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Reichstagswahl

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Die seit 3 Jahren in unserer Landgegend an-

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der ernste Mahnruf, mit allem Ernst und Energie sich zu beteiligen.

Bei der bevorstehenden Reichstagssession kommen höchst wichtige Gesetzvorlagen zur Verhandlung. Bei unserer jetzigen Staatseinrichtung ist dem Volke, das wichtige Recht in die Hände gelegt worden, an der Gesetzgebung durch direkte Wahl eines Vertreters mitzuwirken. Hierbei tritt aber nun die große Auf gäbe an das Volk, von dieser freien Staatseinrich- wng auch den rechten Gebrauch zu machen und Ver- j trrter zu wählen, denen man das einem rechtschaffenen ehrlichen gemeinnützigen Charakter, gebührende Ver­trauen entgegenbringen kann und dessen hohe wiffcn- schaftliche Bildung und praktischen Kenntnisse in Staats- und Wirtschaftspolitik, uns dafür bürgt, daß er im Stande ist, unsere Jntereffen auch wirk­sam zu vertreten.

Bewußtsein und richtige Verständnis beeinträchtigt. Der Antisemitenführer hat sich die Aufgabe gestellt,

Die wenigen Tage bis zur Reichstagswahl werden genügen, daß Jedermann die etwaigen häus­lichen und geschäftlichen Hinder­nisse beseitigt, welche die Ausübung seines Wahlrechts und seiner Wahl­pflicht am 20. Februar entgegen­stehen. Es ist eine heilige Pflicht, die jedem Staatsbürger obliegt. Mag er seine Stimme geben, wem er will, dieselbe ruhen zu Lassen

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ckwetgen. Ick Will und wvß aber wissen. I Clairefort saß wachend aufrecht im Bett. El Tlbrth! Ware» überhaupt gut, daß Sievicht mit« I blickte mit stieren Aogeu au uud schien sie doch nicht «m gegen wich waren? Werweiß, ob nicht manches I ,» seh-». Unznsammeuhüugeude Worte glitten Übei im Hause anders stände!' . I feine L'pp-v.

Ei- strick fich mit der schmalen Hand über die! »Carlos, Carlos, mein geliebter Carlos 1* rief ende» Augen. I Ange, und ergriff au das Lager fltegeud seine Hand.

.R.deu Sie, ich beschwöre Siel- fuhr sie fort,! »Sag was ist Dir? O komm zu Dir! ES ist er noch immer sckwieg. »Was ist uock schlimmer?I Auge, Deine Angel Hörst Du fie utck> ?

welche Heiwltck k it-n habe» Eie mit metuew l Er nickte wie etu Abwesender. Offubar ward ob! schou seit Jahren?' |tr uickt Herr der ihn bedrückende» Borstellougeo, uud!

_ .ES ist nichts, gewiß uickt! Frau Grkfin'Ium fi- zu vrrscheucheu, glitt er wiederhott mit den T beth und sah Auge bittend an. | Ironien Hände» über Stirn und Haar.

.Ist eS den» Neugierde, die mich veranlaßt, 6k | Auge richtete mit augstvolle« Mitleid die Augen

.Ja Frau Gräfin', erwiderte Ttbeth; »aber viel! Soge bewegte ttaurig da» Haupt; plötzlich aber immer noch find I schrak fie auf.

Er unterbiach fick mit einem GesicktSaoSdruck, als I »Barmherziger Himmel! Sollte iftn doch etwas das l tzte Wort ihm nur eutschlüpft sei. Izugistoßeu sein?'

SlS Auge sah, daß ihr etwas verheimlicht werde»! Sie eilte vou Tibeth fort, wandte fich iuS Neben« , stieg ihre Augst. zimmer zurück »ad stieß, hiueiubltckeud eiueu Schrei

.Nickt doch, nicht dock! Eie wolle» mtt etwas, aus.

Ms Gleichgültigkeit oder Trägheit «

das verträgt sich nicht mit Eh reifen, da ihm ein anderer Beruf (Amt oder Ge «^ «tth ßtphlHipnl werbe) bis jetzt nicht zuteil geworden ist. Seine

M s en . Arbeit besteht nur in der täglichen Judenhetze zum

r ' Zwecke seiner Wahl und seit Jahr und Tag bereist

Marburg, 14. Februar 1890. er die hiesige Gegend von Bezirk zu Bezirk, um ®T Eine recht belebte Wahlversammlung fand gestern I sich Anhänger zu erwerben. Man begreift es nicht LX in Ebsdorf statt, in welcher der Kandidat Geh. und hält es kaum für möglich, doß sich unser Wahl-

Reg.-Rat Steinmetz unter der lebhaften Zu- kreis drei Jahre lang ein derartiges noch nie stimmung der Wähler sein Programm entwickelte l dagewesenes Komödienspiel gefallen ließ, während und namentlich die für das Gedeihen der Landwirt-! man doch in solcher langen Zett genug Gelegenheit 3 schäft erheblichen Fragen näher berührte. Diese hatte, die Nutz- und Zwecklosigkeit der Böckelschen

Krage wurde in Anknüpfung auf die Schutzzölle und I Sache einzusehen. Wie wenig dieser Mann die ----- die Branntweinsteuer von Justizrat Dr. Grim ml Befähigung und die nötigen wissenschaftlichen Kenni-

* Nähern ausgenommen und knüpfte sich daran I nisie und praktischen Erfahrungen in Staats- und «ne sehr belebte Debatte, an welcher auch Bürger- Wirtschaftspolitik besitzt, hat seine parlamentarische «elfter Rauch-Wittelsberg, Bohl-Moischt und!Thätigkeit in der letzten ReichstagssessionI Landwirt Kiefer-Moischt sich beteiligten. So!bewiese». Trotzdem hat eS der große Held »erlief die Versammlung nach mehlstündiger Dauer des TageS verstanden, seinen gut eingedrillten

in anregender Weise und ein begeistert aufgenom-1 Anhängern die Augen zuzuhalten und sich I

«ene« Hoch auf Se. Majestät den allverehrtenl eine Anzahl Leute immer noch dienstbar zu machen.

1 sicher und König schloß dieselbe. ,Wie man nun hört, ist in letzter Zeit, sogar in

IIH ------------ letzter Stunde, ein großer Umschlag von dieser blinden

V Aus dem Ebsdorfer Grunde geht uns folgendeIDienstbarkeit zum richtigen Verständnis gekommen.! ileußerung eines Landwirts zu, welche wir als Bei-1 Wir wünschen hierzu Glück und kräftiges Fortschreiten I üag zur Wahl zum Abdruck für geeignet halten: I auf dieser endlich erleuchteten Bahn, da unsere Gegend ,«r bet.orMiet.aet. «eich-t-g-mabl

^kht an alle urteilsfreien Landwirte. Hanvwerker, und Iseres Volkes. Der Antisemitische Mitarbeiter Herr! Gewerbetreibende, alle unsere Fachgenoffen und Wähler, I Winkler, der jetzt Marburg und die Gegend ver-1

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Du das Frühstück, Carlos? Soll 14 bIdtkn- 34) komme bald!

I nickt die Fenster öffne» »nb frische Lust bereintaff n 81 nnL.»0®7" nnb ~ dann eilt euch.

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Immer starrte er geradeaus, griff sich an die Strv $ Hmor SS' ha ,

I Atzt erhob sich Auge u»d riß die Feaster auf. wönk-raebirnSof!* ib 6on »-»-« eine tn dem luftige» Zimmer betten.* I tttnen^nthentltSeit lauge haben Sie

I Aber Clairefort fiel, ehe fie ihn berührte» sckwer. I Mm ft.SS Schlaf gehabt Ttbeth. Ich fühle Mi« zurück, schloß wieder die «ugeu uud blteb be. Iv.scki?v er 3bwtd)t wehr',

I wußtloS liegen. Es hatte» th» abermals der Schlas I Willen ttm8 ®btni8 nnb bestand auf feinem

Nun eilte Ttbeth zum Arzt, und inzwischen saß freuvdiiw!, 6tte ~ dn ungewöhnlich

länge wie eine Verzweifelte an dem Bett des Kranken ILJ* ba x »f Pn hmtr aus ClairefoitS Äuge, L Nach einer W?ile kamen bk X ® St ?e ±tRr?J'SS «-baebdS Mama vergeblich beim Frühstück erwartet hatten Straf fia «n k4-Ärbob er fid) «ühfam HH schnitt Auge iu die Seele, als fie so fröhlichuod au deu^Svieael $ S borwä.tS tastend,

ahnungslos hereinstürmten. Noch lag die feine Röt feinemdn^n mir^r b ^ein und schrak vor einer gesnnd verbrachte» Nacht auf ihren W^nae! änäftu* G ®8 mad)tc sogar

noch uwströmte fie iu ihren sauberen, Hellen Morgen.e stw surchtsam nm, und et»

kletderu jene onfaueHenbe Krifcke m» ««*! <32-r , *r s"ueu Körp-r.

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8 (Fortsetzung folgt.)

Ilafien hat, hat ein recht schönes Stück Geld verdient I Eröffnuna der ° 11

kommen und die Zukunft wird noch mehreres derartiges fade Nachdem°d^auf"dI^P®lifa6et^ lehren. Nach den Traditionen der deutschen Reichsregie- Bismarck und di- & ^-chskanzler Fürst von rung ist die freie Ausübung der Religionen einer jeden Ides Sianis Mi V .ubn9®tt anwesenden Mitglieder betrifft so hat man Mäkler und Agenten in der! die Smmhm. M ; unb S-ruhte»

Hondelswelt in allen größeren und kleineren Städte», öffnet- 9 ^°^ende Ansprache zu er-

verboten werden, es steht Jedermann frei sich besten Rerbältniss- d-u' ar M besseren Regelung der zu bedienen oder nicht Herr E STL ? Arbeite.standes erforderlich sind.

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Iben Dr. Böckel noch zu ihrem Messias auSrufen I fnifnnnamsei» 9 Beschlußsaffung darüber ver- I Schon die jugendliche Unerfahrenheit des Dr Böckel I her nna t,^9h ^ge Wert darauf, daß

und der Umstand, daß er kemen Beruf lein a«?S Berufskreisen zusammen-

Gewerbe treibt, ohne di e MH en p aktifchen Er^ L?Ä af ®tU"b b» in ihm vertretene» sahrungen und Kenntnisse im AW Wirt KSa^HSS"1 bo" in Aussicht schaftsleben nicht gesammelt werden können, bestä- Ausführbarkeit und ^Traarnde-Zweckmäßigkeit, die Wohl des socialdemokrarischen Kandidaten Herrn Ich Sie hsther entbobe^"^^9^' r» beren Lösung Lauer anbetrifft, so wollen wir einem jeden Wähler I «unSaSp " W ®er ben Arbettern

anheimstellen, ob einem Manne, der fid? einer SBart.i fthiMfe?Infe 9T" eine willkürliche und

anschließt, welche wegen gemeinI der Um­bungen und Drohung gegen Staat und 2 ? wrt Rücksicht auf die Gebote der Mensch-

unter solche Gesetzbestimmungen gestellt sind und in zuschränkenden lungsgesetze ein.

! Uebereinstimmung mit denselben für Ausbebuna der I für hn« ^«beraxbe:it, b.e Berücksichtigung der

Getreidezölle, des einzigen Ankers der Canbmirtfrfirrft IV* c. ^^*^en^ben in sittlicher und wirtschaft« ist, seine Stimme Sen Ln der Frauen im

ich alle unsere rechtdenkenden Mitwähler auf ae aen iMnoenh. 91. ""dere damit zusammen-

die Wahl der decken bereaten SanXen mit nU m ^Erhaltn.ffe des Arbeiterstandes find einer Ernst und Nachdruck !or ugehm* ®obef wird mit fach- die Wahl des Herrn Geh. Reaier7nasrat S t?i n J I Errco9en »erden müssen, bis

in Marburg mit allem Ernst undanach besten Kräs strenger^»oruHnfeiC §nbuflric eine durch ten einzutreten. Diesem Herrn können wir rubia hna I sr B rschnften zu gunsten der Arbeiter er« M-Nd-,

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und LUNA.___U______ ~~---

Feiertage». Ouartal-MonnementS-PreiS bei der Expe- Illi « 1 entgegen bie Expedition d. Blattes,

dttwn2./, Mk, bet den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. !®'^?nL^no^en®u«uI *onAaaftn,lein «ndBogleL

Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile SüNNtaU 16 StpfintAT IQQß ^ffel Magdeburg u Wien; Rudolf T¥V Qtofirnntm

10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg. ÖVlUUUg, IO. yCVIUai 10911. Masse m Franktzrt a. M., Berlin,München u. Köln; S. L AAV1 -v)llyrgaNg.

B »aube u. Lo. tu Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, hariS.

(Nachdruck verboten.) !z« frage» ?" sagte Auge mit saust.m Ernst. »Ist tg Eine vornehme Fran. Inicht bte Sorge für meine» geliebte» Mau»? Ach, Kon iSermnnn jn.if.r« lach! wie viele thräue»volle Staube» habe ich schou

«ou Hermann Herberg. um seiuetwille» gehabt!'

r ... , (Fortsetzung.) I Ttbeth hatte ganz die Fassung verlöre». Erstand

»Ich möchte glaub, n, batz der Herr Graf wohl | da wie jemaod, der fich etueS schwere» LergeheuS «ltu Krawpfaofall gehabt hat' ei klärte er bernhigeod. I schuldig fühlt »ub aus Sckam uud Verzweiflaug kein .HDabet mag er um fich geschlagen unb zufällig deu | Wort findet. Endlich raffte er fich auf und sagte' " *4<b getroffen haben. DaS ist früher auch schon! »V-rzethe» Sie mir, Fra» Gräfiu. In allem !

kgetemmen. / was ich ihat, folgte ich dem Befehl des Herrn Grafen'

»Ach, der Slime 1* rief Auge mitleidig. »Gewiß Wen» ich unrecht Ihat ich that gewiß unrecht gegen ttte er wieder seine furchtbaren Sckmerzen. Und | Sie o, so »-ergeben Sie mir!*

stiuen Sie, baß er jetzt schläft, daß keine Gcfahi I »Nun wohl! Lasse» wir Vergangener! Aber war

whauden ist, $tbttb?* |istr sitzt?' drängte Auge. »Sprechen Sie endlich?

.N-i», Fra» Grofia dürfe» fick beruhige».«' I Ttd.th sah mit scheuem Blick »ach der Thür und

Rach dieser Berfickeruug u d nachdem fie Elairefort| flüsterte leise: »Schon seit reichlich einem Jahr »gebettet halte», traten beide inS Wohng-mach. nimmt der Herr Graf überanS starke Dosen Morphium

»Glaube» Sie nicht', frm te Ange nach einer I za fich. Niemand weiß eS. Er befahl mir »nbe- v>se unb dämpfte ihre Stimme, »daß diese Anfälle | Dingte Veischwiegenhett. Such gegen Sie verbot er fr schädliche Nachwiikuugen haben?' | darüber z» spreche».' '|

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