Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. — Illustriertes Sonntaasblatt.
______________ Expedition: Markt 81. — Redaktion, Druck und «erlag von Joh. Ang. Koch. **
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Präsidentenposten der Rheinprovinz. Durch die Ernennung des Herr« von Berlepsch hat das preußische Staatsministerium eine Kopfzahl erhalten, wie sie kein anderes Ministerium irgend einer Großmacht hat. Wir haben jetzt 12 Minister, worunter einer, Gras Herbert Bismarck, ohne Portefeuille und einer, Herr von Bötticher, ohne ein besonderes Restart ist, während das Spezialrestort des Fürsten Bismarck, die auswärtigen Angelegenheiten Preußens, eigentlich als in das auswärtige Amt des Deutschen Reiches aufgegangen bezeichnet werden kann. — Den „Berl. Pol. Nachr." zufolge stellte der Reichskanzler dem Vernehmen nach beim Bundesrat den Antrag zuzustimmen, daß wie bisher auch für die Zeit vom 1. Oktober 1890 bis dahin 1893 die Gesamtjahresmenge des Branntweins, von welchem ein niedrigerer Verbrauchsabgabensatz zu entrichten, auf 4‘/ie Liter reinen Alkohols pro Kopf der Bevölke
(Nachdruck verboten.)
Eine vornehme Fra».
Bon Hermann Heiberg.
(Fortsetzung.)
„Mau könnte die Rod, ttnn geschickten Schneiderin «ergeben, fie mit neue« Spitzen garnieren und Hubern lasten", sagte Leut phlegmatisch. Er war selbst erstannt über den Umfang seiner Kenntnisse und «er seine praktischen Ratschläge.
„Nein, nein! eS geht nicht! ' fi l Ange et». „Hier V ja sogar et» großes Loch!" nnb sie zeigte ihm de» Rock, t» welche» übrigens nur die Naht hinten nugertsscu war.
„Kann genäht werde»!" entschied Lent in seiner stoischen Ruhe.
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Berlin, 1. Febr. Der „Reichsanzetger" veröffentlicht, daß der Kaiser als Zeichen seiner besonderen Huld der Stadt Hannover die Bezeichnung „Haupt- und Residenzstadt" verliehen hat. — Einem gestern im Hause des Reichskanzler- abgehaltenen Mmisterrat wohnte auch der Kaiser bei. — Sämtliche hiesige Blätter besprechen den Personenwechsel in der Leitung des Handelsministeriums mit großer Ueberraschung und erwarten davon wichtige Folgen sür eine energischere Inangriffnahme der Arbeiter- ftagen. Die Abzweigung der Abteilung für Bergbau-, Hütten- und Salinenwesen von dem Ministerium der öffentlichen Arbeiten erfolgte auf direkten Antrag des Ministers von Maybach. Der neue Handelsminister Frhr. von Berlepsch wird allgemein freundlich und vertrauend beurteilt. — liebet die Personalien des neuen preußischen Handelsministers wird milgeteilt: Freiherr von Berlepsch hat noch nicht das fünfzigste Lebensjahr vollendet. Er war, nachdem er seine Studien abgeschlosten halte, zuerst Landrat eines oberschleflschen Kreises, als er in den 70er Jahren zum Staatsminister von Schwarzburg Sonderhausen ernannt wurde. Er stand bis 1880 an der Spitze des Ministeriums in Sonderhausen, nahm aber dann seinen Abschied und wurde im folgenden Jahre als Regierungs - Vizepräsident in Koblenz wieder in den preußischen Staatsdienst ausgenommen. Im Jahre 1883 wurde er zum Regierungspräsidenten von Düsseldorf ernannt und seit
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»Doch ja*, entgegn,te Lent kurz. Und dann «iter: .Eie find et» Ktid, ein liebe», reiz'lll t **nb. aber nun kommen Sie! Lasse» Eie nv» »och o«»al rede»!*
Er stavd auf »vd mockte die Thür zu. Ange ttovte bet diese» Vordereit»»gev.
.Zuerst, liebe Freundin, ei» sehr ernste» Wort! Estte. s.tze» Sie fich dock» wir gegenüber, dort in 7*8 Font,»st.* Eie thot ei schmollend »vd zer- sstvckie eine spät eiblüt-, weiße Rose, deren Blätter « *ef de» T> ppich falle» liiß.
»Ich. habe mit Clairefort gesprochen; e» ist, wie
.Ach, mit Ihnen über Toilette sprechen! Kommen „die, Teut! Wir Hoden wundervolle Melone» er» wlten. Der Frühftückstisch ist gedeckt.*
.Nein", sagte er, .erst muß ich Sie spreche», fitste ist die zweite Lckttou.*
Sie sah ihn mit ihrem naive» Blick av, daun Vitt ei» »»geduldiger Ausdruck über ihr @< sicht.
„Wieder eine Wald predigt! Nein, heute mag ich vtt; weSbalb qallen Sie mich! Ach, wie war ick mvtz glücklich! Nu» stehe» Sie neben mir wie ein Schulmeister! Ich bin doch kein Sind mehr!"
rung und der Betrag dieses niedrigeren Abgabesatzes auf 50 Pfennige für das Liter reinen Alkohols festgesetzt werde. — Der Senioren - Konvent des Abgeordnetenhauses beschloß, die Sitzungen vom 11. bis zum 23. Februar zu vertagen. — Die Budgetkommisfion des Abgeordnetenhauses erledigte heute vormittag den Etat des Ministeriums des Innern. Sämtliche Positionen in Einnahme und Ausgabe wurden unverändert bewilligt, bis auf eine Forderung von Mk. 46 700, welche im Extra- ordinarium zum Neubau eines Gefängnisses in Wartenburg als erste Rate ausgeworfen sind. Unter den genehmigten Positionen befand fich u. a. eine erhebliche Vermehrung der Gendarmerie in den BergwerkSdistriklen in Westfalen, Rheinland und Schlesien, sowie eine Erhöhung der Gehälter der Gendarmen um Mk. 75 im Durchschnitt. — Wie die „Post" meldet, steht der Besuch der Königin von Italien an unserem Hofe für den Monat April bevor. — Der „Kreuzzeitung" schreibt man aus Petersburg: „Durch die Presse lausen augenblicklich die verschiedensten Gerüchte in Bezug auf die Reise des Zaren nach Kopenhagen; die luftigsten Kombinationen, wie neue Kaiserbesuche u. f. w., werden an dieselbe geknüpft. Ich kann nur mitteilen, daß bis jetzt hier von diesen Plänen überhaupt nichts bekannt ist, man im Gegenteil vermutet, daß der Zar sich in diesem Jahr nach Polen begeben wird. Bekanntlich wechselt der Kaiser, der überhaupt kein Freund von Reisen ist, jährlich zwischen dem Besuche am dänischen Hofe und dem Aufenthalte auf feinen Jagdgründen in Polen. Da das Kaiserpaar zweimal hintereinander, zum Teil durch besondere Motive bestimmt, die Eltern der Zarin besuchte, so nimmt man hier um so mehr an, daß dessen Reise diesmal Polen zum Ziele haben möchte, als daselbst bereits Vorkehrungen zur Aufnahme des kaiserlichen Hoflagers getroffen werden."
— sZu der Eingabe des Vereins für Schulreform an den Herrn Kultusminister von Goßler vom 3. Oktober v. J.j Als Hauptpunkt des Gesuches erscheint die Bitte, an einer Anzahl von höheren Lehranstalten die Probe machen zu lassen, ob nicht der Beginn des lateinischen Unterrichts bis Untertertia, der des Griechischen bis Sekunda hinausgeschoben werden könne, ohne daß dadurch die Leistungen der Abiturienten in diesen Sprachen wesentlich beeinttächtigt würden. Dabei wird auf die Einrichtungen anderer Länder als sehr ermuthigend ’ür solche Versuche hingewiesen. Seit längerer Zeit liebt es eine pädagogische Partei hervorzuheben, mit
iw »eultai sagt : Sie besitzt» H ute nur Mehr eine» Teil Ihr. 8 beiderseitige» Vermögens.*
Er dielt eine» Au«e»bltck inne und beobachtete die Wiiknug feiner Worte.
.Und wie ist das zugezangenS* fragte Ange mehr neugierig als erschrocken.
«Ein Bankier, bei dem Clairefort seine Papiere niedergelegt hatte, wußte seine Zahlnnge» einftellen. ES ging dort alle» verloren.*
„Der arme, arme Clairefort! Ist er sehr be. trübt?" hob sie besorgt an nnb forschte ängstlich in TetNS Angesicht. Eie bachte nur an ihre» Man», wie er die Sache ausgenommen, in welcher Stimmung er sei. Ob fie gehen solle, ihn zu ttösteu, ihm zu tagen, baß fie fortan auch sparsamer sei» wolle? ES bliebe bann gewiß »och genug, schloß sie.
.Ja, da» ist eS. Nun sehe» Eie doch ei», daß Sie ganz ander» leben müsse», daß Eie ben großen, überflüssige» Hausstand einschränkeu, die Kinder regelmäßig i» die Schule schicke» und sich sorgsamer um Ihre Wtrtschast bekümmern müssen!* mahnte Teut ernst.
Sie nickte wie ein Kind, da» gescholten wird, das voll guter Vorsätze ist und zerknirscht anhöit, was »8 verbrochen bat, bi» Natur nnb Freiheit, Spiel nnb Tändelei alles wieder verwischen.
,DaS erste wird fein, daß wir auch Tibetb ins Vertrauen ziebe». Wir werden überlegen müssen, .er von der Dienerschaft bleiben kann, welche Aus» gaben überflüssig find, wie die Geselligkeü zn be» schränken, wie Fuhrwerk und Pferde und —•
.Meine himmlische» Pferde auch?» tief Auge. .Und gar die Hunde? Müsse» wir ei» anderes Han», eine andere Wohnung beziehen? Ach, Teut? tagen Sie, istS denn so schlimm? Besitzen wir nicht», gar nicht» mehr? Sprech » Str ein Trostwort!*
Mit thränendem Blick sah ste zn ihm empor and erwartete zitternd seine Antwort.
Umfang nnb Bedeutung bet etngetretenen Set. HLltntffe überschätzte fie na» so seht, daß fie fich,
wie viel weniger Jahren und Stunden lateinischen und griechischen Unterrichts man sich in fremden Ländern begnüge und wie vortrefflich es damit gehe. Wie viele von Denen, die dies behaupten, haben wohl den klassischen Unterricht in Dänemark, Schweden, Norwegen, Frankreich u. s. w. selbst beobachtet? Wer ihn mit eigenen Augen gesehen und irgendwie urtheilsfähig ist, kann nach unserer Meinung unmöglich zu dem Ergebniß gelangen, daß die dort in den klassischen Sprachen erreichten Ziele auch nur entfernt dem entsprechen, was von unseren Abiturienten als geringstes Maß auf dem bezeichneten Gebiet verlangt wird. Den Abstand, der zum großen Theil ein enormer ist, haben ausländische Schulmänner, welche unsere Einrichtungen kennen gelernt, ebenfalls häufig rückhaltlos anerkannt. Und auch Dem, der nicht in der Lage ist, selbst zu beobachten, bezeugt eine Thatsache klar, wie wenig befriedigend die in Skandinavien und anderen auswärtigen Staaten erzielten lateinischen und griechischen Unterrichtsresnl täte sind : der Umstand, daß man sich dort keineswegs bei der gegenwärtigen Gestalt des fremdsprachlichen Lehrplans beruhigt, sondern vielfach unter Hinweis auf die geringen Erfolge im klassischen Unterricht vorschlägt, mit diesen Studien oder wenigstens zunächst mit einer Hälfte derselben in den Schulen aufzuräumen. In deutlichster Werse ist diese Neigung jüngst in Dänemark zu Tage getreten, wo nach einem im letzten Sommer gemachten Vorschlag des Kultusministeriums das Griechische überhaupt auS den Gymnasien verbannt werden sollte, und wo auf die Frage, wie es dann mit diesem und jenem akademischen Studium stehen würde, von Antihumanisten merkwürdige Antworten gegeben wurden, z. B.: eS wäre viel besser, wenn die Geistlichen kein Griechisch verständen, sondern sich einfach an eine Uebersetzung des Neuen Testamentes hielten; sonst legten sie den Urtext oft falsch aus. Wenn man ober der warnenden Sprache, welche die Entwickelung der klassischen Studien in anderen Ländern spricht, nicht entscheidende Bedeutung beimißt, und wenn man wirklich meint, daß wir Deut- chen, deren höheres Schulwesen sich bisher durch seine Erfolge dem fremdländischen in den meisten Beziehungen überlegen gezeigt hat, vom Auslande vielleicht doch in Bezug auf die Organisation des höheren Unterrichts, speziell des altsprachlichen, etwas erhebliches lernen könnten, nun, so schiene es in der That am Platz, daß der preußische Staat, wie seine Lehranstalten bisher von ftemden Fachmännern zahl reich besucht worden sind, so jetzt eine Anzahl von
mit ihre weiteren Fragen ergaben, schon tn einem kleine», beschränkte» Häuschen sah nnb mit Aengsten o» ihre Kinber dachte, die dadurch Entbehrungen erleiden würden. Tent erkannte besorgt, welchen Eindruck seine Worte hervorgernfen, welche Schteck- biiber et unbeabsichtigt heianfbeschwoten hatte.
.Sie sollen nichts entbehren, liebe Freundin 1* beruhigte, er, hingerissen von AngeS Anmut, von
bei allen diesen Erörterungen hervortretenden selbstlosen Wesen. Et strich fich in heftiger Be. ®egung den Schnurrbart. .Nichts, meine teure F?undi"! Ich stehe dafür! N»t lleberflüsfige», ThörichteS wollen wir befeitigen. Schon nm der Ktnder willen werden wir —* Et stockte.
Sie schaute ihn an. Wa» lag alle» in diesen guten , fingen Augen, die fich mit solcher Innigkeit auf fie richteten! Und da riß e» ste fort; ste schnellte -wpor und umschlang den ttöstende» Freund in stürmischer Freude mit ihren Armen.
I» diesem Augenblick öffnete fich die Thür; beide flogen auseinander. Clairefort aber, der fich töre'wohl?" mU ttet“ ®Iid: 'blch, ich
„Cmlos, Carlos!" rief Auge, fürchtend, daß fich etwas Furchtbares ereignen würde, nnb stürmte dem Fortgegangeneu nach. Teut ober schlug heftig mit den Hacken der Reiterstiefel »nfantmen nnb seufzte etutgemole tief auf.
Dritte» Kapitel.
„Warm kann ich die Ehre haben, Sie zu sprechen?
__ . _ v. Clairefort."
»Bitte, komme» Eie rasch!
Ange."
Teut blickte gedankenvoll ans zwei Briefe, die er empfangen hatte, nnb diese Worte enthielten. Nun war geschehen, wo» er hatte kommen sehen. Nach dem Vorgefallenen hatte er e» nicht ander» erwarten ISnuen.
6r übersetzte fich die »orte feiner Freunde in
sachkundigen Männern aussendete nach Dänemark, Schweden, Norwegen, Frankreich, Ungarn, Rußland, ber Schweiz, um genaue Beobachtungen über den dortigen altklassischen Unterricht anzustellen und Bericht zu erstatten. Diese Beobachtungen würden zu einem Urteil darüber führen, ob wirklich in jenen Ländern bei den Schranken, durch welche die Lehrfächer des Griechischen und Lateinischen daselbst eingeengt sind, Schlußergebniffe erzielt werden, wie wir sie für unsere angehenden Studenten irgendwie ausreichend finden könnten; und zweitens zu einem Urteil darüber, ob innerhalb jener Schranken der Betrieb dieses Unterrichts ein derartiger sein könne, wie wir ihn wünschen müssen. Denn dies ist in der That noch eine wesentlich andere Sache. Ebenso wenig, wie dem Geschichtsunterricht etwa die Grenzen gezogen werden dürften, innerhalb deren noch die Möglichkeit bestände, im Abiturienten - Examen das Notwendige zu wissen, ebensowenig wird dies eine vernünftige Pädagogik bei den anderenUnterrichtsgegen- ständen thun. Eine Unterrichtsgestaltung, welche von der Bemessung dessen ausginge, was schließlich in diesem und jenem Fache bei dem Examen durchaus gewußt werden muß, paßte für unsere höheren Lehranstalten grundschlecht. (Aus diesem Grunde vornehmlich beweist auch der beliebte Hinweis auf Einzelne, welche durch besondere Anstrengungen mit kürzerem Zeitaufwande das Abiturientenziel in den klassischen Sprachen erreicht haben, für die Gestaltung des Lehrplans nichts.) Eine Expertiese der bezeichneten Art hätte vor der empfohlenen Probe mit einigen Versuchsanstalten die handgreiflichen Vorzüge eines ungleich umfassenderen und mannigfaltigeren Beobachtungsfeldes und der rascheren Erledigung voraus. Je nach ihrem Ausfall würde fie dann dazu ermutigen oder davon abmahnen, auf heimischem Boden nachahmende Experimente anzustellen, im ersteren Fall auch eine Anweisung für die Art des Experimentierens geben. Derartige Versuche aber ohne eine empirische Grundlage der genannten Art zu machen, scheint uns wenig Tätlich. Bon ausschließlich theoretischem Standpunkt allerdings ist schließlich jedes Experiment zu bewillkommne» : man kann am Ende immer etwas dabei lernen. Aber, wo das Versuchsmaterial junge Menschen sind, deren Entwickelung und Lebensgang zum Teü von dem Gelingen oder Mißlingen des Versuchs abhängen, da wird sich nicht bloß der Einzelne besinnen, Angehörige für das Experiment zur Verfügung zu stellen, sondern auch dem Staat dürfte, bevor er solche Versuche unter seinen Schutz nimmt, sehr willkommen sein, sich über den Erfolg em Wahr-
eine Sprache. „R-chtfeiügen Sie fich!1 laut.te» die einen. „Eilen Sie, ich bin sehr »»glücklich nnb bedarf Ihres Trottes!' deut te er fich die anderen.
L nge Zeit faß Deut grübelnd da »nd l eß alle» wa» geschehen war noch einmal an feinem G-ist vorübergehen. Hin und wieder erhob er ben Blick, der dann mechanisch an den vielen Gegenständen haftete, die seine Gemächer anSfüllteu. Ja einem genialen Durcheinander sah man hier die wider- prechendsten Dinge. Ans einem setbenbezogenen S-ffel lag ein neuer, ungebrauchter Sattel; an ben Wänden jur Linken hingen, flankiert von anSgtstopfte» Vörel» und anderen Ti r köpfen, Pistole», Säbel »vd so.stige alte und neue Woff ». Die rechte Wandseite nahm ei« ibergroß 8 wunde, voll ausgefÜh> tesFrauenbi nv bild tu »er zarten Manier Angelika Kaufmanns ein; daneben waren in unregelmäßig.u Abständen Photographien, zahlreiche Kupferstiche nnb Lithographien aufgehängt, teils Port, äiS, teils Jagd» nnb Reiter bilde,: hier ein Sturz vorn Pfeide beim Rennen, dort rote Röcke mit Trara hinter dem flöhenden Wtlb im »albe.
Auf einem der T>fche lagen Berge von Hand» chuheu, vertrocknete Blumen, aufgeriffene Karton» und Jagduteufilien. Auf einem »in fische» Kästchen tand eine Bronze fignr Napoleon» L mit verschränkte» Armen; ihm zur Seite eine halbnackte, zum Sprung in» Bad bereite Frauengestalt an» weißem Marmor. Auf einer an ben Tisch gerückte» Etagere lagen in merkwürbiger Ordnung zahlreiche Zigarrenetuis, viele mit Wappen in Silber oder Elfenbein, nnb kostbar gebunbene Bücher; daneben fah man einige Mebaillo». bilber auf zierliche» Gestellen; nnb all- diese Gegen- iände beherrschte eine weiß chimmernde, marmorne «Ihthi“ mit dem schwermütig fünften Blick, »ns dem grünar Teppich, der ben ganze» Fußboden eiruahm, war da» riesige Fell eine» Eisbären vor dem Schreib» ttsch anSgebreitet, den zahlreiche Schriften, Papier x., ausgeschnittene Bücher nnb Schreibmaterialien, auf die eine alte französische Uhr herabsah, bedeckten. Und ringsum saubere, hellpolterte oder ttefschwarze
Juni 1884 gehört er dem Staatsrate an. Im vorigen Jahre erhielt er bekanntlich den Ober-
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Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b. Blattes, sowre die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler in FranksmtLM., Toffel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXV Muffe tn Frankfurt a. M., Berlin,München u. Köln;®. 8. 44’' -xjWJt.guiig.
Daube u. Lo. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und üll ___<_______
Feiertagen. — Quartal-AbonnementS-PreiS bei der Expe- arln rff|lr(|,
dition 2*/4 Mk., bet den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl.
ÜÄW ö"" Dienstag, 4. Februar 1890.1