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WöchMiche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. Illustriertes Sountaasblatt.

Expedition: Markt 81. Redaktion, Druck und Str lag von Joh. Ang. Koch. "

Reichstagswahl

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ist versiegt, für die sachlichen Zechereien und Wahl­fahrten ist kein Geld mehr da. Aber auch der Be­völkerung in Stadt und Land sind die Augen auf­gegangen, sie fragen sich: was Hst denn Dr. Böcke! für unS gethan? Hat er feine großen Versprechungen erfüllt? Er beteuert in seinen Reden und seiner Zeitung, daß er im Reichstage und nm Wahlkreise große Dinge vollbracht aber er ist der-Einzige der dos sagt, er allein lobt sich selbst'! Ein­sam und verlassen unter den vierhundert Vertretern des BolkeS im Reichstage hat er nicht das Ge­ringste geleistet und kann nichts leisten. Seine stets sich wiederholenden Witze, feine Phrasen von furchtlos und treu, das Herabziehen ehren­werter Männer hat aller Orten bei den verstän­digen Männern längst Ekel erregt und der Um­schwung vollzieht sich rasch, die Wähler find ent=: täuscht, sie sagen sich, daß man einmal hintergangen werden kann aber nicht zweimal sich täuschen läßt. Der Mann ist nicht ernst zu nehmen, er ist aufge­taucht wie ein Irrlicht, hat unerfahrene Menschen getäuscht und verschwindet wie ein solches im Sumpf.

tria d n. rtett, (958

lung len.

Sie hockte an dem Bett des Knabe» und beobachtete jede seiner Bewegwlgeu. Weu» sie ihm doch nicht vachgegebe» hätte, als er darauf bestaub, zurückzu- bleibeo, um tu dem uahegelegeueu Weiher zu fischev! Dort tonnten giftige Dünste ewporgesttegen setu n mochte sich heftig erkältet habe» oder ihm war

bewirkte durch seine Fürsorge, daß CarlttoS gegen Morgen in einen rnhigereu Schlaf versank.

»i ?ber. '?at t8' baß gegen dieses Rasen des Fiebers keine menschliche Hilfe etwas vermochte, oder >as das lluerforfchliche Schicksal bestimmt hatte, es olle das Herz dieser holden Frau brechen nach zeitweiliger Besserung tobte die Krankheit nur noch chreckltcher, und waS «an mit allen Mittel» zu bauueu bemüht gewesen, schien denselben znm Trotz mmer heftiger zu werden.

Die Ser^e suchten zn ttösten, aber da» Kind war verlöre». Nach zweitägigem Ringe» fiele» deS Kuabeu Wange» eia, eine unheimliche Farbe bedeckte ei» G-ficht; trockeu wurde» Stirn und Hände, aus dem Mvnde drang ein Hauch, vor dem Auge erbebte, nud endlich erlosch der Herzschlag des Kinde».

* * *

.Tent', sagte Auge, die in einem Gemach »ach dem Garten hinan» an» dem Sopha gebettet war und, vergleichbar einem Marmorbllde, da» Thräueu vergießt, dalag, .eine Bitte habe ich an Sie, wenn mein süßer Knabe hier brach die Stimme und verlor fich in ein so verzehrende» Schluchze», de» starken Manne» Innere» erbebte .wen» Morgen Earlito» begraben wird, laffeu Sie Lvx u»d Laty Anna den Totenwagen ziehe». Wissen Sie noch, Tent, wie Earlito» die Pferde liebte? Die Tiere zu besitzen, war sei» höchster Wuusch. Er wollte ganz werde» wie Sie, Tent! Alle», was Sie ihateu, wa» Sie befaße», war für ihn uuuachahmltch. Nicht wahr, Eie haben ihn auch sehr lieb gehabt ?'

Thräueu erstickten von neuem ihre Sttmme.

Teut wandte fich ab «nd trat aus Fenster. Ja, hr Wuusch sollte erfüllt werden, aber es bedmfte dazu einer Vorbereitung, vor der er zunächst »och zurückschreckte. Die wilde» Geschöpfe ginge» nicht bedächtig, sie mußteu gejagt, erschöpft werde», um im sauste» Trauerschritt deS Kuabeu sterbliche Ueber. reste au deu Toteuacker zu führe».

»Sie wtffeu, e» giebt nicht», garnicht», wa» ich

günstigen Umstand, der ganz besonders geeignet sei, die Zuversicht ihrer Parteigenoffen für den bevor­stehenden Wahlkampf zu steigern, zu behaupten, daß den Kartellparteien diesmal eine wirksame Wahl­parole fehle. Das ist insofern richtig, als heute im Gegensatz zu 1887, wo Deutschlands Sicherheit so schwer bedroht war, die Erhaltung des Friedens gesichert erscheint. Allein die Wahlparole fehlt uns darum nicht: sie ist dieselbe wie damals: für Kaiser und Reich. Heute wie damals gilt es bei den Wahlen, zunächst dem Auslande zu zeigen, daß das deutsche Volk fest entschloffen ist, seine auf der inneren Ein­heit beruhende Machtstellung zu behaupten; denn nur so lange diese gesichert ist, fürchten uns unsere Feinde, die in ihren Wünschen und Bestrebungen heute dieselben find, wie vor drei Jahren, und mit gespannter Aufmerksamkeit die Vorgänge in unserem innerpolitischen Leben verfolgen, um, wenn ihnen der geeignete Zeitpunkt zu erfolgreichem Vorgehen gekommen erscheint, das alte Spiel wieder aufzu­nehmen.

Aber nicht nur der Wahrung unserer Macht stellung nach außen gilt die Wahlparole: für Kaiser und Reich; sie gilt erst recht für die Wahrung unserer Errungenschaften im Innern. Zwanzig Jahre sind seit der Gründung des Reiches ver floffen zwanzig Jahre einer gesegneten Entwickelung unserer politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse, eines Aufschwungs auf allen Gebieten, wie ihn die Ge­schichte unseres Volkes seither nicht gekannt hat. Dafür zu sorgen, daß diese Entwickelung nicht ge­stört werde, ist die Pflicht eines jeden Wählers; er kann sie nur erfüllen, wenn er sich klar darüber st, daß die Voraussetzung dieser Entwickelung zu uchen ist in dem vertrauensvollen Zusammengehen der Volksvertretung mit den verbündeten Regierungen, in der kräftigen Unterstützung der Politik des Reichs­kanzlers, die sich auf die Verfassung als das Fun­dament des Reiches stützt. An dieser Verfassung, die dem Volke eine Summe von Rechten gewährt, wie sie nur wenige andere Staaten besitzen, ist nie­mals gerüttelt worden im Sinne einer Beschränkung dieser Rechte. Alles, was überreaktionäre" Be­strebungen gesagt worden ist und gesagt wird, be­ruht auf böswilliger Täuschung Leichtgläubiger. Keine einzige freiheitliche Einrichtung ist geschwunden oder auch nur angetastzt worden. Den freiheitlichen Einrichtungen drohen nur Gefahren, wenn die im richtigen Maße sich haltende Auffassung der bürger­lichen Freiheit, aus der die Verfaffung erwachsen rst, ein Opfer des Radikalismus werden sollte.

indem er unserem Kaiserlichen Herrn Aeußerungenandichtet, dieer mitvollem Bewußtsein erlogen hat! Aber wie gesagt, wer will sich über so etwas ereifern. Im letzten Augenblick hat die Haut des Löwen fich verschoben und das Dhr des Esel ist sichtbar geworden! Und wenn dann der Reichsherold seine Partei als die einzig nationale jugendfrische Partei bezeichnet, au der die Hoffnung des Reiches beruht, dann sagen wir: Wahlschwindel! Wahlschwindel!

Ihne» verweigern würde, Ange', erwiderte Tent tief bewegt und reichte der blaffe» Kranke« die Hand. »Ich gehe jetzt, alles vorznbereite».*

Er riß fich gewaltsam von ihr Io», besuchte Clairefort, der ganz gebrochen darntederlag, »nd eilte nach Hanse. Hier traf er noch mehrere auf das Be­gräbnis bezügliche Anordnnnge» nnd dann ließ er anspanne». Seine zwei Diener mnßten fich ans de» Rücksitz setze» nnd alsbald verließ er die Stadt.

Im Karriere jagte Tent über die Landstraße», uhr die gauze Nacht hindurch, erbarmnngslos auf >te Tiere eiuhaueud. Und al» er endlich znrück- k-hrte. als Lnx nnd Lady Anna standen, zitterten sie wie iu Fieberschauern nnd kenchteu wie Heißatmende Schlachtroffe. Ein Geschirr, mit weiße» Rose», Lilie» »nd Kamelie» völlig übersät, war bereit» ein. getroffen. Es ward Lux nnd Laty Anna angelegt, md fie selbst vor de» dunkle» Trauerwagen ge» >annt, von dem unzählige Rosenbüschel in denselben Warben herabhiugeu ober zn Blumen krönen anfge« Kunden waren.

So erreichte Teut, vou Scharen Neugieriger nm» ringt, die Billa.

Im Hanse roch e» scharf nnd unheimlich nach ?eben8blnmen und Lorbeer, die Zimmer erfüllte eine betäubenbe Luft; benn viele Kränze nnb schleifen» verzierte Banketts läge» i» ih»eu aufgeschichtet.

Endlich war der Augenblick gekommen. Ma« hob ben mit Blüte» nnb Blättern überschüttete« Sarg empor nnb trag ihn hinab.

Teut führte Clairefort nnb Ange, bte jetzt thräueu. los vor Schmerz, mit irrem Blick an seinem Arme hing ans Fenster nnb ließ fie hinauSschane».

In diesem Augenblicke ertönte in sanfte« Akkorde» < n Trauermarsch, langgezogen, schmerzvoll nnb jtben Anwesenden bis i»S tiefste Her, rührend.

Und bann sah Auge auf Teut» LiebliugSpferde, u ""gesenkten Köpfen, gleichsam mttttauernd und »ttempfindend, dastanden, und deren schwarze Leiber mtt de« weiße» AbschiedSblume« nmwunden waren,

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leten Parteien", welche Se. Majestät unser Kaiser alsalten Trödel" bezeichnet habe." Die großen konservativen und «ationalliberalen Parteien, weitaus die Mehrzahl der Abgeordneten des Reichstags, derselben Mehrzahl, welcher unser Kaiser vor wenigen Tagen seinen Kaiserlichen Dank in der Thronrede für ihre segensreiche Thätigkert

Wentsches Nrich.

Berlin, 10. Frbr. DerPost" zufolge trifft der Prinz von Wales am 22. März hier ein, um an dem Kapitel deS Schwarzen Adler-Ordens, sowie

W ahlschmindel.

Die antisemitische Agitation im Wahlkreise ist. offenbar erlahmt, die ftühere Zuversicht ist ver­schwunden, die freiwilligen Agitatoren lassen auf sich warte», erprobte Freunde sind aus dem Wahlkreise verschwunden, denn der goldene Quell aus Berlin

Marburg, 11. Febr. Die Zeichen mehren sich, daß dem seitherigen Reichstagskandidat der hiesige Wahlsitz zu heiß geworden, er scheint jetzt im be­nachbarten Hessen in Gieße» seine überraschende Agitationsthättgkeit mit der ganzen bekannten Wahl­mache entfalten und dort Ersatz suchen zu wollen. In den angrenzenden Wahlkreisen Dillenburg, Wetzlar, Alsfeld ist der antisemitische Radau auch loSgegangen, die dort aufgeftellten Kandidaten sind völlig unbe­deutende Männer einer ein angeblicher Kaufmann aus Stettin, ein Zeitungsredakteur aus Dresden :c., die beschlossen haben das alte Lahngau im Reichstag zu vertreten, weil dort allerdings keine Männer zu finden sind, welche ihren Mitbürgern solch' thörichte Dinge und unerfüllbare Versprechungen zum besten geben. Wenn auch in allen diesen Kreisen auf Erfolg nicht zu rechne« ist, so schadet das den Herrn ja nicht sie kommen auf ihre Kosten! Die Wahl­mache ist ein vortreffliches Mittel, eine Anzahl Gimpel auf den Leim zu locken, ihnen die anti- semittschen Schriften aufzufchwätzen und Abonnenten für die Zeitung einzufangen. Das Hausieren mit dieser Waare blüht, das Geschäft geht vorttefflich und der Unterschied zwischen dem Juden, der den Leuten schlechte Waare um teures Geld ins Haus bringt, und den Hausierern obiger Art besteht nur darin, daß die erster» den Leuten wenigstens etwas für ihr Geld geben, die Waare der letzter» aber gar nichts wert ist! Uebrigers ist es auffallend, daß der treue Freund und Helfer am Reichshcrold Dr. Winkler den Wahlkreis verlasien hat und, wie man hört, nicht wieder kehren wild. Schade ist das nicht und es wäre zu wünschen, daß sein Freund ihm bald folgte und den drei Kreisen Ruhe und Zufriedenheit totebergegeben würde. Ein Fastrzacht- spiel, das drei Jahre gedauert, ist genug.

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Weitere Worte wurden erdrückt durch ihr Schluchzen.

Er aber seufzte, von Seelenschmerz gefoltert, tief

1 auf, und sei» Hanpt an ihrer Brust bergend wie ei» [431 f Kind, hauchte er:O Ange, Ange, Du Einzige!' 22 Nachdem Ange ihren Man» verlassen hatte, be.

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Unsere Wahlparole: für Kaiser und Reich bedeutet also wie die Erhaltung unserer Heeresstärke zum Schutze des Vaterlandes nach außen, so die Erhalt- tung der Verfaffung als ein Bollwerk des inneren Friedens im Kampfe gegen diejenigen Parteien, die die Fundamente unseres Versoffungslebens verschieben und umstürzen wollen, intern sie Einrichtungen fordern, die das konstitutionelle monarchische Staatswesen in ein demokratisch-republikanisches verwandeln und aus der Kaiserkrone, die der Wölbungsschlüffel im Bau deS Reiches ist, einen bloßen Zierrat machen würden, d« dritten endlich, indem sie den Staat und die bestehende Gesellschaftsordnung mit dem Untergange bedrohen.

Unsere Wahlparole: für Kaiser und Reich be- deutet ferner das Eintreten für die Erhaltung der btherigen Politik der sozialen Reform, der Deutsch­land eine Reihe der großartigsten Gesetzgebungswerke zum Besten der Arbeiter verdankt, die täglich mehr in ihrer segensreichen Bedeutung auch von denen anerkannt werde», die sie seinerzeit auf das leb- hasteste bekämpft haben. Sie bedeutet die Erhaltung der rationellen Wirtschaftspolitik, der Deutschland den Aufschwung auf den Arbeitsgebieten dankt, und die Möglichkeit, daß die industriellen Völker der Erde in ihm einen bedeutenden und gefährlichen Konkurrenten sehen, einer Wirtschaftspolitik, die zu einer erheblichen Steigerung der Löhne geführt hat. Sie bedeutet auch die Erhaltung der bisherigen Kolonialpolitik, durch die Deutschland in die Lage gebracht ist, sich für die Zukunft die überseeischen Arbeitsfelder zu sichern, deren es im Interesse seines Außenhandels bedarf.

Wer in der Fortführung einer solchen alle Kräfte im Staatsleben in harmonischem Gleichgewicht er­haltenden Politik die Voraussetzung einer gedeihlichen Entwickelung des Vaterlandes sieht, wird dahin treben müffel', daß aus den Wahlen eine gleichge- mnte Reichstagsmehrheit hervorgeht, die zu positiver Arbeit mit den Regierungen bereit ist, nicht eine Mehrheit Richter-Bebel, die nur in der Negation ihre Aufgabe sieht, und bereit Anhänger auch jetzt mit allen Mitteln bestrebt sind, das ge­sunde Urteil der Wähler zu verwirren. Aber heute wie vor drei Jahren wird die Parole: für Kaiser und Reich ihre siegreiche Kraft beihätigen."

Man lacht zu den Dingen, welche er ben Leuten - auszubinden bemüht ist. Oder ist eS nicht lächerlich, . wenn er im Reichsherold den Leuten sagt:der Kartellkandidat, womit er den Geh. Reg. - Rat Steinmetz meint, gehöre zu denabgewirtschaf-

m warmen Worten ausgesprochen die soll der- (939 felbe als alten Trödel bezeichnet haben. Könnte man 1. ben Mann, der den Menschen so etwas weiß machen ----- will, für vollständig zurechnungsfähig halten, so würde man sagen, derselbe erfrecht sich elende Lügen vorzubringen und setzt jede Ehr- furcht gegen unseren Kaiser und König bei Seite,

Unsere Wahlparole.

Die Blätter der Opposition pflegen als einen gar ein Unfall zngestoße», den er verschwiegen hatte. So wogte es in ihr auf nnb ab. Immer von neuem kühlte fie des Knabe» Stirn, rückte ihm baS Kopfkissen, horchte, lauschte auf seine AternMe nnb war zärtlich und ängstlich um ihn besorgt.

Ader die Krankheit »ahm »ach Mitternacht einen heftigeren Charakter an. CarlttoS wollte anS dem Bett springe» und sprach wirre Dinge.

Er kämpfte mit seiner Mutter, während fie ihm weinend widerstand.

,Ach, sei doch ruhig, mein lieber CarlttoS, ich flehe Dich an! Siehst Du nicht, brtz Deine Mama bei Dir ist? Bitte, bitte, CarlttoS, bleibe liegen und rege Dich nicht auf!'

Aber er kannte fie schon nicht mehr, er raste in heftigem Fieder.

In Todlsängsteu zog Auge die Klingel. Tibeth erschien. Er hatte geduldig wartend im Neben- zimmer gesessen.

Sehen Sie, gehen und sehen Sie, ob der «ras noch wacht. Wen» er kommen kann, bitten Sie ihn p mir; sollte er aber ruhen- Jetzt rührte fich der Knabe wieder und schlug um fich.L> Tibeth Tibeth, mein Kind! Net», nein, hören Sie! Eilen Sie! Mau soll eine Wanne bringe», EiSwaffer, nnb bann. Ich danke Ihnen im voran», Tibeth! Eile» Sie zu Herr« von Teut, sagen Sie ihm, ich ließ; ihn flehentlich bitten, zu kommen! Nicht wahr, »er Doktor sagte, man solle den Knaben, wenn das Fieber schlimmer werde, kalt begieße»? Ab. nnb die Fenster find geschloffen! Wir müssen fie öffnen! Ich hörte, Lnft, frische Luft fei vor allem nötig!1

Und Tibeth eilte fort, nnb die Frau war wieder allein mit ihrer Sorge und Angst.

Teut war erschiene», hatte getröstet nnb geholfen. Er fitzte ben Kleinen i« die Wanne nnb tropfte Wasser aus große» Schwämme« über das heiß, glühende Haupt; er hob ihn vom Lager und bettete ihn von neuem; er ordnete an, daß die übrige» Kinder in andere Gemächer geschafft wurde», nnb

(Nachdruck verboten.)

Eine vornehme Frau.

Bon Hermann Herberg.

(Fortsetzung.)

k Sie war zu vornehm geartet, ein Vertrauen er- zwingen zu wollen, das ihr nicht freiwillig gewährt wurde. Und um ihn nicht über ihre Beweggründe tm Zweifel zu laffeu, flüsterte fie besänftigend:

»Nicht Neugierde läßt mich bitte», mein einziger treuer Carlos, nur Sorge Sorge um Dich

noch einen anderen Doktor zu Rate zu ziehen nnb btefen Schritt bei dem Hausarzt am nächsten Tage burch ihre Angst und Sorge zu entschuldigen. Sie schrieb auch wirklich ein Billet, nnb ein Diener wußte bamit forteilen; aber er kam unverrichteter Sache zurück, da der Doktor aufs Land gefahren war.

Nun erwachte in ihr bte Sehnsucht nach Teut, . . der bringende Wunsch nach des Frennde» Trost , »nd Hilfe.

[53<! Ader konnte fie ihn i» so später Abendststnde zu fich bitten?

Ätscht herrschte fie nur der alleinige Gedanke, wir fie ihrem schafi Kinde helfe» könne. Sie. ordnete an, daß noch ,er einmal zum Doktor gesandt werde nnb widerrief sA ihren Befehl doch wieder, weil er erst vor kaum einer Stunde da» Hans verlaffen hatte. Eie ließ anfpannen, um zu ihm zu jfahre», und doch sandte fie den Wagen wieder fort Endlich beschloß sie

Marburg, -----

Mittwoch, 12. Februar 1890. LZLLZSSZZ