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Jllnstrieües Sonntagsblatt.

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Zum 27. Januar

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Kei brr Nachricht vom Tode des Zanttätsrats Dr. K. Moeller.

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au der Ostseite ruhten, ist Noch einer in der West, waud des KernerS vorhanden, während der andere bet Anbringung eines Fensters io Wegfall gekommen ist. Als die BSckerzuuft im Jahre 1566 die Erlaubnis erhielt, eine Echiru rechts vor die Nordseite de» Rat­hauses zu erbaueu, wurde die Zanftstobe da hiueiv verlegt, bei Bergrößeruug des Marktplatzes aber 1784 wurde das Gebäude wieder beseitigt.

Im Jahre 1580 ließ der Magistrat einen nenen Eingang in das untere Stockwerk im obere» Geschosse deS KernerS von der Ritterftraße aus dem Scheuern, schloffischeu Burgfitze gegeväber brechen, deuselbev mit steiuerueu Gewänden und wit 4 Treppeutritteu "ach innen versehen, und die bis dahin zu demselbev vom Kirchhofe aus führende Freitreppe beseitigen. Gl^chzeitig ließ derselbe das TotenhänScheu aus dem Kirchhofe, weil wan besten nicht mehr bedurfte, da inzwischen ein neuer Begräbnisplatz vor dem Barfüßerthor angelegt worden war, abbrechru. Die in demselben vorhandenen Knochen wurden aber nicht wie bisher üblich ans dem Kirchhofe verscharrt sondern eS wurde zur Aufnahme derselben ein neuer steinerner Behälter an der Westseite deS an dev Kerner sich aulehuenden Gewölbes, da wo die Frei, treppe gelegen, erbaut, und das Gewölbe bis auf das Thürloch vermauert, wozu ein Thürstnrz und tine Schwelle erforderlich waren. Wenn jenes Toter. Häuschen nicht ein zweite» BeinhaoS war, dann war er ohne Zweifel das bei Einführung der Reformation seinem bisherigen Gebrauche entzogene .Liebfranen. Häuschen*, über besten Abbruch die Stadtrechuungeo aus jeuer Zeit nichts enthalten. Ma» hatte eS stehen laste» und als BeiuhauS benutzt, wegen der wieder­holt anfgetreteueu pestileozarttgeu Seuchen, die viele Opfer verlangten und wodurch bei Anfertigung der Gräber der Knochen mehr als sonst zutage traten, da der Raum deS Begräbnisplatzes für Ausuahme- fälle der Bevölkerung der Stadt uud der eiuge-

Du, der als Arzt so Biele» betgestandea 3» schwere», immer treu geführten Dienst, Der Du, weuu wir au Deine Kunst uuS wandte», öaB Hülfe bringend schnellen Schritts erschienst.

De» wir vor fünfzig Jahren schon hier eilen Ersehn in Stadt und Land, von Haus zu Han», Eednldig au den Krankenbetten weilen lab8 Beste wählen zur Genesung au».

Dem ein gesundes Urteil Gott beschiedeu, Der Du, was wahrhaft frommet hast erkannt. Der Du, waS Trug und Charlataue bieten, mit rechtem Namen ohne Scheu genannt.

^Dich sahn wir auf zum reifen Manne steigen, §ir sahn Dich noch als jugendlichen Greis, «ir wünschten: Bleibe länger nnS noch eigen, Da mißte plötzlich Dich der Freunde SreiS.

Und laut erklang aus Bieler Mund die Frage: »Saturn erscheint der Moeller hier nicht mehr?' 3a, halb durchlief die Stadt die schwere Klage: »Der Krankheit Macht erfaßte ihn selbst schwer.*

.Er, der mir Hali so manchmal wider Hoffen, den ich mein Bertraneu hab' gesetzt, 3st selbst von harter Krankheit nun betroffen U»d Hilfe sucht der Greis vergebens jetzt.* Und lange, lange hat Dein Schmerz gedauert, Und lauge war's, daß Dich kein Auge sah.

lebend noch hat Dich da» Her, betrauert, Doch mar endlich fein Arzt nun endlich da.

heißt, sondern auch Kaiser ist, e» trotz seiner Jugend verstanden hat, bei allen großen Monarchen Zu­neigung und Freundschaft zu erwecken. Eine poli­tische That ist es vor allem, auf welche Kaiser Wil­helm II. stolz sein und die er als Persönliches Ver­dienst m Anspruch nehmen kann, nämlich die That- sache, daß es ihm gelungen, den russischen Kaiser in gewissem Sinne für sich und damit für Deutschland zu gewinnen. ES giebt keinen Fürsten der Jetztzeit, welcher schwerer als Alexander III. zu behandeln wäre und der persönliche Erfolg deS deutschen Kaisers hat sich auch zu einem Erfolge der deutschen Politik gestaltet. Unser Kaiser Hai Vorteile für das Reich errungen, das ist zweifellos und kein willkommeneres Geschenk konnte er zum neuen Jahre den Deutschen aller Stämme bereiten, al» indem er aussprach: Der Friede ist gegenwärtig vollständig gesichert!" Damit ist ein Herzenswunsch von Alldeutschland er­füllt und Alldeuischlands beste und herzlichste Wünsche fliegen dem Monarchen zu zu seinem 31. Geburts­tage. Möge eine lange und gesegnete Regierung ihm und Glück dem deutschen Volke unter dieser Regierung beschiedeu sein.

Ein junger Fürst ist manchen Gefahren aus­gesetzt, und je größer der Staat, über den er das Szepter führt, um so größer diese Gefahren. Kaiser Wilhelm II. bestieg den Thron mit 29 Jahren; aber bis heute hat er sich als voller und ganzer Mann, als echte Herrschergestalt bewiesen, der die Offenheit und geraden Wege liebt, auf den alle künstlich gesponnenen Jntriguen und Machinationen keinen Einfluß haben. Der Kaiser hat seine Autorität nach jeder Seite hm unbedingt gewahrt, und daß dies ungemein schwer war, unterliegt keinem Zweifel. Ganz wider Erwarten schnell wurde der Monarch auf den Thron berufen, er, der noch vieles lernen wollte, sollte nun mit einemmale Meister sein, die entscheidende Stimme über die höchsten Güter der Nation, über daö Wohl und Wehe des Volkes ab­geben. Mit seinem klaren Blick und scharfen Geiftes- gaben hat der Kaiser eine eminent selbständige Stellung gewonnen und behalten, indem er nichts­destoweniger zu lernen fortfuhr, wo es zu lernen

schädigt. Eine große Altarplatte wird herauSge. schafft und zum Neubau deS Brunnens unter ben- alten Kornrain auf der Hofstatt benutzt. Steindecker beseitigen die mit einem zinnerne» Knopfe verzierte große Ganpe, Häuschen genannt, durch die man mittelst einer Leiter von der Ritterstraße an» in den Dachstuhl gelangte, sodann brechen sie da» Türmchen ab, decken die Löcher ,u und bringen an den 4 Dach­seiten 15 Sanpen mit Drahtgittern an. Zimmer- lente legen die noch fehlenden BerbindungStreppen zwischen den Stockwerken und dem Dachstuhl. Schreiner dielen Böden zu Malz- und Frnchtlauben, eine der letzteren wurde der Pfarrkirche al» eine Art von Entschädigung überwiesen. Schlaffer verfertigen neue Schlösser für die Rüstkammer und für die Thür an der Außentreppe nebst neuen Haken und reparieren die Tbürbänder.

Im Jahre 1550 wurde cnf Antrag der beiden Kastenmeister der lutherischen Pfarrkirche das Bor- häuichen zum Kerner der Marburger Bäckerzunft zu einer Zunftstube feiten» der Stadtbehörde jedoch »unschädlich der Stadt Zugang* eingeräumt. Da tu der Erhaltung de» Fußboden» im Häuschen seitens der Stadt eine Vernachlässigung eingetreten war, so erbot sich die Zunft, das Gewölbe auf ihre Kosten decken zu lassen. Von den beiden Kragsteinen, auf denen die Balken des Dachstuhles des VorhSuSchenS

piarrteu Dörfer OckerShaufeu und Marbach gegen- r» klein war. Jene pestilenzartigeu Krankheiten hatten vorzugsweise in der Unreiulichkeit unb ben bösen Ausdünstungen ihren Grund. W ES du den Seltenheiten, daß Be, grSbniffe ohne Särge stattfandeu, da der Preis der Anfertigung eine» Grabe» ob mit ober ohne .Faß« U danach richtete. Die Straßen unb Gaffen bet Stabt waren auch noch nicht überall gevflastert Misthaufen i« denselben waren noch v7rhauden° t2 endete Haustiere würben vor bie Häuser geworfen nnb bie Metzger leerten bie Wänste unb Därmen von ihrem geschlachteten Vieh ebenfalls vor denselben trotz alles Verbotes und Strafens feiten» der Behörde, jeglichen Untat vor die Pforten der Stadt zu schaffen. Mit bet Reinlichkeit bet Leib- unb »«r e» auch noch nicht so wie heute be, fteut, ba ba» Sinnen noch zu ben teuere» Handels, "tikeln gehörte. So z. B. bestimmte die Witwe de» Marburger Scheffe» Johauue» Lasphe, Elisabeth geboreue Schönbach, in ihrem 1539 errichteten Testament, daß ihr Leichentuch einem armen Studenten zu einem Hemde argeben sollte.

Im Jahre 1683 trat die Stadt den Kernet zu einet Wohnung für den Ekklefiasteu ober zweiten Psattet an bet lutherischen Pfarrkirche ab, wobei ba« obere Geschoß durch Umbau bie jetzigen brei Stockwerke erhielt; bie Spitzbogenfenster warben ver­mauert unb in beten Bleubeu viereckige eingesetzt- auch würbe eine Verbindung zwischen den beide» Ge-' ichoflen durch eine Oeffunng in dem fh scheidenden Kreuzgewölbe mittelst einer Treppe angebraZt « ^n^ der Kastenrechn»ng der lutherische» Pforr» 1f85 Anbet sich unter dem Titel ÄS? M®£mdn* folgender Posten: 14 Gulden bein ^8 h,m ®re Ausführung >er Toteuge- M T* ?er steinerne Behälter, tu welchem sich dieselben befanden, wurde zu einem

te ler sie tel rh, er- em nd m- er- ift,

Der Kerner in Marburg.

(Schluß.)

In den Jahren 1537, 1539 und von 1542

1544 find verschiedene Handwerker im Kerner

Der Helfer kam, der keinen je vergeffeu, Und Dein Erlöset ward der Herrschet Tod. Deckt Dich da» Grab, im ganzen alten Hessen Bleibt Dein Gedächtnis, das der Dank gebot.

gab. Die persönliche Kommandoführung, die heute ein gewaltiges Wiffen und große Erfahrung er­heischt, hat der Kaiser auch bei den vorjährigen großen Manövern wieder übernommen, obgleich eS selbstverständlich für den obersten Kriegsherrn nicht leicht sein kann, seine persönlichen Anordnungen der Kritik auszusetzen. Aber nur die Hebung läßt den Meister erstehen. Daß Kaiser Wilhelm II. bei seiner praktisch und arbeitsam angelegten Natur einen weitgehenden Einfluß auf die gesamte Reichspolitik ausübt, ist außer Frage. Dafür spricht die That- fache, daß jetzt zum erstenmale eine ganze Reichs­tagssession vergangen ist, ohne daß der Reichskanzler Fürst Bismarck in Berlin war.Der Kaiser wird einst sein eigener Kanzler sein!" Wer denkt nicht an diese Worte?

Dem deutschen Volke kann von allen Charakter­eigenschaften deS dritten Kaisers auS dem Hohen- zollernhause keine wertvoller fein, als die unbe­grenzte Offenheit und Wahrheitsliebe des Monarchen; ein Empfang, wie der der westfälischen Berg- Deputationen im Frühling des Jahres 1889, steht einzig da, mit größter Deutlichkeit hat der Monarch feine Ansichten ausgesprochen, die in einer gesunden Erkenntnis deS täglichen Lebens gipfeln. SAfer Wilhelm II liefet kaiserlichen Glanz, aber, und dar­auf kommt ja alles an, der Glanz ist ihm in keiner Weise Lebensbedingung, er trübt sein Auge nicht. Mit der Büchse unter dem Arm durch den grünen deutschen Wald zu schweifen, für ein paar Stunden frei von allen glänzenden Ehren, den Lasten und Sorgen, das ist des Kaisers persönliche Neigung. Der hochstehende deutsche Kaiser ist persönlich ein schlichter deutscher Mann, der gern dem Volke nahe tritt. Sein Amt ist schwer; der Kaiser hat es selbst gesagt. Aber den reichen Mühen folgt auch reicher Lohn, dknn höher als alles, was Fürstenglanz und die Herrlichkeit der Königsschlöfler je gewähren kann, steht die Liebe des Volkes zu seinem Kaiser. Und das geeinte deutsche Volk bricht heute auS in ben einmütigen Ruf:

Heil unserem Kaiser Wilhelm II.

Den Weg ber Väter bist auch Du gegangen, Den Weg, ben alles Sterbliche muß gehn. Sohl Allen, bie zu btefem Ziel gelangen, Doch nicht vorher zu schweren Kampf bestehn.

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aifer Wilhelm II. begeht zum zweitenmale, seitdem die deutsche Kaiserkrone sein Haupt schmückt, seinen Geburtstag. Vor einem Jabre zitterten die Trauerklänge auS dem Jahre 1888 noch leise herein in die Fest­feier, in diesem Jahre wirft daS plötzliche Hinscheiden der erhabenen Großmutter des

Herrschers, der Kaiserin Augusta, einen leichten Schatten auf das frohe Begehen des 27. Januar. Aber unser Kaiser selbst ist unS doch in voller unverminderter Jugendkraft erhalten, der kräftige Körper des an strenge Arbeit und unermüdliche Thätigkeit gewöhnten Herrschers hat alle die zahlreichen Strapazen, welche das letzte Lebensjahr mit sich brachte, erfolgreich überstanden. Des deutschen Kaisers Leben ist Thä­tigkeit, wie Kaiser Wilhelm I. noch in seiner Sterbe­stunde sprach:Ich habe keine Zeit, müde zu sein! wie Kaiser Friedrich in der Erfüllung feiner Re­gentenpflichten seine qualvollen Leiden vergaß, so gilt auch für Kaiser Wilhelm II. das Wort:Arbeit ist Leben!" Der Monarch, der, wie er in seiner ersten Thronrede aussprach, sich nur als des Staates ersten Diener ansieht, hat nicht viel Gelegenheit zu langer Muße; der Herrscher, der nicht nur unter­schreibt, sondern streng jeden Erlaß prüft, der inS Land hinauSgeht, muß sich die freien Minuten sorg­sam absparen. Und auf die rastlose Arbeit blühen dem Kaiser nur mäßige Erholungen. Die Nord­landfahrt int vergangenen Sommer war die einzige größere Ruhepause, denen im Herbst einige kleine Jagdausflüge gefolgt sind, aus welchen der Kaiser, frei von aller Etikette, nur sich selbst lebte. So find die Tage deS Jahres dahingegangen; sie haben dem Oberhaupte deS deutschen Reiches manche glänzende Ehren, viel Arbeit, viele Regierungssorgen und auch persönlichen Kummer bereitet. Die Kaiser­krone leuchtet strahlend durch die Welt, aber sie will auch mit Kraft und unermüdeter Ausdauer getragen sein. In verschiedenen Kundgebungen weist der Kaiser darauf hin, daß sein Amt schwer, mit ber Katserwürde auch Bürde verbunden sei. Nun, wir können stolz darauf fein, daß daS deutsche Reich ein Oberhaupt behalten hat, welches nicht nur Kaiser

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marbnrg und Kirchhain.

Expedition: Markt 81. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Ang. Koch.

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8*n°?ö,Tf?,|ä0.mmbra,r Sonntag, 26. Januar 1890 «* iSÄÄÄtfiiÄÄ H7. Jahrgang.

10 Pfg., Reklamen für fete Zelle 2o Pfg. Daube n. «o. in Frankfurt a. M., Berlin/Hannover, Paris.