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WöcheEche Magen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. — Jllnstriertes Sonntagsblati.
Expedition: Marit 81. — Redaktion, Druck und Berlag von Joh. Ang. Koch.
JK 49.
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Marlmrg,
Donnerstag, 27. Februar 1890.
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Deutsches Reich.
Berlin, 25. Febr. Der Kaiser konferierte heute mittag längere Zeit mit dem Fürsten Bismarck. — Der gestern vormittag in der Militär- Turnanstalt stattgehabten Schlußprüfung des Osfi zier - Winterkurses 1889/90 wohnte Se. Majestät der Kaiser bei. Als Zuschauer erschienen Feldmarschall Graf Blumenthal, General-Oberst von Pape, der Kriegsministrr, Minister von Goßler, die kommandierenden Generale des Garde- und 3. Armeekorps, der Chef des Großen Generalstabes, der Leiter des preußischen Schulturnwesens Professor Euler u. s. w. Am Schlüsse der Vorstellung richtete Se. Majestät persönlich einige Worte an die Versammlung und führte aus, daß er recht zufrieden sei mit dem Gesehenen. Er lege dem Turnen und besonders dem Fechten — Florett-, Hiebfechten, sowie Bajonettieren — hohen Wert bei und halte vor allem dasür, daß das eigene Beispiel des Vorgesetzte» viel dazu bei trage, den turnerischen Geist in der Armee zu heben. Daher muffe vor allem der Offizier eisiigst bemüht sein, selbst ein guter Turner und Fechter zu sein. In dieser Hinsicht müsie noch mehr geschehen; er werde Sorge tragen, daß sowohl in den Sorbetten« Häusern wie in den Kriegsschulen diesem Dienstbetrieb erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt werde. — Der Kaiser hat jetzt die endgiltigen Befehle wegen der diesjährigen Manöver erlaffen. Die Kaisermanöver werden zwischen dem 5. und 6. Armee korps, und zwar in der Umgebung von Liegnitz statt- finden. In dieser Stadt wird das Kaiserliche Harpt- Quartier sein. Ebenso wird der Kaiser den Man- növern zwischen dem 9. Armeekorps und der Flotte beiwohnen. — In welchem Lichte einem Teil der
(Nachdruck verboten)
Sitte vorvrhme Frau.
Bon Hermann Heiberg.
(Fortsetzung.)
,3«, »och mehr', fuhr Auge fort. .Wenn ich waS unmittelbar geschehen wird, beilaffe, darf er meinen Aufenthalt nicht erfahren. Ich würde irgendwelche Mitteilung von Ihrer Seite, die ohne weine «enehmignng geschieht, als eine Indiskretion, ja, als einen Treubruch ansehen, und Sie würden dadurch meine Fr-nudschaft verlieren, die Sie heute in so hohem Grade besitzen.'
»Frau Gräfin —"
„Und zur Klarstellung beffen, was ich unabänderlich beschlossen, Tibeth", fuhr Ange, ohne Tibeths Einwand zu beachten, in einer ihrem Untergebenen gegenüber vielleicht ungeeigneten, aber ihrer Natur entsprechenden Offenheit fort. »Merken Sie fick Folgendes: Sie werden es verstehen, und ich sage es 3h«eu, weil wir uns in diesem Augenblicke nicht gegenüberfitzen als Herrin und Diener, sondern als zwei durch lange Jahre und nun auch durch ein trauriges Schicksal verknüpfte Persone». ES girbt niemanden ans der Welt, de» ich so hoch schätze wie den Baron von Zent; er ist mein bester, mein trenester Freund. Aber die Dauer der Freundschaft ist fast immer bedingt durch Gleichartigkeit der Leben», verhältuifle. Da fie sich verändert haben, so könnt nufer bisheriger gute» Einvernehmen Schaden leiden, nnb nm das unter allen Umständen zu verhüte», will ich Herr» von Test in Zukunft meiden. Ich kenne ihn. Seine freigebige Hand kann sich nicht schließen, ich aber will keine Wohlthatea empfangen, und wenn ich hungern sollte! Daraus ergiebt sich alle». Amt wir »Affen un» trennen, mein braver Tibeth! Ja vermag Ihnen nichts zu bieten nnb darf Sie uichi abhalten, stch ein anderes, sicheres Brot zu suchen.'
»Wie — auch mich wollen Sie von stch stoßen, Frau Gräfin?' ries Tibeth.
französischen Presse das Ergebnis der deutschen Wahlen erscheint, ergiebt sich aus einer der „Norbb. Allg. Zig." entnommenen Zusammenstellung; das genannte Blatt schreibt:
«Die französische Presse zeigt sich sehr ungeduldig, die Resultate der deutschen Reichstagswahlen zu erfahren. Insbesondere lamentiert „Figaro" über die Langsamkeit, mit welcher ihm die Wahlergebniffe zur Kenntnis gelangen. Er sieht sich infolgedessen einstweilen bemüßigt, die ihm konvenierenden Auszüge aus deutschen Zeitungen, meist freisinniger Färbung, zu bringen, und fügt dem nur schadenfroh hinzu, es sei charakteristisch, daß in einem Wahlkreise von Berlin der Profeffor Virchow mit einem polnischen Schneider in die Stichwahl komme, der nicht einmal ordentlich deutsch verstehe und nur deshalb eine große Anzahl Stimmen auf sich vereinigte, weil er die sozialistische Idee repräsentiere.
Im „Temps" wird das Wahlresultat als ein Über alle Erwartungen günstiges für die Sozialisten hin gestellt und die parlamentarische Schilderhebung der Bebel, Liebknecht, Grillenberger und Konsorten als eine Folge der Kaiserlichen Erlasse erklärt. Die Bismaicksche Politik hätte einen Riß bekommen, die Arbeiter wollen sich mit ihrem Kaiser direkt verständigen ober revolutionieren. Allerdings sei die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß sich die bürgerlichen Parteien noch für die Stichwahlen aufraffen und zusammen gegen die Sozialdemokratie Front machen, aber es sei fraglich, ob die Freisinnigen geneigt sein würden, die Kartellparteien zu unterstützen, da sie sich dadurch die Möglichkeit nehmen, selbst eine Rolle im Parlament zu spielen, Windthorst und bos Zentrum würden nur durch hohe, wertvolle Versprechungen zu gewinnen sein.
„Patrie" ist außer sich vor Freude. Der AuS fall der Reichstagswahlen, meint dieses Blatt, lehre, daß Frankreich unter keinen Umständen die Berliner Albeiterschutz Konferenz beschicken dürfe, man müsse Deutschland in seinem sozialistischen Fett schmoren lassen, denn „die Wahlen zeigen mit einer Offenkundigkeit, die Hrn. v. Bismarck zum Nachdenken zwingt, wie gebrechlich das Werk von Eisen ist, das er mit seinen verhaßten Händen geschmiedet hat. Der Tag ist vielleicht nicht fern, da dieses ganze, nur auf Blut und Trümmern ruhende Gebäude unter der Wucht deS sozialen Elends, daS er nicht zu lindern verstand, zusammenstürzt". Der Ausfall der Wahl in Elsaß-Lothringen, der übrigens in allen Blättern einfach gefälscht ist, entlockt der „Patrie" zum Schluß den hoffnungsfreudigen und vieldeutigen
„Ich will Sie nicht von mir stoßen! Ach, Tibeth, ich trenne mich nur allzuschwer von Ihnen. Aber gestehen Sie selbst! Meine Einnahme wird i» der Folge gering sein, meine Familie ist zahlreich; ick kann Sie nicht belohnen, wie ich e» möchte. Ja, noch mehr: ich kann Ihnen überhaupt nickt —'
»Ich wünsche auch gar nichts, Frau G äfin. Ick bitte nur, bei Ihne» und den Kindern bleiben zn dürfen, die mir arS Herz gewachsen find.' Den Schlußsatz sprach Tibeth, dieser mrverbefferliche Egoist, nicht ohne Berechnung. Und er täuschte sich auch nicht bezüglich der Wirkung feiner Worte.
Immer, wenn die Kinder in Frage kamen, ward Auge wieder schwach ober schwankend. Sie hingen voll Zärtlichkeit au dem alten Freunde beS Hause». Sie stellte stch vor, wie gut nnb nachsichtig er stets mit ihnen gewesen, nnb wie günstig er fie stets beeinflußt hatte; ja, waS ste entbehre» würde», we»n er nicht mehr in ihrer Nähe sein würde.
Ange bewegte denn auch nur deu Kopf wie jemaud, der nicht nein nnb nicht ja zu sagen vermag.
Aber enblich gewann doch bte Vernunft wieber Oberhand und fie fuhr fort:
,.Unb dennoch nein — nein, Tibethl Sie find nicht mehr jung; Eie thnn Unrecht wenn Sie die besten, Ihnen noch bleibenden Jahre stch verkümmern nnb tn eine Abhängigkeit treten, welche sicher ein sorgenfreie» Alter abschueibet?"
„Dafür ist gesorgt, Frau Gräfin. Ich Hobe ein kleine» Kapital, wie Sie an» meinem bescheidenen Anerbieten bereit» erfahren haben. Ich strebe nicht nach Gelb l Lasten Sie mich wenigsten» vorläufig bei Ihnen bleiben! Die nächste Z-tt erfordert so viel! Zuerst werde ich die ganze Abwickelung tn E. besorgen wüste», da»» kommt bet Umzug, bte Neuei». ricktung, die Eingewöhnung in bte neuen Verhältnisse. Das dauert gewiß ein Jahr, in dem ich mich Ihnen nützlich machen kann.'
Ange sah dem tt'fflichen Menschen in» Ange und eine Thräne tiefer Rührung hat in das ih-e.
Schmerzensschrei: „Wann endlich wird Frankreich sich an den Thaten jenseit der Vogesen aufrichten und durch die Versöhnung aller Patrioten seine Ehre und seine Würbe, die es verloren, wieberfinben?"
Aehnlich schreibt bie „France": „Die Siege ber Sozialisten finb nicht dazu angethan, uns zu mißfallen, wir werden nicht vergessen, daß sie stets Gegner der Einverleibung Elsaß Lothringens waren, und baß sie erst in biesem Jahr offen ihren Einspruch dagegen wiederholt haben. Sie sind zudem Feinde der tyrannischen Gewalt- und Brutalitälspo- litik, bie Bismarck verkörpert. Darum sind sie unsere Freunbe .... Die bewunbernswerte Treue der Frankreich geraubten Provinzen unb das Erwachen der Oppositionsansichten in Deutschland geben uns Hoffnungen für die Zukunft. Die deutschen Wähler haben einen hübschen Strich in den Frankfurter Vertrag gethan, der am Ende ganz auseinander reißen wird.
Der Eindruck, welchen die Wahlen in Rußland gemacht haben, spiegelt sich in folgender Bemerkung der deutschen „St. Petersburger Zeitung" wieder: „Die deutschen Reichstagswahlen haben wiederum einmal den Beweis geliefert, daß der Deutsche als solcher keinen wirklich politischen Sinn hat. Wenn große Gefahren, wenn schwere Bedrohungen und Anfeindungen, wenn Angst und Not ihn bedrücke», erwacht zwar der Geist der Eintracht und Einheit und das deutsche Volk bildet dann eine Macht, vor der auch die stärksten Völker Europas allen Respekt haben müssen. Aber in Friedenszeiten prävaliert der schlimme Parteigeist, die alten Instinkte des Partiku- larismus und sogar Separatismus regen sich und der Deutsche vergißt, daß er nur stark, mächtig und einflußreich ist, so lange der nationale Sinn ihn leitet unb bie Einigkeit unb Einheit erhalten bleiben. Die letzten Wahlen, deren Ergebniste freilich erst zum Teil bekannt sind, werden den deutschen Patrioten, der fein Vaterland wahrhaft liebt, mit Betrübniß unb Sorge erfüllen, aber alle Gegner Deutschlands — und an denen fehlt es dem jungen Kaiserreich wahrlich nicht — außerordertlich erfreuen und in hohem Maße befriedigen."
— sDeutscher Lan d w ir t schaftSr atj. Gestern vormittag begannen bie Verhanblungen ber 18. Plenarversammlung int Saale V des Reichstagsgebäubes. Ritterschaftsbirektor v. Wedell- Malchow eröffnete die erste Sitzung mit einem Hoch auf Se. Majestät den Kaiser, die Bundes- sürsten und die freien Städte des Deutschen Reiches. In der Ansprache, mit welcher er das Hoch
»Gut, unter einer Bedingung, Tibeth!' entschied fie, während fie ihre Empfindungen gewaltsam zurück, drängte. »Sie versprechen mir, baß Sie meine vorher geäußerten Wünsche erfülle», daß Sie dem Baron von Zent —'
Tibeth hatte bei de» ersten Worten dankbar das Haupt geneigt, jetzt aber trat ein unverkennbarer Ausdruck ber Unruhe in feine Züge.
,9hm, Tibeth?' unterbrach stch Auge.
»Darf ich offen sprechen, Frau Gräfin?'
Ange nickte, ergriff einen Heinen Gegenstand, der auf dem Tische lag, rollte ihu in ihrer Hand auf und ab nnb sah Tibeth mit forschenden Augen an.
»Ich gab Herrn Baron von Teut beim Abschied daS Wort, Fran Gräfin, ihm von allem Mittelluug zu machen, was die gräfliche Familie beträfe. Ich meine*, fetzte er schnell auf einen stolzen Blick seiner G-bieteri» hinzu, »ihm sogleich Nachricht zu geben, wenn bei den einmal bestehenden Verhältnisfeu Ua- gelegeuheiten eintreten sollten. Ich versprach eS nach einigem Zandern, denn ftüher — damals, als der Herr Baron zuerst inS Hauswesen eiugr ff — hatte tch jede derartige Zumutung abgelehnt. Run wußte ich stcher, daß ich etwas Gutes, Ihnen nur Nützliches damit thnn könne unb sagte zu. Aber noch etwas anbere», Frau Gräfin: der Herr Baron ist, so viel ich weiß, von dem seligen Herrn Grafen zum Vormund der Kinder eingesetzt, und er hat ihm auch Vollmacht gegeben, Ihre Vermögensangelegenheiten selbständig in die Hand zu nehme». Haben Sie nichts in dem letzten Willen deS Herr» Grafe» — in seinem Testament darüber gesunden?'
»Sh!' murmelte Auge erregt und wie abwesend vor fich hinstarreud.
»Und zudem, Frau Gräfin', fuhr Tibeth, Mut gewinnend, fort, »welche» Nutze» wird e» haben, men» Sie alle» verkaufen? Sie bedürfe» doch einer Einrichtung auch an einem anderen Ort! Und glauben Fran Gräfin nicht, daß der Herr Baron bald au»«
einleitete, wies er auf den Ausfall der Reichstags Wahlen hi», welcke jeden reichs- und kaisertreuen Deutschen veranlassen müssen, sich um so fester an die Monarchie anzuschließen. Die Versammlung stimmte begeistert in das Hoch ein. — Es folgten die Wahlen des Vorstandes und des Ausschusses. Durch Zuruf wurde v. Wedell-Malchow zum ersten, Graf Lerchenfeld-Köfering zum zweiten, v. Oehl- schläger-Oberlangenau zum dritten Vorsitzenden ernannt, zu Ausschußmitgliedern die Herren v. Below- Saleske, v. ^emberg-Flammersheim, Braumüller- Waldeck, v. Hammerstein-Loxten, Klein-Werthheim und v. Röder-Ellguth. Aus den sodann erstatteten geschäftlichen Mitteilurgen sei erwähnt, daß die Einnahmen des abgelaufenen Geschäftsjahres, einschließlich eines Bestandes von ca. 7715 M., inSgesannnt 24 003 M., die Ausgaben 19 679 M. betrugen, so daß ein Bestand von 4324 M. bleibt; bie beantragte Entlastung wurde erteilt. Angesichts der aus allen Gebieten eingetretenen Verteuerung beantragte der Vorstand eine Mehrbewilligung von 3450 M. für 1890 gegenüber dem Vorjahre; die Versammlung genehmigte dies. Der bisher auf halbjährige Kündigung angestellte Generalsekretär Dr. Mueller ist vom Vorstände auf drei Jahre angestellt worden. Die von den einzelnen Staaten, beziehentlich mehreren Reichsämtern und preußischen Ministerien, zur Sitzung entsandten Settreter nebst bett wifsensch östlichen Sachverstänbigen würben ber Versammlung vorgestellt. Man ging sobann zur Beratung bes Entwurfes znm bürgerlichen Gesetzbuche über, zunächst zu Buch II, Abschnitt II, Titel I §§ 399 bis 411, Gewährleistung wegen Viehmängel. Als Referent sprach Graf v. Lerchenfelb-Köfering. Derselbe verfocht die auf der Dresdener Konferenz im November v. I. feiten» der Spezialkommission des Landschaftsrates gemeinsam mit dem Ausschüsse gefaßten Beschlüsse, dahingehend: 1. Den Beschluß der XVH Plenarversammlung bezüglich der Zustimmung zu dem vom Entwurf des B. G. B. angenommenen deutsch-rechtlichen Princip der Haftung für Mängel beim Biehkauf aufrecht zu halten. 2. Zu billigen, daß nach dem Entwurf in § 404 der Erwerber des mit einem Hauptmangel behafteten Tieres nur die Wandelung, nicht auch die Minderung verlangen kann. — 3. Den § 409 des Entwurfs festzuhalten. — 4. Die Ausnahme folgender Bestimmungen in den Entwurf zu empfehlen: „Sind durch einRechts- gefchäft mehrere Tiere derselben Gattung veräußert und wird auch nur bei einem der Tiere als Hauptmangel eine ansteckende, leicht übertragbare Krank
findig machen wird, wo Sie fich aufhalten, nnb wird er nicht —'
Ange erhob fich nnb ging unruhig im Zimmer auf und ab.
Sie rückte an den mit Plüsch bezogenen Stühlen, zupfte an ber Tischdecke und stieß mit dem kleinen Füßchen ein Schuitzelchen Papier unter da» Sopha.
»Nein!' sagte fie und richtete stch empor. „Ich weiß nicht» von diesem letzten Willen reine» Gemahls , und ich fand nichts Derartiges unter seinen Papiere». Wozu sollte eS auch diene»? Bi» ich nicht selbst der natürliche Vormund meiner Kinder?" Und nach kurzer Panse fuhr fie, in ihren naiven Ton zurücksallend, fort: „Müßte ich mich denn fügen, wenn wirklich eine solche Testamentsbestimmung vorhanden wäre?"
„Ohne Zweifel, Fran Gräfin."
»Nun, bann mag e8 fein! Mag der Vormund raten, aber —'
Ange fiel in den Sessel zurück nnb bewegte in starker Erregung den Kopf. Was fie eben gesprochen, batte fich unwillkürlich über ihre Lippen gedrängt. ES war nicht an Tibeth gerichtet gewesen. Er ber» stand dies auch, denn er schwieg taktvoll.
»Meine Kinder sollen' — hob Ange von neuem an — »etwas Tüchtige» lerne», »nd wen» e» nur ein Handwerk ist. Je ftüher fie leistungsfähige Menschen werde», desto eher werde» fie fich ihr Brot verdiene» könne». Darauf vttd fich meine Sorge richte» müsse». Frellich, für die Mädche» ist eS schwer! Ich werde sehe», waS fie z» begreifen nnb 'päter nützlich zu verwerte» vermöge». DaS ist mein Plan und mein unumstößlicher Entschluß. Wo ich in Ehre» mir Erleichterung verschaffen kann, Er. leichtemugen znm Beispiel, bte man Unbemittelten tn ben Schulen durch Stipendien gewährt, ba werde ich fie suchen. Komme ich tn bte Lage, ein Darlehen zu nehmen, so werde ich das als ein G-schäft betrachte»; kurz, Tibeth, tch gehe vo» jetzt ab meinen