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WöcheMche Beilageu: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchham. Illustriertes Somtaasblatt.

Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Ang. Koch.

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Wen wühlen wir?

Daß wir auch keinen Sozialdemokraten wäh-

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i ihremVolke undVaterland befähigt,

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die großen Aufgaben lösen zu helfen, welche

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u für die Güter des Friedens und der

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Interessen unseres Wahlkreises, seine poli­tische Richtung ist eine einseitige, er steht einsam ohne Freunde und ohne Einfluß im Reichstage, er hat nichts geleistet und wird nichts leistenl, sein Auftreten hat im Wahlkreise namentlich auf dem Lande nur Zwietracht und Haß hervor­gerufen, jeder Wähler, welcher Dr. Böckel seine Stimme giebt, schädigt sich selbst und dieJnteressen desWahlkreises.

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len, das brauchen wir nicht nochmals aus­zusprechen.

Es ist aber nicht leicht heutzutage einen Mann zu finden, der das mühevolle und opferreiche Amt eines Reichstagsabgeordneten auf fich nimmt aus den Reihen derer, welche Charakter, Kenntnisse und Erfah­

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Der seitherige Reichstagsabgeordnete Dr. Höckel ist nicht der geeignete Vertreter der

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- «nd Feiertagen. Quartal-AbonnementS-Preis bei der Expe­dition 2*/t Mk., bet den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

sittung erfolgreich einzutreten.

Die Thronrede erkennt an, daß durch

Verwalter ihres großen Grundbesitzes bereits zurückgelegt. Ein Mann mit so reicher Lebenserfahrung, so vielseitigen Kenntnissen ist vor Allem berufen, die wichtigen Interessen eines Wahlkreises im Reichstage zu vertreten.

Worauf wir aber noch mehr Wert legen, das ist die Lauterkeit der Gesinnung, die echt christliche Ueberzeugung, die Festigkeit des Charakters, die von Allen freudig bezeugt wird, welche unfern Kandidaten in seinen ftühern Lebensstellungen gekannt... Laffen wir uns daher nicht beirren, wenn unsere Gegner sagenwollt ihr einen Mann wählen, den ihr nicht kennt?" Unter der Mehrheit der letzten Reichstagswahl mag sich gar Mancher befinden, der heute arg enttäuscht ist, weil er einen Mann wählte, den er nicht kannte und nur aus deffen eigenen Verheißungen beurteilen konnte, bei uns er m Kandidaten ist die Enttäuschung aus­geschlossen, denn es liegt ein langes Leben segensreicher Wirksamkeit vor uns! Und darum laßt uns ruhig dem Manne vertrauen, dem unser Kaiser und König vertraut hat, indem er ihn auf einen so wichtigen Posten berief. ES giebt nicht viele Wahlkreise, welche sich eines solchen Kandidaten rühmen können.

Darum wollen wir um unsers Vater­landes und unsrer eigenen Interessen willen dem Herrn Geh. Reg.-Rat Steinmetz am Wahltage Mann für Mann unsre Stimmen geben.

zu stellen."

tretet n obliegen.

Wir bedürfen eines Abgeordneten, der diese und andre Aufgaben erfüllen, der mit ganzer Hingebung einzutreten gewillt ist, für die Grundlagen unsres Staatslebens, Kirche, Monarchie, Familie, für die Wahrung unsrer Gesittung und nationalen Einheit, der zu wirken bereit ist in der Gesinnung echten Christentums und deutscher Treue, für die Erhaltung des inneren Friedens im gesamten Leben des Volkes und für die gleichmäßige Förderung der Wohlfahrt aller seiner Klassen.

Und wir haben einen Mann gefunden, der hierzu bereit und nach jeder Rich­tung befähigt ist. Es ist dies der Kurator der Universität, Herr G'eh. Reg.-Rat Steinmetz in Marburg.

Weilte derselbe länger unter uns, so würden wir nur seinen Namm zu nennen brauchen heute müssen wir unser Wähler bitten, daß sie sich mit seiner Person be­kannt machen und seine Reden lesen und hören. Sein vergangenes Leben giebt uns aber das beste Zeugnis von dem Manne, der unfern Wahlkreis zu öertreten berufen sein wird und seine seitherige Wirksamkeit die sichere Gewähr, daß die Vertretung unseres Wahlkreises in den besten Händen liegen wird.

Herr Geh. Regierungsrat Steinmetz dem das wichtige Amt eines Kurators der Universität Marburg von Sr. Majestät an­vertraut worden, ist in Neu»Vorpommern geboren, er hat die Laufbahn als Richter, als Mitglied der Regierung in Düsseldorf, dann als Mitglied der Regierung in Königs­berg und als Vertreter des Regierungs- präfidentm, endlich als Kurator der Uni­versität Greifswald in Pommern und oberster

dienten Verstorbenen und drückt Ihnen und Ihrer Familie seine Teilnahme aus. Zugleich gebe auch ich hierdurch meiner Betrübnis besonders lebhaften Ausdruck. Der deutsche Landwirtschaftsrat tritt zu seiner 18. Plenarversammlung am 24. Februar hier zusammen; auf der Tagesordnung steht außer geschäftlichen Angelegenheiten: Die Beratung über den Entwurf des bürgerlichen Gesetzbuches (auf Grund der von der vorbcratenden Kommission ein­gebrachten Anträge) und zwar insbesondere: Ge­währleistung wegen Viehmängel. Referent Graf von Lerchenfeld Koefering. Miet- und Pachtrecht. Referent Ökonomierat Schumacher - Zarchclin. Erwerb und Belastung des Grundeigentums, Re­ferent Landrichter Dr. Andrae - Berlin. Renten­prinzip und Rentenschuld. Referent Amtsrichter Schneider-Nienburg. Pfandrecht und Grundschuld. Referenten Freiherr v. Cetto - Reichertshausen und Landrichter Dr. Andrae - Berlin. Eheliches Güter­recht; Unterhaltspflicht der Geschwister. Referenten Geheimer Regierungsrat v. Frese-Bückeburg, Justiz­rat Bachmair - Neumarkt. Anerbenrecht, Re­ferent Freiherr v. Cetto-Reichertshausen. Ferner: Die Stellung der Landwirtschaft zu einem deutschen Warrant - Gesetz. Die bisherige Handhabung «nd Wirkung deS Gesetzes vom 12. Juli 1887 bett, den Verkehr mit Ersatzmitteln für Butter. Refe­renten: Okonomierat Boysen-Kiel; Professor Moy- München; Dr. Wollny Kiel. Erlaß reichsgesetz­licher Bestimmungen betr. die Strafbarkeit der Ber- fälschung von Futtermitteln. Referenten: Ökono­mierat v. Langsdorss-Dresden; Professor Dr. Maerker- Halle a. S.; Ökonomierat Dr. Freiherr von Canstein Berlin. Notwendigkeit schärferer Maß­regeln zur Unterdrückung der Seuchen im Jnlande. Referenten: Ökonomierat v. Langsdorss-Dresden; Professor Dr. Eggeling-Beilin; Gutsbesitzer Stein- Kutach. Die Feststellung der Minimalgewichte der im Termingeschäft gehandelten Hauptgetreide­arten. Referent: Generalsekretär Dr. Mueller-Berlin. Die Meldung, daß der Führer der Konservaüveu, Herr a. Helldorf, am letzten Tage der Reichstags­session vom Kaiser empfangen worden sei, wird jetzt von derSonf. Korresp. dementirt.

München, 30. Jan. Das Oberlandekgericht bestätigte die Verurteilung des Redakteurs Dr. Sigl vom .Bahr. Vaterland" wegen Beleidigung des Andenkens der Königin Mutter zu 100 Mk. nebst Tragung der sämtlichen Kosten.

Hesse»-Nassa«.

Marburg, 31. Jan. Nach einer Bekannt­machung der kgl. Regierung in Cassel find folgende Veränderungen in der Organisation der Berufs­genossenschaften eingetreten: Sektion V. der Steinbruchs - Berufsgenoffenschaft (Hagen in Wests.) Vertrauensmann für die Kreise Marburg, Kirchhain, Frankenberg: Joh. Gombert in Giffelbera, Stellvertreter: Joh. Schmidt in Langenstein. Sektion aYIiI. der Fuhrwerks- Berufsgenoffenschaft

Avslavss.

Wien, 30. Jan. Die amtliche Zeitung pub­liziert die Ernennung des Feldbischofs Gruscha zum Fürstbischof von Wien.

Rom, 20. Jan. Zufolge dem .Capitän Fra- caffa" zirkuliert in den vatikanischen Kreisen daS Gerücht, der Papst beabsichtige, den Unterstaats­sekretär Moccevoi mit einer Mission zum Könige von Portugal zu entsenden, um diesen ein eigen­händiges Schreiben zu überbringen. In den letzten Tagen hätte ein lebhafter Notenaustausch zwischen dem Nuntius in Liffabo» und der päpstlichen Staats- kauzlei stattgefundeu.

Paris, 30. Jan. In einer gestern stattgefun­denen Wähler- Versammlung in Boulogne wurde der antisemitische Boulangist Laur von seinem Gegenkan­didaten Liffagaray geohrfeigt. Die Versammlung endete in einem allgemeinen Handgemenge. Laguerre, Laisant und Millevoye find gestern zu einer Son» erenz mit Boulanger nach Jersey abgereist. Die Stellungnahme des Nationalkomitees zum Anlisemi- tismus ist aufgeschoben.

Liffabo», 30. Ja». Serpa Pinto ist am Lo­renzo- Marquez (Fluß an der Ostküste von Afrika, mündet in die Delagoa-Bai) etngetroffen. I» der ganzen Provinz Mozambique herrscht vollkommene Ruhe.

daß die gesetzgebenden Gewalten für ihre berechtigten Interessen und Wünsche ein warmes Herz haben und daß eine befriedigende Gestaltung ihrer Lage nur auf dem Wege friedlicher und gesetzmäßiger Ord­nung zu erreichen ist." Hier soll der künf­tige Reichstag eintreten wie nicht minder für die Erfüllung der berechtigten Wünsche der minder günstig gestellten Beamtenklassen. Dies sind einzelne Aufgaben der Zukunft, deren heute schon die kaiserliche Thronrede gedenkt. Fassen wir die weitern Aufgaben ins Auge, welche dem künftigen Reichstag gestellt werden, unentwegt für das Interesse der Landwirtschaft, des Handwerks, der In­dustrie einzutreten und etwaige Konflikte zwischen ihnen zu lösen, die Entwicklung unsrer Handelsniederlassungen zu fördern, die Härten der Steuer- und Zollgesetzgebung zu beseitigen und die Mittel zu beschaffen, die kommunalen und Schullasten weiter in den Einzelstaaten zu ermäßigen und endlich auch den Anforderungen zu entsprechen, welche auf dem Gebiete unsrer deutschen Rechtsentwickelung erhoben werden, so werden

tragen, dem Reiche die Weltstellung zu gewährleisten vermöge derer es zur Erfüllung i ber Aufgabe befähigt wird, mit dem ihm im Rate der Völker gebührenden Gewichte

Deutsches HM.

Verli«, 30. Jan. Der Kaiser hat folgenden vom 29. Januar datierten Erlaß an den Reichs­kanzler gerichtet: ,Jn dem Schmerze um den Ver­lust Meiner erst vor kurzem zur ewigen Ruhe ein­gegangenen geliebten Großmutter und unter dem ergreifenden Eindrücke des so schnellen Hinscheidens mehrerer Meinem Herzen nahestehender Fürstlich­keiten konnte Ich Meinem diesjährigen Geburtstage nur mit wehmütigen Empfindungen entgegengehen. Wenn jedoch etwas geeignet war, Mich an diesem Tage freudiger zu stimmen, so war es die herzliche Teilnahme und treue Anhänglichkeit, welche Mir w'ederum aus dem engeren und weiteren Bater- lande, sowie von außerhalb lebenden Deutschen in ter mannigfaltigsten Art ausgedrückt wurde. Es find Mir von Gemeinden, Vereinen, Festgeseöschaften und einzelnen Personen Glückwünsche, teilweise in poetischer Form, und Spenden in Fülle zugegangen, so daß es Mir nicht möglich ist, alle diese Kund­gebungen einzeln zu beantworten. Ich wünsche aber allen, welche Mir diese so liebevollen Auf­merksamkeiten erwiesen haben, Meinen innigsten Dank zu erkennen zu geben und ersuche Sie daher, diesen Erlaß zur öffentlichen Kenntnis zu bringen. Der Kaiser verlieh dem Oberhofprediger Kögel den Stern der Komthure deS HausordeuS von Hohen- zollern, empfing ferner den Feuerwehrmann Erch- grün und überreichte demselben persönlich daS All­gemeine Ehrenzeichen. Der Bundesrat nahm heute Kenntnis von den Beschlüffen deS Reichstages zu dem Sozialistengesetze und stimmte der verän­derten Faffung der ostaftikanische» Postdampfer-Vor­lage zu. Der .Germania" zufolge sandte Kar­dinal Rampolla dem Freiherr» Karl zu Franckenstei» folgendes Telegramm: Der heilige Vater, dem ich die Trauernachricht mitteilte, bekundete darüber fein lebhaftes Beileid. Derselbe betet für den hochver-

Üjjjj ' solcher gewinnt den Einfluß, welcher auch 8 k die speziellen Interessen des Wahlkreises

Prob» füllung bringt.

In der Thronrede mit welcher Se. vw Majestät der Kaiser die Sitzung des letzten mmt bh Reichstages vor wenigen Tagen geschlossen, |5fl ist es anerkannt, wie wichtig und entschei- , Aah§ dend die Thätigkeit des Reichstags gewesen Nach ist und künftig sein wird und wir nehmen ss. bitt auf dieses unbestreitbare Zeugnis Bezug. **Daß der Frieden erhalten geblieben, führt L J dieselbe aus, dafür gebührt die Anerkennung auch dem Reichstagedessen einsichtige Va- l Sass» kerlandsliebe bereitwillig mitgewirkt hat, um r. 1890 unsere Wehrkraft zu stärken und dauernd sicher

. die Erweiterung der den Innungen zustehen- den Befugnisse dem Handwerker stände 1 die Möglichkeit erleichtert worden ist, seine Widerstandskraft und sein wirtschaft- iM liches Gedeihen durch Zusammenschluß 7$| zu gemeinsamer Thätigkeit kräftiger als seit- 5« her zu fördern. Es wird dann weiter auf die Durchführung der im Sinne der Aller­höchsten Botschaft erlassenen Gesetze der 33*i Unfallversicherung und des Jnva- 195i zliditäts- und Alters»ersicherungs-

!tttin rung und die aufrichtige Liebe zu

gesetzes hingewiesen.Auf den ge- ,1O0 vonnenen Grundlagen wird fich weiter i bauen laffen, um den arbeitenden I Klassen die Gewißheit zu verschaffen,

die großen Aufgaben lösen zu helfen, welche wir zugeben müssen, daß es große schwierige I dem künftigen Reichstage vorliegen, nur em, Aufgaben sind, welche den künftigen Ver-

igbalenaSie haben" geehrte Herren sagt Se. :, i Majestätdurch Ihre Beschlüsse dazu beige-

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b. Blattes, 6V1-***'*«<<' sowie bte Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler

Sonnabend, 1. Febrnar 1890 ÄSteÄBR xxv- Jahrgang.

Daube ». To. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

[ die Interessen des Wahlkreises mit Wirk- -1 samkeit zu vertreten. Nur ein Abgeordneter von dieser selbstlosen Richtung vermag