgeld bitten solle. SS war ihr bisher Nicht einmal in den Eina g, kommen, daß fie der, gleichen versuchen könne. Stan weckte ihr die Sorge p'aktische Gedanken. Aber anch den Plan ließ fie wieder tasten.
Der JthreSaofang erforderte so viel, daß fie schon Nicht wußte, wie auSkowmen. Schaffte sie sitzt Hilf« so wußte sie in der Folge um so mehr entbehren. DaS war uur ein schwacher Notbehelf, uud vielleicht
des Staatsrates beigewohnt, sich aber jeder Meinungs äußerung enthalten und in die Diskussion gar nicht eingegriffen. Die Behauptung, Fürst Bismarck habe gegenüber den sozialpolitischen Anregungen im Staatsrate eine „ablehnende Haltung" beobachtet, ist also willkürlich erfunden." In Uebereiustimmung mit diesem stillschweigenden Eingeständnis einer Kanzler krise wird denn auch von einem in der Regel gut unterrichteten Berliner Offiziösen folgendes geschrieben: „Fürst Bismarck hat seine Absicht, aus dem Kaiserlichen und dem Königlichen Dienste auszuscheiden, gutem Vernehmen nach noch nicht ausgegeben Es wird angenommen, daß der Großherzog von Baden bei seiner jetzigen Anwesenheit in Berlin den Versuch machen werde, in vermittelndem Sinne zu wirken und den Reichskanzler zum Bleiben zu bewegen. Einer in informierten Kreisen verbreiteten Lesart zufolge ist bei der Erörterung der Frage des Ausscheidens des Kanzlers aus dem Dienste auch die Teilung seiner jetzigen Befugnisie zur Sprache gekommen, die Bundessürsten jedoch haben sich mit Entschiedenheit im Sinne einer Nichtänderung der Verfassung ausgesprochen." — Der Staatsminister Flhr. LuciuS von Ballhausen ist so weit wieder hergestellt, daß er in den nächsten Tagen wieder das Haus verlaffen kann. Wie die „Post" meldet, hat der Minister während seiner Krankheit die Er ledigung der täglichen Arbeiten nicht zu unterbrechen brauchen. — Von gut unterrichteter Seite heißt es jetzt, daß die neue Militärvorlage bereits dem im April zusammentretcnden Reichstage zugehen wird. Es werden über 70 neue Batterien nebst den dazu erforderlichen Spezialtruppen (Pioniere, Train) ge fordert. — Herrn von Bötticher ist, wie schon gemeldet, am Todestage Kaiser Wilhelms I. der Schwarze Adlerorden verliehen worden. Wie die „Nat.-Ztg." schreibt, soll ihm unmittelbar nach Beendigung einer einstündigen Konferenz, welche am Sonnabend zwischen dem Kaiser und dem Fürsten Bismarck stattfand, die Mitteilung von dieser Auszeichnung zugegangen sein. Wie der Köln. Ztg. aus Berlin geschrieben wird, war die Verleihung von einem sehr warm gefaßten kaiserlichen Handschreiben begleitet. Ter Kaiser knüpft in demselben die Verleihung an die Erinnerung, daß der verstorbene Kaiser die Sozialreform in die Hand genommen habe, die er selbst, der regierende Kaiser, mit allem Nachdruck fortzusetzen sich bestrebe und die in Minister von Bötticher eine Hauptstütze gefunden habe. Der Kaiser erkennt mit warmen Worten die Dienste an, die bisher der Minister von Bötticher geleistet, uelangs utcht einmal, nnb fie berente später den Schritt.
Mit einmal türmte es stch wieder vor ihr auf, wie schwer, wie ganz unmöglich eS sein werde, mit ihren geringen Mitteln anszukowmen, nnb zu btefer Einsicht gesellte sich ein anderer G-danke, der fie so iehr beunruhigte, daß ihr die Röte in die Wangen stieg. Hatte fie überhaupt ein Recht gehabt, ihren Nachbar um Geld in solcher Höhe anzugeben? WatS nicht leichtfinutg gewesen, nnb wußte fie stch nicht schämen, baß fie so stol, auf ihre Person als Sicherheit hingewtesen hatte? —
Eines Abends wachte stch Ben, nachdem die übrigen Kinder bereits zur Ruhe gegangen waren iw Wohnzimmer zu thnn. Ange nähte an der kleinen Ange Schulmappe ander ein Riemen sich gelöst hatte, llnorbnnng-n litt fie nicht; und fie hatte erfahren baß frühes Achten ans Kleines mit Zeitersparnis gleichbedeutend war. Die Nadel war aber «t fein eS narb ihr sehr schwer.
Plötzlich s tzte sich der Knabe ih, gegenüber blieb einen Augenblick stumm nnb begann bann mit einem eigentümlichen Ton in der Stimme:
«Du, Mama, weshalb ist eigentlich Tibeth fortge- gange»? Du erzähltest uenlich, ihr hättet ein Zer. würfuiS gehabt; war eS etwas — etwas rnüGelo?
Ange neigte ben Kopf; bann sagte st-: .Ja, ja Sen, ober das verstehst Du nicht.»
.Doch Mama. Wollte er Gelb von Dir haben, nnb konntest Du eS ihm nicht geben?“
,Neiu Beu, eS war um« kehrt."
, Umgekehrt — wie ? Wolltest Du (Selb von ihm —" „Du verstehst falsch, Beu. Er wollte — er gab mir Gelb — baS heißt — Nein, das ist and) ruckt tätig. Ich weigerte mich, — etwas anzumhmen, nnb b Sholo —"
De» Knaben Pupillen erweiterten fich, nnb et tagte über fein S ficht.
„Er wollte Dir Gelb geben, mb weil Dn et nicht nehmen wolltest, ging Tibeth fort?"
spricht ihm sein volles Vertrauen und seine Wertschätzung aus und hofft, daß diese Verleihung Herrn von Bötticher zum Sporn und zur Anregung bei der weiteren Arbeit werden möge.
— „Eine Lehre auS den Wahlen", hierzu schreibt die „N. R.-C.": Die Gesamtzahl der am 20. Februar für die sozialdemokratischen Kandidaten abgegebenen Stimmen beträgt über l*/s Millionen. Dabei zeigen dieselben, abweichend von allen anderen Parteien, seit 1881 eine regelmäßige starke Zunahme. Während nämlich die Kartellparteien von 1881 bis 1887 ihre Stimmenzahl nahezu verdoppelten und 1890 wieder annähernd auf den Stand von 1884 zurückgingen, das Zentrum eine ähnliche, aber nicht so starke Entwickelung aufweist, Deutschfreisinnige und Volkspartei dagegen nach dem Rückgänge bis 1887 jetzt eine wenn auch nicht sehr starke Zunahme ausweisen, haben die Sozialdemokraten 1881 311 000, 1884 540 000, 1887 763 000 Stimmen erhalten, also von Wahl zu Wahl mehr. Ihr jetziger Zuwachs von beinahe 600 000 Stimmen ist um so bemerkenswerter, als die Gesamtzahl der Stimmen jetzt um eine halbe Million hinter der von 1887 zurückgeblieben ist. Man würde einen Fehlschuß machen, wenn man annähme, daß jene beinahe l* 1/* Millionen Wähler, welche den sozialdemokroiischen Kandidaten am 20. Februar ihre Stimme gaben, auch wirklich überzeugte Anhänger der sozialdemokratischen Bestrebungen sind. Sicher kennt die Mehrzahl derselben nicht einmal die letzten Ziele der Sozialdemokratie, geschweige daß sie dieselben billigt. Unzufriedenheit mit wirtschaftlichen oder staatlichen Verhältnisien und der Wunsch, die eigene materielle und soziale Lage zu beffern, haben ohne Zweifel eine große Zahl von Wählern in düS sozialdemokratische Lager geführt. Es wäre aber verkehrt, sich mit diesem Tröste zu beruhigen und die Hände in den Schoß zu legen. Die Gefahr liegt vielmehr darin, daß diejenigen, welche jetzt aus anderen Gründen der sozialdemokratischen Fahne ge folgt sind, infolgedessen dauernd in den Bannkreis der Sozialdemokratie gezogen werden. Bekanntlich versteht es diese, sich dis gesamten Gedankenkreises ihrer Opfer dadurch zu bemächtigen, daß sie die selben von aller anderweiten geistigen Nahrung abschließt, selbst aber unausgesetzt auf sie einwirkt. Ihre Anhänger werden planmäßig zu Agitatoren und Vertretern der sozialdemokratischen Lehren erzogen und ziehen so immer mehr Berufsgenosien in die Gefolgschaft der Partei. Soll daher nicht eine ernste Gefahr für unsere ganze wirtschaftliche und
„Nein, Bell, ich hieß thn gehen. Aber ich wiederhole daß ich Dir das nicht erzählen, nicht erklären kann."
„Doch, Mama!" sagte Ben fest. „Erzähle mir alles, bitte. Ich bin nicht mehr ruhig, wenn ich nicht all.s weiß. War Papa nicht sehr reich? Hat er all sein G-ld verloren?"
Ange nickte.
„Hat Tibeth damit zn thnn?"
„Nein, Beu. Papa war allerdings sehr reich,
verlor aber sein Geld in dem Bestreben, eS für Euch noch zu vermehren. AlS er starb, war nichts mehr da.'
„Nichts? DaS war--DaS war —• Dee
Knabe unterbrach nnb bezwang fich. „Ah, nnb nun wollte Tibeth Dir helfen, nnb Dn wolltest nichts nehmen, und —•
»Ja, ja, so ähnlich war eS, mein lieber Junge. Aber noch einmal: Du vermagst den inneren Zusammenhang nicht zn verstehen, frage mich nicht weiter."
„Er meinte es aber doch gnt, Mama!“
Auge senkte den Kopf.
„Bist Du ihm böse? Werdet Ihr Such nicht wieder verttageu?"
„Ich weiß eS nicht «ein guter Ben. Ich glanbe eS nicht —"
, Uad weshalb? Nur, «eil —"
Abermals bewegte Auge, diesmal zerstreut zn- stimmend, btt» Haupt.
,.O, hab ich Dich lieb!“ stieß der Knabe hervor sprar g ans seine Mutter zu nnb umhalste ft*. „Wenn ich bock) eist groß wäre nnb — nnb —"
Siaft nnb EiobernngSlust blitzten in feinen Augen. WennS an ihm gelegen hätte, er würbe feine liebt Mama ans die Arme genommen nnb burch das Ge «ühl der Welt getragen haben.
AIS fie ihn nach einer zärtlichen Umarmung entließ nnb er schon mit einem „Gute Nacht!" in der Thüi stand, geizte er noch einmal nach einem Bttck von ihr, nnb als fie ihn so liebevoll anschaute, kehrte er zurück, umfaßte fie stürmisch und flüsterte:
staalliche Entwickelung entstehen, so werben alle Mittel anzuwenden sein, um solcher Einwirkung bet Sozialdemokratie wirksam entgegenzutreten.
Breme», 11. März. Die Riemendrehergesellen von 7 Fabriken haben die Arbeit bedingungslos wieder ausgenommen, nachdem fich auswärtige Arbeitskräfte zahlreich gemeldet hatten.
München, 11. März. Die Handelskammer, der Gewerbeverein und der Kaufmännische Verein Protestierten in ihren gestrigen Versammlungen gegen das Warenhaus für bayrische Offiziere und Beamte, welches laut der „Allg. Ztg." bereits am 10. Okt. 1889 in das Handelsregister mit einem vollbezahlten Kapital von 5 Millionen Mark eingetragen wurde. — Der Finanzausschuß der Abgeordnetenkammer genehmigte sämtliche Posten des Etats für kirchliche Besoldungen, einschließlich 40 460 Mk. Gehaltserhöhungen bei den Domkapiteln und 1336 222 Mk. für Zuschüsse zu kirchlichen Bauten rc. Im Beginne der Debatte hob der Vorsitzende Walter hervor, daß gewiffen Preßnotizen zufolge eine bevorstehende Veränderung der politischen Situation die nochmalige Durchberatung der abgelehnten Forderungen des Kultusetats ermöglichen würde, was Daller (Zentr.) und Schauß (liberal) bezweifeln.
ArrslarrL.
Pest, 11. März. Das Oberhaus genehmigte einstimmig den Gesetzentwurf, bett, die Errichtung eines Denkmals Andrassys auf Staatskosten. Graf Anton Zichy weist vor Beginn der Budgetberatung auf die Kabinettskrisis hin und erklärt, man könne vor der Lösung der Ministerkrisis wohl im allge- memen über das Budget abstimmen, müsse aber die Genehmigung desselben verweigern. Ministerpräsident Tisza erwiderte, es sei weder im Abge- ordnetenhaule, noch anderswo gesagt worden, daß der Chef des Kabinetts, somit das Ministerium, seine Entlassung gegeben habe. ’ Dies sei bis heute nicht geschehen, es seien vielmehr nur Meinungsverschiedenheiten bezüglich eines einzigen Gegenstandes zwischen den Mitgliedern des Kabinetts aufgetaucht. Dieselben würden binnen wenigen Tagen entweder ausgeglichen sein oder es werde dem Hause darüber eine Mitteilung zugehen. Unter diesen Umständen liege kein Grund vor, nicht in die Budgetberatung einzutreten. Das Budget wird hierauf im allgemeinen angenommen und die Spezial-Debatte begonnen. — Dem „Pester Lloyd" zufolge würde das von Graf Szapary zu bildende neue Kabinett sich Ende der Woche dem
„Bitte, arbeite nicht zu lange. Ich schlafe, nicht ein, bevor Du zu Bett gehst. Ja, Mama?"
Heiße Liebe blitzte aus feinen Augen I Sie umschlangen fich zärtlich, nnb bann schlüpfte der Knabe fort nnb suchte sein Lager auf.
Dreizehntes Kapitel.
Es war ein harter Winter! Seit einigen Tagen lag ein starrer, unbeweglicher Schnee auf ber Landschaft nnb die Luft trug jen>8 liebleere Gran, bei beffen An- blick schon uns fröstelt und schaubert. Dazu kam -in rückfichtSloser, Maik nnb Bein durch kältender Ost wind, ber seinen Hauch burch bte fest verschlossenen Thüren jagte nnb aller Abwehr in ben Häusern spottete.
Die Kiuber kamen mittags, von Frost nnb Kälte a schüttelt, nach Hause, nnb ba bie in bem oberen Teil ber Villa gelegenen Schlafgemächer nicht geheizt wurden, war morgens bas Baffer tn ben Krügen k gelspitz gefroren, nn11 kaum ein Fingernagel vermochte bie Arabesken beS EifeS zn burchdrtugen, mit bem bie Fenster beschlagen waren.
Die Feuerung war schon mteber verbraucht. Die Magb meldete, baß fie bie letzten Kö be vorn Boden heravgeholt habe. Fred kam nach Hause nnb hatte fich auf bem Eise beschädigt. Die Beinkleiber waren auf bem Knie geplatzt, nnb Ange schalt nnb suchte unter bem Vorrat nach anderen. WaS aber der Knabe an Kleidungsstücken sonst besaß, war zn leicht, und so mußte Sinne die Hose zum Schneider senden. Er mußte fie auSbefferu, ba fie solche Arbeit »och nicht verstaub. DaS war am Ende nickuS, aber meistens fiodS mehr die kleinen Veibrießlichkesten, bie un» das L ben erschweren, als bie großen.
lieber ErnoS Winterhnt hatt u bte Mädchen in der Schule allerlei Spott getrieben. „Der gehöre wohl ihrer Mama ober sei ans einer Komödianten- garberobe?" So berichtete fie aufgeregt
(Fortsetzung folgt)