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Wöcheulliche Magen: Kreis-Blatt fiir die Kreise Marburg uni Kirchhain. Illustriertes Sonntagsblatt.

Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Berlag von Joh. Ang. Koch.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn« und »DUH. .__.

Feiertagen. Ouartal-AbonnementS-Preis bei der Expe- Är tOVIllini»

dition 2*/t Mk-, bet den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. D*

Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene £i-u- Sonnabend, 18. Januar 1890.

iu Psg., Renamen für me Zerre 20 Pfg. ' v

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte», sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler in Frankfurt a.M., Cassel, Magdeburg u. Wien; Rudolf YYV Stoffe m Frankfurt a. M., Berlin,München u. Köln; ®. g. AA* ^)ll^rgaNg. Daube u. Eo. in Frankfutt a. M., Berlin, Hannover, Pari».

Huene bekanntgegebenen Wünschen der Volksvertretung

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(Nachdruck verboten.)

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Rechnung zu tragen. Wer jenen Verhandlungen des Abgeordnetenhauses mit Aufmerksamkeit gefolgt ist, wird in der Thal der Ueberzeugung sich nicht ver­schließen, daß dadurch für die StaatSregieruug eine wesentlich veränderte Sachlage geschaffen ist und daß sie nur den Wünschen der Landesvertretung ent-

die Reform der direkten Staatssteuern macht einen dicken Strich durch alle jene ^Unterstellungen der Opposition, als ob diese Reform ins Stocken geraten fei. Auch nicht entfernt ist davon die Rede. Die eingetretene Verzögerung beruht lediglich auf der von echt konfiituttonellem Sinne diktierten Absicht der Staatsregierung, den bei der Beratung des Antrages

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(587 . wt Dietz«,

Roman von I. von Werth.

(Fortsetzung.)

Na, w«m da» dadrirm«» aber einen Fleck giebt", dachte Auto«, steckte de« Fiuger tu de» Muud und erinnerte fich, wie fühlbar jeder erste Fleck i» einer reinen Hose bet ihm gerügt wurde. Dann rannte er, was er kouute, au der Muhme, die richtig ein« geschlafen war, vorbei ans der kleinen Pforte anfs Feld.

Während deffen hatte Heloife zu Rose gesagt: Komm, wir wollen eiumal nach Hilda sehen. Die Amme ist um diese Zest mit ihr i^rner hinter dem Pulverhause. Dort ist eS am kühlsten."

Rose hatte einen Sonnenschirm genommen und dann waren sie, Arm iu Arm, langsam durch bea Garte« gegangen. Sie bogen eben iu deu Laubgang dn, au welchem, tu der Mitte ungefähr, baS zierliche, ans Holz gebaute SchweizerhauS staub, baS zum Aufbewahrungsort für bie Munition biente.

.Papa hat baS Schießpulver immer im Keller anfbewahrf, sagte Heloise, .aber Haralb mag eS nicht leiben. Er meint, bk Leute finb zu nuvor. sichtig, eS könne bamit gar zu leicht einmal ein Un­glück geschehe». Das SchweizerhiuScheu hat eigentlich Wohl einen zu feuchteu Boden. Haralb hat aber Stroh breiten lassen, baS immer von Zeit z» Zett «neuert wirb; baS verhinbert, baß bie Feuchtigkeit in bie Fässer zieht, bie auf Heinen Ständern stehen. Du mußt eS Dir einmal von ihm zeigen lasten.*

Da entstand plötzlich ans dem Wege vor ihnen «in entsetzliches Getöse. Ein Krachen nud Dröhne» wie bet einen erschütternden Sewuterschlag. Die ganze Last war plötzlich mit Pnlverbampf gefüllt. 3w selbe» Augenblicke flogen gltmu-noe Trümmer- Mcke durch die Lust.

Heloife hatte fich äugstltch an RoscS Sim ge­stammelt. »Um GotteSwilleu', rief diese, ,daS Pulverhaus brennt I*

Die Thronrede.

Wer nach deu Ankündigungen der Oppofitions- presse erwartet hätte, daß der Inhalt der Thronrede von nicht großer Bedeutung sein werde, wird nach Kenntnisnahme derselben eines besseren belehrt sein. Neben den bedeutungsvollen Hinweisen auf die ge­sicherte auswärtige Lage und die günstige Finanz­lage Preußens, beides die Ergebniffe weiser inter­nationaler und Erwerbs-, sowie staatswirtschaftlicher Politik, sind insbesondere drei Momente von hervor­ragender Bedeutung auS dem Inhalte der Thron­rede hervorzuheben. Während mit der Erleichterung von direkten Staatssteuern und Schul- und Kom­munallasten bereits so kräftig vorgegangen ist, daß in Preußen im laufenden Jahre Entlastungen der Steuerzahler im Gesamtbeträge von etwa 90 Mil­lionen zu erwarten sind, hatte das wettere mit der Reichssteuerreform nach wiederholten Kundgebungen verfolgte Ziel der Verbesterung der Beamtenbe­soldungen nur in sehr unzureichendem Maße bisher Berücksichtigung finden können. Neben Einzelauf- befitrungen hatte allgemein nur die Beseitigung der Witwen- und Waisengeldbeiträge stattgefunden. Jetzt wird eine allgemeine Ausbesserung der Bezüge und zwar nicht bloß für die Unterbeamteu, wie dies im Reiche angeregt ist, sondern auch für die mittleren Beamten in Aussicht gestellt. Es erhellt schon aus diesen Angaben, daß es fich um eine Maßregel von sehr erheblicher, insbesondere auch finanzieller Be­deutung handelt. Die Zahl der llnterbeamten allein übersteigt 80 000 und ihre Bezüge werden mit 100 Millionen Mark kaum überschätzt. Die in parla­mentarischen Kreisen vielfach ausgesprochene Ansicht, daß die Regierung etwa 15 bis 20 Millionen Mk zur Durchführung werde bereitstellen müssen, entbehrt daher der Wahrscheinlichkeit nicht. Der Satz über

gegenkommt, wenn sie die Reform der Einkommen­steuer jetzt mit der Ueberweisung der Grund- und Gebäudesteuer verbindet. Vielleicht am bedeutsamsten von allen Sätzen der Thronrede ist derjenige, welcher fich auf die Ausstände in den Kohlenrevieren bezieht. Er ist bedeutungsvoll sowohl betreffs der ernsten Auffaffung inbezug volkswirtschaftlicher Trag­weite und der ordnungstörenden Wirkung jener großen Ausstände als betreffs des in demselben aus­gesprochenen Urteils über das Verhalten der streikenden Teile. Dasselbe steht in bemerkenswertem Gegen­sätze zu der Auffaffung der demokratischen und auch eines Telles der extrem - konservattven Preffe und entzieht der Unterstellung, als ob diese Auffaffung den Anschauungen der Staatsregierung entspreche, ganz den Boden. Besonders beachtenswert ist in dieser Hinsicht sowohl die starke Betonung des von jener Preffe so gerne totgeschwiegenen Kontrakt­bruches und der verübten Gewaltthätigketten als die unbedingte Anerkennung des weitgehenden Ent­gegenkommens der mit Vorliebe von der Hetzpresse als .hartnäckige Geldprotzen" hingestellten Arbeit­geber uud der dabei von diesen letzteren bewiesenen patriotischen Zurückstellung ihrer eigenen Jntereffen. Mancher .Arbeiterfreund*, welcher bisherpharisäer­haft über die Zechenverwaltungen abgeurteilt hat, wird jetzt bei fich selbst Einkehr halten können und seine eigene Jntereffenpolitik mit dem Maße jener patriotischen Zurückdrängung eigener Jntereffen meffen können, für welche die Thronrede so beredte Aner­kennung ausgesprochen hat. Bedeutungsvoll und ver­heißend zugleich für die ruhige Weiterentwickelung der ArbeitSverhältniffe ist endlich die bestimmt aus­gesprochene Erwartung, daß angesichts des über die Grenzen des eigenen Jntereffes hinausgehenden Ent­gegenkommens der Arbeitgeber die Ausgleichung von Meinungsverschiedenheiten in der Zukunft auf dem Wege vertrauensvoller Verständigung und nicht im Wege des Jntereffenkawpfes zu erfolgen habe. Sie zeigt den Arbeitern, daß die Grenze erreicht ist, bis zu welcher sie von den Organen des Staates eine Thätigkeit für ihre Jntereffen dann erhoffen dürfen, wenn sie denselben die Anerkennung im Wege der Streikes erzwingen wollen. Dies muß und wird ausklärend und beruhigend wirken und so dazu »jenen, die sicher von allen Patrioten geteilte Hoff­nung aufS neue zu kräftigen, daß sie durch die Sozial- und Wirtschaftspolitik herbeigeführte Siche­rung der wirtschaftlichen Lage die Masse der ar- bettendenBevölkerung allmäligmitZuftiedenheit erfüllen und so wieder ganz dem Vaterlande anschließen wird.

Mit dem gellende» Aufschrei: .Mein Kindl Wer rettet mein Kind?' machte fie fich von ihr los »nd flog den Weg entlang, gerade ans den rauchenden, glimmenden Trümmerhanfen des zersprengten Hanse» zu. Als fie eben davor anlangte, wiederholte fich das donaerähnliche Getöse das zweite Faß war explodiert. Eiaea Augenblick war fie gaaz eiagehüllt in den Pnlverbampf, in nächsten Augenblick fuhr ein Windstoß dazwischen »ad Helle Flammen loderten empor dicht vor der Blinde». Das alles war in wenige» Sekunde» geschehen. Da al» eben die Flammen wieder drohten ihr Kleid z» erfaffen, wurde fie zuiückgeriffe», und Harald hielt fie ohn- mächttg in feinen Armen.

Rose lehnte bleich und zitternd neben ihm an einem Baurn.DaS Kind?* fragte fie mit blut, leeren Lippen.

Er zuckt wie von einem Schlage gettoffeu zu- ammen. Doch da schimmert der bunte Rock nud >te breite, weiße Schürze der Amme durch die Bäume, die, so unsanft aus ihrer Sieste aufschreckt, xjetzt mit »ent Kinde her beteilt. Die Kleine jauchzt laut auf »eint Anblick der wildzüngeluden Flammen. Dieser üße Ton bet Kinberstimme ruft bie Mutter ins leben zurück, während der Vater nut einen stummen ! Slick zum Himmel sendet. Aber in diesem einen Angenansschlag liegt ein ganzes brünstiges Daukgebet.

Da schlägt Heloise die Augen auf. Mit einem Schrei de« Entzückens erfaßt fie ihr Kind und finkt auf die finke nieder. Endlich hebt fie das wahrhaft verklärte Antlitz empor und ihre Lippen stammeln: »Ich habe mein fiinb gesehenI*

Harald kniet an ihrer Seite. 6r hält Mutte, und Kind zugleich umfaßt und wtt einem Ton, der ans innerstem Herzen kommt, sagt er: .Gott, Gott, das ist unendliche Gnade.*

.Noch liegt ein dichter Schleier vor meinen : lugen", sagte Heloife nach langer Pause.Aber es ist nicht mehr schwarz und undurchdringlich finster."

Da wurde ein weiches Tuch vor ihre Auge» ge»

Ausland.

Wie«, 16. Jan. Fast sämtliche Blätter be- prechen die Preußische Thronrede. Das .Fremden- blatt" meint, die Thronrede bekunde aufS Neue, Deuffchland und Preußen wollen nicht blos stark und ftiedlich nach außen, sondern auch stark und riedlich nach innen bleiben. Die Thronrede werde

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Deutsches Reich.

Berlin, 16. Jan. Kaiserin Friedri^ empfing heute vormittags 11»/, Uhr das Präsidium des Reichstages, um die Beileidsbezeugung des Reichstages über den Heimgang der Kaiserin Augusta entgegen zu nehmen. DaS Befinden des Reichs­tagsabgeordneten Frhr. v. Franckenstein hat sich wesentlich verschlimmert. Zu der Influenza ist Lungenentzündung getreten; insolgedeffen ist das au: morgen anläßlich des Geburtstages von Dr. Windt- fjorft angesetzte Diner der Zentrumsfraftion abgesagt. Die heute veröffentlichte Fortsetzung deS Weiß­buches über den Aufstand in Ostafrika enthält die Berichte über die Gefechte bei Saadani und Pangani, über das Vorgehen gegen Usegura, die Einnahme und Befestigung von Kikwadja, bie Bestrafung von Kipumbwe, bie Entsendung Gravenreuths zur Sicherung der Straße von Mpwapwa nach Bagamoyo, die Friedensverhandlungeu mit Simbodja, die Ankunft EmiuS und Stanleys in Mpwapwa, das Schreiben EminS an Wißmann, die Bestrafung Bushiris, den Angriff auf die befestigte Position Bana Cheris und die Einnahme derselben. DaS Abgeordneten­haus hat während der Pause zwischen seiner zweiten und dritten ordentlichen Tagung in seinem Personal­stande eine außergewöhnlich beträchtliche Zahl von Veränderungen erlitten, indem nicht weniger als 22 Mandate zur Erledigung gelangten, davon 13 durch den Tod ihrer Inhaber. In die jetzige Session traten die Frakttonen mit folgender Stärke ein: Konservative 120, Freikonservative 67, National­liberale 86, Deutschfreisinnige 29, Zentrum 96, Polen 15, Welfen 2, liberale Wilde 3, konservative Wilde 7, Dänen 2. Die übliche Festfeier des Magistrates und der Spitzen der städtischen Be­hörden in den Sälen des Rathauses anläßlich deS Geburtstages des Kaisers wird in diesem Jahre wegen der Landestrauer nicht stattfinden. An dem bevorstehenden Gebmtstage des Kaisers wird der .Nordd. Allg. Ztg." zufolge die Hoftrauer abgelegt und in amtlichen Kreisen eine Feier des TageS jedoch unter Ausschluß von Musik statthaben.

legt und Roses Stimme flüsterte an ihrem Ohr: "Schone die armen. Heben Angen, noch können fie das Helle Sonnenlicht nicht vertragen."

Dann war Rose fortgeeilt und hatte vorn Guts. Hof Leute nach dem Park geschickt, das Feuer ,n löschen. AIS fie darauf in den Sattensaal trat, fand fie Professor Sroner dort. Sie erzählte ihm mit fliegendem Atem, was borgegangen.Halten Sie eine Hellnug für möglich?" schloß fie.

Der Arzt nickte.Gewiß. 6k ist durchaus möglich, da die Blindheit nur auf einer durch Angst unb Schreck hervorgerufeneu Lähmung bei Seh. nerve» beruhte. Eine berartige Lähmung kann jederzeit, aber ausschließlich durch eine ähnliche »et. M "Ufgehoben werden. Das ist leicht ver- stäudlich. Aber Sie werben mir beipflichten, baß eine solche Gelegenheit herbeizuführen, Sott versuchen heißen würbe. Daher bleibt die HeUung solcher ?ltndeu immer dem Zufall oder besser der Borsehuug uberlafien. Jedenfalls wird Frau von Sahden nun einige Wochen in einer guten Klinik zubringen müssen. ,®et der Egen Pflege und Schonung wird fie, denke ich, ihre volle Sehkraft wieder erlangen."

«Vergessen Sie ihr altes Mündel nicht ganz, H-rr Prvfeffott. sagte Rose »ach einer Weile. S

Strahleneck zurück. Die Glücklichen dier find fich selbst genug. Ich nehme aber die Ge- Ehett mit, daß es ans Erden außer Tod, Kummer E Elend auch Glück, nngettübteS, reines, volles Glück giebt. ES ist ein gut Ding nm solche Hebet, vugung.' Sir reichte dem Professor die Hand. SBtlne Sie mit die Freude machen, mit während der beiden Pfingsttage Ihre beiden lieben Jungen zu ckicke», damit fie meine Einsamkeit erheitern? Ich verspreche Ihnen auch, fie nach Möglichkett zu verziehen."

Doktor Sroner lachte.

Irlich*, fuhr Rose fort, .wenn Herr und Fran Professor Sroner während dieser Zett gleichfalls meine Gäste sein wollten, würde ich mich noch viel mehr freuen. ES find so hübsche Fremdenzimmer

deshalb ungeteilte freudige Aufnahme in dem preußischen Volke finden. DieNeue Freie Preffe" hebt hervor, die Thronrede trage das Geptäge ab- i sichtlicher Geschäftsmäßigkeit. DiePresse" erblickt 1 darin ein leuchtendes Beispiel, die Kompetenzsphären 1 nicht zu überschreiten und bei derartigen Anläffen dem Kaiser zu geben, was des Katsers ist. Die --Neue Freie Preffe" verweist auf den Passus, be- i treffend die auswärtige Polittk. Man habe den- : selben nicht erwartet. Nach dem Berliner Brauch werde die Erwähnung der äußeren Beziehungen dem Reichstage Vorbehalten; um so dankenswerter sei die Versicherung der Thronrede, welche eine Friedens­botschaft ist, da eine Friedensbotschaft niemals oft genug vernommen werden kann. Aehnlick lauten die Ausführungen der anderen Blätter.

Zara, 16. Jan. Die Influenza breitet sich in Dalmatien immer mehr auS; die Behörden haben die Schulen auf 15 Tage geschlossen. Hier komme» gleichzeitig viele schwere Fälle von Pnemnonio vor.

Londo«, 1<£ Jan.Times" undMorning- post" besprechen die preußische Thronrede beifällig. Die «Times* sagt, die Erklärung deS Kaisers, die Beziehungen Deutschlands zu den fremden Mächte» seien überall gut, stelle eine Thassache von höchster Wichtigkeit für den europäischen Frieden dar. In dem Prozeffe deS Lord Euston gegen Parke gaben die Geschworenen ihren Wahrspruch auf Schuldig gegen Parke ab; letzterer wurde zu einem Jahre Gefängnis beurteilt.

«rüffel, 16. Jan. Der Streik in den Kohlen­becken von Lüttich ist vollkommen beendet.

Petersburg, 16. Jan. DaS .Journal de St. Petersburg" sagt, Rußland werde mit Genugthuung die Feststellung der Thatsache durch die auswär­tigen Zeitungen aufnehmen, daß die so loyale Po­litik der kaiserlichen Regierung einen großen Teil habe an der allgemeinen Wiederbelebung des Ver- ttauens in die Aufrechterhaltung de» Friedens. Diese Polittk sei übrigens seit der Thronbesteigung des regierenden Kaisers immer dieselbe gepefen. Wenn einzelne Zeitungen ihre Bekehrung den friedlichen Versicherungen in dem Berichte des FinanzminifterS zuschrieben, so sei zu bemerken, daß ebenso kategorische Erklärungen von letzterem Ende 1888 und 1887 abgegeben worden seien. Aber der psychologische Moment sei anscheinend noch nicht gekommen ge­wesen. Endlich sei über die finanzielle Lage und die ftiedlichen Gefinnungen Rußlands Licht verbreitet und man dürfe hoffen, es werde weder den Ver­

tu Sttahleueck und ich wäre ftoh, sie einmal be. wohnt zu sehen.*

, . »34 will meiner Frau Ihre freundliche Ein- ladung überbringen und komme in den nächsten Taaea zu Ihnen, ihre Antwort zu sage».*

Aber jetzt bleiben Sie hier, um Heloife mtt Ihrem Rat beiznstehen, nicht wahr? Lieber, lieber Herr Professor, wk viel haben wir Ihnen Me zu danke».',

Rose hatte ihr Reitkleid angelegt.Du magst mit deu Koffern im Wagen nack kommen", sagte fie zu Louisou und schwang fich aufs Pferd. In schnellem Trabe sprengte fie durch die Dorfstraße. Ms fie in den Waldweg einlenkte, ließ fie ihr Pferd den Schritt mäßigen und ritt langsam in der grünen Waldesuacht >ahm- Sie hatte so viel zu denken. Die acht Tage in WilderSbach hatten fie von jener krankhaften Furcht vor dem Alleinsein, von jener ängstlichen Unruhe be. r.eP'ba ste den Einfluß des stete» Zusammenlebens mit liebeu Menschen durch ihre ganze, nicht geringe Willenskraft unterstützt hatte. 8

In Strahleneck angekommen, übergab fie das Pferd »em Rettknecht, der ihr entgegeneilte. Dann ging fie »nrdb das HauS und den Garten, durchschritt den Park, immer Wetter in Träumereien verloren.

Die Abendsonne lag rotgolben über dem Walde. Ihre schräge» Strahle» fielen durch die roten Stämme »er Kiefern auf das graue Moos und die braunen tadeln, welche den Boden bedeckten.

Plötzlich 'blieb fie wie angewurzelt stehen. Das war der Platz bei der Dornenhecke, wo sie vor einem Jahre etwa eingeschlafen war. Dort unter der große» Fichte, an deren Stamm fie damals gelehnt faß jetzt jenes gespenstische Schreckbild, das fie in Italien geängstigt hatte. Aber diesmal verschwand es nicht schnell, wie es gekommen, wie eine PhantaS.

S Ä«?^°d°sHirngesptnnst. Diesmal «ü b"»t> schaute sie mit seinen glühenden Blicken X' Ä ^?«^lcha»erte bis ins innerste Herz, ®ie unb Abscheu. DaS war ein seelisch und körperlich gebrochener Mann, mtt von Leid«schast

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