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Wöchkllüiche Beilagcu: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. — Illustriertes Sonutaasblatt.
Expedition: Markt 21- — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Ang. Koch. "
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wohnter Herzlichkeit begangen worden: läge des Reichsoberhauptes zeigt daS immer wieder, daß es weiß, wie es punkt giebt, um den alle Deutschen froh vereinen können. Am stillsten,
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Teut sprang auf. Er trat auf deu Bedrüchev M und faßte s-iue Hand. .Armer Cloireforf, sagte er. .Ich bedauere Sie aus ttesster Seele, um s» mehr, weil ich verstehen tonn, was Sie bedrängt. Aber niemals begegnete ein Mensch einem anderen wit ungerechterem M'ßtiauru, alSSte eS gegen miL au deu Tag lege». Und nun noch einen Rat, bevor wir beute scheiden. Erleichtern Sie Ihrer Frau die Vfatzten Entschlüsse. Handeln Str, Clairesort, und «ten Sie dabei ein Mann nud ein wohlwollender Freund zugleich. Verstehen Sie wich?«
Clairesort gab keine Antwort. Ein tiefer Seufzer Atrang sich seiner vrnst. Trat wandte sich zur Thür. Al» er aber eben da» Zimmer verlaffen
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(Nachdruck verboten.)
Line vornehme Fran.
Bon Hermann Heiberg.
(Fortsetzung.)
Wochen sch an.
Im Reichstage ist die Entscheidung gefallen, aber anders, als vielfach erwartet war, wo man angenommen hatte, der Reichskanzler werde in letzter Stunde im Hohen Hause erscheinen und durch sein gewichtiges Wort eine Einigung über das Sozialistengesetz herbeisühren. Der Reichskanzler ist von Friedrichsruhe wohl nach Berlin gekommen, aber nickt in den Reichstag, jede Partei desselben blieb bei ihrer früheren Ansicht stehen, und so kam cs, daß die Vorlage abgelehnt wurde, weil die konservative Partei keinem gemilderten Sozialistengesetz zustimmen wollte, an welchem die Nationalliberalen festhielten, während Freisinnige und Centrumspartei prinzipiell das Gesetz verwarfen. Die Thronrede, mit welcher unser Kaiser den Reichstag in feierlicher Weise schloß, hat sorgfältig jede Anspielung auf die Wahlen, wie auf das Schickial des Sozialistengesetzes vermieden, die Verbündeten Regierungen erblicken in dem gegenwärtigen Scheitern der Vorlage also keine allzu- schwere Krisis, am wenigsten eine solche, daß daraus rin besonderes Vorgehen gemacht werden müßte. Fürst Bismarcks Fernbleiben aus dem Reichstage nahm den letzten Verhandlungen etwas von dem großen Jntereffe, mit welckem dem Abschluß der Session und Legislaturperiode entgegengesehen worden war, und die Debatte verlief darum ziemlich still, denn an die herausfordernden Reden der sozialdemokratischen Führer ist die Welt schon zu sehr gewöhnt. Lebhafte Beachtung fand eigentlich nur die interessante Ret e des freikonservativen Landrates Prinzen zu Carolath, weil derselbe, ganz im Gegensätze zu den konservativen Anschauungen, die Hauptmasse im Kampfe gegen die Sozialdemokratie nicht in dem Sozialistengesetz, sondern in geistigen Mitteln sah. - Nachdem der Reichstag seine Arbeiten nunmehr zum Abschluß gebracht hat, nimmt die Wahlagitation ein lebhafteres Tempo an, ohne daß aber bisher besonders bedeutsame Momente hervorgetrelen wären. Erst in der nächsten Woche werden die Wahlreden von bekannten Parteiführern erwartet.
Der preußische Landtag, der nach Schluß des Reichstages nunmehr freies Feld vor sich sieht, arbeitet still vor sich hin.' Man nimmt an, daß gegen die Februarmitte eine Unterbrechung der Sitzungen eintretcn wird, damit auch die preußischen Vollsver-
Der l'tzte Satz klang sehr unzart. Die Worte [ bttfblfen auch nicht ihre Wirkung, denn Teut sagte | abwe send:
.Ich beteuerte nichts I Ich wollte Ihnen nur einmal, ein einzigeswal, nachdem Sie mir ein Vertrauen aeschevkt haben, dos man höchstens etwa fein m Benter in ähnlichen Verhältnisse» zu schenk.n pst'St, sagen, daß Sie, was immer sich ereignen könnte, darauf rechnen dürfen, daß ich Ihr wii klicker Freund diu und stets als ein solcher handeln werde. Verstehen wir nvS j tzt?«
.Ja', nickte Clairesort; et schien ober keineswegs über,engt.
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auf den Heimgang der Kaiserin Augusta, verlief die Feier im Berliner Schlosse selbst, wo außer den fürstlichen Verwandten, der nächsten Umgebung und den Hofstaaten nur das preußische Staaisministerium unter Führung des Fürsten Bismarck seine Glückwünsche aussprach. Der treue Freund des deutschen Kaiserhauses, König Albert von Sachsen, hatte cs sich nicht nehmen lassen, zum 27. Januar von Dresden eigens nach Berlin zu kommen. Wenige Tage später feierte man im Berliner Schlosse den Geburtstag des kleinen Prinzen August Wilhelm, des virrtgeborenen Sohnes des Kaisers. Unser Kaiser hat zu seinem Geburtstage zahlreiche Aus zeichnungen verliehen. Beförderungen auf nult lärischem Gebiete vollzogen. Der Wechsel in den höheren Kommandostellen der Armee soll aber noch nickt ganz zum Abschluß gebracht sein. Bemerkt sei hier gleich, daß nunmehr die ganze deutsche Armee mit dem neuen, kleinkalibrigen Repetier- gewehr ausgerüstet wird. Es wird angenommen, daß am 1. April die Neubewaffnung durchgeführt sein wird.
Aus Ostafrika sind vom Reichskommiffar Major Wißmann neue Berichte cingegangen, welche die schon bekannte Gefangennahme und Hinrichtung des Rebcllenführers Bushiri Mitteilen, der mit großer Ruhe starb. Beachtenswert ist, daß Bushiri vor seinem Tode erzählt hat, der gegenwärtige Sultan von Zanzibar habe ihn zum Statthalter der ganzen Zanzibarküste machen wollen, wenn er die Deutschen besiege. Ist diese Mitteilung wahr, dann wäre der Sultan also keineswegs ein Freund der Deutschen, aber es ist auch möglich, daß Bushiri diese Aussage ersunden hat, um sich vom Stricke zu retten. Im übrigen kann erfreulicherweise konstatiert werden, daß die Eingeborenen eifrig die deutsche Schutztruppe im Kämpfe gegen die Sklaveujäger unterstützen, von welchen wiederum mehrere hingerichtet find. Tie Schwarzen kehren in ihre Dörfer zurück, der Handel nimmt allenthalben zu, Banaheri, der inzwischen bekanntlich vom Reichskomnnssar geschlagen ist, war bei Abgang des Berichtes der Einzige, welcher noch Widerstand leistete. Auch über vr. PeterS sind neue Meldungen eingegangen. Daß er lebt, erscheint außer allem Zweifel, aber wo er ist, ist noch nicht zu sagen. Die Nachrichten hierüber
wollte, erhob fich der Gras rösch, berührte Tems Schulter und sagte leise:
.Verzeihung Teut l Ich danke Ihne« von ganzem Herzen!« —
Die Erinnerung au diese» Vorfall beschäftigte TeutS Gedanke». Aber doch begriff er eins nicht, und grübelte darüber.
Ange hatte ihm erklärt, die Sorge» ihres ManueS feie» sicher »ngerechtfeittgt. Sckon seine Mutter habe unter dem Wahne gelebt, sie könne nickt auskommen, nnd sei doch im Besitz eines ungewöhnlich großen Vermögen? gewesen. Dies fei eine Krankheit aller ClatrefortS. ES wäre unrichtig, b.hanptete fie, daß die Zinsen nicht genügten, um alle Ausgaben zu be- itreiten. Sie glaube im Gegenteil zu wiffc», daß Tibeth vterteljähiltche Ileberschüsse, von denen ganze Familie» bequem würden leben können, zum Bankier trage. Suck habe fie selbst ein völlig unberührtes nach ihrem Tode deu Ktuderu zufalleudes Verwögen, das ausreiche eine Familie mit größeren Ansprüchen zu befii-dipen. Trotzdem gebe fie aber zu, daß ihr Anfwand ein großer sei, daß fie vieles verschwende, und daß eS verständig sei, fich eiuzvschrSrken.
Sie bat Teut, da ihr Mauu G-ldverhältniffe, wer weiß aus welchen Gründen, niemals gegen fv berühre, ihn ans,»forschen und ihr das Ergebnis zu berichten. Sie könne, fügte fie hinzn, auch Tibeth fragen, aber bet fei in diesem Punkte stets ver. ichllfle». Zudem erachte fie eS nicht als angemessen, einen Untergebene» zwischen fich nud ihren Gemahl in stellen.
Bei der nächste» Begegnung mit Clairesort nahm ich Teut vor, fich über deS letztere» V rwögeaSvet- hältviffe schon deshalb "USreichende Aufklärung zu verschaffen, weil olle künftigen Maßnahmen danach su treffen waren. Falls der Graf die Wahrheit gesprochen hatte, mußte Teut, nm nicht auf halbem Wege stehen zu bleiben, ans sofortige Einschränkungen dringen, nnd fie konnten doch, wie die Dinge lagen, nur von Ange auSgehen.
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Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b. Blattes fottte die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler m Frankfurt a.M., Eaffel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXV Messe tn Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; ®. g. ■ AA ’' Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
gehen dermaßen auseinander, daß Angaben von Pelers ' selbst abgekartet werden müssen.
Der deutsch-zcchische Ausgleich, über welchen in Wien, mehrere Wochen hindurch beraten ist, ist nun in Prag praktisch vollzogen. Mit Ausnahme der Jungzechen, die absolut sich nicht mit den Deutschen vertragen wollen, haben alle Parteien des böhmischen Landtages den Ausgleich einstimmig genehmigt. Damit ist dem nationalen Hader in Böhmen für immer hoffentlich ein Ende bereitet und der wieder hergestellte Friede wird dem ganzen Reiche zugute kommen. Ein schmerzlicher Erinnerungstag sür Oesterreich-Ungarn war der 29. Januar, der Todes tag des reichbegabten Kronprinzen Rudolph. Zahl- t eiche Kränze, darunter auch ein solcher vom ^deutschen Kaiser, sind an seinem Sarge niedergelegt worden. Unsere weiteren Verbündeten, die Italiener, haben sich jetzt direkt in die abessynischen Händel emgemischt und sind in die Stadt Adua eingerückt Der Grund dieses Vormarsches ist hauptsächlich der Umstand, daß der Negus Menelik, Italiens Verbündeter, mit seinen Gegnern gar nicht fertig werden kann. Die italienischen Truppen sollen ihm nun die Kampfarbeit etwas erleichtern.
Mit dem Boulongrsmus geht es in Paris immer weiter abwärts. Die Partei hat letzthin versucht, einige Demonstrationen zu veranstalten, aber damit einen kläglichen Mißerfolg gehabt, sogar zwei Abgeordnetenmandate hat sie bei Ersatzwahlen zur De- putiertenkammer verloren. In der Volksvertretung selbst ist jetzt die Frage der Wirtschaftspolitik auf der Tagesordnung. 1892 lausen die französischen Handelsverträge ab, und es ist nun eine große Zollkommission gewählt worden, welche darüber beschließen soll, ob die Handelsverträge erneuert oder ob zum strammen Schutzzollsystem übergegangen werden soll. Die Mehrheit der Kommission besteht aus ganz extremen Schutzzöllerern, und es ist also gar nicht so unmöglich, daß 1892 Frankreich sich mit hohen Zollschranken um- giebt. Daß allzuscharf schartig macht, sieht man beule noch nicht ein. Vielleicht merkt man es später. Eine interessante Brochure hat der Oberst Stoffel, 1870 Militärbevollmächtigter in Berlin, vcröffenl- licht. Er behauptet, daß der ganzen europäischen Zivilisation von Rußland Gefahr droht und schlägt zur Abwendung derselben ein Bündnis zwischen Frankreich und Deutschland vor. Da er aber als Vorbedingung für dieses Bündnis die Rückgabe von Elsaß-Lothringen an Frankreich fordert, wird aus dem schönen Gedanken wohl nichts werden. In
A» einem der nächste» Tage, an dem Clairesort T^ut io der alten, herzliche» Weise begegnete, knüpfte der Rittmeister an ihre frühere Unterredung an und sagte:
m -Sie haben mich, Clairesort, in Ihre intimste» Verhältniffe eingeweiht. Ich habe nicht »ach ben Gründen gefragt. Entweder war es die Folge j-neS natürlichen Dranges, der »nS in schweren Nöten zu, Mitteilung treibt, ober Sie erkannten Ihre Macht- lofigkeit und fühlte» daS Bedürfnis, sich einer FrenndkShilfe zu bediene». Gletchviell Sie fcheottev wir Ihr Vertranen, und ich gab Ihne» mein Woit eS nach bestem Verwögen zu rechtfertigen. Unter solchen Umstände» ist »»» ober völlige Offenheit Ihrerseits eine unbedingte Notvendigkett.'
3" ClatrefortS Ange» blitzte eö bei dieser R:de auf. Eine seltsame Spaonnng malte fich 1» feinen Zügen; offenbar mißdeutete oder überschätzte er den Sinn der Worte. Teut verstand nickt, waS den Freund beunrnhigte, aber um so mehr beeilte er sich fortzufahren:
.Eines ist uoch der Anfkläruug bedürftig' sagte er in gelassenem Tone, ,nnb ich bitte meine Frage nicht alS eine ungerechtfertigte Einmischung zu be. trachten. Ange behauptet, daß Sie nur eine über, triebene Sorge beherrsche, daß Ihre und ihre eigenen Renten so groß seien, daß jährlich erhebliche lieber schaffe auS den Zinsen zurückaelegt werden können.'
,Nua', rief Clairesort offenbar erleichtert, aber immerhin erregt, und in dieser Erregung nnr den l'tzten Aenßernngen TeutS Sebör schenkend, ,16 denke, doß wir keine K.nder find! ES ist, wie ick Ihnen sagte. Mei» Ehrenwort darauf, das ich indes nur erhärtend htnzufüge, weil die Behauptung meiner Frau der meinigen gegenübersteht. Durch deu Sturz eiueS Bankhauses habe ich so große Summen ver loreu, daß dadurch mein Vermöge» ganz außer» । ordentlich zusammeugeschorolzru ist. DaS weiß auch l Ange, denke ich —•
.Nein! Sie weiß gar nicht»! Aber gut*, sagte
treter sich der Wahlbewegung widmen können. Die Ge- —---- fahr eines neuen Bergmannsstreiks ist zunächst beseitigt.
9e* Des Kaisers Geburtstag ist im ganzen deutschen «Vs Reiche und bei den Deutschen im Auslaute mit ae- (748 -_______ °
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t 2. .Clairesort — !• hoo er durch die peinvolle Stille an. .Clairesort, ich bin Ihr Frennd! St' hatten wohl nie einen aufrichtigeren! Glauben die das?'
Vq'Li Clairesort richtete das Auge empor und sah : 189» Teut finster an.
gbalcnt ,Jr, lieber Teut! AGHalb fragen, weshalb — beteuern St« ?'
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn« und _____
Feiertagen. — Quartal-Abonnements-Preis bei der Expe- "Il ft ITH Bi ,
dition 2*/t Mk., bet den Postämtern 2 SUH. 50 Pfg. (exkl. «V
L'zLSL" *“■ Sonntag, 2. Februar 1890.
! London beschäftigt man sich hauptsächlich mit der nahe bevorstehenden Parlamentseröffnung; über den 1 Kolonialstreit mit Portugal ist die allgemeine Stim- l mung schon etwas anders geworden, seitdem die Portugiesen alle Geschästsverbindungen mit britischen : Industriellen rücksichtslos abgebrochen. Man merkt nachgerade, daß der gute Export britischer Artikel nach Portugal viel mehr wert ist, als das ganze Nyaffaland in Zentralafrika, um welches sich der Zank dreht.
Die sehnsüchtigen Wünsche des russischen Finanzministers auf Abschluß einer neuen großen Anleihe, von denen nun schon ein paar Monate hindurch die Rede gewesen ist, scheinen auf Hindernisse gestoßen zu sein, denn man verhandelt immerzu, aber kommt nicht zum Abschluß. Wahrscheinlich werden die Finanzmänner etwas gar zu hohe Provisionen verlangen, da fie in Rußland noch immer einen unsicheren Kantonisten sehen, und darauf will man an der Newa nicht eingehen. Ja, Geldborgen ist selbst für eine europäische Großmacht mitunter keine Kleinigkeit
Deutsches Leich.
Berlin, 31. Jan. Der .Reichsanzciger" meldet: Der Kaiser hat den Fürsten Bismarck auf deffen Ansuchen von seinem Amte als Minister sür Handel und Gewerbe entbunden und den Ober- präsidenten der Rheinprovinz Freiherrn v. Berlepsch zum Minister sür Handel und Gewerbe ernannt. — Heute abend findet ein parlamentarisches Diner beim Reichskanzler statt. Es verlautet, daß der Kaiser an demselben teilnimmt. — Der „Köln. Zig." zufolge sollen die Befugnisse des Ministeriums sür Handel und Gewerbe durch die Zuteilung der Abteilung für Berg- und Hüttenwesen des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten an das Handelsministerium vermehrt werden. — Ein dem Bun des rat zuge- gangener Gesetzentwurf, betreffend die Rechtsverhältnisse an der Kaiser Wilhelms-Universität Straßburg, umfaßt 10 Paragraphen. § 1 bestimmt, wie bie .Nat.-Ztg." meldet, daß das Reichsbeamtengesetz auf die Rechtsverhältnisse der Professoren an der Universität Straßbuig Anwendung fii det. Nach § 2 bleiben die Vorschriften des gedachten Gesetzes außer Anwendung, welche die Versetzung in ein anderes Amt einschließlich der Strasversctzung, die einstweilige und die zwangsweise Versetzung in den Ruhestand, sowie die Pensionierung betreffen. Zur Abgabe eines außergerichtlichen Gutachtens bedarf der Professor nach § 3 der Genehmigung der vorgesetzten
Teut, .wenn die Sache so steht, werde ich mtt Ihrer Erlaubnis handeln!'
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Karze Z-it darauf haue Teut G legeuheit, noch einmal mit Ange zu sprechen. Eia Vorfall der nur °llzn bezeichnend für fie war, gab thm dazu die Veranlassung. Er trat am Spätuachrnittag ins HauS und fand fie bei der Besichtigung eines fehenen Kleides, das Re gerade der Jungfer mit den Wort » zurückgab: .Nein, auch daS geht nickt. Ich werde wir für das Fest ein neues machen laff-u und heute noch anSfadren, nm de» Stoff anSzuiuche».'
, Ich störe trohl, Frau Gräfin —" hob Teut, rücksichtsvoll inS Zimmer tretend, an.
Sie schüttelte ihren Kinde, köpf, raffte verlege» errötend allerlei auf be« St< hle» umfjerltegenbe «arberobengegenpänbe auf, schob fie ber Kammer- jnugfer über be» Arm unb hieß sie »ub Erna, welche eben, bie Thür sperrweit offen laffeud, ins Zimmer gestürmt kam, fich znrückziehe».
, Nein, hall! Warte» Sie, Charlotte, nutet brach fie aber doch ihren Befehl. „Der Herr Rittmeister mag entfcheiben."
Die J tngfer that, wie ihr gesagt wurde. Sie legte die Kleider auf einen Stuhl und lackte unter den überreichen Ball, oben eine hervor, die sie ihrer nngebulbig wartende» Herrin Überreichte.
, Ich verstehe von Kleider» gar nichts", entgegnete Teut schroff. ES störte ihn, daß Aage in G>g u- wart der Zofe mtt ihm dergleichen Dinge besprechen wollte.
Ange sah ihn mißmutig an; fie wollte etwas erwidern, »nttrdrückte ober eine Entgegnung.
Inzwischen nahm Erna eine« bei Kleider an fich, lnhr mit ben Slimen hinein, schob bie Sckl-pp- mit ben Füße» ungeschickt hin uns her, fv daß fie fie mit den bestäubte» Schuhe» berührte nnb rief endlich laut: „Mama, Mama, st h einmal!" 1
.»der Erna, Etna!" flehte Singe und eilte er. 4roden hinzn. Da- Kind aber hob ben seidenen