(MchlW ZeilUß.
WöchMichk Beüageu: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchham. — Jllustrieües Souutaasblatt
*_____________________Expedition: Markt 81. — Redaktion, Druck und Berlag von Joh. Ang. Koch. “
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(Nachdruck verboten.)
ich bin
gestern in aller Eile abgereift; von wieder zurück Heb abermals hierher I*
Allerdings eine mißliche Aufgabe, gnädige Frau Aber woher soll ich die Sicherheit nehmen, daß ich die Ehre habe, mit der Fra» Gräfin von Clairefoit zu sprechen? Die ganze Angelegenheit macht, ich maß r» Ihnen offen bekennen, einen wenig verttauencr. weckenden Eindruck. Der Jvkulpat hat fich ävßerst Verdächtig benommen. Nachdem er die sehr w-rt- vollen, wie ich hier berichtet finde, ans eine ganz ungewöhnlich große Summe abgeschötzte» Diamanten anfänglich als sein Etgevthum bezeichnet hatte, zog er später die Aussage zurück und weigerte fich, den Name» seines Auftraggebers zu neunen. Der Juwelier wußte Verdacht schöpfe» uud war iu der Lhat selbst die Veraulaffvvg, daß die Verhaftung erfolgte. Was ist deuu Ihnen über de» Fall be. könnt, gnädige Frau?'
Auge berichtete, was fie wußte. Sie erzählte, daß fie eiu Telegramm uud iu diesem dir Aufforderung erhalte» habe, sofort nach Frankfurt zv eilen. Uud währeud fie daS erörterte, kam ihr, wie ihr schien, eine zutreffende Bemerkung.
»Daß ich die Gräfin von Claire fort bin, Herr Kommissar", fuhr fie fort, »mag genügend daran» erhellen, daß nur ich die ohne Zweifel mit Ihrer Genehmigung abgesandte Depesche empfangen konnte und solche auch iu der Tb t erhielt. Wollte der Verhaftete eine andere P rsönlichkeit eiuschtebev. welche Möglichkeft Sie avzuuehwen scheine», so wußte er entweder fie z»gleich benachrichtigen oder fich ii der Zwischenzeit mit ihr in Verbindung setzen. Wt- sollte daS geschehen sei»? Ich erkläre, daß ich die Gräfin von Llatrefort bin, daß ich meinen HanShof.
Litte vornehme Fra«,
von Hermann Heiberg.
(Fortsetzung.)
Aber bedeukru Ere, Herr Kommissar,
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U Dienstag, 25. Februar 1890.
Wahlergebnisse.
Berlin 22. Febr. Bisher bekannt sind 343 Wahlresultate, davon 44 Konservative, 12 Reichs Partei, 14 Nationalliberale, 83 Zentrum, 16 Freisinnige, 17 Sozialisten, 13 Polen, 1 Wilder, 12 El säffer, 3 Demokraten und 1 Däne. 127 Stichwahlen haben stattzufinden. — Läßt sich bei der großen Anzahl Stichwahlen auch noch kein bestimmtes Bild von dem zukünftigen Reichstag entwerfen, so steht doch bereits festi DaS Kartell ist zertrümmert, die Oppositionsparteien sind an Stimmenzahl Nnd Mandaten gewachsen, vor all«r aber hat die Sozialdemokratie einen geradezu riesigen Aufschwung, genommen. Diese Thatsache steht fest nnd ist, wie immer sich das Ergebnis der noch nicht bekannten Wahlen gestalte, nicht mehr zu erschüttern. Die Aufnahme, welche dieses Resultat in der Presse ge funden hat, ist natürlich eine sehr geteilte. Die Opposition stimmt Helle Jubellieder an, die Mütter des Kartells suchen fich mit der unangenehmen That fache abzufineen, so gut es geht, und bemühen sich vornehmlich, nunmehr ein Bündnis aller bürger lichen Parteien gegen die Sozialdemokratie bei den Nachwahlen zustande zu bringen. Nachstehend folgen einige Preßstimme«: Zunächst wollen wir das Wort einem Blatte jener Partei geben, welche diesmal den größten Gewinn aus dem Wahlkampfe davongetragen hat. Das sozialdemokratische „Berliner Volksblatt" begrüßt natürlich den Sieg seiner Partei mit tosen- demApplaus. Es beziffert die Summe der schon im ersten Wahlgange errungenen Mandate auf 20 und rechnet, da die Sozialdemokratie in 40 bis 50 Wahlkreisen zur Stichwahl steht, mit Sicherheit darauf, daß mindestens drei Dutzend Sozialdemokraten „nach
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dem Wunsche des Fürsten Bismarck" im nächsten! Wahlziffern leicht. Auf das sozialdemokratische I thuung" für Jhrma - Mahlow und Navorra uni > Re'chstage sitzen werden. Dann heißt es m dem staats- und Gesellschaftsprogramm kommt diesem! andererseits einer Wirtschaftspolitik weicht sich den ' ^'ckel. „Das arbeüende Volk hat gerichtet zwischen Parteizuwachs wenig an. Nicht die Aufrichtung des Arbeiter in seinem Haushalte nur zu fühlbar macht dem volksfeindlichen Kartell und der Sozialdemo-1 sozialistischen Zukunftsstaats mit der allgemeinen! während im öffentlichen und gesellschaftlichen Lebei kratie, und das Urteil ist vernichtend ausgefallen Zwangsarbeit und Güterteilung ist es, der die mehr denn je Prunk und SIuftLnh nJ/ripTn
»i'.MJniS« M°i°.'w de-R,lch,,ag.s. fii. te klimam, Ml - di-km Pr'-gi-mm fmbet auch Daß »™ «Ä jg,?.
b^her 'm Parlament herrschenden Parieren, welche der Kleinbesitz keinen Geschmack - sondern es ist Sozialdemokratie hemmen würden tonnkTar?
Zu gunsten ihrer Klasseninteressen dem Volke die not- das Verdienst der Lebensmittelverteuerung, der Prä- erwarte». Zu ihrer Bekek^na wird es pm^ kn^ htom^*fen6be™^ ?-r Privilegierung d-S Großbesitzes und m^evoLS 2TÄÄ
politischen Rechte eingeschränkt und verringert haben.!und deS steigenden Steuerdrucks ohne jedwede Ent- Aufbebuno hf« J t n, L
Auch der Ausspruch des Herrn Ministers H-rrfurth, lastung." - Die demokratisch-freisnni e Berliner ^e Früchw desklL k. ^ F- J f°?f’
Vertreter derienigen Arbeiter bezeichnete, welche nicht list am Ende. Die große Armee, welche uns die ^edes llehrf fJra r •*
urb-iten wollen, hat d.e gebührende Antwort Z.Sicherung d-S Reiche? Lgen'all'
funden, und wenn der Herr Minister nur auf Berlm verbürgen unternahm, ist zurückgeworfen, und ein demokraten ohne Zweiftl dazu dün-n zahlrL. und Hamburg blickt, so wird er finden, daß nach neuer Geist entfaltet seine Schwingen. Es konnte bisher in den alten ES
in ba ° Republik bei zirka nicht anders kommen. Das deutsche Volk ist von laufende Elemente oufzurütteln und h
44 000 „fl-'ß'gen und arbeit»freudigen" Wählern einer Lammesgeduld, und der Schlafmützen g ebt es Wahlkartells diesmal b -‘ J b 8
64647 „Nichtsthuer" aufmarschiert sind, und daß nur all' zu viele. Aber das Ausbleibeneiner^ benanJ\ ^rboti
in Berlin den 96 000 Bekenner« der heutigen Wirt- und wuchtigen Reaktion gegen das Treibe»am beftitiaen" Ordnungsparteien zu
schaftsordnung — unter welchen übrigens 61000 1887er Fasching, gegen die plumpe Unverfrorenheit, — Die Nordd Alla QM- m;rs
fortschrittliche Reichsfeinde sich befinden — fast! mit welcher man auf den Geldbeutel des getäuschten I von dem mkünitioen M». al
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»-stern .b-sieg-lt Die hippokratischen Züge waren "hin-in, dem es 'zur Stütze diente Die d'e Sozial-
langst immer deutlicher geworden. Es war gar Rcichstagswahlen unter der Regierung Wilhelms II — Die Denttck- ,
keine Weisheit mehr, sondern von Jedermann zu erfüllen ihre Aufgabe, dem Kaiserzu saaen was
merken, obgleich es weithin dennoch frappierte, was Idas Volk will, in einer Richtung die für uns in I feitioe Stick>mabl^>lnterF>E^^^^'kn", ^ren gegen»
di- Germania vor bald einem Jahre schrieb- „Es hohem Maß-erfreulich ift.« f ? W T
gelingt nichts mehr ." Die Folgezeit hat immer! Aus dem anderen Lager möge zunächst die varteien zwirn' WnMhnt™0ht” h °fa1? ber ®QrleKs
wettere Bestätigungen dazu gebracht, man suhlte „Kreuz-Zeitung" folgen: „Das gewattige Anschwellen I sitionellen RÄtunaen^ ru en^»!^ ^^^
allenthalben, daß selbst die Regierungsmaschine nicht! der sozialdemokratischen Stimmen ist das am meisten wird man bie^ s toerben'
mehr vollkommen fungiere, daß einzeln- Teil- in in die Augen springende Merkmalder^0»°-» X hZW 1 ft
Unordnung wären und störten." — Von freisinnigen Wahlen. Ueberraschcn wird das Niemand, der den für die Hauptwahlen war - a"eaen^dk^^k"°^ Preßstunmen wollen wir die Aeußerungen zweier Zeichen der Zeit aufmerksam gefolgt ist und fitb frnti«. ; ™ ' ^^gen dre Soztald-mo-
B,älter wiedergeben, deren eines auf dem r cht-n, Acht gescheut hat, ihnen °ff7n ins G sicht zu blicken Q‘'° 6ei
7- d-m -M-» Sl--°- der Parlki „hl. Wr i°hn lieg.'«ch die Eb. bT*«VröX SS"
Die „Basische Zeitung" ist der Meinung, daß der nicht im Dunkeln Wir finb uns Mit , ™otr“Ien. . verhindern müssen, alle burger- kolossale Zuwachs der Sozialdemokratie sich zum! darüber klar gewesen, daß einmal die wüst-Agitation l baben die sich dessen bewußt zu sein nicht geringen Teile aus dem Kleinbürgertum des Freisinns, bieinber £ ES Sozialdemokratte der gemeinsame
rekrutiert habe, und begründet diese Anschauung wie I Volksklassen gegen die oberen die sottaldemokrntikcke !k'-«,8""^v^rdnungsparteren rst. Darin wird man <*: .Da -- schä-f-im AuSdiuck für blt W a*Sf, i™«” ib" b°durch U-- m-ch-u laffm bärfen.
Smirledung M h-nlch-»bi» H-Illilch-» Systems aller Aularftil im Laude b-iliagm m»i» 8 W'“l"
Siebt al, bas etutden für He »anbibatm bet - Sie Ralioual . stelluaa- 7,»ul ba« s»„ 7 Wählerschaft,ad« Para,- gebe« wirb, für bi, SaMdeuialE, -ab Beftmhm. be» «emb-lger- Ichme-e« bei Sbjtobembffi M, g“g, efoerfd« M fFrA“* "T1“'
-b-r me.il, -» bakin -g-hl,' s„.er Meiauag b,n -inm eWhii„n wicham«!^ M eÄSÄ ,"li' V"
mSsti^H IchSrlften auSbiuU ja geben, so „Hart sich mH bin SchelmAgenlea, ben Seheimbu»b».PimeIftn aaaafeti ^aber 2 £ »3. » i'"mk ^rae ba» Zaghafte ».paffinelta. ber sajialbemolialischen dem Sa», «ohlgemulh unb b-r .ekialaiften Senug^ ftn.,w-hier b-rfte"se,« P«o" "ng^ bi," g*
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes sowre die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler m Frankfurta.M., Cassel, Magdeburg u. Wien; Rudolf YYV Moffe m Frankfurt a. M., Berlin,München u. Röln; ®. L. Daube n. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
meister beauftragt habe, meine Diamanten zu ver-! Geungthunng Ihren Beamten -mlasie» nnb Sie in I
äußern, und daß er nur a»S Delikat,sie meiner. |den Besitz Ihres EigeuthumS setzen." | *M?h wird."
Namen verschwieg. Di- Umstände, welche ihn daz»! Ange ließ mntloS de» Kopf finke». I ^"cheu?
o-ranlaßten, sind so trauriger Art" - Auge stockt, .Also eS ai-bt k-tueu - aar ^in,» grll8m,„ 'Z? bedaure, gnädige Frau
und senkte das Auge — .daß Sie darin nur etwas!Herr Kommiflar?" fragte fie uud fab ib» mit!ick, benachrichtigt werden, daß
Selbstverständliches finde» würden, Herr Kommiflar,! feuchte» Augen au. „B-deukeu Sie aüttastl Ick 1 h?r h Befreiung aus
ft- Am» bchauul »ta.- Ie'ia-'-ia,.,a.8 Da»,i
Der Beamte sah AogeS Bewegung uud legte ihr ^«“aeftorben” Ä “n“ *?0?e ^1 Unruhe fein, uud Sie begreifen, daß ich thu daraus
durch einige artige Worte feine Teilnahme an den|L,”Ärr. ‘ "ich von allem los undIerlösen möchte." S
,L JfW!? *“" “f »“•**»» hi» ÄU”
.Was Sie als untrüglichen Nachweis anführe»,! Bei haftuu/l" Das^ alles "klingt ?/s"ob"^wftMch"ein I klingelte. ,
meine gnädige Fra», ist für mich keiner. Ich bitte,! Verbrechen vsrläge, nnb doch ist all-S so korrekt tote I meinfnnu «nn » b,*P be^D“bere Rücksicht, unr de» eine» Fall i»S Auge zu faffeu, uud et» um möglich Ich bitt- ick ll-b-Si, «« T.u.« I stark betonend.
solcher ist »vzählig-mal vorgekommen: was kau» bei mir! Ich schwüre Jhue'u daß ich^'ieÄabr^eit ra be? ^°?f und erhob
solchen Gelegenheiten nicht all-S vorbedacht und ab. rede! Sche ich auS^wie^eine »eSetiB?«JSLiS ^w°rgeu zehn Uhr. Ich stehe gesprochen sein! Stößt dem Schwindler oder Dieb Blick muß-S nrat-u, bafe i» bte Äe 2Ba& rebe l" San « $ # W «WeWe mich Ihnen, gnädige ÄÄ '« — •»*«* 'AX r«.. »—Mw» -ach-al» eia Daa„«.
Pelsöolietkcit, bie sich also im vorltegeubev Fall! „Meinen veriönlick-n . I v>art, bann tour Auge branßeu.
twa — Frau vou Llatrefort nennt Sie erscheint I nicht folgen. Sie sprechen zu Staren Gunsten anädiae I ^ibaublnug von M.I"
macht ihre Aussagen, nnb ber gemeinsame, au einer Fran - ich bitte bernhio« S®tr°6e? Nummer?"
bittten Person ouSgeführte Diebstahl — wer weiß! in Thräueu anSa'ebrockem Es ctfm.“«6 i°at!e . « e*n< nBb der Wagen rollte
wo? in Puris, Mabrib ober sonst wo in ber Welt! —I Vorschlag machen' toetbe'^n I rkhn Minuten befaub sie fich an Ort unb
btdbt nicht nur unentdeckt, sondern bie s7mplice° w C ttleg"2-re? ^oa er «ttÄ Sie brachte ihr Anliegen vor und wartete
Heu noch mit triumpht-renber Mi-ue ab. - Ohne daß Sie in 6. wohnen, aStern abaereist stnd -1 °”fQbi,e. Eokscheibung. Diese erfolgte
oeifel verhält fich daS aller iu biesem Falle nicht, | wann, bitte, mit welchem Zna?__Sebr woblk |et^ i tre^ ,., , , Ä
®ie ich hier bargelegt habe, aber bebenken Sie, baß auch Ihr eiflMkmtnt M iaa
.8 doch möglich sein könnte, nnb welche Set an t beilusüaen- würden ef, obgleich der Pelz sehr schön ist", erklärte ber
wortnng auf mir lastet. M-ine vielen (Lschäfte ge. D pesche mir etabSfl« b“ 8»?bIeJ' beÄ Jef”ei Uwg-bnug beraten hatte,
statten mir im allgemeinen nicht, mich^ mH SenflenKUu« ernnfinaea6^ ‘’iw i* derartige Ware haben wir hier so gnt wie keine
iu Erörteruugtu über Eventualttäteu etuzulafleu. Ich unb verspreche^Jh'neu eine rasche^^UuteMchuua^ Tba?e^ab^be?°kann"b'.a^m^ t6n ”ti achtzig
gehe streng nach »einen Vorschrift-». Wird erfüllt ! Erlebignng." 49 16 Ersuchung und I Thalern abgtben.tann d»S Geschäft gemacht werden."
was ich gesetzlich zu verlangen habe, so schrette i»! Auge atmete erleichtert auf I fa “hM,« e4 J1 41 glücklich ge.
an die Prüfung und -vtscheibe. Legitimieren ete| .Wann darf ich also wieder erscheinen Herr iauck«»^ U^e» ^"»»^"S'"bftcke. Sie hätte auf. fich, und ich werde Ihre Aussagen protokollieren Kommiflar?"! T ’ W S S 1“, Erleichterung ihrer Seele,
i-fe mit denen de» Tcheth vergleichen, Sie Heide I .Ich denke, übermorgen vormittag werde ich im! der Pelz mehrere hundert o?r r° kooftonti-r-u und, wenn ich die U-berzeugnug ge. Besitz alle» dessen sein, wa« erforderlich ist." lempAa's-ld — K 6 “k' Pe
»inne, daß ein falscher »erdacht vorliegt, mit gräßterz .Nicht ftüher?" warf «nge eutäuscht rin. ßfand fich aller aud«e ^ ^ 6elb' “ bara