Deutsche Männer, arbeitet für Euer Vater
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Stunden die Versammlung.
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Deutschland ist stark, es braucht heute keinen
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„Meine Herren! Nur wenige Tage trennen uns ^ch von den Wahlen zum nächsten Reichstage. Wird er der würdige Nachfolger seines Vorgängers sein? Mit Dank blickt das Vaterland zurück auf den letzten Reichstag, der ihm vieles gebracht hat, wie dies unser Kaiser in der Thronrede selbst bezeugte. Die Bedeutung der nunmehr bevorstehenden Wahlen zum neuen Reichstage überragt diejenige!
.Gewiß, gewiß!" erwiderte Zirp leichtfertig, fuhr Teut nachdenklich fort, lasse»—» mtÜU e<6tttfler wird stch breitschlagen
..Hm! Aber wenn Sie sich nun doch in dieser Annahme irren?" '
vereinigten Par- einmetz mit warmen
2 ’m. aSLf?”11 Ratschlägen undHindeutuugeu erfüllen?"^ '' ”0I8e” «eine Verpflichtungen
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ieguiH inmel 8« uii nimm
M- (Nachdruck verboten.)
z Line vornehme Frau.
Bon Hermann Heiberg.
k (Fortsetzung.)
b. Di-,kleine Auge zog das hinter dem Röcken ver. »ckte Püppchen hervor uud legte e8 Teut in die ffwe. .Ist fie hübsch, Onkel?'
| .Sehr hübsch, Ange.'
I ,34 habe noch eine, aber —•
| ,Nnu?'
L bal ein Ange etugestoßen nnd anch R Nase."
I .Da wnß ich Dir wohl eine neue schenken, Ange?' f Die Kleine schüttelte den Kopf.
.Nein? Weshalb nicht?'
^.Mama sagt, Dn schenktest uns schon so viel. Mr dürften Dich nie mehr nm etwas bitte».' k. .So, das sagt Mama? Aber Du hast ja nicht pelen, Auge. Ich habe fie Dir ja augeboten.' l Einen Augenblick saun das Kind uach, dann pte es lebhaft:
L "pa> eine recht große, die auch schlafen kann uud t feideueS Kleid hat, Onkel Axel. Schenkst Du k wir bald — heMe?' I
k.34 will scheu, Auge. Aber mir fällt etwas £ Wenn ich Dir nun eine Puppe bringe nnd den Mgen keine?'
Die anderen spiele» ja gar »icht mehr mit kppeu!' rief Auge, Te»tS Uuwiffeoheit mit höchster p-chtu»g strafend.
k.Ganz recht! Aber fie möchten gewiß etwas Weres haben, was ihnen Freude macht. Erna FW fich vi.lleicht einen seidenen Souueaschtrm Rinbe einen neue» Hut »ud Ben und Fred möchten I F1 kleine Ponys haben.' I
L«3a, ja, Onkll Axel', rief Ange stürmisch, „schenk Men Poutzs, dauu könne» wir zusammen aus. I Men —« Aber fie unterbrach fich rasch. „Neiu, |
zu einstimmiger Wahl desselben aufforderte. Die führte- Ansprache wurde mit vollster Zustimmung von der Versammlung ausgenommen.
Justezrat Dr. Grimm das Wort, indem er den Wühlern des Wahlkreises, den er zehn Jahre im Landtage, in drei Wahlperiode» im Reichstage ver- treten, die Mahnung richtete, daß alle Parteien einig und fest zusammenstehen möchten, um dem Wahlkreise eine würdige und erfolgreiche Vertretung zu geben Er erinnerte daran, wie diese Einigkeit früher schon bestanden, es sei ihm unvergeßlich, als sechszehn liberale Wahlmänner die beschwerliche Reise nach
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wie die Sache fich so auf di« Stunde hat »»svitzen ■*** 'W !'*"■ Ä
Woffenrüstung
'n -7I“* —«»z, unser Glück. Wohin ,w.r wollen und wohin wir streben, das kann nur em zufnedenes, gerecht geleires, friedlicher, gesegneter I ^ .beit J'ÄJteuenöcä deutsches Volk sein. Jene l25ai?na i 4e" ?"te» völliger Ruhe werden nie wiederkehlen, anders pulsiert heute das Leben, immer neue Ausgaben stellt die neue Zeit. Aber jene Ruhe kann uns wiederkommen, die auf dem festen Be- wußtsem und der Ueberzeugung fußt, daß Deutsch, land den rechten Weg geht. Das Deutsche Reich ist jung an Zähren, für manche wichtige Fragen
vor der Reichstagswahl ist gekommen; in wenigen ^agen werden nunmehr die deutschen Wähler an die Wahlurne treten müsse», um den Männern ihre Stimme zu geben, welche sie ihres Vertrauens sür würdig erachten. Die Wahlbewegung hat am
elne «"Eelbare Antwort zu gebe», begann ©iegeMnn ^71bc Fensterbank lehnend uud einen seiner kräftigen Hand drehend:
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"ftnit “oJ e^ero,6rat,er Freund!"
Zirp! Ich habe eine Bedingung: Sie
Onkel, es geht doch nicht. Mama will ja nicht, daß i Du »ns etwas schenkst. Papa erlaubt cs uicht.
I Deut horchte auf.
I m "®r [r,a0te Mama, woher wir unser Geld hätte». Mama weinte und sagte, daß Du e« uuS geschenkt hättest. Da wurde Papa so böse, daß wir auch alle ?Le . J*nb hinausgkheu wußte». Nein, Onkel, ! schenke Beu nnb Fred keine Porys. Papa nimmt sie ihnen doch weg! Aber ich will Papabitteu, ob Puppe schenken darfst. Ja, Onkel?
I Mama soll iha bitten."
Teutt antwortete nicht. Es schwirrte ihm noch fiÄÄf"' to“8.,bfl® Ätab gesprochen, und seine I Gedanken waren weit ab.
'0-kelAxel, Onkel Axel! Hörst Du denn gar nicht? " I
„3°, mein liebes Kind", flüsterte Lent, wie aus einem Traum erwachend. „Du wirst Deiue Puppe eryaueu." Tr I
L klatschte in die Hände nnb sprang von
* * * . I
Am selben Tage in der Nachmittagsflunde öffnete I ftiH<8 H^ru und meldete den Rittmeister v. Zirp». I
„Ah, Zirp! Willkommen! Nehmen Sie Vlad!"! „Ich störe doch nicht?» * 5 I
3igarrCt?"8tDe68 ~~ bitteI Rehmen Sie sich eine!
Nach wenigen Augenblicken saßen fich die beiden Herren gegenüber. I
, Jch komme", hob Zirp an, „Sie nm eine große Gefälligkeit zu bitten, Teut." 8 ” I
Str^a»/^^8 al! btn Hueken zusammen, und in ftrefft$li7snf*raahte Verlegenheit. Er
?^ste die Asche von der Zigarre auf den Fuß. 6gu7hn°.H ”*7 6e«””^Ae b^nn mit einem »achttäglichen „Pardon!' de» bereit gestellten Aschbecher
Reichstagswahl.
Frankenberg, 10. Februar.
Die Reichstagswahlversammlung, welche gestern aus dem Rathause stattgefunden, bildet ein unvergeßliches Ereignis für unsere Stadt, da eine ähnliche hier bis jetzt kaum stattgefunden hat. Der geräumige Saal konnte die Zahl der aus Stadt und Land zusammen geströmten Wähler nicht fassen, die Treppen! waren dicht besetzt und Viele, die zu spät gekommen! mußten umkehren.
Bürgermeister Renner, der mit einigen Herrn be5 Wahlkomites und beut Reichstagskandidaten «kh Reg.-Rat Steinmetz an dem Vorstandstische Platz genommen, begrüßte die Versammlung und! den Reichstagskandidaten mit einer herzlichen An ! spräche und eröffnete die Versammlung mit einem! Hoch auf Se. Majestät den Kaiser und König.
Hierauf ergriff der Kandidat Geh. Reg.-Rat Steinmetz das Wort: j
I gerben andere Zeiten kommen, wo mancher l^rfe’n b" heute tobt, beendet sein wird. Zeitver- haltnlffe sind mächtiger als Menschen, und wie die Lösung der sozialen Schwierigkeiten nun in Angriff I genommen werden soll, so kann auch anderes plötz- ltch em neues Aussehen gewinne». Wir haben eine 3ett der Krisis in Deutschland zu bestehen gehabt: nach ihr muß Niedergang oder Aufstieg folge». Wir glauben aber doch wohl, daß Deutschland Männer 8C"UJ ^che bereit sind, unverdrossen für das Rechte zu wirken, dem Hellen, klaren Wahrheitsgedanken zum Siege zu verhelfen. Mit Worten werde» ferne Völker groß gemacht, sondern durch Lyaten. DaS hat der deutsche Reichskanzler 1870/71 bewiesen, das zeigt heute Kaiser Wllhelm II. .Rasten »«.so rosten wir.", das ist selbstverständlich; wir müssen vorwärts, wenn wir nicht zurückkommen T"; Werden wir ständig vorwärts kommen? Gewiß werden wir das, wenn Treue zu Kaiser und
Lehrer Balz aus Frankenberg hielt hier-!Alle Wel? ob BnrÄ,r lft' emgetreten.!langen, und wir können überzeugt sein er wttd
auf eine Ansprache an die Versammlung, in welcher! nur von diese» Erlassen. "Warum bab^n""^ h “r * h™0 «fr*1“"9 ^nbe"- Rechte des Bolkos er«
er treffend auf den Unterschied hinwies, welcher die solchen emmfitigm „«Lremtei Tx fo £ s unb untn ihnen eine der ersten
ihren Irrlehren und ihren falschen | Die große Jd«aüemW.^t »efimden? st d.e Wahlpflicht. Wer treu es mit dem Vater- . . ... ----- gehörten Redner trennten und des Volkes gefangen nahm es war au* b7 b,ene' "8tze und helfe auch dem
ttat für diese Kandidatur ein, indem er die Wähler welche unser junger Kaiser - - ?UrcHeine recht- Wahl,
erte Di- ttibk... das war die Sprache Z lwrk, es brauch,
stlmmung von klaren, einfachen Worte verstand und d zu furchten, aber die klirrende
D-nn ergriff „ M ff, Ä “rt'»"* L “ 1 ± ±' I? "* »t» Mfta Ski» Intern « >»n llch nachzudenlen. Sera», weil in de»SchrifI»2 bon ben bevorstehenden Wahlen mit keinem Worte s TeÖ£t Tr'anUbtc" ^le ewen so nachhaltigen Ein- diuck auf die Wähler, und wohl die große Mehr- zahl benr, welche bisher noch schwankte, ob sie überhaupt sich an den Wahlen beteiligen sollte, ck^ «^"9^hen haben, daß es doch unendlich klein! tt„?E/Suhalten, wo unser Kaiser vor alle Welt klar und offen hintritt. WaS der Kaiser lösen
„Sh, das ist ja nicht denkbar! Eie muß ja —" "Rn» 1 W-sh°lb? Entschuldigen Sie-« La es steht doch alles auf dem Spiel, wenn ich nicht zahle. Sie kennen ja die Konst quenzen.» ni»?t,«htoa6f*?,816re”b ber letzten Worte das &e mcht emporzuschlagen.
f„„5entJabIiba att "Ud schüttette den Kopf: dann ! sagte er in einem milden Tone: ’
1 wnre» bisher leichtsinnig. Ich schätzte Sie aber als Ehrenmann. Wäre es nicht besser Sie beugten beizeiten einer Katastrophe vor, bte mtt b^ dieser Sachlage unausbleiblich erscheint.« (e. batte fich erhoben nnb ordnete auf ber i « ---------cm. laäbrte",«^^». Zigarrentaschen. Halb
I -Höre» Sie, lieber Teut', begann Zirp mtt at. I 8 packte ihn die bessere
lzwuugeuem Anlauf, „ich will offen rede» iil LiÄ « Endlich sagte er: ,Lch sehe, daß Sie mir Wechsel ausgestellt, bie bereitS a-steru Mlia wo»! bdf,en wollen. Bitte -« unterbrach « feie 34 hoffte, fie auf die Stuube ^bezahlen in f8n»m ? 8 2'eat etne Bewegung machte, „ich mache Allein meine Schwester, auf die ich fiche? «chmtt ÄT Ä8 ?iuen Vorwurf. Da Sie ab« T hat wir mein Ansuchen abgelehut." M 4” te' Absicht gesprochen haben, — ohne Zweifel — Er hielt inne, aber Teut kam ibm niAt mh l®1, fo“ mit JH-- .
Eine peinliche Pause trat ein. ’ 3nfunft
„ffiojl", sagte Teut endlich nnb strich den lanoen
begreife. Aber was ich durchaus nicht verstehe —" Ziip sand diesen hochmütigen To» d^setwas schulmeisterliche Wese» Teuts gauzuu- erträglich — „wie wollen Sie den» nach der übliebe« ^ Zi'v°bi^ück^ni°di" o? Anleihe zurückzahlen?"
„Können Sie eine Garantie geben, daß Sie bis vermögen?'^^ 36“ Schwierigketten zu beseitigen
' „Bitte, wenn es in meiner Macht steht _«
I „Also, ohne Einleitungen. Ich brauche fünftausend Mark, bie ich augenblicklich nicht habe die ich aber durch Bürgschaft erhalte» kau». 3* wollte Sie nun bitten, liebster Teut, baß Sie —•
„Bürgschaften übernehme ich nie«, fui Teut ein „Ich habe meinem Vater einen Schwur geleistet
löom 4. d. Mts. entwickelt worben war, schloß ber I geben. Auf solcher (Sininfrit Suiwlt befsen Hilfe kann die Lösung erfolgen. Darum
IRedner mit den Worten: @egen des Erfolges für kas L erlaubend ? S Sef« eindringlich 7en
„60 glaube ich, meine Herren, Ihnen die Auf- Wahlkreis, die jene Zeit ewia d-n!wu^ b 1 •9tuf: Deutsche Männer, arbeitet für ($Jr
gaben des nächsten Reichstages, soweit sie jetzt zu Apotheker S, eer t M ^ro b^- Ä. * Lieben sind bezeichnet zu haben. Aus^der klare!Rede bk taÄÄ Wichtigkeit derselben ergiebt sich die große Bedeutung Vertretuna unseres ZSLS ätzten
jbarf sich nach 20 Jahren des Bestehens des deutschen I teien Herrn Geb Rea-Rnt ist • „
Reiches noch,nicht dem Stillstände hingeben, d?nn Worten der^ Versammlung ""
IStillstand wäre Rückgang. Wer den verhüten will,! «-in m- 9ri 8 ^eri‘ wuß Männer wählen mit dem ernstlichen Willen | brachtes tuhrfnh^1«8 Kenner ausge-
PositiveS zu leisten, nicht solche, die sich außerhalb CÄ! S„?b § o°“f be" Reichstagskandidaten d-r Gesellschaftsordnung unserer etaaten fieaen weiter der Versammlung und
auch nicht solche, die in Raffenbekämpfung ein ein- e® er - b°" Apotheker
fettiges Ziel verfolgen, ebensowenig solche, welche | V;- nad) ä®ei stimmungsvollen
ihre Hauptaufgabe in persönlicher Opposition gegen den großen Staatsmann setzen, dem wir mehr verdanken, als allen Staatsmänner» der letzten Jahr- hundelte. Darum ist es so hocherfreulich, daß die Ordnungsparteien im hiesigen Wahlkreise, unter Zurückstellung der unterscheidenden Momente, jetzt dem Ernst der Lage gemäß geschlossen zur Wahl gehen wollen. Möge, daS ist zum Schluß mein herzlicher Wunsch, die hiesige Wahl sich möglichst! ohne Gehässigkeit vollziehe» und zum Heil des geliebten Vaterlandes gereichen!"
pben des nächsten Reichstages und auf die Stellung Gegenkandidaten in ihren Irrlehren und'ihren fasichen I Dtt7rokeBeifall gefunden? ist bi ,3chr‘ ^be"fdbtn im Sinne, Zielen von dem eben gehörten Redner trennten und! des Nnik-« welche die Herzen I lMde
mnee am 22. Januar in Marburg entwickelten Progranimes ein, nahm Veranlassung, einerseits sich ller- M» die Auslegung zu verwahren, als wolle er Fällig. Juden den durch die Verfassung gewährten
Schutz in Ausübung der staatsbürgerlichen Rechte Mtzogen wissen, andererseits auszusühren, daß bie ' 7a «Srnbemerkungen im .Reichsherolb" ihn in keiner "°rn'e zur Modisikalion feines dem Antisemitismus kgenüber eingenommenen Standpunktes bewegen Unten. Nachdem sodann noch die Ueberzeugung begrün« tt worden, daß der nächste Reichstag das Sozialisten- sitz in der gemilderten Form zu einem dauernden! t gestalten haben werde, und die Aufgabe der
Der Beifall der Versammlung war ein lebhafter der früheren insofern, als zum erstenmale Vertreter des Ernstes der Sache vollkommen bewußt und ”Lblc. 9CIer ®kaU.Cr t>0" Jünf Jahren gewähltIstimmten freudig in den Dank ein, welchen derBor- '0(1'11 ,aIS, b“^cr verkehrte Wahlen das Land I sitzende dem Redner aussprach. ■
rerd erblicher als früher treffen, der Segen heilsamer '
ffio^en em um so größerer werden muß." Der in Aeduer ging darauf auf die Darlegung der Auf-