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Reichstagswahl

Blatte verbreitet werden und an geeigneter Stelle

keinen Widerspruch finde». Aus der Wahlbeweguvg liegen wirklich bedeutsame Momente nicht vor. Den Abgeordneten die freie Teilnahme daran zu gestatten, hat das preußische Abgeordnetenhaus auf zwei Wochen seine Sitzungen, die in den letzten Tagen ungemein still verliefe», vertagt und wird die Ar­beiten nach dem 20. Februar erst wieder aufnehmen.

Die Berhältnisse in dem nördlichen Teile un­seres ostafrtkanischen Schutzgebietes gestalten mehr und mehr fich zu unseren Gunsten. Die Anhänger des im Anfänge Januar von Major Wiß- mann geschlagenen Arabers Bana Heri laufen aus­einander, weil eS ihnen an Lebensmitteln fehlt und fie überall auf den Widerstand der Eingeborenen stoßen. Mehr und mehr legen die Reste der Auf­ständischen freiwillig die Waffen nieder und stelle» sich in den deutschen Stationen an der Küste, wo ihnen Häuser und Land angewiesen werde». Recht verdrießlich haben sich die Dinge an der Wituküste gestaltet. Dem Sultan von Witu, der unter deuischem Schutz bekanntlich steht, wird von der britischen ost­afrikanischen Gesellschaft sehr arg zugesetzt, die eine Besitzung des Sultans nach der anderen für sich mit Beschlag belegt. In dem Eingeborenen Fürsten ist dadurch natürlich nicht geringer Groll geweckt, und sür die deutsche Politik wird nichts übrig bleibe», als der Ländergier der englischen Kompagnie mit Energie entgegen zutreten.

Das englische Parlament ist in London eröffnet worden. Die Thronrede bestätigt erfreulicherweise die guten Beziehungen aller Staaten zu einander, sowie die Aussicht auf eine gesicherte Erhaltung des Friedens. Wenn dies recht gut klingt, so klingen doch für jeden Recht liebenden Menschen weniger gut die Ausführungen der Thronrede über den Kolonial­streit mit Portugal. In salbungsvollem Tone wird gesagt, daß im Jntereffe der Humanität nichts ande­res übrig geblieben sei, als Portugal durch ein Ultimatum zum Zurückziehen seiner Truppen aus dem Ryassa-Gebiet zu zwingen. England hat keine Spur von Recht auf dieses Gebiet, es ist ein Landraub onder Gleichen, der hier vollbracht wird. So ist es aber immer gewesen: Wenn die englische Politik etwas ausführte, wofür sie nicht de» geringsten ^echtsgrund befaß, dann umgaben sich ihre Staats­männern mit Vorliebe mit dem Schimmer von Hu- '

manität und anderen schönen Worten! ;

Die Komödie, welche der junge Herzog von ' Orleans in Paris dadurch angestiftet hatte, daß er < p^tzl'ch auf dem Rekrutierungsbureau erschien und !

Marburg, 14. Febr. Morgen, Sonn­abend, nachmittags 4 Uhr findet in Goßfelden, im Gastwirt Ruthschen Saale eine Wahlver­sammlung der vereinigten Parteien statt, in welcher Herr Geh. Reg.-Rat Steinme i zur Wahl reden wird.

(Nachdruck verboten.)

Eine vorvrhme Fra«.

Bon Hermann Heiberg.

(Fortsetzung.)

» Werden Eie mitunter meiner gedenken. Ange?

Sie antwortete nicht, fie neigte nnr leise das Havpt. Wie schön fie gerade heute war! Et» enp anschließendes, schwarzes Kleid umspannte ihr-» Leib, und zwei weiße Rose» schmtckteu ihre Brust. Ä« den Kopf hatte fie ein leid L 8 Tuch geschlagen luter dem das zarte Sold ihres HaareS hervor, schonte. Und in dem Blonweiß ihrer Augen schwammen jene sausten und doch so dunkel blitz-uden Sterne, welche kein Mann vergoß, der fie einmal gesehen halte.

Während fie so doftand und dos leichte H^upt ans die Hand stützte, fi-len die Spitze» des Gewandes zurück, und ein Arm von tadellosem Ebenmaß ward fichtbar. Ihre Gestalt schien in diesem Augenblicke frei in der Lust zu schweben, bei der nuvachahw- lichen G-azie ihrer Erscheinung von der Erde abge. löst zu fein.

Siebe Kugel" flüsterte T ut, von ihrem Anblick hingerissen, nvd trat einige Schritte näher.

Eie aber glitt langsam die Stufen hinab und bat ihn durch eine Bewegung, ihr za folgen.

Sie umschritten, nugeseheu von den Kindern, das HanS und bogen in einen stillen Laubgang ein. Die uutergegangene Sonne webte noch mit schwachen Lichter» in der Ferne; hier war es fast dunkel.

Wortkarg ginge» fie nebeneinander her; beiden stockte die Sprache. Ms fix zum zweitenmal den «eg maße», schlug der Ruf eines der Linder an ihr Ohr.Mama Äug' 1 Mama Soge 1 Wo bist Du?*

Nnu ergriff er hastig ihre Hand und legte seinen Arm um ihren Leib nnb fie duldete es, und er fühlte baß eine Sekunde laug ihr Havpt an seiner Brnst ruhte.

Dank, Dank für alle», Zent! Auf Wiedersehen!' schluchzte fie mb riß fich von ihm los.

,.O Aoge, Ange, meine liebe Freundin l Vergessen

Wochenschau.

Die kaiserlichen Erlaffe über die Arbeiterfrage firhr« fortwährend im Vordergründe des Tages intereffes, unter ihrer Wirkung befindet fick auch die Agitation für die nahen Neuwahlen zum Reichstage, die im ganzen genommen ungemein ruhig verläuft. Doch ist zu hoffen, daß die Teilnahme für die be deutsame Entscheidung bei der Wählerschaft so gro ist, daß am 20. Februar die bedeutende Mehizah der deutschen Bürger an der Wahlurne erscheinen wird. Der Kaiser schiebt die Ausführung seiner ükloffe nicht auf die lange Bank. Es find bereits Berhandlungen mit allen auswärtigen Mächten an- gebtüpft, resp. die offiziellen Einladungen dazu er­gangen, im Innern sind eine Anzahl von Neu­berufungen für den preußischen Staatsrat publiziert, und diese Körperschaft selbst ist für den Schluß der Woche nach Berlin berufen worden, um unter dem persönlichen Vorsitz des Kaisers die großen Fragen zu beraten, welche der Monarch der Lösung ent gegenführen will. Die Energie und Willenskraft Kaiser Wilhelms II. bürgt dafür, daß schon diese Verhandlungen mit vollem Ernste betrieben werden. Ungewißheit besteht fortwährend über die wahre Stellung des Reichskanzlers zu den kaiserlichen Ordres. Da er die Ausführung der Erlaffe Über­nommen hat, so sollte man eigentlich kaum an Schwierigkeiten denken können, aber es heißt fort­während unwidersprochen, daß sehr erhebliche Mei­nungsverschiedenheiten zwischen dem Kaiser und dem Reichskanzler beständen, die sich nicht allein auf den Ardeiterschutz, sondern auch auf das Sozialistengesetz bezögen. Der Monarcb wolle von diesem ganzen Gesetz« nichts mehr wiffen und die Sozialdemokratie <wf dem Boden des gehörigen Rechtes bekämpft sehen. WaS hieran wahr ist, ist schwer zu sagen! Die Mitteilungen erregen um deswillen so viel Auf­sehen, weil fie von einem sehr regierungsfreundlichen

»te m«v nicht! - flüsterte der Mau» und hielt die aus dem Dunkel wie eine Lichtetscheinung hervor, tretenbe Gestalt zurück.

. ^'Nikwals, niemals, Zent!" preßte fie unter heißen Thtänen hervor.Doch nun die Kinder rufen"

Eie traten aus den fie umgebenden Bäumen bkrous. Im Grafe zirpte eS leise, ein Vogel lotterte schlaftrunken in den Zweigen. Drüben war die Sonne ganz versnuken; der Zag war zur Ruhe gegangen, nnb ihre Hände lösten fich.

* * *

Lieber Zent!

Gottlob, daß Ihr Brief kam. Sie haben mich ans einer unsagbaren Angst befreit. Jetzt, da ich weiß, daß Sie am Leben nnb gefnnb find, tritt alles übrige in deck Hiutrrgrnnd. Ich schreibe auch gleich, Abneu zu beweisen, wie sehr meine Gedanken bei Ihnen find.

Lassen Sie mich vorerst erzählen, wie eS bei nnS \3uflanbJS derselbe-hilflose, aber er tst zeitweise heiterer nnb mitteilsamer. Ich war sehr gerührt, als er vorgestern bte Sinder zu fich kommen ließ, fie lielkoste und fich mit ihnen beschäftigte. Das t fett Jahr nnb Zag nicht mehr bet Fall gewesen Eie glauben aber auch nicht, wie attia bie kleine Schar ist, nnb welche Fortschritte fie macht.

Ben und. Freb gehen nun ins Sywnafinm und olzieren sehr wichtig mit ihren Schulrat,en einher. Mit Fräul-in Elise, bet Gouvernante, geht eS fort- anetnb gut. Sie ist eine, liebeuSwürbige, gutherzige Dame, nnb bie Mädchen zeigen ihr auch täglich, wie lieb fie fie haben.«

SS wird Sie freuen, lieber, vortn fflicher Frenub, zu hören, daß Carlos jetzt auch nickt mehr so über- trüben sparsam ist. Seit Ihrem Fortgang hat er fir den Haushalt zugelegt, nnb auch Tibeth hat weht gut Verfügung als in bem letzten halben Jahre. Ich hatte schreckliche, peinliche Verpflichtungen bei Haubwerket» nnb in meiner Umgebung schelten

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Die Villa bebalten mir einftm.ib« um m» . Iq, ^ute will ich meines Earlitos' Grab besuchen, W. e-rM Ml. b,2 »Rt,, bte MtoS?tbS* *" 36" d*e

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Fred läßt Ihnen sagen, Sie möchten ihm einen ucheu Nocheins fratzöfischen Zschako mttbrtngeu. Werden Sie eS StenSllen^ßie niebt bergeffen? Auge umarmt Eie Erstich. Eben|füustauseub MarkLwA^ffe'u. flt,iW

tuns -ine- seht ungefährlichen Reklameabenteuers gierung hat, nachdem2

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sSSrSSfeÄKF Gesetze ober als guter ^rtwinfo ^Iai,ä*^?*en I still ist auch der Gang der Sammerber- Vartandeauck W « semem Handlungen in Wien. Seitdem der deutsch-böhmische

der Vntheidstre? des Vrn.en Und Ausgleich beendet, ist der Zankteufel verschiedet

Zone tiefer Eruna S w Ä?' Die Verschwörung des Majors Panitza in SBut«

ba ber uKOe ßrS M rm an, Lauen hat in Rußland lebhafte Freude, im übrigen

innge Orleans sich ;a nur als wackerer Fran-1 Europa große Aufmerksamkeit bervoraernsen Kie

bei mefen Starte. fab I ©teeren k'megm 1«».

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U« ÄÄ JfüWnI,1ta * ""b b°6 Sm» «.k-.be. S«tee»b^ fich ernn, . ' ,au« ^Republikaner sie beimIbewegen lassen werde, nach Sofia zurückzukehren ist

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d drusten ena ck Egen der sich wie toll geberdenden Kammer - Opposition

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' zum erflen Mal IN den größere» Stabten gerade nicht zur Erhöhuna der Vovularität w

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' rbe" ^genommen und auf die im Langen. Im Elisabethsaal des königlichen Schloffes,

Srschnnt täglich außer an Werktagen nach Sonn- und LAUfl. « « ,

Ferertagen. Quartal-rlbonuementS-PreiS bei der Srpe. ",mmt entgegen bte Expedition b. Blattes,

dition 2'/. Mk., bet den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (ejtt Haasenstein und Bögler

Sonnabend, 15. Februar 1890. ÄKÄ'ÄÄÄVSÄl' xxv Jahrgang

______ »««be u. Lo. m Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.