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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. Illustriertes Sonntaasblatt.

_____________________________________________________Expedition: Markt 81. Redaktion, Druck und 8erlag von Joh. Lug. Koch. ***

JK 58.

Das Erste, was Ange nach TidethS Fortgang über­legte und in der Folge auch zur AuSiühraug brachte war eine uoch strengere Tageseinteilung als bisher. Sie stand in aller Frühe auf und sorgte, daß die Kinder Frühstück erhielte» uud in die Schule gelaugten.

Währeod die Magd Einkäufe »achte und daun a» die Bereitung des Mittagessens ging, besorgte Ange die übrige Hausarbeit.

Gleich oach Tisch begannen die Arbeitsstunde» sür die Kinder. Auge suchte sowohl deu Knabe» behilflich zu sei» wie de» Mädcheu und gab den letzteren auch täglich deu von Tibeth gegen Teur erwähnte» Musikunterricht.

Weuu die Witterung eS erlaubte, ward ei» ge­meinsamer Spaziergang unternommen, uud deu Rest deS TagrS beschäftigte sich Ange mit dem Vielerlei das zu einer Wirtschaft gehört: mit dem Ansb.ssern der Kleider, mtt Handarbest und ihrem kleinen Rechnungswesen.

Alle ihre Gedanken waren auf die Kinder ge­richtet. AuS den Schnlbtbliotheke» wurden Bücher herbeigeholt, uud abwechselnd las eine» der Kinder abends vor. Die fich an die Lektüre knüpfenden Fragen beantwortete Ange nach bestem Könne», uuk> wen» eS nicht ansreichte, griff sie zu Hilfsmitteln, die ich unter Carlos' Nachlaß befanden. Sie faß dann

Nach Recht und Gerechtigkeit.

Anno 1889 war ein Streikjahr und das laufende Jahr wird es nicht minder werden, wenn auch wohl große Massenstreiks durch die ungünstige Lage der Verhältnisse verhütet werden dürften. Die Kohlen­arbeiter haben nicht die allergeringste Aussicht mit ihren hohen Neuforderungen durchzudringen, roeiL für die Zechenverwaltungen dann das Nichtarbeiten vorteilhafter fein würde, als das Arbeiten, und von Maurern, Zimmerleuten u. s. w. werden Hunderte binnen drei Monaten froh sein, wenn sie überhaupt Arbeit erhalten; denn mit der Bauwut ist es aus. Wenn wir ein Jahr weiter ins Land sind, dann können sich die Verhältnisse leicht so stellen, daß die Bauunternehmer die Preise vorschreiben. Die Rück Wirkung davon auf übrige Gewerbe ist ganz unaus­bleiblich, und auch viele Industriearbeiter werden einsehen, daß sich nichts von einem einseitigen Standpunkt aus dekretieren läßt. Es ist ganz selbst­verständlich, daß sich infolge der erhöhten Lebens- mittclpreise und der verschärften Existenzbedingungen die Nachfrage nach dem nicht unbedingt Nötigen vermindert. So haben denn heute schon in diversen großen deutschen Fabriketablissements die Besitzer die Arbeiter vor die Wahl gestellt, entweder sämtlich kürzere Arbeitszeit als bisher bei natürlich ver­minderten Löhnen zunehmen, oder aber einen er­heblichen Teil der Leute entlassen zu sehen. Man ist darob sehr still geworden. Diese Erscheinungen treten indessen bisher nur vereinzelt auf und darum haben sich, wie bekannt, in einer ganzen Reihe von Jndustriebranchen die Arbeiter heute nicht abhaltcn lassen, ihre Forderungen auf höheren Arbeitslohn und kürzere Arbeitszeit, oder Beides, vorzubringen, und noch mehr streiklustige Elemente werden folgen, wenn der Frühling erst kommt. Besonders ist eL auf die Handwerker abgesehen, beispielsweise planen die Schneidergesellen in Berlin und anderen großen Städten einen Ausstand, und wollen dafür sorgen, daß auch die übrigen kleineren Orte in Mitleiden­schaft gezogen werden. Man wird daher gut thun, bei Zeiten sich auf alles mögliche vorzubereiten, um keine Stockungen zu erleben. Nach Recht und Ge­rechtigkeit wollen die Arbeiter behandelt sein. Das werden sie auch schon, wenn auch an manchen Stellen wohl noch eine Lohnaufbesserung möglich ist. Aber sie müssen auch Arbeitgebern Recht und Gerechtigkeit widerfahren lassen, und das thun die Führer der Streikbewegung nicht. Die Arbeiter fordern sehr oft zu viel; fällt es ihnen aber ein, Bürgschaft für

heblich verteuern oder sie, was dasselbe, im Werte verringern muß. Die Kaufkraft und Fähigkeit des Publikums zur Barzahlung leidet, der Konsum geht zurück uud den Rest bildet Verkürzung der Arbeits­zeit oder Arbeiterentlaffungen. Dann heißt es: .Das haben wir uns anders gedacht!" Es ist eine Wahrheit, an der wohl gerüttelt, aber die nicht zerstört werden kann, daß nur eine recht gute wirt­schaftliche Loge Preisaufbesserungen gestattet. Kann das Publikum ohne langes Feilschen bezahlen, so kann der Produzent auch fordern, und dann giebt er schon, waS er geben kann. Künstliche Preis­steigerung ist einfach Schwindel. Anfang der 70er Jahre hatten wir den Börsenkrach; die Folge der Streikwut wird ein Arbeiterkrach sein, wenn die Forderungen der Streikenden und die Nachfrage des Publikums nicht im Einklang stehen. Und das thuen sie oft genug nicht!

(Nachdruck verboten.)

Elve vornehme Fra«.

Bon Hermann Helberg.

(Fortsetzung.)

Nun ginge abermals ans Rechnen, aber die Zahlen Ware» unbiegsam nnb trotzten allem Beschönigen. Und mit rergebenen Posten warS noch nicht einmal am Endel Wen» wenn Krankheit kam? Wie sollte» Arzt, Apotheker das Vieleret, das z» einer sorgfältige» Pflege gehört, bezahlt werde»? Auge saun und sann, wo gespart werde» konnte. GadS nicht eine KnCgabe, die überflüssig erschien? Nein, neinl Und wenn sie nun selbst krank ward, wenn sie gar Was wurde anS den Kindern ? Sonnte sie nicht sterben? WarS nicht ihre erste vornehmste Pfl cht, an den Fall zu denken? Mußte sie nicht ihr L ben ver­sichern? Aber woher das Geld nehme»? Da fiele wieder wie Regenschauer ans ihre Seele, da raunte ihr eine fürchterlich nüchterne Stimme z», daß selbst der beste, ehrlichste Anfang doch nur ein schlechtes Ende nehmen könne. Sie vermochte mit ihrem kleinen Zinskapital nicht alles zu bestreite». ES war uu- möglich, unmöglich I

Aber Auge erstarkte wieder durch ihr festes Wollen und durch die Liebe zu ihren Kindern. Sie beschloß nicht ferner zu grübeln, sondern zu handeln. Sie schrieb an deu Direktor des Gymnasiums und bat, in- dem sie au das stattgehabte Gespräch anknüpste, uw Nachlaß deS Schulgeldes. Wege» Ermäßigung der Steuer» fragte sie an einem der kommende» Tage ihre» Nachbar am Rat. Sie empfand keine Scham dabei, während sie früher schon bet dem Gedanken gezittert hatte, ihr Diener könne bemerken, daß ihr das Geld z»r Reife fehle. Sie schüttelte verwundert den Kopf, als sie jener Zett gedachte; ja, sie begriff heute nicht, daß ihr das Eingeständnis ihrer bedrängte» Lage jemals schwer geworden war.

Uud »uu begann in der Folge erst der wirkliche Lebenskampf. Welche SuSeinaudersetzuugeu mtt deu

Marburg,

Sonntag, 9. März 1890,

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-AbonnemeMS-PreiS bei der Expe­dition 2*/. SOtt, bet den Postämtern 8 Mk. 50 Pfg. (exN. Bestellgeld). JnfertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 26 Pfg.

gesteigerten Absatz, erhöhte Preise und prompte Br zahlung zu gewähren? Nein! Darum müssen alle besonnenen Arbeiter sich ruhig überlegen, waS ihnen mehr gewährt werden kann und was nidjt Die Streikführer leben schon gut von den Streckgroschen, aber wo bleiben die Anderen? Es ist leider That- sache, daß fünf exaltierte Köpfe genügen, um fünf hundert ruhige Männer wirbelig zu machen; aber alles Ding währt feine Zeit, und wer nicht hören will, muß am Ende fühlen.

Wohin steuern wir mit den allseitigen Streiks? Wir kommen, ohne alle Erregung die Tinge betrach tet, zu folgendem Resultat: Die Bergarbeiter sorgen für Berteuerung der Kohlenpreise, andere Klaffen sür die Preiserhöhung der Rohstoffe, und dem Jn- dustliellkn, mag er nun Fabrikant ober Handwerker sein, erwachsen damit von vornherein größere Un­kosten. Weiter haben fast alle Arbeitgeber höhere Lasten durch den sehr erheblichen Aufschlag bei den Wohnungsmieten; Grund und Boden steigt im Preise und auch der eigene Haushalt kostet erheblich mehr. Nun kommen noch die Arbeiter und Der langen ebenfalls mehr. Der Mann giebt das Ver langte und erhöht seine Preise. Nun kommt das liebe Publikum! Teilen wir dasselbe nach den ein­zelnen Klaffen ein: Zuerst die wirklich reichen Leute. Denen kommt es allerdings auf etwas mehr oder weniger nicht an, aber ihrer sind zu wenige, und sie kommen bei Maffenabsatz nicht sehr in Betracht. Dann kommt der Mittelstand. Da sind zuerst die kleinen Kapitalisten. Der Zinsfuß ist freilich etwas gestiegen, aber Mieten und Lebensmittel noch mehr. Werden einem Rentier mit zwanzigtausend Thalern Vermögen die Preise sehr in die Höhe geschraubt, dann sagt er einfach:Ich kanns richt bezahlen!" Und er hat Recht', denn mit zwanzigtausend Thalern Kapital kann eine kinderreiche Familie sehr mäßige Sprünge nur machen. Dann kommen die Beamten. Sie reichen ost jetzt nicht einmal mit ihrem Gehalt o^e Einschränkung und sind ganz unfähig, eine Ver­teuerung zu tragen. Weiter der gewerbetreibende Mittelstand. Der hat aber eben seine reichlichen Lasten, und kann nicht daran denken, das Geld zum Fenster hinauszuwerfen. Der Landmann muß sich wohl oder Übel nach der Decke strecken, die fetten Jahre sind noch lange nicht angebrochen. Den Schluß bildet wieder der Arbeiterstand. Aber der ist es gerade, der sich am allermeisten gegen eine Verteuerung wehrt. Und so ist das Fazit aus dieser Zusammenstellung, daß eine übermäßige Ver­teuerung der Produktionskosten auch die Ware er

Kinder», wenn sie »ach aller Gewohnheit irgend etwas begehrte», das ihnen die Laune etngab I

»Nein, neinl* rief Ange.

Weshals nicht, Mama?*

.Weil ich es nicht will; weil es überflüssig ist.* Die kleine Ange, bisher ohne irgend eine Eat- behrung aufgewackftn, schielte dann wohl zum Ein- hole» eine» bei pflichtende» Lächelns zu den ältere» Geschwistern hinüber. Aber sie sand kein Echo für ih eu kindlichen Unveistmd. Die übrigen fühlte» mit ihrem Instinkt, daß die Sache durchaus uichts Komisches labe.

Deutsches Deich.

Berlin, 7. März. Die Rede des Kaisers auf dem Landtags-Diner in Berlin hat in London einen tiefen Eindruck gemacht und wird von der Prefle sympathisch besprochen. DerStandard" er­klärt, des Kaisers Worte ließen an Klarheit nichts zu wünschen übrig. Der Monarch fei augenscheinlich entschlossen, wirklichen Uebelständen innerhalb des Arbeiterstandes Abhilfe zu schaffen. Die Arbeiterklasse werde dies hoffentlich anerkennen und sich um so zuversichtlicher um den Thron schaaren. Der Kaiser habe aber «argelegt, daß er durchaus keine Lockerung oder Umgestaltung der bestehenden Verhältnisse be­zwecke. Gleich dem Großen Kurfürsten, Friedrich dem Großen und Wilhelm I. will er als Landes­vater regieren, bereit, den Unterdrückten zu helfen aber ebenso entschlossen, jeden Verstoß gegen die Ordnung zu ahnden. In gleichem Sinne spricht man in Wien fich aus. Bei dem Miitagsmal des Brandenburgischen Provinzial-Landtages am Mittwoch wurde der Trinkspruch auf den Kaiser, wie der .Reichs-Anz." berichtigend mitteilt, nicht von dem Oberpräsidenten, Staatsminister Dr. von Achenbach, sondern von dem Vorsitzenden des Provinzial Land­tages, Geheimen Regierungsrat, Landrat v. Born­stedt, ausgebracht. Die Budgetkommission des Abgeordnetenhauses erledigte gestern in sieben- stündiger Sitzung von dem Kultusetat die Ausgaben sür Universitäten, Gymnasien und Elementarschulen. Die Beratung wird heute abend fortgesetzt __

Me aus Neisse gemeldet wird, ist der ehemalige Minister für Landwirtschaft, Staatsminister Dr.

et» Kind unter «indem nnb suchte neugierig auch fich zu belehren. w

3-deu Wunsch, der in ihre» Lieblingen aufstieg, hörte sie an, nnd überlegte vorher, ob er erfüllbar sei. Sie hatte fich j tzt zum Grundsatz gemacht, nie gleich ja zu sagen sondern fich erst Bedenkzeit aus. zubstten. Wenn sie bann - wie meistens - eine abschlägige Antwort erteilte, begann wohl ein- .Warum nicht, Mama? Bitte!* nnb ein Betteln nnb Crängen, dem sie nur schwer zn widerstehen vermochte. Die Kinder hatten so viele Gründe für die Erfüllung ihrer Wünsche wie dranßeu Blüten ans den Bäumer wuchseu, und wo diese fehlte», schmeichelle» sie nnb machte» Angriffe auf Auges schwaches Her,. Aber üe blieb fest. Beu stand ihr stets zurSette nnb wehrte die übrigen ab. Er hatte viel Sehnlichkeit mit dem verstorbenen CarlitoS. Der Knabe war voll Herzensgüte, er besaß Charatter nnb für seine Jahre überraschte er dnrch die Reife seines Urteils nnb das Gefitzte seines Wesens. Dabei war er voll Auf opfernug für seine Mutter, die er zärtlich liebte, sobald eS fich nm sie handelte, war ihm keine Arbeit zu schlecht oder zu schwer; wenn keiner Zeit hatte es hatte st-tS welche. Er half ihr selbst bei der Sücheuarbest, nnb lief sott, wen» etwas rasch besorgt roerdeu mußte.

Der »nabe fühlte nicht mehr instinktiv, sonder» er war fich bewußt, wie die Dinge lagen, nnb sein Herz trieb ihn, seiner Mntter bte täglichen Beschwerben zu erleichtern.

m D S alles aber trat bei ihm nnr im Hanse zum Vorschein. Draußen war Ben ein völlig anberei. Sot allen übrigen besaß er einen brennenden Ehrgeiz. Jeden Tag berichtete er, waS in der Schule ge- cheheu, ob ihm Richt ober Unrecht geworben, nnb er überlegte, wie er eS auzufaugeu habe, ans ben Sprossen seiner Sturmleitern empormsteigen.

(Fortsetzung folgt)

Xnjeigen nimmt entgegen die Expedition b. Blattes

!e®« die Annoncen-Bureaux von Hänfenstem und Bögler

m Frantfutt a. M., Gaffel, Magdeburg u. Wien: Rudolf YYV CVnfifAMtA

Moste tn Frankfurt a. M., Berlin,München n. Köln; G L

u- Co. in Frankfutt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

' Friedenthal, in GiesmannSdorf gestorben. (Rudolf 1 Friedenthal, geboren am 15. September 1827, widmete fich nach Vollendung feiner Studien in Breslau, Heidelberg und Berlin, an welcher letzt­genannten Universität er den Doktorgrad erwarb, zunächst der juristifchen Laufbahn, schied aber bereits 1854 aus dem Justizdienst und wurde 1856 KreiS- Depmierter und 1857 Landrat des Kreises Grottkau. 1864 trat er überhaupt aus dem Staatsdienst und übernahm die Verwaltung seiner Besitzungen. 1867 Mitglied des Reichstages des Norddeutschen Bundes, trat er 1870 auch in das preußische Abgeordneten­haus, in welchem er 1873 zum zweiten Vizepräsi­denten gewählt wurde. Während des deutsch - fran- zösischen Krieges von 1870/71 war der Verstorbene Mitglied der Zentralstelle, welche die freiwillige Krankenpflege organisierte uud leitete. Nach dem Ausscheiden des Grafen Königsmarck wurde Frieden­thal am 19. September 1874 an die Spitze deS landwirtschaftlichen Ministeriums berufen. Während seiner Leitung dieses Ressorts wurde das Ministerinm durch die Uebernahme der Verwaltung der Domänen und Forsten am 1. April 1879 erweitert. Vom Oktober 1877 bis zum März 1878 verwaltete der Minister Friedenthal während der Beurlaubung des Grafen Eulenburg auch das Ministerium des In­nern. Am 14. Juli 1879 nahm er feine Ent­lassung und wurde 1879 aus Allerhöchstem Ver­trauen in das Herrenhaus berufen.) Militärische Neuforderungen zur Ausrüstung der beiden neuge­bildeten Armeekorps sollen dem Reichstage im 5Be» tröge von etwa 30 Millionen zugehen. Es wird angenommen, daß hierüber kein großer Streit im Reichstage entstehen wird. Im übrigen künden frei, sinnige Blätter an, daß erhebliche Mehrforderungen für Armee und Marine nur dann bewilligt würden, wenn die Militärverwaltung sich zur Einführung der zweijährigen Dienstzeit verstehen. Warten wir erst einmal ab, welche Mehrforderungen kommen. Die Nachtragsforderung für die Wißmann-Expedition, welche dem Reichstage in der neuen Session zugehen wird, wird über 7 Millionen betragen. Bekanntlich sind für das vorige Jahr 2 Millionen bewilligt, bie aber nur eine ä Konto Zahlung bedeuteten und für boS laufenbe Jahr ist bisher noch gar nichts geforbert. Der neue Handelsminister, Freiherr von Berlepsch, erschien heute zum erstenmale im Abgeordnetenhause und nahm in der Mitte der Ministerbank Platz. Bald darauf trat auch Minister von Maybach ein, begrüßte freundlich seinen Herrn Kollegen und ließ sich neben demselben nieder.

_ (Nachdruck verboten.)

ver »Mrror-e« -er heilige« Mari« ^Jerusalem nn- Episoden ans -em Lebe« -er -entscken Herren in Marburg.

Auch schien er, wie Fr,qer verttaulich berichtet, als wenn ihn der Statthalter in bezug auf die J^Jft wollte, doch käme er aber

da lustig bei ihm (dem Landkomthnr) an, nnb solle et fich versichert hatte», .daß er bann seinen Manu Ff1?!* 7~s DentschordenSherren von Rau und Grießheim befanden sich indes tn dem ihnen vom Landkomthnr anfetlegten Arrest nnb ersterer empfing bafelbft von seinem Bruder Johann Adolf, welcher damals HanSkomthnr in Freudenthal war, einen Brief vom 12./22 Oktober 1661, in welchem er ihm tolgeube Verhaltungsmaßregeln tn bezug feiner Streit, a<j;e wegen bet Landkomthnr erteilte: Er (Rau) solle ich möglichst geduldig verhallen nnb fich nicht nm ^lafjnug deS Arreste« bemühen, weil bie Sache an »ie Regierung gebracht worden wäre und das Urteil derselben erst abgewartet werde» müsse. Doch solle r ihm fleißig über daS wettere Vergehe» des Landes» omthnrS berichte» und wie er hoffe, würbe derselbe cho» seine Wäsche so empfange», daß er nicht wisse wohin er fich drücke» solle. Er (Man) möge eS nur gestehen lasse», daß der Laudkomthor die Religion changtre, apostire und sich in ben hessische» Schutz begebe. Der Landgraf von Hessen könne sich in bie Regel» und Süterangelegenhetten des Ordern, nicht e*?"' b°6 der Landkomthnr wie ein leichtfertiger Schelm und Rebell ihm die Güter des O.dens - Ballt y würbe ih» (Ran) bann in Schutz fimbmMt -»"d-r der Landkomthur würde durch feinen HoSrnnt zu Fall kommen. komÜknra ^Lnt,erro1otoot1tJi<6e Vorgehen beS Laub.

" feinen Hm wohlwollend gesinnten Landeskomthur Johann Caspar von Amprtngen