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Wchmüiche Beüageu: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. — Illustriertes Souutaasblatt.
Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Ang. Koch.
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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. — Ouartal-AbonnementS-PreiS bei der Expedition 2*/4 Mk., bet den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
Marburg,
Sonnabend, 25. Januar 1890.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen»Bureaux von Haasenstein und Vogler
Frankfurta.M., Eaffel, Magdeburg u.Wien; Rudolf XXV QrtfiTrtrtttlT Moffe m Frankfurt a. M., Berlin, München tu Köln; ®. 8. AA ’' xyUlJigiUig, Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari».
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fiir bie Kreise Marburg «ab Kirchbai« und Ittuftriertrs Souutagsbtatt an. In Kirchhain nimmt unsere Agentur (Herr Buchbinder Rindt) und für hiesige Stadt unsere Expedition Bestellungen entgegen.
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Im Feuilleton beginnt demnächst der hoch interessante Roman:
„Eiue voruehme Fran''
von Hermann Heiberg.
Air Lrulsche Sorialbemokratie u«L dir englischen Arbeiter.
In dem Berichte der von den industriellen und wirtschaftlichen Vereinen nach England entsendeten Kommission ist darauf hingewiesen worden, daß die dortigen Arbeitgeber mit den Vertretern der alten trade unions auf dem Fuße einer gewissen Gleichberechtigung verkehren. Dieses Verhältnis wird dadurch erklärt, daß die englischen Arbeiter, wie aus dem Verhalten ihrer Führer hervorgeht, in gewiffcr Beziehung vernünftiger sind, als die deutschen, „daß «it an bergt Worten bei den dortigen Arbeitern bezw. ihrer» Führern die Notwendigkeit des Zu- sammengehens von Kapital und Arbeit klar erkannt und anerkannt wird."
In der Versammlung vom 13. Dezember v. I. wurde hierzu von dem Generalsekretär Herrn Dr. Beumer noch bemerkt: „Solche gesunden Ansichten sanden wir bei bett gemäßigten Arbeiterführern durchweg, und Sie werden mir zugestehen, daß wir ein solches Material von Arbeitern in Deutschland zur Zeit noch nicht haben, daß im Gegenteil dir Führer der Arbeiter zur Zeit eine so feindliche Stellung gegen das Kapital zur Schau tragen und zum Aus-
Aer Ker« er in Marburg.
(Fortsetzung.)
In der geräumigen Rathaastzalle versammelten sich die Väter der Stadt, die 12 Scheffen einschließlich des Bürgermeisters und die Ratsmanneo, um der Stadt Angelegenheiten zu beraten, Beschlüsse zu fasse», Steuern zu setzeu, zu Gericht zu fitzen, Rech- üuugeu abzuhöreu und den Inhalt der au Bürgermeister und Rat gerichteten Schreiben zu veruehmeu. Alle Jahre am St. Jakobstage (24. Juli) kamen Zünfte und Gemeine aus dem Rathause zusammen ■nb wählten aus den Schiffe» den Bürgermeister ttb die Schiffen, aus der Zünften nud Gemeinen die Biere und aus diesen den Uuterbnrgermeister für daS begiuueude Etats fahr. AIS Bewirtung gab « hier Birnen, Kirschen, Spillinge (grüne Pflaumen) *8b Schoten (Honigkuchen) und darauf in des Bürgermeisters Haus Wei», Bier, Brot und Käse. Am St. Auueutage (26. Juli) versammelten sich die Scheffen und bie neuen Biere abermals ans dem «athause, um aus sich solche zu wählen, welche tu dem EtatSjahr die Stadtöwter (Baumeister, Schätzer, «eseher re.) begleite» sollte». Hiera» schloß fich daun ehe Mahlzeit iu des Bürgermeisters Haus auf *»ften der Stadt, bei der jedesmal eine große Quantität Wein getrunken wurde, uud zu welcher Kch Einladungen an solche ergingen, die nicht zum «agistrate gehörten.
Bis zum Jahre 1523 waren weder bie RatS- Vtten, ausschließlich der beiden Bürgermeister — der Bürgermeister erhielt jährlich 4 Maik gleich I Pfd. 2 Schilling und der llnterburgermeister Mark — besoldet, noch war ein Protokoll über die M den Ratssitzungen gefaßten Beschlüsse nicht geführt worden. Die Stadtrechnungen ersetze» ungefähr das ^htere, da in der Regel bei den Sitzungen etwas derzehrt wird, nud der RechuungSführer mit Anzeigung 7" Zeche auch zugleich die Beraulassuug zu derselbe» dnbtudet.
druck bringen, daß schon aus diesem Grunde ein Bei kehr mit ihnen auf dem Fuße völliger Gleichberechtigung unmöglich erscheint."
Dazu sagt das sozialdemokratische „Berliner Volksblatt" in seiner Nr. 113 vom 16. d. M. in einem „Eine Kapitalisten - Versammlung" überschriebene» Artikel:
„Man bewundere die Logik! Weil die englischen Arbeiter noch vielfach in dem abgestandenen Glauben leben, eine andere als die privatkapitalistische Wirtschaftsordnung sei überhaupt nicht denkbar, und wel sie von dieser Voraussetzung ausgehend, den Profit als etwas Ewiges, Natürliches, Unangreifbares betrachten müssen, durch dessen Vernichtung der ganze übrige wirtschaftliche Mechanismus mit zerstört würde, deshalb kann man mit ihnen, aber nicht mit den ungläubigen deutschen Arbeitern „auf dem Fuße völliger Gleichberechtigung verkehren."
Die deutschen Arbeiter sind (sozialdemokratisch, also ungebildet, also kann man mit ihren Vertretern bei Streitfällen nicht verhandeln! Bravo!"
In einem Punkte muß dem sozialdemokratischen Blatte widersprochen werde». Die Führer der Sozial- dtmokrane wird man allgemein für ungebildet nicht halten können, den» sonst würde eS ihnen nicht möglich sein, die große Masse der Arbeiter, die man in dem hier maßgebenden Sinne als ungebildet bezeichnen könnte, mit ihren Irrlehren zu bethören und in ihrer Gefolgschaft zu erhalten. Diese Führer sind aber keine Arbeiter; sie haben gemächlich Zeit, fich zu bilden, indem sie fich von dem Schweiße derer nähren, die wirklich arbeiten und sich daher nach dem natürlichen Verlauf der Dinge mit dem für einen Arbeiter erreichbaren Bildungsgrad begnügen.
Recht aber hat da» sozialdemokratische „Berliner Volksblatt", wenn es meint, daß die deutschen Arbeitgeber sich, im Gegensätze zu dem angeführten Verhältnis in England, scheuen, mit ihren Arbeitern auf dem Fuße einer gewissen Gleichberechtigung zu verkehren und zwar weil diese vielfach Sozialdemokraten sind. Die in der alten trade unions vereinigten englischen Arbeiter find aber in der Mehrzahl noch nicht Sozialdemokraten; sie erkennen die Stellung des Arbeitgebers als berechtigt an und ebenso die Bedeutung des Kapitals als wesentlichste Grundlage der Produktion und der beiderseitigen Existenz. Mit solchen Leuten läßt fich verkehren, wenn auch das „Berliner Volksblatt" sie als Anhänger eines „abgestandenen Glaubens" verhöhnt.
Eine starke Zumutung würde es aber fein, von dem deutschen Arbeitgeber zu verlangen, auf dem
Die Rathaushalle hatte im Laufe der Zett ihre ursprüngliche Einheit verloren nud war durch eine eingelegte Holzbecke geschieben. Wen» biese bauliche Veränberuug stattgefnnbe» hat, läßt fich nicht er- mittel», da bie Stadtvaurechuungen von 1452 rückwärts nicht mehr vorhanden find. Das obere Stockwerk war nunmehr der Versammlungsort des Magistrates uud der Bürgerschaft uud kommt in den Stodtrechnungeu unter dem Namen Hans, Rathaus und Ratstube vor. Mau gelangte in dasselbe vou der Ritterstraße aus mittelst einer an bie Nort fette >es Gebäudes sich aulehueuben mit einem Schutz- dache versehenen Treppe nnb durch das östliche Fenster; der halbrunde Tbürsturz ist in der vermauerten Feusteröffuuug noch vorhanden. Die Rattube erhielt ihr Licht von allen vier Seite». Für >as durch Balken in Abteilungen geschiedene untere Stockwerk war zur Beleuchtung desselben ein neues rechteckiges, sechsteiliges Fenster in die Südwand gebrochen worden.
Im Dezember des Jahres 145« brach ein Brand im Kerner ans, der den oberen Teil des Gebäudes zerstörte; die beiden kleinen Glocken im Türmchen zerschmolzen vou der Hitze, so baß ein Teil bei Glockenspeise verloren ging. Bürger, welche zum Löschen deS Feuers ihre Eimer geliehen, anbete, welche Stroh zur Beleuchtung für bie beim Brande Ab- und Zugeheuben geliefert, 11 Knechte, welche den Schutt aus bet» Rathanse geräumt, und brei Männer, welche bie Nacht nach dem Braube Wache gehalten hatte», würbe» für ihre Lieferu»ge» nnb lSemühnnge» a»S bet Stad Haffe entschädigt.-
Vom Braube war der Dachstuhl, das Dach deS ! SorhäuscheuS nud daS Schutzdach der zum Rathause ühreudeu Treppe in der Ritterstraße zerstört worden, aber nicht das Innere deS Gebäudes. Das eingelegte hölzerne Zwischenstück, welches mtt Steinplatten belegt war, hatte die Weiterverbreitung,beB Feuers n bad untere Stockwerk verhindert, lieber den Schaden, den das Feuer in der Ratstube an beweg-
Fuße der Gleichberechtigung mit Leuten zu verkehren, von denen er weiß, daß ihnen nur die Macht, nicht der Wille fehlt, durch Umsturz der gesamten wirtschaftlichen Ordnung ihn, den Arbeitgeber und seine Existenz zu vernichten, mit Leuten, die täglich erklären, daß sie die jetzige Grundlage bet Produktion und deren Vertreter bis aufs Messet bekämpfen weiden, mit Leuten, die sich demgemäß offen als die Todfeinde der Arbeitgeber zu erkennen geben. Wenn die deutschen Arbeitgeber Anstand nehmen mit diesen Vertretern einer Partei auf dem Fuße der Gleichberechtigung zu verkehren, welche die Religion, den Staat, die Familie, kurz alles Bestehende negiert und umstürzen will, so kann die Logik, welche in der Handlungsweise der Arbeitgeber liegt, nur von Böswilligen oder verblendeten Schwärmern angezweifelt werden.
Arulslhes Keich.
Berlin, 23. Jan. Bei der morgen Vormittag im Broncesaale des Stadtschloffes zu Potsdam statt- finbenben Nagelung unb Weihe bet bem Gardes du Corps-Regimente zu verleihenden neuen Standarte schlügt der Kaiser den ersten Nagel, die Kaiserin den zweiten, der Kaiser den dritten, vierten, fünften, sechsten und sicbenien für seine Söhne ein. Eine kirchliche Feier findet zur Weihe der Standarte durch den Feldptobst Richter im Marmorsaale statt. Nach der Feier nimmt der Kaiser die Parade des Regiments der Gardes du Corps im Lustgarten ab. — Die Nachweisung über die zur Klaffensteuer und klassifizierten Einkommensteuer veranlagte» Personen, bie alljährlich dem Abgeorbnetenhaüse zuzugehen pflegt, enthält sehr interessante Daten. Im Jahre 1888 bis 1889 betrug die Zahl der zur Klassensteuer in den Stufen 3—12 veranlagten Personen 1 466 932 und bie von benfelben aufgebrachte Steuer insgesamt 32 809179 Mk.; im Jahre 1889—90 waren in diesen Stufen 1505 009 Personen zu 33 705 672 Mk. Steuer veranlagt. Zur Einkommensteuer waren veranlagt 1888—89 222 850 Personen mit einem ©teuerbetrage von 44 503 002 Mk, im Jahre 1889—90 232 477 Personen zu einem ©teuerbetrage von insgesamt 47 109336 Mk. Im Jahre 1888—89 waren 17 265 Personen, bie früher Klasfensteuer bezahlt, zur Einkommensteuer herangezogen, im Jahre 1889 bis 90 19 089 Personen, bie jetzt 1962 594 Mk. Steuern zu zahlen haben. Die großen Einkommen haben sich in gerabezu auffälliger Weise vermehrt. Im Jahre 1888—89 waren im Bereiche ber
Uche» Gegenstänben angerichtet hat, findet fich in den Stadtakte» keine Nottz vor, nur tn der Stabttech. »u»g von 1458 wirb noch nachträglich bemeitt, daß der Stadt Briefe tn einem Sacke gerettet worden eie«, welcher mit 1 Turuos in Ausgabe gebracht ist; rotzdem ist doch nicht eine einzige Urkunde aus dem 13. Jahrhundert im Stadtarchiv mehr vorhanden.
BiS zum Jahre 1824 stand dem Kerner südlich gegenüber ei» attcS mehrstöckiges, mtt einem hohen, tnrm- artige» Dache versehenes Schulgebäude, dessen oberstes Stockwerk zur Zett deS Kernerbrandes noch uuauS- flebant und unbenutzt war. Dieses ließ der Rat im Lause deS Jahres 1457 zu einer Ratstube Herrichten und mtt Bänken, Tischen, Schränken nnb mit einem Schreibstbdel versehen. Während der Herrichtung der Ratstube wurden die RatSfitzungeu in des Bürgermeisters Hause gehalten. Die erste urkundlich erwähnte Sitzung iu der neuen Ratstube war am 19. Januar -458, als die Kunde von dem Tode des Landgrafen Ludwig des Friedfamen nach Marburg gelangt war. 3" derselben hatte» fich avch eingefnuden Herr Herman» Riedesel und der Landvogt, welche in Gemeinschaft mit dem Magistrate beschlossen, Zünften und Gemeinen ausagen zu lassen, fich mit ihren Kerzen in Prozession vor die Weidenhäuser Pforte zu begeben, bet Leiche des alten Herrn zu begegnen nnb sie bis zur Gruft in ber St. Eüsabethkirche zu geleiten. Die Bürgers - Fto»en wurden gleichfalls zum Leichenbegängnis ein«?laben, welche sich im Hause bes Siegfried znm Paradies oben am Markte versammelten. Die Zeche an Wein und Biet tn beiden Häusern hat der RechuungSführer in der Stadtrechuuug von genanntem Jahre mit 6 Schilling tn Ausgabe gebracht.
8m 14. Dezember 1456 kam in der Ratssitzung u des Bürgermeisters Hause ber Wiederaufbau des Kerners zur Sprache. Am 27. März 1457 wurde iu der Sitzung übet die Verakkordiernug desselben verhandelt nnb der Stabtzimmermanu, Meister Sipe erwählt, den San anSznführe», nnb mit ihm zunächst
preußische» Monarchie 7 Personen mit einem Einkommen von mehr als 1 Million zur Einkommensteuer veranlagt, im Jahre 1889—90 bagegen 9. Bon ben vier auf Berlin fallenden ist einer in ber 45. Stufe mit einem Einkommen von 1 020 000 bis 1 080 000 Mk., ber zweite in ber 46. Stufe mit einem Einkommen von 1080 000 bis 1 140 000 Mark, ber dritte in der 50. Stufe mit einem Einkommen von 1320 000—1380 000 Mk. und der vierte mit einem Einkommen von 2 340 000 bis 2 400 000 Mk. in der 67. Stufe eingeschätzt. Im Regierungsbezirk Oppeln ist eine Person in ber 47. Stufe mit einem Einkommen von 1140 000 bis 1200 000 Mk. eingeschätzt, im Regierungsbezirk Breslau eine Person in der 50. Steuerstufe mit einem Einkommen von 1 320 000—1 380 000 Mk., im Regierungsbezirk Köln eine Person in ber 59. Stufe mit einem Einkommen von 1860 000 bis 1 920 000 Mk., im Regierungsbezirk Wiesbaden in ber 95. Stufe eine Person (Rothschild) mit einem Einkommen von 4 020 000—4 080 000 Mk. und endlich im Regierungsbezirk Düsseldorf in ber 120. Stufe eine Person (Krupp) mit einem Einkommen von mehr als 5 520 000—5 580 000 Maik. — Heute, vormittags 9*/« Uhr, sand ein Gedächtnis- gottesbienst für ben verstorbenen Freiherrn von Franckenstein in ber Hcdwigkirche unter zahlreicher Beteiligung von hohen Beamten, Abgeorbneten und seitens des Publikums statt. Vom Bunbesrate wohnten Gras Herbert Bismarck, v. Stephan, Frhr. v. Maltzahn unb v. Bötticher, im Auftrage des Kaisers Flügelabjutant v. Zitzewitz bem Gottesdienste bei. Die Leiche würbe gestern nachmittags 5 Uhr nach bem HebwigSkrankenhause verbracht, wo heute vormittag bie Obduktion unb Einbalsamierung ftattfanb. Später würbe bie Leiche in ber Krankenhauskapelle aufgebahrt, wo morgen vormittags 9 Uhr nochmals ein Requiem stattfindet. Morgen, nachmittags 2 Uhr, geht die Leiche vom Anhalter Bahnhof nach Ullstadt ab. — Nach der Aussage des freisinnigen Reichstagsabgeordneten Dr. Baumbach ist der Wahlionds ber Sozialbemokraten sehr reichlich- sogar besser als berjenige ber Freisinnigen do- tiert. Hierauf ist auch aus einer Bekanntmachung des Berliner sozialbemokratischen Zentral - Wahlkomitees zu schließen, welche zu lebhafter Agitation in den Kreisen ber Provinzen Brandenburg und Pommern auffordert, für diesen Zweck „rednerische Kräfte" zur Verfügung stellt und verspricht, für „bie Kosten unb sonstigen Weiterungen Sorge tragen" zu wollen.
ein Akkorb Über das Fälle» »nd Behaue» der Bäume abgeschloffev. Nachdem der Magistrat mit dem Schultheiß in Wetter überein gekommen war, das Holz znm Kernerban dem Bnrgwalde zn entnehmen, ritten Meister Sipe nnb der Förster Sttttg dahin uud suchteu die Bäume aus. Der Meister nnb seine Gesellen fällten hierauf die Bäume, nnb nachdem der Beer von Schöustadt dieselben an einem Oit zu- sammeugeschleift hatte, wurde mit Sipe über die Anfertigung des Merksatzes uud über das Aufschlagen desselben weiter verhandelt. Nach erfolgter Anfuhr des Bauholzes wurde im Mooat Juli 1458 mit dem Aufschlagen des Dachstuhles begonnen, wobei die Stadt ans ihre Kosten dem Meister noch 6 G-hülsen teilte. DaS Forstgeld, der Arbeite- nnb Fährlohn rc. belief fich auf circa 60 Pfb. Geld.
Nachdem der Dachstuhl anfgeschlagen war, begannen die Dachdecker Stobenrauch, der lange Hans nnb Henne Engel denselben zn decke»; letzterer deckte avch das BorhäuSche» nnb das Schutzdach der Treppe. Conze Kirchhain lieferte für das Türmchen das Kreuz und den Wetterhahn nnb Henne Eckel 3 Knöpfe amt den Lerseu, welche letztere sowie den Hahn ans dem Türmchen vou Heuchen Mox bemalt wurde». Henne Eckel »nd Henne Heckmamr goffen das neue Glöckchen für das Türmchen und Donjus lieferte dazu das Glockenseil. Die Dachdecker-, Schlosser-, Maler-, Kanngießer- und Glockeugießerarbetten rc. beliefen fich auf ca. 100 Pfb.
Nach vollendeter Bedachung begann bet innere Ausbau des Kerners im Jahre 1461 mit Anlegung einer neuen Kammer im unteren Stockwerk. Nun trat eine Panse ein. Erst im Jahre 1479 wird wieder damit begonnen, und es wird Holz zu Scheide- wände» in die Ratflube ungefähren. Fortan dienten nun die beiden oberen Stockwerke deS Kerners ber Stadt als Zeughaus, wo Baumaterialien, Kriegs- und andere Gerätschaften rc. aufbewahrt wurde», während die Ratftube im Schulhanfe erst dann ver- lassen wurde, als das neue Rathaus am Markplatze