Wöchentliche Beilagen: KreisBlatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. — Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
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Ium Aennte» Marx.
Der gestrige Sonntag, der 9. März, war der Todestag Kaiser Wilhelm I. Zwei Jahre sind darüber hin seit Kaiser Wilhelm!, die Augen schloß; zwei Jahre sind bereits vergangen und zwar nicht Jahre des Stillstandes, sondern des regsten Fortschrittes. So Vieles ist anders geworden, als es vor zwei Jahren war, und rastlos ist der dritte deutsche Kaiser thätig, weiter zu bauen, zu vollenden, was früher begonnen. Die schönste Gabe, welche seit dem Tode des großen Kaisers Deutschland be scheert ist, ist die Sicherung des Völkerfrieder s, soweit diese nur möglich. Die schwarzen Schalten, welche fortwährend früher am Himmel huschten, sind weit, weit fortgezogen, und wenn auch sorgsam daraus zu achten ist, daß sie von Neuem nicht erscheinen, fort ist doch die quälende Unruhe, welche so oft die Nationen heimsuchte. Deutschland ist so friedliebend wie nur je, so geachtet, wie jemals und freund schaftliche Beziehungen verbinden seinen Kaiser mit den meisten Fürsten Europas. Gerade, unaufhaltsam schreitet Kaiser Wilhelm II. seinen Weg, seinem Großvater in Vielem ähnlich, an Stärke und Energie des Willens dem greisen Fürsten noch überlegen. Mächtig entfaltet sich die kaiserliche Willenskraft, Ideen und Pläne find angeregt, in der Ausführung begriffen, die ohne Vorbild dastehen. Deutschland geht vorwärts, der Strömung der Zeit entsprechend, und hierin liegt das Verdienst unseres heutigen Kaisers. Aber daß cS sich zu entwickeln vermag, das verdanken wir der Arbeit Kaiser Wilhelms I. Was er geschaffen, daS überdauert Sturm und Wetter.
Der gute, alte Kaiser waltete weise und still über dem deutschen Reiche, seine leise und ruhige Hand gehörte dazu, den deutschen Stämmen das neue Kaiserreich lieb und vertraut zu machen. Sorgsam hat Kaiser Wilhelm I. über die Rechte von Fürsten und Volk gewacht, aber mit der Wahrung der Rechte verband er auch die strengste Pflichterfüllung. Sein hohes Greisenalter und mancher Kummer der letzten Lebensjahre hatten den Monarchen recht gebeugt, aber wieder und wieder fand er Trost und Kraft bei der herzlichen Zuneigung der Nation. Gern stand Kaiser Wilhelm I. im Hintergrund, es lag nicht in seiner Natur, voran sich zu stellen, aber All'-Deutschland wußte ja doch, wie er sorgte und wie er sich mühte, wie er auch dem Kleinsten sein regstes Interesse zuwendete. Die Geschichte wird noch lange, lange sich mit der Person des ersten Kaisers des neuen deutschen Reiches zu
(Nachdruck verboten.)
Live vornehme -ran.
Bon Hermann Herberg.
(Fortsetzung.)
Unb alles staub ihm mit; er konnte nicht anders sein, al» er war. Wenn einmal eiu Lächeln über sein hübsches Gesicht glitt, oder ferne Augen tiefere Empfindungen wiederfptegelten, dann war der Knabe so schön, daß er eiuem Maler hätte Modell steh n können.
»Wie heißt Du?"
.Graf B-uoo von Claftefori."
Nie nannte er fich anders, aber seltsamerweise rief dies selbst bei Erwachsenn kein Lächeln hervor.
BtSweileu erschien Ange alles, was früher gewesen, wie eiu Traum. Wer ihr jemals g-fagt hätte, ste werde Teut noch einmal ingitlich fliehen, «ad deshalb thu meiden, weil er Wort gehalten in allem wa« er ihr damals in besseren Tagen tm Walde v r« sprachen, uud das doch das Höchste war, was ein Mensch dem anbeten gewähren könnte — den würde sie einen nnverständigea Thoren geschallen haben. Und doch warS kein Traumbild. Ete war heute von ihm getrennt, vielleicht — fürs ganze Leben! Würde er »ach seiner bisherigen Beurteilung ihrer Person nicht gerade ihre Haltung, als eine W ider lauue deuten? Sie sah ihn vor fich — daS überl gene Lächeln umfpielle seinen Mund, er schüttelle über solche Kindereien den Kopf. Hatte er doch am Ende recht?
llad daun warS ihr wieder bei dem grübelnden Suchen nach dem Rechten uud tu der ängßlickeu Besorgnis, den Verl- tzt zu haben, dem ste so viel »et. dankte, al» sei er unter die Toten gegangen.
Bte beschloß, ihm zu schreibe» nab ihren Stand, pnnll zu verteidigen. Aber mitten tin Briefe hieli sie wieder tune.
Wa» ste auch anführte, ste konnte seine Gedanken
beschäftigen haben, denn sein Name bedeutet eine bei wichtigsten Episoden in der Weltgeschichte überhaupt. Genialere Fürsten, großartigere Geister als Kaiser Wilhelm I. mag eS wohl gegeben haben, aber keinen Monarchen, der einsichtiger, wahrer und ehrlicher war. Große Ratgeber standen ihm in schweren Tagen treu zur Seite, aber, das bleibt sein Ruhm, Niemand hat das Wahre bester erkannt, das Gute mehr gewollt für sein Bol!h als er. Wilhelm I war deutscher Kaiser nicht nur dem Namen nach, er war es in Wahrheit zum Wohle Deutschlands, zu seinem Ruhm und seiner Ehre.
Deutsches »eich.
Berlin, 8. März. Der Reichstag wird sich in seiner demnächstigen Frühjahr-Session wohl aus schließlich mit den sozialpolitischen Frage» beschäftigen. Die Militärvorlage dürfte erst im Herbste einge- bracht werden. Diese ist zur Zeit noch nicht fertig gestellt. Sie bezweckt zunächst Umgestaltung der Feld-Artillerie und Ergänzungen an Spezialtruppen bei den neuen Armeekorps. Die Feldartillerie- Regimenter sollen auf die gleiche Zahl vou Abtei» lungen und diese wiederum auf die gleiche Batteriezahl gebracht werden, nämlich jedes Regiment zu 4 Abteilungen und diese zu je 3 Batterien, einschließlich der bestehenden reitenden Abteilungen. Außerdem ist eine Vermehrung der Unteroffiziere und eine Aufbesserung ihrer Lage in Aussicht genommen. — Ueber die für den neuen Reichstag wichtigste Frage, ob ihm ein Sozialistengesetz zugehen soll oder nicht, widersprechen sich die Nachrichten noch immer, während von der einen Seite angedeutet wird, daß zwar nicht ein Sozialistengesetz nach dem bisherigen Muster, sondern andere gegen die sozialdemokratische Agitation gerichteten Maßregeln geplant werden, wird von anderer Seite versichert, daß die Absicht eines gegen die Sozialdemokratie gerrchteten Gesetzes aufgegeben sei. Auch die »Kreuzzeitung" schreibt heute, sie habe Grund diese Nachricht sür richtig zu halten. Der Kaiser soll mit dem kommandierenden General des IX. Armeekorps konferiert haben über Maßregeln gegen die Ausschreitungen der Sozialdemokratie in dem Gebiet Hamburg-Altona. Das ist nicht unwahrscheinlich und würde unsere schon oft geäußerte Ansicht bestätigen, daß in Zukunft die Bekämpfung der Sozialdemokratie, wie sie auch aus einzelnen Aeußerungen des Kaisers hervorgeht, sich auf energisches Einschreiten gegen Ausschreitungen und Tumulte erstrecken soll, andererseits wird geschrieben, daß ein Entschluß über das Sozialistenge-
doch nicht beet» flösse». Vielleicht betrachtete er den Inhalt ihrer Zuschrift nnr als Vorwand einer Aenbernug ihrer «estnuuug. Und warS nicht be. greifltch, natürlich, wen» fich nnn auch sein Stolz regte? War er einer von denen, die fich anderen zu. drtuglich näher»? Nein! Und da er ihr nicht mit denselben Gefühle» gegenüberstand, die ste ihm ent gegentrng, — ste wnßte eS fitzt ans TibethS Munde — würde er daS Andenken an Sie nicht am Ende völlig auslöschen — auS lösch en für immer ?
Und nun sollte ste daS erste Wort geben, in ibm den Eindruck Hervorrufen, endlich sei sie gedrängt durch LebenSnot nnb Sorge, nnb ihrer alten Natur nachgebeub, doch gekommen nnb habe erbeten, woS st- einst so schroff znrückgewtesen? Nimmermehr! Vorbei warS mit all den Hoffnungen, die fich an hflbtre Zetten knüpften! Es gab nur einen Liebt strahl: das Glück der Sinder, nnb in ihm allein mußte sie ihr eigenes suchen. Somit unterblieb daS Schreiben.
An« dem schwankenden Herbst schritt allmählich der Winter mit rücksichtslosen Schritten hervor, stäubt- seine» Rechts sicher, mit Schueewirbeln über btt Landschaft nnb schlug bte Natur in feine weiße» Decken ein.
llnb mit dem Winter traten auch bte Sorgen wie weiß G spenster an Auge heran. Air fie von ihrem Bavkhause bte Ouartalsziose» erhielt nnb einen Ueber. ichlag wachte, wo» noch zn bezahle», nnb was nölig war, bis baS neue Jahr erschien, sah fie, baß Ur i tzt schon fast »icktS mehr blieb. Ange h tte trotz äußerster Sparsamkeit kleine Schulbeo mache» müff n, und bte vo» Tideth gemeldete, erschrecklich hoh Summe, die T.»t tu dem erste» halbe» Jahre zv ihrem Haushalt betgesteuert hatte, war außerdem uoch abzntrageu. Gerade ste beschäfttgte immer au»» neue, zuletzt fast ausschließlich, Auges G'danken. Scho» machte ste fich Vorwürfe, daß ste fie nicht ftüher getilgt hatte. Tertt triumphierte vielleicht, daß
setz noch nicht gefaßt ist. Es sollen zur Zeit Erwägungen darüber stattfinden, wie dem Mißbrauche vorzubeugen sei, der bei den Wahlen von Seiten der Sozialdemokratie mit der Freizügigkeit getrieben wird. Ob lediglich polizeiliche oder gesetzliche Mittel dazu nötig sind, darüber ist noch keine Entscheidung getioffen. Die einschlägigen Beratungen gründen sich auf die Thatsache, daß die Sozialdemokratie eine wahre Völkerwanderung ihrer Leute in den großen Städten zu Wahlzwecken angeordnet hat, daß die Betreffenden förmliche »Umzugskosten" erhielten u. s. w. Als verbürgt wird eine neuliche Aeußerung des Kaisers mitgeteilt, daß ein schlechter Reichstag den Lauf der Weltgeschichte nicht aufhalte» werde; diese gehe ihren Gang und es komme nur darauf an, die neuen Wege zu erkennen und sie thatkräftig zu betteten. — Der „Wests. Merkur" bringt von hoch- geschätzter wohlunterrichteter Seite, wie er sagt, eine Ausführung, nach welcher wegen der Wirkung der Wahlen man in den nächsten Wochen auf große Ueberraschungen sich gefaßt machen dürfe. Daß Fürst BiSmarck i» und mit dem neuen Reichstage arbeite, werde für ausgeschlossen gehalten, die Auflösung sei aber undenkbar. Die Kanzlerkrisis, wohl die letzte, bestehe. Jedermann sei auch überzeugt, daß der Kulturkampf und die bestehenden Ausnahmegesetze gegen die katholische Kirche nicht länger haltbar seien. Mit einem Schlage werde wohl der Rest der verhängnisvollen Gesetzgebung beseitigt werden und in dieser Beziehung die restitutio in integrum stattfinden. — Wir müssen für die Mttteilungen dem Merkur die Verantwortung überlassen. — Zur Berliner Arbeiterschutzkonfereuz werden von auswärtigen Staaten folgende Delegierte angekündigt: Oesterreich: Die Ministerialräthe Weigelsperger vom Handelsministerium, Plazzart vom Ministerium des Innern, Ministerialsekretär Haberer vom Ackerbauministerium und Centralgewerbeinspektor Migecka. Belgien: Bicepräsident des Senats Kint de Rooderbeke. Schweden: Der Disponent der Waffen und Ma- schinen-Fabrik Wilhelm Tham, Husgoarna. Frank reich: Der Minlsterrat wird »ach einem Telegramm deS »Herold" heute die Delegierte» zur Konferenz wählen. Im Einvernehmen mit anderen Staaten hat die Regierung die Wahl politischer Männer aufgegeben. Als Delegierte werden genannt: Der Pariser Senator Tolain, früherer Arbeiter, Dumay, Deputierter von Pans und Graveur, und Basly. früherer Deputierter von Paris und Bergmann von Anzm.
Berlin, 9. März. Unser Kaiser hatte gestern
sie e» so eilfertig nnb trotzig fich vorgenommen, nnb oaß eS nun doch damit nicht» war.
Ste beschloß zuletzt, ihre» Nachbar, einen kleinen mit einer HanShültertu lebenden Kapitalisten nm eine größere Summe darlehnSweise z» bitten nnb solche T nt sogl ich einznsenben.
AIS sie schon auf bem Wege war, flüsterte ihr eine besonnene Stimme zu, baß, nm fich vor fit itlbft nnb vor T nt zu rechtfertige», ein einziges Goldstück al» Abschlagszahlung g nflgen werbe. Aber mit letfer Eitelk ft vermischter Stolz überwog, was d.ffere Einsicht ihr,»rannte, und so zogst- die Klingel nnb betrat da» Haos.
ES gtebt Wohnungen, bene» selbst z«r Sommers, zeit eine kalte Last entströmt. FrosttaeS S-lvstbe- hagen, da» einen engen, abwehrenden Kreis nm fich zt hi, bte übrige Welt nnr st hl, fie nnr anhört nnb stv nnr mit ihr beschäftigt, sofern fie keinerlei Ansprüche erhebt, bnrdjbrtnat bte Bewohner nnb wirke so erfäUenb, daß eS fich feilst be» toten Dingen rnttzui ilen scheint.
AIS Auge ben Flur beS Nachbarhauses beschritt überfi l ste jene Zaghaftigkeit, welche saft immer uns ren raschen Eingebungen z» folgen pfl gt.
Ans bem großen Flur standen z»ei tn peinlicher Sauberkeit gehaltene, tn Eichen Holzfarbe gemalte Schränke, die den Eintretenben schon katt anftarrten. llnb sonst nichts ringsum: kein Spiegel, keine Stühle, keine Kleiberhaken, keine Uhr. WaS eine rasche Hand twa stehlen konnte, war wirklich entfernt Sin karger, über sauberer Raum, in bem bte Kling ! '«pertinent laut nachtönte! Nun klopfte Ange.
„Ah, Fran Gröfia!' begann bte Gesellschafterin artig. ES war eine alte Dame in einem einfachen bnnllen Kleide, mti einet weißen Mütze auf bem Kopf. „Bitt-, Herr Patz ist zugegen."
(Fortsetzung folgt)
Abend eine einstündige Unterredung mit dem Fürsten Bismarck. — Heute Vormittag wohnte das Kaiserpaar mit den übrigen Fürstlichkeiten der Trauerfeier für Kaiser Wilhelm I. im Charlottenburger Mausoleum bei. Vor dem Mausoleum war eine Ehrenkompagnie des Elisabeth- Regiments aufgestellt Außer den Fürstlichkeiten waren u a. anwesend Graf Moltke, die Minister von Scholz, Herrfurth, von Lucius, von Schelling, von Verdy du Verevis, Graf Bismarck, Hausminister von Wedell-Piesdorf, Graf Stollberg - Werv.igeroda. Mit der Kaiserin waren deren beide älteste Söhne, der Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich gekommen. Oberhofprediger Dr. Kögel wurde bei der feierlichen Handlung assistiert vom Hofprediger Stöcker und dem Charlottenburger Ortspfarrer, der Text seiner Rede war: Hebräer 4,9: Es ist noch eine Ruhe vorhanden dem Volke Gottes. — Der Sarg des Kaiser Wilhelm I., wie der der Kaiserin Augusta glichen Blumenhügeln. Schon am Morgen waren zahlreiche Kränze dort niedergelegt, nun traten noch solche hinzu vom Kaiser und der Kaiserin, deren Söhnen, der Großherzogin von Baden und Andere». Auf dem kleinen Altar in der Gruft hatten die Leuchter und das Kruzifix aus der Kapelle neben dem Sterbezimmer des hoch- seligen Kaisers Platz gefunden. Die Gruft war erleuchtet und Teppiche bedeckten den Bode». Zu der Andachtsfeier in der Gruft hatten nur die fürstlichen Herrschaften Zutritt. Der Kaiser führte seine Tante, die Großherzogin von Baden, dann folgten der Großherzog von Baden mit der Kaiserin, der Großherzog von Weimar mit der Kaiserin Friedrich und die übrigen Herrschaften. Oberhofprediger Dr Kögel sprach noch ein freies Gebet und mit dem Gesänge des »Wenn ich einmal soll scheiden." schloß die Feier. — Der Kaiser verlieh dem Minister von Böttischer den schwarzen Adlerorden.
— [8. Deutscher Lehrertag in Berlins Der 8. deutsche Lehrertag, der fich alle zwei Jahre versammelt, wird in diesem Jahre in den Pfingsttagen in Berlin abgehalten werden. Zu demselben werden alle im Deutschen Lehrervcrein geeinigten Lehrervereine aus dem ganze» Deutschen Reiche ihre Vertreter senden.' Dieser deutsche Lehrer- Verein präsentiert die stattliche Zahl von 40 000 Mitgliedern. Da nun auch der Bayrische Lehrerverein mft 13 000 Mitgliedern und der Badische mit 3500 Mitgliedern, sowie einige kleinere Verbände an ben deutschen Lehrertagen teilzunehmen pflegen, io dürften auf dem 8. deutschen Lehrertage 60 000 Volksschullehrer durch ihre Delegierten vertreten sei».
(Nachdruck verboten.)
Ser Ritterorden -er heilige« Maria ?« Jerusalem und Episode« aus -em Lebe« -er Seutscken Herren iv Marburg.
(Fortschung.)
Die Kommende 6uefnuoi gäbe derselbe ganz wüst und öde übernommen unb weder eine Thür noch einen Nagel daselbst mehr borgefunben. Von demselben wäre diese Kommende gleichsam ab orio renoviert worden unb viele tausend Thaler habe er aus feinen Patrimouialmittel» dazu h-rgegeben. Eine Schuld« 'orbernng von 10,000 Thalern, welche Kursachse» an die Kommende g havt habe, wäre durch feine kluge Unterhandlung mti her sächsische» Regierung vor serfelben — der Kommende — erlassen worden. Uud durch große Mühe und Fleiß habe Neuhoff die Kommende in einen solchen guten Zustand gesetzt, daß auf derselben nnn ein Ordenskavalier sein gutes Auskommen hab n könne. Beide Ordensherr u, Ran and Gritßheim, hätten außerdem selber im Kapitel geäußert: daß fie an Neuhoff nichts auSzus tzen wüßten, nnb bemselben bte Nachfolge tn bet Land, komthurei vor allen andern gebühre. Auch wäre bte B-fähigung beS Herrn von N-uhoff zum Land- komtdmSamte nm so weniger zu bezweifeln, da "emfelben bte Nachfolge tn bet Landkomthnret Thüringen bereits vor vielen Jahren von der Regierung zu Mergentheim angetragen worden fei. Nachdem ferner feine Ball y keine Kammerball y järe, stände ihm als Landeskomthur bte Befugnis zu, zum Komthur zu Schiffenberg einen Ordens- kavalier zu ernennen, ohne bte Kapftulare darüber erst z» befragen. — Die Gründe, weShalb et feinen Vetter Rabenau dem Herrn Rau zu Holzhaufen vor- gezogen habe, wären in der Beilage enthalten. Schließlich bittet der Land-»komthur, den Hochmeister zur Unter fudiung dieser Sache eine unparteiische Kommission i« verordnen, unb baS auf ungleiche nanxtta erteilte Reskript, zu kasfiren.